Ausgabe 
15.10.1918
 
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Zn den Kämpfen des gleichen Tages trafen der Gefreit» Soegers und der Gefreite Friedrichs bei eiligem Alarm nicht rechtzeitig genug bei ihren Wagen ein. Das Tankgefchwader war bereits losgcfahren. Sie meldeten sich bei der nächsten Infanteriekompagnie und baten, den Kampf mitmachen zu dür- fen. Sie übernahmen ein Maschinengewehr und beteiligten stch in hervorragend tapferer Weise an dem Kampfe, bis sie wieder zu ihrem Wagen gelangen konnten.

pif AnsWkn drs MaffklilMank- mii> Frikdkliglingkdojtt.

Daß diejenigen viel zu rosig sehen, die in der deutschen Antwort an Wilson schon den Waffenstillstand in sicherer Tasche zu haben glauben, das zeigt die Haltung des feindlichen Aus­landes. In neutralen Ländern wird zwar die Aufrichtigkeit des deutschen Angebots hervorgehoben und die Mörgenröte des Friedens betont, bei unseren Feinden findet sich jedoch nichts dergleichen.

Besonders gehässig gebärdet sich ein Teil der Preffe. So schreibt der bekannte ..Matin": Die Note sei der Beweis des

Zusammenbruchs Deutschlands. Die Note beweise, daß Deutsch­land arglistig und unehrlich bleibe. Das Blatt bezeichnet die Note als doppelsinnig und verlangt, daß Foch allein entscheide, ob ein Waffenstillstand angebracht sei. Der Gedanke eines ge. machten Ausschusses verrate den Wunsch, scheinbar auf gleichem .Fuße zu verhandeln, doch könne e? bei einem Waffenstillstände, wie Deutschland ihn nachsuche, nur zwei Personen geben: einen siegreichen Führer, der befehle, und einen geschlagenen Führer, der gehorche. Zum Schluffe g-bt Ho-g.s folgende Aeußerung des ..New York Herald" wieder: Mau nuß im höchsten Maße auf

der Hut fein. Die Haltung Deutschlands entspringt der Fein­heit und Furcht. Verächtlich in der Niederlage wie es hoffens- wert im Erfolge war. ist es bereit, in alle Tiefen der Niedrig- ke.t hinabzusteigen, um den Leiden zu entgehen, die es dem be­siegten Feinde aulerlegt hätte.

Nun ist ja wohl bekannt, daß der ..Motin" ein Hetzblatt Niedersten Ranges ist. Aber selbst gemäßigte Blätter, wie der Manchester Guardian" urteilen abweisend, wir lesen da:

Deutschland hat stch ergeben. Das ist die nicht mißzuver- stehende Bedeutung der deutschen Antwort. Der Friede dürfte nicht unmittelbar bevorstehen, aber die allgemeine Basts dafür ist umriffen und ist angenommen. Wilson wird sich wahrschein­lich mtt der Antwort auf seine Frage über die konstitutionelle Reoierungslorm Deutschlands nicht betzniigen. Für einen Waf­fenstillstand sollten die Alliierten eine militärische Entschädigung fordern als Gegenleistung da'ür. daß der Feind stch aus seiner gefährlichen Stellung sicher zuruckziehen dürfe. Die beste Ga­rantie wäre eine Räumung Elsaß-Lothringens durch Deutsch­land. das dann vielleicht vorläufig durch eine neutrale Macht besetzt werden sollte. Ferner durtten Schiffe jeder Art, insbe­sondere alle Transportschiffe, nicht mehr angegriffen werden. Der Tauckbootkrieg muffe für immer aushören. Dafür würde die Auslieferung der deutschen Tauchboote eine sofortige Ga­rantie bieten.

Nun läßt sich aus der Haltung der feindlichen Preffe nicht so ohne weiteres auf die Stellungnahme der Regierungen schließen. Was man da hört, klingt nicht so ganz abweisend.

