7 eee O berhessisches Intelligenz s Kreis- Hlatt. 1834. Das gegenwaͤrtige zur Befoͤrderung amtlicher und Privatcorrespondenz eingeführte Intelligenzblatt wird woͤchentlich, und zwar jeden Freitag von Anfang des Jahrs 1834, gedruckt erscheinen. Die materielle Eintheilung desselben wird unter zwei Abschnitten folgende Rubriken enthalten: IL. Abschnitt: Officielle nachrichten und Gesetzgebung. 1.) Ausschreiben, Deerete, polizeiliche Nachrichten, Warnungen, Steckbriefe und Aufforde⸗ rungen geist- und weltlicher Behoͤrden. 2.) Oconomische Bemerkungen und gepruͤfte Belehrungen zur Gewerb- und Landbaukunde von oͤffentlichen Behoͤrden, mit dazu etwa noͤthigen Lithographie-Abdruͤcken. 3.) Gesetzliche Nachrichten uͤber Kirchen- und Schulsachen, in gleicher Tendenz, wie unter 1. u. 2. A.) Getraide⸗ und Victualien-Preise der Kreisamtssitze. 3.) Inserate oͤffentlicher Behoͤrden in besonderem Privat-Interesse Einzelner oder Corpora— tionen, wie z. B. von oͤffentlichen Versteigerungen ꝛc. II. Abschnitt: nicht officielle Uachrichten. 1.) Aufsaͤtze uber Land ⸗ und Hauswirthschaft, sociale erforderlichen Lithographie-Abdruͤcken. 2.) Vermischte Nachrichten fuͤr Handel, Gewerbe und Oconomie. 5.) Privat⸗ Bekanntmachungen, Nachrichten und Aufforderungen. Alle unter den 4 ersten Rubriken, Abschnitt I. und unter den 2 ersten Rubriken Abschnitt II. be⸗ zeichneten Aufsätze geschehen unentgeldlich. Nur die unter Rubrik 3 Abschnitt I. und unter Rubrik 3 Abschnitt II. werden mit 2 kr. fur die Zeile Druckschrift honorirt. Der Preis des ganzen Jahrgangs dieses Kreis-Anzeigeblatts wird auf 1 fl des Aufwandes fuͤr Papier und Druckkosten festgesetzt. Gießen den 2. Januar 1834. Druck und Verlag der G. D. Bruͤhl'schen Buch- und Steindruckerei. Oconomie und Industrie, mit den dazu 30 kr. zum Ersatz Fruüchtpreise. Waizen.] Korn. Gerste. Hafer. Erbsen.]Linsen. Städte. Datum. 5 Malter. Malter. Malter. Malter. Simmer. Simmer. Pfund fl. kr. Pfund fl. kr. Pfund fl. kr.[wfund fl. kr. fl. kr. pf. fl. kr. pf. 5 5———.————————— c 23. December 200 5 15 180 4 15/160 315]— 2 30]— 40—[— 44— . JJV 2 48ů———ͤ—„—Ü Mainz Frankfurt 2 M. a 5 ————— ͤ äÆœ4ääé6 . 1 V 5 0 Zu Nr. K. 9058. , N 8 * Gruͤnberg am 28. Decebr. 1833. Betreff: Die Instructionen zur Geschäftsführung der Gemeinderechner. Der Großherzoglich Hessische Kreisrath des Kreises Grunberg a n die Großherzogl. Bürgermeister dieses Kreises. Ich habe Sie schon längst angewiesen, Deereturbücher einzurichten und zu führen, worin alle Einnahmen und Ausgaben-Rubriken, welche nach dem Gemeindevoranschlage eine Einnahme oder Ausgabe erwarten las⸗ sen, in derselben Reihenfolge, wie in dem Gemeindevoranschlage, eingetragen sind, und neben jeder Rubrik die in dem Voranschlag hierfur ausgeworfene Summe bemerkt ist, in dieses Dekreturbuch jede ertheilte An⸗ weisung mit dem Tag der Ertheilung einzutragen und stets zu vergleichen, ob der im Büdget bewilligte Cre⸗ dit noch nicht erschöpft seie, damit Sie sich keiner Ueberschreitung schuldig machen, in ihren Anweisungen auch jedesmal das Jahr und die Rubrik(den Artikel), auf welchen Sie anweisen, auszudrücken. Diese Vorschriften sind nicht überall genau befolgt worden, was dann vielfache Ueberschreitungen des Voranschlags zur Folge gehabt hat. Um den für die Verwaltung und insbesondere die Nechner, denen jede die Bewilli⸗ gung des Voranschlags