Oberhessisches Intelligenz m Kreis- Hlatt. % M 2. Freitag den 10. Januar Fruchtpreise. . — Frucht⸗ und Fictualienpreise vom 10. Januar. 8 Linsen. Waizen.] Korn. Gerste.[ Hafer. Städte. Datum. Pfund fl. kr. Pfund fl. kr.[fund fl. kr.[Pfund fl. Malter. 5 Malter.[ Malter. Malter. 1— 1 Gefen 23. December] 200 5 20] 180 4 15 1600 3 30]— Grünberg 5 Demstaß k. 28, December— 3 30— Mainz 5 * * —— — r— — 2—— i Frankfurt a. M. E K——— e———— 8 Bi einopr em sse. 8— 5 kr. pf, 1 1 Maas ordinares Biere[4 2 Maas Doppelbier. 2 auch( 5 2 1 I 42* 1 . 31 8 8 l 8 3 5 8 58 8 3 1— ——— 21 1— e———— „ sas SSS SSS Es es 1 S SSS ASS SSS ISS SSS s —— 2 2— 18 22— 2 SE 2—— 2 22 [städte s SS 5„Ss S IS s ES S — S 2 805 8 8[82 4 0 spfd.] Pfd.] Pfd.] Pfd.] Pfd. Pfd.] Pfd.] Pfd.] Pfd.] Pfde] Pfd.] Pfd.] pfd. Pfd.] Pfd.] Pfd. W kr. pf. kr. pf. kr. pf. kr. pf. kr. pf. kr. pf. kr. pf. kr. pf. kr. pf. kr. pf. kr. spf. I kr. pf. kr. pf. kr. pf. 35—— 2—— 1 21————————.——— Gießen 10— 4 8-17— 6—1—- 9 21 6—-412— 8— 115—116—20.— 20.— 7 Grünberg 4 Friedberg ö — Biedenkopf é 4 5 Br„n Mar ktüßreif —e 4 2 5 0 8 Noggenbrod in kleinen Laiben. St a dat e. Waserwec 8 Müͤchbrod. N 5 8 Taigscher für 2 Fresfür 1 kr. für 6 kr. für 12 kr. f. V. et. Ot] P. Lt.] Ot. P. et.] Otf P. et. Otse 8 — 2 — — Z rsolch 9g Ida, g, /. 28 2 2 ö 5 0 0 Gießen.. 412— 1 4— 2] 8—43 12— 624—429— 7 24 6 2J 7 303 Grünberg Friedberg Biedenkopf Gerste, grob gesch. Gerste, Sten gesch. Handkase. 3 Butter. 1 ... 7. 1 8 4 8— e— 5 2 eee R s, Gruͤnberg, am 3. Januar 1834. Betreffend: Die Stunden- und Lectionsplane. Die Großherzoglich Hessische N Bezirks-Schulcommission des Kreises Gruͤnberg a n die saͤmmtlichen Ortsschulvorstaͤnde des Kreises. In Beurtheilung der bei uns eingereichten Stunden- und Lectionsplane begnügen wir uns fur dieses⸗ mal, gewisse allgemeine Grundsätze in materieller und formeller Hinsicht Ihnen mitzutheilen und zur künftigen Berücksichtigung zu empfehlen, indem wir zugleich die hauptsächlichsten Mängel rügen, welche uns aufgestoßen sind. I. In materieller Hinsicht: Die Lectionsplane müssen ein richtiges Verhältniß der Lehrgegenstände zur Summe der Lehrstunden, zur Zahl und Bildungsstufe der Schüler und in so fern unter sich selbst beobachten, daß die wich⸗ tigeren vorzugsweise berücksichtigt sind, eine zweckmäßige Reihenfolge derselben beobachtet und eine verständige Wahl der gleichzeitigen Beschäftigung für die mehrartigen Schülerabtheilungen getroffen wird.— Mehr oder minder ist gegen diese Hauptregel in dem vor uns liegenden Lectionsplane gefehlt worden.— Es ist zu tadeln: 1) daß nöthige Lectionen über minder wichtige öfters vernachlässigt worden sind. Die unbedingt nothwendigen dürfen durch die bedingt nöthigen nicht verkürzt werden und letztere sind bei einer geringen Zahl von Lehrstunden oder einer niederen Vildungsstufe der Schüler lieber vor der Hand aufzugeben.— Jedenfalls dürften 2 Stunden wöchentlich genugen, wenn täglich 3 Stunden für die erste Klasse Unterricht ertheilt wird. So sind auch die blos mechanischen Ge— dächtnißübungen zu verbannen, und namentlich ist das sinn- und gedankenlose Auswendiglernen auf Religion bezüglicher Lectionen verwerflich. Ueberhaupt soll dem Gedächtnisse nur das Wohl— verstandene zugemuthet werden, sonst dient die Schule mehr der Tödtung als der Belebung des Geistes. Erhebende Lieder, kräftige Sprüche und sinnvolle Neligionsfragen müssen dem Reli⸗ gionsunterricht selbst angereiht werden, und dann nimmt sie das Gedächtniß willig auf und be⸗ wahrt sie lebenslänglich als einen köstlichen Schatz. f 2) Es ist ferner zu tadeln, daß häufig ae Lehrgegenstände in einen kurzen Zeit⸗ raum zusammen gedrängt und die Lehrstunden allzusehr zerstückelt worden, 3) daß leichtere und schwerere Gegenstände nicht immer gehörig mit einander ab⸗ wechseln und mehrere abstracte Lehrgegenstände öfters unmittelbar auf einander folgen, 4) daß nach manchen Lectionsplauen die verschiedenen Abtheilungen einer Klasse nicht, oder nicht auf nützliche und schickliche Weise beschäftigt werden. In mehreren Lectionsplanen, selbst frequenter Schulen, ist für die einzelnen Lehrstunden immer nur 1 Lehr⸗ gegenstand für alle Abtheilungen erwähnt, in andern sind solche Lectionen neben einander auf— gestellt, bei denen offenbar eine Abtheilung die andere stören oder im Schulraume beengen muß, und es ist aus diesen und andern Gründen zu vermuthen, daß die Lectionsplane hin und wieder nur auf dem Papiere bestehen. II. Was die formelle Einrichtung der Lektions- und Stundenplane betrifft, so ist's ein Haupt⸗ erforderniß, daß dieselben in gedrängter Kürze, aber doch genügend, und dabei leicht üuͤbersichtlich; die Lehrstunden und die Lectionen, sowohl in ihrer Folgenreihe, als in ihrer gleichzeitigen Be— handlung, darstellen. Dieses kann am sichersten durch die tabellarische Form bewirkt werden.— Auch in formeller Hinsicht ist an mehreren der übergebenen Lectionsplane mancherlei zu tadeln. Einige sind zwar kurz genug, aber auch eben so dürftig; andere sind allzu weitläufig und ent⸗ behren der Uebersichtlichkeit. Einige sind nachlässig und oberflächlich; andere laufen kraus durch einander. Einige brauchen fremdartige Bezeichnungen und sind unverständlich. Mehrere aber zeich⸗ nen sich durch Nettigkeit, Klarheit, Ordnung und verständige Wahl aus. Da bei Entwerfung der Lectionsplane hauptsächlich der Standpunct der Lehrer und Schüler, die Frequenz und die Stundenzahl entscheiden, so lassen sich natürlich officielle Formen für alle Schulen und Zeiten nicht aufstellen. Allein gewisse einzelne Normen können und sollen überall berücksichtiget werden und in der formellen Einrichtung der Lehrplane ist eine bestimmte Gleichfoͤr⸗ „ 1 uns send unt det a n ä N 4 migkeit sehr wünschenswerth. Aus diesem Gesichtspuncte werden Sie die beigefügten Musterplane, wovon die Lehrer sich Abschrift zu nehmen haben, betrachten und für deren künftige Berücksichtigung Sorge tragen.— Zugleich bemerken wir Folgendes uber etliche einzelne Lehrgegenstände: 19 Gesang(nicht Singstunde) sollte jedesmal die Schule eröffnen. 2) Religion und resp. biblische Geschichte sollten alltäglich die ersten Lehrgegenstände seyn und jener nicht mehr als ¼ Stunde, dieser nicht unter einer Stunde jedesmal gewidmet werden. 3) Zum Unterrichte im Lesen sind Bibel und Gesangbuch, wenigstens nicht hauptsächlich oder ausschließlich, zu gebrauchen. Das Gesangbuch nicht wegen seiner metrischen Form; die Bibel aber nicht wegen der verschiedenen und oft fehlerhaften Schreibart in den mehrartigen Ausgaben. 85— Natürlich soll hierdurch das Bibellesen nicht widerrathen werden. Es ist vielmehr sehr zu em— ur pfehlen, daß etwa einmal wöchentlich der Lehrer nach Dinter's Auswahl und Anleitung einen che Abschnitt ausdrucksvoll vorliest und benutzt und sodann von den Schülern nachlesen laßt. Die Rücksicht auf Sprache und Nechtschreibung fällt aber hierbei weg und soll dieser Unterricht viel— mehr zur Erweckung und Belebung religiöser Gesinnungen dienen. 4) Das Schönschreiben, als blos mechanisches Geschäft, ist zur Erholung dienend und leicht und , sollte also an's Ende der Lehrstunden verlegt werden. Es darf jedesmal nur eine Abtheilung 05 der Klasse genommen und nichts Weiteres dabei getrieben werden, und der Lehrer muß beständig 1 genaue Aufsicht führen. * Schließlich bemerken wir Ihnen, daß die Lektionsplane in duplo, künftig nicht unmittelbar an uns, sondern in Betreff der zum Decanate Grünberg gehörigen Orte an Großherzoglichen Inspector Ebel und in Betreff der zum Decanate Hüttenberg an Großherzoglichen Decan Hoffmann, zu d. senden sind. re Du vr err. E bel. Ab fn den n. 0 Die Großherzoglichen Bürgermeister haben dieses Amtsblatt den vorsitzenden Mitgliedern der Orts— 8 5 schulvorstände zur Einsicht vorzulegen. N en Grünberg, am 3. Januar 1834. 1 ö Großherzoglich Hessischer Kreisrath des Kreises Grunberg. 1 Süss ien e, Hierbei folgen die Schulpläne A. u. B. . Polizeiliche Bekanntmachung. 1 Nach einer hierher gelangten officiellen Mittheilung ist am 2ten dieses, gegen Abend, zwischen Simmern und Boppard das Postfelleisen mit ungefaͤhr 2000 Thalern entwendet worden. Hier— b unter befanden sich 10 Kassenanweisungen à 50 Thaler, und zwar mit folgenden Nummern: n a) Nr. 83258 Lit. O. Selle. b)„ 66546 W. Braun. c)„ 12554 W. Rohler. d) 39392„ Z. Braun. ö e) 4 97679 0 L. Andre. f ö f) 25678„8. Kohler. z g) 62041 EKR. Braun. N hi) 78096 D. Selle. 1) 4 38495 0 E. Andre. k) 38668 M. Andre. Indem man dieß hierdurch veröffentlicht, fordert man auf, etwa sich ergebende, zur Ent deckung des Thaͤters fuͤhrende Spuren der naͤchsten Polizeibehoͤrde alsbald mitzutheilen. Gießen, den gten Januar 1834. Groß. Hess. Polizei-Commissariat. Stumpf. F——. Bekanntmachungen. 8) Naturalien-Versteigerung bei dem Rentamte Gladenbach. Montag den 20. Januar, Vormittags um 10 Uhr, werden in dem Gasthaufe zum Blankenstein dahier 35 Malter Korn, 200„ Hafer, und 90 Centner Heu oͤffentlch an den Meistbietenden versteigert und bei annehmbaren Geboten der Zuschlag sogleich ertheilt. Gladenbach, den 7. Januar 1833. Großherz. Hess. Rentamt daselbst. v. Gehren. 9) Montag den 10. Februar bin ich Willens, ein Wagenpferd, zwei Pfluͤge, einen Kartoffelpflug, eine Egge, zwei neue und zwei alte Hamen, einen Hemmschuh, mehreres Pferde- und Wagengeschirr, so wie auch Kuͤhketten, versteigern zu lassen. Joh. Gottfr. Keil. 10) Versteigerung. Die nachbenannten, zur Concursmasse der Gemeinde Burkhardsfelden gehoͤrigen Immobilien: Pag. et Nr. Ruth. 2 Hofraithe, Wohnhaus, zwei Staͤl— le, und Scheuer nebst Hofraum, an Niklaus Maurer, giebt 8 kr. 1½ pf. Zins dem Fuͤrst zu Solms, N Brauhaus neben Philipp Neeb, 9 7 6 Garten auf dem Hofacker, an der Lichergasse, an Ebert Balser mit 3½ kr. Zins dem Kirchenkasten, 25975 88¼ auf dem Hofacker, stoͤßt an die Lichergaß, 25 15½ im Kleeloch, 6 53 am Trieb oder Licher Weg, 60 an der Straße, g 20 an dem Leimenkauts-Weg, ist Baumstuͤck, 20 auf dem Licher Berg, 7 112¼ in den vordersten Kießwiesen, bei der Leimenkaut, im Wiesenbuch im Struthwald, im Helgenwald, 64 400 6 K 400 . 2240 die große Mark, 6394 124 880 die kleine Mark, sollen in dem Gemeindehause zu Burkhardsfelden den 3. Maͤrz, Vormittags 10 Uhr, unter den alsdann bekannt gemacht werdenden Bedin⸗ gungen oͤffentlich an den Meistbietenden verkauft werden. Das Wohnhaus ist zweistoͤckig, saͤmmtliche Ge— baͤude befinden sich in brauchbarem Zustande und koͤn— nen, in so fern sich Liebhaber finden sollten, auch auf den Abbruch, und die vier zuletzt bezeichneten Grund— stuͤcke in Parcellen zu/ und ree/ Morgen verkauft werden. Gießen, am 7. Januar 1834. Großherzogl. Hess. Landgericht daselbst. Ploch. Au floͤsung der im vorigen Blatt enthaltenen Ue⸗ bungsaufgaben. 1) Der cubische Inhalt einer Ohm ist nach der Großherzogl. Verordnung vom 10 Decbr. 1817. 80. 4. 32. Cubikzoll, daher der Inhalt der an⸗ gegebenen Bütte 2. 80. 4. 32. f r. r h, wenn r. den Halbmesser,* das Peripherie-Ver⸗ hältniß und h. die Höhe bezeichnet. Man dividire daher mit r* r. in den angegebenen cubischen In⸗ halt; so erhält man die Höhe. Die Rechnung kann . 2.80. 4.32 2.4.2. 16.80 so geführt werden.— —— 16. 16 77 16. 16 7 16. 16. 80 80 80 8 —„ 16 J 7 3,14 16 Die fragliche Höhe ist daher 25 Zoll. 2) Der cubische Inhalt des fraglichen Eisen— stabs ist in Zollen ausgedrückt: O, 9, 3 145 39,15. 5 Nach der oben angezogenen Großherz. Verord⸗ nung, F. 12, wiegen 39,15 Cubikzoll Wasser 39,15 Loth, mithin der fragliche Eisenstab 39,15 47,788. 304,9 Loth= 9 Pfund 17,1 Loth. Der Unterschied wegen der Temperatur des Was— sers kann bei dieser Auflösung außer Rechnung bleiben. 3) Man schließe: 109: 100= 1308: X g 5 308. Dieß giebt= 8— 1200 fl. Der Beweis dieser Proportion beruht auf dem Satz, daß sich die Summe der Glieder im ersten Verhältniß zur Summe der Glieder im zweiten Ver— hältniß verhält, wie das erste Glied im ersten zum ersten Glied im zweiten Verhältniß, oder wenn. den vorjährigen Ertrag, y den Mehrertrag in diesem Jahre bezeichnet. 100: 9=*: daher 109: X + Y= 100: x oder weil x y= 1308. 109: 100 1308: xX. Verfahren, um vergoldete Rahmen wieder aufzufrischen. Das Mechanie's Magazine, Nr. 511, empfiehlt folgendes Verfahren, um matt gewordene vergoldete Rahmen wieder aufzufrischen und ihnen wieder ihren früheren Glanz zu geben. Man soll nämlich drei Unzen Eiweiß mit einer Unze salzsaurem Kali oder Natrum abklopfen, und die Rahmen dann mit einer weichen, in diese Mischung getauchten Bürste über⸗ fahren. Die matt gewordene Vergoldung soll augen⸗ blicklich wieder ihren früheren Glanz erhalten. Druck und Verlag der D. G. Brühl'schen Buch- und Steindruckerei. E 39 B. I.