Reuter erfährt: Das britische Auswärtige Ami erhielt die deutsche Note Sonntag früh durch den britischen Gesandten im Haag. Dalfour und Bonar Law verließen London, um stch mtt Llopd George zu besprechen. Weiter erfährt Reuter, daß es bei dem gegenwärtigen Stande der Dinge unwahrscheinlich sei. daß ein verantwortlicher Minister irgendeine ins Einzelne gebende Erklärung über die Lage abgeben werde. Der nächste Schritt für Wilfon wird fein, sich mit den Berbündelen zu einer allgemeinen Beratung über die deutsche Antwort zu verständigen. Angesichts ihrer erscheine die deutsche Note nicht nur als eine Annahme der Punkte in WiffonZ Erklärung vom Januar, son­dern auch seiner späteren Erklärungen. Daher könne gesagt werden, es scheine, daß die Deutschen es mit der Annahme ernst meinten. Der Wortlaut der Note gäbe keine endgültige Klar­heit darüber, ob Wilsons Bedingungen vorbehaltlos angenom­men oder lediglich als Grundlage für eine Erörterung betrach­tet würden. Klar sei, daß eine bloße, unbestimmte Erklärung dieser Art nicht genüge. Selbstverständlich könne keine Rede davon sein, die militärischen Unternehmungen einzuftellen. Kein Waffenstillstand sei möglich, außer unter schärfsten Sichtungen daaegen. daß der Fe'nd die Zwischenzeit nicht nur benutzen wolle, um später wieder anzufangen. Bei der Beratung der englischen Dominien machte Balfour amtlich von der Aköglich- keit von Verhandlungen über einen ehrenvollen Abschluß des Krieges Mitteilung.

Ja Frankreich spielt natürlich die elsaß-lothringische Frage dre erste Rolle. DieHumantto" meldet, daß Clemenceau dem Vorsitzenden der Kammer die Erklärung abgab, die Regierung werde vor Eintritt in Friedensverhandlungen den Beschluß der Kammer einholen. Auch bei grundsätzlicher Anerkennung der Wllsonschen 14 Friedenspunkte bkitbe die französische Kammer dre zuständige Stelle tat der elsaß-lothringischen Frage.

DasSecolo" meldet aus Paris: Ein Bericht über das

Ergebnis des letzten Verbündetenrates in Paris wird nicht aus­gegeben werden. Dem Vernehmen n-ach sind außer der Anerken­nung der 11 Punkte Wilsons keine Beschlüffe gefaßt worden C tv Beschlußfassung wird einer späteren Besprechung Vorbehalten, die im Laufe der nächsten 4 Wochen stattfinden soll. Bis dahin hoi't man auf ine Entwicklung der gegenwärtigen Friedens- Wefvrechungen zwischen Wilson und den Mittelmächten.

Am meisten geneigt, scheint man in Italien zu sein. Das ^Secolo' sagt: Sonnino empfing auf dem Bahnhofe in Turin Vertreter der dortigen Preffe. die ihn über die Ergebniffe des Pariser Rates befragten. Connino bezeichnte die Ergebnisse als erfreulich, um die Einheit der Verbündeten und ihre Be­dingungen für die nicht mehr fernen Friedensverhandlungen sicherzustellen. Der Friede sei jetzt auf dem Wege, ein Friede des Rechtes und der Freiheit aller Völker.

Die Wiener Auffassung.

Wien, 18. Ott. (WB.) Die deutsche Antwort an Wilson, die eine restlose Bejahung der an Deutschland gestellten Fragen darstellt, wird van der Preffe als ein großer Schritt auf dem Wege zum Frieden bewertet. Indem insbesondere die deutsche Negierung den Näumungsvorschlag Wilsons annimmt, ein Ent- schlutz, der den Mittelmächten nicht leicht fallen konnte, zeigen die Mittelmächte der ganzen Welt, daß sie ehrlich und aufrichtig den Frieden wollen.

