— Oberhessisches fan; „ Intelligenz- und Kreis-Blatt erben.. V 30. Freitag den 24. Juli 1840. neister Die für das dahier in jeder Woche ein Mal, am Freitag, erscheinende Oberhessische Intelligenz⸗ und Kreisblatt be⸗ stimmten Avertissements muͤssen längstens in jeder Woche bis zum Donnerstag, Vormittags 9 Uhr, eingesendet werden; später eintreffende Inserenden bleiben bis zur nächsten Nummer liegen. Die Inserzionsgebühr in gewöhnlicher Schrift beträgt pr. Zeile 2 kr. Kreisräthliche Vekanntmachungen. 1 Zu Nr. K. G. 6323. Gießen am 23. Juli 1840. g den— 1 11 ein Betreff: Die Aufstellung und Einsendung der Viehstandstalßllen. Wer Der Großherzoglich Hessische f bbaber l 5 21 4 1 Kreisrath des Kreises Gießen . 0 8 an die Großherzoglichen Buͤrgermeister dieses Kreises. ute Sie werden erinnert, die Viehstandstabellen pro 1840 bis zu dem bestimmten Termin, 1„**„ rotb⸗ den 10. August, mit Bericht einzusenden. Hierbei mache ich Sie auf die genaue Befolgung „habt der durch Ausschreiben vom 4. Juli v. J. 27 des Kreisblatts) erlassenen Vorschriften 115 aufmerksam, und erwarte, daß die Tabellen mit gehoͤriger Aufmerksamkeit beürbeitet werden, lie/ chenden widrigenfalls deren Ruͤcksendung auf Ihre Kosten erfolgt. 4 n Bir, K. C. Kino rer. ei niit, irchen⸗— Lirchen „ 4 Bekanntmachungen. ge. Ruth. Schuh Edictalladung. 15 9 12 eee an Johan⸗ 5 149) Johann Heinrich Jüngers Erben von, 21 151 Acker am Climbacher Weg, an 2 Londorf wollen nachfolgende, theils auf Baltha⸗ Ludwig Fabel. 5„ 22 9 Acker am Allertshäuser Weg, an sar Jünger, Ludwig Jünger und Johannes Nahr⸗ 2 Soße fan 5 4 5 nne 8 gang— theils auf ihres Erblassers Namen im„ 7 13 Wiese in der Krappenbergswiese, Flurbuch von Londorf stehende Grundstücke, als: 15 am Junkerngu. 3 15 9[Wiese auf der Galgenwiese, am 9 ö 1 Muth. Schuß 8 225 Junkerngut. Garten, der Möhrngarten, an Johannes Honig. 1 3 15— Acker vorm Jungenholz, an Karl 39 3 i Göbel. Ader Ruth. Schuh. 17 11 29 18 14 20 14 10 10 27 17 13 13 13 22 D 0 0 13 13 Acker in der Wahumswiese, an Adolph Schäfer. Acker vorm Jungenholz, an Jo⸗ hannes Appel. Acker beim Spernbaum, an Lud⸗ wig Fabel. Acker auf dem Weidegraben, an Johannes Berlin. Acker am Hohenrain, an Georg Heidt. Acker auf der Weide, an Herrn Buͤrgermeister Kliebe. Acker in der Hangenbach, an Friedrich Becker. Acker obig der Hangenbach, am Vorigen. Acker auf dem Allendörfer Bruch, an Reinhardt Körbächer. Acker bei der Lampertswiese, an Heinrich Schmidt. Wiese, die Bleichwiese, an Bal⸗ ser Pfeiff. Wiese, die Altwiese, an Georg Fabel. Wiese, die Kaulswiese, an Da— niel Schmidt. Wiese auf dem Bruch, am Jun— kerngut. Wiese auf dem Bruch, an Lud⸗ wig Jünger. Garten am Reichelsberg, an Konrad Lorch. Garten hinter dem Dorf, an Magnus Anmann. Garten auf dem Steinert, an Georg Höchst. Acker obig der Schmittmühl, an Johannes Honig. Pag. u. Nr. 272 44 6 Ruth. Schuh 16 8 24— ö 24— 28 11 2 1 5— 6 6 6 6 12 12 868— 15 8 1 7 13 3 14— 2 6 0 1 3 24 4 e 6 2 ö 15— ö 10— 0 0 20 132 9 9 5 16 12 0 41% 0 197 42 13 132 15 42 Acker auf der Kaltenhainbuche, an Konrad Lorch. Acker im Hahnfeld, an Wilhelm Katscher. Acker auf der Hahnerde, an Karl Göbel. Acker auf der Denau, an Bal⸗ ser Schmidt II. Acker auf dem Vier⸗Morgen, an Wilhelm Katscher. Wiese auf der Blatterwiese, an Johannes Berlin. Wiese in der kleinen Hagerwiese, an Ludwig Olemotz. Wiese in der kalten Bach, an Johannes Krämer. Wiese in der Hofwiese, an Lud⸗ wig Jünger. Acker vor der Koppenhöll, an Heinrich Schmidt. Acker auf dem Bruch, am Jun⸗ kerngut. Acker am Engelröder Weg, am Weg. Acker auf der Schärschenhöh, an Johannes Faulstich. Acker auf dem Sonneboden, an Heinrich Schmidt. Acker auf der Heinerde, am Jun⸗ kerngut. Acker obig dem Nordeckerweg, an Kaspar Wallenfels. Wiese, in der Hagerwiese, an Georg Pfeiff. Wiese, in der Hargenbach, an Neinhard Körbächer. Acker auf der Ohmbach, an Friedrich Weber. Acker hinter der Reitzemühl, an Johannes Schneider. e uche, helm an „an „an viese, „an kud⸗ „an Jun⸗ am „ an „ an Jun⸗ „ al. al an an 1 205 Ruth. Schuß 19 9 Acker obig der Schmittmühl, an 19 9 Reinhardt Körbächer. 