Oberhessisches Intelligenz- und Kreis- Blatt 1, nit 46. Freitag den 18. November 1842. k v. C.—. E 1 2 Die für das dahier in leder Woche ein Mal, am Freitag, erscheinende Oberhessische Intelligenz⸗ und Kreisblatt bestimmten Avertissements müssen längstens in jeder Woche bis zum Donnerstag, Vormittags 9 Uhr, eingesendet werden; später eintreffende Inserate bleiben bis zur nächsten Nummer liegen. Die Inserzionsgebühr in gewöhnlicher Schrift beträgt per Zeile 2 kr. nde. nt hungen. Töpfer. Zu M. B. S. C. 393. Gießen am 14. November 1842. Betreffend Den Antrag des Abgeordneten Becker von Ortenberg auf Verbesserung der Schullehrergehalte. Die Großherzoglich Hessische Bezirks-Schulkommission des Kreises Gießen an die Schulvorstände des Kreises Gießen. Wir fordern Sie auf, hinsichtlich des rubricirten Gegenstandes eine tabellarische Uebersicht nach folgenden Rubriken unverzüglich aufzustellen, und an uns einzusenden. 1) Namen der Gemeinde. 2) Seelenzahl der Gemeinde. 3) Betrag der staͤndigen Revenuͤen der Gemeinde, nach fl., kr. u. hl. 4) Bezeichnung der Schulstellen erster, zweiter Schule. 5) Gesammtbetrag des Gehalts der Schulstelle, nach fl., kr. u. hl. 6) Bestandtheile des Schullehrergehalts: a) an Geld; b) an Naturalien; e) an Liegenschaften, nach fl. kr. u. hl. 7) Zuschuß zu diesem Lehrergehalt: a) aus dem Schul-Verbesserungsfond; b) aus dem Provinzial-Schulfond; e) aus Kirchen-, Gemeinde- oder sonstigen Fonds. Die Großh. Buͤrgermeister werden diese Aufforderung den vorsitzenden Mitgliedern der Schulvorstaͤnde sogleich vorzeigen. Prinz. Dr. Engel. Heyer. Zu Nr. K. G. 7588. Grunberg am 10. November 1842. Betreffend: Die Einführung eines gleichen Fuder⸗Maaßes in den wein⸗ bauenden Gemeinden der Königl. Baierischen Pfalz Der Großherzoglich Hessische Kees ah des Kreises Grünberg an sämmtliche Großherzogliche Buürgermeister dieses Kreises. 5 Nach einer Mittheilung des Großh. Provinzial-Commissaͤrs der Provinz Oberhessen hat die Koͤnigl. Baierische Regierung der Pfalz verfügt: „daß fuͤrderhin in dem Regierungsbezirke Pfalz allerwaͤrts bei Kaͤufen und Verkaufen, bei Messen und Abfuͤllen des Weines und sonstiger Getraͤnke und Fluͤssigkeiten, die in großeren Quantitäten abgegeben werden, statt der bisher uͤblich gewesenen verschiedenen Fudermaaßen, ein und dasselbe Maaß eingefuͤhrt und in Gebrauch genommen werden soll, und zwar in der Weise, daß statt des Fuders ein Kilolitre oder 1000 Litres, statt der Ohm ein Hectoliter oder 100 Litres zur Anwendung und unter diesen Bezeichnungen keine andere als die angegebene Quantitaͤt von Litres gelten soll.“ Hiernach werden Sie den die Pfalz besuchenden Weinkaͤufern Kenntniß geben. horte —— Zu Nr. K. G. 7360. Gruͤnberg am 15. November 1842. Betreffend: Die Provinzialstraße von Ruppertenrod im Ohmthal bis zur Straße von Schotten nach Herbstein. Der Großherzoglich Hessische Kreisrath des Kreises Gruͤn berg an die Großherzoglichen Buͤrgermeister dieses Kreises. Sie werden zur öffentlichen Kenntniß bringen daß nunmehr die rubricirte Provinzialstraße bis auf eirca 100 Klftr. am Einschnitt in die Herbsteiner Straße, soweit vollendet, und die Bestimmungen der Verordnung vom 17. Maͤrz 1824 in M 14 des Regierungsblatts vom Jahr 1824 auf solche anwendbar sind. Zu Nr. K. G. 7728. — jm— e ee e Grünberg am 16. November 1842. Betreffend: Den liederlichen Lebenswandel der Sophie Schmidt aus Lich. Der Großherzoglich Hessische Kreisrath des Kreises Ger suͤn berg an die Großherzoglichen Bürgermeister dieses Kreises. Nach Benachrichtigung Großh. Kreisraths zu Hungen treibt sich die nachstehend signalisirte Rubrikatin auswaͤrts zwecklos herum. Ich weise Sie daher an, auf dieselbe invigiliren, sie im Betretungsfalle arretiren und anher abliefern zu lassen. in nr i e r. S i, gene g lde m e n Alter: 20 Jahre, Giöße: 7, Haare: blond, Augenbr.: desgl., Augen: grau, Nase: gewoͤhnlich, Mund: klein, Bart: keinen, Kinn: spitz, Gesicht: laͤnglich rund. Besondere Zeichen: Sommersprossen im Gesicht. Bekanntmachungen. Edictalladungen. 