5 SSS r B———— 2 2 ufwärts! z Gemeinschaftsblatt für Hessen. Dieses Blatt erscheint wöchentlich einmal. e eintag den 18. Mal 191. N 5 icht. lllochten meine Wangen glühen In Erfüllung meiner Pflicht, Und ich noch so stark mich mühen Doch die Ruhe fand ich nicht. Wie die Lerche früh am llorgen Sich erhebt durch febelflor, Stiegen Seufzer ganz verborgen Diel zu Gott zum Licht empor. Und es floß mir manche Zähre Hus den fugen flacht und Tag Ob des flerzens fngst und Schwere, Die wie Berge auf mir lag. Wie zum Blinden einst am Wege Trat nun her der Ferr und spricht: „Was erflehst du dir als Gnade?“ Und ich rief:„O flerr, gib Licht!“ Und es floß nun Licht und Frieden In mein armes, schwaches herz, Daff ich aufrecht konnte gehen Und beherrschen meinen Schmerz. FFF X S Eine Kindesmorderin. Im engen Kämmerlein saß eine Witwe. Sie preßte die Lippen aufeinander und zerknitterte mit ihrer mageren Hand den vor ihr liegenden Brief. „O, wenn er sie nicht schon so oft belogen hätte, — sie würde ihm vergeben auch dieses Mal noch—, ist er doch ihr einziger Sohn. Die Liebe war ge— logen, die Reue gelogen,— jedes Wort erlogen“, so dachte sie voll Bitterkeit.„Warum, o, warum muß gerade ich solchen Heuchler und Lügner zum Sohn haben?“—— Er war ein süßes Kind gewesen, sanft, fromm und gehorsam. Da fuhren sie eines Tages auf der Eisenbahn. „Wie alt ist der Kleine?“ so forschte der Kon— dukteur. „Fünf Jahr.“ „Nein, sechs Jahr, Mutter“, so rief er da— zwischen, und sah sie erstaunt an. Mutter hatte doch seinen Geburtstag gefeiert und ihm sechs Lichter auf seinen Kuchen gesteckt. Sie mußte doch wissen, wie alt er war. Der Kondukteur war gegangen, und die Mutter war sehr böse gewesen. Einen„unartigen Jungen“ hatte sie ihn genannt, und zu Hause sollte er ganz gewiß tüchtige Schläge bekommen. Da fürchtete er sich und weinte, aber Schläge bekam er gar nicht. Von jenem Tage an war er sehend geworden. Er merkte, daß Mutter log, und er tat es ihr nach! Einmal— o wie ward er rot! Zweimal— immer öfter! Und nun war er ein Mann geworden, ein Mann, der schlaue Geschäfte machen, lügen und betrügen konnte. Wie wars gekommen? Vergiftet durch seiner Mutter Lügen! brosch. J.20., geb. 2 Mk. Buchhandlung der Pilgermission Gießen. Von jedem Ort, da ich mich niedergelassen, mußte ich suchen fortzukommen, um so rasch als möglich meine Person in Sicherheit zu bringen. Das Studium mußte ich selbstverständlich aufgeben, und ich wurde Spieler von Profession. Während der fünfzehn Jahre, die nun folgten, ging ich fast niemals nüchtern zu Bett. 5 Ich habe gestohlen, gelogen und Wechsel gefälscht. Das Gesetz, unbarmherzig wie ein Bluthund, von wütenden Gläubigern dazu gedrängt, war mir auf den Fersen. Trotz⸗ dem ich so schwach war, daß ich kaum stehen und weder schlafen noch essen konnte, wußte ich doch so viel, daß, wenn gewisse Dinge, die krumm waren, nicht gerade gemacht würden, ich in eines Verbrechers Zelle eingeschlossen würde. In einer Nacht, es war in Jersey, ging ich mehreremal ans Fenster, entschlossen, mich hinabzustürzen, doch eine un— sichtbare Hand hielt mich zurück. Eines Dienstagabends, es war am 18. April 1882, saß ich in einer Branntweinkneipe. Unser Heim war zerstört, mein treues Weib, die in Liebe bei mir ausgeharrt, war zurück nach dem Süden gegangen, wo ich sie geheiratet hatte. Daß sie überhaupt so lange bei mir ausgeharrt hatte, ist mir unverständlich geblieben. Alles, was sch verpfänden oder verkaufen konnte, hatte ich hingegeben, um Branntwein zu bekommen. Der Schlaf floh mich, tagelang hatte ich keine Speise zu mir nehmen können, und die vier letzten Nächte hindurch hatte ich von Mitternacht bis zum Morgen im Delirium