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Lorenz ſchüttelte den Kopf.„Ich fürchte, Sie irren ſich in Frln. Rabener, mein liebes Kind,“ ſagte er;„ich urtheile nur nach Menſchenkenntniß und Erfahrung, die ich mit ſchwerem Lehrgeld mir angeeignet habe, ohne da— durch glücklicher geworden zu ſein. Es walten eigenthüm— liche Umſtände vor, die ich Ihnen um ſo eher mittheilen möchte, als Sie ſonſt leicht gering von Marberg denken könnten. Mein Freund beſaß ein hübſches, jedoch nicht bedeutendes Vermögen, das er zum größten Theile einem vermeintlichen Freunde im nahen Auslande, einem Fabri— kanten, anvertraute, der für ſehr reich galt und deſſen Unternehmung ſehr gedeihlich und blühend ſchien. Außer— dem hatte Eugen Anwartſchaft auf die Erbſchaſt eines ſehr reichen Großvaters von mütterlicher Seite, eines gei— zigen Mannes, dem ſein Geld das Höchſte im Leben iſt. Noch vor zwei Monaten war Eugen alſo eine ſogenannte gute Parthie, und darum in den Augen von Madame Rabener und ihrer Tochter wohl gelitten; allein ſein Freund, der Fabrikant, machte Bankerutt, entfloh nach Amerika, hinterließ ſeinen Gläubigern nur ein ſehr über— ſchuldetes Geſchäft, und Eugen's Forderung dürfte kaum zum zwanzigſten Theile befriedigt werden. Sein Groß— vater war über dieſen Mangel an Vorſicht und praktiſchem Verſtand des Enkels, der ihn aus Freundſchaft und edlem Vertrauen in einen ſolchen Verluſt verwickelt hatte, ſo em— pört, daß er ihn enterbte und ihm nur eine ſehr beſcheidene Leibrente hinterließ. Das Alles ereignete ſich in den jüngſten Wochen, und traf das Gemüth wie den Geiſt und Korper Eugen's ſehr ſchwer. Ein gewiſſer edler Stolz ein Selbſt— gefühl— oder falſche Scham, wenn Sie ſo wollen— hielt ihn ab, dieſe Nachrichten Julien brieflich mitzu— theilen. Er wollte ihr und ihrer Mutter mündlich Alles erzählen und erläutern, und erſt dann ihren Entſchluß ver— nehmen und zur Verlobung ſchreiten. Zu dieſem Zwecke nahm er mich als Zeugen und Begleiter und Stütze mit. Aber der Zweifel, die Spannung, die Unruhe— Sie be— greifen mich, Fanny— ſein ganzer Gemuthszuſtand ſtimm— ten insgeheim ſeinen Körper ſo herab, daß dieſe Krankheit vielleicht nur die Folge von jenen geheimen Sorgen und Grämen iſt!/
„Der arme Herr Marberg!“ ſagte Fanny im Tone der aufrichtigſten Theilnahme;„er hat ſich ſo edel benom— men, daß Fräulein Julie wahrlich ſehr wenig Seelengröße beſitzen müßte, wenn ſie ihn deßwegen ausſchlüge! Er ver— diente in der That ein glücklicheres Loos!“ Lorenz ſah eine ſtille Thräne in ihren Wimpern blinken, als ſie mit einem Blicke des innigſten Mitleids den armen Kranken betrachtete.
Am andern Morgen war Eugen Marberg entſchieden beſſer, und ſein wackerer Wirth und Arzt hatte ſchon nach einigen Tagen die Freude, ihn aller Lebensgefahr entgan— gen zu erklären.
„Sind Julie und ihre Mutter oft hier geweſen?“ fragte der Kranke, als er wieder zum Bewußtſein gekom— men war. Lorenz erzählte ihm nun haarklein das Ergeb— niß und alle Nebenumſtände ſeiner beiden Beſuche in dem Herrenhauſe zu Märtenſee.
„Das iſt auffallend,“ ſagte Marberg mit einem tie— fen Seufzer.
„Mir iſt es nicht aufgefallen, lieber Freund,“ meinte Lorenz.„Sehen Sie dagegen einmal Fräulein Fanny hier an! Ohne ihre ſorgliche Pflege laͤgen Sie nun wahrſchein— lich druͤben auf dem Kirchhofe. Nächſt dem lieben Gott verdanken Sie nur ihr und ihrem wackern Vater Ihr Leben!“
„Wie kam es, daß Sie ſo muthig waren, meine liebe Pflegerin, während Fräulein Julie ſo viel— ſo viel Feigheit und Furcht zeigte? fragte Eugen.
