O berhessisches Intelligenz- und Kreis-Blatt M32. Freitag, den 10. August. 1838. — Die für das dahier in jeder Woche ein Mal, am Freitag, erscheinende Oberhessische Intelligenz und Kreisblatt be⸗ stimmten Avertissements mussen längstens in jeder Woche bis zum Donnerstag, Vormittags 9 Uhr, eingesendet werden; später eintreffende Inserenden bleiben bis zur nächsten Nummer liegen. Die Inserzionsgebühr in gewöhnlicher Schrift beträgt pr. Zeile 2 kr. b 5 — a 0 Kreisräthliche Vekanntmachungen. Zu Nr. K. G. 6549. Gießen am 4. August 1838. Betreffend: Die Untersuchung gegen Heinrich Schäfer von Garbenteich, wegen Vagabundirens. Der Groß herzoglich Hessische Kreisrath des Kreises Gießen an die Großherzoglichen Buͤrgermeister dieses Kreises. Der Rubricat, ein dem Vagabundenleben ergebenes Individuum, hat sich, erhaltener Anzeige nach, wiederholt aus seiner Heimath entfernt. Ich beanftrage Sie deshalb, auf denselben ein wachsames Auge zu richten, und ihn im Betretungsfalle gefaͤnglich anher ein— liefern zu lassen. 1 Das Signalement desselben theile ich Ihnen zugleich nachstehend zur Kenntniß mit. nn o. Gi gn ale n„ n Name: Heinrich Schaͤfer, Nase: stumpf, Geburtsort: Garbenteich, Mund: gewoͤhnlich, Alter: 24 Jahre, Bart: blond, Größe: 648% 1%, Kinn: rund, Haare: blond, Gesicht: desgl., Stirne: gewoͤhnlich, Gesichtsfarbe: gesund, Augenbraunen: blond, Besondere Zeichen: keine. Augen: braun, 5 Zu Nr. K. G. 6827. Gießen am 9. August 1838. 1 Betreffend: Eine, dem Heinrich Paul zu Ilsdorf entwen⸗ dete Kuh. Der Großherzoglich Hessische Kreisrath des Kreises Gießen an saͤmmtliche Gr. Buͤrgermeister des Kreises Gießen. Erhaltener Benachrichtigung zu Folge ist in der Nacht vom 7. auf den 8. dieses Mo⸗ nats dem Rubrikaten eine 4 Jahr alte, gut gefuͤtterte Kuh, von Farbe roth, mit aufgewor⸗ fenen Hoͤrnern und einer Warze an der linken Maulecke, aus dem Stalle entwendet worden. Indem ich Sie hiervon in Kenntniß setze, beauftrage ich Sie zugleich, auf die bezeich⸗ nete Kuh in Ihren unterhabenden Gemeinden genau zu invigiliren und inviguliren zu lassen, und allenfalls sich ergebende Spuren unverweilt berichtlich zur Anzeige zu bringen. K. C h. Knorr. * Zu Nr. K. G. 4868. Gruͤnberg am 30. Juli 1838. Betreffend: Den Daniel Wagner von Bernsfeld, wegen Vagabundirens. Der Großherzoglich Hessische Kreisrath des Kreises Gruͤn berg an die Großherzoglichen Buͤrg ermeister dieses Kreises. Rubrikat, ein dem Vagabundenleben ergebener Mensch, der wegen dieses Lasters schon mehrmals bestraft worden ist und welcher unter polizeilicher Aufsicht steht, hat sich neuerdings wieder aus seiner Heimath entfernt, gewiß in der Absicht, um sein gewohntes Leben fort zu setzen. Ich beauftrage Sie daher, auf denselben ein wachsames Auge richten, ihn im Betre⸗ tungsfalle arretiren und hierher einliefern zu lassen. Wegen Beurlaubung des Großh. Kreisraths der Großh. Kreissecretair. C. Fuhr. S i g n e m n des Daniel Wagner von Behnsfeld. Alter: 21 Jahre, Haare: hellblond, Groͤße: 6“ 5“, Stirne: hohe, Augenbraunen: blond, Augen: grau, Nase: breit, Mund: aufgeworfen, Bart: im Entstehen, Kinn: spitz, Gesicht: laͤnglich, Gesichtsfarbe: bleich, Besondere Zeichen: 0. —.———p7jĩi— Bekanntmachungen. re a Forderungen an den geringen, von den In⸗ testaterben nur bedingt angetretenen Nachlaß des m aà. Nikolaus Weihl von Ermenrod, sind den 14. September l. J. bei Meidung der Nichtbe⸗ rücksichtigung, bei unterzeichneter Behörde anzu⸗ melden. g Grünberg den 23. Juli 1838. Großh. Hess. Landgericht. Kraft. h ale x. 76) Versteigerung von Straßenbau⸗ Arbeiten. Freitag den 17. August d. J., sollen nach⸗ bemerkte Straßenbau- Arbeiten öffentlich an die Wenigstfordernden in kleinen Loosen versteigert werden, nämlich: 1. das Planiren des Straßenbezirks von Grünberg uber Beltershain bis Gelshausen; 2. die Maurerarbeit an den auf diesem Be— zirk zu erbauenden Durchlässen, mit Lie⸗ ferung der hierzu erforderlichen Mauer⸗ Steine. Die Großherzoglichen Bürgermeister werden ersucht, dies in ihren Gemeinden mit dem Be⸗ merken bekannt zu machen, daß die Versteigerung der Maurerarbeit an dem gedachten Tage, Vor⸗ mittags um 8 Uhr, in dem Nathhaus zu Grün⸗ berg stattfinden, die Veraccordirung der Erdar⸗ beiten aber auf Ort und Stelle vorgenommen, und damit um 9 Uhr bei Grünberg der Anfang gemacht werden wird. Grünberg den 6. August 1838. Der Kreisbaumeister Müller. —y—— Miscellen. Ueber die Bepflanzung der Felder mit Obstbaͤumen. (Fortsetzung.“ Dieser Vortheil läßt sich erreichen, bei dem theuersten Ankauf der Obstbäume mit/ Rihlr. für das Stück, durch eine Auslage von 1166 Rthlr.;— und wenn die vorschriftsmäßigen Ge⸗ meindebaumschulen Das sind, was sie sein koͤnn⸗ ten und sein sollten, und wenn der verständige Landwirth bei zunehmenden Einsichten sich selbst Baumschulen anlegt, für den dritten, auch wohl nur vierten Theil der hoͤchstmöglichen Auslage. Die Pflege der Bäume, die 6— 8 Jahre lang durch fleißiges Anbinden, Ausschneiden, Umdor— nen der an Weideplätzen stehenden ꝛc. braucht nicht in Erwägung gezogen zu werden, da ein Landwirth mit einem so beträchtlichen Ackergute auch eine Familie und Hausgesinde hat, die mit ihm diese leichten Arbeiten zu Zeiten verrichten können, wo sie nicht andere dringende Geschäfte haben. Noch günstiger wird diese Berechnung, wenn ein solches Gut auf diese Weise 50 Jahre lang bewirthschaftet worden ist. Nun fangen einzelne Bäume an, ihre Tragkraft zu verlieren, und müssen durch Nachpflanzung junger Stämme er⸗ setzt werden. Jährlich zu 760 gerechnet, gibt auf diesem Gute 70 Bäume Abgang, welches zu 6 Bäumen auf die Klafter gerechnet, 11¾ Klaf— ter Holz, 6 Klafter Erdstöcke und mit Einschluß des nöthigen Ausschneidens der übrigen Bäume und des Abfalles von ihren Aesten noch wenig⸗ stens 10 Schock Wellen abwirft. Mit den Erd⸗ stöcken und dem Wellenholze wird der Besitzer ge— wiß bei vernünftigen Feuerungsanlagen seinen ganzen Brennbedarf decken, und folglich die 143 Klafter Holz zum Theil als kostbares Nutzholz für Tischler, zum Theil als eines der vorzüglich⸗ stenn Brennhölzer verkaufen können, welchen Er⸗ loͤs mit Einschluß des Werthes seines eigenen Brennmaterials mit 150 Nthlr. jährlich gewiß nicht zu hoch angeschlagen ist, und also den Ka⸗ pitalwerth eines solchen Gutes wieder um 3750 Nthlr erhöhet. Sämmtliche Angaben sind gewiß nicht sanguinisch zu hoch gegriffen, sondern wer— den sich sicherlich in der Erfahrung noch mehr zum Vortheil der Obstbaumzucht herausstellen. Von allgemeinen Gesichtspunkten will ich nur kurz berühren: 1. den bedeutenden Zuwachs an Genuß⸗ Mitteln für die steigende Bevölkerung; 2. den erhöheten Wohlstand des Landman⸗ nes durch doppelt und dreifach gesteigerten Ka⸗ pitalwerth der Landgüter, und durch neue Ver⸗ kaufsartikel des Landmannes in frischem und be⸗ sonders in getrocknetem O bst; 3. durch Gewinnung von Obstwein an die Stelle des so schädlichen Branntweins, während jener für die schwer arbeitenden Volks⸗ Klassen das vorzüglichste Getränk ist; 4. durch Gewinnung von Obstessig, wel⸗ cher auch der Gesundheit weit zuträglicher ist, als der durch chemische Mittel scharf gemachte Essig aus den Bodenfrüchten; 5. durch Gewinnung vieler Nahrungsmittel zur Viehmast, durch die Rückstände von Obst⸗ Wein, Obstessig und Obstbranntwein; 7. endlich durch künftige Gewinnung einer großen Menge schönen Tischlerholzes und reich⸗ haltigen Brennmaterials, wodurch die Wälder in den holzarmen Gegenden geschont, und in holzreichen die tiefer liegenden Waldparzellen füglich der Ackerkultur zugewiesen werden koͤnnen, was bei der steigenden Bevölkerung sehr beach— tenswerth sein dürfte. FFortsetzung folgt.) An e kedot eg. Eines Abends spielte Napoleon mit dem General Rapp nach der Schlacht bei Wagram am 6. Juli 1809 Karten. Er hatte vor sich eine große Menge Napoleonsd'or auf der Tafel liegen. „Nicht wahr,“ sagte er zum General Rapp,„die Teutschen lieben diese kleinen Napoleons sehr!“ —„Ja, Sire! weit mehr, als den großen!“— „Das kann man doch teutsche Offenherzigkeit nennen,“ erwiederte Napoleon lachend. Beim Malen wollen alle Damen einen schoͤ⸗ nen kleinen Mund haben; als daher eine Dame den Mund über die Maßen zusammenzog, sagte der Maler:„Madame, wenn Sie wollen, male ich Ihnen gar keinen.“ 5 7...— Fruchtpreise: Städte.[Gemäs[Waizen Korn Gerste Hafer Erbsen Linsen n pfs fl. kr. Pf. fl. ke. pf. fl. kr. Pf. fl. kr. Pf. fl. kr. Pf] fl. kr. Mainz] das Malter 90 e— 41——— 5 85. 10 5 2 Frankfurt 1„— 8 45 0„%%%TTCTTTTTJJJVJTJVVTTTT Gießen 5 1 200 9 201200 8 10165 5 D410— 3 300—-—[—— Grünberg„27* rr e—