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Schriften der Ludwigs-Universität zu Gießen
 
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Kunst und Wissenschaft allein, Geduld will bei dem Werke sein vor⸗ gelegte Arbeit wird von der Fakultät wie folgt beurteilt:

Die eingereichte Arbeit bringt die Lösung einer Aufgabe, die die Zellenforscher schon seit Jahren beschäftigt. Dem Verfasser der Arbeit ist es gelungen, lebendige membranlose Pflanzenzellen ver⸗ schiedener Herkunft miteinander zur Verschmelzung zu bringen; er er⸗ bringt den überraschenden Nachweis, daß auch Protoplasmaarten ver⸗ schiedener Herkunft und Artzugehörigkeit eine Fusion keineswegs ab⸗ lehnen. Die Vorgänge, die der Verschmelzung folgen, werden von ihm gut beschrieben, und Antersuchungen darüber angestellt, wielange sich die Verschmelzungsprodukte erhalten lassen.

Die andere Arbeit, die unter dem KennwortNicht alles wün⸗ schenswerte ist erreichbar, nicht alles erkennenswerte erkennbar vor⸗ gelegt wurde, hat folgende Beurteilung erfahren:

Die Arbeit behandelt den Einfluß namentlich chromsaurer Ver bindungen auf den pflanzlichen Zellenkern. Erscheinungen der Schwel⸗ lung und Quellung und Niederschlagsbildungen werden für den Zel⸗ lenkern beschrieben. Namentlich über das Schicksal des Kernkörper⸗ chens werden beachtenswerte Beobachtungen mitgeteilt. Besonderes Interesse bekommt die Arbeit dadurch, daß sie die Wirkung von Ver bindungen studiert, die als Fixiermittel seit Jahrzehnten in der zyto logischen Technik ihre Volle spielen. Die Befunde des Verfassers bringen Beiträge zur Beurteilung des Wertes und der Brauchbarkeit jener Fixiermittel.

»Die zuerst besprochene Arbeit eröffnet einen weiten Ausblick auf Forschungsaufgaben der Zukunft, die zweite gibt uns wichtige Beiträge zum Verständnis von Methoden und Beobachtungen, die 3. T. Weit in die Vergangenheit zurückgreifen. Beide Arbeiten sind mit großem Fleiß und gutem Verständnis durchgeführt worden und verdienen gleichermaßen einen vollen Preis. ö

Verfasser sind: cand. rer. nat. Walter Michel aus Gießen.

cand. rer. nat. Lisbeth Schorr aus Gießen.

Für die Preisarbeit in GeographieMorphogenetische Unter suchungen des Gebietes zwischen Lahn, Sieg und Dill ist eine Arbeit unter dem KennwortErde vorgelegt worden, die die Fakultät wie folgt beurteilt hat:

Die Fragestellung ist in etwas weiterem Rahmen behandelt, nach eigenen Begehungen im Gelände und kritischer Verwendung der Literatur. Wenn an wenigen Stellen auch noch eine etwas gründlichere Durcharbeitung möglich wäre, kann doch in Anbetracht der Gesamt⸗ leistung der Arbeit der volle Preis zuerkannt worden.

Verfasser ist: Friedrich Müller aus Worms.

Den Diezpreis erhielt Studienassessor Rudolf Wolf aus Büdingen für die von ihm eingereichte ArbeitDer Stil der Retho⸗ riqueurs. Sie wurde wie folgt beurteilt: