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ſendern auch in den Problnzſtädten bö⸗ heren Ranges. Selbſt in den niedern mangelt es nicht an eingeleiteten gei⸗
ſtigen Vergnügungen. Sind auch keine
eigentliche Theatergebäude, keine ſta—⸗ bile Geſellſchaften vorhanden, ſo kom— men Thaliens Jünger zeitweiſe in ſol— che Orte. Es werden Konzerte und Le⸗ ſevereine veranſtaltet, das Publikum zeigt ſich auch empfänglich durch zahl⸗ reichen Zuſpruch für ſolche Genüſſe.— Die Schifffahrt auf der Donau und der Save gewinnt einen höheren Schwung, die Produkte des Landes kommen da⸗ durch in die entfernteſten Gegenden.— Das neue literariſche Werk:„die Be⸗ ſchreibung des Iſters vom Urſprunge bis zur Mündung“ wird unſer Vater⸗ land und ſeine ſchönen Gegenden und Städte noch mehr bekannt machen. Es iſt ſowohl für Naturfreunde als Han⸗ delsbefliſſene eine anzlehende Darſtel— lung. Zu wünſchen wäre, daß auch der Saveſtrom, wie der Kulpafluß einen Beobachter fände, welcher dieſen nuzba— ren Waſſerweg topographiſch beſchriebe. Hunderte von Fahrzeugen, Tauſende von Menſchen und Hundertauſende Mezen aller Frucht Gattungen befah— ren dieſe Streke, landen in Sziſzek oder Karlſtadt, von wo die in den Ma— gazinen niedergelegten Früchte, in wei⸗ tere Gegenden verſendet werden, auf der Save bis Agram, und dann auf kleinen Flüſſen nach Lai bach. Von Karl⸗ ſtadt werden auf Wagen und Saumroſ— ſen die Früchte ins Innere des Lan⸗ des, oder in das adriatiſche Meer zur Verſchiffung transportirt, Als Retour⸗ Ladung nehmen die Frachtſchiſfe aus Kroatien oder Slavonien Bretter für Tiſchlerarbeit, Binderbedarf u. Brenn⸗ bolz aus Buchen mit ſich zurük. Man— che Hausfrau in Peſth denkt nicht dar⸗ an, wo das ſchöne Holz, das ſo herr⸗ liche Glut gibt, gewachſen, und wie von weit entferntem Lande es bis nach
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der Hau ptſtadt gekommen. Das ackauf⸗ te Holz wird in Mittrovltz oder bier— orts ausgelandet und dann weiter fort— geſchafft. Sind au den Ufern der Save keine ſo großen Städte, wie im In⸗ nern des Landes an der Donau, ſo ſind Alt⸗Gradiska und Brod bewunde— rungswürdige Feſtungen, wie Mittro— vitz eine bedeutende Handelsſtadt, be— ſonders durch das aus der Türkel her⸗ übergebrachte Schlachtvieh. Die Bege— benheiten im lezten Jahrzehend des vorigen Jahrhunderts machen die Ge— gend auch biſtoriſch merkwürdig. Nicht minder iſt Sziſzek aus der Römerzeit bekannt; mehrere ausgegrabene Denk— mäler zeigen davon. Ein Grabmal ſteht an der Mauer der Kirche, die Stein⸗ art iſt bewundernswerth, ſie ſcheint un⸗ verwüſtlich zu ſein. Es iſt auch mit einer Inſchrift verſehen, wodurch das Alter dieſes Monuments unbeſtritten dargelegt wird.—h.
Muſik.
Temesbar. Vor einigen Ta⸗ gen erfreuten die auf der Durchreise von Peſth nach Klauſenburg begriffenen Mitglieder des Peſther Theater-Or— cheſters und Virtuoſen, die Herren Szer— waczynski und Wagner, die hleſigen Verehrer der Tonk unſt mit zwei Kon— zerten, die ſie in dem Saale des Hrn. v. Radvany— der ihnen denſelben aus Gefälligkeit überlaſſen hatte— veran— ſtalteten. Hr. Wagner iſt dem hieſigen Publikum noch aus früherer Zeit als ein eminenter Künſtler bekannt, deſſen herrliche Leiſtungen noch immer nicht aus der Erinnerung ſeiner Verehrer ent⸗ ſchwunden waren, und man brachte ihm daher nur ein um ſo freudigeres Will⸗ kommen. H. Szerwaſzinsky ſedoch welcher zum erſten Male unſere Mauern be⸗ trat, ſezte durch dle außerordentliche