überschreitende Ausgabe in Nechnung nicht passirt wird,— hervorgehenden Nach— theilen zu begegnen, wird verfügt: 1.) Jeder Burgermeister hat ein Decreturbuch anzulegen und fortzuführen, uübereinstimmend mit den Jah⸗ ren und Rubriken(Artikeln) der Voranschläge, und 2.) in solches alle angewiesene Beträge unter den betreffenden Rubriken einzutragen, sich auch durch ste⸗ tes Vergleichen der bereits angewiesenen Beträge mit dem Credit des Voranschlags zu vergewissern, ob noch Anweisungen auf diese Rubrik von ihm ertheilt werden können. 3.) Die Großherzogl. Bürgermeister haben in allen Anweisungen, ausser der Angabe wie viel, an wen und wofür zu zahlen ist, auch das Jahr und die Nubrik(den Artikel) bestimmt auszudrücken, für welches zu zahlen und unter welchem demnächst zu verrechnen ist. 4.) Die Gemeinderechner haben jede Urkunde vor deren Annahme sorgfältig zu prüfen, ob sie mit der⸗ selben die Verrechnung vollkommen rechtfertigen konnen, insbesondere bei des Bürgermeisters An— weisungen zu untersuchen, ob diesen nicht die Vorschriften in den Artikeln 63 und 71. der Gemeinde⸗ Ordnung entgegenstehen, sofort jede mangelhafte Ausfertigung zurückzugeben und bis zu deren Be⸗ richtigung die Bezahlung zu verweigern. 5.) Die Gemeinderechner haben Tage- und Handbücher anzulegen und fortzuführen, nach Anleitung des ersten Abschnitts der Instruction zur Geschäftsfuhrung der Rechner von Kirchen ꝛc. Negierungsblatt Nr. 94. von 1832., folglich während des Jahres jede auf ihren Dienst sich beziehende Handlung niederzuschreiben, um nicht nur zu jeder Stunde sich selbst und Andern die Ueberzeugung und die Be⸗ ruhigung von der Nichtigkeit ihrer Kasseverwaltung zu verschaffen, sondern auch die Rechnungen selbst stellen und alle Revisionsbemerkungen zu derselben genügend beantworten zu können, ohne vorher die —eeingeschickten Belege zurückfordern und einsehen zu müssen. Diese Vorschriften werden die Großherzoglichen Bürgermeister nicht nur selbst genau befolgen, sondern auch „die Gemeinderechner hiervon zur Befolgung in Kenntniß setzen. 65 u 1) Einladung um Beitritt zu einem Vereine für Errichtung einer Credit⸗ und Spar⸗ kasse für die Kreise Gießen und Grün⸗ berg. In 1 Bezirken der Provinz Oberhessen und Starkenburg bildeten sich in jüngster Zeit Credit⸗ und Sparkassen, genossen alsbald nach ihrer Entste⸗ hung das ungetheilteste Vertrauen, blühten hierdurch schnell auf, und äußerten besonders durch Unterdrü⸗ . 8 8 N 1 ckung des verzehrenden Wuchers den vortheilhaftesten SEN Vekanntmachungen. Einstuß auf den Wohlstand der mittleren und ärme— ren Volksklasse. Auch die unterzeichneten Kreisräthe haben sich vielfach geäußerten Wünschen entgegen kommend ent⸗ schlossen, gemeinschaftlich für ihre Bezirke eine solche Anstalt ins Leben zu rufen, und laden durch Gegen⸗ wärtiges zum Beitritt, zu einem die Gründung und Erhaltung des Instituts bezweckenden Verein, ein. Indem sie sich bei der allgemein anerkannten Gemeinnützigkeit solcher Anstalten aller weiteren Be⸗ merkungen enthalten zu können glauben, ersuchen sie Ju sont gell die die! ren einz laß Erl hig selb gen laß auf in lie In Gl. fest men las⸗ brik An⸗ Cre⸗ igen iese sags illi ach⸗ J a b ste⸗ ern, wen für der⸗ An⸗ ide⸗ Be⸗ des att ing Be⸗ lbst die uch en le⸗ sch it⸗ che n⸗ d en Be⸗ en . sie diejenigen, welche sich für das Gedeihen des Instituts interessiren, und demselben beizutreten ge— sonnen sind, Montag den 6. Jannar k. J., Mor⸗ gens 8 Uhr, sich in dem Saale des Rathhauses zu Gießen, zur Berathung und Beschlußnahme über die bereits entworfenen Statuten, und im Falle de— ren Annahme zur Wahl der Gesellschafts-Beamten einzufinden. Gießen und Grünberg, den 22. Decbr. 1833. Die Großh. Kreisräthe zu Gießen und Grünberg. K. Ch. Knorr. Ouvrier. 2) Sdictalladung. Das uͤber den Nach— laß der dahier verstorbenen Wittwe des Forstsekretaͤr Erler zu errichtende Inventar macht es zu wissen noͤ— thig, welche rechtliche Anspruͤche an das Vermoͤgen der— selben gebildet werden. Es werden daher alle diejeni— gen, welche etwaige Foderungen an die gedachte Erb— laßerin haben sollten, hiermit aufgefodert, diese in dem auf Dienstag den 7. Januar 1834 des Vormittags 9 Uhr festgesetzten Termin vor dem Unterzeichneten entweder in Selbstperson, oder durch Bevollmaͤchtigte, auf da— hiesigem Hofgerichtsgebaͤude anzuzeigen, indem sonst das Inventarium, ohne weitere Ruͤcksicht auf die saͤumigen Glaͤubiger, abgeschlossen werden wird. Gießen, den 19. Decbr. 1833. Vermoͤge Auftrags Großh. Hofgerichts daselbst. Schneider, Hofgerichts-Secretariats- Accessist. 3) Frucht⸗ und Stroh⸗Versteigerun⸗ gen bei dem Rentamte Gießen. Mittwoch den 8. Januar 1834, Vormit⸗ tags 10 Uhr, werden auf hiesigem Rathhause 300 Mltr. Korn, 120 Mltr. Gerste, 120 Mltr. Hafer, 6 Mltr. Huͤlsenfruͤchte, 24 Mltr. Abbruch, 30 Koͤrbe Spreu und 3700 Gebund Stroh, sodann: Freitag den 10. Januar, Vormittags 11 Uhr, auf dem Rathhause in Allendorf an der Lumda, 30 Mltr. Gerste, 2 Mltr. Erbsen, 18 Mltr. Ab⸗ bruch und 1000 Gebund Stroh, unter den bekannten Bedingungen versteigt. Gießen, den 20. December 1833. Schneider. 4) Der Gießer Wand⸗ und Adreßkalender ist zu haben in der G. D. Bruͤhl'schen Buch- und Steindruckerei. *— K* 3 8 a 5) Waaren⸗ Empfehlung. Meine, jederzeit auf's vollständigste assortirten Waaren, als Leinen-, Baumwollen- und Seiden— stramine in allen Breiten und Farben, Hamburger und englische Stickwolle, Strickwolle von fl. 1. 30 kr., bis fl. 4. das Pf.; in weißgrau, melirt und ge— flammt; Näh-, Stick- und Häkelseide, Stick- und Drath⸗Chenille, sowohl ombrirt, wie auch mit Sil— ber⸗Bouillon, Stickmuster in großer Auswahl; Gold— und Silberfaͤden, Goldperlen-Börsen, Garnituren— Bronzekämmchen, sowie ½, ¼/ bis% breiten Garntüll im Stück platt und gestickt, in Streifen zum Garniren in allen Breiten, Blonden-Spitzen, Einsatz, englische und sächsische von 1 kr. bis fl. 4. 12 kr. die Elle, gestickte Tüll- und Blonden-Kra⸗ gen, Tuͤll- und Flor-Schleier in weiß, schwarz und grün, von den sehr beliebten Donna Maria Shäwl— chen in Gaze, Crepp und Shaly, wollene und baum— wollene Mode-Damen-Strümpfe, Blumen-Bouquets in Silber und Atlas, Flor- und Atlasbänder, facio— nirte, gestreifte und Sammt-Gürtel stets in neuester Auswahl, Pariser Damentaschen neuester Facon, Haarwickel, Dänische glacirte, seidene und baum— wollene Damen- und Herren-Handschuhe in allen Sorten empfehle ich bei guter Waare die möglichst billigsten Preise. Auch sind fortwährend alle Arten angefangene Stickereien, ächt Köllnisches Wasser, und Macassar⸗ Oel bei mir zu haben. M. Heß, wohnhaft am Asterweg. 60 Kapit algesuch. Es sucht eine Gemeinde im Kreise Gießen ein Kapi⸗ tal von 1000 Gulden, gegen 4 pCt. Zinsen, zu lei⸗ hen. Wo? sagt Ausgeber. 7) Theater in Wetzlar. Sonntag den 5. Jan. 1354 Der Do ref dot bier, komische Oper in 2 Acten, von Schink. Vorher: Die alten Liebschaften, Lustspiel in 1 Act, von Kotzebue. f Mittwoch den 8. Januar: Die Schleichhändlex, Originallustspiel in 4 Acten, von Dr. Ernst Raupach. Freitag den 10. Januar: ie en d e ee, oder: Das Ende des siebenjaͤhrigen Kriegs, vaterlaͤndisches Schauspiel mit Gesang in 3 Abtheilun⸗ gen, von C. Holtei, Musik von Eberwein. August Friese. eee 9 5 5 Uebungsaufgabe fuͤr angehende g Geschaͤftsleute. 7 1.) Wie hoch muß eine cylindrische Bütte sein, weun solche 2 Ohm enthalten und der Durchmesser derselben 3 Fuß 2 Zoll groß seyn soll? 2.) Gehärtetes oder Stangeneisen ist 7,788 mal —— schwerer als Wasser. Wie viel wiegt davon ein pris— matischer 14,5 langer Stab, welcher an der Grund— fläche 9 Linien lang und 3 Linien breit ist? 3.) Wenn der dießjährige auf 1308 fl. berech— nete Ertrag eines Gutes 9 Procent höher, als der vorjährige, ist, wie viel betrug der vorjährige? NB. Die Maase und Gewichte sind die Großh. Hess.(Die Auflösung im nächsten Blatte.) 3 2 ——— Ueber die Aufbewahrung der Butter. Folgende Methode, die Butter aufzubewahren, wird im Recueil industriel, April 4833 S. 34 als eine der vorzüglichsten und besten empfohlen. Man wähle solche Butter, die sich sehr leicht ausrühren ließ; denn solche Butter, welche lange geschlagen wer— den mußte, hat schon mehr oder weniger Verände— rung erlitten. Diese Butter knete man nun mit größ⸗ ter Sorgfalt so lange ab, bis auch kein Kaffeelöffel voll Buttermilch mehr darin enthalten ist. Dann thue man sie in vollkommen rein und trockene Töpfe, in die man sie so fest als möglich eindrücken muß, um sie zuletzt mit nassem Pergamente so luftdicht als möglich zu verschließen. Will oder kann man kein Perga— ment anwenden, so soll man oben auf die Butter eine Schichte Wallrath oder weißes Wachs gießen. Auf diese Weise behandelt hält sich die Butter ohne allen Zusatz von Salz, Salpeter oder Zucker sehr lange Zeit vollkommen frisch. Das ganze Geheimniß besteht da— rin, daß man gute Butter wählt, daß man alle But⸗ termilch daraus entfernt, daß man die Töpfe luft⸗ dicht verschließt, und an einen Ort bringt, dessen Temperatur eher unter als über 8» N. beträgt. N Fleischpreise. 1 8 F. 15.— S SSS 5 S * SSS[SSS SS SSI„Sa ass SS s 5 S SSS SSS ss S . Städte. 3 S Ss S ss Ss SS SES E ö Q 2 8 S 2 2 2 38 8 S 22 ö e„. ee ee 1 Pfd.] Pfd.] Pfd.] Pfd.] pfd.] Pfd. Pfd.] Pfd.] Pfd.] Pfd.: Pfd. Pfd. Pfd. Pfd. Pfd. Pfd.] Pfd. 0 ö kr. pf. kr. pf. kr. pf. kr. pf. kr. vf kr. pf. kr. pf. kr. pf. kr. pf. kr. pf. kr. I pf. kr. pf. kr. pf. kr. pf. kr. pf. I kr. Ip f.] kr. pf. 0 Gießen 10 sl ee 2 l 8.— 15—116— 20—16— 18.— 120—116— 9 Grünberg— Friedberg. 8—— Biedenkopf ö. 5 Brod⸗ und Marktpreise. 8 7 18 5 8 8 W S Roggenbrod in kleinen Laiben. 888 8 8 F 5 5 453 S[S8— e l S e eee 888 ffuͤr 2 kr. fur 4 kr. für 6 kr. für 12 kr. f. 2kr. f. ikr. If. ir. f. ikr. Pfd.] pfd.] Pfd.] Pfd. kr. pf.] P. Lt. Ot] P.[Lt. Ot] P.[Lt.] Ots P. Lt. Ot St. Ott. Ot et. Otset. Ot kr. pf. kr. pf. kr. pf. kr. pf. Stl kr. St kr. Gießen. 112— 4 4— 2 80-13 12- 6024— 429— J 7 2] 60 2J 7 33 2 1 8— 121—-1 3 4] 4 4 4 Grünberg of g Biedenkopf E 5 1 Vierpreise. 89 J kr. 5. kr, pf. 1 Mags ordinzres Bie:* güc h, 5 4 Maas Doppelb ieee Städ A Gießen Grünberg. Frankfurt a. 5 Glünberg Friedberg. Diedenkopf 5