231) Johannes Marzen Wittwe, geb. Jost, von Wohnfeld hat an Konrad Ringels Eheleute daselbst ihr gesammtes Vermögen, unter der Be— dingung, alle darauf haftenden Schulden zu berich⸗ tigen, abgetreten. Nach einem in den Pfandbüchern befindlichen Eintrag, d. d. 27. Juli 1836, con- stituirte der verstorbene Johannes März, in Ver— bindung seiner dermaligen Wittwe, sämmtlichen Gläubigern seines verstorbenen Schwiegervaters, Heinrich Jost, Lenzen Eidam, von Ulrichstein, eine raße die vom sirte sse erich⸗ licher col Per⸗ fliches aterẽ/ ent Generalhypothek. Aus den deßfallsigen Verlassen⸗ schaftsacten geht nur unvollständig die Befriedigung der damals aufgetretenen Gläubiger hervor, und um daher den Abtretungsvertrag zwischen Johannes Märzen Wittwe und Konrad Ringels Eheleuten bestätigen zu können, werden alle diejenigen, welche annoch Ansprüche an die Verlassenschaft des Hein— rich Jost, Lenzen Eidam, oder an den verstorbenen Johannes März und dessen Wittwe bilden zu können vermeinen, aufgefordert, diese so gewiß im Termin, Donnerstag den 17. Novbr., Morgens 9 Uhr, dahier anzuzeigen und zu begründen, gegenfalls der Abtretungsvertrag bestätigt und der im Pfandbuch befindliche Eintrag, d. d. 27. Juli 1836, als durch Zahlung erloschen, angesehen werden wird. Ulrichstein den 13. October 1842. Großh. Hess. Landgericht daselbst. Rayß. 236) Die Erben des Konrad Kraft von Ulrichstein haben dessen Nachlaß unter der Rechts— wohlthat des Inventars angetreten. Zu dem zur Erbschaft gehörigen, in Ulrichsteiner Gemarkung gelegenen, Grundvermögen gehören drei Grundstücke: 42 21 56,000Klftr. Acker am Altenberg, 7 XIV shai e,„ am Eckmannshain, —05Ä 2 5 o„,„ Wiese im langen Wassergrund, welche zum Zweck der Erbtheilung verkauft wur⸗ den und worauf 1) eine von dem Vater des Verstorbenen, Kas⸗ par Kraft, am 7. August 1775 bei Jud Seligmann zu Schotten contrahirte Dar— lehnsschuld von 200 fl., 2) eine von Konrad Kraft am 14. Februar 1834 bei Großh. Landrath Ortwein zu Lau⸗ terbach weiter contrahirte Darlehnsschuld von 30 fl. haften. Dem Fortbestand dieser Schuld- und Pfand— verbindlichkeiten wird widersprochen, und es werden daher auf Antrag alle diejenigen, welche an den Nachlaß des verstorbenen Konrad Kraft, oder auf die von diesem und dessen verstorbenen Vater, Kaspar Kraft, errichteten beiden Schuldurkunden Ansprüche irgend einer Art bilden, aufgefordert, diese sogewiß binnen 60 Tagen a dato dahier an- zuzeigen und zu begründen, gegenfalls die deßfall— sigen Schuldurkunden für erloschen angesehen und die beiden Einträge in den Pfandbuchern gelöscht, der Erlöß der verkauften Grundstücke aber ohne Rücksicht auf Priorität der Gläubiger verwendet werden wird. ulrichstein, den 20. October 1842. Großh. Hess. Landgericht daselbst. Rayß. Versteigerungen. 256) Nachstehende Arbeiten, als: 1) die Anlage von 7 Mrg des abgeholzten Stolzen⸗ morgen zu Wiesen, veranschl. zu 350 fl. 2) die Fertigung eines Neservoirs, veran⸗ schügt zue n ec e g dat fl. 800 212 fl. 3) desgl. eines Grabens, veranschl. zu. 91 fl. 4) desgl. der Löcher zu den Baumpflanzungen an den Vicinalwegen, veranschl. zu 44 fl. 5) Schlosserarbeit, veranschl. zu 0 fl. 6) die Lieferung von 40 Stück Parzellengrenz⸗ steine aus dem Hangenstein und 7) das Brechen, Fahren und Klopfen von meh⸗ reren Cub. Klftr. Basaltsteine sollen Dienstag den 22. d. M., Vormittags 10 Uhr, auf dem hiesigem Nathhaus an den Wenigstfor⸗ dernden versteigert werden. f Gießen den 17. November 1842. Der Bürgermeister Gg. Reiber. 