Nummer 302 ffinjflprfii ÄM5.
Diensta-.^en 24. Dezember 1918
11. Jahrgang«
j>t,- ,, CMr v r.? ro'tilung" erichemt ,even Werllai. JRepelmafetge »etlopen „öer ganer aus v-a-n-. „91« Kptnnkrube". Sefugspre.a: Bei den Poftanftatten oiertelfal^rlut) m 2.70 hmw rin noch oa* Bestellgeld: »* oen '»Wüter monastlch 1.00 Ml. etnichUetzttch Trägerlotm. Anzetgeu: st»rund^Ne 2ü Psg^ totale 20 Biq^ Anzeigen von auswarrs Heroen ourch Bo.rnachnaE 0 et: oben, igrniüiinos'ori ivrteDbeta. SchriMeiiunn und yerlag vtteddero fressen», ".anauer-lratze 12. ^em'vrechsr 1^. Bo ti frcfr Santo Sir. tS»9. l n» Seantnttt a. M.
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httttchtcn 1918 !
,.O' .Weihnachtszeit, o fel'ge Zeit, na Friede in der Erde Leid,
£' kehr in alle Herzen ein Mit deinem milden frommen Schein." r ' ? n<vs heute in vielen lausend Herzen. Weih- - ' . das Fest der Liebe und des Friedens, iit \um
;n , ;uU in die'er schweren, ernsten Zeit wieverge- ' t Tst'ss'S banzes Schweinen lastet über der Weit. 'U ee und Els erstarrt, liegt die Natur in tieiem 5 T- er. 'Nur durch die kahlen Wipiel der Bäume ( - beiliees Nanichen, fleht ein beiliqes Flüstern,
Ion a erd. len tie'c Nu he. Stilles Sehnen, heiliges en nach süßem Trost und wahrem Flieden für n er bekümmert Herz durchzieht auss neue mächtig nf re Seele. Jung und Alt rüstet sich, den Ehren- vi empfangen. Durch düstere Wolken leuchtet -Ir s treuer Vae. blick. der sich gnädig erzeigt bat, uN 2 ron ewigen Tod und Verderben zu erretten, indem er uns seinen eingeborenen Sohn gesandt hat:
..Was erhoffet und ersehnet,
Kehret heute ein mit Wonne C">ctr hat sich mit uns versöhnet ^ - gesandt die Freudensonne.
Klingend, singend allerwegen Hört die srohe Botschaft schallen:
Er blingt Frieden. Heil und Segen,
Asten Ntenschen Wohlgefallen!"
Von den Türmen durch die Lande schallt der Glocken
Wr zge.ang:
,.S ille Nacht, heilige Nacht.
. u fröhliche, o du selige
(ub in- ende LLeihnachtszeit.
'tt ging verloren, Christ ist g boren!
Freue, freue dich, o Chrrstenheit!"
>s scheinen nicht alle diese zoit licken lieblichen Der- n ti;r inier ge'i. dtes deutsches Pate» «and unrenft ra^ Allerorten drohen uns Abgrunde, diohet Not. '■'o uro Verder den -chw.'l?s ;.v*t und preise T» ut *a! ist Vr UNS Herei nm'b rochen. Und nirgends zeigt fich eine ret? d' 'd. Hand im dunklen Weltenoll. Nur Feinde ri.igsuin. > d ist das schreckliche BluU er gießen. das gräßliche
.rord.'n *!n allen Fronten beendet. Vier lauge,
h. - '^ ,ier ; fi v '-easjahre lieqen hinter uns l!n°
^ b'.iae Hoisnunoen sind zunichte gen^rden. Mit welckier
; Liebe und Innigkeit feierte man im gold.men Frie- den das lieblichste aller Feste Weihnachten! Wie lehnte man - - di«"em Freudenfeste! Und nun? So manchen : t Fr^'lnd deck! die Erde. Ter rauhe Kriegssturm hat
<n i’Viw.'aastvcl't. Er feint nun Weihnachten bei Jesu im . > :.M- in wahrer Freude und Wonne. Manckvs innige Fa» miiienchück tf 4 verstört. Mit Schnee bedeckte Hügel in wei- rne baden so manches teuere Vater- und Gattenherz in rebo'.aen. Eine N.sttrauernde Witwe mit verwaisten f eierr Weihnachten rn tiefem Weh und Schmerz. Äul "» ^ Weihnacbtsbaum. der Lichterglanz kann
da' -./vergab.- :,gte Her; nicht wehr mit Freude erfüllen. So iuirvhr as! rorten im deuten Vaterlande viel Weh und ■ Leid. ?>a wir alle leiden und fühlen es wie schwer ^ Ues Hand 111 f uns liegt welckv schweren Wunten er uns g' . - en bat ukch viele erfahren es was es heißt und wie schr ' -ch es Ht Unseren Herrn und Gott zu verlassen. Fast v'üü uns 'ch'inen als hätte er die Irenen Vaterblicke von trns " mdt und uns vergessen Aber nein, nimnrerinebr! Gat? aet'-^k Wenn auch Berge weichen und Hügel hin- folV - imrh urix nicht v" chsent
Wenn ' rlles bricht <^,ott verläßt «ns nicht,
Größer a!-^ der Helfer ist die Not ja nicht.
