Ausgabe 
15.10.1918
 
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Umnmer 242 Eiiijchms ^ Lmkr Dienstag, den 15. Oktober Ivltz __ 11. IahrgEgi

Die .,i'cuc (T«?tecjciittnö u erscheint ieöcn Werttag. Regelmäßige BeilagenDer Sauer aus Hessen",Zie Zpinnssnbs". As?ugspreia: Bei den Postanstalten vtenellährlich Mt. 2.7 q hinzu tritt noch das Bestellgeld: bei den Äoenten monatlich 1.00 Mt. einschließlich Trägerlobn. Anzeigen: Grund.eile 2d Psg., totale 20 151g., Anzeigen von auswans werden durch Bostnachnahm^ erhoben. Erfüllungsort Friedberg. HchriMeituna nnd Verlag Friedberg (Hellen), ^anauerüraße 12. Fern'vrecher 48. Bostjcheck«Donto Nr. 4359. Amt Frankfurt a. M.

Iie MßiiiiWshmk iur druhchkii Hofe.

In den neuen Stellungen, Neue Angriffe in Flandern, gescheitcrle Angriffe an der Gise und Aisne

und mesiUch der Waas. Dir Thronrede des Snltans.

Der deutsche Generalffab

meldet: =s= = 5

7 &> dl. O. Mratzes garrptquartiev. der» 14. Gülodev Am-ttch.

Westlicher Kriegsschauplatz« Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht.

Vorstöße des Gegners gegen d'e Kanalfront beiderseits von Douai wurden abgewiesen. Der Feind, der vorübergehend in Nubigny an Bac eindrang, wurde im Gegenstoß wieder hinaus­geworfen. Nordöstlich von Tambrai sind stärkere englische An­griffe zwischen Bouchain und Hakpres gescheitert. Südlich von SolesmeZ säuberten wir ein aus den letzten Kämpfen noch ver­bliebenes Engländernest.

Heeresgruppe Deutscher Kronprinz.

Nördlich der Oise wurden erneute Angriffe der Franzosen Lei und südlich von Aisonville abgewicsen. Nördlich von Laon und an der Aisne stehen wir in unseren neuen Stellungen. Die erfolgreichen Kämpfe der letzten Tage am Chcmin des DamcZ und in den Stellungen an der Suippes. vor denen der Feind in fast täglich wiederholtem vergeblichen Ansturm schwere Ver­lüde erlitt, haben hier ebenso wie auf dem Schlachtfelde in der Champagne die glatte Durchführung der Bewegungen er­möglicht.

Heeresgruppe Gollwitz.

Beiderseits der Maas keine größeren Kampfhandlungen ?n erfolgreichen Angriffsunternehmungen nahmen wir kleinere, nach Abschluß der Kämpfe des 12. 10. noch vom Feinde besetzt gehaltene Slc-llungZtelke wieder.

Der erste Eeueralquartlermcister: Ludendorsf.

Abendbericht.

Derlln, 14. Oft., abends. (WTB. Amtlich.)

In Flandern griff der Feind auf breiter Front zwischen Drxmuide und der Lys an. Wir fingen den Stoß auf. An der Oise und Aire und westlich der Maas scheiterten An­griffe der Franzosen und Amerikaner.

! Der österreichische Generalstal, Z! «= .. meldet: = 4

SSicn, 14. Oft. Amtlich wird verlautbart:

Italienischer Kriegsschauplatz: Stellenweise Artillerie- und Patrouillenkämpfe.

Südöstlich^ Kriegsschauplatz: Unsere zurückgehcnden albanischen Truppen hatten Nachhut-Bandenkämpfe zu be­stehen. <>m Räume nördlich Nisch dauern die Nüchzugskämpfe fort, an denen sich die Zivilbevölkerung beteiligt. Ve- sonders starker feindlicher Druck macht sich im Morawa Tal tu h war.

a Westlicher Kriegsschauplatz: Bei den k. u. k. Trup'pen kerne größeren Kampfhandlungen.

