—
B—
heute über die Zinſen eines Kapitals von 607000 Mk. für Stipendien und für Unterſtützung ſeiner 1894 in Leipzig eröff⸗ neten Gymnaſialkurſe verfügt, eine Summe, die z. 5. in einer unter Aufſicht des Sächſiſchen Kultusminiſteriums zu verwal⸗ tenden Stiftung niedergelegt wird, deren Kuratorium jedoch nach wie vor von der General⸗Derſammlung des UAllge⸗ meinen Deutſchen Frauenvereins gewählt wird.
Kuch die Schaffung von Vorbereitungsanſtalten zum Uni⸗
verſitätsſtudium hatte man energiſch in Angriff genommen. (Ueber Baden und den Verein Frauenbildung⸗Frauenſtudium ſiehe den geſonderten Bericht). Die erſten Realkurſe in Berlin (1880) erwähnte ich ſchon. 1893 wurden ſie in Gymnaſial⸗
kurſe umgewandelt. 1894 folgte die Eröffnung der Leipziger
Gymnaſialkurſe durch den Allg. Dtſch. Frauenverein, 1898 ent⸗ ſtanden Rurſe in hannover und Königsberg, 1900 in Breslau, 1901 in Frankfurt a. M. und in hamburg. Reformgymnaſien mit 6jährigem Lehrgang(Kufnahmealter 12 J.) wurden 1893 in Karlsruhe, 1890 in Stuttgart gegründet. Um die Frage, ob Rurſe, ob regelrechtes Gymnaſium beſſer und zweckentſpre⸗ chender ſei, entſtand in Preußen wiederum ein harter Kampf. Die Forderung vollwertiger Vorbildung vertrat nachdrücklich der Verein Mädchen⸗Gymnaſium⸗Cöln, deſſen Jahresbe⸗ richt 1899/1900 ich die folgenden Uusführungen entnehme, da ſie über die Langwierigkeit des Verhandelns, den zähen Wi⸗ derſtand, den jeder Fortſchritt auf dem Gebiete der Frauen⸗ bildung fand, gut orientieren:
Der Cölner Verein hatte ſich in ſeiner konſt. Verſammlung verpflichtet, zunächſt an dem Wege feſtzuhalten, der als der beſte und bewährteſte für die Knaben bis dahin von der Re⸗ gierung allein anerkannt war, den Weg des neunklaſſigen humaniſtiſchen Gymnaſiums. Schon im Sommer 1899, ein


