Nr. 99 tlich in den Städten tein und jede Gruppe igiösen oder geselligen Weihnachtsfeier ein. Es mn und namentlich die ter empfindlich leidet. gt notwendigen Zurüd edet werden. In einer jezt wieder ein Auf Der religioje, ernite Ulften deutschen Festes en und auf die Stuje ire wünschenswert, do entsprochen wurde. Jebe gleich welcher Art ausfallen. arten. beit im Garten gedacht hat? it einem Leimring per 1 neuen Erntejahr Ihre üssen von Zeit zu Zeil ige Ungeziefer und hält sträucher gesorgt? Sie nd die Rostkrankheit be die Sträucher belaubt 5. Jetzt ist die Bekämp zuführen. Hatten Ihre en, dann sollten Sie fie deren guten Sprizmittel e reiche Gabe Kalt und grünen" im Garten ge en Wurzelballen in der mmer die Ursache, wenn nzen zu beklagen haber rt werden. Das geschieh nander, wenn man nid flanzenstelle legen fanm Dung oder Torfmull auj mals wieder einen Nade ebeln gepflanzt? Es it ten der teuren Zwiebeln st man jede Zwiebel in pe und auch keine Maus He soll mit einer Schit Frostes geschützt werden. her. s steht die neueste Ram e"( Nr. 52). Ein schönes, in der Frauenkirche er den Weihnachtsbaum te Bilderseite schildert das verschneiten Almhütte. ancher wird in der heuti mden, aber die anderen, di ahrt haben und trotz allen eue Jahr gehen, wird es 26 der ,, Eleganten Welt man im intimen, tleinen estaltet. zt. Die Familie jetzt fid Der letzten Jahre veralter ihrer großen Weihnachts t der neue Roman, der jo ginnt. Der Inhalt dieser reichhaltig. Heft Nr. 6 um Beispiel: Vormittags me, Mäntel usw., Artite en" ,,, Moderne Frisuren Ihrem Buchhändler ode traße 50. esen Sie die neue Garten ung und gute Ratschläg Pfg. an Klein in Gießen chen Behörden wie ZEIGEN ZEIGEN KARTEN SEN Gießener Zeitung ( Gießener Tageblatt) Erscheint Mittwochs und Samstags. Bezugspreis 2,40 M vierteljährlich frei ins Haus. Redaktionsschluß früh 8 Uhr. Für Aufbewahrung oder Rüdsendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. 44 Jahrg. - Zum Jahreswechsel! Drud und Verlag von Albin Klein in Gießen Geschäftsstelle: Gießen, Südanlage 21. Fernsprecher Nr. 2525 und 2526. Bostichedtonto Nr. 69 530 Amt Frankfurt a. M. Donnerstag, den 31. Dezember 1931 Das Jahr 1931 geht seinem Ende zu ein Jahr, das uns als Gesamtheit, als Nation und Volt noch tiefer in den Strudel der verworrenen Zeiten gezogen hat. Wenn wir daher in der Geburtsstunde des neuen Jahres uns allen etwas erbitten, so sei es der glühende Wunsch, daß dem deutschen Volke in seiner Gesamtheit in 1932 bessere politische und wirtschaftliche Verhältnisse beschieden sein mögen dann geht es auch jedem Einzelnen besser! In diesem Sinne: Ein glückliches neues Jahr! Politische Rundschau. Die Reichsregierung ist nach wie vor gegen jede Verzöge rung der Abrüstungskonferenz. Der Reichskommissar für Preisüberwachung hat für die jenigen Gegenstände und Leistungen zur Befriedigung des täglichen Bedarfs, deren Preisgestaltung zentral taum beeinflußt werden lann, die ihm zustehenden Befugnisse auf die obersten Landesbehörden übertragen. Das Reichswirtschaftsministerium warnt vor Versuchen aus: ländischer Firmen, ihre deutschen Lieferanten zu veranlassen, für gelieferte Waren deutsche Wertpapiere in Zahlung zu nehDas ist nach Ansicht der zuständigen Stellen eine Umgehung der Devisenbestimmungen. men. Der Gesetzgebungsausschuß des Hessischen Landtages trat gestern zusammen, um entsprechend dem Beschluß der letzten Plenarsizung als ,, Untersuchungsausschuß" zu fungieren. Der Verwaltungsrat der Reichspost hat beschlossen, die Gebühr für Fernbriefe bis 20 Gramm von 15 auf 12 Pfennig, für Briefe von 20-250 Gramm von 30 auf 25 Pfg. und für Fern poftfarten von 8 auf 6 Pfennig herabzusetzen. Ueber die französisch- englischen Verhandlungen, mit denen die internationale Konferenz vorbereitet werden soll, schweigt man sich in Paris aus. Die Blätter sind einmütig der Auffassung, daß die Zusammenkunft Macdonalds mit Laval bereits in der ersten Januar woche stattfinden könne, Der ehemalige amerikanische Unterstaatssekretär Norman Davis ist vom Präsidenten Hoover zum Mitglied der amerikanischen Abordnung für die Abrüstungskonferenz ernannt worden. In der Bayerischen Volkspartei- Korrespondenz wird gegen die Pläne der Reichsregierung auf Verreichlichung der Wasserstraßen Stellung genommen und der schärfste Widerspruch Bayerns angekündigt. Den Kreisverwaltungen des Saargebiets ist mitgeteilt worden, daß die Wahlen zum Landesrat für Mitte März 1932 vor: gesehen sind. In den letzten Tagen wurden in Beuthen, Rotittnig und Hindenburg 12 Kommunisten wegen dringenden Verdachts hochverräterischer Bestrebungen von der Polizei festgenommen. Der Niebüller Zahnarzt Dr. Wenberg, der am vergangenen Sonntag von der Hamburger politischen Polizei verhaftet worden war, weil er von einem gemieteten Flugzeug Flugblätter abgeworfen hatte, ist wieder aus der Untersuchungshaft ent= lassen worden. Unweit des wichtigen Eisenbahntnotenpunttes Olmütz in Mähren wurden innerhalb weniger Stunden Anschläge gegen zwei internationale Schnellzüge verübt, die glücklicherweise ohne ernste Folgen geblieben sind. Der unter dem Verdacht der Spionage von den Polen im Korridorzug verhaftete Erich Bonjon aus Königsberg ist wieder freigelassen worden. Wie das Wirtschaftsblatt„ Gazeta Handlowa" meldet, beabsichtigt die polnische Regierung, in den nächsten Tagen die Liste ihrer Einfuhrverbote bedeutend zu erweitern. Das belgische Ministerium der Nationalen Verteidigung hat bei einer ausländischen Firma acht FlugzeugabwehrGeschütze bestellt. Diese Bestellung bedeutet den Anjang des Ausbaues der belgischen Luftabwehr. Die französischen Kammerwahlen werden voraussichtlich am 17. April für den ersten Wahlgang und am 24. April für den zweiten Wahlgang stattfinden. Während der Wahlen in Syrien ist es zu schweren Unruhen gekommen, wobei 38 Personen getötet und 600 verlegt worden sein sollen. Das rumänische Finanzministerium dementiert entschieden die Meldung über ein eventuelles Moratorium für die aus: wärtige Schuld. Der Vormarsch der Japaner in der Mandschurei ist bisher trotz des Rückzuges der Chinesen nicht eingestellt worden. Im Februar und März sollen auf der Höhe von Hawai und an der falifornischen Küste amerikanische Manöver stattfinden, an denen sämtliche Seestreitkräfte der Vereinigten Staaten in Berbindung mit dem Landheer teilnehmen werden. Nach amtlichen englischen Meldungen sind bei dem Versuch von Eingeborenen( jogenannten Rothemden), in das bridenn Verlag und Schriftleitung. fische Militärquartier von Kohat( Nordwestprovinz an der afghanischen Grenze) einzudringen, zehn Rothemden getötet und 20 verwundet worden. Das Internationale Komitee der Bergarbeiter beruft für Ende März 1932 einen internationalen Kongreß der Bergarbeiter der europäischen Länder ein. Als Tagungsort ist Aachen oder Saarbrüden in Aussicht genommen. Auch Siemens& Halste sehen sich gezwungen, in den nächsten Tagen weitere 1000 Arbeiter zu entlassen. Von dem gleichen Werk find bereits 2000 Arbeiter abgebaut worden. In Berlin ist der aus Frankfurt stammende stellv. Borsigende des Aufsichtsrats der Deutschen Bant und Diskontogesellschaft, Arthur von Gewinner, gestorben. Der frühere Landeshauptmann von Deutsch- Südwestafrika, Major a. D. Kurt v. Francois, ist am Montag in Königswusterhausen im Alter von 79 Jahren gestorben. Es ist gelungen, die neun Mann der Besagung und fünf Passagiere des finnischen Dampfers„ Orion", der bei Helsingfors strandete, in Sicherheit zu bringen. ,, Graf Zeppelin" wird im tommenden Jahre zum ersten Male eine Serie von fahrplanmäßigen Flügen nach Südamerita durchführen. Der frühere deutsche Ozeanriese„ Vaterland", jetzt ,, Leviathan", der auf Grund des Versailler Diktates an Amerika ausgeliefert werden mußte, ist jetzt von den United States Lines worden. auf unbestimmte Zeit außer Dienst gestellt Der Dampfer hat 54 000 Tonnen und ist das zweitgrößte Schiff der Welt. Nach Mitteilung des Statistischen Reichsamts ergibt sich, allen Hauptdaß sich der Anbau von Wintergetreide bei getreidearten im Vergleich zum Vorjahr vergrößert hat. Nach den neuesten Untersuchungen gibt es allein in den Städten New York und Chikago 1,4 Million Arbeitslose. Der New Yorker Oberbürgermeister Jimmy Walker hat zu Weihnachten 200 Berliner Kinder, die ihm seinerzeit Lieder oorsangen, mit je einer funkelnagelneuen Dollarnote bedacht. Die Koalitionsversuche in Hessen. Von Zentrumsfeite wird der Oeffentlichkeit u. a. mitgeteilt: ,, Auf die Antwort des Zentrums an die NSDAP.( zur Frage der Regierungsbildung in Hessen) ist noch keine offizielle Rüdantwort erfolgt. Dafür bringt aber der Sessenkammer" zwei Artikel, die man vielleicht beide als eine Umschreibung der noch zu erwartenden offiziellen Aeußerung ansehen darf. Beide stempeln die Zentrumsantwort auf eine Ablehnung um. Ueberfüllte Kirchen in der Sowjetunion. Moskau. In der ganzen Sowjetunion wurde während der Weihnachtsfeiertage, wie an geuöhnlichen Wochentagen, gearbeitet. Trotz der starken Gottlosenpropaganda waren die Kirchen in allen Teilen des Landes, auch in Moskau und Leningrad, überfüllt. 4. Notverordnung und Lebensmittelpreise. Der Edeka- Verband schreibt uns: Es sei nachdrüdlichst darauf hingewiesen, daß sich eine weitere Preissentung für nicht preisgebundene Kolonialwaren und Le= bensmittel aus der Notverordnung nicht ergibt. Die Notverordnung schreibt jedoch auch eine Sentung für Markenartikel vor. Hier ist mit 10 Prozent zu rechnen. Trostlose Finanzlage Dortmunds. Dortmund, 30. Dez. Die durch die schlechte Wirtschaftslage und die erhöhten Wohlfahrtsausgaben in den finanziellen Ver hältnissen der Stadt Dortmund eingetretenen mißlichen Kassenverhältnisse zwingen die Stadtverwaltung dazu, am 1. Januar 1932 nur ein Sechstel des Gehalts für die Angestellten und Beamten zu zahlen. Hanomag fündigt der Gesamt- Belegschaft. Die Hannoversche Maschinenbau A.-G.( Hanomag), Hannover, hat ihre Belegschaft, die noch 1300 Mann beträgt, zum 24. Dezember vorläufig entlassen. Den 600 Angestellten ist schon ein Monat vorher zum 31. Dezember gekündigt worden. ( Neueste Nachrichten) Anzeigenpreise: die 30 mm breite Petitzeile auswärts 24 Pfg.. lokal 12 Pfg., die 90 mm breite Reklame- Petitzeile 96 Pfg. Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Bei Wiederholung Rabatt. Für Bollklischee- Anzeigen außerdem besondere Ermäßigung Nummer 100 Silvester- Gedanken 1931. Bilder aus Zeiten deutscher Not. Millionen unserer Volksgenossen sind arbeitslos! Abgebaut" sind Hunderttausende im Dienst ihrer einst blühenden Unternehmungen ergraute Beamten, Gehälter und RuhestandsBezüge sind start gekürzt, Rot und Sorge wohnen in jedem Haus, in jeder Hütte, in Dorf und Stadt. Keiner bleibt von dieser allgemeinen Verelendung verschont! In den Schlössern und Burgen geht das Elend um, die Rentkammern wissen nicht mehr wie sie die ohnehin in nie ge= ahntem Ausmaße verminderten Gehälter der Beamten zahlen, die Steuern entrichten sollen; der einst reiche Kaufmann sieht den letzten Rest seines Vermögens schwinden, der Bauer bangt um das letzte Vieh in seinen Ställen, der fleißige Arbeiter ringt verzweifelt die Hände: aller Wille zur Arbeit hilft nichts, denn es fehlt die Gelegenheit zur Arbeit! Not in unserem ganzen lieben deutschen Vaterland! Wilhelm Raabe hat einst gesungen: Legt in die Hand das Schicksal Dir den Kranz, So mußt die schönste Pracht Du selbst zerpflüden, Zerstören wirst Du selbst des Lebens Glanz, Und weinen über den zerstreuten Stüden! Hat er in die Zukunft geschaut? Hat er die Folgen des November- Verbrechens vom Jahre 1918 vorausgesehen? Nur die Geschichte unseres Volfes vermag uns Trost und Hoffnung für eine bessere Zukunft zu geben! Das Deutsche Reich, das Bismart gründete, ist zur Episode geworden, eine Unterbrechung der Entwidlungsreihe, die vor fiebenhundert Jahren begann und in der die Zahlen 1648 und 1815 die großen Marksteine sind, denen sich 1918 würdig anreiht! Wir alle wissen daß Deutschland noch nie so tief am Boden lag, wie heute! Wir möchten verzweifeln und das Todesurteil der Geschichte hinnehmen. gewogen und zu leicht befunden! Aber es ist nicht nur das innerste Gefühl, der Wille zum Leben, was sich gegen diese Einsicht sträubt, es ist wie schon gesagt die Kenntnis unserer Geschichte, die uns ein Recht gibt, gegen das vorschnelle Urteil des Tages Berufung einzulegen. Mehr als einmal schon hat es nach menschlichem Ermessen ausgesehen, als wäre alle Hoffnung umsonst! Denten wir an 1648, an 1807! Und immer wieder hat das deutsche Volt mit seiner zähen Lebenstraft und ehernen Tüchtigkeit sich erhoben und her= ausgearbeitet zu besserem Lose! Sollte diese Kraft heute ge= schwunden sein? In dichterischer Worahnung hat des großen Reichsfreiherrn vom Stein treuer Gefährte in Acht und Not, in Kampf und Sieg, unser am Weihnachtstage 1769 geborener Ernst Morig Arndt, einst unserem Volte zugerufen: ,, Es ist der Glaube der Edleren und Besseren, der die Erde in den Himmel erhebt und den Menschen und das Volk durch die allmächtige Jdee zu jeder kühnsten Tat und tapfersten Tugend träftigt und ermutigt! Denn, wenn ihr glaubet, und bekennet, daß die Deutschen immer fromme, freie, tapfere und gerechte Männer sein sollen so wird der Glaube die neue Zeit gebären, und unsere Enkel und Urenkel werden diejenigen als ihre Retter und Erhalter segnen, welche auch in den dunkelsten Tagen nicht verzweifelt haben, daß eine deutsche Morgenröte wieder aufgehen würde. Und wir haben nun die Morgenröte gesehen und wollten in den Nebeln der Frühe verzweifeln, daß die Sonne nicht durchdringen werde?" Wahrlich! Wir wollen, wir dürfen nicht verzweifeln! Auch von uns soll es einst heißen, daß ,, unsere Entel und Urenkel diejenigen als ihre Retter und Erhalter segnen werden, die auch in den dunkelsten Tagen nicht daran gezweifelt haben, daß eine deutsche Morgenröte wieder aufgehen werde!" Wir stehen an der Schwelle des Jahres 1932! Vor dreihundert Jahren war das schicksalsschwere, das ,, e iserne Jahr" des großen Krieges, der dreißig Jahre lang unser damals blühendes Vaterland verheert hat! Am 30. April 1632 schieden der alte Tilly, der Sieger in 36 Schlachten, am 6. November 1632 der tapfere Schweden- König Gustav Adolf von dieser Erde: beide starben den Soldatentod, beide den Tod für ihren Glauben, für ihre Ueberzeugung. Und noch volle sechzehn Jahre nach ihrem Tode hat dieser verzweifelte