— Oberhessisches Intelligenz- und Kreis-Bla 18 Kreisräthliche Bekanntmachungen des Kreises Gruͤnberg. Zu Nr. K. 2754. Gruͤnberg am 14. April 1836. Betreffend: Die Beförderung von Todesscheinen von im Großherzogthum verstorbenen Ausländern. Der Großherzoglich Hessische f Kreisrath des Kreises Grunberg an die Großh. Buͤrgermeister dieses Kreises. Nach einer hoͤchsten Verfuͤgung vom 31. v. M., sollen in Zukunft die Beschejnigungen uͤber das Ableben fremder Unterthanen im Großherzogthum bei christlichen Confessionsverwandten von den Geistlichen, bei Israeliten von den Buͤrgermeistern alsbald nach der statt gehabten Beerdigung des Verstorbenen dem Großherzoglichen Kreisrath zugefertigt und von diesem sodann an den Großherz. Minister der auswaͤrtigen Angelegenheiten zur Weiterbeförderung eingesendet werden. 1 Hiernach werden Sie sich nicht nur bemessen, sondern dieses Ausschreiben auch den Geistlichen zur Ein sicht mittheilen. Ouvrier. ————— Zu Nr. K. 2768. Gruͤnberg am 14. April 1836. Betreffend: Den Ausbruch der Lungenseuche unter dem Rindvieh in mehreren Theilen der Provinz Ober⸗ 5 hessen, insbesondere die Beibringung der Gesundheitsscheine bei Viehhandel. Der Großherzoglich Hessische * Kreisrath des Kreises Grünberg an die Großh. Buͤrgermeister dieses Kreises. 4 Nach ergangener hoͤchster Verfuͤgung sind nur dann Sesundheitsscheine fuͤr Nindvieh auszu⸗ stellen und resp. beizubringen, wenn an einem Orte der Umgegend eine Seuche unter dem Rind vieh 0 ausgebrochen und deßhalb die Ausstellung und Beibringung solcher Gesundheitsscheine fur eine bestimmte Zeit angeordnet ist. Sie werden sich hiernach bemessen. Ouvrier. Zu Nr. K. 1271. Betreffend: Märkte zu Braunfels. Gießen am 16. April 1836. Der Großherzoglich Hessische Kreisrath des Kreises Gießen. an fämmtliche Gr. Bur germeister des Kreises Gießen. Die Fuͤrstlich Solmsische Regierung zu Braunfels hat mich benachrichtigt, daß der Stadt Braunfels gestattet worden sey, mit den dasigen Kraͤmermaͤrkten, auch Viehmaͤrkte zu verbinden, daß dieselben 1. am Montage nach Palmsonntag 2. am Montage vor Pfingsten 3. am Montage nach Gallus und 4. am Montage vor Weihnachten abgehalten, und in den Jahren 1836, 1837 und 1838 keinerlei Standtgelder erhoben werden wurden. Ich gebe Ihnen daher auf, dieß in Ihren Gemeinden oͤffentlich bekannt zu machen. K, Ch, n dee Bekanntmachung. 143) J. Faßbender, in Herxheim am Berg, ohnweit Duͤrkheim (Rheinbayern), hat eine Auswahl gut gehaltener Weine von den letzt besten Jahrgaͤngen, namlich von 1825 bis 1835 inclusive Herxheimer Ge— waͤchs). Er macht den nahen und entfernten Weinfreunden, welche sich die Reise an das hiesige Weingebirge ersparen wollen, das An⸗ erbieten,(auf portofreie Briefe) ihre Auftraͤge loco Herxheim zu übernehmen. Den gefaͤlligen Bestellungen sieht man entgegen, und man wird den Forderungen immer mit aller Puͤnktlichkeit zu entsprechen suchen. 