Drum wi unverzagt Bold der Morgen tagt.
?in neuer Frühling, vo'at d"rn Winter nach.
^n all?n Stürmen In aller Not Wird er dich beschirmen Ter Gott.
«;-:nn auch jeßt noch Lästere Nebelschleier über uns lagern. darüber leuchtet in majestatisä-er Pracht die Freudenlonne, winket Trost und Frieden. Dort tönet der Englein Lobgetön in vollen Cbören:
Fürchtet euch nicht Bald wird es werden Frieden auf Erden.
Der Heiland ist geboren in der Stadt Davids. Tort fe Bethlehem, Stall ist das Hei! der Welt arrsgegangen.
durch welches wir Erlösung von unseren Sünden und Fne- dep mit unserem treuen Gott gefunden haben. Tori finden wir Kraft und Stärke für unser bekümmert Herz. Ta laßt uns im Geiste hineilen. wenn Not und Sorgen uns beschleichen und die Trübsalsstürme toben. Nicht wollen wir »ms in sinnlosem Schmerze verzehren und unser Leid dadurch nur noch mehr vergrößern. Gott hat uns geschlagen. Er Hilst uns auch und läßt uns nicht zusck)anden werden: Im tielen Schmerz B'ick himmelwärts 8 ,J r ew'gen Freudenscnnel Verzage nicht, wenn alles bricht Auf Leid folgt Fre«d »nd Wonne.
Einst kommt die Zeit.
Wo alles Leid
Zur Freude dann wird werden,
Trum füg' dich still in Gottes Will Ikn Tunke! noch der Erden.
In di^em Sinne laßt uns Weihnachten feiern, dann wird auch „ns Heil und Segen Friede und Freude strahlen in dieser hartbedränaten Zeit. Ten uns verordncten sckuveren Kamps laßt uns weiterkämpsen in rrxrhrer Gerechtigkeit und Gottseligkeit. Christus, die Weihnachtssonne, sei unser Panier. er wird uns durch das dornenvolle Leben führen und uns b^istellen in aller Not. Mit liebevollem Herzen ruft er uns ja zu.
..Fällt's euch zu schwer.
Ich geh' voran.
Ich steh' euch an der Seite.
Ist kämpfe fe'tft und brech die Bahn,
Ich bin der Held im Streite."
Bis dann einst nach vollbrachtem Erdenlaus die Ebren- rlorten Zions sich öffnen werden und wir Weihnachten seiei-n dürfen in wahrer Freud' und Herrlichkeit, immer und ewiglich.
£ schöner Tag und noch viel schönere Stund,
Wann hist du endlich hier.
Ta ich mit Lust und freiem Freudenmund
Tie Seele geh von mir
In Gottes treue Hände, zum auserwählten Pfand,
Ta^ st- mit Heil an'ände.
In jenem Vaterland? Amen.
D Otto Wolfs.
^rtstsche ^ollrspartri.
Am Samstaa. den 21. ds. Mts. fand zu Frank" kurt a. Nk. eine Sitzung des Ausschusses der Hessischen Bo! svartei statt, in der auch die Listen für die Wahlen zur Volkskammer in Hessen und die Deutsche Nationalversammlung ausgestellt morden.
