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Die Frauenbewegung, ihre Ziele und ihre Bedeutung / von Elsbeth Krukenberg
Entstehung
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ASSM

ſah bereits Mann und Kinder verlaſſen, während Frauen in Scha⸗ ren, die Kollegmappe unter dem Urm, den Univerſitäten zuſtröm⸗ ten. Der Gedanke, vor ſolch kleinen Frauengehirnen von ihrer hehren Wiſſenſchaft ſprechen zu ſollen, brachte Profeſſoren ge⸗ radezu zur Empörung. Mit einem Schlage zeigte ſich, wie mindergeachtet in Deutſchland die Frau war, wie tief ſtehend ſie dem Manne erſchien. So klein und ſo wenig ernſt zu nehmen kam ſie ihm vor, daß er nur ein Achſelzucken hatte für ihre Bitten, ihr doch wenigſtens einmal den Derſuch zu geſtatten, ihr die Möglichkeit zu geben, ihre Fähigkeit zu beweiſen und zu zeigen, daß ihr hinzukommen für die Univerſitäten keineswegs verderbenbringende Folgen haben würde. Sämtliche akademiſch gebildeten Männer behaup⸗ teten das Privileg zu beſitzen, vor der Frau als Konkurrentin auf ihrem Arbeitsfelde geſchützt zu ſein. Sie ſahen auf das minderwertig beanlagte weibliche Geſchlecht mit Derachtung herab, erklärten die Frauen für unfähig, Wiſſen zu erwerben, infolge deſſen für unfähig, andere als untergeordnete, ſchlecht beſoldete Stellungen zu bekleiden, wehrten ſich aber trotzdem ängſtlich vor jedem Eindringen der Frauen, als fürchteten ſie, daß es dieſen doch vielleicht gelingen könne, erfolgreich zu lernen und zu arbeiten.

Was man damals gegen das Studium der Frau alles an Gegengründen vorbrachte, kann man heute nur mit Kopfſchüt⸗ teln, mit heiterkeit leſen.

Infolge dieſes nahezu einmütigen Wider⸗ ſtrebens aber geſtaltete ſich der Rampf um das Studium für die Frauen zu einem ganz beſonders bedeutungsvollen KRampfe, näm⸗ lich zu einem Ringen um Anerkennung ihrer Gleichwertigkeit als Menſch. Es galt für die Frau