gelegen. Oft nahm ich mir vor, daß, wenn ich bis zum Land— streicher herunterkommen sollte, ich mir ein Bett im Fluß suchen wollte, doch der treue Herr fügte es anders. Hadley erzählt: mich! S. H. Hadler Süge aus seinem Leben, entnommen aus dem Buche: Hadley, ein Wunder der Gnade. A Jetzt. Zwei Stunden ungefähr hatte ich auf einem Whisky⸗ faß gesessen, da plötzlich spürte ich eine mächtige Gegenwart. Zurzeit konnte ich mir die Sache nicht erkären, später er⸗ kannte ich, daß Jesus, der Sünderheiland, mir fühlbar nahegetreten war. Bis zur Todesstunde werde ich den An⸗ blick nicht vergessen, der sich nun meinen Blicken bot. Meine Sünden standen in feurigen Buchstaben an den Wänden um mich herum geschrieben. mir grell entgegen. f N Ich bin überzeugt, daß ich hier in dieser Branntwein— mühle einen Blick in die Ewigkeit habe tun dürfen, daß ich das geschaut habe, was jeder arme, verlorener Sünder Wo ich hinsah, leuchteten sie schauen muß, wenn er, ohne seine Sünden bereut und Ver- gebung erhalten zu haben, vor den Richterstuhl Gottes treten muß. Entsetzen und Schrecken, die nicht in Worte zu kleiden sind, überfielen mich. Die Anwesenden in der Schnapsschenke müssen wohl gedacht haben, ich sei in den letzten Zügen, doch mich kümmerte dies wenig, was man von mir dachte. Ich erhob mich von dem Whiskyfaß und hatte nur den einen Wunsch, den Ort so rasch als möglich zu verlassen. Eine Branntweinschenke ist nicht der Ort, wo man aus dem Leben scheiden möchte, und dies besonders, wenn man eine Mutter hatte, die ohne Unterlaß gebetet hatte. Ich trat an den Schenktisch, schlug mit der Faust darauf, daß die Gläser, die darauf standen, klirrten. Alle in der Nähe Stehenden, die ihren Branntwein schluckten, sahen mich mit spöttischer Neugier an, ich aber rief:„Jungens, hört auf Ich bin sterbend, aber lieber will ich auf-der Straße 5 1 5 5 1 82 sterben, als daß noch ein Schluck Branntwein mir über die . 2 Lippen kommt!“ Darauf hörte ich eine Stimme zu mir sagen:„Wenn du dies. Gelübde halten willst, dann gehe hin und lasse dich einsperren.“ Es gab keinen Ort in der Welt, vor dem mir so bangte, wie vor der Polizei; denn ich lebte in steter Furcht, eingesteckt zu werden. Dennoch begab ich mich auf die nächste Polizeistation und bat den Vorsteher, mich ein⸗ zusperren. „Aus welchem Grunde soll ich Sie hinter Schloß und Riegel setzen?“ fragte dieser, nachdem ich ihm einen falschen Namen angegeben hatte. 5 „Weil ich irgendwo davor sicher sein möchte, Brannt⸗ wein zu trinken,“ gab ich ihm zur Antwort. Darauf wurde ich in eine enge Zelle, in Nummer 10 im hinteren Gang, eingesperrt. Für mich ist diese Zelle zu einem denkwürdigen Orte geworden. Zwanzig Jahre lang habe ich am Jahrestag jener schrecklichen Nacht jedes Jahr diese Zelle besucht und habe dort selige Gemeinschaft mit meinem Jesus gepflogen. Es war mir, als ob alle Teufel, die in der Zelle Platz finden konnten, in jener Nacht zu mir hereingekommen wären. Aber, sie waren es nicht allein, die zu mir kamen, nein, gelobt sei der Herr! der treue Heiland, der in der Brantweinschenke zu mir kam, war auch hier gegenwärtig und sagte:„Bete!“ 3 8 Ich fiel nieder auf meine Kniee auf das Steinpflaster und betete: Gott sei mir Sünder gnädig!