„Ei, das iſt ja einfach!, erwiderte das Mädchen arglos:„Fräulein Julie iſt reich und ſchön, hat alſo etwas zu verlieren. Ich bin ein gewöhnliches Ding, und um meine Schönheit wär's keine Schade geweſen!“
Eugen drückte Fanny die Hand und ſah ſie zum Er— ſtenmale ſchärfer an. Er fand Sie zwar nicht ſchön, aber reizend, anbetungswürdig.
(Fortſetzung folgt.)
Verſchiedenes. Der Eine:„Man mag ſagen, was man will, das Bier iſt jetzt viel ſtärker als früher, ich hab' geſtern d'rauf geſchlafen, wie ein Ochs!“ Der Andre:„Das kommt nicht vom Bier!“
Bitte an Menſchenfreunde!
Welches Unglück die Gemeinde Felda im Vogelsberg betroffen hat, berichtet die Darmſtädter Zeitung vom 12. Oktober. Der fünfte Theil des von vielen armen Leuten bewohnten Dorfes iſt abgebrannt. Gegen 38 Familien find obdachlos und nahrungslos geworden; unter dieſen finden ſich nur vier wohlhabende. Die andern, meiſtens Hand— werker, wie Nagelſchmiede, Strumpfweber u. dergl. haben nicht allein ihre geringe Ernte, ſondern auch ihre Werkzeuge, ihre Werkſtätten ver— loren und gehen nun hoffnungslos dem Winter bei der theuren Zeit entgegen. Doch nein! ohne Hoffnung find ſie nicht; ſie vertrauen auf Gott und gute Menſchen. Schon haben die benachbarten Gemeinden ihre milde Hand aufgethan, und die Bitte um fernere Unterſtützung ergeht an die Bewohner Heſſens und hiermit beſonders an die der Wetterau. Unter den Abgebrannten ſeufzet auch eine alte Magd, welche Jahre lang treu und redlich gedient hat, und nun gichtkrank geworden von ihrem Erſparten kümmerlich leben wollte. Alles das Ihre haben die Flammen verzehrt.
Die Unterzeichneten nehmen beſonderen Antheil an dieſer ſo ſchwer heimgeſuchten Gemeinde, der Eine war dreizehn Jahre lang Geiſtlicher in derſelben. Der Andere iſt dort geboren, und hat die glücklichen Jahre ſeiner Kindheit daſelbſt verlebt. Beide erkennen mit gerührtem Herzen die Beweiſe der Liebe und Auhänglichkeit, welche ſie noch fort⸗ während von den Feldaern erhalten. Darum fühlen ſie fich verpflichtet, eine Fürbitte für dieſelben einzulegen; ſie nehmen milde Gaben dankbar entgegen, und werden für deren zweckmäßige Verwendung Sorge tragen. Auch iſt die Redaction dieſes Blattes, ſowie die Buchhandlung von Scriba, auch wohl andere Menſchenfreunde in Friedberg,— welche wir hierzu dringend auffordern,— erbötig den willigen Gebern als Mittelsperſon zu dienen, daß durch deren Unterſtützung die Noth ge— lindert wird. Gottes Segen den Gebern und den Empfängern, die es wohl empfinden, daß Geben ſeliger iſt, als Nehmen.
Oberrosbach den 19. Oktoder 1854.
Fuhr, erſter Pfarrer. Strack, zweiter Pfarrer.
Zur Annahme von Beiträgen und zur Beförderung derſelben an oben genannte Herren ſind wir gerne bereit. Die bei uns eingehenden Gaben werden wir in dieſem Blatte öffentlich beſcheinigen.
Die Exp. d. Fr. Int.⸗Bl.
Bekanntmachungen von Behoͤrden und Prival-Anzeigen.
(Butzbach.)
Ankauf von Lebensmitteln. [1632] Da die am 5. d. Mts. abgehaltene Verſteigerung der Lieferungen der Bedürfniſſe an Kartoffeln, Bohnen, Erbſen, Linſen und
10 Uhr, einer nochmaligen Verſteigerung ausge— ſetzt werden. Dieß den Intereſſentenzur Nachricht. Butzbach den 21. October 1854. In Auftrag: Cellarius, Oberquartiermeiſter.
Verlooſung zur Rückzahlung beſtimmt. Der Betrag kann am 1. Januar 1855 bei dem Ge— meindeeinnehmer zu Frieſenheim oder bei dem Handlungshauſe Herrn J. Lindheimer zu Frank— furt a. M. erhoben werden, da von dieſem
Sauerkraut für die Menagen der hieſigen Gar— niſon die Genehmigung nicht erhalten hat, ſo ſollen beſagte Lieferungen Mittwoch den 25. dieſes Monats, des Vormittags um
Obligations ⸗Verlooſung. 11615] Von den Frieſenheimer Partial-Obli— gationen wurde die Nr. 17 à 100 fl. durch
Tage an der Zinslauf dieſer Nummer aufhört. Frieſenheim den 12. October 1854. Großherzogliche Bürgermeiſterei Frieſenheim ng.


