Oberhessisches Intelligenz- und Kreis-Blatt WM 35. Freitag, den 31. August. 1838. Die für das dahier in jeder Woche ein Mal, am Freitag, erscheinende Oberhessische Intelligenz- und Kreisblatt be⸗ stimmten Avertissements müssen längstens in jeder Woche bis zum Donnerstag, Vormittags 9 Uhr, eingesendet werden; später eintreffende Inserenden bleiben bis zur nächsten Nummer liegen. Die Inserzionsgebühr in gewöhnlicher Schrift beträgt pr. Zeile 2 kr. Kreisräthliche Vekanntmachungen. Zu Nr. K. G. 7351. Gießen am 30. August 1838. Betreffend: Die Untersuchung gegen die angebliche Margaretha Nern vom Hofe Mühlsachsen bei Oberbessingen, wegen Betrugs und Fälschung. Der Großherzoglich Hessische Kreisrath des Kreises Gießen an die Großh. Buͤrgermeister dieses Kreises. Da der gegenwaͤrtige Aufenthaltsort der unten signalisirten Margaretha Nern vom Hofe Muͤhlsachsen bei Oberbessingen, welche schon laͤngere Zeit von Haus entfernt ist und wahrscheinlich Erdengeschirr-Handel treibt, durchaus unbekannt ist, die Vernehmung derselben jedoch in der rubrieirten, sowie in andern Untersuchungssachen durchaus nothwendig erscheint, so weise ich saͤmmtliche Großherzogl. Buͤrgermeister des Kreises Gießen auf Requisition Groß— herzoglichen Kreisraths zu Grunberg hierdurch an, auf dieselbe invigiliren, sie im Betretungs— Falle arretiren und hierher abliefern zu lassen. K., h n nk. S ng ena eme n: e der angeblichen Margaretha Rern. Alter: 42 Jahre, Augenbraunen: braun, Groͤße: 6“ 3%, 4 Augen: schwarz, Haare: dunkelbraun, Nase: lang, Stirne: hoch, N Mund: klein, Bart:—, Zaͤhne: Zahnluͤcken, Gesichtsfarbe: gesund, Kinn: rund, Besondere Zeichen: Keine. Zu Nr. K. G. 7321. Gießen am 28. August 1838. Gesichtsbildung: laͤnglichrund, Betreffend: Die Verordnung über das Verhalten der Cioil⸗ Behörden in Bezug auf die beurlaubten Soldaten. Der Großherzoglich Hessische Kreisrath des Kreises Gießen an saͤmmtliche Gr. Buͤrgermeister des Kreises Gießen. Zum Verkauf des in meinem Ausschreiben vom 17. Juni d. J., in M 25 des Kreisblattes, erwaͤhnten Formular-Papiers ist Buchbinder Balser dahier als Agent von Buchdrucker Brill in Darmstadt bestellt worden, bei welchem Sie daher Ihren Bedarf erhalten koͤnnen. N K. E Ku oer Zu Nr. K. G. 6889. Gießen am 28. August 1838. Betreffend: Das Gesuch des Barbiers Heinrich Reichard zu Großenlinden um Erlaubniß, die Geschäfte eines Heildieners verrichten zu dürfen. Der Großherzoglich Hessische Ki r at h undes Gießen an die Großh. Buͤrgermeister des Kreises Gießen(mit Ausnahme des 5 Buͤrgermeisters der Stadt Gießen). 8 Dem Barbier Heinrich Reichard zu Großenlinden ist unterm Heutigen, nach vorheriger physicatsärztlichen Pruͤfung, die Concession zur Ausuͤbung der niederen Chirurgie, jedoch nur in der Art ertheilt worden, daß er ohne ausdrückliche Anordnung eines approbirten Arztes, keine Blutentziehung vornehmen darf. Sie haben dieses in Ihren Gemeinden zu veroͤffentlichen, 75 K. Ch. Knorr. Zu Nr. K. G. 5248. Grünberg am 23. August 1838. Betreffend: Den Johs. Scharch, Sohn der Catharina Vielmetter von Selters. 5 Der Großherzoglich Hessische Kreisrath des Kreises Grünberg an die Großherzoglichen Buͤrgermeister dieses Kreises. Nach Benachrichtigung des Großh. Provinzial-Commissairs der Provinz Oberhessen hat sich der unten signalisirte Rubricat am 6. Juli d. J. von seinem Meister Heinrich Eller V. von Birklar entfernt und ist verdaͤchtig, einen Diebstahl begangen zu haben. Ich beauftrage Sie daher, auf denselben zu invigiliren, ihn im Betretungsfalle zu arretiren und hierher einzusenden. o Sn i eg n a le m e n t des Johannes Scharch. Profession: Schreiner, Nase: stark, Alter: 17 Jahre, Mund: ordinaͤr, Groͤße: 6 Fuß, 2 Zoll, 3 Strich, Bart: keinen, Haare: blond, Kinn: rund, Stirne: hoch, 3 Gesicht: laͤnglich, Augenbraunen: blond, Gesichtsfarbe: gesund, Augen: blau, Besondere Zeichen: keine. —————— U 2. in der Beh des Wirths Deibel i Bekanntmachungen. Wieseck, Wirlwa ch 7150 1 1 1 5 Vormittags 9 Uhr, 85) Grummetgras⸗Versteigerungen von der Auwiese in Wiesecker Gemarkung bei dem Rentamte Gießen.— 114 Morgen; Die Versteigerungen des diesjährigen Grum⸗ 3. bei dem Gasthause zum Pfau in Gießen, metgrases von nachbenannten herrschaftlichen Wie⸗ an demselben Tage, Nachmittags sen werden in folgender Ordnung nach den be— 2 uhr, stehenden Loosabtheilungen vorgenommen: von der Weidwiese— 97 Morgen und 1. bei der Steinberger Mühle, auf der Straße der Burgwiese— 24% Morgen. von Gießen nach Steinberg, Montag den Gießen den 22. August 1838. 3. Septbr., Vormittags 9 Uhr, 39 Morgen in Leihgesterner und Großh. Hess. Rentamt das. 57 75„ Watzenborner Gemarkung; Schneider. —— ̃7— ü———— — Migcellen. Ueber die Bepflanzung der Felder mit Obstbaͤumen. (Fortsetzung.“ Bei diesen unläugbaren großen Vortheilen einer Art von Feldbenützung, die keineswegs von mir ein neuer Vorschlag, sondern schon in Franken, am Rheine, in der Wetterau, im noͤrd⸗ lichen Frankreich und im größeren Theile des chinesischen Neichs seit langen Zeiten allgemein im Gebrauche ist, und auf welche unser Verein schon längst unter anderen seine wohlthätigen Be⸗ strebungen richtet, entstehet billig die Frage: warum bei unserem lieben Landmanne, dem man Fleiß und einen gesunden verständigen Sinn für das Nechte und Gute nicht absprechen kann, diese Art der Feldbenützung noch nicht allgemeinen Eingang gefunden hat und in unseren Tagen findet, wo der ganze Geist unsers Zeitalters sich der Erhöhung des materiellen Wohlseins zuwen— det? Es wirken hier mehrere Ursachen, um diese auffallende Erscheinung zu erklären: 4. das Vorurtheil, daß in unsern Gegenden die Obstbaumzucht auf den Feldern— wie man sich auszudrücken pflegt— keine rechte Art habe, und 2. daß die Beschattung durch die Obstbäume den Vodenfrüchten allzu nachtheilig sei, und also hier am Boden der Schaden den, oben in der Luft erreichten Gewinn wieder vernichte; 3. waren allerdings bisher die vielen Be— schränkungen des Eigenthumes zu einer Verbes⸗ serung desselben durch Anlagen, die ein Anlags⸗ Kapital, und eine mehrjährige, dem Gewinne vorausgehende Pflege erfordern, in keiner Weise aufmunternd! 5 4. Kann nicht in Abrede gestellt werden, daß die Obstbaumkultur, besonders in den ersten Jah— ren der Beschäftigung durch Bosheit und durch das Wild ꝛc. noch mehr ausgesetzt ist, als die Bodenfrüchte. 5. Dauert es zu lange, bis eine Baum⸗An⸗ lage den vollen Nutzen abwirft, besonders für unser Zeitalter, wo man schnell leben und schnell genießen will, vorzüglich wenn 6. dem Landmanne es an den Geldmitteln fehlt, um schon mehrere Jahre voraus für einen künftigen Gewinn etwas zu verwenden, und wenn er mit zu viel Schwierigkeit und Kosten⸗ Aufwand sich die Kapitalien zu wesentlichen Ver— besserungen anschaffen muß. 0 7. Dat es endlich bisher noch beim Land— mann da und dort zu sehr an den praktischen Kenntnissen gefehlt: welche Obstsorten auf jedem Boden und in jeder Lage gedeihen, und an Ue— bung in den Handgriffen zur Veredlung. Was aber der Mensch nicht gut versteht, das treibt er auch in der Regel nicht mit anhaltendem Eifer. Es wird nun sehr leicht sein, diese Vorur— theile und Hindernisse völlig zu entkräften. Zu 1. Hat allerdings die Obstbaumzucht in unseren Gegenden sehr gute Art! Besonders die Provinzen Nieder- und Oberhessen bestehen fast ganz aus engen Thälern, zwischen sanft aufstei⸗ genden Hügelreihen, wovon immer die eine Seite der Morgen-, Mittag- und Abend⸗Sonne zuge⸗ wendet ist, wo die Obstbäume einen sehr gün— stigen, warmen, trockenen Stand haben und ge— gen die Nordstürme Schutz genießen. (Fortsetzung folgt.) — ů Fruchtyreise —.— Frankfurt 1 1— 8 451— 77 Gießen n 5 7 200 4 Grünk eg 1 1 n 181200 6 5 7 0* Städe.[ Gemäs f Walzen] Korn Gerste[T Hafer[ Erbsen[ Linsen 5 Pf. f fl. kr. Pf. fl. kr. pf. fl. kr. Mainz 2. 0 3 3 8 das Malter 1——)— 1 9 125 1 0 IFT f r* — — 1165 3