Nr. 34 Lige Aufnahmen aus bekannte Filmiterne er! Das jogenannte Sportswede benut erfehr auf Rhein und Bilder diejes neuen rte" in ihrer neuen Clein in Gießen. ircus trassurger Zirkus des Deutschen Volkes Zirkus der mehr als 200 jähr. Tradition r Zirkus der Riesenzahlen nach mehrjähri gen erfolg und ruhmreichen Auslands tourneen mit jeinem Riejen aufgebot Don Menschen und Tieren nach seiner Heimat zurückgekehrt ist u. demnächst in Gießen inem men astiert ird und muß g sprechen! -Festspiele Ember, abends 8 Uhr kord- Spielplan mteilen uch für Gießen 932 bedeuten! ftellungen feinen en reichhaltigen ttlajfigen, inter Spigenleistungen, ie andere. Gleich ziehen während her hinreißender regende, fesselnde n vorüber, uner einem glänzend welches genial zu zeniert eine groß Die auch modernen vergleichliche VollDargebotenen, be pastehendes Zirkus aufweisen wird. Cefondspielplan in rennbahn bedeutet ießen und das ge Bburger bietet in en Ranges und n Besten, Massen und nehmen Sie nie wiederkehrende Is Wunderwelt in s niemals bereuen. Zahlen! Wagen, feenhafte tswert, 150 Pferde, e, Leoparden, Kän Baschbären, Zwerg Sebus, Zebras, füd Camele, Dromedare, lowns, Spaßmacher, Taroflaner, Riftaby 2 Utrainer, 10 Spa 0 Braunbären, 50 ende Menschen und Die mehr als niedri Tat jedem Gelegen unden von des Allefreien. R. Abendpreise: cenhaus Loeb, Bahnwerbsloje, Kriegsbe er zahlen an den Ausweifes auf allen tellungen nur halbe natürlich! Gießener Zeitung Erscheint Samstags. ( Gießener Tageblatt) Bezugspreis 1,50 RM vierteljährlich frei ins Haus. Redaktionsschluß früh 8 Uhr. Für Aufbewahrung oder Rüdfendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. 44. Jahrg. Rolitische Rundschau. Der Termin für die Veröffentlichung der Notverordnung der Reichsregierung, der ursprünglich für Samstag vorgesehen war, ist auf Montag verschoben worden, weil man in Regie: rungsfreifen zum Samstag nicht mehr fertig werden zu können glaubt. Reichstanzler v. Papen hat sich mit dem Reichstagspräsi dium in Verbindung gesetzt, um den Termin für den Wiederzujammentritt des Reichstages festzusetzen. Voraussichtlich wird der Reichstag am Donnerstag oder Freitag der nächsten Woche zusammentreten. Mit dem 31. August ist auch nunmehr der verordnete Burgfrieden abgelaufen. Die Reichsregierung hat nicht die Absicht, Don dem Mittel des politischen Burgfriedens schon in allernächfter Zeit wieder Gebrauch zu machen. Die Verordnung über das Inkrafttreten der Verordnung über Zolländerungen vom 23. August, die bekanntlich Zollerhöhungen für verschiedene landwirtschaftliche Erzeugnisse enthält, tritt, wie das„ Reichsgesehblatt" mitteilt, am 6. September 1932 in Kraft. Die preußische Staatsregierung hat in ihrer Freitags: Sigung die Arbeiten an der neuen großen Verwaltungsreform abgeschlossen. Die Verordnung, durch die die Verwaltungsreform in Kraft gesezt wird, wird noch im Laufe des Samstags veröffentlicht werden. Der Preußische Landtag nahm am Dienstag mit den Stimmen aller Fraktionen gegen die DNVP. und bei Stimmenthaltung der Christlich- Sozialen einen Antrag an, wonach der Landtag dem Reichskommissar v. Papen seine Mißbilligung ausspricht. Weiterhin wurde die Aufhebung der Notverordnung über die Einsetzung des Reichskommissars, die Aufhebung der Zeitungsverbote usw. gefordert. Die Verlängerung des internationalen 90- Millionen- Dollar: Redistontkredites für die Reichsbant, die am 4. September notwendig wird, ist von sämtlichen in Frage kommenden Notenbanken zu den bisherigen Bedingungen gewährt worden. Am Montag hat der deutsche Außenminister von Neurath den Berliner französischen Botschafter François Poncet empfangen und sich mit ihm über die deutschen Gleichberechtigungsforberungen unterhalten. Der Arbeitgeberverband der Metallindustrie für Köln und Umgebung hat den am Tarifvertrag beteiligten Gewerkschaften mitgeteilt, daß er das Lohnabkommen zum 31. September d. Js. tändigt. Auf das Ersuchen des deutschnationalen Fraktionsvorsitzenden Dr. Oberfohren, die schwarz- rot- goldene Fahne in der Wandelhalle des Reichstages entfernen zu lassen, hat Reichstagspräsident Göring geantwortet, daß er zurzeit keinen Anlaß dazu habe. Die Zahl der Wohlfahrtserwerbslosen hat in den deutschen Landkreisen am 31. Juli 1932 einen Stand von 853 000 erreicht. Das bedeutet gegenüber dem 30. Juni( 836 000) eine Steigerug Don fajt 2 v. H. An Stelle des Abg. Kube, der auf sein Mandat verzichtet hat, tritt der Landwirt Erich von dem Bach- Zelewski, Dühringshof, Kreis Landsberg a. d. W.( NSDAP.) in den Reichstag ein. Am Donnerstag fand eine Durchsuchung der Räume der Internationalen Arbeiterhilfe in Berlin statt. Es wurde Material beschlagnahmt, das zurzeit gesichtet und geprüft wird. Ferner wurden 11 Ausländer, die sich in den Räumen der JAH. befanden und sich über ihre Person nicht genügend ausweisen tonnten und wollten, der Abteilung 1 eingeliefert. Die für Freitag, den 2. September, angesetzte Kundgebung des Kampfbundes gegen den Faschismus und der KPD im Neuköllner Stadion ist aus Sicherheitsgründen verboten worden. Im Unterelbegebiet wurden in den letzten Tagen bei Hausfuchungen verschiedene Waffen gefunden. So beschlagnahmte die Bolizei bei einem SA.- Mann in Harber 2 Maschinengewehre und einen Kasten mit MG- Munition, sowie bei einem Hofbesitzer in Marbostel 3 Kisten mit MG- Patronengurten. Durch ein polnisches Dekret werden die Strafen für HochDerrat, Sabotage gegen staatliche Einrichtungen usw. bedeutend verschärft. Alle derartigen Verbrechen, die bisher mit Zuchthaus bis 5 Jahren bestraft wurden, kommen von nun an vor ein Standgericht und werden mit der Todesstrafe bedroht. Dem in Paris erscheinenden weißrussischen Blatt„ Die legten Nachrichten" zufolge zählt die russische Luftflotte gegenwärtig 1270 Flugzeuge mit 5000 Piloten. Es gebe 40 Flugzeugfabriken, die unter der Leitung deutscher Ingenieure stünden(?) Nach japanischen Meldungen ist das Defensivbündnis zwischen der Mandschurei und der japanischen Regierung bereits abgeschlossen worden. Danach erhält Japan vor allem das Recht, in der Mandschurei ständig und überall Truppen zu unterhalten. Das chinesische Kabinett befaßt sich mit einem Gesezentwurf über die Einführung der allgemeinen Militärdienstpflicht in China. Der Bürgermeister von New York, Jimmy Walker, ist zurüdgetreten. Der Rücktritt Walkers tommt überraschend. Drud und Verlag von Albin Klein in Gießen Geschäftsstelle: Gießen, Südanlage 21. Fernsprecher Nr. 2525 und 2526. Postschedtonto Nr. 69 530 Amt Frankfurt a. M. Samstag, den 3. September 1932 Der neue Kurs im Reichstag. Kein Sozialdemokrat im Präsidium. Die in der Dienstag- Sitzung des neuen Reichstages vorgenommene Wahl des Präsidiums brachte insofern eine Ueberraschung, als der für sämtliche vier Präsidentensitze vorgeschla= gene bisherige Reichstagspräsident Loebe bei feinem Wahlgang eine Mehrheit erhielt. Die Sozialdemokratie ist damit zum ersten Mal seit der Umwälzung im Präsidium des Parlaments nicht vertreten. Gewählt wurden die Abgeordneten Göring ( Nationalsozialist) als Präsident, Esser( 3entrum) als 1. Vizepräsident, Graef- Thüringen( Deutschnational) als zweiter und Rauch- München( Bayerische Volkspartei) als dritter Vizepräsi= dent. Präsident Göring betonte, der Verlauf der Sitzung habe eindeutig erwiesen, daß der neue Reichstag über eine große, arbeitsfähige nationale Mehrheit verfüge und somit in keiner Weise der Tatbestand eines staatsrechtlichen Notstandes gegeben sei. Präsident Göring wurde weiter ermächtigt, die nächste Sitzung des Reichstages selbst festzusetzen. Die Koalitionsverhandlungen. Berlin. Die Nationalsozialisten und das Zentrum haben folgende gemeinsame Erklärung herausgegeben: ,, Gegenüber zahlreichen Kombinationen in der deutschen Oeffentlichkeit wird bezüglich der zwischen den Nationalsozalſten und dem Zentrum schwebenden Verhandlungen festgestellt, daß diese Verhandlungen begonnen wurden und fortgesetzt werden mit dem Ziel der Beruhigung und Festigung der innerpolitischen Verhältnisse in Deutschland auf längere Sicht, da nur auf der Grundlage der Wiederherstellung des Vertrauens eine erfolgreiche und eine dauernde wirtschaftliche Besserung und Beseitigung der außenpolitischen Stimulierung erzielt und gesichert werden kann." Die Beuthener Todesurteile in lebenslängliche Zuchthausstrafen umgewandelt. Berlin, 2. September. Durch Entschließung des preußischen Staatsministeriums vom 2. September sind die Todesstrafen, die durch das rechtskräftige Urteil des Sondergerichts in Beuthen gegen 1. Den Elektriker Reinhold Kottisch, 2. den Grubenarbeiter Rufin Wolnika, 3. den Häuer August Graupner, 4. den Markenkontrolleur Helmut Josef Müller, wegen Totschlags begangen aus politischen Beweggründen und 5. den Gastwirt Paul La chmann wegen Anstiftung zu diesem Verbrechen verhängt worden sind, im Gnadenwege in lebenslängliche Zuchthausstrafen umgewandelt worden. Für die Entschließung war maßgebend, daß die Verurteilten zur Zeit der Tat noch keine Kenntnis der Verordnung des Reichspräsidenten gegen politischen Terror vom 9. August 1932 und ihren schweren Strafandrohungen gehabt haben. Rheinhessen mahnt seine Anteil- Gelder. Mainz. Der Provinzialtag der Provinz Rheinhessen hat in seiner diesjährigen öffentlichen Versammlung u. a. ein um= fangreiches Arbeitsbeschaffungsprogramm beschlossen, für das rund 750 000 RM. vorgesehen sind. Bedingung für die Ausführung des Programms ist jedoch, daß der hessische Staat seiner Verpflichtung nachkommt und der Provinz die Anteil- Gelder zur Verfügung stellt. In einer Entschließung an die hessische Regierung heißt e. u. a.: Der Provinziallandtag ist der Auffassung, daß die Provinz einen Rechtsanspruch auf die ihr ge= hörigen Gelder hat, die seinerzeit auch ausdrücklich zugesichert worden sind. Der Povinzialtag erwartet, daß die dem hessi= schen Staat vom Reich überwiesenen Beträge aus dem Auftommen der Kraftfahrzeugsteuer in Zukunft sofort nach Eingang bezahlt und weitergeführt werden und nicht für andere Zwede Verwendung finden. Die wirtschaftliche Lage des Handwerks im August 1932. Der Reichsverband des deutschen Handwerks schreibt uns: Die Berichte über die wirtschaftliche Lage des Handwerks im Monat August lassen erkennen, daß eine Besserung der Verhältnisse nicht eingetreten ist. Fast durchweg wird für alle Gewerbezweige berichtet, daß ein völliger Mangel an Aufträgen zu verzeichnen ist. Die unsichere politische Lage und die Ungewißheit über die zukünftige Entwicklung führen zu einer weitgehenden Zurückhaltung des Publikums auch da, wo an und für sich noch die Möglichkeit zur Vergebung von Aufträgen vorhanden wäre. Da die letzten Reserven in den Handwerksbetrieben zum größten Teil verbraucht sind, so sind die Sorgen für die Zukunft sehr groß. Immer wieder wird festgestellt, daß das völlige Daniederliegen des Baumarktes eine der Hauptursachen für die schlechte Wirtschaftslage des Handwerks ist, da von diesem Schlüsselgewerbe auch sonst die Belebung der übrigen Handwerkszweige auszugehen pflegt. Der große Auftragsmangel führt überall da, wo wirklich noch ein Auftrag vergeben wird, zu einem starken Druck auf die Preise für Lieferungen und Leistungen des Handwerks, so daß die einkommenden Erträgnisse einen Vez( Neueste Nachrichten) Anzeigenpreise: die 30 mm breite Petitzeile auswärts 24 Pfg., lokal 12 Pfg., die 90 mm breite Reflame- Petitzeile 96 Pfg. Platz vorschriften ohne Verbindlichkeit. Bei Wiederholung Rabatt. Für Bollklischee- Anzeigen außerdem besondere Ermäßigung. Nummer 35 dienst kaum noch abwerfen, sondern lediglich zur Deckung der allgemeinen Unkosten herangezogen werden können. Dieser Preisdruck wird nicht allein von dem selbständigen Unternehmer ausgeübt, sondern noch verstärkt durch die ungeheuere Zahl der Schywarzarbeiter, die sich mit der zunehmenden Arbeitslosigkeit immer noch vermehrt. Wenn auch das Handwerk einsicht, daß die Schwarzarbeit im letzten Grunde nur durch eine Wiederingangsegung der Gesamtwirtschaft beseitigt werden kann, so wird doch allgemein bedauert, daß die Reichsregierung sich nicht zu einem allgemeinen Durchgreifen gegen die Schwarzarbeit ent schließen kann. Die Zwangslage des Handwerks wird dadurch noch vergrößert, daß die Kundschaft sehr lange Zahlungsfristen in Anspruch nimmt und der einzelne Handwerker nicht einmal scharf vorgehen kann, um nicht die letzten Kunden zu verlieren. Von dem Arbeitsbeschaffungsprogramm der Reichsregierung verspricht sich das Handwerk im allgemeinen nicht sehr viel, weil es bislang bei der Vergebung von Aufträgen sehr wenig berücksichtigt ist. Der übergroße Teil ist an die Großindustrie und in die Großstädte gegangen, so daß das Handwerk auf dem flachen Lande überhaupt gänzlich unberücksichtigt geblieben ist. Das Handwerk könnte daher nur mittelbar einigen Anteil an der Vergebung von Reichsaufträgen haben, indem die dabei beschäftigten Arbeitnehmer der Großindustrie etwas kaufkräftiger werden. Diese Auswirkung ist naturgemäß nur sehr gering geblieben. Deshalb erwartet das Handwerk eine fühlbare Hilfe der Reichsregierung hinsichtlich der Ingangsetzung der Reparatur des Althausbesites. Ruf zu neuer Arbeit. Ein Leitgedanke gibt den neuen wirtschaftspolitischen Maßnahmen des Reichs Sinn und Richtung: Neueinstellung von Arbeitskräften, Linderung der furchtbaren Arbeitsnot kann in größerem Ausmaße nur auf dem Wege einer - Belebung der produttive Wirtschaft erreicht werden. Das Wirtschaftsprogramm bedeutet demnach einen Versuch, die bedrohliche Erstarrung des Wirtschaftslebens zu überwinden, vorhandene, brachliegende Kräfte zu mobilisieren und sie, zielbewußt und bahnbrechend, für einen neuen Aufstieg anzusetzen. Nicht um ein eigentliches Arbeitsbeschaffungsprogramm im herkömmlichen Sinne handelt es sich also, mit anderen Worten: nicht um Notstandsmaßnahmen, wie z. B. Jnangriffnahme von Land- und Wasserstraßenbauten, landwirtschaftlichen Meliorationen etc. So nützlich und wichtig solche Maßnahmen an sich sind sie bleiben doch verhältnismäßig begrenzte Behelfs= mittel. Angesichts des besorgniserregenden Umfangs der Arbeitslosigkeit und der schweren Gefahren, die für Volk und Staat daraus erwachsen, müssen derartige Behelfsmittel, auf die Dauer allein angewendet, unzureichend bleiben. Man halte sich nur vor Augen, daß Mitte August ds. Js. 5,4 Millionen Erwerbslose gezählt wurden, also etwa 1,2 Millionen mehr als im August 1931 und rund 2,6 Millionen mehr als zur entspre= chenden Zeit des Jahres 1930. Jn voller Würdigung dieser Sachlage versucht das Reich nunmehr, neue Wege zu beschreiten, um das Schicksal unseres Voltes zum Besseren zu wenden. Es ist von weitesttragender Bedeutung, daß sich der neue Wirtschaftsplan nicht lediglich an bestimmte Wirtschaftsgruppen wendet, sondern umfassender Natur ist. Auf breitester Basis soll vorgegangen und versucht werden, zu einer Ankurbelung der gesamten Volkswirtschaft zu gelangen. Nicht durch staatliche Aufträge und Bauprojekte, sondern nach einem Programm, das sich organisch und den gesamten voltswirtschaftlichen Prozeß eingliedert und alle Erwerbszweige und Berufsgruppen gleichermaßen umfaßt. Nicht weniger als insgesamt 2,2 Milliarden RM. sollen nach und nach flüssig gemacht und der produttiven Wirtschaft zugeleitet werden. Unmittelbar oder mittelbar fönnen dadurch günstige Rüdwirkungen auf den Arbeitsmarkt eintreten. Es steht zu hoffen, daß Massen von Arbeitern, die bisher monatelang, sogar jahrelang erzwungenermaßen feiern mußten, zu neuer Arbeit in die Betriebe gerufen werden. Kein Zufall ist es, daß dieses Programm gerade im gegenwärtigen Zeitpunkt in Angriff genommen werden soll. Solange die Wirtschaftsfonjunktur scharf absinft und noch kein Ende der Krise abzusehen ist, wäre aller Aufwand zur Wiederankurbelung nuglos vertan. Anders aber, wenn nach menschlichem Ermessen mit einem Abebben der Krise in absehbarer Zeit gerech net werden kann. So liegen die Dinge heute. Die Auffassung gewinnt auch jenseits der Grenzen an Boden: der Tiefpunkt der Krise sei nunmehr so gut wie erreicht, man tönne auf eine baldige Wendung zum Besseren hoffen. Verwiesen wird dabei insbesondere auf die Entwicklung der Verhältnisse in den Vereinigten Staaten, auf das Steigen der Börsenkurse, die Preisentwicklung an einzelnen Rohstoffmärkten; auch eine hoffnungsfreudigere Stimmung in wichtigen Teilen des Auslandes wird viel beachtet. Wie dem auch im einzelnen sei manche Anzeichen deuten jedenfalls hin, daß ein Wendepunkt in der weltwirtschaftlichen Entwidlung wahrscheinlich in nicht allzu ferner Zeit in Sicht steht. Es ist also auch, konjunkturpolitisch gesehen, an der Zeit, unserer Volkswirtschaft, die, kapitalarm und in ihrer Substanz durch die unglückliche Nachkriegsentwicklung geschwächt, unter den Schlägen der Krise am schwersten gelitten hat und Gefahr laufen könnte, den Anschluß an einen kommenden Wirtschaftsaufstieg im Ausland zu verpassen, durch wirtschaftspolitische Maßnahmen, soweit wie möglich, neue Impulse zu geben. Samstag, den 3. September 1932. „ Gießener Zeitung" Nr. 35 Goen Samstag Am D überaus Und jo wo pertlunger Majte un gefahren, Mauern, wieder ta Am A lung Schnei bis auf de Winktlich Britung p in der Ar 13. Reichs Front Der Stahlhelm. Abseits der nach dem November 1918 über Nacht modern gewordenen parlamentarisch- demokratischen Geistesrichtung ist in Deutschland ein Bund erwachsen, der sich bewußt von den neuen Formen des politischen Lebens abgesetzt hat. Der Stahlhelm, Bund der Frontsoldaten, heute eine Organisation von rund 10 000 Ortsgruppen in allen deutschen Gauen, ist gegründet und geschaffen worden von sieben ehemaligen Frontsoldaten, die in Magdeburg auf die Initiative eines einarmigen Hauptmanns der Reserve, Franz Seldte, sich in den Tagen des Umsturzes zusammenfanden, weil sich etwas in ihnen gegen den verhängnisvollen Ablauf der Geschehnisse aufbäumte. In dieser Stunde wurde in Franz Selte das zur Tat, was er sich als Frontfoldat in den Stellungen an der Somme und auch sonst im Angesicht des Feindes wiederholt überlegt hatte: 3usammenschluß der Frontsoldaten zu einer festgegliederten Organisation, die das Recht und die Anerkennung für Deutschlands wehrhafte Männer durchsetzen sollte. In der planmäßigen Weiterentwicklung dieser Idee lam Franz Seldte fast zwangsläufig zu der Formung des deutschen Freiheits- und Wehrbundes, der alle unbescholtenen deutschen Männer ohne Unterschied des Standes, des Berufes, der Bildung, des Besizes und der Konfession bet sich aufnimmt. In den Tagen, da Aufruhr und Revolution tobten, standen die ersten Stahlhelmer Schulter an Schulter mit vielen anderen bereit, um Deutschland vor dem Bolschewismus und dem Chaos zu retten. Während aber alle Freiforps bald daraus auseinandergingen, blieb der Stahlhelm, Bund der Frontsoldaten, zusammen und schuf sich ein flares eindeutiges Programm, das sich auf der Ideenwelt des deutschen Frontfämpfers aufbaut und sich den Geist der Front mit seiner Kameradschaft, mit seiner Opferbereitschaft und mit seiner Toleranz als Richtschnur nahm. Franz Seldtes Ziel war es nicht, eine parlamentarisch arbeitende Massenorganisation zu schaffen, sondern im bewußten Gegensatz zu allen Parteigedanken erzog er sich eine Gefolgschaft von Männern und späterhin von Jungmannen, denen das Vaterland, seine Freiheit und Ehre allein Richtschnur ihres Handelns sind. Franz Seldte formte dafür den Begriff des Richtmannes, einer Persönlichkeit also, die sich nicht willenlos treiben läßt, sondern die mannhaftes Vorbild sein soll. BER 13. RS.SI LIN Soldaten Tag Lebenshaltung, einen ausreichenden Lebens- und Arbeitsraum. Hunderttausende deutscher Arbeiter stehen deshalb heute bereits in der Front des Stahlhelms. Als einzigen Weg, all diese Ziele zu erreichen, sieht der Stahlhelm das rudhaltlose Bekenntnis aller Voltsgenossen zu einem nationalen, wehrhaften und sozialen deutschen Staat. Die dafür notwendige Erziehungsarbeit wurde im Laufe der Jahre das Haupttätigkeitsfeld des Stahlhelms. Darum wandte er sich auch an die deutsche Jugend, und die Hunderttausende von Jungmannen, die heute im Stahlhelm mit alten Frontsoldaten Schulter an Schulter stehen, sie haben von ihnen den Geist der Front in sich aufgenommen. Ste wollen wehrhafte Männer werden und sein. So wurde der Stahlhelm zum Bahnbrecher für eine Erziehungsform, die endlich nach 13 Jahren chaotischer Staatsentwicklung von den verantwortlichen Männern als richtig erfannt und übernommen worden ist: den Wehrsport. Seine Grundlage bildet die Erziehung, wie sie im alten Heer der allgemeinen Wehrpflicht allen jungen Deutschen zuteil wurde. Das in dem Geist der Front von einst enthaltene foziale Sichverstehen hat auch im Stahlhelm neben diesen großen poli tischen und erzieherischen Aufgabengebieten seine Auswirtung gefunden, ganz besonders in der vom Zweiten Bundesführer Questerberg geschaffenen Stahlhelm selbsthilfe, einer Arbeitnehmerorganisation, die feine Gewerkschaft ist, sondern getragen vom Gedanken der Kameradschaft, soziale Gemeinschaftshilfe mit sozialem Sparsystem verbindet. Das ist das Gesicht des Stahlhelms, sein Wollen im deutschen Volke und seine sich immer mehr als richtig bestätigende Aufgabe. Der Stahlhelmaufmarsch in Berlin. Die großen Frontsoldatentage, die der Stahlhelm in jedem Jahre veranstaltet, haben in immer höherem Maße die Aufmerksamkeit der deutschen Öffentlichkeit auf sich gezogen und darüber hinaus einen lebhaften Widerhall in Auslande geDaneben hat sich der Stahlhelm den politischen Kampfnotwendigkeiten der letzten Jahre nicht verschlossen. Ausgehend von dem heiligen Grundsatz: der Volksgemeinschaft zu bienen, hat er schon vor Jahren seine Mitglieder zu tätiger Mitarbeit auch in dem Staate aufgefordert, dessen Wesensart er nicht billigt. Vielen mag sein großes Ziel, die innere und äußere Befreiung Deutschlands, als ein leeres Schlagwort erscheinen, in einer Zeit, wo man damit geschickt zu arbeiten gelernt hat jedem überzeugten Stahlhelmer jedoch ist dieses Wort feine hohle Phrase, sondern erfaßt den Grund, gedanten seiner Tätigkeit. Nicht Parteipolitit- Staats. politik ist des Stahlhelms Aufgabe. Deshalb sein Kampf gegen die innere und äußere Verslavung, gegen die Deflajsie. rung des nationalen Vollsteiles, gegen die Knechschaft von Versailles und seine finanziellen Auswirkungen Ausgehend von der Frontfameradschaft verlangt er für das deutsche Volt, besonders aber für die Masse der Werktätigen, zur Sebung ihrer Franz Seldte, Stahlhelm und Arbeitsdienst. läufer pro tende Bä Bären fol Auger jau die Kaltb jährlichen 3ahnatrob Zirtustupp Stolz: fei Lipizzaner, Direttor G taunlich w Wint folgte lerie". Gir ihrem Leh Kapitan Der lang Mitglieder wandte J 3ingenfij Trog mannigfacher politischer Spannungen und trotz der parteipolitischen Erhitzung der Gemüter steht heute der Frei willige Arbeitsdienst allgemein im Mittelpunkt des Interesses. Wenn man von den Kommunisten und einigen unbelehrbaren Doktrinären absieht, sind sich fast alle Parteien einig in der Anerkennung des Freiwilligen Arbeitsdienstes als Mittel zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit. Selbstver ständlich erschöpft sich die Bedeutung des Arbeitsdienstes nicht in wirtschaftlichen Dingen. Weit wesentlicher ist die moralische Seite. Soll der Freiwillige Arbeitsdienst bier seine Aufgabe vill erfüllen, so darf er natürlich nicht nach parteipolitischen oder organisations- egoistischen Gesichtspuntten durchgeführ werden, wie dies von zahlreichen Parteien, insbesondere vom Zentrum, gefordert wird. Die ethische