82²2—— eeeEEE chenſchule trägt nun einmal in ſeiner ganzen haltung und ſeinen Anforderungen die Spuren der alten Doktrin von der geiſtigen Inferiorität des Weibes.“
So weit helene Langes Urteil über die Mädchenſchule. Nicht auf Grund der höheren Mädchenſchule alſo, ſondern trotz dieſer vorausgegangenen Schulung hat helene Lange ihre Kurſe erfolgreich zu geſtalten vermocht. Aber was einer ein⸗ zelnen genialen Leiterin gelingt, das gelingt in anderen Städten deswegen noch längſt nicht. Der oben angeführte Miniſterial⸗ erlaß gibt begründeten Anlaß, das Experiment: auf die in der jetzigen Mädchenſchule als Reinkultur gezüchtete„höhere Tochter“ Gymnaſialbildung aufzupflanzen, als ein noch nicht einwand⸗ freies anzuſehen.“
So weit der Bericht. Der Verein erbat ſich daher die Er⸗
laubnis, ein Mädchengymnaſium mit ſechsjährigem RKurſus,
etwa dem Lehrgang des Frankfurter Reformgymnaſiums ent⸗ ſprechend, errichten zu dürfen. Nach dieſer Methode ſind die Mädchengymnaſien in Karlsruhe und Stuttgart geſtaltet.
Die Erlaubnis, ſolch ein Reformgymnaſium zu eröffnen, wurde dem Cölner Verein denn auch Oſtern 1903 gegeben, zugleich mit den Städten Schöneberg und Charlottenburg. Eine Mädchenreformſchule mit humaniſtiſchen Oberklaſſen wurde 1901 auch in hamburg durch den Derein Frauenwohl und zwar für Unaben und Mädchen eröffnet. In Baden und neuerdings auch in heſſen ſchlug man außerdem den einfachſten Weg zur Löſung aller Schwierigkeiten ein: man geſtattete den Mädchen den Beſuch der Knabengymnaſien ohne irgendwelche nachteilige Folgen. Gymnaſialen Unterricht für Mädchen finden wir in ein oder der anderen Weiſe z. 5. in 22 deutſchen Städten.
So iſt die Frage gymnaſialer Mädchenbildung im großen


