Aufwꝛ ärts 65 5 Gemeinschaftsblatt für Hessen. Dieses Blatt erscheint wöchentlich und kostet Einzelne Exemplare bestelle 1 Pfg. bro Nu.(Porto extra),— von 20 laren an portofrei. man auf der Most(Preis 40 Mfa. pierteliäbrlich. rk. Sonntag, den 16. März 1913. 6. Jahrg. Unter diesem Zeichen wirst du siegen! „Sie kamen an die Stätte, die da heißt Golgatha; daselbst kreuzigten sie Ihn.“ Aufgerichtet stehst du wieder, Zeichen unsrer Seligkeit! Strömend auf die Sünde nieder Gnad' und Leben allezeit. 5 Kreuz des Herrn, ich grüße dich Tiefgebeugt, doch seliglich! Doch nicht nur vor meinen Blicken Sollst du steh'n in dieser Zeit, In das Herz will ich dich drücken Fest für alle Ewigkeit. Kreuz des Herrn, durch dich allein Geh' ich einst zum Himmel ein:; Komm, o komm in alle Herzen, Kehr in alle Häuser ein; Heile, lind're Weh und Schmerzen Durch des Heilands Angst und Pein. Kreuz des Herrn, wir halten dich Fest umklammert ewiglich! 4 „Er ist um unsrer Missetat willen verwundet und um unsrer Sünde willen zerschlagen; die Strafe liegt auf ihm, auf daß wir Frieden hätten, und durch seine Wunden sind wir geheilt.“ Komm zum Kreuz mit deinen Lasten, Müder Pilger dul Bei dem Kreuze kannst du rasten, Da ist Ruh! Unter des Gerichtes Ruten Sieh am Kreuzes— stamm, Für dich dulden und verbluten Gottes Lamm. An dem Kreuze trug der Reine Deiner Sünde Lohn. Sieh, wie liebt dich dieser Eine, Gottes Sohn. Da stillt Er dein heiß Verlangen, Heilet deinen Schmerz; Frieden wirst du da empfangen, Müdes Herz. Trost, Vergebung, ew'ges Leben, Fließt vom Kreuz dir zu; Bei dem Kreuz wird dir gegeben Himmelsruh! * Es ist vollbracht! Das Wort vom Kreuz ist eine Torheit denen, die verloren werden. Uns aber, die wir selig werden, ist es eine Gotteskraft. 1. Kor. 8. F Die große Scheidung. Wenn man in Kanada(Nordamerika) mit der Eisenbahn gen Westen reist, führt der Weg über die Höhen des Felsengebirges, ehe man zu den Ufern des stillen Ozeans hinabsteigt. Die Eisenbahn durcheilt weite, morastige, mit Fels— blöcken bestreute Hochflächen; in dieser trostlosen Einsamkeit bilden wenige, unter den rauhen Stürmen verkümmerte Bäume das einzige Zeichen des Lebens. Plötzlich gewahrt man ein Holz— gerüst von ungewöhnlicher Höhe und Stärke. Drei riesige Pfähle, roh, ohne jeden Schmuck sind durch einen mächtigen Querbalken in der Höhe verbunden. An diesem hängen aus Holz gezimmerte Buchstaben in Riesengröße, welche die Inschrift bilden: Die große Scheidung. Unter dem Gerüst sprudelt nämlich eine starke Quelle hervor, welche sich alsbald in zwei kleine Bäche teilt, die in entgegengesetzter Richtung ihren Lauf nehmen. Der eine läuft östlich in den Saskadschevanfluß und bringt sein Wasser in die Hudson-Bay, die in das nördliche Eismeer aus— mündet. Der andere fließt westlich zum Fraser— fluß, der in den stillen Ozean bei Neu-Westminster mündet. Es ist also an dieser Stelle die Wasserscheide, welche über den zukünftigen Lauf und das Ende dieser beiden hier aus einer Quelle entspringenden Bäche unwiderruflich entscheidet. Obwohl ganz gleichen Ursprunges, nehmen die beiden Bäche durch die Richtung ihres Laufes für immer von einander Abschied. Wohl kann das Auge noch für eine Strecke weit ihren Lauf überschauen, aber sie kommen nie wieder zusammen. Im An— fang sind sie nur einen Fuß breit auseinander, und doch sind sie schon für ewig getrennt. Der eine Bach findet im eisigen Norden, der andere im sonnigen Süden das Ziel, dem er unaufhalt— sam zueilt. Die Menschen treten hinaus in das