— — — Oberhessisches Intelligenz- und Kreis- Glatt. W 24. Freitag, den 1. Juli 1836. —————. k——.————————— Rreigräthliche Vekanntmachungen. Zu Nr. K. G. 2185. Gießen am 28. Juni 1836. Betreffend: Den Bezug von Denunciationsgebühren, Strafantheile und Fanggulden bei Polizeicontra- ventionen, von Seiten der Bürgermeister. Der Großherzoglich Hessische Kreisrath des Kreises Gießen an saͤmmtliche Gr. Buͤrgermeister des Kreises Gießen. Nach eingelangter Verfügung Gr. Ministeriums des Innern und der Justiz sollen die Buͤrger⸗ meister, wenn von ihnen aus eigener Wahrnehmung Anzeigen von begangenen Polizeicontraventionen semacht werden, keine Denunciationsgebuͤhren, Strafantheile und Fanggulden beziehen. Ich setze Sie daher zu Ihrer Nachricht hiervon in Kenntniß. f K. Ch. Knorr. Zu Nr. K. P. V. 1039. Gießen am 24. Juni 1836. Betreffend: Die Entwendung von Effecten. Der Großherzoglich Hessische Kreisrath des Kreises Gießen an saͤmmtliche Bürgermeister des Kreises Gießen, Aus einem innerhalb der hiesigen Stadt gelegenen Gartenhaus sind vom 22. auf den 23. die ses nachbezeichnete Gegenstaͤnde 10 ein Tischmesser mit birschhornenem Stiel, 2) eine schmale spitzige sehr gebrauchte Scheere, 3— 4 Zoll lang, 3) ein grobes Handtuch und 4) eine zum Zufallen der Hausthuͤre dienende eiren 3 fr schwere eiserne Kugel, nebst einer zur Fassung derselben dienenden eisernen Rippe, entwendet worden. Ich beauftrage Sie deshalb, auf die bezeichneten Gegenstande gen zu zu achten und alle Ihnen zur Kenntniß kommende Indicien alsbalden anher einzuberichten. K. C h. Knorr. ——— Zu Nr. K. G. 4644. Grünberg am 30. Juni 1836. Betreffend: Den Knaben Andreas Neeb von Rüddingshausen. Der Großherzoglich Hessische Kreisrath des Kreises Gießen an die Gr. Buͤrgermeister dieses Kreises. Der unten naͤher beschriebene Knabe, Andreas Neeb von Ruͤddingshausen, hat sich, wie er dieß fruher schon mehrmals gethan hat, abermals aus seiner Heimath entfernt und treibt sich auswaͤrts zweck— los herum. Ich beauftrage Sie, auf denselben ein wachsames Auge richten und ihn im Betretungsfalle 6 arretiren und anher einliefern zu lassen. Dur 1 Signalement des Andreas Neeb von Rüddingshausen. 1 Alter: 12 Jahre, Nase: stumpf, Groͤße:(unterm Maas), Mund: gewoͤhnlich, Haare: blond, Bart:— Stirn: hoch, Kinn: rund, Augenbraunen: blond, Gesicht: oval, 1 Augen: braun, Besondere Zeichen:— 7 Zu Nr. K. G. 4155. Gruͤnberg am 30. Juni 1836. 1 Betreffend: Die Inspicirung der Kriegsreservisten. Der Großherzoglich Hessische Kreisrath des Kreises Grunberg an die Gr. Buürgermeister dieses Kreises. Jeder von Ihnen hat unter besonderer Couverte ein Verzeichniß der in Ihren Gemeinden woh— nenden Kriegsreservisten zugefertigt erhalten. Sie werden beauftragt, diese Kriegsreservisten anzuweisen, Donnerstag den 1. September d. J., Morgens punkt 7 Uhr, mit saͤmmtlichen Montirungsstücken, Montirungsbuͤchelchen und Putzzeug vor dem Recrutirungs-Capitaine auf dahiesigem Rathhause zu er⸗ scheinen, die geschehene Bekanntmachung unter die Ihnen mitgetheilte Verzeichnisse zu bescheinigen und diese sosort baldigst wieder anher einzusenden.