Aufwürts!; Gemeinschaftsblatt für Hessen. 1— 8 ssedakteur: Stadimtsssonar Herrmann⸗Gießen Dilfarbetter: Pfarrer Sperber⸗Cassel, Pfarrer Mockert-Frantfurt a. M. und die Prediger der Pilgermisston. Verlag der Buchhandlung der Pilgermisston. Druck von Otto Mever in Gießen, Ludwigstr. 30. Sonntag, den 24. August 1913. 6. Jahrg. moderne Sklaverei. „Jo herrscht die Sklaverei? Es ist Mitternacht in Afrikas Sonnenlande. Mit Feuerwaffen gut ver⸗ a sehen, schleichen die Sklavenhändler auf das stille Negerdorf zu. In kurzer Zeit ist die Blutarbeit getan. Die sich wehren, liegen im Blute. Die wehrlosen Männer, Frauen, Kinder werden aneinander gekoppelt und zur Küste transportiert. 70%, d. h. siebzig von hundert, werden nach dem Afrikaforscher Livingstone den Wüstenmarsch nach der Küste nicht überleben. Vom Durst gefoltert, sinken sie am Wege nieder. Ein Dolchstich der Räuber ist vielleicht noch ihre letzte Wohltat, doch die meisten werden, keinen Schuß Pulver wertgeachtet, dem schauderhaften, Hungertode über— lassen. Die Sklavenstraßen sind kenntlich an den bleichen Gebeinen, die zahlreich links und rechts am Wege liegen. Diejenigen, die die Küste erreichen, werden nach den großen Sklavenmärkten der Weltstädte verschifft und dort wie das Vieh verkauft. Teuflisch ist es, wenn Gattin und Gatte, Mutter und Kind auseinandergerissen werden, um nach den verschiedensten Himmelsrichtungen zum Sklavendienste ver— schachert zu werden. Im Jahre 1861 waren ungefähr 4 Millionen solcher Neger in Amerika im Sklavenjoch. Der blutige Sklaven— krieg 186165 gab den Sklaven die Freiheit, wenn auch 400000 Menschen, darunter sehr viele Deutsche, um dieser Freiheit willen ihr Leben lassen mußten. Und jetzt ist die Sklaverei in den meisten Kulturstaaten verboten. Doch eine Sklaverei, gar schrecklich und gemein, ist noch da. Folget mir, teure Leser, und ich will euch moderne Sklaven zeigen. Es ist Abend. Seht ihr dort den feinen hochmodernen Herrn? Er geht, nein, er wankt nach Hause. Kurz vor seiner Villa verliert er sein Gleichgewicht und stürzt in den Straßengraben. Schon will er 5 einschlafen, glaubt er doch, er sei zuhause. Da kommt der Schutzmann.„Ach, der Herr Rentner N. ist es ja,“ ruft er erstaunt aus. Mit Mühe schleppt er nun den Beschmutzten, den Herrn, mit seinem blöden Blick, den geschwollenen, klotzigen Gesichts⸗ zügen nach Hause. Welch ein Anblick! In diesen feinen Kleidern steckt ein Sklave der Trunksucht. Und die Zahl dieser feinen Herren, die nach einem Zechgelage wie Tiere sich benehmen und ihre Behausung zum Stalle machen, ist Legion. Und neben den Villen und Palästen sehen wir Hütten der Armen, wo auch arme Sklaven wohnen. Darf ich euch noch schnell die Familie R. dort im Hinterhaus zeigen? Obwohl es schon abends 11 Uhr ist, sitzt die Frau noch vor ihrer Näharbeit. Ach, sie wartet mit Zittern auf den heimkehrenden Gatten. In elenden Betten, mit Lumpen zugedeckt, liegen die bleichen, ausge— bu Kinder. Der Vater trägt allen Verdienst ins irtshaus, die kranke Frau kann mit Nähen unmöglich 5 Kinder ernähren und betteln zu gehen schämt sie sich. Jetzt wankt er heim. Hört ihr ihn das freche Lied summen: Wer niemals einen Rausch gehabt, der ist kein braver Mann? Gebt acht, wie brav dieser Bierbummel ist. Weil die arme, abgehetzte Frau ihm kein feines Essen vorsetzen kann, schlägt er um sich, daß die Scherben fliegen. Die Kinder fahren entsetzt aus ihren Betten empor. Jammergeschrei erfüllt die Luft; die Frau erhält ihren Lohn für ihre Auf⸗ opferung. Der Tyrann zerschlägt die Schüssel auf dem Haupt seiner Gattin. Das ist moderne Sklaverei unserer Städte und Dörfer. Das haben wir dem Alkohol zu ver⸗ danken. Er hat den Kindern den Vater, der Gattin den Gatten geraubt. Wer nachts in den Gassen und Hinter— gassen wandern muß, kann solches Stöhnen und Schreien moderner Sklaverei gar oft hören. Aber ich muß euch noch mehr Sklaven zeigen. Da kommt eine ganze Schar junger Leute. Ihr Lachen klingt so hohl; ihr Blick ist so trüb, ihr Gang so schwer; in der Jugendzeit stehen sie, doch wie abgelebte Greise gehen, ja wanken sie zum Grabe. Ihnen nagt ein Wurm am Mark des Lebens; ein Drache hat seine Krallen in ihren jungen Leib geschlagen. Sie sind Sklaven der Fleischeslust. Unsitt⸗ lichkeit, der allgefräßige Krebs, der Wurm an unseres Wohl— seins starken e nagt an ihnen. Wem wäre es an⸗ enehm, an einen Leichnam gefesselt zu sein? O wie viele Eheleute sind durch Fleischesbande an einen Leichnam, an einen lüsternen, unkeuschen Fleischesmenschen gebunden! Das ist auch elende Sklaverei. Und immer noch sehen wir große Sklavenheere vor uns. Da ist die große Schar der Modenarren, die ihren Körper in die Fesseln und Zwangsjacken der Pariser Tyrannen einschnüren oder auf ihrem Haupt die albernen abgeschmackten Hüte, seien es Kübel oder Körbe oder bota— nische Gärten herumschleppen müssen. Warum heiraten sie nicht? so fragte jemand einen Elektrotechniker.„Ernähren könnte ich schon eine Frau, aber nicht kleiden“, gab der Techniker zur Antwort. Ja, die dummen Ungetüme, die unsre Modensklaven auf dem Kopfe tragen! Der ganze Modekram kostet viel Geld. Das sind traurige Sklaven— ketten. Ich weise euch noch hin auf die Ketten einer falschen Wissenschaft, wo Menschen ihre unbewiesenen Hypothesen als unfehlbar hinstellen, ja dieselben zu Mord— waffen gebrauchen, den Gottesglauben der Menschen zu erwürgen. Wie mancher Denker kann nicht mehr an Gott denken, weil dieser Silberstrick der falsch berühmten Kunst ihm die Kehle zugezogen hat. Wie andächtig, einer höhern Sache würdig, beten dann die Erdrosselten iyr neues Glaubensbekenntnis vom Urschlamm her. Statt an den lebendigen Gott zu glauben, der Himmel und Erde ge⸗ schaffen, glauben sie an Urschlamm, Urzelle und wie all diese Urmärchen heißen mögen. Arme Sklaven, deren Her— kunft im Schlamm liegt. „Wollen sie nicht einmal unsere reren sammlungen besuchen?“ so fragte ein junger Mann seinen Geschäftskollegen,„o nein, denken Sie, was würden die Leute dazu sagen, wenn ich zu den Frommen ginge!“ gab er zur Antwort. Das sind auch elende Sklaven, die stets fragen, was werden die Leute sagen. Ja, alle diese Sklaven, sie haben einen harten Herrn, der unbarmherzig über sie eine Geißel schwingt. Die 1 der Trunksucht und Unzucht, der Nutz ucht und Ehrsucht, sie verschlingen ganze Kapitalien. enn mancher das Geld, das er für seine Leidenschaften aus⸗ gegeben, auf einem Häufchen liegen hätte, er würde staunen über dessen Größe. Mancher könnte sich dafür ein Häuschen, ja sogar ein Haus kaufen, der jetzt als armer Sklave auf Miete wohnt. Und wie viel Seelenkapital, wie viele Kron— üter der Ewigkeit gehen durch diese elende Sklaverei ver— oren! Mancher muß einige Stunden der Fleischeslust mit lebenslangem Siechtum und frühem Tod bezahlen. Die Syphilis ist die Feuerpeitsche auf dem Rücken der Unzüchtigen. Ein Tischler, der seine Güter alle im Alkohol verpraßt hatte, wurde vom Wirt vor die Tür gesetzt, weil er kein Geld mehr hatte. Da stand er vor der Wirtshaustüre und maß mit seinem Meter die Weite der Türe. Er schüttelte den Kopf.„Sonderbar“, sagte er,„durch diese Türe gingen all meine Aecker und Wiesen, ja mein Haus mit Scheune und nun kann ich nicht mehr hindurch.“ Und was steht dem Sklaven zuletzt bevor? Geld verloren, etwas verloren; Gesundheit verloren, viel verloren; Seele verloren, alles verloren! So heißt es hier. Der Abgrund der Hölle wartet auf die armen Sklaven. Doch ist das denn nach Gottes Willen? Nein. Armer Sklave, du sollst gerettet werden. Einer geht über den Sklavenmarkt, einer sieht deine Ketten, einer hat tiefes Erbarmen mit dir. Jesus, dein Heiland. Folge Ihm und du wirst ein Freiherr, eine Freifrau 8 Er zerbricht der Sünde Ketten und macht alles, alles neu! Aus dem Feuer errettet. Sach. 3, 2. Ein Missionar fragte einen bekehrten Indianer, was er eigentlich dem Heiland zu verdanken habe. Er sollte doch einmal ein Zeugnis davon ablegen. Der Indianer wußte zuerst nicht, wie er sich klar und deutlich darüber aussprechen sollte. Nachdem er eine Weile still nachgesonnen hatte, sammelte er eine Anzahl von dürren Blättern und legte sie in einem Kreise auf den Boden. Dann zündete er die Blätter an und legte einen Wurm, den er gefangen hatte, mitten in den Feuerkreis hinein. Das Tierchen spürte die Flammen bald hier, bald da, und versuchte, nach irgend einer Seite hin zu entkommen. Allüberall aber brannten die Flammen und trieben es zurück. Da plötzlich griff der In⸗ dianer mit seiner Hand in den Feuerkreis hinein, hob den Wurm heraus und legte ihn fern von dem Feuer auf einen feuchten guten Boden. Dann schaute er den Missionar mit tiefem Ernst an und sagte:„Das hat Jesus für mich getan.“ 8 Der Philasaph kichte und das Gebet. Der fromme Baron von Kottwitz unterhielt sich einst mit dem berühmten Philosophen Johann Gottlieb Fichte über den Glauben. Der Philosoph erklärte, beten könne er nicht, das Kind müsse beten, aber der Mann müsse wollen. Auf die Frage Fichtes:„Stimmen Sie damit nicht überein?“ antwortete Kottwitz:„Herr Professor, wenn ich morgens aufwache und an alle die Pflichten denke, die ich den Tag über erfüllen soll und dann an meine Schwachheit und wie es mir so oft an Geduld und Liebe und Weisheit fehlt, so kann ich nicht anders, ich muß meinen himmlischen Vater bitten:„Herr, hilf Du mir!“ Uuẽud wenn ich am Abend mich schlafen lege und an alles denke, was ich den Tag über versäumt und gefehlt habe, so kann— ich nicht ruhig einschlafen, wenn ich nicht vorher meinen himmlischen Vater gebeten haben!„Vergib mir:““— „Herr Baron,“ sagte jetzt Fichte,„ich wollte, ich wäre so weit wie Sie.“ Bald darauf erkrankte Fichte am Typhus, den er sich im Militärlazarett geholt hatte, und starb. In seinem Testament hatte der große Philosoph den frommen Baron von Kottwitz, den er nur dies eine Mal gesprochen hatte, zum Vormund seines einzigen Sohnes ernannt. e Wohin schaut Gott? Was tut Gott? Missionar P. Wagner erzählte, wie ihm ein— mal diese 2 Fragen zugerufen wurden von einem Zuhörer. Dieser wollte den Missionar versuchen in seiner Rede, um ihn zu fangen. Der Mann erzählt folgendes: Ein König stellte diese 2 Fragen einem seiner Weisen und dieser sollte sie ihm in 14 Tagen beantworten und wenn er es nicht fertig bringe, so solle er sterben. Diese Fragen brachten den Weltweisen so weit, daß er nicht mehr essen und schlafen konnte. Als einer seiner Schüler zu ihm kam, fragte er ihn, was ihm fehle. Der Weise erzählte ihm seinen Kummer. Dieser Jüngling erbat sich vom König, daß er diese Fragen beant⸗ worten dürfe für seinen Lehrer.— a f 5 f f Beit Afstesd. Sonntag, den ZI. August, nachmittags 2½ Uhr: 27. Oberbreidenbgch, 28. Altenburg. 31. Aug. Maar und Lauterbach, 3. Lingelbach, 4. Schwarz, 5. Eifa.„„ Fest sm Ffesin sn Efta. 25. Lauterbach, 20. Kirtorf, 8 FV 5 . 3 Der König berief eine große Versammlung zusammen als die Zeit da war, welche er bestimmt hatte. Alle Augen waren auf den Jüngling ge— richtet. Der König fragte:. „Mohin schaut Gott? Der Jüngling ließ ein Licht bringen und vor den König stellen und fragte ihn; Kannst du o König sagen, daß das Licht nur nach Osten, Norden, Süden oder dem Totenland scheint? Gott machts ebenso, er schaut in alle Lande. Der König pries den Jüngling und voller Neugier die zweite Frage: Was tut Gott? Der Jüngling bat, daß der Weise hereingerufen würde. Als der Weise herein kam, zitternd, weil er glaubte, daß ihm doch das Leben genommen werde, sprach er zum König:„Setze dich hieher“ und bat den zitternden Weisen auf den Königsstuhl zu sitzen. Nun sprach er zum König:„Das tut Gott. Den König setzt er auf den Sitz des Schülers, den Jünger macht er zu seinem Minister, und den Meister setzt er auf den Königsthron. Er schickt die Menschen hin und her wie der Spieler die Figuren beim Schachspiel.“„Das waren Worte der Weisheit“ riefen die Zuhörer alle aus. Gott stößet die Gewaltigen vom Stuhl, Luk. 1, 52. 53. Viele reden von Gott und sagen vieles von Gott, aber wo Gott ist, das wissen sie nicht. Gott hat die Weisheit der Welt zur Torheit ge⸗ macht 1. Kor. 1, 19. 20. Gott ist nahe, aber sie sehen und hören ihn nicht; denn sie sind blind und taub. Ja, wohin schaut er? Er ist ein Licht, er hat Augen wie Feuerflammen, er schaut in alle Lande. Er schaut auf einen jeden Menschen hernieder, und sie werden es nicht gewahr. Was tut er? In Pf. 139 haben wir eine herrliche Beschreibung darüber. Er geht uns nach im ganzen Leben, nicht um uns zu erschrecken oder zu vernichten, sondern um uns zu retten und selig zu machen. Also hat Gott die Welt geliebt, daß er seinen eingebornen Sohn gab, auf daß alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Weißt du es, lieber Leser, wo Gott ist, wohin er schaut und was er tut? G. Wiedmeyer. * Schwesternleben. Vor Jahren stand in einer vielgelesenen Frauen— 5 ein Aufsatz mit der Überschrift:„Ein eruf, der glücklich macht.“ Mit viel Liebe und edler Begeisterung waren die Schönheiten und Vorzüge des Diakonissenberufes geschildert. Was war der Erfolg? Wohl an 200 Anmeldungen und Anfragen kamen in dem Diakonissenhause an, dem die Verfasserin jenes Aufsatzes dienen wollte. stellte Aber die Frucht blieb aus: Von allen, die sich nach den genauen Bedingungen erkundigten oder sich persönlich vorgestellt hatten, waren es nur zwei, die einen Versuch machten, die Schwestern— 8 kennen zu lernen, aber Diakonissin wurde eine. Diese Geschichte gibt viel zu denken. Wie viele junge Mädchen leben in unseren großen Städten und den stillen Dörfern, die gern einen Beruf haben wollen,„der glücklich macht“; aber wie wenige wissen, daß das wahre Glück nicht an diesem oder jenem Beruf hängt, sondern allein in der Nachfolge dessen, der gesagt hat: Ich bin gekommen, daß sie das Leben und volle Genüge haben. Wenn mir je eine glückliche und voll be— friedigte Schwester begegnet ist, dann war es alle⸗ mal eine, der man es anmerkte: die hält sich ganz dicht an ihren Heiland. So wenig ich mir denken kann, daß ein Kind, das Vater und Mutter fremd geworden ist, noch wirklich fröhlich sein kann, so wenig glaube ich, daß eine Jungfrau es im Diakonissenkleid aushält, in deren Herzen nicht das Feuer wahrer Liebe zu Jesu glüht. Solche Liebe kann aber niemand sich selbst geben, sie muß durch Gottes Geist entzündet werden. Dureh gerungen. Wenn schlummernd deine Hülle lag, dann hab' ich wohl für dich gewacht. Und hab' mit bittrer Rerzensangst an deine Ewigkeit gedacht. Gefesselt war dein stolzes Berz, die Flügel lahm und b 5 müde. Um deine Lippen zuckt der Schmerz, dein ganzes Sein fleht:„Friede!“ Dein stolzer Mund mag nimmermehr das eine Jawort sprechen, Ob auch dein Glück für alle Seit in Scherben sollt zerbrechen. Dein Glück? Auf jener hohen Stirn, lag stets der Wolken Schatten, Und dieser Augen voller Schein, nur düstre Flammen hatten. Wie wird es sein, wenn du erkennst, die Jahre, die 5 verloren, Und dir ein neues Leben ward, aus tiefer Nacht ge— boren! Wenn frei der Seele Schwingen sich zu hohem Flug erheben, Wenn du mit Jubel sprechen kannst: Ich kenne jetzt das Leben! Gräfin Bassewitz. Bezirk nieder. weisel. 26. August Gambach, 27. Fauerbach, 5 ends 8 Uhr: Nieder⸗Weisel, Fauerbach. 28. Nieder⸗Weisel, 1. September Nieder-Weisel, 2. Kirch- und Pohlgöns, 3. Münzenberg, 4. Gambach, 5. Münster, Butzbach, 7. nachm. 3 Uhr: Maibach, Kirch- und Pohlgöns, E. K. K.K. K. K. K. K. K.K. K. K.K... Zucht und Selbstzucht. Der russische General Suwarow war ein großer Feldherr. Er hielt sehr auf Zucht unter seinen Soldaten. Wenn er einen Befehl gab, so mußte jeder diesen Befehl auch befolgen. Darin war er ganz unerbittlich. Aber er verlangte nicht nur, daß seine Soldaten seine Befehle ausführten, sondern er stellte sich auch selbst unter seine eigenen Befehle, als wenn er nicht selbst der Suwarow wäre. Da gab es ja manchmal Dinge, welche nicht so leicht auszuführen waren. Aber Suwarow hatte seinem Adjutanten gesagt, sie sollten ihm nichts durchgehen lassen. Wenn er einmal etwas täte, was nicht gut wäre, dann sollten sie ihn an seine eigenen Befehle erinnern. Er wollte ebenso behandelt werden wie alle seine Soldaten, und er wollte dann auch ebenso gehorchen wie irgend ein anderer Soldat. Nun kam einmal folgendes vor. Er war sehr ärgerlich über einen Soldaten, der im Dienst etwas versehen hatte. Ja, er wurde so zornig, daß er ihn beinahe geschlagen hätte. Da. faßte sein Adjutant sich ein Herz, eilte herbei und sagte:„Der General Suwarow hat befohlen, man solle sich nie vom Zorn hinreißen lassen.“ Als der Adjutant ihm dies sagte, hielt Suwarow sofort inne und antwortete:„Wenn's der General befohlen hat, so muß man gehorchen.“ Dieser russische General wollte sich selbst nichts durchgehen lassen. Er wollte nicht nur, daß die andern Soldaten ihr Leben und Wesen besserten, sondern er sagte sich selbst, daß er so leben müsse, wie es recht sei. Du kannst davon lernen, lieber Leser. Du willst auch nicht, daß andere dir gegenüber zornig sind. Du magst nicht, daß sie lügen. Du wünschest, sie sollen immer die Wahrheit sagen. Du möchlest, daß sie freundlich zu dir sind. Du kannst es nicht leiden, wenn sie immer Recht haben wollen. Da sagst du oft deinen Gefährten, sie sollen dies oder das nicht tun. Aber vergiß doch die Hauptsache nicht: Bessert euer Leben und Wesen, sagt Gott (Jer. 7, 3). Er sagt es auch dir. Du sollft dein Leben bessern. In eigener Kraft kannst du das freilich nicht, aber dazu ist Jesus gekommen. Er hat dich von deinen Sünden erlöst. Durch den Glauben an Ihn kannst du Kraft bekommen, die Sünde in den Tod zu geben und ein neues Leben zu führen. Dazu will Er dir Seinen Heiligen Geist geben. O, trachte von ganzem Herzen dar— nach, daß du durch den Glauben an Jesus ein neuer Mensch wirst. e Wir laden Sie und Ihre Hingehörigen zu dem am Sonntag, den 31. Nugust 1013 nachmittags 3 Uhr und abends 8 Uhr stattfindenden jugend- und Posaunenfest der hesfisehen Gemeinsehaften in der Markthalle zu Butzbach freundlichst ein. Bezirk Sellnrod. Sellnrod: Jeden Sonntag, 12 Uhr: Sonntagsschule. abends 8¼ Uhr: Versammlung. Jeden Mittwoch: Gebetstunde. Sonntag, 24. August: nachmittags 2½ Uhr: Köddingen, Ober-Seibertenrod, Klein-Eichen und Ruppertenrod, abends 8¼ Uhr: Groß-Eichen. 31. August, nachmittags 2¼ Uhr: Wohnfeld und Helpers⸗ hain, 4. Sept. Wohnfeld, 5. Groß⸗Eichen. Bezirk Friedberg. Vorstadt zum Garten Nr. 8: Jeden Sonntag Abend und Donnerstag Abend 8 ½ Uhr Versammlung. 24. Aug. abends 8/ Uhr: Schwalheim. Sonntag, den 24. August nachmittags 3 Uhr: Fest im Freien in Leidhecken. 26. Aug. Assenheiw, 29. Nauheim, 2. Sept. Erbstadt, 3. Sept. Stammheim, 5. Nauheim. Bezirk Schotten. Vers. in Schotten jeden Sonntag Abend ½9 Uhr. 2. September Nidda, 3. Schotten, Bibelstunde; 4. Lißberg In Marburg finden am 14. und 15. September im Philippshause, Universitätsstraße Porträge für Frauen und Jungfrauen statt, gehalten von Frau Ufer-Held, Barmen. Dienstag, den 16. September: Konferenz des dentschen Frauen-Missions⸗Bundes. Fr. Pf. Heitefuß-Haiger, Frau Ufer-Held, Barmen und Frl. Osterrath, Laasphe werden dienen. Freiquartiere stehen für diese Tage zur Verfügung. Mack, Marburg a. L., Elisabethstr. 1. Anmeldungen sind zu richten an Fraud 1 177