3 Oberhessisches Intelligenz- und Kreis- Blatt W 10. Freitag den 11. Maͤrz l 1842. nz⸗ und Kreisblatt Die für das dahier in jeder Woche ein Mal, am Freitag, erscheinende Oberhessische Intellige bestimmten Avertissements müssen längstens in jeder Woche bis zum Donnerstag, Vormittags 9 Uhr, eingesendet werden; später eintreffende Inserate bleiben bis zur nächsten Nummer liegen. Die Inserzionsgebühr in gewöhnlicher Schrift beträgt nen⸗ per Zeile 2 kr. Kreisräthliche Vekanntmachungen. Zu Nr. K. G. 2696. Gießen am 7. Maͤrz. 1842 Betreffend: Die theoretische Prüfung der Bauhandwerker. ö Der Großherzoglich Hessische 1 Kreisrath des Kreises Gießen an die Großherzogl. Buͤrgermeister dieses Kreises, mit Ausnahme der Großh. Bürgermeisterei Gießen. Der Anfang zur theoretischen Prufung der Bauhandwerker ist nach einer Mittheilung des Großhl. Provinzialbaumeisters auf Montag den 4. April lauf. Jahres, Vormittags 8 Uhr, festgesetzt, was Sie in Ihren betr. Gemeinden den Betheiligten bekannt zu machen haben. K. C. Knorr. — 2 ieder ä ů——· 17 0 Gießen am 10. Maͤrz 1842. Betreffend: Die Musterung pro 1842. 0 Der Großherzoglich Hessische Kreisrath des Kreises Gießen eck an saͤmmtliche Großherzoglichen Buͤr germeister des Kreises Gießen. 7 1 Sie haben in Ihren Gemeinden unverzüglich zur oͤffentlichen Kenntniß zu bringen, daß 57 die Bezirks⸗Musterliste fuͤr 1842, vom 14. dieses Monats an, 14 Tage lang zur Einsicht * auf dem kreisraͤthlichen Bureau dahier offen liege. Die Befolgung dieses Auftrags haben Sie mit umgehendem Boten berichtlich anzuzeigen. In Auftrag Eckstein. Gießen den 5. Maͤrz 1842. *. Zu Nr. K. G. 2735. 125 Betreffend: Die Diälenverzeichnisse der Ortsvorstandspersonen. Der Großherzogl. Hessische Kreisrath des Kreises Gießen mtliche Großherzogl. Buͤrgermeister dieses Kreises. der seither bestandenen Form Diaͤten der einzelnen Orts— an saͤm Aus verschiedenen Gruͤnden habe ich mich veranlaßt gefunden, eine andere Einrichtung in der Art zu geben, daß in Zukunft die vorstandspersonen in Gemeindeangelegenbeiten in ein Verzeichniß aufzunehmen sind. Ich uͤbersende Ihnen anliegend einige Exemplare dieser Formularien, welche von dem Buchdrucker G. D. Brühl J. dahier bezogen werden koͤnnen, mit dem Auftrag, sich in Zukunft derselben zu bedienen, als sonst im entgegengesetzten Falle von mir die Ermaͤchtigung zur Zahlungs⸗ anweisung nicht ertheilt werden wird. K. E, N r. Zu Nr. K. G. 1966. Gießen am 7. Maͤrz 1842. Betreffend: Maasregeln gegen das Wegfangen der Insecten vertilgenden und der der Landwirthschaft schädlichen Vögel. Der Großherzoglich Hefsische Kreisrath des Kreises Gießen an saͤmmtliche Großherzogliche Buͤrgermeister dieses Kreises. Da nur sehr wenige Burgermeister die Vertilgung der rubricirten Voͤgel und zwar diese nur bezuglich dreier Sperlinge beantragt haben, die uͤbrige bedeutend uͤberwiegende Mehrzahl jedoch die Vertilgung derselben der Landwirthschaft nicht zutraͤglich halt, so finde ich mich be— wogen, zu verfuͤgen, daß dieses Jahr keine Sperlinge im ganzen Kreise geliefert werden sollen. R. anon Zu Nr. K. G. 1546. Betreffeud: Den Abgang der Landbeschäler auf die Gestütsstationen. Der Großherzoglich Hessische Kreisrath des Kreises Gruͤnberg i an die Großherzoglichen Buͤrgermeister dieses Kreises. Sie werden alsbald zur oͤffentlichen Kenntniß bringen, daß die Landbeschaͤler auf den Gestuͤtsstationen zu Altulrichstein und Grünberg eingetroffen sind. Ouvrier. Grünberg am 8. Marz 1842. —B———— Zu Nr. K. G. 1449. Betreffend: Die Musterung des Jahres 1842. f Der Großherzoglich Hessische Kreisrath des Kreises Grunberg an saͤmmtliche Großherzogliche Buͤrgermeister dieses Kreises. Sie werden bekannt machen, daß die Hauptliste der dießjaͤhrigen Militaͤrpflichtigen vom 14. bis 28. Maͤrz sowohl auf meinem Bureau, als auf dem des Großhl. Buͤrgermeisters zu Ulrichstein zur Einsicht offen liegt.