Oberhessisches * 50 0 Intelligenz- und Kreis-Blatt V 13. Freitag den 26. Worz 1841. te, de Die für das dahier in jeder Woche ein Mal, am Freitag, erscheinende Oberhessische Intelligenz- und Kreisblatt bestimmten Aoertissements müssen längstens in jeder Woche bis zum Donnerstag, Vormittags 9 Uhr, eingesendet werden; t= später eintreffende Inserate bleiben bis zur nächsten Nummer liegen. Die Inserzionsgebühr in gewöhnlicher Schrift beträgt * per Zeile 2 kr. —.—— 5* isräthliche Vekanntmachungen. m⸗ f Zu Nr. K. G. 2867. f Gießen am 20. Maͤrz 1841. ig Betreffend: Die Zeit, innerhalb welcher die Auflagen des Kreisraths d= a von den Großh. Bürgermeistern des Kreises Gießen zu * erledigen sind. 15 Der Großherzoglich Hessische zt.. 5„ ö 1„Kreisrath des Kreises Gießen 10* an die Großherzoglichen Buͤrgermeister dieses Kreises. 1 Unterm 18. Januar 1833 erließ ich an die Großh. Buͤrgermeister ein Ausschreiben er⸗ folgenden Inhalts: 5„Wenn ich auch mit der Dienstfuhrung der Großh. Buͤrgermeister im Allgemeinen g„zufrieden zu sein Ursache habe, so habe ich doch wahrnehmen muͤssen, daß Einige 15„unter Ihnen bisweilen sehr saͤumig in Erledigung der denselben gewordenen Auf— on„lagen sich bezeigt haben. Ich sehe mich deßhalb veranlaßt, Ihnen hiermit ein- d„fuͤr allemal bemerklich zu machen, daß gefordert werdende Berichte und andere en.„Auflagen in der Regel, und wenn nicht in einzelnen Faͤllen eine andere Frist anbe— „raumt wird, binnen 8 Tagen zu erstatten und resp. zu erledigen sind, und daß, .„wenn nicht innerhalb dieses Zeitraums ein genuͤgender Entschuldigungsbericht ein— 90„kommt, auch ohne vorausgegangene Erinnerung oder Androhung, nach Beschaffen— en,„heit der Umstaͤnde, Strafansatz oder Zusendung eines Wartboten zu erwarten steht.“ hen„Sowie ich auf der einen Seite wuͤnsche, daß Sie die Absicht dieser meiner den„Verfugung nicht verkennen werden, will ich mich auf der andern Seite gerne der „Hoffnung uͤberlassen, daß Sie sich bestreben werden, mich der unangenehmen Noth⸗ f„wendigkeit zur Realisirung derselben zu uüͤberheben.“ f Da seitdem der hiesige Kreis bedeutend vergroͤßert worden ist, und auch von einigen 15 Großh. Buͤrgermeistern der schon fruͤher zum hiesigen Kreise gehoͤrigen Gemeinden, der In— ö halt dieses Ausschreibens vergessen worden zu sein scheint, so theile ich Ihnen solches mit dem lei Bemerken mit, daß es nunmehr auf alle Buͤrgermeister des hiesigen Kreises Anwendung finden 2 wird, und ich auf Befolgung der gegebenen Vorschriften mit Streuge achten werde. K. Chr. Knorr. Zu Nr. K. G. 2866. Gießen am 23. Maͤrz 1841. Betreffend: Die Unterstützung bedrängter ehemaliger Militairs, welche ö Feldzüge mitgemacht haben. f a Der Großherzoglich Hessische f Kreisrath des Kreises Gießen an die Großherzoglichen Bürgermeister dieses Kreises. In Auftrag hoͤchstpreislichen Kriegsministeriums gebe ich Ihnen auf, alsbald in Ihren Gemeinden öffentlich bekannt zu machen, daß diejenigen nicht bereits pensionirten oder angestellten Individuen, welche einen oder mehrere Feldzuͤge im Großh. Militair mitgemacht, und das Felddienstzeichen erhalten, oder Anspruche auf dasselbe haben, und welche jetzt mit drückenden Nahrungssorgen und Armuth kaͤmpfen, sich mit ihrer etwaigen Bitte um eine fuͤr jetzt, oder fur die Zukunft zu bewilligende Unterstuͤtzung, innerhalb 4 Wochen bei Ihnen anzumelden haͤtten,— jedoch nur dann, wenn entweder nach der Menge der gemachten Feld⸗ zuͤge, oder nach der Beschwerlichkeit derselben, oder nach speciellen Umstaͤnden anzunehmen sei, daß durch den Felddienst und die damit verbundenen Strapazen ihre Gesundheit oder Koͤrper⸗ kraft bedeutend dadurch gelitten habe.— Einreichung von Gesuchen bei Großh. Kriegsmini⸗ sterium werden übrigens ohne allen Zweck sein. Zur Aufzeichnung solcher Anmeldungen werden Ihnen mittelst Couverts, besondere 1 Fragebogen zugesandt werden, und Sie haben sodann dasjenige, was jedes einzelne der sich 1054 anmeldenden Individuen hinsichtlich der Punkte 1, 2 und 3 angiebt, auf der rechten Seite 1 des Bogens zu bemerken. Alsdann sind diese Fragebogen dem Gemeinderathe vorzulegen, gemeinschaftlich mit dem⸗ selben alle uͤbrigen Fragen genau und gewissenhaft zu beantworten, und solche alsbald nach Ablauf des bestimmten Termins an mich einzusenden. N K. Chr. Knorr. Zu Nr. K. G. 2812. Gießen am 23. Maͤrz 1841. Betreffend: Die Anordnung zur Verminderung der Maikäfer. f Der Großherzoglich Hessische b Kreisrath des Kreises Gießen an saͤmmtliche Großherzogl. Buͤrgermeister des Kreises Gießen. Da sich uber die Zweckmaͤßigkeit und die Wirkungen der versuchsweise angeordneten Maasregel nur dann mit Bestand urtheilen laßt, wenn solche mehrere Jahre hinter einander allgemein in Vollzug gebracht wird, so hat hoͤchstpreisliches Ministerium verfuͤgt, die Be— eolgung der Vorschriften, welche ich ihnen mit meinem Ausschreiben vom 7. Maͤrz 1839 in M 10 des Kreisblatts vom Jahre 1839 mitgetheilt habe, Ihnen nochmals einzuschaͤrfen, und Sie anzuweisen, zur Lieferung von Maikaͤfern gegen die festgesetzte Verguͤtung, allgemeine Auf— forderung zu erlassen. Ich erwarte daher, daß sie nach der Ihnen bekannten Anordnung auch hinsichtlich der entstehenden Kosten, das Geeignete veranlassen, sich bemuͤhen, daß namentlich von Kindern das Einsammeln der Maikaͤfer fleißig geschieht, den Grundbesitzern zugleich empfeh⸗ len, bei Gelegenheit des Umpfluͤgens und Umgrabens der Felder und Gaͤrten, die Engerlinge aufzulesen und zu vertilgen, und Sie laͤngstens bis zum 20. Juni d. J., bei Meidung der Abholung durch Expresse, über den Erfolg, unter Angabe der Menge der gelieferten Kaͤfer, berichten werden. K. Chr. Knorr. * Zu Nr. K. G. 2807. Gießen am 19. Maͤrz 1841. Betreffend: Die Untersuchung gegen Margarethe Aulbach von Rottfeld, im Königlich Baierischen Landgericht Klin⸗ genberg, wegen Diebstahls und Fälschung. Der Großherzoglich Hessische Kreisrath des Kreises Gießen an die sämmtlichen Großherzoglichen Bürgermeister dieses Kreises, mit Ausnahme des von Gleßen. Das unter obigem Betreff, von dem Großh. Kreisrath des Kreises Gruͤnberg ebenfalls, in diesem Blatt erlassene Ausschreiben, hat auch fuͤr Sie Gultigkeit. K. CE h r. Kim or rot. Zu Nr. K. G. 2741. a Grünberg am 20. Maͤrz 1841. Betreffend: Die Untersuchung gegen Margarethe Aulbach vol Rott⸗ feld, Königlich Baierischen Landgerichts Klingenberg, we⸗ gen Diebstahls und Fälschung. Der Großherzoglich Hessische Kreisrath des Kreises Grunberg an die Großherzoglichen Buͤrgermeister dieses Kreises. Der nachstehend signalisirten Rubrikatin, welche wegen mehrerer zweiten kleinen Dieb⸗ staͤhle im Jahre 1838 von dem Großh. Landgericht Offenbach zu einer viermonatlichen Cor⸗ rectionshausstrafe und im verflossenen Jahre von dem Großh. Hofgericht zu Gießen wegen Faͤlschung zu gleicher Strafe verurtheilt worden ist, welche sie dermalen in der Dieburger Strafanstalt verbuͤßt, kann, hoͤchster Entschließung zufolge, der fernere Aufenthalt im Großherzogthum nicht gestattet werden. Ich beauftrage Sie daher, wenn sich diese Person in Ihren resp. Buͤrger⸗ meistereien betreten laͤßt, solche arretiren und anher einliefern zu lassen. Ouvrier. Signalement der Margarethe Aul bach: U Alter: 28 Jahre. Mund: gewoͤhnlich. Groͤße: 6 Fuß 3 Zoll. Kinn: rund. Haare: blond. Gesicht: laͤnglich. Augenbraunen: blond. 