Bedeutung des Ar beitsdienstes liegt vor allen Dingen in der Möglichkeit, junge Menschen aus allen Berufsschichten und aus allen politischen Lagern unter bewußter Ausschaltung feder Partei politif zusammenzuführen, in ihnen durch gemeinsame Leben, gemeinsame Arbeit und gemeinsame Erziehung zum überparteilichen nationalen Gedanken Sinn für die Voltsgemeinschaft zu wecken und ihnen eine geistige Einstellung zur Arbeit zu geben, die, jenseits der materialistischen Lohn- und Ausbeutungstheorie stehend, die Arbeit als schöpferische Leistung empfindet. Soll diese Aufgabe erfüllt werden, so muß die Leitung der Arbeitsdienstlager in Händen von Menschen liegen, die jabrelange Erfahrungen auf erzieherischem Gebiete baben, die, über allen Parteien und ihren Programmen stehend, den Arbeitsdienstwilligen ein Vorbild sind, die, um mit Walter Fler zu sprechen, fähig sind, ,, ihren Leuten vorzuleben". der Gründer und Erste Bundesführer des Stahlhelm, B. d. F. den auch die E ein Rundg bestand des Teil vorge jekten die begeisterte Märchensp Auf Grund dieser Tatsachen ist es erflärlich, daß in dem nun schon seit vielen Monaten tobenden Wettstreit der Orga nisationen und Parteien um die Führung des Freiwilligen Arbeitsdienstes feine einzige Partei den Sieg errungen hat und daß unter den Bünden, die sich die Durchführung bes Freiwilligen Arbeitsdienstes zur Aufgabe machten, heute an erfanntermaßen der Stahlhelm, Bund der Frontsoldaten, die Führung innehat. Der Stahlhelm, der aus dem Front erlebnis heraus entstanden ist und der sich die Pflege und Weiterentwicklung der aus der Frontkameradschaft entstan denen Volksgemeinschaft zum Ziel gefeßt bat, der Stahlhelm, der als einzige wirklich überparteiliche Organisation in seinen Jungstahlhelm und Wehrsportlagern fett Jahren daran arbeitete, Menschen und Männer zu formen, hat durch die Tat bewiesen, daß er der berufene Führer im Frei willigen Arbeitsdienst ist. Bereits jetzt beträgt die Zahl der Arbeitsdienstlager, deren Führung in Händen be Stahlhelms liegt, 290. Bei diesen Lagern handelt es sich nicht um fleine Teilunternehmungen, sondern um großzügig an gelegte Maßnahmen. Die Zahl der in diesen Lagern arbeiten ben jungen Menschen überschreitet 10 000. Bei weitem nich alle sind Angehörige des Stahlhelms. Eine große Zahl gehör anderen Organisationen und Bewegungen an. Schulter an Schulter arbeiten Nationalsozialisten, Reichsbannerleute und Kommunisten hier unter Führung von Stahlhelmern. G3 wird bewußt darauf verzichtet, die Freiwilligen parteipolitisch zu beeinflussen. Wenn troßdem, ohne daß es befohlen war, in den Lagern die Abzeichen der Parteien verschwinden und mit ihnen der Bruderhaß, der unser politisches Leben ver giftet, so ist das wohl der beste Beweis, wie sehr der Stabl helm dazu berufen ist, als Führer im Freiwilligen Arbeitsdienst zu wirfen. Und gleichzeitig ist damit der Beweis e bracht, daß der Freiwillige Arbeitsdienst, wenn er richtig angepackt wird, wohl in der Lage ist, eine neue Elite junger deutscher Menschen zu erziehen, die sich in freudigem Bekenntnis zur inneren und äußeren Freihei Deutschlands über alle Parteigeseße hinweg die Hand reicher als Pioniere für den Wiederaufbau des Reiches. junden. In der Tat stellen die Reichsfrontsoldatentage dieset Organisation nicht nur für Deutschland etwas Einzig. artiges dar. Der diesjährige Ausmarsch des Stahl helms jällt in eine Zeit, die vermutlich schwerwiegende innenpolitische Entscheidungen bringt. Der Stahlhelm vertritt die Auffassung, daß alle regierenden Kreise sich heute nach dem viel fach bewiesenen Versagen der parlamentarischen Maschinerie stärker aus die Kräfte des überparteilichen natio nalen Deutschland stützen müssen, um im Volte wieder feste Wurzeln zu schlagen. Von Jahr zu Jahr hat sich auch rein zahlenmäßig die Bedeutung der Reichsfrontsoldatentage gesteigert. Während die Teilnehmerzahl in Berlin vor fünf Jahren noch etwa 100 000 betrug. ichwoll sie in regel. mäßiger Folge an, bis im vorigen Jahre in Breslau 150 000 alte Frontsoldaten und Jungstahlhelmer aufmarschierten. Trotz der allgemeinen wirtschaftlichen Notlage, die gerade auch in den Kreisen des Stahlhelms sich empfindlich bemerfbar macht, dürfte die Zahl der Teilnehmer bei diesem zweiten Berliner Reichsfrontsoldatentag am 3. und 4. September 1932 die Breslauer Zahl mindestens erreichen, wenn nicht überschreiten. Diese Leistung zeigt sich in ihrer ganzen Bedeutung erst, wenn man weiß, daß die einzelnen Ortsgruppen des Stahlhelm die Reise nach Berlin und die Kosten für den Reichsfrontsoldatentag allein aus den Beiträgen ihrer größtenteils nicht mit irdischen Glücksgütern gesegneten Mitglieder bestritten. Auch der diesjährige Reichsfrontsoldatentag wird im Sinne des Stahlhelmprogramma ein erneutes Be fenntnis zu dem Gedanken der nationalen Opferwilligfett im Rampf um die innere und äußere Fretheit werben. Stahlhelm- Aufmarsch im Berliner Lustgarten. Die vierte Strophe des Deutschlandliebes wird mit erhobener Schwurhand gesungen. Freiwillige eines Stahlhelm- Arbeitslagers ( Flußregulierungsarbeiten in Schlesien). Tiere und Der große erfreuten mit feiner Trid des zu legen laffen. den gefäh lohnte aud das über empfehler Bo gener Unit in Tübing am 3. Sep * Jub Bilichterfü Selfen des Bieber i. F Die Mar meter zei feit spürt feins über So d weiter... Felder ein Dorj. Angit Müller gen Sie wa einem flein magte. ว Saustür. ges.. hier id ein Gar " Theo hat Die Wirt Der breitastig Marielieje un Slak Wir mö Gr wandt Sandwid Denn Sie Ap orjahlagen. s in New Yo Marielie 3u einer Butterbrot," urzer Ausflug ernünftige." Adol M Rannschaft?" Ja. Ein it er gut zu ein Rebejchau Nr. 3 Tas beitsdienst. pannungen und trop b er steht heute der Frei tein im Mittelpunkt be ommunisten und einige nd sich fast alle Parteie iwilligen Arbeitsdienste rbeitslosigkeit. Selbstve des Arbeitsdienstes nid entlicher ist die moralij Dienst bier feine Aufgab icht nach parteipolitische htspunkten durchgeführ arteien, insbesondere vo che Bedeutung des n der Möglichkeit, jum ■ nd aus allen politisc ung jeder Parte nen durch gemeinsam einsame Erziehung 3 en Gedanken weden und ibnen e geben, die, jenseite ungstheorie ftehend, findet. Soll diese ng der Arbeitsdienftlar jahrelange Erfahrung über allen Parteien un rbeitsdienstwilligen e zu sprechen, fähig find erklärlich, daß in dem en Wettstreit der Orga rung des Freiwilligen ben Sieg errungen bat die Durchführung de gabe machten, heute an Bund der Frontsoldater elm, der aus dem From der sich die Pflege ontlameradschaft entji febt hat, der Stablbel he Organisation in fein ern seit Jahren ba formen, hat durch ne Führer im Fr Bereits jept beträgt Führung in Händen gern handelt es sich ni bern um großzügig biefen Lagern arbeite 000. Bei weitem nic Eine große Zahl gebo ungen an. Schulter Reichsbannerleute von Stahlhelmern G reiwilligen parteipolitic e daß es befohlen arteien verschwindend er politisches Leben weis, wie sehr der im Freiwilligen Arbe ist damit der Beweis sdienst, wenn er rid e ist, eine neue El zu erziehen, die fich und äußeren Frei hinweg die Hand rei des Reiches. ers Samstag, den 3. September 1932. Lokales. Zirkus Straßburger in Gießen. Am Donnerstagabend noch widelte sich in Hersfeld das so überaus reichhaltige Programm des 3irfus Straßburger ab. Und so wie der letzte Fanfarenton, der letzte Trommelwirbel verklungen war, griffen 1000 Hände in die Seile, an die Hafen, Majte und Verschraubungen. Es wurde gepadt, verladen... gefahren, und der nächste Tag sah den Zirkus schon in unseren Mauern, wo wie ein Zauberwerf in wenigen Stunden alles wieder stand. Am Abend begrüßten den Besucher der Eröffnungsvorstel lung schneidige Marschmusik und strahlender Lichterglanz. Fast bis auf den letzten Platz war das Viermasten- Zelt besetzt. Pünktlich begann die Abwidlung des Programms. Unter der