Bürgerkrieg, dieser Glaubenstrieg, weitergewütet, der unser deutsches Vaterland im weiteren Verlaufe zum Kriegsschauplatz der Machtkämpfe fremder Völker machte! Bei Kriegsausbruch im Jahre 1618 galt Deutschland für ein reiches Land; in den vorhergehenden Friedensjahren waren Bürger und Bauern zu einem zufriedenstellenden Wohlstande gelangt. Durch diesen unseligen Dreißigjährigen Krieg wurde Deutschland gegenüber den glücklicheren Nachbarn, den Franzosen, den Niederländern und Engländern um zweihundert Jahre zurückgeworfen! Im ganzen war, wenn man verschiedene Zeiten miteinander vergleichen darf, die landwirtschaftliche Kultur um 1618 nicht geringer als etwa um 1818! Entsetzlich sind die Bilder, die uns die Zeitgenossen aus jenen Tagen geben! Hören wir den Pfarrer Plebanus( Völker) zu Miehlen in Nassau, dessen Aufzeichnungen( Diarium) im Staatsarchiv zu Wiesbaden aufbewahrt werden: ,, Den 26. Februar 1636 bin ich auf Endlich- Hofen gekommen, darinnen nicht ein lebendiger Mensch mehr gewesen, allein zwei starke Hunde angetroffen, welche mich gräßlich angesehen, worüber ich mir die Gedanten machte, es werden tote Menschen in diesem Hause liegen. Bin hinein, doch mit Furcht ge= gangen, da ich gleich unten im Haus einen Menschen, dem der Sals, Achseln und Arme abgefressen waren, gefunden. Hat man nicht erkennen tönnen, weil gänzlich zerfressen, auch der Kopf nicht zu finden, ob es ein Mann oder eine Weibs= person gewesen. In der Stube etliche Bücher auf der Erde und alte Kleider und Lumpen gefunden, desgleichen Beine und Knochen von Kindern. Und sollen in diesem Haus drei Kinder von den Hunden gefressen worden sein. Sind in diesem Dörflein acht Menschen von den Hunden in ihr bestialisch Gedärm begraben worden. Einen Hund hat die Küh- Hirtin zu Ruppertshofen geschlachtet und gefressen! Herr Adam Ebelius, ein sehr freundlicher Mann und guter beliebter Nachbar und Prediger zu Ruppertshojen hat neben anderen Kindern ein Söhnchen von vier Jahren hinterlassen, das wegen seiner schönen Gestalt dem frommen Vater sehr lieb und angenehm und gleichsam sein Benjamin war; das ist am letzten mit der Magd gestorben und von den Hunden, weils von Riemand hat begraben werden können, aufgefressen worden. Mutter und Kin Donnerstag, Donnerstag, den 31. Dezember 1931. der fressen den Vater! Herr Oberstwachtmeister und Kommandant auf Rheinfels, Junter Görg Philipps von Bused, hat durch einen Soldaten für gewiß erfahren, daß die obenbenannte Kuhhirtin zu Ruppertshofen von ihrem toten Manne gerissen und geschnitten, solches gefocht und mit ihren Kindern verzehrt. Auch hat sie ihrer Mutter einen Schenkel abgeschnitten, gewaschen, gefocht, desgleichen den Kopf gesotten, aufgethan und verzehrt!" Ein entsetzliches Bild moralischer Verkommenheit, ein Ausschnitt aus dem furchtbaren Gemälde des Dreißigjährigen Krieges! Die ganze Grausamkeit, die die Menschen offenbarten, hat ein Zeitgenosse in die Worte gekleidet: Unsere Nachkommenschaft wird sich nicht überzeugen können, daß in Gestalt von Menschen Geschöpfe auf dem Erdboden vorhanden gewesen, die alles Menschengefühl ausgezogen und Ta= fen verübt haben, dergleichen in den ältesten und rohesten Zeiten nicht verübt wurden und wahrscheinlich, solange die Welt steht, nicht wieder erlebt werden!" Und zweihundert Jahre später 1807 in der Franzojen- Zeit, welches Elend! In dem unglücklichen Ost- Preußen lagen weite Landstriche wie ausgestorben, ganze Dorfschaften an der Passarge waren verschwunden; die Prediger mahnten von der Kanzel: mer da wolle, möge auch am Sonntag ernten, daß nur das Korn auf dem Halm nicht verderbe! Damals schrieb der Reichsfreiherr vom Stein an seine Gemahlin: ,, Die Leiden dieses Landes jind unerträglich und die Zahl der erdrückten und verarmten Familien nimmt täglich zu; Grund= eigentümer, Geldvermögende, Pensionierte, alles wird durch die Kriegssteuern, Einquartierungen, Fronden usw. erdrückt, und die Folgen sind nicht vorherzusehen. Alles häusliche und öffentliche Glüd wird zerstört ,, Gießener Zeitung" fast aufgehoben. Die Fabriken stehen still, der Umlauf des Geldes stockt, die Zahl der Banterotte wird übergroß, auch die Bedürfnisse des täglichen Lebens werden unerschwinglich. Die Menge der Armen wächst zum Erschrecken, faum vermögen die großen Städte die Scharen der Hungernden, welche die Straßen durchziehn, zu bändigen. Aber die sechs Jahre der Not härteten die Charaktere der Menschen! Genau neun Jahre nach der Katastrophe von Jena und Auerstädt am 14. Oftober 1815 trifft Napoleon I. vor Sanft Helena ein! Die Freiheitskriege hatten ihren siegreichen Abschluß gefunden! Unerschwinglich waren die Kontributionen; die französische Armee wurde über das Land verteilt, in Schlesien und in der Mark wurden Offiziere und Soldaten dem Bürger ins Haus gelegt. Sie sollen gefüttert und vergnügt werden! Prinz Je rome Napoleon hat sein Hauptquartier in Breslau und hält dort seinen üppigen Fürstenhof; noch zu Ende des vorigen Jahrhunderts erzählte dort das Volt, wie ausschweifend er gelebt und wie er sich täglich in einem Faß Wein gebadet! In Berlin spannt der General- Intendant Laru seine Forderungen von Tag zu Tag höher. Er erklärt, auch die demütigendsten Bestimmungen des Tilsiter Friedens seien noch zu gut für Preußen und verändert und deutet höhnend die Paragraphen des Schmachfriedens nach seiner Sieger- Laune und seiner Willkür! Durch die Kontinental- Sperre wird Einfuhr und Ausfuhr Und 56 Jahre später kam der Tag, an welchem dem deutschen Volke alles wiedergegeben wurde und mehr, als es einſt besaß. Einheit und Größe, Glück und Ansehen, die so lange perloren, hat es wiedergefunden im Zeichen einer neuen Kaiserfrone. Es hat sie nicht zu halten verstanden und hat sie zum zweiten Male verloren. Sollen wir darum verzweifeln? Nie und nimmer mehr! Nur wer sich selbst aufgibt, als Mensch oder als Volk, ist verloren! Ich schließe mit den Worten, die einer der besten und patriotischsten Historiker unserer Tage der Tübinger Professor Johannes Haller uns allen im Geiste Ernst Moritz Arndts zugerufen hat: Nr. 100 ab. Je kapitalarmer ein Land ist, desto geringer ist die in ihm mögliche Gesamtlohnsumme, desto niedriger auch die auf den Einzelnen entfallende Lohnauote. Nur mit einem niedrigen Lohnund Preisniveau kann ein kapitalarmes Land bestehen und zu Wohlstand kommen. Ein solches Land muß vor allem auf Rapitalneubildung bedacht sein; mit ihr hebt sich das Lohnniveau von selbst. Schraubt man aber, wie es bei uns in völliger Verfennung unserer Lage geschehen ist, das Lohnnievean mit Gewalt über die kapitalmäßig mögliche Grenze hinauf, dann führt das zu Kapitalverzehr und Verdrängung von Arbeitskräften. Mit der Kapitalschrumpfung mindert sich die mögliche Gesamtlohn summe immer mehr, und einer immer kleiner werdenden Menge von überbezahlten Arbeitskräften steht eine immer mehr an schwellende Schar von Arbeitslosen gegenüber. Mar CohenNeuß hat recht: die Lohnerhöhungen sind auf Kosten der Arbeitslosen erfolgt. An uns ist es zu beweisen, daß die alte Kraft unseres Voltes noch nicht geschwunden ist, daß sie noch da ist, ungebrochen im innersten Mart und fähig, sich neu und start zu entfalten. Und wenn