0 Besondere Zeichen: stottert beim Spre⸗ Augen: braun. chen. Nase: gerade, vorne etwas dick. Zu Nr. K. G. 2536. Grunberg am 17. Maͤrz 1841. Betreffend: Den vermißten Löb Lichtenstein von Hungen. 5 Der Großherzoglich Hessische Kreisrath des Kreises Gruͤn berg 8 an die Großherzoglichen Bürgermeister dieses Kreises. Nach Benachrichtigung des Großh. Landraths zu Hungen, hat sich der unten naͤher beschriebene Rubrikat am 9. l. M. aus seiner Heimath entfernt, um in Oberbessingen und der Umgegend Lumpen zu sammeln, ist aber gegen seine Gewohnheit auf den Sabbath und bis jetzt nicht zuruͤckgekehrt. Ich beauftrage Sie daher, die geeignet scheinenden Nachforschungen nach demselben an— zustellen und das allenfallsige Resultat schleunigst hierher anzuzeigen. Du de. Signalement des Löb Lichtenstein: Alter: 25 Jahre. Groͤße: 6 Fuß, 5 Zoll. Haare: schwarz. Stirn: gewoͤhnlich. Augen: braun. Augenbraunen: schwarz. Nase: spitz. Mund: dick. Bart: schwarz. Kinn: ordinair. Gesicht: laͤnglich. Gesichtsfarbe: frisch. Statur: schlaͤnk. Besondere Zeichen: 0. Derselbe trug bei seinem Weggehen von hier: einen hellblauen Kittel, eine Paar na⸗ turgraue Hosen, ein Paar Schuhe, ein Paar Gamaschen, eine braune Weste, ein gestrickt weißes Unterkamisol, einen braune Kappe, ein baumwollen gewuͤrfeltes Halstuch. !!!! ·. ⁵³˙ Bekanntmachungen. Versteigerungen. 64) Versteigerung von Bauarbeiten. Freitag den 2. April d. J., Vormittags um 10 Uhr, sollen die zur Erbauung eines neuen Pfarrhauses in Queckborn erforderlichen Arbeiten, veranschlagt: fl kr 10 Maurer- u. Steinhauerarbeit zu 2167 14 2) Zimmerarbeit z 1100 17 3) Dachdeckerarbeit zu 286 1 4) Schreinerarbeit zu 8 978 12 5) Schlosserarbeit zu 575 38 6) Glaserarbeit zu 2560 2 10 227 18 7) Weißbinderarbeit zu. 455 20 8) Spenglerarbeit zu. a 44 36 in der Wohnung des Gastwirths Sehrt daselbst, an die Wenigstfordernden vergeben werden. Die Großh. Bürgermeister werden ersucht, die— ses in ihren Gemeinden mit dem Bemerken be— kannt zu machen, daß die Risse, Voranschläge und Versteigerungsbedingungen bei dem Großh. Bürgermeister Schmitt in Queckborn zur Einsicht offen liegen. Gießen den 22. März 1841. Der Großh. Kreisbaumeister Müller. 71) Mittwoch den 31. März d. J., Vormit⸗ tags 9 Uhr, sollen in dem Gemeindewald der Gemeinde Gießen, Distriet Fernewald: 36 Stecken Kiefern-Scheidholz, 143 Stecken Eichen⸗Prügelholz, 60 Stecken Kiefern-Prü⸗ gelholz, 6 Stecken Eichen-, 45 Stecken Kie⸗ fern⸗, 191 Stecken Fichten⸗Stockholz, 5625 Eichen-, 4000 Kiefern-, 4000 Fichten⸗Wel⸗ len, 8 Eichenstämme mit 62 Cubikfuß, 87 Fichtenstämme mit 1631 Cubikf., 294 Kie⸗ fernstämme mit 3483 Cubikf., 57 Eichenstan⸗ gen mit 150 Cubikf., 2655 Fichtenstangen mit 796 Cubikf., 961 Kiefernstangen mit 480 Cubikfuß, 4150 Dornwellen, an die Meistbietenden versteigert werden. Der Zusammenkunftsort ist am Lumpenmanns⸗ brunnen. Ich ersuche die Herrn Bürgermeister, dieses alsbald in Ihren Gemeinden bekannt machen zu lassen. Gießen den 25. März 1841. Der Großh. Buͤrgermeister Schneider. 65) Mittwoch den 7. April d. J., Morgens 10 Uhr, sollen in dem Wirthshause zu Kirchberg, die im Jahre 1841 an der Kirche und den Pfarr⸗ gebäuden erforderlichen Arbeiten, bestehend in: N. r. Weißbinderarbeit, veranschlagt zu 4198 Maurerarbeit 5 7 14 30 an den Wenigstfordernden versteigert werden. Kostenanschläge und Steigbedingungen liegen in dem Pfarrhause zu Kirchberg zur Einsicht der Steiglustigen offen. Kirchberg den 24. März 1841. Der Kirchen vorstand. Hierzu eine Beilage.