Leben. Ihre schnell verflogenen Tage gleichen dem kurzen und rauschenden Sprudeln jener hervorquellenden Wasser. Hoch über ihrem vergänglichen Leben ragt ein Holz von ewiger Bedeutung: das Kreuz von Golgatha. An diesem Zeichen scheidet sich ihr Lauf für ewig, unwiderruflich. Die einen finden ihr Ende in ewiger, hoffnungsloser Nacht, die andern in einer Ewigkeit des Friedens und der Freude. Was ist Dir das Kreuz? Reine Torheit mehr. 8 „Wie kann man doch nur glauben“, rief ein Mann mit Heftigkeit,„daß man durch das Blut eines Gekreuzigten Vergebung der Sünden erlangen kann? Ist das nicht eine Torheit?“ „Gewiß“, entgegnete ein Christ, der ihm gegen— übersaß,„so nennt es auch der Apostel Paulus.“ „Sie scherzen wohl?“ sagte der Ungläubige, „Paulus und ich stimmen doch sicher nicht überein.“ „Lesen Sie einmal!“ Damit reichte jener dem Spötter das heilige Buch und zeigte auf die Stelle 1. Korinther 1,18 hin:„Das Wort vom Kreuz ist denen, die verloren gehen, Torheit; uns aber, die wir errettet werden, ist es Gottes Kraft.“ Der Mann brach das Gespräch ab. Er war mehr erschüttert als er sich's merken ließ. Er hat daheim angefangen, mit Ernst in der Bibel zu lesen, erst heimlich, dann ohne Scheu. Jetzt ist ihm das Wort vom Kreuz keine Torheit mehr; er gehört zu den Erretteten, denen das Wort vom Kreuz Heil und ewiges Leben gebracht hat. v. Viebahn: Von der Landstraße des Lebens. 25 F Er hat euch versöhuet mit dem Leibe seines Fleisches durch den Tod, auf daß Er euch darstellte heilig und unsträflich und ohne Tadel vor ihm selbst. Kol. 1, 22. 8 „Das glut an Seinem Kreuz.“ Christus hat alles versöhnt,„damit, daß Er zum Frieden brächte durch das Blut an Seinem Kreuz“.(Kol. 1,20.) Das Kreuz Christi ist das Durchstreichungszeichen der Weltgeschichte, der Ideale, der Lebensanschauungen, ja eines jeden Lebens. Es wirft seine mächtigen Schatten in die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft aller menschlichen Existenzen. Es enthält die Segnungen des Todes Christi zu unserer Erlösung und ist der Inbegriff aller Hoffnung und allen Ruhmes Seines heiligen Lebens. In dem Kreuz konzen— trieren sich alle Todeskräfte zur Vernichtung des Eigenlebens und alle Auferstehungskräfte zum Aufbau der neuen Schöpfung in Christo. Woher die Kraft des Kreuzes? Die Kraft des Kreuzes liegt im Blut Christi; deshalb heißt es„Blut an Seinem Kreuz“. Blut und Kreuz find unzertrennlich miteinander verbunden. Das Blut floß am Kreuz, es zeugt vom Kreuz und führt zum Kreuz. Ebenso ist es mit dem Kreuz; es hat seine Kraft allein im Blut. Um dieses Geheimnis des Kreuzes besser ver— stehen zu können, müssen wir uns doch an dem Vorbild des Kreuzes orientieren. Das Vorbild aber des Kreuzes Christi ist der Altar.„Wir haben einen Altar“(Hebr. 13, 10), und unter den ewigen Realitäten des Himmels ist auch ein Altar zu finden.(Offenb. 8,35.) Von dem Altare, dem Schattenbild des Kreuzes, steht ge— schrieben:„Sieben Tage sollst du den Altar ver— söhnen und ihn weihen, daß er sei ein Allerheiligstes. Was mit dem Altar in Berührung kommt, das wird heilig“.(2. Mos. 29,37.) ö Mose und Aaron versöhnten und weihten den Altar mit dem Blute des Sündopfers.„Und nahm das Blut und tat es mit seinem Finger auf die Hörner des Altars ringsum,“(3. Mos. 8, 15.) Durch das Blut wurde der Altar ein Allerheiligstes. Die Heiligkeit war so groß, daß alles geheiligt ward, das mit dem Altar in Be— rührung kam. i g Also ist es mit dem Kreuz Christi. Das Blut des Gotteslammes benetzte das Kreuz. Versteht ihr jetzt das Wort: Blut an seinem Kreuz? Durch das Blut Christi ist das Fluchholz zu einem Aller— heiligsten gemacht mit der Kraft, uns ein für allemal zu heiligen.