ien eit tur nit für ehr — 15 Oberhessisches Intelligenz und Kreis-Blatt 38. Freitag, den 21. Septbr. 1838. Die für das dahier in jeder Woche ein Mal, am Freitag, erscheinende Oberhessische Intelligenz- und Kreisblatt be⸗ stimmten Avertissements muͤssen längstens in jeder Woche bis zum Donnerstag, Vormittags 9 Uhr, eingesendet werden: später eintreffende Inserenden bleiben bis zur nächsten Nummer liegen. Die Inserzionsgebühr in gewöhnlicher Schrift beträgt pr. Zeile 2 kr. N a Mreisräthliche Vekanntmachungen. Zu Nr. K. G. 5577. Gruͤnberg am 13. Septbr. 1838. Betreffend: Den Kilian Keil von Hambach, im Kreise Hep⸗ penheim. 0 Der Großherzoglich Hessische Kreisrath des Kreises Grunberg an sämmtliche Gr. Buͤrgermeister dieses Kreises. In Folge eingelaufenen Steckbriefs, beauftrage ich Sie, den unten naͤher beschriebenen, dem Vagabundenleben ergebenen Kilian Keil von Hambach, welcher sich durch heimliche Ent⸗ fernung von Haus der gegen ihn verhaͤngten polizeilichen Aufsicht entzogen hat, und vorgibt, ganz blind zu sein, im Betretungsfalle arretiren und hierher einliefern zu lassen. o ꝙꝗ: Alter: 48 Jahre, 5 Mund: klein, Groͤße: 7“, f Kinn: gegruͤbt, Haare: schwarz, Bart: braun, Stirne: nieder, Gesichtsfarbe: gesund, Augen: braun, Gesicht: oval,. Augenbraunen: braun, Besondere Zeichen: am linken Auge blind. Nase: groß, Zu Nr. K. G. 5612. Gruͤnberg am 18. Septbr. 1838. Betreffend: Die Catharina Grün von Merlau, wegen Vagabun⸗ direns und Lüderlick keit. Der Großherzoglich Hessische Kreisrath des Kreises Grunberg an die Großherzoglichen Buͤrgermeister dieses Kreises. Die unten naͤher beschriebene, dem Vagabundenleben und der Luͤderlichkeit ergebene Rubricatin, hat sich neuerdings wieder aus ihrer Heimath entfernt, um ihr gewohntes Leben fortzusetzen. Ich beauftrage Sie daher, auf dieselbe in Ihren resp. Buͤrgermeistereien ein wachsames Auge richten, sie im Betretungs- Falle arretiren und hierher einliefern zu lassen. un tr ieee Sign e m der Rubricatin. Alter: 26 Jahre, Mund: gewoͤhnlich, 5 Groͤße: 5“ 9“, Bart: O0, Haare: blond, Kinn: breit, Stirne: niedrig, Gesicht: oval, Augen: grau, Gesichtsfarbe: gesund, Augenbraunen: blond, Statur: stark, Nase: laͤnglich, Besondere Zeichen: O. Zu Nr. K. G. 7869. Gießen am 21. Septbr. 1838. Betreffend: Den diesjährigen Recrutirungsrath. Der Großherzoglich Hessische Kreisrath des Kreises Gießen an die Großh. Buͤrgermeister dieses Kreises. Sie werden hierdurch benachrichtigt, daß der diesjaͤhrige Reerutirungsrath seine Sitzungen den 8. October d. J. beginnen, und den 12. desselben Monats schließen wird. Zur Erleich⸗ terung der zum Theile weit herkommenden Unterthanen ist die Einrichtung getroffen worden, daß für jeden Bezirk der Provinz ein Tag bestimmt ist, in welchem diejenigen Individuen des Bezirks, welche beim Recrutirungsrath zu thun haben, sicher sind, vorgelassen zu werden, wahrend an den anderen Tagen dieselben den, den anderen Bezirken Angehoͤrigen nachstehen müssen. Der fuͤr den Bezirk Gießen bestimmte Tag ist der 8. October, und es wird schon 0 von Morgens 7 Uhr und von Nachmittags 2 Uhr an, das Sekretariat die Anmeldungen der Erscheinenden annehmen. Sie werden dieses sogleich in Ihrer Buͤrgermeisterei veroͤffentlichen, und damit diejeni⸗ gen Bekanntmachungen verbinden, die in meinem Ausschreiben vom 12. October v. J. in Nd 37. des Kreisblattes de 1837 in Beziehung auf den vorjaͤhrigen Rekrutirungsrath vor⸗ geschrieben worden sind.„ a„ K. C h. Ken oer e Zu Nr. B. S. C. 285. Gießen am 17. Septbr. 1838. Betreffend: Die Einsendung der Lektions⸗pläne für das Win⸗ ter⸗Semester 1835. Die Großherzoglich Hessische Bezirks-Schulkommission des Kreises Gießen an saͤmmtliche Großh. Schulvorstaͤnde des Kreises Gießen. Indem wir Sie auffordern, die Lections-Verzeichnisse fuͤr das kommende Winter⸗Se⸗ mester moͤglichst bald an uns einzusenden, verweisen wir Sie zugleich auf unser Ausschreiben vom 19. April d. J., die Einsendung der Lektions-Plaͤne fuͤr das Sommer- Semester 1838 5 9 Die Großherzoglichen Buͤrgermeister werden dieß Ausschreiben alsbald den Herrn Geist⸗ 1 lichen mittheilen. Eck stein. Dr. Engel. Heyer. ———— Strohes, sowie des Brodes und warmen Essens Bekanntmachungen. für die Schublinge und die auf Verfügung 5 86) Bei dem Gebrauche der Vicinalwege herzoglichen Stadt ⸗ und Landgerichts dahier in⸗ der hiesigen Stadt muß in Zukunft ebenso, wie haftirten Personen, soll auf den Chausseen, von Fuhrleuten und Reitern, Mittwoch den 26. September l. J., sowie von Viehtreibern, die Mitte des Fahrwe— Vormittags um 10 uhr, ges genau eingehalten werden. Wer hiergegen auf dem Großherzoglichen Polizeibüreau dahier, handelt und sich ganz oder theilweise auf den an den Wenigstnehmenden versteigert werden. Fußbanquets solcher Straßen betreten läßt, ver⸗ Gießen den 14. September 1838. fallt, und zwar: der Fahrende in eine Strafe f. von 3—5 fl., der Nefter und der Viehtreiber Der Großh. Hess. Kreisrath. in eine solche von 1 fl. 30 kr., die bei Zahlungs⸗ K. Ch. Knorr. Unfähigen in entsprechende Gefängnißbuße ver⸗ wandelt werden wird. 88) 500 fl. Vormundschafts⸗Gelder liegen Gießen den 7. September 1838. zu 5 pet., gegen doppelte gerichtliche Sicherhe, Der Großh. Hess. Kreisrath. bei Müllermeister G. Oehl in Grünberg zum K. Ch. Knorr. Ausleihen bereit. Grünberg den 16. September 1838. 87) Die Lieferung des für das Bezirks⸗ Georg Oehl, Gefängniß pro 1838/39 benöthigten Holzes und Müllermeister. 4 — ü—ꝛ—kZ¶õꝑ Migtcellen. Die schaͤdliche Wirkung des Fruͤhlings⸗ Frostes durch Rauch von den Bluͤten abzuhalten. Bekannt wird in vielen Jahrgängen unge— heurer Schaden durch den Frühlingsfrost an den Blüten solcher Bäume angerichtet, die entweder wegen der Menge oder wegen ihres Standes durch Frostableiter nicht geschützt werden können. Aber durch Rauch kann der Frost im ganzen Garten(so wie auch in Weinbergen) gehemmt und sehr viel Schaden abgewendet werden. Die bequemste Art ist folgende: Man legt an den vier Ecken des Gartens Lohkaäse an, so wie auf der Seite, wo die Luft oder der Wind herweht, auch noch sonst an etlichen Plätzen, und zwar an jedem Platze und jeder Ecke zwei Stück. Diese müssen hohl auf Steine und so auf einander ge— legt werden, daß der untere ein wenig vor dem oberen vorsteht. Damit die Winde den Lohkäsen im Brennen nicht hinderlich werden, so bauet man vor denselben auf diejenige Seite etliche Steine auf, wo der Wind herweht. Bei frost⸗ gefährlichen Nächten und Tagen werden sie an gezündet, und wenn ie bald abgebrannt sind, werden andere nachgelegt, bis die Gefahr vorü⸗ ber ist. Durch diese Nauchart wird der schädliche Frost abgehalten, und viele tausend Blüten wer— den gerettet, wie man schon an solchen Bäumen zsieht, welche bei Häusern stehen und von welchen der verderbliche Grad des Frostes durch den Schornsteinrauch abgewendet wird. Die erwähn⸗ 0 brennen, und deren Asche schon, wenn ste. nach⸗ her gesammelt und auf trockene Wiesen, Kleefel⸗ der ꝛc. gestreut wird, durch den reichlicher Er⸗ trag an Heu und Fütterung die Auslagen wie⸗ der ersetzt, des unsäglichen Nutzens an Obst nicht einmal zu gedenken — Heilung der Faulschaͤden an den Obst⸗ Baͤumen.„ Ein Gartenfreund macht Folgendes bekannt: „Vor ungefähr vier Jahren las ich in einem öffentlichen Blatte einen Aufsatz über Heilung der Faulschäden an den Stämmen der Frucht⸗ Bäume. Der Verfasser sagte: Er habe die Höh⸗ lung eines faulen Stammes mit abgelöͤschtem Kalk ausgefüllt, worauf zwax der Baum getrau ert, das nächste Frühjahr aber desto freud ausgeschlagen und Früchte getragen habe; er mache dieß zur allgemeinen Benützung be a Ich machte nun einen Versuch damit an ei großen, sehr dicken Birnbaum, dessen Aeste sich 155 weit ausbreiteten und frisch grünten, aber der Stamm hatte eine Höhlung an der Krone, wo— durch eine Fäulung entstanden, eine Elle tiefer aber der ganze Kern des Stammes bis etwa 75 Schuh vom Boden rein verfault war. Ich ließ die Stammhöhle, so viel als möglich war, vom Moder reinigen und nach der Vorschrift von oben bis unten mit Kalk fest anfüllen Das nemliche nahm ich auch mit einem andern alten, höchst schadhaften Birnbaum vor, welcher noch dazu vom Sturmwind krumm gebogen und aufgeschlitzt war. Er trauerte, wie jener; jetzt aber treiben ten Lohkäse aber sind die zweckmäßigste Feuerung beide, grünen frisch und tragen Früchte.“— hierzu, weil sie an einander fort und langsam 3 1 4 ret———ů—ůů—— T«! Fruchtpreise: 1 dt e. Gemäss Waizen[ Korn 1 Gerste s Hafer J Erbsen insen 5 pff. tr.] Pf. fl. kr. Pf. kr. Pf. fl. kr. N Mein i ee e dee eee 45 Frankfurt 5 1 S 4„ Gießen 1„ 200 s 300200 6 3046504—— 85 3 /*—— 1——— * —