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Die Frauenbewegung, ihre Ziele und ihre Bedeutung / von Elsbeth Krukenberg
Entstehung
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halbes Jahr nach ſeiner Begründung, hatte der Derein ſoweit ausreichende Mittel zuſammengebracht, daß er die Eröffnung eines Mädchengymnaſiums für Oſtern 1900 ins Auge faſſen konnte. Er erbat in einer Eingabe an die Regierung vom 10. Oktober 1890 die Erlaubnis, zunächſt eine Sexta und Un⸗ tertertia eröffnen zu dürfen. Geldmittel, lediglich von Pri⸗ vaten bereitwilligſt zur Derfügung geſtellt, waren vorhanden. Meldungen von Schülerinnen ſtanden in ſicherer Kusſicht, einige 70 Univerſitätslehrer und Schulmänner unterſtützten die Ein⸗ gabe des Vereins durch das Gewicht ihres Namens ¹). Trotz⸗ dem wurde die Eingabe von ſeiten der Regierung kurzweg abgelehnt.

Die Zeit, in welcher die Eingabe dem Miniſterium zur Entſcheidung vorlag, war eine äußerſt ungünſtige. Rultus⸗ miniſter Studt war erſt ſeit kurzem in ſein Amt eingetreten, in einem Erlaß, auf welchen auch der Cölner Derein bei dem ablehnenden Entſcheid verwieſen wurde, hatte ſein Dorgänger, herr Boſſe, ſeine Anſchauungen über die gymnaſiale Kus⸗ bildung der Mädchen niedergelegt. Der Erlaß faßte die Gym⸗ naſialausbildung der Frauen lediglich als nicht zu vermeidende Vorbereitung zu dem ihnen nun einmal eröffneten Univerſi⸗ tätsſtudium, welche auf möglichſt kurzem Wege erworben wer⸗ den könne. So gering war ſogar der Bildungswert des hu⸗ maniſtiſchen Gymnaſiums eingeſchätzt, daß der Erlaß ausdrück⸗ lich betonte, gerade den Frauen, welche durch das Studium, wie es dann weiter heißt,ſchwerere Lebensbedingungen auf

¹) Darunter: CTheodor Mommſen, Franz Bücheler, Hermann Uſener, hermann Hüffer, Klexander Conze, Ulrich v. Wilamowitz⸗ Möllendorf, Oskar Jäger, Reinhold Roſer, Erich Marcks, Friedrich Marx, Benno Erdmann, Otto hirſchfeld, Ernſt Fabricius, Otto Pfleiderer u. a. m. 3