Nummer 62
Donnerstag, den 14. Mär; 1918
11. Jahrgang.
®" - IT tO ’ I f itU " 0 ‘‘ t ' dle ’ nt **8«iW«6. ß e «cilacen „Ser Suurr au» Hessen... „Di, SpiEube". K.n.s»pe.r.- «e. den P-it-nit-.kn meneliöhrn* ’ÜTTI)
fj 3 1Tltt n °* ^bitellgeld. t-e, De* , renter monatlich 85 Pig. einschlreßlrch Trägerlos. Arrreigen: Grund-,eile 2b Psg., totale 20151g* Anzeigen von auswarrs vsroen ourch Polnalmanne erhoben. E 'uttunason ,-rrteoberg. ^chrrfUeiluna und verlas cneddsra sHe'fen,. aanauer'trage 12. ^em peeijer 4 S. Po tj heck- Lo iro Pc. iV>l. I nr ^cauTurt a M.
Die Deutschen in KdEHru
Ein DttfLschlffanyriff ans England. — Erfolgreiche Vorstöße im Westen. — Angriff auf den UMkinschcn Flnnplatz von Mestre. — Die Türken in Erzernm. — 19 500 Tonnen versenkt.
Der deutsche Generaistak = —:—. meldet: _
W. T. K. (6rotzrs Lzattpiquartier, derr 13. Mävx. Amtlich.
Westlicher Kriegsschauplatz.
In vielen Abschnitten lebte am Abend der Artilleriekampf ans. Die Erkundungstätigkett blieb rege.
Bei Abwehr eines Belgischen Vorstoßes östlich von Nieu- port nahmen wir einen Offizier und 30 Mann gefangen. Eigene Unternehmungen östlich vcn Zonnebeke und südwestlich von Fro- melles brachten 23 Engländer und Portugiesen ein. In der Champagne stürmten westpreußrsche Kompagnien nach starker Feuervorbereitung die französischen Gräben nordöstlich von Prosnes und kehrten nach Zerstörung der feindlichen Anlagen mit 90 Gefangenen in ihre Linien zurück.
Starke Erkundungstätigkeil in der Luft führte zu heftigen Kämpfen. Wir schossen gestern 19 feindliche Flugzeuge und zwei Fesselballone ab.
Rittmeister Freiherr von Richthofen errang seinen S4., Leutnant Freiherr von Richthofe» seinen 28. und 29. Luftsieg.
»
Osten-
Deutsche und österreichisch - ungarische Truppen stehen vor Odessa.
Mazedonische Front
Bei Makovo im Cerna-Bogen hielt die seit einigen Tagen durch eigenen erfolgreichen Vorstoß heroorgerufene erhöhte Feuertätigkeit der Franzosen auch gestern an.
Von der
Italienischen Front
Nichts Neues.
Der Erste Eeneralauartiermeister: Ludendorff.
Abendbrrrcht.
Berlin, 13 März, abends. (WTB. Amtlich.) . Deutsche Truppen sind in Odessa eingedrungen.
Von den anderen Kriegsschauplätzen nichts Neues.
' ■ * .. 1 ch
l| Der österreichische Generaistak
>- _ meldet: ====,
Wien, 13. März. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart:
Oesterreichisch-ungarische und deutsche Truppen stehen vor
Odessa.
In Venetien griffen zwei österreichisch-ungarische KaMpf- stuffeln zur Vergeltung feindlicher Luftangriffe den italienischen Flugplatz nordöstlich von Mest.e an. Vier feindliche startbereite Jagdstaffeln wurden überfallen, auf 300 bis 500 Meter Höhe mit Bomben beworfen und unter heftiges Maschinengewehrfeuer genommen. Eine italienische Flugzeughalle stürzte ein. Unsere Flieger kehrten vollzählig zurück und bombardierten auf oer Heimfahrt noch Treviso und die feindlichen Gräben an der Piave.
An der Tiroler Front besiegte Oberleutnant Linke den 20. Gegner im Luftkampf.
Der Chef des Eeneralftabes.
Das türkische Hauptquartier ====== meidet: =====
Konstantinopel, 12. März. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlicher Tagesbericht: An der Palästiuafront herrschte^ abgesehen von schwachem Artilleriefeuer, Ruhe. Die am 9. März bei Tagesanbruch beginnenden feindlichen Angriffe, die fast ohne Unter, brechung bis zum 10. März in die Nacht hinein dauerten, wurden durch die heldenmütige Abwehr unserer Truppen abgeschlagen. Der augenscheinlich vom Feinde angestrebte Zweck des Durchbruchs an der Straße Jerusalem-Nablus scheiterte. Vor Erzerum leisteten die Armenier unseren Truppen ernsteren Widerstand. Nachdem noch gestern unser Angriff bis an die Drahthindernisse einer befestigten Stellung vorgetragen worden war, wurden nachts tn glänzendem Angriff die Hindernisse über-
rannt und die feindlichen Banden Zurückgeworfen. Unsere Truppen sind in Erzerum eingerückt und bemühen sich, die von den Armeniern verursachten Brände zu löschen.
19500 Tennen vcrlenkt.
Berlin. 12. März. (WTB. Amtlich.) Neue U-Bootserfolge auf dem nördlichen Kriegsschauplätze: 19 500 Brutioregister- tonnen. Unter den versenkten Schifen befand sich der englische bewaffneter Dampfer ..Rockpool" (4502 Bruttoregistertonnen). der 6000 Tonnen Gerste und 615 Tonnen Stahlbarren geladen I hatte. Der Kapitän des Schiffes wurde gefangen eingebracht. Zwei weitere 5600 Bruttoregistertonnen große Dampfer wurden vor dem Westausgang des Aermelkanals versenkt, davon einer wahrscheinlich amerikanischer Nationalität, aus einem einlaufenden stark gesicherten Geleitzuge heraus.
Der Chef des Admiralftabs der Marine.
Fnitfdff Maiinkliittlchisst übrr ssinjliuid.
Berlin. 13. März. (WTB. Amtlich.) In der Nacht vom 12. zum 13. März hat eines unserer Marinelustschiffgeschwader mit gutem Erfolg befestigte Plätze und militärische Anlagen am Humber und in der Grafschaft York angegriffen. Die Schiffe stießen auf starke artilleristische Gegenwehr, die den Angriff jedoch nicht.aufhalten konnte. Alle Schiffe sind unbeschädigt zurückgekehrt. Die Führung hatte auch diesmal wieder Fregattenkapitän Straffer Aus der Zabl ker Kommandanten verdienen als altbewährte Englandfahrer erwähnt zu werden: Korvettenkapitän d. R. Proehls, Kapitänleutnant Freiherr Treufch v. Buttlar-Brandenfels. Kapitänleutnant Ehrlich (Herbert), Hauptmann Manger und Kapitänleutnant v. Freuden re ick.
Der Chef des Admiralstabs der Marine.
*
Die englische Meldung.
Haag, 13. März. Aus London wird gemeldet: Ein oder Zwei Luftschiffe haben am 12. März die Küste von Porkfhire angegriffen. Es wird gemeldet, daß einige Bomben in geringer Entfernung von der Küste abgeworfen wurden Opfer an Menschenleben oder Sachschaden sind bisher noch nicht gemeldet. Bei Abgang dieses Telegramms dauerte der Angriff noch fort.
London. 13. März. (WTB. Nichtamtlich.) Das Reuterfche Bureau meldet amtlich: Die Verluste bei dem Luftangriff belaufen sich jetzt auf insgesamt zwanzig Tote und vierzig Verletzte. Man befürchtet, daß noch eine Leiche unter- den Trümmern begraben liegt.
Flieger" nariE ans Coklenr.
London, 13. März. (WTB.) Englischer Bericht vom 12. März, abends:
Am 12. März wurde eine neue Tagesstreife nach Deutschland hinein unternommen, die dritte in den letzten vier Tagen. Bei dieser Gelegenheit wurden Fabrikanlagen, der Bahnhof und die Schuppen von Koblenz an der Einmündung der Mosel in den Rhein angegriffen. Es wurde über eine Tonne Bomben abgeworfen. An allen Zielen wurden Explosionen beobachtet, durch di5 zwei Brände heroorgeru^en wurden. Ein Treffer auf ein Gebäude im Südwesten der Stadt bewirkte eine sehr starke Explosion. Es wurden einige feindliche Flugzeuge angetroffen, aber alle unsere Maschinen kehrten unbeschädigt zurück
Der Diiftangriff auf Doris.
Der „Nieuwe Rotterdamfche Courant" meldet aus Paris: Bei dem Luftangriff auf Paris wurden nach amtlichen Meldungen vier Gothas heruntergefchosien.
Genf. 12. März. Alle Feuerwehren von Paris und Umgebung, verstärkt durch Infanterie, sind seit 24 Stunden tätig, um die Brände im Zentrum und an den Weichbildgrenzen der Stadt zu beseitigen und die baufällig gewordenen Häuser zu stützen. Auch in den heutigen Mittagsdepesck>en fehlen die Angaben über die Zahl der Toten und Verwundeten. Die Mannschaft des bei Chateau Thierry abgeftürzten deutschen Flugzeuges erlitt nur unbedeutende Verletzungen. Nach ergänzenden Nachrichten aus Vincennes und anderen für militärische Zwecke wichtigen Vororten von Paris haben auch diese stark gelitten. In den der Großen Oper benachbarten Straßen von Paris sind mehrere Häuser zerstört. Die Absperrung mehrerer Straßen, die an die
großen Boulevards grenzen, erwies sich wegen der Anhäufung von Trümmermassen als erforderlich.
Präsident Poincare verbrachte den ganzen Vormittag damit, die meisten heimgefuchten Pariser Straßen zu durchfahren. Auch einige Punkte der Bannmeile, die getroffen worden waren, besuchte er.
»
Die Opfer.
Paris, 13. März. (Agence Havas.) Bei dem feindlichen Luftangriff wurden in Paris selbst 29 Personen gelötet und 50 verwunoet. In der Bannmeile wurden 5 getötet und 29 verwundet. 66 Personen, meist Frauen und Kinder, wurden totgedrückt in dem Gedränge, das infolge des panikartigen Schreckens am Eingang der Untergrundbahn entstand, wo die Menge Zuflucht suchte. Besonders betroffen wurde ein Hospital, wo 6 Personen getötet und 7 verwundet wurden.
«
Der Pariser Untergrundbahnhof, auf desien Eingangstreppe 66 Personen erdrückt wurden, gehört nicht zu den Haltestellen ersten Ranges. Der schmalen Treppe drängten gleichzeitig von zwei Straßenecken viele Hunderte von Menschen zu. Die Polizei erwies sich ohnmächtig, die Anstürmenden zurückzuhallen. Die benachbarten Haustore waren gesperrt und in unmittelbarer Nähe loderten die Flammen empor, die mehrere Granattrefier entzündet hatten. Man hatte versäumt, Posten aufzustellen und dem Publikum den Zugang zu anderen Untergrundbahnhösen zu weisen. Daher die furchtbare, opferreiche Verwirrung. Die Gesamtzahl der Opfer in Paris und dessen Bannmeile übersteigt 150. Der Sachschaden ist sehr bedeutend. Der Pariser Ecmeinderat hat des Luftangriffes wegen eine Sitzung abgehalten. die einen sehr bewegten Verlauf nahm. Es dürften jedoch nur die der Bestattung gewidmeten Beschlüsse bekanntgegeben werden. Die Wiedergabe der Reden über die Vorgänge in den einzelnen Stadtbezirken wurde von der Zensur verboten.
*
Unruhen in Rouen.
Bern. 12. März. Wegen des herrschenden Lebensmittel, mangels war in Rouen ein Aufstand ausgebrochen, an dem sich auch für die Rüstungsbetriebe abkommandierte Soldaten beteiligten. Im Verlaufe der Unruhen wurden stürmische Rufe nach einem sofortigen Frieden laut. Zur Niederwerfung des Aufstandes wurde amerikanisches Militär herangezogen.
Der Luftangriff auf Neapel.
Lugano, 12. März. Der Luftangriff auf Neapel in der Nacht vom Sonntag zum Montag hat in ganz Italien niederdrückend und erschreckend gewirkt. Die Blätter fragen, wie es dem Feinde möglich war, soweit nach Süden vorzudringen. Die meisten Blätter glauben, daß es sich um ein Lenkluftschiff gehandelt habe. Ter Angriff erfolgte um 1 Uhr nachts aus großer Höhe.
Die Schuldigen.
Rom» 13. März. Die Kommandanten der Fliegerabwehö- stellcn von Neapel, Foggia und Tecmoli sind wegen ungenügen- oer Abwehrtätigkeit anläßlich des Luftangriffes auf Neapel vom Kriegsminister ihres Amtes enthoben worden. Zur Feststellung der Schuldfrage wurde erne Untersuchung angeordnet.
Bern, 13. März. (WTB. Nichtamtlich.) Nach einer Meldung der Agenzia Stefan! schlugen die Bomben in Neapel in die Via Roma, den Piazza Munizipio. die Via Sperazella, die Via Conte Mola, und den Piazza Concordia. Auch die beiden Kirchen Santa Brigida und San Nicola Tolentino sind getroffen. Die genannten Straßen und Kirchen befinden sich in der nächsten Umgebung der militärischen Hafenanlagen.
Ktgllin dtr rulfifdMibrninildffii
friföfnsufrljüittiliinm N
Wien, 13. Marz. Das ukrainische Bureau meldet: Klewer Blättern zufolge haben in Kiew die Friedensverhandlunge^ zwischen Rußland und der Ukraine begonnen.
Rußland.
Genf, 13. März. Pariser Blätter vom Montag abend tnct* den aus Moskau, daß in der Vorsitzung des Sowjetskongresie» Lenin durch die Anerkennung des Friedensschlusses durch den Sowjetkongreß ohne jeden Vorbehalt forderte, mit dem Hin. weis darauf daß der Landverlust Rußlands nur «ine Folge de»