der Fall diesmal tiefer war als je früher, so hatten wir dafür auch nie so hoch gestanden. Warum sollten wir nicht auch dieses Mal an eine Auferstehung glauben dürfen? Noch einmal, wie vor hundert Jahren, mag es sich ereignen, daß große Taten und Erlebnisse, die zunächst umsonst geschehen erscheinen, mit der Zeit erst ihre Wirkung offenbaren! Wie damals die Erinne= rung an den Befreiungskrieg, so mag fünftig die Erinnerung an die Zeit Bismards und die kurze herrliche Glanz- Periode, die er heraufgeführt, zur Aussaat für die Zukunft werden, Von die reiche Früchte trägt, wenn die Zeit gekommen ist. uns selber wird es abhängen, daß dies geschehe! Thun wir unsere Pflicht, so haben wir auch ein Recht an unsere Zukunft zu glauben. Die Jahrhunderte unserer Geschichte selbst sind es, die dem, der auf ihre Stimme zu lauschen weiß, die Losung zurufen: ,, Wir heißen Euch hoffen!" Und darum trotz aller Not der Zeit: Mit Gott hinein ins neue Jahr 1932! Dr. Ludwig Roth. Rückblick und Ausblick. Betrachtungen des deutschen Handwerks an der Wende des Jahres. Die Lage des deutschen Handwerks im Jahre 1931 war sehr schlecht. Der Beschäftigungsgrad im Handwerk erreichte einen noch nie gekannten Tiefstand Alle Handwerkszweige waren zur Einschränkung ihrer Betriebe aczivungen, die zu groBen Gesellenentlassungen führte Zum Teil lag ein solcher Auf tragsmangel vor, daß niemand wußte, wie die Ausbildung der Lehrlinge vorgenommen werden sollte. Die übliche Frühjahrs belebung setzte verspätet ein Auch die von den Spißenverbänden des Handwerks veranstaltete Reichs- Handwerks- Woche, bei der es dank der rührigen Unterstützung der deutschen Presse gelang, die gesamte Deffentlichkeit in der dritten Märzwoche in eindringlicher Form auf das Handwerk hinzuweisen, vermochte bei der rückgängigen Konjunktur keine Belebung nach sich zu zieben. Ein schwerer Rückschlag trat wieder ein, als im Juli die große Krise von der Kreditseite her zum offenen Ausbruch fam. Sie hatte zur Folge, daß auch bereits erteilte Aufträge wieder zurückgezogen wurden. Die Ilmjätze gingen weiter zu Neue Aufträge wurden kaum noch erteilt. Inngseingang für ausgeführte Arbeiten stockte beträchtlich, was um so schwerer ins Gewicht fiel, als jeder Rückstand an Steuern mit empfindlichen Verzugszuschlägen geahndet wurde. So ging das Jahr zur Neige, ohne daß auch nur von der geringsten Besserung gesprochen werden konnte. Was dieser Stillstand, dieser Rückgang im Handwerk für die gesamte Volkswirtschaft bedeutet, maa daraus hervorgehen, daß noch vor zwei Jahren rund 1,65 Millionen Gesellen und Angestellte im Handwerk beschäftigt werden konnten, während beute diese Ziffer höch stens eine Million betragen dürfte. rücf. Die gewerkschaftliche Lohnpolitik hat völlig Fiasko ge= macht, Sankt Tarif hat sich als ein heimtückischer Gößze entpuppt, der mittellos die furchtbare Geißel der Arbeitslosigkeit über die Rücken der Arbeitnehmer schwingt. Viele Tausende von jungen Deutschen hat er damit in die Fremdenlegion getrie ben, wo sie Gesundheit und Leben im Dienst unserer Unterdrücker geopfert haben. Holland wird zurzeit von deutschen Arbeitskräften überschwemmt; die, wie die Zeitungen berichten, Arbeit zu jedem Lohn annehmen, zuweilen auch nur mit Wohnung und Verpflegung zufrieden sind. Auch in Deutschland bieten sich Arbeitslose an den Türen zu Arbeiten in Haus und Garten gegen ein Mittagessen oder alte Kleider und Schuhe an. In Krefeld haben 15 erwerbslose Gehilfen mit einem Unternehmer ein Friseurgeschäft eröffnet, in dem das Rasieren nicht, wie üblich, 20 bis 30 Pfg, sondern nur 10 Pfg. kostet, von denen der Unternehmer und die Gehilfen 5 Pfg. erhalten; sie haben also kurzentschlossen und mit gutem Erfolg dem Dienst von St. Tarif entsagt und sich auf eigene Faust die Beschäftigung ver schafft, die jener ihnen genommen hatte. fraglich. Schade, daß sich die letzte Notverordnung bei allem anzuerkennenden Mut nicht dazu anfraffen konnte, auch die so notwendige Reichs- und Verwaltungsreform in Angriff zu nehmen. Im Zeitalter des Fernsprechers und der Kraftwagen können wir uns bei dem vorliegenden Zwang zum Sparen beim besten Willen einen aufgeblähten Verwaltungsapparat nicht mehr leisten, den wir aus der ,, guten, alten Zeit" übernommen haben. Einer ähnlichen Keßerei begegnen wir bei der Rheinschifffahrt, an der sich bekanntlich der allmächtige Mode- Götze beson ders kraß versündigt hat. Er hat den deutschen Gesellschaften, die in schärfstem Wettbewerb mit den ausländischen stehen, durch rücksichtslose Lohnsteigerungen die Kosten so hoch getrieben, daß ihnen der Atem ausgegangen ist Noch heute sind die holländischen Löhne 33 Prozent niedriger als die deutschen. Unzählige deutsche Schiffe müssen infolgedessen unbenutzt in den Häfen liegen und die deutsche Flagge tritt immer mehr hinter den fremden zurück. Tausende von deutschen Schiffen sind dadurch zur Arbeitslosigkeit verurteilt. Alles zu Ehren von St. Tarif! Nun sind arbeitslose Schiffer an die Reedereien herangetreten und pachten von ihnen Schiffe, die sie jetzt auf eigene Rechnung als Partikulierschiffer außerhalb der Machtsphäre von St. Tarif fahren. Die letzte Notverordnung erstrebt ja auch noch eine allge meine Senkung des Preisniveaue. Ein neuer Reichskommissar sorgt für Leberwachung der Preise und kann deren Herabsetzung anordnen So sehr sich das Handwerk schon immer für einen aerechten Preisstand eingesetzt hat und so sebr es selbst bereit ist, nach Kräften an der Erreichung dieses Zieles mitzuwirken, so kann es doch nicht ganz die vorliegenden Bedenken von der Hand weisen. Es muß als ausgeschlossen bezeichnet werden, daß die Preise auf eine Mahnung von oben her in sich zusammenstürzen können. Der Zah Bestimmend für die Preisbildung auf die Dauer bleiben nur Angebote und Nachfrage. Eine wirksame Ermäßigung wird sich nur dann durchsetzen, wenn die wirtschaftlichen VorausZu einem solchen Zurückgehen segungen hierzu gegeben sind der Preise bedarf es aber weder obrigkeitlicher Weisung noch ge setzlicher Anordnung. Jedenfalls ist die in breitesten Volks: schichten anzutreffende Meinung, als ob in fürzester Frist mit einer Reichsmark das Doppelte gekauft werden könnte, nicht ge rechtfertigt. Einer solchen Auffassung muß entgegengetreten werden, denn die durch sie bedingte Kaufzurückhaltung ist be stimmt nicht geeignet, die wirtschaftliche Lage zu bessern und das Heer der Arbeitslosen einer regelmäßigen Beschäftigung wieder zuzuführen. Man halte daher nicht mit den notwendigen Ein käufen zurück Nur Auftragserteilung wird wieder Leben in die tote Wirtschaft bringen können. Die Löhne zeigten fallende Tendenz. Wenn auch die Be rechtigung, ja Notwendigkeit hierzu in manchen Gruppen durch aus nicht bestritten werden kann, so wäre es doch verkehrt, nun in einem ungehemmten Lohnabbau das einzige Mittel zur Besse rung unserer Notlage erblicken zu wollen Eine solche Auffassung verkennt die nachteiligen Folgen für den Binnenmarkt, an dem das Handwerk mit etwa einem Drittel des Umsatzes beteiligt ist. Eine gerechte Lösung dieser Frage dürfte in dem Ausgleich der sich widerstreitenden Meinungen liegen, wie denn auch das Handwerk als Ziel der Lohnpolitik weder ein zu hohes Auf alle Fälle muß noch ein zu niedriges Lohnniveau erstrebt in Wahrung berechtigter Interessen eine Einkommensverteilung erreicht werden, die auf der einen Seite Möglichkeiten zur Kapitalbildung bietet und auf der anderen Seite durch die den gezahl ten Löhnen innewohnende Kaufkraft eine angemessene Lebenshal tung für das gesamte Volk gewährleistet. Nur das kann das Ziel einer vernünftigen Lohnpolitik sein, bei der allerdings die Ab kehr von dem bisherigen Kampfgedanken nur zu sehr geboten bleibt. Solche Fälle, in denen Arbeitnehmer sich unter dem Druck der Arbeitslosigkeit von der Bevormundung der Gewerkschaften freimachen und ihr Schicksal selbst in die Hand nehmen, sollten die Gewerkschaften doch bedenklich machen. Beweisen sie doch klar, daß unter den Arbeitnehmern die Erkenntnis auf dem Wege ist, daß es nicht so weitergeht mit einer Lohnpolitik, sie nicht auf das wirkliche Wohl der Arbeitnehmer, sondern ein ſeitig auf die organisatorischen Bedürfnisse der Gewerkschaften zugeschnitten ist und die sich in ihrer bürokratischen Starrheit zu einer wahren Lohntyrannei auch gegenüber den Arbeitnehmern entwickelt hat. Wäre es nicht Zeit zum Einlenken? Glauben die Gewerkschaften wirklich, daß die Arbeitnehmer noch lange einen Gößen anbeten werden, der sie mit der Geißel der Arbeits: losigkeit züchtet. Spitama. Ein Rückblick auf das Jahr 1931 muß dieses für das Handwerk als das Jahr der unerfüllten Hoffnungen erkennen lassen. Die vom Handwerk seit langem erstrebte grundsägliche Wandlung der deutschen Wirtschaftspolitik konnte noch nicht erreicht werden. Für das Handwerk waren die letzten zwölf Jahre eine einzige Enttäuschung. Eine Besserung wird auch erst dann eintreten, wenn die Reichsregierung bei allen ihren Maßnahmen und bei der bislang beliebten zu weitgehenden Be rücksichtigung der Kollektivkräfte des Kapitals und der Arbeit der Wirtschaft den gerechten Ausgleich für alle Glieder wiederfindet. Auf gesetzgeberischem Gebiet stand das Jahr 1931 im Zeichen der Notverordnungen. Wir erinnern zunächst an die zweite Notverordnung zur Sicherung von Wirtschaft und Fi nanzen vom 6 Juni Nach dem ernsten Willen der Reichs regierung sollte sie der letzte Schritt" sein, um eine Wandlung zum Besseren einzuleiten Uber ach wie bald mußte sich die Reichsregierung von ihrem vergeblichen Bemühen überzeugen. Mit dem offenen Ausbruch der Krise im Juli setzte eine Hochflut von Notverordnungen ein, die Stückwerk sein und bleiben mußten, da sie sich an die eigentliche Lösung der Probleme nicht beramvagten. In dieser Hinsicht zeigt die vierte Notverordnung vom 8 Dezember einen gewissen grundsäglichen Wandel. Sie soll ja wohl nach dem letzten Schritt" den ,, endgültigen Schlußstrich" unter eine uns aufgezwungene Deflationspolitik ziehen. Im Interesse des Handwerks und der gesamten Wirt schaft wünschen wir ihr nur vollsten Erfolg. Allein, ob dieses Ziel erreicht werden kann, wenn man an Stelle der in der Wirtschaft bestehenden Bindungen staatlichen Zwang und be hördliche Reglementierung setzt, erscheint-um uns ganz vorsich tig auszudrücken zum mindesten im Augenblick noch sehr Der Göße mit der Geißel. ( Schluß) Schwarzarbeit unfallgefährlich. Als der Wie in die jegt in die Ewi so hebt sich neu Das alte len trüben Ta Bissen gab es mutlos und st ziehen lassen, niat vergejjen Das neu was es bringe die fich Deutsc bewußt ih Not der Stu Zwölf dur alte Jahr ift Ein Grundstückseigentümer hatte die Putz und Anstrichs arbeiten an seiner Hoffassade nicht einem Bauunternehmer, sondern einem Maurer übertragen, der sie zusammen mit seinem Bruder ausführte. Als Rüstzeug lieh der Maurer sich Leitern für ein Leiterfeld und stellte sie mit Hilfe eines zweiten Arbeiters, den er sich vom Arbeitsnachweis für einige Stunden bestellte, je nach Fortschreiten der Arbeiten um. Am Unfall tage sollte das Gerüst wieder umgebaut werden weite Arbeiter sich gegen 12 Uhr einfand, wurde das Gerüst noch gebraucht. Er ging daher mit dem Bruder des Maurers in ein: Gastwirtschaft, wo sie sich bis um 3 Uhr aufhielten, während der Maurer inzwischen die Anstricharbeiten fertig stellen wollte. Beide waren angetrunken, als sie zur Arbeitsstelle zurückkehrten. Der vom Arbeitsnachweis nachgewiesene Arbeiter ging sogleich das Treppenhaus hinauf, kletterte vom Flurfenster in der vierten Etage auf das Leitergerüst und bestieg dort eine bereits losgebundene 7 Meter lange Leiter bis zur letzten Sprosse, ohne den warnenden Zuruf eines unbeteiligten Augenzeugen zu beachten. Die völlig freistehende Leiter geriet ins Schwanken, der Verunglückte verlor den Halt und stürzte ab. Und doch ist nichts klarer als diese Abhängigkeit. Hören wir, was ein sozialdemokratisches Blatt in einem lichten Augen blick darüber zu sagen weiß. In einer Polemik gegen den frei willigen Arbeitsdienst wirft die Jugendbeilage Nr. 13/1931 der ..Schlesw. Holst. Volksztą." die Frage auf: ,, Wovon hängt der Umfang der Arbeitsmöglichkeiten ab?" und stellt dann fest, daß ,, der Umfang der Arbeitsmöglichkeiten einzig und allein davon abhängt, wieviel Kapital vorhanden ist, um Menschen in Arbeit zu setzen. Jede, auch die volkswirtschaftlich unnötigste Arbeit Fostet etwas. Zu jeder, auch zu zerstörender Arbeit, braucht man Kapital. Ein Unternehmer kann immer nur soviel Arbeitskräfte beschäftigen, wie er bezahlen kann.( Und das hängt fügen wir binzu natürlich von dem Marktpreis ab, den er erzielt.) Da bei ist es vollkommen gleichgültig, was er arbeiten läßt. Das Entscheidende ist allein der Umfang seines Kapitals! Das Gleiche gilt in der Volkswirtschaft als Ganzes. Die Arbeitsmöglich keiten vergrößern sich, wenn das Kapital sich vermehrt." Richtig! Und sie vermindern sich, wenn sich das Kapital vermindert. Mit anderen Worten: die Höhe der Lohnsumme, die eine Volkswirt schaft aufbringen kann, hängt von ihrem Reichtum an Kapital Dieser durch verschiedene Zeugenaussagen belegte Tat bestand ergibt, daß der Verunglückte seinen Tod in der Hauptsache selbst verschuldet hat. Darüber hinaus liegt aber die Schuld in der ganzen Art der Arbeitsausführung, die aufs neue die großen Gefahren der Statt die Arbeit einem Unternehmer Schwarzarbeit dartut. zu übertragen, der das erforderliche Rüstzeug zur Verfügung bat, fachkundige Arbeitskräfte stellt und die Arbeiten pflicht aemäß beaufsichtigt, nahm der Hauseigentümer einen Maurer an, der, um die Preise der Unternehmer unterbieten zu können, alles behelfsmäßig erledigte an Rüstzeug und Arbeitskräften sparte und die polizeilichen und berufsgenossenschaftlichen Vor schriften nicht beachtete Daß der Verunglückte bereits mit dem Abbruch des mangelhaften Gerüftes begann, während der Manrer weiten unten noch darauf arbeitete, war nur möglich, weil jede Leitung und Aufsicht fehlte Für eine geringe Verbil ligung der Arbeiten, die nicht zuletzt auf Nichtzahlung der Stenern und Sozialversicherungsbeiträge zurückzuführen ist, tourde so Leben und Gesundheit der Arbeiter leichtfertig aufs Spiel gefeßt. Leider wird ein großer Teil der Reparatur und Renovierungsarbeiten in Althäusern in dieser Weise ausgeführt. Es ist an der Zeit, daß die zuständigen Behörden sich der Befämpfung der im Baugewerbe