(Hebr. 10, 10.) Wunderbar! Wie geschieht das? An dem Kreuz muß durch das Blut unser Selbst- und Eigenleben, unser Sünden— und Schandleben zu Grunde gehen. Wahre Be— kehrung bringt den Sünder mit dem Kreuz zu— sammen. Es wird Tatsache:„Ich bin mit Christo gekreuzigt.“ Welche Christo angehören, die kreuzigen ihr Fleisch, samt seinen Lüsten und Begierden.“ Paulus proklamiert:„Es sei ferne von mir, rühmen, hat. denn allein von dem Kreuz unseres Herrn Jesu Christi, durch welches mir die Welt gekreuzigt ist und ich der Welt.“ Der mit Christo Gekreuzigte erlebt das Blut am Kreuz als Todeskraft des allen Lebens. Da werden alle Lüste und Begierden getötet; die Glieder, die auf Erden sind(Kol. 3, 5) ersterben; alle Wünsche und Gedanken, deren Quellen nicht Gott sind, erleiden vor ihrer Geburt den Todes— stoß. In dieser Weise ist das Kreuz, durch Christi Blut, der Gerichts vollzieher unserer sündlichen Natur mit allen ungöttlichen Trieben. Man empfängt Christi Todesmienen, ja man wird Seinem Tode ähnlich.(Phil. 3, 10.) Was eigenes Ringen und Kämpfen nicht fertig brachte— Christi Blut am Kreuz bringt's fertig. Halleluja! Doch das ist der negative Segen des Kreuzes; wir empfangen auch etwas Positives. Das Blut am Kreuz tötet und macht lebendig. Es ist nicht nur Todeskraft, sondern auch die„Kraft Seiner Auferstehung“. Gott hat Christus„durch das Blut des ewigen Bundes von den Toten aus— geführt.“(Hebr. 13, 20.) Das Blut am Kreuz gibt uns Auferstehungs- und Lebenskräfte, daß, „gleichwie Christus ist auferweckt worden durch die Herrlichkeit des Vaters, also auch wir in der Neuheit des Lebens wandeln“.(Röm. 6, 4.) Ja, durch das Blut am Kreuz ist uns göttliche Kraft und alles geschenkt, was zum Leben und zur Gottseligkeit dient.(2. Petr. 1, 3.) Alle Klagen über Kraftlosigkeit verstummen, wenn man einen Sinn für das Blut an Seinem Kreuz empfangen Ach, wie viele suchen Kraft in seelischen Bewegungen, rauschenden Versammlungen; sie warten auf ein neues Pfingsten, das nie mehr kommt, und gehen an der Kraft des Kreuzes vorbei. Handelt nicht so, meine Geliebten. Sucht die Gemeinschaft des Kreuzes, und ihr findet mehr, als ihr fassen und begreifen möget. Doch das wollen viele nicht. Das Kreuz ist der Ort der Tötung, da heißt es: sterben“. Sterben— ja sterben wollen sie nicht. Man will das Heiligungsleben um einen billigeren Preis erkaufen. Fasten, den Leib kasteien, Tag und Nacht um Kraft und Geistestaufen schreien, sich in einen abnormen Gemütszustand hineinarbeiten, das ist ein billiger Preis. Da rettet man sein Eigen- und Selbstleben. O Betrug Satans! Doch die Folgen der Kreuzesflucht sind schrecklich. Wir brauchen nicht von demselben zu reden. Sie liegen im hellen Licht der Sonne. Alle Welt weiß davon. O bitte, werdet doch willig, das Kreuz als eure Wohnung zu erwählen, als den Ort, wo ihr jede Stunde eures Lebens in der Gemeinschaft mit dem gekreuzigten Jesus sein könnt! Dies ist der Weg in das dunkle Heiligtum(Hebr. 10, 19) der Gegenwart Gottes. Hier wird die Liebe und Fersch völlig, und der Heilige Geist bekommt die errschaft deines Lebens. Du gehst zur Ruhe ein und wirst geheilt von allem Übel. Mitgekreuzigte sind heilig dem Herrn; denn der Altar heiligt die Gabe. Hier ist der Schlüssel alles Heiligungslebens. Am Kreuz werden unsere Leiber ein lebendiges, heiliges, Gott wohlgefälliges Opfer. Hier hört das menschliche Machen und Rühmen auf. Nicht durch eigenes Ringen, Laufen, Arbeiten, sondern Gottes Erbarmen, durch das Blut am Kreuz ist es. Die Gemeinschaft mit den Todes- und Auf⸗ erstehungskräften bringt uns zu einem Leben der Ruhe, des Sieges und der Offenbarungsgemein— schaft mit Gott. Meine Lieben! Wir haben einen Altar! Gebt euch selbst auf den Altar, und ihr seid hochheilig dem Herrn. Amen. 5 J. Vetter. N rn, 8 Chrischong- Jubiläum. 