* Grünberg am 4. Maͤrz 1842. Ouvrier. — is—ñ: J ucker elben ings, diese rzabl ) be ollen 42. den vom sters * Bekanntmachungen. Edictalladung. 40) Der bestellte Curator uber die Kinder erster Ehe des am 2. Februar 1839 verstorbenen Georg Stier von Londorf hat wegen der Eebauseinander⸗ setzung dessen vorhandenes Mo- und Immobiliar⸗ Vermögen versteigern lassen und ist am 28. Octbr. 1841 mit der zweiten Ehefrau des Verstorbenen dahin üͤbereingekommen, daß diese sämmtlich vorhandene Schulden übernimmt, die Kinder erster Ehe aber aus der vorhandenen Masse vorzugsweise bezahlt werden sollen. Alle diejenigen, welche Ansprüche auf jene Masse machen können, sowie auch namentlich die Kinder erster Ehe des Georg Stier, deren Aufenthaltsort unbekannt ist, werden daher aufgefordert, so gewiß im Termin Donnerstag den 21. April l. J., Vormittags, ihre Rechte dahier zu wahren, gegenfalls das statt⸗ gehabte Uebereinkommen bestätigt und die vom Cu⸗ rator versilberte Masse, soweit sie den Kindern er⸗ ster Ehe des Georg Stier zusteht, durch jenen fer⸗ nerhin fortver valtet werden wird. Grünberg den 4. Februar 1842. Gr. Hess. zum Landgericht das. geh. Ptgericht der Freiherrn von Nordeck zur Rabenau. Kraft. Nayß. Versteigerungen. 54) Donnerstag den 17. März 1842, Vormittags 9 Uhr, sollen in dem Gemeindewald der Gemeinde Gießen, Distrikt Heingesboden, Sauhüttendörner⸗ und Licher⸗ straße: 5% Stecken Eichen⸗Scheitholz, 1%„ Eichen-Prügelholz, 3„ Eichen⸗Stockholz, 1025 Gebund Eichen⸗Wellen, 3 Stecken Kiefern-Prügelholz, „ Kiefern⸗Stockholz, 27725 Gebund Kiefern-Wellen, 975„ Wachholder⸗Wellen, 1330„ Dorn⸗Wellen und 4 Stück Eichenstämme, 58 Cubikfuß halt. an den Meistbietenden versteigert werden. Der Zusammenkunftsort ist am Anneröderweg am Fichtenkopf. Gießen, den 10. März 1842 Der Beigeordnete E. C. Nühl. 57) Donnerstag den 17. März 1842, Vormittags 10 Uhr, sollen in dem Gemeindewald der Gemeinde Allen⸗ dorf a. d. Lumda, Distrikt Berg, Pestilenzstrauch ꝛc., 98 Stämme Nadelbauholz versteigert werden. Unter diesen befinden sich ganz vorzüglich schöne Fichten⸗Stämme, die 18 Zoli mittler Durchmesser haben und 80 Fuß lang sind. Zugleich sollen daselbst 2 Eich-Stämme und 228 Kiefern⸗Stangen von verschiedener Länge und Dicke an den Meistbietenden versteigert werden. Der Zusammenkunftsort ist in den Fichten auf dem Fußpfad von Allendorf nach Ilshausen. Allendorf a. d. Lumda, den 5. März 1842. Der Großh. Bürgermeister Funk. 60) Fruchtversteigerung bei dem Rent⸗ amte Gruͤnberg. Dienstag den 29. März, Vormittags 9 Uhr, soll auf dem herrschaftlichen Speicher zu Grün⸗ berg eine ansehnliche Parthie 1841 herrschaftlicher Per bestehend in Waizen, Korn, Gerste und afer, unter den bei der Versteigerung bekannt gemacht werdenden Bedingungen, öffentlich ver— steigert werden. Grünberg den 8. März 1842. Großh. Hess. Rentamt. Bötticher. 