“ Als ich fähig war, die Zelle zu verlassen, wurde ich vor den Gerichtshof und vor den Richter Bixby gestellt. Er war freundlich gegen mich, er befahl mich dem Polizeidiener an und schickte mich in meine Zelle zurück. Als man es für angemessen hielt, ließ man mich gehen, und Mr. Knox Me. Afee, der Sekretär der Polizei, kam selbst, um mich herauszulassen. Ich ging nun an meine Arbeit und erzählte die Ge— schichte jedem, der mir zuhören wollte, und seit jenem Tage erzähle ich sie immer wieder. Ich habe in Salons gesprochen, in Spielhöllen, in Tanzsälen, in berüchtigten Häusern, ich habe in den besten Hochschulen unseres Landes, in den Predigersemigaren gezeugt, und nirgends hat man mich verspottet. Überall habe ich nun dieselbe Geschichte zu er— zählen, die Geschichte von der Liebe ohne Grenzen, die Jesus für den Sünder hat, den Er bis in den Tod geliebt, und ich bin der Ansicht, daß Gläubige wie Ungläubige die alte Geschichte von dem liebenden Herzen lieber mit anhören, als irgendwelche andere Geschichte, die von irdischen Dingen handelt. f e Einkehr zu Gott. Laß dir das Gebet, Betrachtung des Wortes Gottes und stete Erhebung des Herzens zu Gott, angelegen sein und nimm dasjenige wahr, was dir Gott dabei ins Herz legt. 2 Dr. A. Bengel. Durch Raben gereitet. In Belgien war eine Anzahl Arbeiter in einem Steinbruch beschäftigt. Als es zum Essen läutete, setzten sie sich unter ein vorspringendes Felsstück, um dort ihre Mahlzeit einzunehmen. Plötzlich ließ sich eine Schar Raben in ihrer Nähe nieder, und die kühnsten stürzten sich auf das am Boden liegende Fleisch und den Käse, dessen Geruch sie ohne Zweifel herbeigezogen, und flogen damit davon. Einer der Arbeiter nahm ihre Verfolgung auf, und als er nicht zurückkehrte, folgten die andern nach. Bald entspann sich zwischen den geflügelten Räubern und den Bestohlenen ein erbitterter Kampf. Nach einer Viertelstunde vergeblicher Anstren— gung mußten die Leute das Spiel aufgeben und kehrten ärgerlich über den Verlust an Zeit und den ihres Frühstücks an ihren Platz zurück. Aber wie erschüttert waren sie, als sie sahen, was sich dort inzwischen zugetragen hatte. Das Felsstück, unter dem sie ihre Mahlzeit angefangen hatten, war her— abgestürzt und bedeckte in zahllosen Trümmern den Boden. Stumm vor Ergriffenheit und mit vor Dank⸗ barkeit überwallenden Herzen nahmen sie ihre Mützen ab. Einer unter ihnen erhob die Augen zum Himmel und sagte:„In der Bibel lesen wir, wie Gott in der Hungersnot den Propheten Elias durch Raben ernährte. Uns haben die Raben, die uns unser Frühstück stahlen, heute das Leben gerettet. Das ist Gottes Finger.“ Die Hand, die den Vater schlug. Nach der Schlacht bei Sedan durchschritt ein Leutnant das deutsche Lazarett, um unter den Ver— wundeten nach den bei seinem Truppenteil fehlenden Soldaten zu suchen. Er stand plötzlich still. Er hatte einen jungen Mann mit Namen Karl Schulz erkannt, der sich in der Schlacht ausgezeichnet hatte, dem aber jetzt die rechte Hand fehlte. „Wie das zugegangen ist, Herr Leutnant?“ antwortete der Soldat auf die Frage seines Offiziers, „eine Kugel hat sie mir arg zugerichtet, und die Aerzte haben sie amputieren müssen. Aber Gott hat es so gefügt.“ „Warum sagen Sie: Gott hat es so gefügt?“ „Herr Leutnant, ich bin der Sohn armer, aber ehrbarer Leute. Eines Tages habe ich meinem Vater Geld abgefordert, weil er mir nach meiner Meinung niemals genug gab. An dem Tage habe ich meinen Vater geschlagen. Gott ist gerecht, ich habe keine rechte Hand mehr. Mein einziges Gebet ist jetzt, daß ich meine Schuld noch einmal gut machen kann, wenn ich geheilt bin. Ich danke Gott, daß Er mich mein Unrecht hat einsehen lassen.“ Die Jahre vergingen, der Leutnant war General geworden, und machte auf einer Reise als Stabs— osfizier erschöpft in einem Dorfe Rast. Er trat in eins der Bauernhäuser, um sich auszuruhen und bat um einen Trunk Wasser. Die Bäuerin begrüßte ihn sehr ehrerbietig und sagte dann zu einem der Kinder:„Geh und hole den Vater, als alter Soldat wird er gern hier sein wollen.“ Bald hörte man Schritte, die Tür öffnete sich, und ein Bauer mit energischen Gesichtszügen trat herein. Der Bauer rief aus:„Herr Leutnant!