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Der neu erfundene Patent-Dünger des Prof. Dr. Justus Liebig in Gießen / Justus Liebig ; aus dem Englischen übersetzt und mit erläuternden Zusätzen begleitet von Dr. A. Petzholdt
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mitteln verabreicht wird. Indem man den Fel⸗ dern die obenerwaͤhnten Subſtanzen zufuͤhrte, vergroͤßerte ſich das Gewicht der Pflanzen in allen ihren einzelnen Theilen, obgleich man ſie keineswegs mit Kohlenſaͤure und Ammoniak ver⸗ ſah, jenen Nahrungsſtoffen, welche ſie doch zu ihrem ſo außerordentlichen Wachsthum der bis⸗ herigen Theorie nach ganz nothwendig brauchten.

Chemiſche Unterſuchungen haben ergeben, daß dieſe ſogenannten Reizmittel entweder wirklich duͤngende Beſtandtheile des Duͤngers ſind, wie z. B. der Gyps, die Knochenerde und die wirk⸗ ſamen Beſtandtheile des Mergels, oder daß ſie die Vermittler abgeben, wodurch die mineraliſchen Beſtandtheile des Bodens in einen Zuſtand ver⸗ ſetzt werden, welcher dieſelben zur Aufnahme von Seiten der Pflanzen geſchickt macht, wie das namentlich bei der Anwendung des gebrannten Kalkes der Fall iſt. Sie uͤben daher auf den Lebensproceß der Pflanzen keineswegs einen blo⸗ ßen Reiz wie die Gewuͤrze, ſondern ſie werden zur Entwickelung der Blaͤtter, Samen, Wurzeln u. ſ. w. verwendet, und nehmen weſentlichen Theil an der Zuſammenſetzung dieſer Koͤrper, wie mit Sicherheit durch die chemiſche Unterſuchung nach⸗ gewieſen werden kann.

Die guͤnſtigen Erfolge, welche die Anwendung dieſer Subſtanzen auf die Felder ausuͤbte, hat auf die ſchlagendſte Weiſe den Urſprung des Kohlenſtoffes und des Stickſtoffes in den Pflan⸗ zen in das hellſte Licht geſtellt. Mit dem Mer⸗ Liebig's Patent⸗Dünger. 2