Druckschrift 
Die Frauenbewegung, ihre Ziele und ihre Bedeutung / von Elsbeth Krukenberg
Entstehung
Einzelbild herunterladen

BS

nicht nur, ſich neue Berufsfelder zu öffnen, es galt den Be⸗ weis zu erbringen, daß ſie keineswegs, wie man behaup⸗ tete, ein unentwickeltes ſchwachſinniges Geſchöpf ſei, ſondern dem Manne, auch betreffs ihrer Geiſteskräfte, durchaus nebengeordnet. Es galt zu zeigen, daß die Fraubil⸗ dungsfähig ſei, ſo gut wie der Mann, daß es wenig logiſches Denken verriet, wenn man ihr die Bil⸗ dungsmöglichkeiten, die man dem Manne ge⸗ währte, verſchloß, ihre Talente und Anlagen verkümmern ließ und dann hinterher über ihr geiſtiges Unvermögen, ihre Unwiſſenheit die(ichſeln zuckte.

Und noch ein anderes bedeutete der Kampf:

Dem Manne, der, ohne nach Frauenwünſchen zu fragen, für ſich ſelbſt trefflich ſorgte, der nahm, ſo viel ihm gefiel, der Gymnaſien und hHochſchulen für ſich ſchuf zu freiem unge⸗ hinderten Lernen und Forſchen, der die Frauen dagegen auch die Kusnahmenaturen unter ihnen auf Bildungswege hinwies, die ihm für ſein eigenes Geſchlecht verächtlich vorge⸗ kommen wären, galt es, die Frage vorzulegen:Mit welchem Rechte beſchränkſt und bevormundeſt du uns? Mit welchem Rechte hinderſt du uns, die wir doch auch eine nach Erkenntnis ſtrebende Seele empfangen, in freier Entwicklung? Und wenn es tauſendmal wahr wäre, daß bei Eröffnung der Univer⸗ ſitäten hie und da mittelmäßig begabte Frauen ſich zum Stu⸗ dium herandrängen ſollten(auch mittelmäßig begabte Männer tun das gleiche) und wenn auch die Frauen ſelbſt die beſten unter ihnen vielleicht niemals ſoviel zu leiſten vermöchten, wie die wenigen AKuserwählten unter den Männern, die aber doch auch nur vereinzelt die Menge überragen, in dem allem liegt kein Grund, die Frau auszuſchließen von dem, was auch ihr Freude und Erquickung ſein würde. Warum hindert