Der Chef des EkneralstabeS.

fj Das türkische Hauptquartier st * == - meldet: L

Ksnstantrnopel. 13 Ott. (WB.) GeneralstaSsberlcht. ^ Palästlmckrout: AufklärungstätigleiL feindlicher Kavalle-

ri.' in Richtung Hom§. Sonst nichts» Neues.

Lie Schlacht im We.ieu.

Die gescheiterten Durchbruchsversuche.

Bcrl-.n, 12. Ott. (WB.) Die in den letzten Wochen mit aller Planmäßigkeit und Ruhe durchgeführtcn Rückverlegungen vnd dadurch bewirkte Verkürzung der Front haben die deutsche Oberste Heeresleitung in den Stand gesetzt, alle Durchbruchs- verluche abzuwetfen. In der Champagne führte der von den Deutschen rechtzeitig erkannte Angriff zu einer schweren Nieder­lage der Franzosen. Zwischen Argonnen und Maas sind die immer wiederholten DurchtruchZversuche der Amerikaner ge­scheitert und zwischen Eauchrai und Et. Quentin konnten die

Engländer des deutsche Linienspstem zwar zurückdrücken, aber nicht durchbacken.

Auf den Erfolg ihrer Operationen zwischen Eambrai und St. Quentin hatte die feindliche Heeresleitung besondere Hoff­nungen gesetzt Am 8. Ottcbcr stand hier hinter den Hängen von Premont das gesamte engl.sche Kavalleriekorps mit zahl­reichen Batterien bereit, um nach gelungenem Durchbruch zur Verfolgung rorzustoßen und die Verbindungen zwischen Le Ea- teau und Valen-'ennes abzuschneiden. Die englischen Reiter- scharen wurden jedoch von den deutschen Fliegern rechtzeitig er- * kannt und durch Arttllcriefeuer zersprengt.

Ani 11. Oktober versuchten die Engländer einen neuen Durchbruch nordöstlich von Ea.nbra' in Richtung auf Valencien- nes. Sie griffen diesmal mit mehreren frisch eingesetzten eng­lischen und kanadischen Divisionen auf verhältnismäßig schma­lem Raume, jedoch in äußererdcntlicher Tiefe aw Ihre dichten Angriffswellen wurden teilweise von berittenen Offizieren ge­führt. Zahlreiche Tanks rasselten ihnen voran. Im ersten An­sturm gelang es ihnen, das in der deutschen Linie liegende Dorf Imuy zu nehmen. Auf den Höhen östlich und südöstlich des Dor­fes brachten jedoch deutsche von Panzerwagen begleitete Gegen­stöße den englischen Angriff bald zum Stehen.

Durch die weiteren Rückrerleaungen am Chemin des Da- des, an der Aisne und in der Champagne wird eine weite« Kürzung und Stärkung der deui'ichen Front bewirkt.

Die Räumung des Chemin Damcs.

Berlin, 14. Ott. Die schwierige Räumung des Chemin des Domes konnte ohne Störung vom Gegner planmäßig dupchgeführt werden. Während vorn die Infanterie die Franzosen besänftigte, konnte nicht nur die gesamte Ar- tiallerie mit allen Munitionsvorräten zurückgeschafft, son­dern gleichzeitig auch durch Pionierkommandos alle Unter­stände, Höhlen und Stützpunkte gesprengt werden. Als alles zurückgefchafft war. begann auch die Infanterie sich unbe­merkt vom Feinde zu lösen. Starke Kampfpatrouillen deck­ten ih'-en Abmarsch. Erst viele Stunden nach der glücklich vollendeten deutschen Rückbewegung merkten die Franzoscn daß sie nur noch schwache Kräfte vor sich hatten, und begannen nachzu drängen.