DasFremdenblatt" hebt hervor, daß Deutschland «klar und eindeutig Wilsons Vorschläge annimmt. Während die erste und dritte Vorfrage Wilsons angesichts der früheren Wil­lensäußerungen und offensichtlichen Tatsachen von vornherein als glatt erledigt galten, stellte die Beantwortung des Räu- inungsvorschlages die Mittelmächte vor neue, und. wie nicht ge­leugnet werden kann, vor schwere Entschlüsse. Es -sind gewiß große Opfer, welche damit von den Mittelmächten verlangt werden, aber im Intereffe des weltbefteienden Friedens haben sich die Zentralmächte zur Annahme der Forderung entschloffen.

DieNeue Freie Preffe" schreibt: Deutschland hat sich für die Räumung entschieden: das ist beinahe die Gewißheit des Fliedens. Der Stachel wird aus dem Leibe Frankreichs heraus­gezogen. Schon ist zu bemerken, wie im Gefühle des Erfolges die Wut abzuschwingen beginnt und das Geschrei nach Ver­längerung des Krieges erlischt. Das deutsche Volk will Ver­ständigung und einen ehrlichen Frieden. Darum bringt es Opfer, wie sie nur einem Volke zugemutet werden können, das von sich auf die anderen schließt und dem Sinn der Gerechtig­keit vertraut. Wird es darin recht behalten, wird es keine Ent­täuschung erfahren?

Die österreichischeVolkszeitung" sagt: Mit der deutschen Antwortnote an Wilson schließt vielleicht das gräßlichste Ka­pitel der europäischen Geschichte.

Die PflrlfliüfjitnrÜiminf} kr Rckchslank.

Ctrasiburg. 14. CU. Neben den Herren Dr. Schwan- lmr und Haust, deren Ernennung zum Statthalter bezw. Staatssekretär io gut wie gesichert erscheint, bringt die Stcastburaer Vast" eine auS Landtagskreisen stammende unverbindliche Liste weiterer Ministerkandidaten:

Redakteur Peirotes (Soz.): Abgeordneter Bürger,

Rechtsantwalt (lib.): Abgeordneter Müller, Univerfiläts- Professor (Zentrum): Bürgermeister Foret von Metz, Mit­glied der Ersten Kammer (Zentrum).

Per Puckir tt Hnsiareks.

Wien. 11 . Ott. Die Mittagsblätter melden: Der Kaiser hat das Nücttrrttsgesuch des Erstministers Frhrn. v. Huffarek angenommen und den Grafen Sylva-Tarouca mit der Bildung des Minffteriumz betraut. Eine Bestätigung der Meldung liegt noch nicht vor.

Andere Kreise melden: Georg Günther, der Generaldirek- ttr der Oesterr^chischen Berg- und Hüttenwerks-Gesellschaft, ist zum österreichischen Erstminister ernannt worden. Man will eine Uebcrgangszeit schaffen, in der die Verständigung zwischen den einzelnen Völkerschaften vorzubereiten wäre. Jedenfalls ist der Vl^rn eines Bölkerministeriums fallen gelassen worden.

Eine Thronrede des Sultans.

^ Konjtantinopel. 13. Off. Die Kammer wurde heute mit der Thronrede des Sultans eröffnet. Die Thronrede erinnert an dre schwierige Lage, in die die Türkei durch den Zusammenbruch Bulgariens geraten sei. Sie habe durch ihr Friedensangebot gemeinsam mit den Verbündeten einen für die durch die Wir­kungen des lang anhaltenden Krieges heimgesuchte türkische Nation und heldenhafte Armee ehrenvollen Frieden herbeizu- sühren versucht. Vereint mit den Mittelmächten habe die Türkei die notwendigen Maßnahmen zur Sicherung des Landes ge­troffen. Der Sultan hoffe auf einen günstigen Ausgang, und daß die Armee den während des Krieges erworbenen Ruhm bis zum Ende bewahre. Er flehe zu Gott, daß er die türkische Nation vor dem Zusammenbruch behüte und Spaltungen und Streitigkeiten nicht zulaffe.

Die Kamme: wählte Halil mit 70 Stimmen zum Präsiden­ten gegen 50 Stimmen, die für Fethi waren. Riza Pascha wurde zum Senatspräsidenten ernannt.

Dir VkrWiiihnrghi in l»rr Schweis.

.^rn, 14. Okt. Bei der gestrigen eidgenössischen Volks^ abftlmmung über die Initiative für den Nationalrats- Vroporz i-at das st-hweizerische Volk das Verhältniswahl- Verfahren für sein Parlament mit der gewaltigen Mehrheit von rund 297 000 gegen 147 000 Stimmen angenonunen. .such erklärten sich 22 Stände (Kantone) für und nur drei (nämlich Appenzell A. Nh., Turgau und Waadt) gegen den Nationalratsproporz.

Rußland.

Die Kämpfe in Sibirien,

Wladiwostok, 13. Okt. (WB.) Die von Vlagolcscht- scheust kommenden Truppen Semenows haben in Kuchlewo ihre Verbindung mit den von Owlinbaromsk heranrücke reden japanischen Truppen hergestellt. Der geschlagene Feind flieht längs der Seja nordwärts. 1500 Magyaren, die versucht hatten, nach der Mandschurei zu entkonimcn, sind gefangen genommen worden.

Moskau, 10. Okt. (WB.)Prawda" meldet, daß die Tschechen zwei Glieder der großen Wolgabrücke gesprengt haben

Jswestija" meldet: Im Bezirk Tscherspoweg im Gou­vernement Nowgorod wurde des Organisator der Komitees

eer armen Bauern erswlagen. Daraufhin wurden Geisel», der Biscftof Warssanosst und die Aebtissin des Wierajwuisenx :chen Klosters. Serafina, nebst anderen Personen erschössen.

Kiew, 12. Okt (WB.) Die ukrainische Tel.-Agentur teilt mit, daß die Donkosaken in der Richtung Zarizin von neuem den Don überschritten haben, zusammen mit der Astrachan-Armee airf Zarizin vorrücken »nd sich auf 15 Werst Zarizin genähert haben.

Die Cholera in Siidfrankreich.

Karlsruhe, 14 Ott. Die ZüricherPost" meldet: In Eette, Marseille und anderen füdfranzösischen Häfen herrscht die Eho. lera. Bei aus Porlpou zurückgetehrten spanischen Arbeitern wurden Pestsälle festgestellt.

Take Janescn wiiiert Potwnlnff.

Amsterdam. 10. Oft. Ein Mitglied der Redaktion desDe. legraaf" in London hatte eine Unterredung mit dem rumäni. schen Exminister Take Ionescu, der in London angekommen ist. Ionescu sprach seine Verwunderung darüber aus, daß der Ver. frag von Bukarest in der holländischen Preffe fast nicht kritisiert worden sei, obwohl der Vertrag die holländischen Intereffen ernstlich geschädigt habe. (!) Einmal habe der Vertrag den rumänischen Getreidehandel in Rotterdam vollständig stillge- legt, so oaß, wenn der Vertrag, aufrecksterhalten bleiben sollt-, der ganze rumänische Getreidebandel auch nach dem Kriege über Deuischluud g'eleiret werden müßte; zweitens seien die nieder­ländischen Interessen durch die deutschen Maßregeln gegen die PetroleumgeseMckaften benachteiligt worden.

Ionescu erklärte weiter, daß, ehe die Truppen der Mittel- machte in Rumänien einrückten, die Rumänen und Engländer olle Oeleinrichtungen zum großen Teil vernichtet hätten. Nichts­destoweniger sei cs den Deutschen hauptsächlich dadurch, daß sie neue Brunnen bohrten, gelungen, die Oelproduktion bis zu un­gefähr 40 Prozent des früher.n Ertrages zu steigern. Er for­derte daß die Mittelmächte allen Schaden, den die Gesellschaften erlitten hätten, vergüten sollten, und er würde das fordern, sagte er. wenn er noch einmal Mitglied eines Ministeriums werden sollte. Sowohl Ionescu als Bratianu könnten diesen Standpunkt verstehen, weil jeder von ihnen dem Frieden von Bukarest entgegengetreten sei. Ionescu sagte weiter, daß d'e erste Tat erner neuen rumänischen Negierung die sein muffe, alle Beschlüffe zu widerrufen, die seit dem Fall des Kabinetts. Bratianu getroffen worden seien. Ionescu war überzeugt, daß Rumänien wieder gegen die Mittelmächte kämpfen werde, wenn es zur See oder über Land wieder in Verbindung mtt den Alli- ierteu treten könne. Er erwartet jeden Augnblick die Heber- gäbe der Türkei und glaubt, daß die Verbindung zur See zuerst wieder hergestellt werde. Obschon Rumäniens wirtschaftliche Stellung augenblicklich außerordentlich schlecht sei, hält Ionescu es doch mit Hilfe der Alliierten für möglich, eine neue rumä. Nische Armee von wenigstens einer halben Million Mann zu bilden. Die neue rumänische Armee würde von den Alliierten jedoch ihr« Ausrüstung empfangen muffen. Deshalb müßte zu- erst auf eine geregelte Verbindung hingezielt werden. Ionescu schätzt, daß der Krieg Rumänien 800 000 Menschenleben gekostet habe, wooon 300 000 Mann infolge der Typhus-Epidemie und nur 60 000 auf den Schlachtfeldern gefallen seien. Ionescu teilt weiter mit, daß nur 56 Prozent der rumänischen Gefangenen noch am Leoen sei. Die Vulgaren hätten die Gefangenen am chleck.tesien behandelt. Ionescu meint schließlich, daß eine Übereinkunft mtt dem neuen bulgarischen König nicht unmöa- lichsei.

Kelrenntnis.

Im ..Populaire« vom 20. September schreibt Marianne ^anze:Im Namen des Selbstbestimmungsrechts der Völker mischen sich einige unserer leitenden Sozialisten in die inneren Angelegenheiten der sozialistischen Partei Rußlands und stützen ene Fraktion, die eine bürgerliche Diktatur der proletarischen vorzieht. Im Namen des Selbstbestimmungsrechts der Völker hat die französische Regierung stch geweigert, die russische Arber- terregierung anzuerkennen und ihre Militärmissionen zur Reor, ganisierung der ruffischen Armee zur Verfügung zu stellen. Im Namen des Selbstbestimmungsrechts der Völker landen die alli­ierten Truppen auf dem Gebiete der Revolution. Und dieselben Alliierten wollen die Gesellschaft der Nationen aufrichten. die alle ihre militärischen, finanziellen, wirtschaftlichen, diploma­tischen usw. Kräfte in den Dienst dieses Rechtes stellen würden, das.sie zu verteidigen erklären. Und auf den guten Glauben der Praktiker einer solchen politischen Moral zählen unsere So­zialisten. um auf der Welt dieSicherheit der Demokratie" zu begründen."

Ifti'ft RchlsanMlt kr PeichsIlMpriWenl.

In einem Berliner Blatte fand sich folgende Notiz:Die Berufung des Gastwirts Waltersviel, bisheriger Inhaber der Weinrestaurants Hiller, gegen feine im Juli ausgesprochene Ver­urteilung zu 28 000 Mark Geldstrafe wegen zweimaliger Ilcber- schreitung der Höchstpreise beim Einkauf von Lebensmitteln, ge­langt am 23. Oktober zur Verhandlung. Als Rechtsbeistand des Herrn Walterspiel wird der Reichstagspräsident Fehrenbach wirken, der bekanntlich in seinem bürgerlichen Beruf Rechts­anwalt in Freiburg i. Br. ist und in dieser Eigenschaft seit vie­len Jahren die Rechtsangelegenheiten der Familie W. führt." Der offenkundige Mißbrauch, der hier mit dem Titel des Reichstagspräsidenten getrieben wird, Ist höchst beschämend. Wag hat der bürgerliche Berns des Herrn Fehrenbach mit seiner amt­lichen Eigenschaft als Reichstagspräsident auch nur im entfern­testen zu tun. Den Uebereifrigen, die auf diese dreiste Art einen der höchsten Amtstitel zum Aushängeschild ihrer private» Interessen machen, müßte einmal gehörig auf die unsaubere» Finger geklopft werden. Am bedauerlichste« bei der ganze» Sache ist. daß ein großes Blatt nickt Io viel Taktgefühl besitzt^