immer mehr um sich greifenden Schwarzarbeit widmen! Das neue Sie achtet nich Menschenleid wieder zurüd Für den Talent Wir nicht. Aber len haben, if Arbeit steden stellen. Und die Für und tend machen gaben nicht jejte, eijerne endung So ist es Böller. In Immer wied in den Hint Und wa Nächsten, die die Binde v Das Jah halte feft a laz ehrliche und- das deinem Herr Zwölf d tönen lange fie zum Gut Ein Nei Da Als Wi Vor Uns Das Der Und Der EĞ Wi Wi Wi Gie Do Ob De De Wi Au Ei Du Er Bol Selbst flingt, beit fie angefül uns von di aufhörliche genoljen je trok äußer meine die verbunden Wünja Wünsche fü Wollens, 2 auch das L niffen zu I je weniger feiner Sta Das ist ein eigene Fle 3wedzujam wendigen Notwendig ein. Notm oder abwer niht minde noch andere dazu gehöre unjere fult verbände in eine schwie Schichten i fie einspare tionen durd widelten V Land haben man jagen, Gebiet zur wird dagege Vereinsmei folche Weije fich in den aus. Jene Bejpöttelun nicht Not. Die feinen vollen Gejel Bolt verant Nr. 100 ringer ist die in ibm er auch die auf den inem niedrigen Lobn and bestehen und zu vor allem auf Rapi das Lohnniveau von ms in völliger Ver nnieveau mit Gewalt auf, dann führt das Arbeitskräften. Mit mögliche Gesamtlobn er werdenden Menge ne immer mehr an über. Mar Cohen if Kosten der Arbeits at völlig Fiasko ge ntückischer Göße ent der Arbeitslosigkeit gt. Viele Taufende Fremdenlegion getris 1 unserer Unterdrüder on deutschen Arbeits ngen berichten, Arbeit ir mit Wohnung und Deutschland bieten fid in Haus und Garten und Schuhe an. In it einem Unternehmer Rasieren nicht, wie Pfg. kostet, von denen g. erhalten; sie haben dem Dienst von Et Die Beschäftigung ver -ir bei der Rheinschiff ige Mode Götze beson -utschen Gesellschaften, ländischen stehen, durch so hoch getrieben, daß heute sind die bolländi deutschen. Unzählig enutzt in den Häfen imer mehr hinter den Schiffen sind dadurch Ehren von St. Tarif Ceedereien herangetreten t auf eigene Rechnung Tachtsphäre von St. r sich unter dem Drud ng der Gewerkschaften Hand nehmen, sollten Den. Beweisen fie cod Erkenntnis auf dem t einer Lohnpolitik, bie eitnehmer, sondern ein se der Gewerkschaften kratischen Starrheit zu ber den Arbeitnehmern Ginlenken? Glauben rbeitnehmer noch lange der Geißel der Arbeits Spitama. Igefährlich. Die Pug und Anstrichs Bauunternehmer, zusammen mit feinem der Maurer sich Lei nit Hilfe eines zweiten Deis für einige Stunden ten um. Um Unfall ut werden Als der fand, wurde das Gerät Bruder des Maurers um 3 Uhr aufhielten, Anstricharbeiten fertig en, als sie zur Arbeits snachweis nachgewiefene s hinauf, kletterte vom das Leitergerüft und be Meter lange Leiter bis en Zuruf eines unbetei völlig freistehende Leiter te verlor den Halt und maussagen belegte Tat einen Tod in der Haupt Schuld in der ganzen. Art die großen Gefahren der rbeit einem Unternehmer Rüstzeug zur Verfügung und die Arbeiten pflicht gentümer einen Maurer er unterbieten zu Fönnen, zena und Arbeitskräften genoffenfchaftlichen Ver runglückte bereits mit dem ann, während der Man , war nur möglich, weil ür eine geringe Verbil auf Nichtzablung der räge zurückzuführen ist, Urbeiter leichtfertig aufs Teil der Reparatur und diefer Weise ausgeführt n Behörden sich der Be mehr um fich greifenden Donnerstag, den 31. Dezember 1931. Lokales. Zur Jahreswende! Wie in die Nacht die Sonne sintt, so taucht das alte Jahr jetzt in die Ewigkeit. Wie ein junger Tag im Osten aufsteigt so hebt sich neu ein Jahr aus dem ewigen Dunkel der Zeit. Das alte Jahr tragen wir zu Grabe. Mit seinen vielen trüben Tagen und seinen wenigen Freudenstunden. Karge Bissen gab es dem deutschen Volke und viele Tausend hat es mutlos und stumpf gemacht. Gern wollen wir das alte Jahr ziehen lassen, dorthin, wo die anderen ruhen, versunken, aber nicht vergessen. Das neue Jahr ist noch dicht verhüllt. Niemand weiß, was es bringen wird, ob Gutes oder noch Schlimmeres. Alle, die sich Deutsche nennen, müssen noch mehr im neuen Jahr bewußt ihre Pflicht erfüllen und im Handeln die Not der Stunde erkennen. Worte helfen nicht mehr. Zwölf dumpfe Schläge! alte Jahr ist zu Ende Glockenklang! Das Das neue Jahr hat begonnen. Die Zeit schreitet weiter. Sie achtet nicht der Not und hält nicht ein Unbefümmert um Menschenleid und Glüd tauchen die Jahre auf und sinken wieder zurüd ins unendliche Meer der Ewigkeit Für den Einzelnen wie für das ganze Volt ist die Zeit ein Talent Wir müssen mit ihm wirken, ob wir wollen oder nicht. Aber wie viele sind es, die am Anfang wohl den Willen haben, ihre Aufgabe zu erfüllen, die aber bald in ihrer Arbeit steden bleiben, wenn Schwierigkeiten sich ihr entgegen stellen. Und wieder andere kommen zu feinem Anfang, weil die Für und Wider und die vielen Wenn und Aber sie schwantend machen Sie bedenken nicht, daß der Anfang aller Aufgaben nicht die Tat selbst ist, sondern der Wille dazu; der feste, eiserne Wille und der Glaube an die Kraft und die Voll: endung. So ist es im Leben des Einzelnen und im Schaffen der Völker. In wie vielen Konferenzen saßen sie schon beisammen Immer wieder wurde das Heil der Gesamtheit aller Völker in den Hintergrund gedrängt. Und warum?- Weil die Liebe fehlte, die Liebe zum Nächsten, die Liebe zur Menschheit. Erwache Welt und nimm die Binde von deinen Augen! Das Jahr der Entscheidung hat begonnen. Deutsches Volk halte fest an deiner Mission; bleib treu deiner Väter Art, laz ehrliche Arbeit, Einigkeit und Nächstenliebe sich entfalten und das mahnt der Sonntagsschreiber sei standhaft zu deinem Herrgott, ohne den wird es keine Welt geben. Zwölf dumpje Schläge sind verklungen. Der Gloden Klänge tönen lange nach. Des Schicksals Würfel rollen weiter. Lent sie zum Guten, neues Jahr. Glück auf! Neujahr 1932! Von Wilhelm Reuter. Ein fernig Wort zum neuen Jahre, Neig her dein Ohr, mein Kamerad, Daß ich dies Wort dir offenbare Als Auftakt einer neuen Tat. Wir wollen teinem Schwätzer lauschen, Von wann er tommt und wer's auch sei, Uns gilt der deutschen Eichen Rauschen Das Wort gilt: Deutschland werde frei! Der Wille werde start wie Eisen. Und unser Können werde Stahl Denn einmal gilt es, zu beweisen, Wir trotzen dir, du düstre Qual. Wir wuchsen start in tausend Nöten Wir wurden fest in Gram und Tod, Sie können unsre Leiber töten Doch spricht der Geist ein Machtgebot. Ob deutscher Geist sein ahnend Schauen Der Welt in taube Ohren blies Der Geist wird Deutschland neu erbauen, Wie unsern Vätern er's verhieß. Auf Jena mußt ein Leipzig folgen. Ein Sedan auf die Duldsamkeit, Du gehst im Licht, mein Volk. mit solchen Erinnerungen großer Zeit Erfüllbare Wünsche. Volksbildung und Jugendpflege im neuen Jahr. Von Heinrich Hassinger, Darmstadt. Selbst heute noch, da der Zweifel in jeden Wunschsatz hineinflingt, besteht für die Tage um Neujahr herum das Vorrecht, daß sie angefüllt werden dürfen mit Wünschen vielerlei Art. Laßt uns von diesem Recht für eine Sache Gebrauch machen, deren unaufhörliche Förderung ein dringender Wunsch aller Volksgenossen sein sollte, und dazu noch eines, dessen Erfüllung wir frog äußerer Nöte Schritt für Schritt näherkommen können. Ich meine die Sache der Volksbildung und die auf das engste mit ihr verbundenen Sache der Jugend. Wünsche für Volksbildung und Jugend, d. h. zunächst Wünsche für die verschiedenen Organisationen, die Träger dieses Wollens, Wünsche einmal ganz äußerer Art: Wir wissen, daß auch das Leben unserer Vereine unter den harten Zeitverhält= nissen zu laden hat, um so stärker zu leiden hat, je selbstloser, je weniger ,, interessen- verknüpft" ihr Wirken ist. Daß jemand seiner Standesorganisation durch dick und dünn die Treue hält, das ist eine Selbstverständlichkeit, denn er schnitte sich ja ins eigene Fleisch, wenn er sich des Schutzes beraubte, den ihm dieser zwedzusammenschluß gibt. Aber da, wo nicht die gewissen notwendigen materiellen Interessen gewahrt werden, wo man die Notwendigkeit nicht sofort einsieht, da setzt die Not am stärksten ein. Notwendig dünkt uns alles, was die äußere Not wenden oder abwenden kann. Darüber wird denn vieles vergessen, was niht minder notwendig ist, weil es neben den äußeren Nöten noch andere gibt, die auch zur Notwende gehören, oft stärker noch dazu gehören, als manches, was sich als notwendig ausgibt. Für unsere fulturellen Vereine, Jugendbünde und Jugendherbergs verbände ist aus dieser- wie wir meinen- abwegigen Denkart eine schwierige, vielfach verzweifelte Lage entstanden. Weitere Schichten ihrer Mitglieder müssen sich überlegen, wo und wie sie einsparen tönnen. Da wird dann die Reihe der Organisationen durchgegangen, denen man angehört. Bei dem reichent widelten Vereinsleben, das wir in Deutschland in Stadt und Land haben, sind das meist eine ganze Reihe. Nun, so könnte man sagen, das wäre kein Schaden, wenn wir auch auf diesem Gebiet zur ,, Rationalisierung" fämen. Einverstanden! Niemand wird dagegen etwas einzuwenden haben, wenn der gedankenlosen Vereinsmeierei und dem Unfug, den sie vielerorts anrichtet, auf solche Weise gesteuert würde. Aber die Praxis sieht das hat sich in den letzten Jahren zur Genüge gezeigt doch meist anders aus. Jene Vereinsmeierei, die so oft berechtigten Grund zur Bespöttelung und Selbstbespöttelung der Deutschen angab, leidet nicht Not. Not aber leiden die ernsthaften Organisationen, die feinen Wert auf Reklame und Betrieb legen, die der wertvollen Geselligkeit und der stillen, sich für Heimat, Jugend und Volk verantwortlich fühlenden Arbeit dienen. Es gibt eine ganze ,, Gießener Zeitung" Drum weg mit Jammern und mit Klagen, Mit Büden vor der Tyrannei, Im neuen Jahre laßt uns sagen Zu jeder Stunde nur: Es sei! Es sei, daß wir die Knechtschaft brechen, Wenn auch das Schwert man uns zerbrach, Es sei, daß einst die Welt wird sprechen: Seht, deutscher Geist tilgt alle Sch ma ch." Silvester- Ansprache des Reichspräsidenten im Rundfunt. Reichspräsident von Hindenburg hält am 31. Dezember 21.30 Uhr im Berliner Rundfunk eine Ansprache, die auf alle deutschen Sender übertragen wird. * Von der Universität. Die Landesuniversität ernannte den Präsidenten der Hessischen Landwirtschaftskammer, Dekonomierat Hensel, Dortelweil, für seine Verdienste um die hessische Landwirtschaft zum Ehrensenator. * Evangelisch- kirchliche Nachrichten. Durch die Kirchenre= gierung wurde dem Pfarrer Adolf Bausch zu Nieder- Florstadt die evangelische Pfarrstelle zu Nieder- Florstadt( Dekanat Friedberg) und dem Pfarrverwalter Hanns Hemmes zu Lehrbach die evangelische Pfarrstelle zu Lehrbach( Dekanat Alsfeld) übertragen. In den Ruhestand wurde auf sein Nachsuchen der Pfarrer Friedrich Landmann zu Mommenheim versetzt. * Jubiläum. Das Gaswerk der Stadt Gießen konnte an den Weihnachtstagen auf ein 75jähriges Bestehen zurückblicken. * Ertrunken. Ein 26jähriges Mädchen, das am zweiten Feiertag seine Verlobung feierte, tags darauf aber verschwunden war und bis gestern vermißt wurde, hat man nun in der Lahn ertrunken aufgefunden. Der Grund zu der Tat ist noch nicht geklärt. * Diebstähle. In der Nacht zum 23. d. M. wurden aus einem Garten im Schiffenbergerweg drei silbergraue Stallhasen und in der Nacht zum 24. d. M. aus einem Hühnerpferch im Wiesederweg drei Hühner gestohlen. Sachdienliche Angaben zur Täterermittlung erbittet die Kriminalpolizei Gießen. * Aenderungen im Kraftpostverkehr. Ab 1. Januar 1932 treten auf der Kraftpostlinie Gießen Wiesed- Alten- Bused folgende Aenderungen ein: Die werktäglichen Fahrten ab GieBen Bahnhof 6,50, ab Gießen Walltor 9,48, ab Wiesed 6,25 und 10,00 Uhr, sowie die sonntäglichen Fahrten ab Gießen Walltor 16,45, 20,15, 21,20, ab Wiesed 17,01, 21,32, ab Alten- Bused 16,12 und 20,38 Uhr fallen aus. Die bisher nur werftäglich verkehrenden Fahrten ab Gießen Walltor 20,20, ab Wiesed 16,40, 21,25 und ab Alten- Bused 20,42 Uhr verkehren für die Folge täglich. Die werktägliche Fahrt ab Wiesed 7,00 Uhr wird nur noch bis zum Walltor, diejenige ab Gießen Bahnhof 17,05 Uhr nur noch bis Wiesed durchgeführt. Die werktäglichen ab Wiesed 17,44 und ab Gießen Bahnhof 18,15 Uhr fallen Sonntags aus. Für die wegfallende sonntägliche Fahrt ab Alten- Bused 16,12 Uhr wird ein Wagen ab Alten- Bused 16,30 Uhr an Sonntagen eingelegt, der bis zum Bahnhof Gießen durchläuft. * Wichtiges für den Inventur- Ausverkauf. Um zu verhüten, daß Ladeninhaber bei Veranstaltung ihres Inventur Ausverkaufs mit dem Gesetz über den unlauteren Wettbewerb in Konflikt geraten und bestraft werden, weist das Polizeiamt in Uebereinstimmung mit der Industrie- und Handelskammer Gießen auf folgendes hin: Die Inventur- Ausverkäufe dürfen nach einer freisamtlichen Bekanntmachung in der Zeit vom 5. Januar bis 15. Februar jeweils auf die Dauer von 14 Tagen stattfinden. Der Beginn des Inventur- Ausverkaufs ist demnach innerhalb dieser Zeit jedem einzelnen freigestellt. Weder unmittelbar vor noch unmittelbar nach dem InventurAusverkauf dürfen irgendwelche Sonderveranstaltungen und Rabattgewährungen und ähnliches angekündigt werden, weil dies als Verlängerung der 14tägigen Frist anzusehen ist. Das Wort„ Inventur- Ausverkauf" ist in gleich große Schrift zu setzen; es ist unzulässig, das Wort Ausverkauf" in großer und das Wort„ Inventur" in fleiner Schrift zu zeigen. Ebenso sind Rabattankündigungen, bei denen verschiedene Rabattsätze ge= nannt werden, so zu setzen, daß nicht ein höherer Sah stärker in die Erscheinung tritt als der niedrigere, und im Falle die Reihe von Geschichts- und Heimatsvereinen, die eine Massen lucht der einst sie stützenden Mitglieder beklagen. Nicht die gehen von ihnen, die dort selbstlose Arbeit leisten und auch nicht die, die diese Arbeit lieben und denen diese Arbeit etwas bedeutet, sondern andere: solche Mitglieder, die sich einst zur Ehre anrechne ten, dabei zu sein, die die Verpflichtung empfanden, einzuspringen. Leider sind die Gründe der Abkehr mit notwendig gewor denen persönlichen Sparmaßnahmen" zu rechtfertigen. Vielfach sind sie nur ein Zeichen für das Schwinden eines tulturel= len und auch sozialen Verantwortlichkeitsgefühls. Man läßt die Dinge eben laufen, weil das so der Zug der Zeit zu sein scheint. Es bringt persönlich nichts ein. Man kann gewiß niemandem vorschreiben. wo er helfend dabei sein sollte, auch wenn es un mittelbar feinen persönlichen Vorteil für ihn bedeutet. die Bitte soll doch an alle, die es angeht, ausgesprochen werden, zu prüfen. ob nicht der oder jener Beitrag für eine Sache, die man sonst als wertvoll und berechtigt anerkannte, nicht doch weiter geleistet werden kann und ob es nicht Sparmaßnahmen an anderen Stellen gibt, wo sie weniger zerstörend wirken. Sicher gibt es da viele Wünsche, die bei gutem Willen erfüllbar sind. Aber Aber auch an die Vereine, Verbände und Bünde geht der Ruf, in ihrer Arbeit sich auf das Notwendige einzustellen, auf das Notwendige: d. h. um zu wiederholen, auf das, was zur Notwende führen kann. Die Mittel der Organisationen und auch die Mittel, die etwa von anderen Stellen noch hinzukommen, gilt es, sorgfältigst zu verwalten und nur dort einzusetzen, wo Es ist die schon in fie auch einen inneren Ertrag bringen. besseren Zeiten ausgesprochene Bitte, an die Mitglieder feine Anforderungen zu stellen, die sie nicht vor sich selbst oder ihren Familien verantworten fönnen, daß den erwerbslosen Freunden der Beitrag erlassen wird und daß darüber hinaus einer dem andern beispringe. Das ist durchweg wohl bereits ausgeführt. Feste und Feiern sind eingeschränkt und erhalten ein dem Ernst der Zeit entsprechendes Gesicht. Der Wunsch aber, der als be= sonders dringlich für das neue Jahr ausgesprochen werden mag, ist, daß das Leben in unseren Vereinen, Bünden und Verbänden noch stärker voltsverbunden werde, als je, volksverbunden in dem Sinne, daß unsere Vereine, Bünde und Verbände nicht verstedte Herde für entzweiende Betätigung werden, nicht nur der innere Zusammenhalt mit anderen Organisationen soll von dem Willen zum Miteinander bestimmt sein. Nicht Brüden abzubrechen gilt es, sondern brüden zu bauen. Sind nicht auch das erfüllbare Wünsche? Der weitere Kreis unserer kulturellen, volfsbildnerischen und jugendpflegerischen Organisation will aber auch angefüllt sein mit Menschen innerster Anteilnahme. Die wirkende und die aufnehmende Betätigung in ihnen erfordert fast durchweg fein besonderes finanzielles Opfer. Sie gibt aber innere Be reicherung, Weitung des Gesichtsfeldes, gibt edle Geselligkeit, treue Freundschaft, echte Kameradschaft und sinnvolle AusfülNr. 100 Worte bis zu" angewandt werden, müssen diese eben so groß erscheinen, wie die Ziffer des Rabattes. Ueberhaupt muß vermieden werden, durch Fettdrud einzelner Worte oder Ziffern eine Irreführung des Publikums herbeizujühren. Bei Antün digungen wie Preise bis zu 50 Prozent herabgesetzt" muß bei der Mehrzahl der zum Verkauf gestellten Artikel dieser Rabatt satz bewilligt werden, andernfalls sind sie unzulässig. Es iſt zu vermeiden, durch Ankündigungen vor Beginn des Ausver taufs bei dem Publikum den Anschein zu erweden, als ob der Ausverkauf schon vor der festgesetzten Zeit beginne. Für den Ausverkauf hergerichtete Schaufenster und Plakate dürfen frühestens am Tage vor Beginn des Ausverkaufs nach Geschäftsschluß sichtbar sein. Einladungsschreiben oder ähnliche Mitteilungen sollen erst unmittelbar vor Beginn des Ausverkaufs zum Ver sand kommen. * ,, Hessischer Abend" im Frankfurter Sender, Am 4. Januar veranstaltet der Frankfurter Sender einen„ Hessischen Abend" in Form einer historischen Revue. Es werden Szenen aus der hessischen Vergangenheit rekonstruiert. So wird z. B. eine Kabinettsratssitzung mit dem Landgrafen Ludwig vorge führt, auch einiges aus dem Leben Büchners und Szenen aus dem Darmstädter Goethekreis. Schafflers Wettervorhersage für Januar 1932. Das neue Jahr wird aller Wahrscheinlichkeit nach verhältnismäßig mild beginnen, doch dürften die Temperaturen bald allgemein langsam zurückgehen, so daß auch die Regenniederschläge wieder in Schnee übergehen werden. Veränderliches, niederschlagreiches Wetter mit Frost und Tauwetter wechselnd bis gegen die Mitte des Monates. Zu dieser Zeit Wetterumsturz, Uebergang zu Winterwetter, Frost. Wetterlage anhaltend bis nach Beginn des letzten Monatsdrittels. Nach dem 20. Januar wieder etwas wärmer, veränderlich, Neigung zu Niederschlägen, Schneefall. Gegen Monatsende nach vorangegangenen leichtem Temperaturanstieg erneut winterlich. Steuerermäßigung durch Erhöhung der steuerfreien Beträge. Die wertvolle Steuererstattungsmöglichkeit ist den Lohnsteuerpflichtigen zwar durch die Notverordnung vom 5. Juni 1931 genommen worden. Dagegen können Anträge auf Erhöhung der steuerfreien Beträge unter den gesetzlichen Vorauss setzungen nach wie vor gestellt werden. Eine solche Erhöhung ist davon abhängig, daß die als Werbungskosten und Sonderleistungen zugelassenen Abzüge den Betrag von 40.- R.-Mt. monatlich übersteigen. Als zugelassene Abzüge gelten hierbei Beiträge zu sämtlichen Zweigen der Sozialversicherung, also insbesondere zur Kranken-, InvaSterbegeld- und Lebensversicherungen, weiter Ausgaben für die Berufsfortbildung, Kirchensteuern, Gewerkschaftsbeiträge und schließlich Zuwendungen an Werksunterstützungs- und ähnliche Einrichtungen. Weiter kommen als Werbungskosten in der Hauptsache hinzu die Kosten für Fahrten zwischen der Wohnung und der Arbeitsstätte, sowie Ausgaben für spezielle Berufskleidung. Goweit alle diese Aufwendungen den Betrag von 40. R.-Mt. monatlich übersteigen, tann eine entsprechende Erhöhung der 40. R.-Mt. Pauschale beantragt werden. Daneben kann auch eine Erhöhung des steuerfreien Betrages im engeren Sinne( 60.- R.-Mt.) nachgesucht werden, und zwar wegen besonderer wirtschaftlicher Verhältnisse. In Betracht kommen hier vor allem außergewöhnliche Belastungen durch Unterhalt, Erziehung und Berufsausbildung der Kinder, durch Unterhalt mittelloser Angehöriger, durch Krankheit, Verschuldung und Unglüdsfälle. Eine Erhöhung bann auch eintreten, wenn der Steuerpflichtige im verflossenen Jahre arbeitslos gewesen ist und seinen Lebensunterhalt im wesentlichen aus Ersparnissen bestritten hat. Anträge sind unter Beifügung der neuen Steuerkarte und ausreichenden Belegen an das zuständige Finanzamt zu richten! Unschön wirken rotes Gesicht und rote Hände. Ein probates Mittel: Creine Leodor. Versuchen Sie es mit einer Tube zu 60 Pf. lung der freien Zeit. Unsere Organisationen ringen hart mit der äußeren Not, sie wollen aber noch härter fämpfen gegen die inneren Nöte unseres Voltes, wollen die Notwende herbeiführen helfen. Darum wenden sie sich zum Jahresbeginn an jeden ein zelnen unserer Volksgenossen mit der Bitte: Laßt nicht brach liegen das Bildungsgut unseres deutschen Volkstums und ver schüttet nicht die tiefen Quellen, aus denen das deutsche Gemüt, die deutsche Seele ihre Nahrung schöpfen. Es lebt eine Sehnsucht nach Gesundheit von Geist, Seele und Leib in unserem Volfe. Zu der Sehnsucht muß sich der Wille gesellen, d. h. die Tat zwingend wünschen, deren Erfüllung nicht in der Hand der Einzelnen liegt, zu dem aber der Einzelne auch seinen Teil beitragen kann und muß, damit wir ihrer Erfüllung im neuen Jahr näherkommen. O, diese Zeit hat fürchterliche Zeichen! Das Niedre schwillt, das Hohe sentt sich nieder, Als tönnte jeder nur am Platz des andern Befriedigung verworr'ner Wünsche finden, Nur dann sich glücklich fühlen, wenn nichts mehr Zu unterscheiden wäre, wenn wir alle, Von einem Strom vermischt dahingerissen, Im Ozean uns unbemerkt verloren. O, laßt uns widerstehen, laßt uns tapfer Was uns und unser Volt erhalten tann, