merge, Hbethessisches Intelligenz- un Kreis- Blatt. 1. Freitag den 9. Januar 1835. 2 r—......——ñ—ñññꝛñ— —————————— 5 Kreisräthliche Bekanntmachungen. Zu Nr. K. 15. ö Grünberg am 1. Januar 1835. Betreffend: Die jüdischen Frauenbäder. Der Großherzoglich Hessische Kreisrath des Kreises Grünberg a n die Großherzoglichen Buͤrgertteister dieses Kreises. Es sst Ihnen bekannt, daß die sonst üblich gewesenen, in Kellern oder andern feuchten Behaͤltern angelegten, und der Gesundheit so verderblichen Juden Fruucubäkter; untersagt und deren Verschuͤttung schon vor mehreren Jahren aubefohlen wurde. Dem Vernehmen nach sollen hier und da Juden diese schaͤd⸗ lichen Badelöcher heimlich wieder angelegt haben, und solche wieder gebraucht werden.— Sobald Sie Kenntniß oder nur Vermuthung von dieser strafbaren Wie derherstellung, der Gesundheit nachtheiligen Bade⸗ löcher erhalten, haͤtten Sie sich alsbald durch Untersuchung Gewißheit daruber verschaffen und sofort Anzeige machen muͤssen; und weise ich Sie an, wo dieß noch nicht geschehen ist, alsbald Untersuchung anzustellen und den Befund anzuzeigen. ere Zu Nr. K. 56. Grunberg am 1. Januar 1835. Betreffend: En herrnlos perumirrendes und aufgefangenes Mutterschwein. a 5 Der Großherzoglich Hessische Kreisrath des Kreises Grünberg 5 a n saͤmmtl. Großherzogliche Bürgermeister dieses Kreises. Da sich zu dem von Wirth Reuschling auf der Badenburg aufgefangenen und in Verwahrung genommenen Mutterschwein, der erlassenen Ausschreiben ungeachtet, bis jetzt Niemand als Eigenthuͤmer gemeldet und dieserhalb Wirth Reuschling um Zuerkennung desselben als Eigenthum gebeten hat;; so werden Sie beauftragt, dieses in Ihren Gemeinden bekannt zu machen. Ouvrier. Betretfend: Verlorenes Geld. b Der Großherzoglich Hessische Kreisrath des Kreises Giessen a n sämmtliche Großherzogl. Bürgermeister dieses Kreises. Am 30. v. M. sind auf dem Wege von bier nach Lützenlinden 11 Thaler in Preußischen Kasse⸗ scheinen verloren gegangen.— Sie werden dieß in Ihren Gemeinden bekannt machen, und im Falle der Finder sich meldet, hierher berichten. K. e, N le Zu Ny. K. 3583. Giessen am 29. December 1834. Betreffend: Den Ankauf des Russischen Leins pro 1835. . Der Großherzoglich Hessische Kreisrath des Kreises Giessen ER a n die Großh. Buͤrgermeister u. Beigeordneten der Nebengemeinden dieses Kreises. Einer Benachrichtigung des Praͤsidenten des landwirthschaftlichen Vereins zufolge wird auch fuͤr das Jahr 1835 der Ankauf einer Quantitat Russischen Leins durch den Verein besorgt und ein Theil der Kosten durch denselben bestritten werden. Um indessen genaue Kenntniß zu erhalten, wie viel in den ein⸗ zelnen Gemeinden gewunscht wird, werden Sie angewiesen, nach vorheriger oͤffentlicher Bekanntmachung Snbscriptionslisten aufzulegen, und solche längstens bis zum 31. Januar an den Präsidenten des landwirth⸗ schaftlichen Vereins einzusenden, indem auf spätere keine Ruͤcksicht genommen werden kann. 8 Sie werden uͤbrigens nochmals zum Anbau dieses Leins ermuntern, indem der aus demselben ge⸗ wonnene Flachs bekanutlich vor dem unsrigen große Vorzuͤge hat; und daß derselbe in den letzten Jahren mißrathen ist, nur der anhaltenden Duͤrre zugeschrieben werden kann.