50) Montag den 14. d. M., Morgens 8 Uhr, sollen in dem Gemeindewald von Hochelheim, Distrikt Weißbuch, nahe bei der Wetzlarer-Frankfurter⸗Straße, 211 Eichen⸗, Bau⸗, Nutz⸗ und Werkholzstämme, worunter sich mehrere von 30— 40 Fuß Länge, und 100— 140 Kubikfuß Inhalts befinden, öffentlich an den Meistbietenden versteigert werden. Niederkleen, Kreises Wetzlar, den 4. März 1842. Der Bürgermeister Börner. Bekanntmachung. Billigste n 7 legenheit nach Nordamerika. Der unterzeichnete bevollmächtigte Agent der Herrn Lüdering& Comp., Schiffsrheder und Großherzogl. Hess. Konsul in Bremen, macht hiermit bekannt, daß nunmehr am 1. und 15. Tage eines jeden Monats, wie früher, große schnell⸗ segelnde dreimastige Bremer Schiffe, mit hohen ge⸗ räumigen Zwischendecken versehen und bestens ein⸗ gerichtet, von Bremen aus nach Baltimore und New⸗York und mitunter auch nach Phi⸗ ladelphia und New⸗Orleans abgefertigt wer⸗ den, und daß daher zu jeder Zeit Passagiere, die sich zur Ueberfahrt nach Nordamerika ent⸗ schlossen haben, unter den besten und billigsten Be— dingungen, bei dem Agenten angenommen und bundige Schiffskontrakte mit demselben abgeschlossen werden koͤnnen,— so wie derselbe auch jede nähere Auskunft über die abgehenden Schiffe sowohl, als auch die gedruckten Ueberfahrtsbedingungen unent— geldlich ertheilt.— Offenbach den 7. März 1842. E. Kugler, Agent. Vorstehende Anzeige wird hiermit bestätigt von Lüdering& Comp., Schiffsrheeder und Großh. Hess. Konsul in Bremen. ——— Miscellen. Fortsetzung.) Düngung. Obschon der Roggen auch in ma⸗ germ Boden fortkommt, so verträgt er doch die fri⸗ sche Düngung nicht nur sehr gut, sondern kommt auch nach einer solchen um so besser fort. Wo er die Hauptfrucht ist, düngt man zu ihm, so weit der Mist langt. Man darf jedoch nicht zu stark düngen, weil er sonst zu üppig im Herbst wächst, im Winter leicht fault und im folgenden Frühjahre lagert und zwar nicht selten vor der Blüthe, wo er dann wenig Körner ansetzt. Beim Bau des Noggens als Hauptfrucht findet die Regel Anwen⸗ dung: schwächer, aber öfter zu düngen— welche sich jedoch natürlich nach der Beschaffenheit des Bodens modificiren muß, indem man bindigere und kältere Bodenarten stärker, als leichte und warme düngt. Der Roggen liebt es, wenn der Mist mehr zergan— gen ist, und man bringt ihn in der Brage unter; ist jedoch der Boden mehr kalt und bindig, so scha— det es nicht, wenn der Mist unmittelbar vor der Saat untergebracht wird, nur darf er nicht zu stro⸗ hig und zu wenig zergangen seyn, weil dann die Pflanzen des Roggens leicht eingehen. Am besten sagt ihm der Schaf⸗ und Pferdemist zu, Rindsmist hat zur Folge, daß die Körner dickschalig werden, und es wird daher eine Mengung der Mistarten empfohlen. Schafpferch, er mag vor oder nach der Saat gegeben werden, äußert stets eine gute Wirkung und wird besonders bei spätern Saaten empfohlen. (Fortsetzung folgt.) Anekdote. Ein von der Neise ermüdeter Israelit bat einen vorbeireitenden Lieutenant, ihn doch mit auf das Pferd zu nehmen. Der Ofstzier gab endlich seinen Bitten unter der Bedingung nach, daß sich der Jude soweit auf den Hinterhalt des Pferdes setze, daß er den Christen nicht berühre. Es ging rasch einen ziemlich steilen Berg hinauf, und der Christ, ab⸗ sichtlich immer weiter zurückrutschend, rief dem Ju⸗ den gebieterisch zu, sich nicht von ihm erreichen zu lassen; der furchtfame Jude retirirte immer fort. Endlich rief er ganz ängstlich: „Herr Affezierer!“ Nun, was giebt's denn, Abraham? „Der Schimmel wird alle! Der Schimmel wird alle!“. Druck und Verlag der G. D. Brühl' chen Buch- und Steindruckerei in Gießen.