— Verzeihung— Herr General! Sie sind es und hier in meinem Hause!“ Die Freude des Wiedersehens war auf beiden Seiten groß. Karl Schulz erzählte, daß eine wohl— habende Bauerntochter seine Bewerbung um ihre Hand angenommen, und daß sie miteinander glück— lich lebten. Er hatte seine alten Eltern mit sorgender Liebe und Pflege umgeben, bis sie die Erde mit der ewigen Heimat vertauscht hatten. Die Stunden im Lazarett waren für ihn segensreich gewesen. Die moderne Theologse 25 wird in einem Gedicht von Kahrs wie folgt ge— kennzeichnet:„1. Mit vielen Worten wenig sagen, In schönen Phrasen stets nur fragen Und keine Antwort darauf wagen; 2. Die Wahrheit subjektiv nur fassen Und objektiv beiseite lassen, Weil zum System sie nicht will passen; 3. Von Christo lie— benswürdig stammeln, Die Welt zu Seiner Fahne sammeln Und doch den Weg zum Kreuz verram— meln; 4. Begeistert sein für treuen Glauben, Doch ihm den Glaubensinhalt rauben Und ja kein„Dogma“ mehr erlauben; 5. Die Bibel mit Kritik zersetzen Und dennoch sich an ihren Fetzen Mit ein'gem Vorbehalt ergötzen; 6. So will die Kunst in eitlem Träumen Zur Einheit Welt und Himmel reimen Und Ja und Nein zusammen— leimen.“ An unsere Abonnenten! Wir möchten unseren Abonnenten gerne eine Freude bereiten, indem wir ihnen das soeben bei uns erschienene Buch William Booth, General der Beilsarmee Eln hebensbild von B. p. Redern. zu einem Vorzugspreis anbieten. Wir liefern bis zum J. Juni das fein steif broschierte Exemplar statt Mk. 1.50.. Mk. 1.20 „ gebundene 1„„ Bitte benutzen Sie dies Vorzugsangebot. Bestellungen erbitten wir durch unsere Evangelisten oder direkt an uns Buchhandlung der Pilgermission, Giessen. Uersammlungs-Anzeigen (Versammlungen innerhalb der Landeskirche) Bezirk Gießen. Stadtmission Gießen, Cöberstraße 14. Jeden Sonntag 1½ Uhr: Sonntagsschule; 4 Uhr: Jungfrauenverein; 8¼ Uhr: Versammlung. 4½ Uhr: Christlicher Verein junger Männer. Jeden Mittwoch: 8 ½ Uhr Bibelstunde. Sonntag, 18. Mai: Nordeck und Wißmar, 20. Altenbuseck, 22. Kleinlinden. Bezirk Alsfeld. Stadtmission Alsfeld(am Kreuz). Jeden Sonntag um 11 Uhr: Sonntagsschule; abends 8 ½ Uhr: Versammlung. Freitags: Bibelstunde. Sonntag, den 18. Mai! Lauterbach, baar 20. Kirtorf. 21. Storndorf, 22. Oberbreidenbach, 23. Altenburg. f Bezirk Nieder-Weisel. 18. Mai, nachmittags 3 Uhr: Kirch- und Pohlgöns, abends 8 Uhr: Nieder-Weisel, Fauerbach, 20. Gambach, 21. Münzenberg, 22. Nieder Weisel, 23. Butzbach. Sonntag, den 25. Mai, nachm. 3 Uhr: Gemeinschaftsfest in Kirchgöns. 21. abends 8 Uhr: Nieder-Weisel, Kirchgöns. Redakteur: Stadtmisstonar Herrmann-Gießen. Mitarbeiter: und die Prediger der Pilgermisston. Verlag der Buchhandlung der Pilgermisston. Sezirk Friedberg. Vorstadt zum Garten No. 8: Jeden Sonntag und Donners— tag abends 8½ Uhr Versammlung. Bezirk gellnrod. Sellnrod: Jeden Sonntag 12 Uhr: Sonntagsschule, abends 8¼ Uhr: Versammlung. 20. Mai Helpershain, 21, Unter⸗Seibertenrod, 22. Sellnrod, Männerchor, 23. Klein-Eichen, 25. Mat: Wohnfeld und Groß-Eichen. 5 Sonntag, 25. Mai, nachm. 2 Uhr: Fest im Freien in Köddingen. Bezirk Schotten. 5 18. Mai: Versammlungen in Ulfa um 3 Uhr und abends 8 Uhr, in Schotten abends ½9 Uhr, in Ranstadt um 3 Uhr, 20. Nidda, 21. Schotten Bibelstunde, 22. Lißberg, 23. Ranstadt. l — Bezirk Lich. Lich, Butzbacherstr. 17. Jeden Sonntag 12 Uhr Sonntagsschule; 4 Uhr: Jungfrauenstunde; 8½ Uhr: allgemeine Versammlung. Bezirk Großen-Linden. 18. Mai Allendorf, Großen-Linden, Leihgestern, 20. Hörns— heim, 21. Leihgestern, 23. Großenlinden. Pfarrer Sperber⸗Cassel, Pfarrer Mockert⸗ Frankfurt a. M., Druck von Otto Meyer, Gießen,