„ Oberhessisches effnungen 7. Il 5 K 9 a6 nlelligenz- und Areis- Blatt em Feuer i u Saur, W 36. Freitag den 4. September 1840. nit durch 5 alurkräfte Die für das dahier in jeder Woche ein Mal, am Freitag, erscheinende Oberhessische Intelligenz, und Kreisblatt be— . stimmten Avertissements muͤssen langstens in jeder Woche bis zum Donnerstag, Vormittags 9 Uhr, eingesendet werden; icht schnell später eintreffende Inserenden bleiben bis zur nächsten Nummer liegen. Die Inserzionsgebühr in gewöhnlicher Schrift u Wüme⸗ beträgt pr. Zeile 2 kr. 22— 7— . Kreisräthliche Bekanntmachungen. . belgien Zu Nr. K. G. 8593. Gießen am 2. September 1840. onats Ja- Betreff: Die Aufstellung der Bevölkerungslisten, insbesondere nach dem 05 N Stand der Bevölkerung im Monat Dezember 1840. 3 Der Großherzoglich Hessische mittlerer 5 9 i 0 h Kreisrath des Kreises Gießen von 15 8 an saͤmmtliche Großherzogliche Herrn Geistliche und Buͤr germeister ie Kosten des Kreises Gießen. rden übri⸗ Um sich die, Behufs der von Ihnen in rubricirtem Betre abgängig sendenden Tabellen, erforderlichen Notiz Brennma⸗ derselben benoͤthigte Formularpapier unter besonderer Couverte zukommen. Unter ausdruͤcklicher Hinweisung auf das Mimisterial⸗-Amtsblatt 5 34 d. d. 31. Juli 1837, sowie der Instruction vom 4. April 1833 sehe ich der Einsendung der Tabelle spaͤ— testens bis zum 20. Dezember l. J. entgegen, und empfehle Ihnen schließlich bei Auf⸗ stellung derselben die groͤßtmoͤglichste ff aufzustellenden und einzu— en sammeln zu koͤnnen, wird Ihnen das zur Aufstellung Genauigkeit und Punktlichkeit, sowie die Einhaltung des zur Einsendung bestimmten Termins. K. Chr. Knorr. N l N 1 8 Zu Nr. K. G. 4272. Gruͤnberg am 6. Juni 1840. En noch einen Betreff: Die Einberufung der Landstände auf den 31. August l. J. do: 1 Das Vicariat für das Rentamt Gießen. Soh 1 0 5 ages nac Der Großherzoglich Hessische 9 Kreisrath des Kreises Grünberg 10„„— das ist 1 an die Großherzoglichen Buͤrgermeister dieses Kreises. an gc Nach Benachrichtigung Großh. Oberfinanz-Kammer, ist der Großh. Oberfinanz⸗Kammer⸗ fue uren Secretariats⸗Accessist Soldan zum Vicarius fuͤr das Rentamt Gießen waͤhrend der Abwesenheit 4. Dre, des zur Fortsetzung der Landtagsverhandlungen wieder einberufenen Rentamtmanns Schneider zen Ml!“ ernannt worden. f 8 1 Ich beauftrage Sie, dieß in Ihren Gemeinden zur öffentlichen Kenntniß zu bringen. 7 Wegen Abwesenheit des Großh. Kreisraths 1 C. Fuhr, Kͤreissecretair. Zu Nr. K. G. 6564. Gruͤnberg am 29. August 1840. Betreff: Das Herumziehen zweier verdächtiger Personen. Der Großherzoglich Hessische Kreisrath des Kreises Grünberg an die Großherzoglichen Buͤrgermeister dieses Kreises. Von dem Herzoglich Nassauischen Criminalgerichte zu Wiesbaden ist das nachstehende Ausschreiben ergangen; indem ich Ihnen dasselbe mittheile, weise ich Sie an, auf die darin naher bezeichneten Personen genau invigiliren— sie im Betretungsfalle arretiren und wohl—⸗ verwahrt anher einliefern zu lassen. 3 ad Num. C. G. 4967. 0 Ausschreiben. In den Herzoglichen Aemtern Hochheim und Idstein treiben sich seit einiger Zeit zwei sehr verdaͤchtige Menschen umher, welche sich schon zweimal eines Straßenraubs schuldig ge— macht haben, und deren Signalement hierunter beigefuͤgt ist. Das einemal haben dieselben am 9. d. M. zwischen Medenbach und Niedernhausen ei— nen Dienstboten seines Geldes und eines Paars langer weißwollener Strümpfe, deren Vor— derfuͤße angestrickt sind, beraubt; das anderemal hat der groͤßere der Raͤuber einem Schuh⸗ macher am 18. d. M. zwischen Igstadt und Niederjosbach eine Quantitat schwarzes Kalbs⸗, Rinds⸗ und Sohlleder abgenommen. Beide Personen geben sich fuͤr Saͤchsische Deserteurs aus, und sollen die Absicht ausgesprochen haben, sich uͤber den Main nach Frankreich hin demnaͤchst begeben zu wollen. Wir setzen alle resp. Justiz- und Polizeibehoͤrden unter dem dienstergebenen Ersuchen hiervon in Kenntniß, auf die verdaͤchtigen Personen invigiliren, dieselben im Betretungsfalle arretiren, und uns wohlverwahrt vorfuͤhren zu lassen. Besondere Recherchen in Muͤhlen und einzeln stehenden Gebaͤuden duͤrften wohl vor Al⸗ lem zu wuͤnschen seyn, da sich die beschriebenen Raͤuber meist in Waͤldern und an abgelegenen Orten umhertreiben. Wiesbaden den 22. August 1840. Herzoglich Nassauisches Criminal-Gericht. Beschrei bung 1) des kleineren Raͤubers: Alter: 26— 28 Jahre, Augenbraunen: schwarz, Groͤße: 5 Fuß 5 Zoll, Nase: stumpf, Statur: untersetzt und stark, Mund: dick, Haare: schwarz und kurz, Kinn: spitz, 9 Stirne: hoch und gewoͤlbt, Bart: auf beiden Seiten Backenbart, Augen: schwarz, Gesichtsfarbe: frisch, 2 — 22 e eee 22 1 540. chende darin wohl⸗ Sprache und Dialect: wald, Besondere Zeichen: wahrscheinlich ein blaues Auge in Folge eines Schlages darauf. Kleidung: Wamms von grobem Leinentuch, wie auf dem Wester⸗ der an den Ellenbogen zerrissen war; schwarzes schmutziges Halstuch; Weste von abgetragenem grauem Tuche; zerrissene Ho— sen von hellblauem Tuche und ganz alte Schuhe. 2) Des groͤßeren Raͤubers: Alter: 30-32 Jahre, Groͤße: 5 Fuß 7 8 Zoll, Statur: schlank, Haare: schwarz und kurz, Stirne: niedrig, Augenbraunen: die schwarzgrau, Augen: gelblich, Nase: lang und gebogen, Mund: klein, Kinn: rund, Bart: schwarz, Gesichtsfarbe: blaß, eine schwarz, die andere Besondere Zeichen: auf der linken Wange eine große Hieb⸗ oder Schnittnarbe vom Auge bis nach dem Mund. Kleidung: hellblaue Mütze ohne Schirm mit rundem Deckel, welcher gerade auf dem Kopfe liegt; ein schmutzig blauer zerrisse— ner Kittel, der vorn auf der Brust zuge— steckt ist; eine Weste von altem blauen Leinen, an der die linke Tasche herunter gerissen ist; alte zerrissene Sommerbein— kleider von Baumwollenzeug mit roͤthlichen und schwarzen Streifen und schwarze le— derne neue Stiefeln. g PP Bekanntmachungen. 178) Marktverlegung. Der auf den 6. und 7. October dies. J. fallende Gießener Jahrmarkt ist wegen des auf den 7. October fallenden juͤdischen Feiertags auf den 22. und 23. September d. J. verlegt wor— den, welches die Herrn Bürgermeister in ihren Gemeinden alsbald gehörig veröffentlichen wollen. Gießen den 3. September 1840. Der Großh. Bürgermeister Schneider. 178) Versteigerung von Bauarbeiten Nächsten Donnerstag, den 10. d. M., Vor⸗ mittags 10 Uhr, sollen auf dem Büreau des Großh. Bürgermeisters zu Großenbuseck, die zur Erbauung eines neuen Holzschoppens und neuer Schweinställe in der Pfarrhofraithe daselbst, er⸗ forderlichen Arbeiten, und zwar: fl. kr. Maurerarbeit, veranschl. zu 506 21 Zimmerarbeit, veranschl. zu. 355 57 Dachdeckerarbeit, veranschl. zu 130 41 Schlosserarbeit, veranschl. zu 14 an die Wenigstfordernden öffentlich versteigert werden. Nisse, Voranschläge und Bedingungen liegen auf gedachtem Büreau den Steiglustigen zur Ein⸗ sicht offen. Gießen den 1. September 1840. Der Großherzogl. Provinzialbaumeister Hofmann. Theater in Giessen. Sonntag den 6. Beptember 1840. Erste Vorstellung im Abonnement. Zum Erstenmale: Israel, oder: das bemooste Der lange. Schauspiel in 4 Akten von N. Be⸗ Haupt. ne dix. Dienstag den 8. September. Zweite Vorstellung im Abonnement. Zum Erstenmale: Hahn und Hektor. Original⸗Lustspiel in 3 Akten von C. Naupach. Vorher, zum Erstenmale: Die Braut. Lustspiel in 1 Akt von Theo⸗ dor Körner. .—— ——ů — ——— „ Migcellen. Ein Mittel, die alten Obstbaͤume zu be— handeln, damit sie tragen. Als ich einem alten erfahrnen, mir wohlge⸗ wogenen Gärtner vor einigen Jahren eröffnete, daß ich in meinem Küchengarten zwei, wohl zwanzigjährige Bäume von der kleinen Muska— tellerbirne haͤtte, die aber wenig oder nichts trü— gen, rieth er mir: „In den heißesten Tagen des Sommers, und in den heißesten Mittagsstunden die Baum— schäfte von der Krone an bis auf die Wurzel gänzlich zu schälen.“ Ich bezeugte meinem Freunde meinen Un— glauben hierüber. Er führte mich aber in den Baumgarten und zeigte mir einen alten Tümp⸗ lingbirnbaum, der wohl viermal dicker war, als meine kleine Muskatellerbirnbäume. Diesen hatte er, weil er,(wie ich schon von des Gärtners Herrn gehöret hatte) viele Jahre nichts getragen hatte, völlig, wie oben gemeldet, geschälet, und der Stamm hatte wieder seine völlig glatte Schale. Wo er ins Holz zu scharf geschnitten hatte,(denn die ganze rauhe Schale und die darunter sitzende weiße Schale muß bis auf das Holz, ohne Gefahr rein abgeschälet werden) hatte die Schale des Baumes einen kleinen Schlitz, daß die Schale nicht völlig zusammen gewachsen war. Er eröffnete mir, daß es davon herkäme, daß er bei der Abschälung der Schale des Bau— mes etwas zu tief gekommen und in das Holz des Stammes geschnitten habe; unterdessen that es den Früchten nichts. Ich ließ darauf einen meiner Muskatellerbäume, nach der erhaltenen Anweisung, vor einigen Jahren schälen, den an— dern aber, gleich dabei stehenden, in seiner natür— lichen Verfassung stehen. Der geschälte bekam sofort eine glatte neue Rinde vor Winters, trug die folgende Jahre vielfältig mehr, als der un— geschälte. Und da er später auch viel mehr Blüͤ⸗ then gehabt, als der ungeschälte neben ihm ste— hende, so soll der andere in folgender Sommer— hitze gleichfalls geschälet werden. Sollte diese Behandlung nicht mehr Nachahmung verdienen, und dadurch mancher schon verloren geschaͤtzte Baum wieder gewonnen werden können? —— Anekdoten. Ein Junker am Hofe zu Dresden rühmte sich über Tafel, er hätte in Wittenberg mehr als 2000 Thaler verstudirt. Monsieur, sagte Taubmann ihm ins Ohr, wenn Er einen finden kann, der Ihm für seine Gelehrsamkeit 100 Thlr. wieder giebt, so verkauf' Er dieselbe ohne Beden⸗ ken; denn Er wird sie schwerlich höher anbringen. „Bei Vicenza, log ein Neisender, fand ich ein Echo, das neun und neunzigmal wiederhallte.“ „Das ist eine Kleinigkeit,“ antwortete jemand, „auf meinem Gute ist eines,— wenn ich dem zurufe: „Guten Tag, Miß Echo!“ so antwortet es:„Ich bedanke mich, Herr Baron!“ Berichtigung: In Nro. 34 dieser Blätter, Seite 2 Zeile 15 von oben heißt es: und am 7. zu Nidda verkauft, muß heißen: und 7 Stück zu Nidda verkauft Druck und Verlag der G. D. Br üh l'schen Buch⸗ und Steindruckerei in Gießen. E