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Die Frauenbewegung, ihre Ziele und ihre Bedeutung / von Elsbeth Krukenberg
Entstehung
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ſich nehmen wollen, ſoll die ſichere, allgemein religiös ſittliche und äſthetiſche, den berechtigten Anſprüchen des praktiſchen Lebens entſprechende Bildung, welche die höhere Mädchenſchule gibt, voll zu gute kommen.

In ähnlichem Sinne ſprach ſich dann die im Oktober 1800 in hildesheim tagende Verſammlung des deutſchen Vereins für das höhere Mädchenſchulweſen aus. Sie ſprach ſich gegen jeg⸗ liche Umgeſtaltung der Mädchenſchule nach der Seite gymna⸗ ſialer Bildung, aber ebenſo ausdrücklich gegen die Errichtung beſonderer Mädchengymnaſien aus. Rennzeichnend für die dort herrſchenden Anſchauungen waren die Ausführungen des Re⸗ ferenten herrn Dr. Weſpy. Er betonte, daß die Frauen ja auch ohne Reife⸗ und Lehrerinnenprüfung zu den philoſophi⸗ ſchen Fächern der Univerſitäten zugelaſſen würden, alſo gym⸗

naſiale Ausbildung nicht ſo dringend benötigten.(Ein Zuſtand,

der ſpäterhin zur Freude aller aufrichtigen Freunde des Frauen⸗ ſtudiums beſeitigt worden iſt.) Für die Oberlehrerinnenprü⸗ fung genüge das Seminar. Jür die Aerztin freilich ſei z. 5. das Maturitätsexamen erforderlich, da man ſie ſonſt zu den abſchließenden Prüfungen nicht zuließe.

Gymnaſialkurſe, in Anſchluß an die voll abſolvierte höhere Mädchenſchule, das war der Weg, den die hildesheimer Ver⸗ ſammlung, das war auch der Weg, den herr Kultusminiſter Boſſe in dem oben erwähnten Erlaß einzuſchlagen empfahl. Dieſen Kusführungen ſchloß ſich auch der neu ernannte Rul⸗ tusminiſter an und ſtellte es dem Verein Mädchengymnaſium anheim, ſeinen Plan, ein Vollgymnaſium für Mädchen zu er⸗ richten, fallen zu laſſen und ajährige Gymnaſialkurſe zu grün⸗ den. Darauf aber konnte ſich der Cölner Verein, der als An⸗ hänger der humaniſtiſchen Richtung gerade auf rechtzeitigen Beginn altſprachlichen Unterrichts Wert legte, nicht einlaſſen.