— Sollten Kriegsreservisten mit Erlaubniß abwesend oder krank sein, oder in gefaͤnglicher Haft sich befinden, so sind deren Montirungsstücke nebst Putzzeug und Montirungsbuͤchelchen durch deren Eltern oder sonstige Angehoͤrige oder in deren Ermangelung, durch andere Kriegsreservisten aus demselben Orte, welche gleichfalls zu dieser Nevision beordert sind, dem Recrutirungs-Capitain vorzuzeigen. Es haben hierbei jedoch die, die Montirungsstuͤcke vorzeigen⸗ den Personen dem Recrutirungs-Capitaine Bescheinigungen von Ihnen, den Großh. Buͤrgermeistern dar— über zu uͤbergeben, daß und aus welchem Grunde die Besitzer derselben persoͤnlich zu erscheinen ver— hindert sind.— Diejenigen Kriegsreservisten, welche zwar abwesend, jedoch nicht uͤber 6 Stunden von ihrem Wohnorte entfernt sind, sind von dem Tage der Revision zeitig genug in Kenntniß zu setzen. Tü. Da uͤbrigens nach einer neuerdings erschienenen hoͤchsten Verfuͤgung nicht allein die Montirungs⸗ stuͤcke ꝛc. sondern auch das vorschriftsmaͤßige militaͤrische Aeußere der Kriegsreservisten inspicirt und namentlich dabei Ueberzeugung genommen werden soll: ob die Leute die gehoͤrige Haltung beobachten, ihr Anzug ordnungsmaͤßig und an ihrer Propretaͤt nichts auszusetzen ist und ob ferner Haar- und Bart— wuchs wie im Dienst erhalten sind; so haben Sie, die Großherzogl. Buͤrgermeister, die Kriegsreservisten hiernach auf das angemessenste anzuweisen und zu bedeuten, daß jeder nicht in der gefoderten Verfas⸗ sung Erscheinende unnachsichtlich zur Strafe werde gezogen werden. Die Kriegsreservisten haben bei der Inspicirung in ihren Montirungsstuͤcken gekleidet zu erschei⸗ nen und baben sie hierbei den Rock, die wollene Pantalons und Gamaschen(oder das Collet nebst Reithosen) anzuziehen, den Spenzer, das Putzzeug, das Montirungsbuͤchelchen ꝛc., dagegen in den etwa bereits erhaltenen Tornistern oder Mantelsaͤcken, oder wenn sie nicht in deren Besitz sind, in irgend etwas anders eingepackt mitzubringen. Ouvrier. ——— Zu Nr. K. 4267. Grünberg am 24. Juni 1836. Betreffend: Die Musterung des Jahres 1838. 5 Der Großherzoglich Hessische Kreisrath des Kreises Grünberg an die saͤmmtlichen Gr. Buͤrgermeister dieses Kreises Nach einem weiter eingelangten Schreiben des Großh. Civilreerutirungscommissairs, soll die diesjährige Musterung im hiesigen Kreise nicht den 8. September d. J., sondern schon den 29. August d. J. beginnen, und zwar in der Art, daß wegen der großen Anzahl der Dienstpflichtigen und damit zugleich nach beendigter Musterung an denselben Tagen uͤber die Depotanspruͤche verfuͤgt werden kann, die Musterung in 3 Abtheilungen den 29., 30 und 31 August statt finden. Auf den 29. August haben die Großherzogl. Buͤrgermeister 1) von Albach, 11)„ Burkhardsfelden, 2)„ Allendorf a. d. Lumda, 12)„ Climbach, 3)„ Allertshausen, 13)„ Daubringen, 4)„ Altenbuseck, 14)„ Ermenrod, 5)„ Annerod und Trohe, 15)„ Flensungen, 6)„ Atzenhain, 16)„ Garbenteich, 7)„ Beltershain, 17)„ Gelshausen, 8)„ Berusfeld, 18)„ Goöͤbelnrod u. Haarbach, 9)„ Bersrod, 19)„ Grosenbuseck; 10)„ Beuern, auf den 30. August die Großherzogl. Buͤrgermeister 20) von Groseneichen, 23)„ Hausen, 21)„ Groß- und Kleinlumda, 24)„ Ilsdorf, 22)„ Gruͤnberg, 25)„ Kesselbach, *— .——— 26)„ Kirchgons, )„ Langgöns, 28)„ Lauter, 29)„ Leihgestern, 30)„g Lindenstruͤth, 31)„ Lollar, 37) von Odenhausen, 38 77 Oppenrod, 30)„ Pohlgoͤns, 40)„ Queckborn, 410 75 Roͤdchen, 42)„ Neinhardshain, 43)„ Reiskirchen, 44)„ Ruͤddingshausen, 45)„ ͤ Ruppertenrod, 46)„ Ruttershausen, 2 deodorf 33)„ X Mainzlar, 34)„ Merlau und Weitsaasen, 35)„ Niederohmen, 36)„ Oberohmen; auf den 31. August die Großherzogl. Buͤrgermeister 47)„ Saasen, 48)„ Stangenrod, 49)„ Staufenberg, 50)„ Steinbach, 51)„ Steinberg und Watzenborn 52)„ Stockbausen, 53)„ Unterseibertenrod, 54)„ Weickartshain, 55)„ Weitershain, 56)„ Zeilbach, mit allen Conscriptionspflichtigen Vormittags ½ 9 Uhr dahier sich einzufinden. 5 Den 3. Septbr. d. J. ersolgt das Loosen und den 5 desselben Monats die Pruͤsung saͤmmtlicher zum Militaͤrdienst sich angemeldet habender Stellvertreter. Indem ich Sie anweise, saͤmmtliche Conscriptionspflichtige und diejenigen, welche fuͤr Militaͤr— pflichtige einstehen wollen, hiernach zu bedeuten und anzuweisen, sich an den bestimmten Tagen ohn— fehlbar zur Musterung und resp. Pruͤfung ihrer militaͤrischen Qualification bei Meidung der sie sonst nach den Gesetzen treffenden nachtheiligen Folgen, dahier einzufinden, fuͤge ich noch die Bemerkung bei, daß, wenn die Pflichtigen abwesend sind und auswaͤrts dienen, Sie deren Angehoͤrige sogleich hiervon in Kenntniß zu setzen haben, damit solche dieselben an den bemerkten Tagen zur Stelle schaf— fen koͤnnen. Ou d ‚ —— 3 ä. ̃—ꝓm!] P Bekanntmachungen. 53) Wir haben wieder alle Sor⸗ ten Einschlaggarn, so wie alle Sorten Strickgarn in weiß, blaumelirt ꝛc. frisch erhalten und empfehlen solches bestens. Gebruͤder Heß am Eck des Kirchenplatzes neben dem Einhorn. 57) Frucht versteigerung bei dem Rent⸗ amte Grunberg. Montag, den 18. Juli d. J., des Vormittags um 9 Uhr, soll eine ansehnliche Parthie 18351 herr— schaftlichen Fruͤchte von Waizen, Korn, Gerste, Hafer und Molterfrucht von dem hiesigen Speicher unter den gewohnlichen Bedingungen oͤffentlich ver⸗ steigert werden. Gruͤnberg den 1. Juli 1836. Gr. Hess. Rentamt daselbst. Boͤtticher. 54) Ich zeige hiermit an, daß ich vom nächsten Montag an im Hause des J. Landauer auf dem Markte dahier wohne und bemerke zu— gleich, daß fortwährend alle Sorten Stempel— papiere bei mir zu haben sind. Gießen den 17. Juni 1836. Nitter. 56) Bauarbeits⸗Versteigerung. Freitag, den 8. Juli l. J., Vormittags um 9 Uhr, sollen die Bauarbeiten eines neuen Schul— saales zu Kleinlinden auf der Bürgermeisterei öffentlich an die Wenigstfordernden versteigert werden. Indem man dieses zur Kenntniß der Steigliebhaber bringt, bemerkt man zugleich, daß die Nisse, Voranschläge und Accordbedingungen auf dem Bureau des Unterzeichneten zur Einsicht offen liegen, und die einzelnen Arbeiten folgen— dermaßen veranschlagt sind: 1) Maurerarbeit 313 fl. 44 kr. 2) Steinhauerarbeit 18„ 51% 3) Zimmerarbeit ee, 4) Dachdeckerarbeit 4490„ 5) Schreinerarbeit 190% 59„ 6) Schlosserarbeit 20 7) Glaserarbeit 84„— 8) Weißbinderarbeit 89„— Kleinlinden am 1. Juli 1836. Der Buͤrgermeister Weigel. en lau de Ng