„ h., nd f Giessen am 7. Januar 1835. Der Großherzoglich Hessische Kreisrath des Kreises Giessen a n saͤmmtliche Großherzogliche Bürgermeister des Kreises Giessen. Nachstehende Bekanntmachung haben Sie ohne Verzug in Ihren Gemeinden zu veroͤffentlichen und wie geschehen, binnen 3 Tagen berichtlich anzuzeigen. J. V. d. K., Stumpf, Kreissecretaͤr. Heinrich Seipp aus Nonnenroth, dahier inhaftirt, hat im hiesigen Landgerichtsbezirke nachstehende Gegenstände theils verkauft und vertauscht, theils versetzt: 10 einen großen Henkelkorb von weisen Weiden geflochten; 2) einen alten Mantel von grobem dunklem Tuche mit einem alten manchesternen Kragen, woran sich 1 ein heller messingener Knopf befindet; 3) einen hellen biebernen Weibsrock, unten mit grüner und blauer Schnur besetzt, mit einem Sack von werchenem Tuch und einem Drathkrappen mit Schlinge; Zu Nr. K. P. V. 68. OiScessen den 4, Januar 188% — ch da zun seh so de ge K. Un ge; che ͤsse⸗ der 34. ses. fuͤr der ein⸗ hung irth⸗ ge⸗ ahren und erde sic von FFF 2 Miscellen. n Man hat nicht umhin gekonnt, hier diejenigen Leser der gemeinnützigen Blätter), welche dem Stande der Landwirthe u. Viehzüchter angehören, wohlmeinend zu warnen, von der Befolgung von Anrathungen, wie solche in den Probeblättern der gemeinnützigen Blätter gegen eine so gefährliche Viehkrankheit, wie es die Lungenseuche ist, gegeben sind. Der Erfinder dieser Curart ist der Thierarzt J. J. W. Lux), der durch Zufall darauf verfallen ist, aber auch in seiner Zeitschrift deutlich gezeigt hat, daß er die Lungenseuche gar nicht kennt und daß er über⸗ haupt nicht einmal den fieberhaften Zustand bei den Wiederkäuern beurtheilen kann. Und nach des— sen Nathschlägen sollt Ihr Euer, an der Lungen- seuche erkranktes Vieh behandeln?!— Nust Euch, wenn Euer Vieh erkrankt ist, einen tüchtigen Thier— arzt, und befolgt, was der Euch angiebt, oder Ihr werdet zu spät erkennen, daß dieser mein Nath nur wahrhaft gemeinnützig gewesen ist. g Dr. Vix. *) In Gießen bei Heyer erscheinend. ) Siehe dessen homöopatische Zeitschrift für Thierarzte Ltets Heft. Leipzig 1884. Ueber Reinigung der Obstbaͤume. Es ist ein allgemein anerkannter Grundsatz, daß wie bei den Thieren, so auch bei den Bäumen, zum Wohlgedeihen derselben auf das Reinhalten sehr viel ankommt. Nirgends treibt man es damit so weit, als in Holland. Zwar wird die Liebe des Holländers zur Neinlichkeit von ihm übertrieben; er genießt z. B. sein Essen kalt, damit nur nicht das Kochgeschirr schwarz gemacht wird; allein in Anse— bung der Bäume hat er Recht. Er sagt:„so wie unreine Menschen, haben auch unreine Bäume Un⸗ geziefer;“— dieß besteht in allerlei kleinen Thier⸗ chen und Maden, welche unter dem Moose der 40 ein blau tuchenes altes Kinderwämmschen mit gelben kleinen messingenen Knoͤpfen; 5) einen blau tuchenen Frackrock und dergleichen Hose. Wahrscheinlich sind diese Gegenstaͤnde entwendet; man fodert daher Jeden, der uͤber dieselben Aus⸗ schluß ertheilen kann, auf, dieses sofort dahier zu thun. f Großherzoglich Hessisches Landgericht. Gießen den 6. Januar 1835. Pho ch. Bäume ihre Wohnungen haben. Diese Thierchen treiben es dann lustig und lebhaft im Wonnemonat; ste verändern ihre Wohnung und ziehen in die Blüthe; die Blüthe wird alsdann fleckig und setzt keine Frucht an; dann heißt es:„die fatalen Nachtfröste haben alle Blüthe verdorben.“ Ei ja doch, die Nacht⸗ fröste! Faulheit versteckt sich hinter Sonne, Mond 1 und Sterne! die Faulheit und Unwissenheit ist Schuld; macht Eure Bäume rein! Die Art nun, wie der Hollander seine Bäume rein hält, ist fol— N gende: Nach einem durchweichenden Negen(am besten im April) nimmt er einen stumpfen Besen oder eine eiserne Scharre und fegt alles Unreine, sowohl vom Stamme, wie von den Aesten weg; hierauf nimmt man eine Lauge, bereitet von Wer— muth, Naute, Salbei und etwas Asche und wäscht mit einer Bürste die vorher gefegten Stellen; dieß vernichtet Brut und Ungeziefer. In einigen Tagen, nachdem die Borke oder Rinde wieder trocken ge⸗ 9 worden, streicht man bei schönem Wetter den gan— 3 zen Stamm mit altem Ochsenblute an. Sobald die Sonne darauf scheint, eröffnen sich die Schweiß⸗ löcher wieder, die Rinde wird glänzend braun wie Mahagonyholz und setzt nie mehr Moos an. N U 2 Das Krebsot. 8 Die Eigenschaft des Nauches, die Erhaltung des Fleisches zu sichern, ist jedermann bekannt; denn fast allgemein und schon seit undenklichen Zei⸗ 1 ten hat man sich desselben, besonders auf dem Lande, 1 zu diesem Zweck bedient. Eine neuere Entdeckung erst ist es, daß diese fleischerhaltende Eigenschaft ö auch dem bei dem Kohlenbrennen, einer trocknen N Destillation, gewonnenen Holzessig inwohne, und 1 daß daher das Bestreichen des Fleisches mit dieser Fluͤssigkeit, dasselbe eben so sicher vor Fäulniß be⸗ wahre, wie das Näuchern und beinahe eben so wohlschmeckendes Rauchfleisch liefere, daher in man⸗ chen Verhältnissen mit Vortheil statt desselben an⸗ eee gewendet werden könne. Die menschliche Forschlust, die neuerer Zeit auf dem Felde der Chemie beson⸗ ders thätig sich zeigt, ist jedoch dabei noch nicht stehn geblieben, man hat nun auch den Bestandtheil des Nauches, Holzessigs, Theers aufgefunden, der die Sicherung des Fleisches vor der Fäulniß be⸗ wirkt. Es ist eine ölartige, farblose durchsichtige Flussigkeit, welcher ihr Entdecker, Hr. Dr. Karl Reichenbach, der schon zwei andere vorher nicht ge⸗ kannte Bestandtheile des Theers, das Paraffin und Eupion, auffand, jenen Namen nach den griechi— schen Wörtern Koe(Fleisch) und og(erhalte) beilegte, um ihre hervorstechendste Eigenschaft an⸗ zudeuten. Die Darstellung derselben geschieht auf einem weitläufigen zusammengesetzten chemischen Wege und kann hier, als zu uninteressant für den Land⸗ wirth, nicht besprochen werden. Sollte jedoch einer der Leser dieses begierig seyn, dieselbe kennen zu lernen, so wird er sein Verlangen befriedigen köͤn⸗ nen, wenn er sich die von dem Entdecker darüber geschriebene eigene Abhandlung(das Kreosot, ein neuentdeckter Bestandtheil des Nauches ꝛc., Halle bei Anton), oder das 1. Heft des 17. Bandes von Erdmann's Journal für technische und oͤkonomische Chemie, Leipzig 1833, worin ein Auszug aus je⸗ ner Abhandlung enthalten ist, verschafft. Hier soll über diesen neuen Körper nur mitgetheilt werden, was denselben nicht nur für den Landwirth, son⸗ dern für alle Menschen höchst wichtig zu machen scheint.(Fortsetzung folgt.) Zur Nachricht. Es erscheint das Oberhessische Kreis- und Intelligenzblatt wie vor jede Woche einmal und werden fortwährend Bestellungen sowie Praͤnumeration von 1 fl. 30 kr. angenommen. Da dieses Blatt vorzugsweise fur die Bekanntmachungen der Herren Kreisraͤthe bestimmt ist, diese aber oft nicht hinreichen, es jede Woche voll erscheinen zu lassen, so bin ich erboͤtig, Aufsaͤtze, welche sich über das Gebiet der Haus⸗ u. Landwirthschaft erstrecken, unter portofreier Einsendung, unentgeltlich aufzunehmen und ich hoffe hierdurch ihm ein allgemeines Interesse abzugewinnen. Giessen im Januar 1835. G. D. Brühl. 7 Fruchtpreige. — 8 K 4 Waizen.] Korn. Gerste.][ Hafer,[Erbsen.Linsen. Städte.[Datum. 1 Malter. Malter. Malter. Malter. Malter. Malter. pfund.. bfand fl. e. pfund fl. tr. wfund] fl. tr.] f. tr. uf. fl. br. f.. Gießen 1. Dzbr. 200 6— 180 5.1603 40 7 1 5 Grünberg 8. Nov.— 5 65ͥẽI„kf, 5 5 7 5—— 41 2 Darmstadt 2. Dzbr.—-—14—— 1— 3 500— 2 501—— 86—— Main„. Sept.— 6 17— 4 551— 411— 3—1 4 D Frankfurt a. M.. 45. Sept.— 15 500— 4 200 71 5 25— N. ̃——————— Druck und Verlag der G. D. Brühl' schen Buch⸗ und Steindruckerei. von El Tgasphe, ohlfern ohn gefaͤ streisten ausgese fomme. des In Verbre kerpeicht werden 30 leguar Stört funden Fi Diel Sa 1 fe Nachn Meiste und