Jahrgang 
Band 1 (1840)
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tag, den 6. d. ſtattſinden. Bellinis herrliche Oper und Schwanengeſang:Die Pu ri⸗ taner wird in neuer Beſezung gegeben. Wir können nur in Kürze ſagen, daß uns dadurch ein beſonderer Kunſtgenuß bevorſteht.

Wir haben in dieſen Blättern bereits erwähnt, daß in Leipzig ein neues dramati⸗ ſches Werk:Kaiſer Otto III. von Julius Moſen, ungemeine Senſation erregte, und faſt eine beiſpielloſe günſtige Aufnahme gefunden. Wir ſind erfreut, melden zu kön⸗ nen, daß dieſes Drama nächſtens zum Beneſiz unſerer ſchäzbaren Gaſtin Mad. Deſſoir auch in Peſth in die Szene gehen wird.

Italieniſche Blätter, namentlichi! Pirataſ ſprachen wiederholt von einer italie⸗ niſchen Operngeſellſchaft, die ſich unter der Agenzie des Hrn. Cirelli gebildet hat, um die Theater zu Preßburg, Brünn de. zu beziehen. Nun heißt es in dieſen Blättern auch, daß dieſe Operngeſellſchaft auch die Haupttheater (principali teatri) zu Hamburg, Berlin u. Peſth beſuchen werde. Ohne daß uns hler von der Sache etwas Näheres bekannt wäre, ge⸗ ben wir hier das Verzeichniß der Sänger, die uns verſprochen werden: Prime donne: die Damen Lulgia Schieroni, Adelalde Maz za und Amalie Pellegrinl; er ſte Tenori⸗ ſten: die H. H. Bartolomeo De Gattis und Luigi De Bezzi; erſte Baſſiſten; die H. H. Giuſeppe Paltrinerl, Gaetano Nulli u. Eu⸗ timio Polonini; dann Mad. Luigia Valeſi⸗de⸗ Bezzi, Gaudenzia Tasca u. Gabrielli Bozzi.

Benefiz.(Ofen.) Der fortwährend mit großem Beifalle gaſtirende talentvolle Schauſpleler Hr. Windi ſch, hat künftlgen Montag, den 6. d., ſein Beneſiz, wozu er das beliebte Schauſpiel:Rubens in Ma⸗ drid wählte.

Konzert. Der rühmlich bekannte va⸗ terländiſche Violinvirtuoſe, Hr. D. Kohn, Opernorcheſter Direktor des Peſtber ungari⸗ ſchen Theaters, gibt morgen, Sonntag, ein Konzert im Redoutenſaale. Der ausgezeich nete Künſtler, ſo wie das Mitwirken meh⸗

rerer der vorzüglichſten Vietuoſen unſerer Stadt, laſſen ein brillantes Konzert erwarten.

Maria und Rina. So heißen zwei Schweſtern, die uns erſt kürzlich die Reſidenz entſandte, um die Peſther Gaſthaus-Muſit zu bereichern; die Eine ſingt einen Baß, daß

man ſchwören ſollte, einen primo basso can tate aus der Scala zu hoͤren; dle Andere macht Anſpruch auf eine Sopranſtimme und dieſer Anſpruch iſt nicht anſpruchslos, aber Beide ſinden ihre Gaſthaus-Enthuſiaſten und Verehrer. Anfangs wurde Entree gezahlt, um dieſe Widerſprüche der Natur bei einem Glaſe Wein und einem Kalbsbraten bewundern zu tonnen, während die Abonnenten ſich ein Suspendu gefallen laſſen mußten. Nun aber wurde dasEntree ſuspendirt, man legte ſich aufs Sammeln, u. es ſei dem wie immer, die bei den Schweſtern Maria und Nina haben ihr publitum, unter dem es allerdings auch Zu⸗ hörer gibt, die wohlgefällig dieſen obſcdnen Liedern lauſchen.

Theater-Pachtung.

Das Theater in der königlichen Freſſiadt Kaſchau-) iſt vom 1. November(. IJ. oder nach Umſtänden auch früher, gemäß der ſtart⸗ zufindenden Uebereinkunft, auf eln oder meh⸗ rere Jahre einem geeigneten Theater- Unterneh-

mer zu überlaſſen.

Pacht wird keine gezahlt. Die Hauptbedingniß aber iſt, daß der Unter⸗ nehmen für die Winter⸗Monate eine den ge⸗ rechten Wünſchen des Publikums entſprechen- de Opern- und Schauſpiel Geſellſchaft ver⸗ ſchaffe; da nur bei Befriedigung des Pu- blütums der Unternehmer ſeine Rechnung zu ſinden hoffen dürfte.

Es haben demnach Jene, welche dleſes Theater zu übernehmen geſonnen wären, ihre Anträge bis Ende April l. J. dem Maglſtrat dieſer kön. Freiſtadt Kaſchau einzuſenden, ob, und welche Bürgſchaft ſie für die genaue Er⸗ füllung der zu übernehmenden Verpflichtung leiſten wollen und tonnen; da bel Ver⸗ leihung dieſer Gerechtſame, außer den verſon⸗ lichen Eigenſchaften des Unternehmers, auch auf obigen uUmſtand Rutſicht genommen wer⸗ den ſoll. Kaſchau, den 13. März 1820.

) Dies Theater enthilt in der erſten Etage 19, in der zweiten Etage 16. im Par: 2 Logen, 40 Sperrſize; Parterre auf 300 bis 400 Perſonen, u. zwel Gallerien.

Modenbild. Uro. 14.

Paris, 22. März. Er ſte Jrüb⸗ lingsanzüge für Herren.(Modes de Longchamps). So wie früher für die Da⸗ men, bringen wir auch heute die erſten Früh⸗ lingsmoden für Herren; und auch bierin kommt uns gewiß kein anderes Blatt außer Paris zuvor.

Herausgeber und Verleger Franz Wieſen.