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Zehlutz der Weidepertode anhaltende gute Wetter wirkt« so- >eohl auf das Wohlbefinden der Tiere, wie auf die Vegetation günstig ein, so datz bis zum Abtriebe die Weide zur Ernährung der Tiere ausreichte.
Leider ergab die tierärztliche Untersuchung beim Auftriebe das Vorhandensein von Scheidenkatarrh bei der Mehrzahl der Rinder. Die sofort mit drei verschiedenen BckämpfungSmethoden cingelcitcte Behandlung war von iiutem Erfolg begleitet, so daß beim Abtriebe sämtliche Tiere als geheilt den Besitzern übergeben werden konnten.
Im Tiergarten erkrankte in der ersten Hälfte des Mai eine Anzahl Fohlen an Influenza, welcher das zuerst befallene Fohlen erlag. Doch konnte bald festgestellt wer-
Stellt man die in diescnr Jahre auf den vier Weiden erzielten Durchschnittsgcwichtc in Vergleich mit den Durch- chnittsgewichten de?- vorigen Jahres, welche für Rinder 8t Kilo und für Fohlen 73,4 Kilo betrugen, so wurden letztere lei Rindern um 2,6 Kilo und bei Fohlen run 1,3 Kilo über-
„a jedoch in jedem Jahre eine wechselnde Anzahl von Deidetieren, die nicht die vollständige Weidezeit mitgcmacht oder an Gewicht abqenommcn haben, von der Durchschnitts- crechnung ausgeschlossen werden müssen, so ist eine Gegenüberstellung von Durchschnittszahlen ans verschiedenen Jahren zwecks Gewinnung eines Urteils über die Leistungs- fehigkeit der einzelnen Weiden weniger geeignet, als der Vergleich der in den letzten Jahren auf den Weiden erzielten Gesamtgewichtszunahmen.
Der gesamte Fleisi^uwachs betrug in den letzten 5 Jahren:
1910
1911
1912
1913
1914
kg
kg
kg
kg
Ke
In Tiergarten
8384
4087
9391
13256
15526
In Zell
6582
5900
7633
6592
7935
In Lauterbach
6207
4315
5971
8257
6'67
In Wernings
4473
3287
4406
6311
7054
Zanttlichc Weiden 23846
175,9
27403
34416
36582
Ein Friedberger Bürger erhielt folgenden Brief:
L. £.!
Bielen herzlichen Dank für die gesandten Zigaretten, die manchesmal das Essen ersetzen müssen. Ich tan» Dir nicht beschreiben, was dieses Leben bedeutet, ein Leben voll Entbehrungen ohnegleichen. Die vielen Wochen liegen wir schon, ohne einen Tag Ruhe zu habe», im Schützengraben, den Eng- igndern gegenüber. Wir führen de» reinen Festungskrieg, penn die Engländer haben sich eingegrabcn, so datz wir nur purch Belagerung vorwärts kommen können. Ein Glück fite ms, datz die Kerls unscre Sturmangrisse, die uns allerdings uch viele Opfer koste», so sülchten. 200 Meter liegen wir noch iuoeinander, unsere Gegner haben vor ihrem Schützengraben Uchte Stacheldrahtverhaue, über die wir nicht so leicht hinwrg- cmmcit können, zumal auch Minen darin gelegt sind. Es liegen nun schon beinahe 14 Tage Tote von uns und von den 'ändern da. die nicht geholt werden können, denn wag! sich
den. daß «S sich bei den übrigen Tiere» nur um ein« leichte Form dieser Krankheit handelte. Die Seuche war dement-
sprechend auch bald erloschen. Der Gesundheitszustand war im allgemeinen während der ganzen Weideperiode ein befriedigender. Die Verluste der Weiden betrugen 2 Fohlen
und 3 Rinder. Don diesen entfallen 1 Fohlen und 2 Rinder auf den Tiergarten, 1 Fohlen auf Lauterbach u. 1 Rind auf Wernings, während in Zell ein Verlust nicht eintrat. Todesursachen waren in je einem Falle Influenza und Darmris-, infolge Blähung. Ein Fohlen stürzte das Genick, zwei Rinder mußten infolge Beinbruchs bezw. Vereiterung der Hufbeinbeugelehne u. der Lunge notgeschlachtet werden.
Der Erfolg des diesjährigen Weidcganges ist aus der folgenden Zusammenstellung zu ersehen:
Weiden:
—I»
gemütlich. Grütze alle vekamrt« »ad Stammgäste mch sei D» and Deine Familie herzlichst gegrüßt
Dein Freund Otto H......
