366
in Noten geſezt ſein und meine Feder ihre Stimme beſizen, ich glaube dann, wenn ich leztere in 1000 Exemplare dem erſtern beilege, einige ſchwache Skizzen von der herrlichen, ſüßen Lieblichkeit ihres Organs geben zu können. Moria— ni und Ronconi ſtanden ihr effektvoll zur Seite. C. Senn. Raab, 2. Juni. Unſere Prome⸗ nade wird immer ſchöner, die vor ein Paar Jahren noch jungen Linden, Pap— peln und Platanen gedeihen üppig und geben ſchon Schatten.— Dieſe Anlage iſt das Werk unſeres hochverdienten Hrn. Stadtrichters Czeh; ſie gewährt ein eben ſo ſchönes als freundliches Bild.— Im Theater geht es ſo, ſo, zu: öfters Vorſtellungen— wie der„Majorats— Erbe“ von der Prinzeſſin Amalie— die mit Luſt und Liebe einſtudirt ſind, die auch recht ſehr gefallen, dann wieder einige wie:„der beſte Ton“, wo der Ma— jor von Warren(Hr. Neumann) von ſeiner Rolle nicht ein Jota auswendig weiß, und Liebeserklärungen und die Konverſation mit den Leuten im Hauſe, in welchem er ſich als Gaſt befindet, wahrſcheinlich einer Zugluft wegen, ſtets mit aufgeſeztem Hute hält; dann wie— der Vorſtellungen wie der„Traum ein Leben“ von Grillparzer die, hätte ſie der Dichter beigewohnt, ihm gewiß Thränen der Reue, je ein Schauſpiel geſchrieben zu haben, entlokt hätte, da Ruſtan(Hr. Goubau) ſchauerlich dekla— mitte, u. Hr. Neumann aus dem Zan— ga einen Käſperle machte. Geſtern gab Hr. Grohmann, vom Theater an der Wien, den Hugo in der„Schuld“ zur erſten Gaſtrolle mit gutem Erfolge. Die Damen Vanini und Ammesberger, der Liebling des Publikums, wie immer, aus— gezeichnet. Hr. Roll(Valeros) unver— ſtändlich. Möchte ſich Hr. R. nicht an— gewöhnen, etwas lauter zu ſprechen? Warum gab nicht die talentvolle, nur etwas zu wenig beſchäftigte Dem. Ver—
ger den Otto, ſtatt der Dem. Wabitſch? Hr. Grohmann, der vielleicht gewohnt iſt, nach jedem Akte und zum Schluſſe einige Mal herausgetrommelt, dann mit Kränzen u. Gedichten beworfen zu wer— den(2), möge ſich nicht beirren laſſen, daß er hier nach dem 3. Akte allein, und am Schluß mit Dem. Ammesberger gerufen wurde, denn bei uns gehört ein zweimaliges Rufen zu den Seltenheiten, und zum Kränzewerfen haben wir un— ſere Gäſte viel zu lieb, und verſchonen ſie mit dergleichen Lappalien, ſo ſehr uns auch manche gefallen.— So lange unſer Theater ſteht, iſt noch kein Kranz geworfen worden!!!“— Dem. Denker, vom Hofburgtheater, eröffnet noch im Laufe dieſes Monats einen Cyklus von Gaſtrollen— vielleicht kommt auch Hr. Wilhelmi in der Ferienzeit hierher. S—.
Mignon Zeitung.
Braunſchweig. Der berühmte Baſiſt Pöck hat ſich in ſeinem Kontrak— te mit der Intendanz des Braunſchwei— ger Hoftheaters ſogar den— Schnurr— bart garantiren laſſen: nämlich die Klauſel gemacht, daß er in keinem Falle gezwungen werden kann, ſich für irgend eine Partie den Schnurrbart raſiren zu laſſen. Pöck iſt aber auch im Beſiz eines wirklich ſeltenen und edeln Exem— plars von Schnurrbart. So kann er der Intendanz ſtets ſagen: Ich habe Haare auf den Zähnen, wie figura zeigt. Andere Sänger zeigen dies nur figür— lich durch ihr Benehmen. Nächſtens ſoll Pöcks Schnurrbart eine Benefiz erhal— ten, was ſicher ſehr beſucht ſein wird, da die Braunſchweiger Damen tüchtige Schnurrbärte gewaltig lieben.
Frankfurt. Einen ſehr komiſchen Drukfehler finden wir in dem Frank— furter Konverſationsblatte Nro. 128, unter den Tabletten. Dort wird er—