17— 0 Acker auf dem Gleichen, an Lud⸗ 8— wig Becker. Wiese auf dem Bruch, an Lud⸗ wig Schneider. 9) Garten im Schwimmpfuhlsgar— 9 0 ten, an Johannes Faulstich. Garten in dem Langgarten, an Emanuel Oppenheimer. 40 7 1 227 3 2 8 2 * XIII + XVII 2 8 2 83 6 XII 5 5 5 68 33 1 — 5 5 9 vertheilen. Da sie ihr Eigenthumsrecht nicht nachweisen können, so werden alle diejenigen, die auf diese Grundstücke Ansprüche machen wol— len, aufgefordert, diese Rechte sogewiß binnen 60 Tagen a dato dahier geltend zu machen, ge— genfalls die Theilung bestätigt, die betreffenden Grundstücke als den Joh. Heinrich Jüngers Er— ben gehörig und frei von dinglichen Rechten be— handelt werden. Grünberg den 2. Juli 1740. Gr. Hess. zum Landgericht das. geh. Patrimonlalgericht Rabenau. In Verhinderung Gr. Landrichters Na y ß. 158) 200— 250 fl. Kapital liegen bei dem Unterzeichneten gegen gerichtliche Sicherheit zum Ausleihen bereit Allendorf an d. Lumda, den 15. Juli 1840. Dei n es, Rechner des evangelischen Kirchenfonds. —̃————— Miscellen. Der Baum ⸗Doctor. (Fortsetzung.) Der Aussatz oder die Räude äußert sich zuweilen durch eine Störung des Saft-Laufes, bei jungen Kernobstbäumen; die Ninde wird dabei rußig und schieferig, der Baum steht im Wachs⸗ thume still und kränkelt. Man muß dann die äus— sere schieferige Rinde so viel wie möglich hinweg— schaben, aber ohne Verletzung der grünen. Ist der Baum noch ganz jung, so muß man den Stamm oft vermöge eines Lappens mit frischem Wasser abwaschen; ist er aber schon stark, etwa von 8 oder 9 Jahren, so überstreicht man den Stamm, nach dem Abwaschen und Waschen, dünn mit Baumkitt. Das Moos an den Baum⸗ rinden entsteht meistens bei einer dumpfen und feuchten Lage der Bäume. Es entzieht dem Baume nicht blos an sich schon viele Kräfte, sondern es dient auch schädlichen Insekten zu einem Aufent⸗ halte. Am Besten entfernt man das Moos von den Bäumen im Februar und März mit einer harten Kratzbürste. Nachher wäscht man die Bäume mit Kuh-Mist, Urin und Seifenwasser ab. Nuͤhrt die Unfruchtbarkeit eines Baumes von der Art desselben und von einer unrichtigen Veredlung her, so kann das Abwerfen und um— pfropfen noch helfen, kommt sie von noch starkem Triebe und Wachsthume im Holze, so muß man erst das gehörige Alter des Baumes abwarten. Räumt man die Erde von der Wurzel hinweg und bringt an die Stelle derselben magere Erde oder Sand, so wird er hierauf nicht selten frucht— bar. Ist im Gegentheil die zu große Magerkeit des Bodens Schuld an der Unfruchtbarkeit, so hilft auch wohl frischer Kuhmist derselben ab. Der Gärtner des Herzogs von Bridgewater in England machte alte Obstbäume, die nicht mehr trugen, dadurch wieder fruchtbar, daß er um den Stamm, in geringer Entfernung von demselben, Kochsalz über die Erde streute. Auch die Ver— mengung der Erde mit Kochsalz hat gut gehol— fen. Ist übrigens ein Baum in seiner Jugend noch so gesund, und befindet er sich zugleich in der günstigsten Lage, so ist er doch nicht von Krankheiten frei, und wenn diese auch erst in seinem Alter kommen. Diese Krankheiten ent— stehen oft dadurch, daß die Schwierigkeit, womit die äussersten Zweige seiner Krone Nahrung aus der Wurzel ziehen, immer in dem Verhältnisse größer und größer wird, wie die Entfernung zwi— schen den Zweigen und der Wurzel zunimmt und die Gefäße mehr erstarren und gestopft werden. Ein solcher Nachtheil läßt sich aber größtentheils verhüten, wenn man junge Schößlinge auf junge Aeste propft; der Baum erhaͤlt dadurch neue Kraft, welche sein Leben auf unbestimmte Zeit hinaus verlängert. Auch mit folgender Düng— erde kann man alten schwächlichen Bäumen wie— der aufhelfen. In einer Ecke des Gartens macht man zur Herbstzeit ein geräumiges Loch, legt die ausgegrabene Erde daneben hin und schuͤttet in das Loch einige Körbe voll Erde von oben hin— weggenommenem bebauten Lande. Den Winter über sammelt man beim Metzger Ochsen- oder Nindsblut, gießt es in die Grube auf die hin— eingeworfene Erde, hackt sie jedesmal gut durch— einander und wirft von Zeit zu Zeit, während dem Hineingießen von frischem Blut, von der nebenliegenden Erde dazu. Alles mengt man gut untereinander. Zeitig im März gräbt man den alten Baum rings um die Wurzeln herum eine Hand breit hoch auf; die davon herrührende Erde bringt man weg und an deren Stelle legt man die mit Blut vermengte Erde rings umher einen halben Fuß hoch. Diese Bluterde bedeckt man wieder mit etwas anderer Erde. Von Obstbäumen, die an Mauern stehen, gehen bisweilen einige Aeste zu Grund, während andere gesund bleiben. Dieß rührt von den na⸗ genden Wirkungen des Nostes der Nägel und Hacken her, womit solche Bäume befestigt wer— den. Zur Verhütung jener üblen Folgen braucht man daher nur dafür zu sorgen, daß die Rinde der Bäume mit dem Eisen in keine Berührung kommt. Zuweilen trauert ein Baum, ohne daß man die Ursache der Kränklichkeit ausfindig zu machen im Stande ist. Eine Maus kann z. B. daran Schuld seyn, wenn sie die Wurzel zernagt hat. Solche Bäume lassen sich gewöhnlich da⸗ durch wieder frisch und gesund machen, daß man ihren Stamm acht Tage lang täglich einmal mit frischem Wasser abwaͤscht. Vorzüglich bei Hitze und Trockenheit kurirt dieß Mittel die kränkeln⸗ den Bäume. Die sogenannten Baumwanzen verderben die Bäume, besonders die Pfirschen⸗ und Aprikosenbäume, wenn sie dieselben anfallen. Bestreicht man die Bäume im Winter mit Oel, so gehen keine Wanzen daran. Haben die Bäu⸗ me auch schon einige Aeste und Zweige verloren, so treiben sie dafür wieder viele neue aus. In⸗ secten überhaupt vertreibt man von Obstbäumen dadurch, daß man letztere 2—3 Wochen lang, wöchentlich ein paarmal, mit einer starken, er⸗ kalteten Abkochnng von Tabak und zarten Hol— lunderzweigen vermöge eines Pinsels besprengt. Wendet man dieses Mittel frühzeitig an, wenn die Knospe sich entfaltet, so vertreibt es die Flie— gen. Die Insecten überhaupt werden dadurch ver— tilgt, und die Blätter bleiben so lange grün, bis sie abfallen. Auf 4 Maas Wasser rechnet man 1 Unze Tabak und ungefähr 2 Hände voll Hol⸗ lunder. Insecten, welche Aepfelbäumen schaden, werden auch durch eine Mischung von Urin, Kuhmist und Kalk vertilgt, wenn man damit im Monate März die Bäume bestreicht. Die, vor⸗ nehmlich in trockenen Jahren und bet heißem Wetter fast allen Obstbäumen so schädliche, sehr kleine rothe Spinne vertilgt man am sicher⸗ sten durch bloßes Wasser, wenn man damit, und zwar vermöge einer Spritze, zu wiederholten Malen die Stellen bespritzt, wo sie sich befindet. Um Schnecken von den Obstbäumen abzuhalten, binde man, 2— 3 Fuß vom Boden, eine dicke pferdehaarene Schnur um den Stamm. Stehen die Bäume an Mauern, so nagle man an diese, ungefähr einen halben Fuß uͤber dem Boden, ein schmales Stück dickes Pferdehaar-Tuch. Wei⸗ ter bis an die Pferdehaare können die Schnecken nicht kriechen. Sobald sie dieß demungeachtet versuchen, so verletzt das Pferdehaar ihre weichen Leiber se, daß sie sterben. (Fortsetzung folgt.) Druck und Verlag der G. D. Brühl'schen Buch- und Steindruckerei in Gießen.