•
Z» der» Schützengraben westlich von Lille.
Ets lkrsensireiwilligcr des 221. Reserve-Infanterie Regiments schreibt:
Fromelles, den 20. II. 14.
Meine Lieben!
Empsanget meinen herzlichsten Dank für die Pakeichen, die ich ich jetzt fast regelmätzig empfange. Heute bekan, ich Nr. 17, ich kann Alles sehr gut gebrauchen. Es ist hier nicht schön. Man mutz viel ertragen können und gefeit sein gegen Strapatzen, Unser Quartier ist Fromelles, früher ein anichei- ncnd reiche, Dorf, jetzt ein Trümmcrhausen, höchstens 25 Häuser stehen noch, stark beschädigt und zum Teil halb zusammen- geschossen. Bor 0 Wochen hausten hier die Engländer, di« sich nicht sein gegen Hab und Gut ihrer Bundesgenossen benehmen; Alles geplündert! Damals hat unsere Artillerie das Dors bcschoüen: feit 6 Wochen, nachdem es in unlerem Besitz ist, wird es täglich von den Engländern bombardiert. Einmal war das Feuer so stark, datz wir in das Feld flüchten mutzten. Hierbei erhielten wir auch die grötzten Verluste. — Ei» schreckliches Gefühl, R- dcn Augenblick getrossen zu werden, ohne etwas sehen und sich wehren zu können. Unsere Kompagnie Ist in drei Häusern untergebracht; ich liege mit 12 Kameraden in einem kleinen Zimmer (3X3 Meter). Aus dem Boden liegt Stroh, natürlich nicht gedroschen! Die Möbel waren schon von den Engländern zu Heizzwccken verwertet. An Möbelstücken ist in unlerem Hause nur ein einziger Stuhl vorhanden, der wobl auch bald daran glauben mutz. Die Fensterscheiben sind zerschlagen, was sich nachts unangenehm bemerkbar macht. Die Pferde- Kühe-, Schweine-'und Hühnerställe werden auch als Quartier benutzt. Das Vieh, sogar Pserde laufen mitten im Feld herum und liegen massenhaft von Kugeln getroffen umher. Die Hühner sind jetzt fast alle obgeschlachtet und auch der Bestand an Rindvieh nimmt sichtlich ab. An Fleisch gibt cs hier genug zu cssen.In diesen Quartieren bleiben wir am Tage, dann geht', bei Anbruch der Dunkelheit vorwärts in die Schützengräben. Der Weg geht durch enge Laufgräben geschützt vor feindlichen ) Kugeln. In den Schützengräben ist cs bei gutem Wetter ganz I schön, bei Regen und Sturm aber, wie cs in der letzten Zeit der Fall war, ist es kaum auszuhalten. Alles mutz wach bleiben und genau Acht geben. In der Nacht weiden neue Schützengräben gegraben. Vorgestern haben wir, 60 Meter von den Engländern entfernt, einen solchen ausgehoben und den Wall so hoch ausgeworscn, daß man am hellen Tage gebückt weiter graben konnte, ohne vom Feind gesehen zu werden. Unbemerkt blieben wir jedoch nicht, es dauerte nicht lange, so wurden wir mit Schrapnells befeuert. Dieses Arbeiten geschieht bei Regen, so datz man, bis auf die Haut natz, kaum die Glieder regen kan», wen» man nach vierstündiger Arbeit im Schützengraben beim Wachestehen sich etwas erholen soll. In den letzten Nächten war das Thermometer wert unter Null, sc datz ich alle Kräfte zusammennehmcn muhte, um nicht zusammenzubrechen. Wie war die Freude so grotz, als mir abends in unsere Quartiere zurückkehren konnten! Ihr dürft aber nicht denken, datz man dort nur freie Zeit hat. Inden Ruhetagen mutz alles in Ordnung gebracht werden: Gewehr
und Seitengewehr sind verrostet, Hose, Rock und Mantel sind in Lehm gebadet, sodatz man für ihre Reinigung einen Tag braucht. Die Stiesel sind von oben bis unten verschmiert. So hat man immer seine Arbeit, bis wir wieder die Schützengräben aufsuchen. Am Tage schweigt fast ganz das Eewehrfcuer. Wenn sich ein Engländer zeigt, jo wird aus ihn gefeuert und umgekehrt. Nachts schieben wir »ach Möglichkeit nicht. Die Engländer erössnen zeitweise ein mörderisches Feuer, um die Deutschen von einem eventuellen Sturmangriff abzuhalten. Die Artillerie arbeitet aus beiden Seiten Tag und Nacht. Die Verköstigung im Schützengraben ist höchst einfach. Morgens um 6 Uhr gehen einige Leute mit Kochgeschirren zur Feldküche, die etwa 1 Kilometer hinter den Schützengräben vorfährt: ebenso mittags gegen 2 Uhr, wo Jeder cwa y, Liter Suppe
Drilliche Feldvriefe.
Den Engländern gegenüber.
Scheidet man das Jahr 1911 wegen der anhaltenden Dürre als abnorni aus, so ergibt sich aus dem Vergleich der vier im großen ganzen gleich gearteten Jahrgänge, datz die Produktion im Tiergarten, in Zell und Wernings noch erheblich gesteigert worden ist. In Lautcrbach ist gegen daS Vorjahr eine wesentliche Abnahme zu verzeichnen, dessen Grund man in der Besetzung der Weide und der geringeren Dualität der anfgetriebenen Fohlen zu suchen hat. Auch war die auf sämtlichen Weiden infolge der Mobilmachung erfolgende Wegnahme einer größeren Zahl zw-iMriqer Fohlen vor Weideschluß von Einfluß auf die Gesamtgewichtszunahme.
Während im Jahre 1913—11 im Tiergarten eine Wintersohlenweide mit 11 Fohlen eingerichtet Nurrde, kam in diesem Jahre eine solche mit 9 Fohlen zustande. 7 dieser Fohlen hatte» die abgeschlossene Sommerweide mitgemacht und 2 einjährige Fohlen kamen aus den heimatlichen Ställen zur Winterweide. Sämtliche Fohle» befanden sich in recht guter Verfassung und ist zu erwarten, daß die Winterweide sowohl auf die Körperentwickelung wie ans den Zuchtwert der Tiere einen guten Einfluß ausüben wird.
einer hervor, dann ist er verloren. Vorgestern Rocht hatten die Engländer wieder einen Durchbruch versucht, sic sind ober schmählich zurückgeschlagen worden. Lieber Heinrich! ich hätte sonst nie geglaubt, daß ich mich so begeistern könnte, doch es erregt wirklich Freude, umsomehr als wir bis jetzt immer Erfolg hatten und wenn die Engländer zurückgchen, deren Gräben besehen können. Tagsüber ist der Kamps ein ausgesprochenes Artillcricduell und nachts beginnt dann unsere Arbeit, lieber Tag lege» wir neue Laufgräben an und wühle» »ns wie die Maulwürfe an die feindliche Stellung durch. Seit 6 Woche» haben wir »och keinen Tropse» Wasser an den Körper bekommen, aus den Kleidern und Schuhen kommt man überhaupt nicht mehr heraus. Doch alles wird wohlgemut ertragen ; eine Kameradschaft herrscht hier, die einzig ist. Bekommt einer etwas, das wird immer geteilt. Ein reizender Mensch ist unser Leutnant. Er rust uns immer gegen Abend zusammen, dann stimmen wir deutsche Lieder an und machen die Kerls drüben scharf: einige spielen Mundharmonika und unser Gegenüber begleitet uns mit Gewehr- und Ecschllhfeuer. Doch schießen sic meistens über unsere Kopse hinweg, dann brüllt alles bei uns: Hurra! Du stehst, auch hier ist es manchmal sehr
Ertrag der
Gewichtszunahme der Fohlen
Gewichtszunahme der Rinder
Ge amter iteüchzumochs
Bezeichnung der Weiden
nied
rigste
höchste
durch-
fchnirt-
luhe
i
nied
rigste
höchste
durch
schnitt
liche
pro
Tag
Fohlen
Rinder
ins
gesamt
pro
Hektar
kg
kg
kg
kg
kg
Ke
kg
kg
Ke
kg
kg
kg
Tiergarten......
9
178
107 —
0,67
37
189
103,8
0,65
2965
12561
15526
315
Z-ll........
17
137
64,—
0,44
22
158
85,5
0,58
1535
6403
7935
274
Lauterbach.....
2
221
51,3
0,33
13
158
90,6
0,58
1747
4320
6067
156
Wernings......
3
125
76,8
0,51
16
125
74,4
0,43
1404
5650
7054
235
Sämtlicher Weiden .
--
221
74,7
0,49
13
le9
88,6
0,58
7651
28931
36532
245
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