257 Freitag den 25. d. M., Morgens 9 Uhr, sollen in dem Revier Schiffenberg, Distrikt Tempel, nachstehende Holzsortimente meistbietend oͤffentlich versteigert werden: 3 Stecken Nadel-Prügelholz; 1„ Stöcke; 15225 Gebund„ Reiser; L ,, 100 Nadel⸗Stangen, 10 Cbfß. haltend. Die Zusammenkunft ist auf dem Watzenbörnerweg bei dem Holz selbst. Gegen vorschriftsmäßige Bürgschaft wird Credit bis Johanni 1843 gegeben. Gießen den 18. Novbr. 1842. Der RNevierförster v. Buseck. 252) In der Wohnung des Unterzeichneten sollen 1 Montag den 28. d. M., von Morgens 10 Uhr an, Heu, Hafer, Stroh, Brennholz, verschiedenes Stan— genholz, einige Leitern, eine Chaise mit Glasvorder— gestell, eine Troschke, ferner 2) Donnerstag den 1. Decbr, jedesmal von Morgens 10 Uhr an, und die folgenden Tage, verschiedene gute Mobilien, als Commode, verschie— dene Tische, Sopha's, gepolsterte und andere Stühle, Küchenschränke, Bettstellen, ein Bücherschrank mit Glasthüren, Gläser, Bouteillen, eine Standuhr, verschiedene Kupferstiche und sonstiges Hausgeräthe, meistbietend gegen gleichbaare Zahlung versteigert werden. Alsfeld am 10 Novbr. 1842. f Dr. Camesasca. Gr. Kreisrath. ———j——— 8 1 — 254) Eichen-Bauholz-Versteigerung. Montag den 5. December d. I., Mittags präcis 12 Uhr, sollen in dem hiesigen Gemeindewalde, die Junge— mark genannt, ungefähr 70 Stück Eichen-Bau⸗ stämme von ausgesuchter Qualität und Schön⸗ heit, öffentlich meistbietend versteigert werden, wel⸗ ches mit dem Bemerken hierdurch bekannt gemacht wird, daß sich darunter die schönsten Stämme von 60 bis 70 Fuß Länge, 40 Zoll Durchmesser, 300, 400 bis 500 Cubikfuß enthaltend, befinden, die sich daher zu Schiffsbauholz und Wellenbäumen voll⸗ kommen eignen. Man ersucht zugleich die Herren Bürgermeister, dieses, im Interesse der Bauliebhaber, Zimmer⸗ und übrigen Handwerksleute, in ihren unterhaben⸗ den Gemeinden alsbald öffentlich publiciren lassen zu wollen. Langgöns, bei Gießen, den 17. Nvbr. 1842. Der Großh. Hess. Bürgermeister Fresenius. 251) Donnerstag den 24. Nobr. d. J., Vormittags 8 Uhr, soll im Gasthaus zum Einhorn zu Lich: 1) ein guter Wagen für vier Pferde, stark, 2) ein ganz neuer Vorderwagen, 3) verschiedenes Pferdegeschirr, von allen Sor⸗ ten, wobei ein englischer Reitsattel sich be⸗ findet, 4) mehrere Ackergeräthschaften, 5) mehrere Fässer, Ständer und sonstige Ge⸗ räthschaften an den Meistbietenden öffentlich versteigert werden. Eich, den 14. November 1842. Der Gr. Hess. Fürstlich⸗Solm'sche Bürgermstr. Vogt. 250) Künftigen Montag, den 21. November, Mittags 12 Uhr, soll die Lieferung der Schulbesoldungsfrüchte für 1812, 16 Mltr. Korn, und 1 Mltr. 3 Sim. Gerste wenigstnehmend auf dem Büreau des Unterzeichne— ten versteigert werden. Garbenteich, den 16. November 1842. Der Bürgermeister Wallbott. Anszuleihen. 235) 1880 fl. liegen bei der Kirche zu Frei⸗ enseen zum Ausleihen bereit. 8 Laubach den 9. Novbr. 1842. C. Scha ad, Decanats-Kirchenrechner. Zugelaufeuer Hund. 255) Ein weißer Pudel, männlichen Geschlechts, ist am 10. d. M. dahier aufgefangen, und bei dem Unterzeichneten angezeigt worden. Der Eigenthümer desselben wird deshalb ersucht, diesen Hund gegen Erstattung der Kosten dahier in Empfang zu nehmen. Die Großh. Bürgermeister des Kreises Gießen und Grünberg werden ersucht, Vorstehendes ver— offentlichen zu wollen. f Frankenbach, am 11. November 1842 Der Großh. Bürgermeister Kraft. Druck und Verlag der G. D. Brühl'schen Buch— und Steindruckerei in Gießen. 7