Hinter einer Meute von Hunden, die verborgene deutsche Maschinengewehre und Stützpunkte der Kampfpatrouillen Verbellen sollten, ging die französische Infanterie vor. Allein die deutschen Kanipfpatronillen ließen sich durch diese neue Kampfmethode nickt schrecken und hielten die französische Infanterie so energisch ab. daß erst nach tagelangen Kämpfen und unter schweren Vcnusten die Franzosen das Gelände zu besetzen vermochten, das die deutsche Oberste Heeresleitung Planmäßig antaegeben hatte.

Bei der Abwehr der englischen Kavallerieangriffe im Raume östlich von Camb'-ai und St. Quentin zeichneten sich besonders deutsche Radfahrerformationen aus, die in den Nachhut kämpfen Hervorragendes leisteten. Die englischen Reitermassen, die teils in Schwarmattacke, teils in ge­schlossener Linie ornitten, erreichten an keiner Stelle ihr Ziel. Blutig brachen sämUick>e Attacken zusammen. Die Ver- lnste des englischen Kavallenekorps, das den entscheidenden Durchbruch auf Valenciennes erzwingen sollte, sind außer­ordentlich hoch.

Die Rückverlegung der Front.

Berlin, 14. Ott. Die deutsche Frontoerlegung zwischen Oise und Aisne wurde planmäßig durchgeführt. Die deutschen Nach­buten. unterstützt von einzelnen am Feind gelassenen Batterien, hielten die nur vorsichtig und langsam nachdrängenden Fran­zosen in respektvoller Entkernung. Die Franzosen beschränkten sich in der Hauptsache darauf, die Ortschaften im deutschen Hin- tcrgelande mit Bombengeschwader anzugreifen.

In der Zwischenzeit wurde von den Deutschen in aller Ruhe die ungeheure Arbeit der Rückverlegung der Linien durchge- sührt. Es handelt sich dabei nicht nur um Abbeförderung der gesamten Kriegsgeräte und die Räumung großer Munitionsbe- stände, sondern um den Abbau zahlreicher Hecresbetriebe zur In­standsetzung von Geschützen, Maschinengewehren usw. mit allen Maschinen und Vorräte an Ersatzteilen.

Die Zerstörung Laon».

Berlin, 12. Ott. (WV.) Laon liegt, als sei es ausge- storben. Kein Lebewesen ist auf den Straßen sichtbar. Wie ein Alpdruck lastet der nahe Untergang über der Stadt. Die Beschießung Laons nimmt ihren Fortgang. Kein Tag vergeht,

dem nicht mindestens 600 Gelchoffe das .Weichbild der Ctadt Wasens übernahm.

zerreißen. In allen Teilen der Ober- und Unterstadt und überall in den Vorstädten krachen die Einschläge der schweren Kaliber. Hier und da entzünden sich Sparren und Balken an den Explo« sionen. Brände lohen auf, die jedoch von deutscher hilfsbereiter Mannsckaft bald wieder erstickt werden. Rur in der Vors.

La Reuvlll? kam es bisher zu einem größeren Brand, desse.. weitere Ausdehnung durch das entschlosiene Rettungsmerk de: Deutschen verhindert wurde. Alle öffentlichen Gebäude, de Bahnhof. Theater, Präfektur, Iustizpalast, Schulen und Käse nen. hat sich die französische Heeresverwaltung als befand. Ziele erwählt. Ganze Straßenziiae der Neustadt, das Eta:

[ viertel um die Mattinsttrche, der Platz an der Mairie, die R c de Reims und die Rue de Chambry und das Viertel um ' i Eitadclle sind zerstört von der sinnlosen Beschießung. Noch ' d Menschenleben nur in verhältnismäßig geringer Zahl zu klagen dank der Fürsorge und den umfassenden Schutzmaßnahs men der deutschen Stadtverwaltung. Der zweite Bürgermeister, Herr Micheux. im Verein mit einem Notar, Herrn Voix, d>e die Interesien der Stadt vertreten, haben zusammen mit anderen Bürgern der Stadt einen Protestbeschluß gefaßt. Sie wollen von der französischen Regierung eine Erklärung erzwingen und eine Rechtfertigung des rücksichtslosen Vorgehens das ihnen un- faßbar erscheint, da die verantwortlichen Männer Frankreichs genau unterrichtet sind, daß der noch größere Teil der Bevölke» rung sich in der Stadt befindet.