362) Versteigerung von Chausseearbeiten für dle Erbauung der Provinzialstraße von Kixtorf nach Homberg a/ O. Vom 26. April d. J. 9 Uhr Morgens an sollen über 4000 Klftr. Planirarbeiten in verschie⸗ denen Nummern an die Wenigstnehmenden unter den bei der Versteigerung bekannt gemacht wer⸗ denden Bedingungen, welche von jetzt an im Bureau des Unterzeichneten offen liegen, an Ort und Stelle, wobei die Zusammenkunft in Kirtorf stattsindet, versteigert werden. Alsfeld den 5. April 1836. Der Gr. Kreis baumeister e 31) Das Königl. Hohe Ober⸗Präsidium der Rheinprovinz, hat der Stadt Braunfels gestattet, mit den dahiesigen Krämermaͤrkten auch Vieh⸗ märkte zu verbinden. Indem wir dieses hiermit zur offentlichen Kenntniß bringen, bemerken wir, daß diese Märkte: 1. am Montage nach Palmsonntag, 2. am Montage vor Pfingsten, 3. am Montage nach Gallus und 4. am Montage vor Weihnachten abgehalten werden, und auf denselben in den Jah⸗ ren 1836, 1837 und 1838 keinerlei Erhebung von Standgeld stattfinden wird. Braunfels den 8. April 1836. Fürstlich Solms⸗Vraunfels'sche Regierung. Stephan. vt. Bender. Miscellen, Auszug aus F. Pohls Archiv der deutschen Land wirthschaft uͤber die Wollveredlung in Bayern. (Fortsetzung.) Die Preise von sortirter, saͤchsischer Schafwolle mit Abzug aller Spesen, stehen jetzt in London: Supra feine 480 fl.; 1te Sorte 350 fl.; 2te Sorte 260 fl.; 31e Sorte 180 fl.; ordinaͤre 148 fl. der Vayrische Centner. In Oestreich, Ungarn, Mehren, Boͤhmen und Schlesien sind fuͤr naͤchste Schur uͤber 3 aller zu er— zeugender Wolle schon gegen Kontrakt, und wieder zu viel hoͤheren Preisen, als vergangenes Jahr ver⸗ kauft worden. Der Verbrauch veredelter Tuch- und Kamm⸗ wolle hat sich seit einem Jahre außerordentlich ver⸗ mehrt! England hat vergangenes Jahr uͤber 36000 Ballen Schafwolle mehr als das Jahr zuvor impor⸗ tirt. Deutschland allein liefert nach London, Hull und Goale 72,776 Ballen, welche gegen 37 Mil⸗ lionen 300,000 Gulden betrugen. (Fortsetzung folgt.) Ueber das Brennen des Erdreichs. Es ist gar nichts Neues, das Erdreich zu glühen, um es fruchtbar zu machen, aber es ist nur theil⸗ weise in Anwendung gebracht worden, z. B. in den Marschen Niedersachsens. So ist es auch von Deutschen mehrmals empfohlen worden, z. B. vom Oekonomieinspektor Werner. In neuerer Zeit wurde es von dem Englaͤnder Beatson als heilbrin— gend in den wirthschaftlichen Verkehr gebracht, ob es aber in Deutschland viele Versuche veranlaßt bat, davon ist nur wenig zu unserer Kenntniß ge⸗ kommen. Es hat fast den Anschein, als sei die Sa⸗ che mehr auf dem Papier, als dem Acker verhandelt worden, so sehr auch der umgekehrte Fall zu wün⸗ schen wäre, um zur Gewißheit zu kommen. Die Herrn Praktiker sollten sich nicht so saumselig be⸗ zeigen, sondern bemuͤhen, lichtvolle Wahrheit auf dem Wege der Erfahrung zu erhalten. In Sachsen hat, unsers Wissens, nur der Bergkommissionsrath Lampadius, zu Freiberg, in seiner Lehre von den mineralischen Dungmitteln(Leipzig 1833), der Sache Aufmerksamkeit geschenkt, und neulich in den Frei⸗ berger gemeinnuͤtzigen Nachrichten auch anzustellende Versuche versprochen. In Wien ist vor Kurzem daruͤber folgende Piece erschienen: Das Brennen der Erde, als bewaͤhrtes Mittel zu Abstellung der Brache mit Vermeidung aller kuͤnstlicher Oefen(die Beatson vorgeschlagen hat), vom Ritter von Schindler. Hr. von Schindler laßt auf einem Acker, welcher bindenden Voden hat, ungewoͤhnlich tief pfluͤgen, um große Erdkloͤße zu bekommen. Davon wird nun ein Ofen zusammen gesetzt, mit trockenem Holze versehen und angebrannt. Nach dem Bren⸗ nen faͤllt er zusammen, und bleibt einige Tage un⸗ gestoͤrt liegen. Was von den gebrannten Kloͤßen nicht zerfallen ist, wird mit hoͤlzernen Schlaͤgeln zer⸗ pocht, und die gepulverte Masse als Duͤnger auf den Acker gestreut. Es sollen bereits mehrere oͤstreichische Landwirthe die Sache vorgenommen haben, woruͤber aber keine nahere Nachweisung ge⸗ geben worden ist. Die Sache selbst ist zur Zeit freilich noch nicht recht erklart, oder vielmehr einzusehen, wie das Brennen von großem Nutzen sein konne. Indeß ist die Wirksamkeit keineswegs abzuleugnen, vielmehr lassen sich Thatsachen anfuͤhren, welche sie darthun. Es ist bekannt, daß die vulkanischen Erden sich uͤber⸗ aus fruchtbar zeigen. Ein Gleiches gilt von dem Lehm, welcher vom Feuerheerde genommen und auf den Acker gebracht wird. So der Brandschutt vom Gemaͤuer, die Abfaͤlle in Ziegeloͤfen, so wie die zer⸗ fallenen Ziegeln selbst. Diese unleugbaren Thatsa⸗ chen dienen zum Grunde, der Sache Aufmersam⸗ keit zu schenken. Theater in Giessen., Sonntag, den 24. April: Auf allgemeines Verlangen. Die. rener en Ritter⸗Schauspiel in 5 Akten, von August von 0 Dienstag, den 26. April: Zum Erstenmale: Das Geheimniß. EPC Komische Oper in 1 Akt. Nach dem Franzoͤsischen frei bearbeitet von C. Musik Herklots. Dann folgt: von Solié. Studien. Kotzebue. kustspiel in 2 Akten, von Lebruͤn. %% A Fir i ene. Ir u ch t p r e i g e . Waizen.] Korn. Gerste.] Hafer. Erbsen. Lin sen. Staͤdte Datum Malter Malter Malter Malter Malter Malter 5 Pfnd. fl. kr.] Pfnd. fl. kr. Pfnd. fl. kr. Pfnd. fl. kr. fl. kr. pf.] fl. kr. Pf. Gießen 8385— 1200 510] 1800 4030] 160 350— 3———-f 21—— Grünberg.—— 5— 415— 330— 2450 5 30— 6—— Darmstadt—-— 555ʃ———J[— 440— 340(——( Mainz. 9. April!— 620— 449— 34— 3471—————— Frankfurt a. M. 11.—— 1 05. 40 R 5 81 9 8 10 30.— — 5—— Berichtigung. Inu dem Kreisblatte 6 15. Seite 2, Ausschreiben: Zu Nr. K. 264 Die Aufstellung der Voranschlaͤge der Kirchenfonds fuͤr 1837., lese Aufstellung; 3 10 v. o. statt: Erforderlichen, 1836., betreffend: v. o. statt: derjenigen, dreijaͤhrigez 3. 3 v. o. statt: aufstellung, Jahren, Jahre; 3. sorgfaͤlltige, sorgfaͤltige; Z. 6 v. o. statt: erforderlichen; Z. 14 v. o. statt: einsicht, Einsicht. 2 2, Gruͤnberg am 11. April man Zeile 2 . 5v. o. statt: