Oberhessisches Intelligenz- und Kreis-Glatt. MI3. Freitag, den 13. Mai 1836. Kreisräthliche Vekanntmachungen des Kreises Grünberg. Zu Nr. K. 3289. Grünberg am 5. Mai 1830. Betreffend: Die Errichtung eines Wollmarktes im Großherzozthume. Der Großherzoglich Hessische Kreisrath des Kreises Grunberg an sämmtliche Gr. Burgermeister des Kreises Grünberg. Um der inlaͤndischen Wolle besseren und leichteren Absatz zu verschaffen, beabsichtigt man einen Wollmarkt zu Offenbach zu errichten. Man will jedoch nur alsdann darauf eingehen, wenn sich eine Anzahl inlaͤndischer Wollproducenten verbindlich macht, im ersten Jahre diesen Markt zu besuchen. Dit Vortheile, die dieser Markt darbieten wird, sind: 10 daß er zu Anfang des Monats Juli bestimmt wird, und die in⸗ und auslaͤndischen Woll⸗ kaͤufer eingeladen werden, ihn zu besuchen; l 2) daß die Stadt Offenbach kein Lagergeld nimmt, auch dafuͤr sorgt, daß fuͤr Auf und Ab⸗ laden, Waͤgen ic. nur geringe Taxe gesetzt werden;. 5 3) daß die Wolle, wenn sie auf dem Markte nicht verkauft wird, auch laͤnger gegen geringe Taxe sicher gelagert wird und fuͤr Besorgung des spaͤtern Verkaufs zuverlaͤssige Commissio⸗ naͤrs aufgestellt werden. Sie wollen alle diejenigen Personen, welche mit Wolle einen be⸗ deutenden Handel treiben, so wie die in Ihren Gemeinden allenfalls bestehenden Schaͤferei⸗ gesellschaften hiernach bedeuten und sie befragen, ob sie unter den angegebenen Verhaͤltnissen, den demnächst noch bestimmt werdenden Markt mit ihrer Wolle zu beziehen geneigt sein. Im bejahenden Falle wollen Sie die Wollproducenten ihre Erklaͤrung schriftlich abgeben lassen, oder zu Protocoll nehmen und dabei angeben lassen, wie viel Wolle sie ohngefähr auf den Markt bringen wurden und von welcher Beschaffenheit die Wolle sei. Diese Erklaͤ⸗ rungen sind mir so schleunig als möglich anher einzusenden, weil man den Markt noch in diesem Jahre zu Stande zu bringen sucht. Sollten sich in Ihren Gemeinden keine so be⸗ deutenden Wollproducenten und Wollhaͤndler befinden, welche Wolle auf den Markt zu bringen im Stande sind, so sieht man binnen 8 Tagen Ihrem Berichte hieruͤber entgegen. In Abwesenheit des Gr. Kreisraths C. Fuhr, Kreissekretär. Zu Nr. K. 3349. Kreisrath des Kreises Grünberg am 6. Mai 1836. Betreffend: In Untersuchungssachen gegen Sidonie Struth von Lauterbach, weten Betrugs. Der Großherzoglich Hessische Grunberg an die Gr. Buͤrgermeister dieses Kreises. Das im Kreisblatt M 17 vom Gr. Kreisrath des Kreises Gießen an die Gr. Buͤrgermeister dieses Kreises erlassene Ausschreiben haben auch Sie zu befolgen, d. h. auf die Rubricatin zu wachen und sie im Betretungsfalle zu arretiren und anher einzuliefern. In Abwesenheit des Gr. Kreisraths der Gr. Kreissekretaͤr C. Fuhr. 3 Zu Nr. K. 3352. Grunberg am 7. Mai 1836. Betreffend: Die Julianne Reitz don Haarbach, wezen Vagabundirens. Der Großherzoglich Hessische Kreisrath des Kreises Gruͤnberg an die Gr. Buͤrgermeister dieses Kreises. Die dem Vagabundenleben ergebene Rubricatin, deren Signalement unten angefuͤgt ist, hat sich abermals aus ihrer Heimath entfernt und treibt sich auswärts zwecklos herum. Ich beauftrage Sie, auf dieselbe ein wachsames Auge zu richten und richten zu lassen, sie im Betretungsfalle zu arre⸗ tiren und anher einzuliefern. In Abwesenbeit des Gr. Kreisraths der Gr. Kreissekretaͤr C. Fuhr. Signalement der Julianne Reitz. Alter: 36 Jahre, Große: 67 4“, Haare: blond, Stirne: bedeckt, Augenbraunen: blond, Augen: blaugrau, Nase: dick, Mund: dick, Bart:— Kinn: rund, Gesicht: oval, Gesichtsfarbe: braun, Besondere Zeichen:— e Bekanntmachungen. Bekanntmachung. 33) Zur allgemeinen Militair-Vertretungs⸗ Anstalt haben pro 183% bereits gegen 700 Per- sonen ihren Beitritt angezeigt. Die Eltern oder Vormuͤnder der 1816 Gebornen ladet zum Bei⸗ tritt mit dem Bemerken ein, daß, da nach dem neuen Gesetz jeder Einsteher mit 250 fl. bezahlt werden muß, jedes Mitglied blos eirca 3 fl. mehr wie fruͤher zu bezahlen hat. Das Autrittsgeld ist nach wie vor 50 oder 75 fl. Darmstadt den 3. Mai 1836. Ernst Emil Hoffmann. Versteigerung. 34) Dienstag, den 24. Mai d. J., des Vor⸗ mittags 11 Uhr, sollen die Bauarbeiten, mehrere Gegenstaͤnde, besonders die Erbauung eines neuen Feuerleiternhauses, die Reparatur der hiesigen Schul⸗ scheuer und den Bewurf des hiesigen Schulhauses, sodann die Erbauung eines Abtritts fuͤr die Schul⸗ kinder dahier auf dem Nathhause oͤffentlich an den Wenigstnehmenden versteigert werden. Indem man dieses zur Kenntniß bringt, bemerkt man zugleich, daß die Poranschlaͤge und Accordbedingungen auf dem Bureau des Unterzeichneten von heute an zur Einsicht offen liegen, und die Arbeiten im Einzel⸗ nen folgendermaßen veranschlagt sind, als: 1) Maurer- und Steinhauerarbeit 102 fl. 54 kr. 20 Zimmerarbeti m 3) Stein⸗Dachdeckerarbeit. 3655 6 4) Stroh ⸗Dachdeckerarbeiet. 26 25 5) Schreiner arbeit 6„ 42 6) Schlossexar beit 4„ 20 7) Weiß binderarbeie 92⸗—. Summa 364 fl. 43 kr. Staufenberg am 20. April 1838. Der Buͤrgermeister Fischer.