5 * 1 N— 2 SN d S e 2— SSS ä Bald werden es 75 Jahre sein, daß das zerfallene Kirchlein anf dem St. Chrischonahügel zur Evangelistenschule geweiht wurde. Wie hat sich seit dieser Zeit das Werk der Pilgermission— dort ausgedehnt! Viele hundert Männer sind seit jener Zeit von dort in alle Länder ausgegangen, die frohe Botschaft vom Heil in Christo zu ver⸗ kündigen. Die Brüderhäuser auf St. Chrischona sind seit Jahren zu klein geworden. Der Bau eines neuen Brüderhauses wäre eine große Not- wendigkeit. Nun ist aus den Reihen der aus- gesandten Evangelisten und Freunde der Anstalt der Gedanke angeregt worden, St. Chrischona als Jubiläumsgabe ein Brüderhaus zu schenken. Im April kommt der liebe Inspektor der Chrischona zu uns nach Hessen zum Brüdertag. Wie schön und gewiß Gott wohlgefällig wäre es, wenn auch die Hessen, die St. Chrischona so sehr viel zu verdanken haben, ihre Dankopfer in Form einer Jubiläumsgabe überreichen würden. Die Evan— gelisten der einzelnen Stationen sind gerne bereit, Gaben in Empfang zu nehmen. F. Herrmann. n Lersammlungs-Anzeigen 0 (Versammlungen innerhalb der Landeskirche) Bezirk Gießen. Stadtmission Gießen, Cöberstraße 14. Jeden Sonntag 1 Uhr: Sonntagsschule; 4 Uhr: Jungfrauenverein; 8 ¼ Uhr: Versammlung. N 4½ Uhr: Christlicher Verein junger Männer. Sonntag, den 16. März nachmittags Beuern, abends Altenbuseck, 18 Beuern. Karfreitag, abends 8 ¼ Uhr: Gießen, nachmittags Nordeck abends Wißmar. Sezirk Lich. Lich, Butzbacherstr. 17. Jeden Sonntag 12¾ Uhr, Sonntagsschule. 4 Uhr: Jungfrauenstunde, 8 ½ Uhr: allgemeine Versammlung. Sonntag, 16. März: Dorfgill u. Ober⸗Bessingen, 18. Villingen 19. Wohnbach, 21. Watzenborn. gezirl Nieder-Weisel. ½ 3 Uhr: Maibach, 3 Uhr: Kirch⸗ und Butzbach, abends 8 Uhr: Nieder-Weisel, Karfreitag nachm. Pohlgöns, 4 Uhr: Fauerbach. 1. Ostertag, morgens 6 Uhr: Nieder-Weisel, nachm. 3 Uhr: Fauerbach, 8 Uhr: Nieder-Weisel, Gesanggottesdienst. 2. Ostertag, nachm. 3% Münzenberg. Uhr: Butzbach, abends 8 Uhr: 0 gezirk Schotten. 16. März um 12 Uhr: Sonntagsschule in Schotten, abends 19 Uhr: Versammlung; nachm. 3 Uhr: Betzenrod. 18. Nidda, 19. Lißberg, Karfreitag Versammlung in Selters um 3 Uhr, in Schotten abends 1/9 Uhr. Bezirk gellnrod. Sellnrod: Jeden Sonntag, 12 Uhr: Sonntagsschule, g abends 8 Uhr: Versammlung. 18. März: Ober-Seibertenrod, 19. Sellnrod: Gebetstunde, 20. Wohnfeld, 21.(Karfreitag), nachm. 2¼ Uhr: Köddingen, Ober⸗Seibertenrod, Groß-Eichen, abends 8 Uhr: Selln⸗ rod, Helpershain und Klein⸗Eichen. 23. März(1. Ostertag), nachmittag 2½ Uhr: Sellnrod, Osterkonferenz, 8 Uhr Groß⸗Eichen. gezirk Friedberg. Vorstadt zum Garten No. 8: Jeden Sonntag und Donners⸗ tag abends 8/ Uhr Versammlung. U Bezirk Friedberg. Vorstadt zum Garten Nr. 8: Jeden Sonntag und Donnerstag Abends 8¼ Uhr Versammlung. medakteur: Stadimtsstonar Herrmann-Gießen. der Pilgermission. Verlag der Buchhandlung der Pilgermission. Mitarbeiter: Pfarrer Sperber-Cassel, Pfarrer Mockert-Frankfurt a. M. und die Prediger Druck von Otto Meyer in Gießen, Ludwigstr. 30. 1