Die ersten iss Namen aus der Liste ztir Volkskammer sind: Heinrich Brauer. Mühkenbesstzer. Oberotleiöen; WilhelmFen^el. Landwirt. Oberbörgern: Dr. Dehlinaer. Landwirt, sr? eUei?)o‘; Wilhelm Dorsch, Landwirt. Wölfersheim; Dr. Dieb!. Prozessor am ll'redigerseminar Sssedberg: Krapp, Bürgermeister, Sickenha'en; Dr. van Helmol', Rechtsanwalt, Niederwöllstadl; Gustav Korest, Ocfonomierat, Angenrod; Kon. Phil. Diehl. Ziegelei- be'Itzer und Landwirt. Hochweisel; Jost. Wagnermeister und Bürgermeister. Bermuthshain; Ad. Bär st.. Landwirst, Langenbrombach; K. Link, Lehrer. Rudingshain; Fr. North. Oberpostschassner. Gießen; Phil. Flecken- slein, L^re 2 -Slraßenmeister. Höchst i. O.
D e 4 ersten Namen zur Nationalversammlung sind' Dr. Werner. Oberlehrer; Dorsch, Landwirt; Klingspor, Fabrikant; Wolf-Albig, Landwirt.
friOrriönra fiir die dentichen (D'fyirrf.
Kassel, 21. Dez. In einem von der „Kasseler Allgemeinen Zeitung" veröffentlichten Aufruf, gegeben im Großen Hauprgugrtier. Wilhelmshöhe. Weihncchten 1018. blickt Ge- r.eralfelsn,arschall von Hindenburg auf die gewaltigen K-:egs!eistungen des zur Wehrkraft erzogenen deutschen Volkes in Wiffen zurück das nicht vor einer Welt von Feinden mkgmmengebrochen sei, hierzu kefähigi durch das heilige FcUer der Vaterlandsliebe, den Willen zum Siege «ad den Geist der Treue. Das deutsche Heer sei dahin, zersetzt »gh n'faelöst obw-'hl bis zuletzt gefürchtet und geachtet von den Feinden. Den Oft »zieren, ho.ch und niedrig, komme als Er- zichern und Füh-ein des Volksheeres ein unbestreitbar hoher Anteil an dem Ruhme zn. und cS Wx fleinlfd>c Rallye, ihnen Abzeichen u>nd Waffen abzusprechen, sie als unfähig der Vefebtsgewalt zu erklären. Tie Zerstörung de» nationalen Kraft des deutsch;n VoltrS von D:urd au» se: d»e Abstcht jener verneinenden und zerfetzenden Geister, die am Werke seien, um die Neugestaltung de, Reiches aus gesunder polt'
tischer und wirtschaftlicher Grundlage zu hemmen. Trotz der niancherlei Krankheitseistch-eirfungen, veremzetter Falle vor, Selbstsucht. Eitelkeit und Unwahrhaftigkeil kehre das deutsche Offizierkorps gesund und stark aus dem Kriege zw rück Das deutsck-e Offizierkorps sei kerngesund, seine Lebensaufgabe das Wehl der Gesamtheit, die Ehre des heu+> jfhen Namens, und darum habe es fich auch in den Dienst der neuen Negierung gestellt, «m den Zusammenbruch unserer nationalen und wirtt'chaftlich-en Daseins zu verhindern. Dabei muß es aber erbittern, wenn in kleinlicher Nacbe dir Autorität im Heere untergraben wird. Alle jene aber, die sich als S<l)inarotzer im deutschen Offizierkorps gezeigt, sollten und müßten abgeschüttelt werden. Der Ausruf schließt^ Wenn ich uls Oberbefehlshaber des deutschen Feldheerei am Ende meiner militärischen Laufbahn die Stimme erhebe für meine Kameraden und Untergebenen, meine treuestem Stützen in Kampf und Not, so möge man darin auch ein heiliges Vermächtnis aus der Vergangenheit entnehmen für eine neue Zeit, für eine glücklich-e Zukunft unseres Vastes, für die Einheit der deutschen Stämme mit der alten Mahnung: „Was Du ererbt von Deinen Vätern hast, erwirk
es, um es zu besitzen."
Der Erlaß des großen Feldmarschalls eknst ihn und die für die er eintdtt Ob seine Mahnung Erfolg haben, ol die Hetze gegen das Offizierkorps eingestellt werden wird, muß man abwarten.
Die Gründe für Sdinüli!} AMr'lt.
Ter Kriegsminister hat einem Vertreter des 8-Uhv Abendblattes folgende Angaben über feinen Nücklritt gemacht
Ich habe mein Rücktrittsgesuch nicht wie heute sälsstlick milgeteilt, am gestrigen Montag, sondern bereits Sonntag eingereicht. Maßgebend waren für mich die unaufl)orlicter Verleumdungen und Herabsetzungen des Offizierkorps. dir lch nicht zu verhindern vermochte. In zahlreickxm Blättern der Sozialdemokratie, und zwar nickst nur in den radikalsten. wird fast täglich eine Kampagne gegen die Offiziere geführt, die ohne Beispiel dastehl. Tie Hetze fing am 9. Nv vember an. Damals wurde berichtet. Offiziere hätten sick im Mai stall, im Schloß, im Caf^ Viktoria und bei Aschin- ger versckUnzt und aus das Volt geschossen. Kein Wort davor, ist wahr. Trotzdem haben die gegen die Offiziere erhobenen Beschuldigungen bis zum heutigen Tage angedauert. Die Offiziere ihrerseits haben sich nm. von Anfang an aus den Boden der neuen Regierung gestellt, und ihnen ist ec zu verdanken, daß die Demobilisierung bisher so glücklich verlausen ist.
Zu diesem Vorgehen gegen die Offiziere, das ich mefr mehr zu verantworten können glaubte, treten noch ander« sachliche Gründe: Die von mir erteilten — und natürlich
von Herrn Göhre gegengezeichneten — Befehle dringen nicht bis nach unten, da unverantwortlich^ Stellen und Personen ihre Ausführung zu verhindern wissen. Die Offiziere, denen es obliegen würde, für die Durchführung zu sorgen, sind infolge der geschilderten Umstände machtlos.
Ferner wurde in der vorigen Wockv ein mir direkt unterstellter Offizier, ohne daß mir vorher irgendwelche Mitteilung gemacht wurde oder daß ich vom Vorgang benachrichtigt gewesen wäre, verhaftet. Trotz meines Ein- greifens und meines mehrmaligen Einspruchs blieb er. dessen Schuldlosigkeit erweislich ist. fünf volle Tage in Haft.
Ein weiterer Vorfall ist folgender: ich ernannte einen
Kommandeur für Potsdam und zn»ar die für diese Stellung geeignete und in Betracht kommende Person. Der genannte Offizier konnte sein Amt nich^t antreten da ein Soldat des Potsdamer Arbeiter- und Soldatenrates Einspruch erhob und erklärte, er sei Kommandeur von Potsdam.
Die hier erwähnten Gründe haben mich veranlaßt, mein Rücktrittsgesuch einzureichen, da ich mich außerstande ^ehe. unter den obwaltenden Verhältnissen mein Amt wei- terzussihren. Eine offizielle Erklärung der Regierung, daß mein Abschiedsgesuch angenommen ist. liegt mir noch nicht vor. doch dürfte sie in Kürze eintreffcn. Ich habe mich be« reit erklärt, mein Amt weiterzuführen, bis mein Nachfolger ernannt ist. damit in der Geschäftsführung dess Kriegsministeriums keine Stockung eintritt. Mit Herrn Göhre bin ich stets gut auvgekommen. Auch haben zwischen dem Rat der Dolksbeauftragten und mir niemals persönliche Dislerenzen bestanden.
Forderungen des Offiüerdnndes.
Berlin, 20. Dez. Ter deutsche Offizier-Bund hat am die Reichsregierung folgende Eingabe gerichtet: N»»
men von etwa 100 000 nAgehörigen des Offizier* »nd Mi- litärbeanttenstandes hält es der Deutsche Ofiizier-Dund für seine Pflicht, der ReühSleitung folgende Nächstliegende um