Leitung von Franz Adamski tummelten sich gelehrige Bären in der Arena, die sich als Tänzer, Equilibristen und Rollschuhläufer produzierten. Besondere Anerkennung fand der radfahrende Bär, der sicher und ohne Hilfe seine Figuren fuhr. Den Bären folgten die Löwen unter ihrem Herrn und Meister Orth. Außer sauberen Dressuratten bewunderte alles den Mut und die Kaltblütigkeit des Dompteurs im Umgang mit seinen gejährlichen Katzen. Ein Luftakt der beiden Nellas zeigte zwei Zahnakrobaten, die sicher und ohne Netz hoch oben unter der Zirfuskuppel arbeiteten. Dann kam des Zirkus Zierde und Stolz: seine Pferde. Shetland- Ponys, ostpreußische Rappen, Lipizzaner, russische Falben u. a. wurden von den Herren Direktor Straßburger und Hans Straßburger vorgeführt. Erstaunlich war die Genauigkeit, mit der die Türe dem leisesten Wint folgten. Neu und originell war die Afrikanische Kavallerie". Eine Nummer, die hohes Können von den Pferden und ihrem Lehrer verlangten. Weiter drängte das Programm. Kapitän Thomsen erfreute die Besucher mit seinen Seelöwen. Der ,, lange Emil" und ,, Klein Carlo" sorgten für die Komik. Mitglieder der Familie Straßburger produzierten sich als ge= wandte Jockeys. Die 10 Esmanoffs führten wieder vom rein Zinzensischen fort zur Revue. Nicht nur ihre Gruppen-, sondern auch die Einzeltänze fanden viel Anklang. In der Pause zeigte ein Rundgang durch die Tierschau, wie reichhaltig der Tierbestand des Zirkus ist, der in der Arena natürlich nur zum Teil vorgeführt werden kann. Die ,, 8 fliegenden Urmanns" setzten die Spielfolge fort. Ihre Leistungen an den Trapezen begeisterten die Zuschauer zu immer neuem Beifall. Wie ein Märchenspiel aus 1001 Nacht wirkte der Parade- Aufmarsch der Tiere und Künstler des Zirkus. Die hohe Schnele wurde in der großen Arena gleich dreimal vorgeführt. Die Leistungen erfreuten den Kenner. Adrian Singel produzierte sich dann mit seinen Elefanten. Neu und äußerst gefährlich war der Trid des Dresseurs, den Kopf in den Rachen eines dieser Tiere zu legen und sich so vom Elefanten aus der Arena tragen zu bassen. 10 Maroffaner bauten Pyramiden und wirbelten in den gefährlichsten Sprüngen durch die Arena. Reicher Beifall lohnte auch ihr Können. Eine Kosaken- Quadrille schloß dann das überaus reichhaltige Programm, dessen Besuch wir jedem empfehlen können. * Von der Unversität. Der frühere Professor an der GieBener Universität, der Kirchenhistoriker Karl Müller, der jetzt in Tübingen wohnt, fann in förperlicher und geistiger Frische am 3. September seinen 80. Geburtstag begehen. * Jubiläum. Mit der Ehrenurkunde für 25jährige treue Pilichterfüllung ausgezeichnet wurde vom Landesverband Hessen des Deutschen Gerichtsvollzieherbundes der Gerichtsvollzieher i. R. J. Dern von hier. Die Landsknechte Sportroman von Emil Wöhner. ( 16. Fortsetzung.) ( Nachdruck verboten.) Marieliese sah Theo über die Schulter: 60, 70, 80 Kilometer zeigte der Zähler an. Aber trotz der großen Geschwindigleit spürte sie keine Furcht. Ein süßes Gefühl des GeborgenJeins überkam sie. ,, So durch die Welt zu fahren, immer weiter... weiter..." dachte sie und schloß die Augen. immer Felder und Wiesen flogen vorbei... Manchmal kam auch ein Dorf... ,, Angst hat sie nicht", dachte Theo. ,, Das hat sie mit Adolf Müller gemeinsam. Dem fann es auch nie zu schnell werden." Sie waren ungefähr eine Stunde gefahren, als Theo vor einem kleinen, idyllisch am Walde gelegenen Bauernhause haltmachte. 3um fühlen Grund" stand auf dem Schild über der Haustür. ,, Hier ich es schön!" rief Marieliese und sprang vom Rad. O, ein Garten ganz voll Blumen... Astern und Georginen..." Theo hatte sein Rad neben das Haus gestellt. Die Wirtin fam und legte auf den Tisch, der draußen unter der breitästigen alten Linde stand, ein blütenweißes Tischtuch. Marieliese und Theo nahmen auf den grünen Gartenstühlen Play. ,, Wir möchten gerne Kaffee trinken," sagte Theo. Er wandte sich an Marieliese. ,, Sandwiches und Cafes gibt es hier natürlich nicht. Aber wenn Sie Appetit haben, würde ich Butterbrot mit Schinken borschlagen. Bauernbrot und Landschinken. So etwas gibt es in New York nicht einmal." Marieliese nickte lächelnd. ,, Zu einer richtigen Motorradfahrt gehört auch ein gutes Butterbrot," meinte Theo.„, Adolf Müller sagt immer: Ein furzer Ausflug und eine lange Mettwurst, das ist das einzig Dernünftige." ,, Gießener Zeitung" * Vom Polizeiamt. Kriminalpolizeimeister Magold wurde durch Verfügung des Justizministeriums mit Wirkung vom 1. September ds. Js. an zum Kriminalinspektor bei der Staatsanwaltschaft Gießen befördert. * Die Schlachtsteuer in Hessen. Die vielfachen Veröffentlichungen über die Einführung der Schlachtsteuer in Hessen haben zu einer offiziesen Verlautbarung geführt, nach der man mit ihrer Einführung in den nächsten vierzehn Tagen wird rechnen tönnen. * Tariffündigungen in der Metallindustrie. Der Lohntarif für die Metallindustrie von Oberhessen und Lahngau ist vom Arbeitgeberverband zum 30. September zweds Neuordnung gefündigt worden. * Die Eintrittspreise des Zirkus Straßburger sind in der heutigen Zeit eine gewiß sehr seltene Erscheinung. Wenn man bemerkt, daß dieses Riesenunternehmen, welches das beste von allen zinzensischen Unternehmen bietet, mit vielen Tausend Mark Tagesuntosten operiert, kann man die der Geldnot in der Bevölkerungs angepaßten billigen Eintrittspreise Straßburgers Don 80 Pig. bis 2,80 RM. nicht hoch genug anerkennen. In allen Nachmittagsvorstellungen ermäßigen sich übrigens diese Preise auf 40 Pfg. bis 1,40 RM. für Erwachsene und Kinder, so daß sicher auch der Minderbemittelte für wenige Pfennige einige frohe Stunden im Zirkus Straßburger verbringen kann. Zu bemerken ist weiter noch, daß Straßburger allen Kleinrentnern, Kriegsbeschädigten und Erwerbslosen bei Vorzeigung des Ausweises auf allen Sitzplätzen zu allen Abendvorstellungen nur halbe Preise berechnet, gewiß ein sehr anerkennenswertes Entgegenkommen dieses Unternehmen. * Gartenbau- Ausstellung. Am 10. und 11. September d. J. veranstaltet der Obst- und Gartenbauverein Gießen in der Turnhalle am Oswaldgarten eine recht umfangreiche Gartenbau- Ausstellung, die u. a. auch Dahlien, Rosen, Gladiolen und Kakteen umfassen wird. * Straßensperre. Wegen Neubefestigung der Straße wird die Ebelstraße zwischen Wilhelmstraße und Leihgesternerweg von Montag, den 5. September 1932 ab bis auf weiteres für Fahrzeuge aller Art polizeilich gesperrt. Die aufgestellten Sperr= schilder sind zu beachten. * Straßensperrungen.( Mitgeteilt vom Oberhessischen Automobil- Club E. V.( A. v. D.) Gießen.) Am Montag, den 5. September 1932, wird die Strede Brauerschwend- Renzendorf ' im Zuge der Straße Alsfeld- Lauterbach( Fernverkehrsstraßen Nr. 49) gesperrt. Ab Dienstag, den 6. September 1932 wird die Strecke Altenstadt- Lindheim im Zuge der Straße FriedbergBüdingen gesperrt. Ab Montag, den 12. September 1932 wird die Strecke Heldenbergen- Raichen im Zuge der Straße Friedberg- Hanau( Fernverkehrsstraßen Nr. 45) gesperrt. Umleitung über Erbstadt- Kaichen. Böswillige Verunreinigung des Lahnwassers. Das Polizeiamt hat schon mehrfach darauf hingewiesen, daß vorsätzliche und fahrlässige Verunreinigung des Lahnwassers strafbar ist. Das Werfen von Untraut, Kadavern und Gegenständen sowie das Gießen von verunreinigenden Flüssigkeiten aller Art in die Lahn stellt eine strafbare Verunreinigung des Flußwassers dar. Ein hiesiger Gewerbetreibender hat nun wieder das Lahnwasser dadurch verunreinigt, daß er große Mengen Unkraut in das Wasser wars. Er hat damit die in der Lahn badenden Personen gefährdet. Der Gewerbetreibende Schöne weiße Zähne Idhon nach einmalig. Pußen mit der herrl erfrisch. Schmedenden Chlorodont 3ahnpaste", schreibt uns ein Raucher. Tube 50 Pl. und 80 Pf." Die Wirtin brachte den Kaffee und die Butterbrote. Marieliese schenkte ein. Eine kleine Pause entstand. ,, Wie ist es möglich, daß Sie als Amerikanerin ein so einwandfreies Deutsch sprechen?" fragte Theo, um nicht ganz zu verstummen. ,, Meine Mutter war eine Deutsche," entgegnete Marteliese. ,, Wir haben zu Hause auch immer deutsch gesprochen und stets einen deutschen Hauslehrer gehabt..." ,, Ihre Mutter ist tot?" fragte Theo leise. ,, Ja, schon sechs Jahre. Ich glaube, sie ist an Heimweh gestorben. In Amerika hat es ihr nie recht gefallen." ,, Sie haben aber noch Geschwister?" ,, Zwei Brüder, Fred und Bill. Wir verstehen uns gut. Aber sie haben so wenig Zeit. Ich bekommen sie fast nur während der Mahlzeiten zu sehen. Sie haben jetzt Vaters Fabrik übernommen.." Sie sah auf ihre Armbanduhr. „ Ich möchte wohl noch einen kleinen Spaziergang durch den Wald machen. Aber Sie haben sicher nur wenig Zeit und müssen noch zum Training?" ,, Wir haben heute nur Schwimmtraining," entgegnete Theo. ,, Um acht Uhr. Da genügt es, wenn ich um sieben zu Hause bin. Wie spät ist es, denn jetzt...? Halb sechs. Da können wir noch eine Stunde spazieren gehen..." Gleich hinter dem alten Bauernhause führte ein verschlungener schmaler Pfad in den Wald. ,, Hier ist es schön," sagte Marieliese nach einer Weile und ging mit leichten Schritten neben ihm her. So still... man hört taum einen Laut. Und die Buchen haben alle rotes Laub... Da, ein Eichhörnchen! Jetzt sitzt es unten auf der Erde neben dem rot und weiß getupften Fliegenpilz. Ist es nicht wie in einem Märchen...?" Sie tamen an einer Lichtung vorbei. Zwei Rehe ästen friedlich in dem hohen, weichen Grase. Goldene Sonnenflede tanzten auf dem grünen Moose. In der Ferne rudste ein Täuber... ,, Wir wollen uns hier auf diesen gefällten Baumstamm ,, Adolf Müller? Ist das nicht der Mittelläufer in Ihrer setzen, damit wir die Rehe nicht erschrecken," flüsterte Theo. Mannschaft?" ,, Ja. Ein ganz famoser Spieler. Aber auch unter der Nase ist er gut zu Fuß. So sagt Dr. Bargmann immer, wenn Adolf sein Redeschauer hat." Ein Zitronenfalter gaufelte vorbei und setzte sich an den flechtenüberzogenen Stamm einer breitästigen Tanne. Hinter den hohen Föhren rief ein Kudud. Langsam hoppelte ein Hase über die Lichtung, machte ein Männchen und äugte nach Nr. 35 wurde dashalb in eine empfindliche Strafe genommen. Die Polizei und Feldschutzbeamten werden auch in der Folge auf die Verunreinigung des Lahnwassers ein besonderes Augenmerf richten und vorkommendenfalls unnachsichtlich Anzeige erstatten. Jagd im September in Hessen. ( Mitgeteilt vom Hess. Jagdklub, Darmstadt.) Der Rothirsch befindet sich noch in der Feiste. Gegen Ende des Monats beginnt die Brunft. Dunn ist für den Hochwildjäger die schönste Zeit des Jahres gekommen. Weit später setzt die Brunft beim Damwild ein. Auf den Rehbock sollte jetzt nicht mehr gejagt werden, da er nach überstandener Blatt zeit schlecht im Wildpret ist. Die Hasen setzen noch. Bei einigermaßen leidlichem Herbstwetter kommt auch dieser Sah noch durch. Die Hühnerjagd, die am 29. v. Mts. begonnen hat, scheint auch in diesem Jahre die Erwartungen zu enttäuschen, denn bis jetzt sind die Ergebnisse nicht besonders. Die Jagd auf Enten be= friedigt in manchen Revieren, andererseits aber liegen Meldun gen vor, die weniger günstig lauten. Die Erpel beginnen im September zu mausern und sind so leichter zu unterscheiden. Wer irgend in der Lage ist, sollte nur Erpel schießen und die weibliche Ente schonen. Schon jetzt weisen wir darauf hin, daß die Jagd auf weibliches Rehwild und Rehkize( männliche und weibliche) am 1. Oktober und die Schußzeit auf Hafen, Fasanenhähne und-hennen am 16. Oftober beginnt. Der Vogelzug steht vor der Türe, der Besuch der Auf- Hütte wird daher Erfolg bringen. Von zur Strede fommenden beringten Vögeln bitten wir uns den Ring einzusenden. Für die Winterfütterungen sind schon jetzt Vorbereitungen zu treffen. Die zweckmäßigsten und billigsten Salzlecken werden durch Auslegen der Salzpfannensteine hergerichtet, die durch den Hessischen Jagdklub erhältlich und sehr zu empfeh len sind. Die Bewachung des Reviers muß damit erst recht Hand in Hand gehen. Achtung! Invalidenrentner pp. - Es ist ganz besonders wichtig, bei Bezug der Invalidenrente auf Nachstehendes aufmerksam zu machen. Durch die Notverordnung vom 8. 12. 1931 ruht, bekanntlich ein Teil der Invalidenrente, wenn neben dieser Rente noch eine Militärrente. Unfallrente pp. bezogen wird. Es ist vorgekommen, daß auf Grund der Notverordnung vom 14. 6. 1932 als der letzten Notverordnung- von neuem ein Betrag von 6.- RM. im weiteren in Abzug gebracht wurde. Wir machen ausdrücklich darauf aufmerksam, daß dieser letzte Abzug bei allen Fällen ▾ nicht vorgenommen werden kann. Bet denjenigen Javalidene rentnern findet diese Kürzung keine Anwendung, bei denen die Invalidenrente um mehr als die Hälfte gekürzt wurde. In den zutreffenden Fällen ist sogleich Antrag bei der Landesversicherungsanstalt bzw. bei der Reichsbahnarbeiterpensionskasse, Reichsknappschaft pp. zu stellen, damit der zuletzt in Abzug ge= brachte Betrag von 6,- RM. nachgezahlt und zur weiteren monatlichen Zahlung angewiesen wird. Für Witwen und Wais senrentenempfänger finden obige Ausführungen sinngemäße Anwendung. Der Betrag für Witwen und Witwerrenten bes trägt 5, RM., für Waisen 4,- RM. Im weiteren ist es ganz besonders wichtig darauf hinzuweisen, daß auf Grund der Notverordnung vom 8. 12. 31 bei manchen Invalidenrentnern die Hälfte der Invalidenrente ruht und auf Grund der Notverordnung vom 14. 6. 1932 wiederum ein Betrag von 6,- RM in Abzug gebracht wurde. Wird eine Rente durch die Notverordnung vom 14. 6. 1932 um mehr als die Hälfte gekürzt, so wird auf Antrag die Kürzung rüdgängig gemacht, jedoch darf die Rückgängigmachung nicht über die Hälfte der Rente hinausgehen. Hierfür ein Beispiel: allen Seiten. Plötzlich stob er davon. Auch die Rehe waren verschwunden. ,, O, wie schade!" rief Marieliese. ,, So ein drolliger kleiner Bursche! Wie ein richtiger Osterhase." Rostrot flammten die Kiefernstämme in der Abendsonne auf. Ein füßer Duft von blühendem Geißblatt lag in der Luft ,, Mücken gibt es hier auch," meinte Theo nach einer Weile. ,, Darf ich Ihnen eine Zigarette anbieten, Fräulein Henderson?" ,, Dante sehr..." Langsam stieg der blaue Rauch in die Höhe... Marieliese hatte den Kopf in die Hand gestützt und beobachtete einen goldgepanzerten Käfer, der ungeschidt über das Moos stolperte. ,, Ich habe nun schon viele Fußballspiele gesehen, aber trotzdem sind mir einige Regeln nicht geläufig," sagte sie nach einer Pause lächelnd.„ Manchmal pfeift der Schiedsrichter, und ich weiß nicht, warum. Dann heißt es auf einmal abseits". Wann ist eigentlich ein Spieler abseits?" ,, Das ist nicht so ganz leicht zu erklären," entgegnete der Mittelstürmer und streifte die Asche seiner Zigarette ab. ,, Passen Sie mal auf: Wenn ein Spieler den Ball spielt, iſt jeder Spieler derselben Partei, der im Augenblicke des letzten Spielens näher zur gegnerischen Torlinie.. nein, so ver stehen Sie es doch kaum. Ich will es Ihnen mal praktisch vorführen: Also die beiden Bäume hier sollen das Tor vorstel= len. Jm Tor steht der Torwächter. Sie sind der linke Verteidiger. Stellen Sie sich mal bitte hierhin... So. Diese fleine Tanne ist auch ein Spieler Jhrer Partei, meinetwegen rechter Verteidiger. Jetzt lege ich mein Taschentuch auf die Erde... Das ist natürlich ein Spieler meiner Mannschaft. Haben Sie es bis soweit verstanden?" „ Ja," meinte Marielieje etwas zweifeln. ant... ,, Schön... Jetzt geht's los. Nun tomme ich mit dem Ball Nein, so geht das nicht. Sie müssen mit ein Stüd entgegenlaufen, sonst kann ich nicht abseitsstehen. Auch können Sie mich ruhig etwas anrempeln, dann wirkt das Ganze natürlicher. Also noch einmal In demselben Augenblick, als Marieliese auf ihn zukam, breitete er seine Arme aus und fing sie auf. Ein paar Sekunden Tag sie so an seiner Brust. Theo neigte seinen Kopf und füßte sie rasch auf ihren roten Mund Dann ließ er sie frei... Marieliese strich sich eine blonde Locke aus dem glühenden Gesicht. ( Fortsetzung folgt.) Samstag, den 3. September 1932. Zirkus - ,, Gießener Zeitung" Ein Gleichnis der Welt! Zum Gastspiel Straßburgers. Von Emil Wader. Jm Zirkus ist die Erde noch eine Scheibe im Sinne der Alten und der Himmel ist das Zelt. Ringsum der Ozeanfluß, das flutende, brandende beifallspendende Publikum, den ,, Schaumtöpfchen" des Meeres vergleichbar, des tausendäugigen. Der 3irtus ist ein Gleichnis der Welt und du siehst im Laufe feiner Vorstellung die blasse, sägemehlbepuderte Scheibe sich bevölkern mit schwarzen, braunen, gelben, weißen Menschen und mit der bezähmten Kreatur beider Hemisphären. Auch das Zeltfirmament belebt sich mit beseelten Planeten, mit schwebenden, schwingenden Himmelstörpern zwischen einem hier sichtbaren System astronomischer Ordnung. Denn alles ist sichtbar in der 3irfuswelt, es fehlt die Rüdendeckung des Theaters; von allen Seiten muß sich das Spiel der Gautler sehen lassen. Unzählige Lampen strahlen von der langen Ruppel in die Menge nieder. Der große menschenerfüllte Raum liegt in mattem Licht. In Abständen dunkeln geheimnisvoll die roten Lämpchen der Notbeleuchtung. Hoch oben, von den Galerien, hört man hastige Atemzüge, man spürt, wie fiebernde Span= nung aus Tausenden von Augen springt. Menschen sitzen da. Sie sind satt des Theaters, sie sind müde des Filmes, was sie wollen, ist das Leben. Denn das Leben selbst ist viel eindringlicher als jeder Spiegel. Sie wollen Realität, aber von jenem Schimmer der Romantik umkleidet, der alles letzten Endes doch nur als Spiel erscheinen läßt. Die haarscharfe Grenze zwischen Leben und Spiel, zwischen todesnaher Wirklichkeit und Arenazauber reizt sie. Das ist berauschender als hundert Filmdramen oder Theaterstücke es sein tönnen. Worum es hier in jeder Sekunde geht, das ist das Leben, aber das Leben als Spiel erfaßt. Jeder der Spieler dort unten hat als Einsatz seinen Körper aufs Programm ge= setzt. Und der Mensch begreift, daß das Spiel der Manege das aufregendste aller Spiele ist: Das Symbol des großen Da= seinstampfes, wo jede Minute den Absturz aus greller Scheinwerferhelle in schwindelnde Tiefe bringen kann. Es ist ein Spiel von Mensch zu Mensch, zwischen Mensch und Tier, ja ein Spielen mit dem Tod und es gehört dazu, daß der Akrobat nach einem halsbrecherischen Kunststick ins Publikum lächelt, als sei das alles gar nicht so schwer, man möge es nicht so ernst nehmen. Künstliche Sonnen lassen alles im rosigsten Licht erschei= nen: die kriegerische Marschmusik begleitet nur ein Spiel, die französische Generalslivree ist hier ebenso ungefährlich wie die tscherkessische Uniform der Kapelle. Es gilt die soldatische Ehrenbezeigung der Handaufnahme. Weltbürger ist, wer zum Zirkus gehört. fahrvolle Arbeit so zur Schau gestellt, daß sie heiteres Spiel zu sein scheint. Wenn der Trapezbünstler hoch oben, ehe er zu arbeiten beginnt, so gemächlich herabschaut, so sieht das aus, als wolle er eben mal ein bißchen schaukeln und der Schein der Mühelosigkeit, als sei das Radschlagen etwa doch das natürlichste Fortbewegungsmittel, beschämt den Zuschauer, der jetzt erst merkt, was sein Körper alles nicht kann. Und wenn dann plötzlich die Musit mitten im Satz abbricht und jener Kleine Ausruf dieses kurze Hopp" der Bravourleistung erklingt, sind wir ganz verzaubert und außer uns. In diesem lebensgroßen Humpty- Dumpty- Spielzeug, in dieser geliebten Welt des Sägemehls, der Gala und des unvergeßlichen Artistenzeremoniells, in diesem Zelt der Spannungen und Geistesgegenwärtigkeit, wird mühselige, langjährige, ge= Ein Jnvalidenrentner bezog vor dem 8. 12. 31 eine Rente von Auf Grund der Notverordnung vom 8. 12 31 erfolgt eine Kürzung von 50,- RM. 25,- RM. Es verbleiben somit von der Invalidenrente 25,- RM. Erneuter Abzug auf Grund der Notverordnung vom 14. 6. 32. Es verbleiben somit an Invalidenrente 6,-RM. 19,- RM. Nr. 35 Staatsminister a. D. von Ewald gestorben. Darmstadt. 2. September. Heute nachmittag starb im Alter von 80 Jahren der letzte großherzogliche Staatsminister Karl von Ewald, ein Mann, der sich um Hessen große Verdienste erworben hat, die auch wiederholt von den Regierungen der Nachkriegszeit anerkannt worden waren. Arbeiterneneinstellungen im Westerwälder Kohlengebiet. Die Braunkohlengrube Alexandria", die einzige noch im Betriebe befindliche Grube des Westerwaldes, die vor Jahren noch über 1000 Arbeiter beschäftigte, verzeichnet einen stärkeren Absatz in der letzten Zeit. Es mußten bereits in jüngster Zeit zweimal eine größere Anzahl von Arbeitern neu eingestellt wer den. Nach Bendigung der Ernte rechnet man mit einer er höhten Belebung des Herbstgeschäftes. Hermann Bangs Zirkusmelancholie fällt uns ein, wir den Allgemeine Sport- Nachrichten fen an Beckmanns seltsam verwandeltes Akrobatenerlebnis oder an Otto Nüdels Gauklerromantik, an die lebendige Beziehung und Blutsverwandtschaft von Kunst, Artistik und an die Vorliebe der Dichter für Zauberer und Clowns, für den Menschen im Tier, für Gala und Trikot. Jm vorliegenden Fall ist die letzte Rentenfürzung nicht zulässig und muß rüdgängig gemacht werden. Zahlbar bleibt in diesem Falle die Invalidenrente in Höhe von 25,- RM. Es wird im besonderen bemerkt, daß die Kürzung nur auf Grund eines Antrags rüdgängig gemacht werden kann. Aus Rab und Fern. Nah Scheuern brennen nieder. Diese unaufhörliche Handlung, diese höchste Spannung mit glücklichem Ausgang, dieses Theater der Kraft, des Gleichgewichtes, der körperlichen Geschicklichkeit und des persönlichen Mutes, ist eine Schule vieler Künste. Denn es ist ja nicht nur die artistische Bravourleistung, sondern ihre Schönheit, die entzüdt, wie etwa das Bänderschwingen der Chinesen, die adlige Hohe Schule, die Zopffahrt oder das Emporsteigen auf in den Zeltraum gespanntem Seil. Auch beim Zirkus gibt es Stilwandlungen. Es besteht wie bei der Bühne Neigung zur symphonischen Regie. Die Individualität opfert sich dem Kollektivspiel und bringt so oft eine Steigerung der ästhetischen Wirkung, aber auch eine kleine Verbilligung der Einzelleistung mit sich. Die früher fast umständliche tänzerische Zeremonie bei Vorstellung der Akteure zu Beginn ihrer Nummer hat schon an Stil und Anmut eingebüßt. Ballettartige Zwischenspiele als kleine Zugeständnis an das neue Publikum vergißt man willig zum Beispiel über der vollendeten Grandezza etwa des Direktors Straßburger im Umgang mit seinen Freiheitspferden oder bei seiner prachtvollen Hohen Schule. Heuchelheim. Ein Schadenfeuer vernichtete am Dienstag hier zwei gefüllte Scheuern der Landwirte Ad. Reuschling 2. und Ludwig Rinn, letzterer ist ,, Kronenwirt" in Krofdorf. Das Feuer griff, durch die Heu- und Strohvorräte genährt, rasch um sich, und gefährdete das Spritzenhaus und die anliegenden Wohnhäuser. Beide Scheunen mit Nebengebäuden brannten bis auf die Grundmauern nieder, das Vieh konnte gerettet wer= den. Dem rasch und tatkräftigen Eingreifen der Heuchelheimer Die Welt als Kurzweil, das ist das Gleichnis, das uns der Zirfus lehnt. Die Menschen, die, mit den Augen blinzelnd, wieder auf die Straße treten, sind ein wenig nachdenklich. Es mag ihnen durch den Kopf gehen, daß der Zirkus eine größere Spannweite hat als Kino und Theater. Zirkus läßt nirgends Fühlen, daß der Schein mit unserem Empfinden nur sein Spiel Es ist wahrhaftigstes, grausamstes und doch unendtreibt. lich befreiendes Leben. Und gerade in den Tagen der Sachlichkeit und der dokumentarischen Kunst müßte seine Auferstehung kommen, allen jenen zum Trotz, die ihn längst für tot erklärten. Wehr gelang es vor dem Eintreffen der Kreismotorspritze aus Gießen den Brand zu löschen. Der Schaden wird auf etwa 12 bis 15 000 Mart geschätzt, der zum Teil durch Versicherung gedeckt sein soll. Bad Nauheim. Bis zum 1. September 1932 betrug der Gesamtbesuch 20 258 Gäste, darunter 3397 Ausländer. Anwesend waren an diesem Tage 2720 Gäste. Für die Deutsche Fußball- Meisterschaft 1933 wurden die Termine wie folgt festgesetzt: Vorrunde am 7. Mai, Zwischenrunde am 21. Mai, Vorschlußrunde am 28. Mai und Endspiel am 11. Juni 1933. Eine Olympia- Revanche im 100- Meter- Lauf soll anläßlich der Westfalen- Kampfspiele in Bochum am 11. September zwis schen den beiden amerikanischen Negern Tolan und Metcalfe sowie dem als Dritten placierten deutschen Meister Arthur Jo= nath stattfinden. Friedberg. Der 100 000- RM.- Gewinn der Preußisch- Süddeutschen Klassenlotterie, der nach Hessen siel, tommt im Kreise Friedberg zur Austeilung. An dem Gewinn sind durchweg Eleine Leute beteiligt, die den unverhofften Geldzuwachs sehr gut gebrauchen können. Auch ein Zeichen der Zeit. Drei Olympiafieger, und zwar der Pole Kusocinsky und die beiden Finnen Lehtinen und Jsohollo, gehen am 17. und 18. September in Warschau an den Start, wo sie den 5000- Meterund 10 000- Meter- Lauf bestreiten. Schotten. Kennzeichnend für die Not der Zeit ist eine Betanntmachung der Stadt Schotten mit folgendem Wortlaut: ,, Die Stadt warnt nochmals die Hausbesitzer, ortsfremde Personen und Familien, die nach Schotten ziehen wollen und nur der Gemeinde zur Last fallen, bei sich aufzunehmen. Die Hausbesitzer machen wir für alle daraus entstehenden nachteiligen Folgen verantwortlich." Bezugspr Redaktionsfchl endung nicht 44. Jal Die Einla am tommende Die Abgeordn als einzigen Der Reichsreg reit erflärt, a tag zu halten. Der Reich Ded am Donn nodh am felbe minifter zum Am Mitt Susprache zw planes hauptb reben Berjön 3wijchen d eriums und d lungnahme ita Werkjahres de Die Berö deutiche Denti Grundlinien a Serton, der amerikanische Olympiasieger im Kugelstoßen, verbesserte in seiner Heimatstadt New York den Weltrekord im Kugelstoßen abermals auf 16,16 Meter. Der Deutsche Fußball- Buns verhandelt mit Desterreich über das Zustandekommen eines neuen Länderkampfes. In New Yort eingetroffen sind die beiden deutschen Boxer Adolf Heuser und Max Schmeling. Schmeling fämpft im September gegen Walker, während Heuser um die Halbschwergewichts- Weltmeisterschaft demnächst auf den Titelhalter Rosen bloem trifft. Nur noch ein Bürgermeister in Worms? Worms. Am 1. September lief die Amtszeit von Bürgermeister Schulte, einem der vier Oberbeamten der Stadtverwaltung, ab. Bürgermeister Schulte gehört der SPD. an und wurde vor 10 Jahren zum Bürgermeister gewählt. Wie befannt wird, beabsichtigen die Nationalsozialisten im Stadtrat einen Antrag einzubringen, wonach die Zahl der vier Oberbeamten auf einen reduziert werden soll. Alles was Strassburger zeigt sind Spitzenleistungen GIESSEN urteilt Publikum u. Presse einmalig Warum also noch zögern? Oswaldsgarten Sichern Sie fich fofort Billetts - Heute Sonnabend und Sonntag je 3.30 und 8 Uhr 3.30 Uhr: 40 Pfg. bis 1,40 Mk. 8 Uhr: 80 Pfg. bis 2,80 Mk. Vorverkauf: Cigarrren- Loeb, Bahnhofstraße, Telefon 4196 und Circuskassen ab 10 Uhr vormittags, Telefon 2014 Kriegsbeschädigte, Kleinrentner und Erwerbslose zahlen gegen Ausweis zu allen Abendvorstellungen auf allen Sitzplätzen nur halbe Preise Haben Sie Strassburgers wertvolle Pferde- Ausstellung und seinen grossen Zoo besucht? Wenn nicht, dann sehen Sie sich unbedingt die 150 Pferde an, ferner die vielen Löwen, Tiger, Panther, Eis-, Braun, Kragen- und Waschbären, Präriewölfe, Hyänen, Kängeruhs, Paviane, Affenfamilien, Grisfüchse, Seelöwen, 10 indische Elefanten, Wasserbüffel, Zebus, Zebras, Guanacos, Lamas, Kamele, Dromedare, Ponys. Sie werden den Besuch bestimmt nicht bereuen! Die Tierschau ist täglich geöffnet und mit hochinteressanten Proben, Raubtierfütterung, Promenadenkonzert usw. verbunden. Erwachsene 50 Pfg., Erwerbslose und Kinder 25 Pfg. Sonnabend und Sonntag je von 10-1/ 3 Uhr, WESTFALIA WERKZEUG Co HAGEN LW 64 Liste grath allos billig Darlehn. an Rom. u. Staatsbeamte oh. Borschuß, jow. Angeb. f. Priv. u. Hypoth.- Darlehen. Kreditverwertung G. m. b. 5., Beim UCJ.- Kongreß in Rom wurden die Rad- Weltmeisterschaften für 1934 nach Deutschland vergeben, wo sie in Leipzig stattfinden. Neue Bücher. tgelegt wor Am 6. S Edilawien j Der Geid partei tritt a Montag aben Reichstages it politischen Lo Jm über wochabend Musterbetriebe Deutscher Wirtschaft. Band 25: Dr. Julius Mittel Schmitt, Die Großgaserei", Großgaserei deutschland Aktien- Gesellschaft Magdeburg Rothensee. Preis 2,20 KM. Verlag J. J. Arnd, Leipzig C 1, Salomonstraße 10. Der Laie weiß im allgemeinen wenig von der Gaserzeugung und der Gasverteilung. Es ist zu begrüßen, daß in der bekannten Schriftenreihe ,, Musterbetriebe deutscher Wirtschaft" ein Bänd chen über die Großgaserei Mitteldeutschland erschienen ist. Das lebendig und faßlich geschriebene Buch geht inhaltlich über dent Rahmen der bloßen Betriebsbeschreibung hinaus. Der technisch Interessierte wird gern verweilen bei der sorgfältigen Beschrei- um Ausdruc bung der technischen Vorgänge der Rofsaufbereitung und GasFür den Verkauf eines chines. Marken- Tees an Drogen-, Kolonialwaren und FeinkostGeschäften wird ein ertreter erzeugung. Neue Hauswirtschaft. Herausgegeben von Dr. Erna Meyer, München. Wir möchten unseren Leserinnen, falls sie die Zeitschrift noch nicht kennen, dringend empfehlen, sich eine Probe nummer von K. Thienemanns Verlag, Stuttgart, Blumenstraße 36, fostenlos kommen zu lassen. Wie man früher auf die Berge stieg. Mit einer Reihe interessanter Bilder berichtet das neue Heft der„ Gartenlaube vom Alpinismus früherer Jahrhunderte. Außerdem Mode, Ratschläge für die Hausfrau und Roman. von leistungsfähigem Importgesch. gesucht. Ang. mit Referenzen unter G. 3139 an die Köln, Dasselstr. 51. Geschäftsstelle erbeten Vermittler gesucht. Jng Flugzeugbau/ Fllegerngenieur- chule/ Paplertechnik Schule Elg. Lehrwerkstätten Maschinenbau/ Elektro- Weimar technik/ Automobilbau Prospekt anfordern Elli Beinhorns Flugtagebuch. Die bekannte Fliegerin hat nach selbstlosem Verzicht auf eigene Teilnahme den großen Eu ropa- Flug als Berichterstatterin mitgemacht. Die neue ,, Woche" veröffentlicht jetzt ihre Plauderei darüber. Kleine Erlebnisse auf der großen Funkausstellung. Unter diesem Titel zeigt der Karikaturist Olaf Joersen seine Erleb nisse auf der Berliner Funkausstellung in der neuen Nummer ( Nr. 36) der Münchner Jllustrierten. Die Herbstmode von 1932 charakterisiert reiche Pelzgarnit rung, reizvolle Unregelmäßigkeit der Formen und aparte Far benfreudigkeit. Die neue Nummer der„, Eleganten Welt" zeigt eine Anzahl Herbstmodelle in künstlerischen Aufnahmen und aus drucksvollen Zeichnungen. Loba Woufs Loba Buize! Sie fahren gut damit Loba foilt so lange, gibt aus und ist deshalb empfohlen vom Reichwerband deutscher Hausfrauenvereine. Verantwortlich: Paul Christian Klein in Gießen. Union ist und bleibt unübertroffen! AniversalReichssteuer- Kajjebud mehrfach gesetzlich geschützt- Albin Klein Gießen in Berlin i Gegen die Re Der Pre terpräsident Aemtern mit lang nicht im Der auf n uchungsaus g von Vorw och jeine erit Unter Füh itlerjugend s Bewegung unt gung Deutschlan Jm Zujamm Wigen Anjchläge Nationalfozialist Balera, de Solterbund Fereng teilnehme nannt werden stellen hat. Die polnisch Sauernitreit an Streit fort thensmitteln dwirtschaftlic Schwere H GPU. und girt von Jwa unger zur Ver eile die Lager Die spanische zur Agrarr Be Legt des mt es, daß Spanien en Die bolivian eim Chacogeb griffen. Die p ritand. Die R Bolivien a hl der Krieg Wie die Ti efischen Kaufl at, in dem ein irt und bie Bund teine ja Eine Korru Berliner Bri ede jegt in b Angestellte hat 80 Angestellt Die Rote F verer Bejchimp Rigsregierung then.