Die Flucht aus Dalenciennes.

Berlin. 12. Okt. (WB. Amtlich.) Nachdem die Furcht vor der Beschießung sich nunmehr auch der Bevölkerung von Valen- ciennes mitgeteilt hat und dort 30.000 Einwohner nicht mehr von der Flucht nach dem Osten abzuhalten sind, hat die deutsche Regierung sich erneut an die Schweizer Negierung gewandt. Die Schweizer Regierung ist gebeten worden, die französische Negierung von dieser Eniwicklung unverzüglich zu verständigem und ibr vorzuschlagen, im Interesie der Bewohner der nord- französischen Städte die Zusicherung zu geben, von einer Be­schießung der größeren Städte abznsehen und ihre Verbündete» ebenfalls dazu zu veranlassen, auch sei die deutsche Regierung dazu bereit, wenigstens einen Teil der Bevölkerung zum Ueber- tritt in die feindlichen Linien zu überreden, wofür allerdings besondere Abmachungen von Front zu Front erforderlich sein würden.

Falls die französische Negierung aus unsere Vorschläge nicht eingeht, kann die deutsche Regierung die Verantwortung für die Leiden der Bevölkerung, die eine Folge der vernichtenden feindlichen Beschießung aller größeren und kleineren Or " ' i hinter unserer Front sind, nicht übernehmen.

Die deutschen Panzerwagen.

Berlin, 13. Okt. (WB.) In den deutschen Heeresbericht wurde in der letzten Zeit mehrfach die Tätigkeit deutscher Pan­zerwagen erwähnt, denen vor allem bei der Durchführung er. folgreicher Gegenstöße großes Verdienst zukällt. In der Tank­herstellung steht die deutsche Industrie allein gegen die vereinig­ten Industrien Frankreichs, Englands und der Vereinigten Staaten. Was den Deutschen in der Tankwaffe jedoch an der Zahl fehlt, machen ihre Besatzungen durch ihre Kühnheit und Entschlußkraft wett. Bei den schweren Kämpfen südlich von Eambrai um 8. Oktober fuhren die deutschen Panzerwagen dem mit Tank- und Infanteriekolonnen aus Numilly vor­brechenden Angriff entgegen. Sie schloffen eine im Verlaufe des Kampfes in der deutschen Infanterielinie entstandene breits Lücke und kämpften hier ohne jede Infanteriebegleitung gegen eine große Uebermacht.

Bei den Kämpfen von Maison-Neuf stießen hinter einer künstlichen Nebelwand vorfühlende deutsche Panzer überraschend auf eine große Menge Engländer, die in ungeordneten Haufe» zusammenstanden. Mit Maschinengewehr- und Kartätschene seuer wurden die Engländer zurückgeworfen. Die englischen Truppen am Ostrand von Riergnies wurden mit in die Flucht geriffcn und räumten den Ort. An der Straße EambraiEre< vecour hielten fünf englische Tanks, die vorfuhren, um dich eigene Infanterie zu unterstützen. Als sie jedoch der deutsche» Panzerwagen ansichtig wurden, hielten die englischen Tankz an und wurden von ihren Besatzungen in Brand gesteckt.

Von dem Geist, der die deutschen Panzerwagen-Besatzunges beseelt, seien folgende Beispiele angeführt: Dem Tankkommam danten Leutnant Paul wurde sein Wagen in den Kämpfen deO Vormittags ain 8. zerschossen. Er konnte sich lediglich mit de« Geschützführer retten. Trotzdem fuhr er noch am Nachmittag des gleichen Tages von neuem in die Schlacht, indem er aa Stelle eines verwundeten K««erade» £>i : Führung eines ander.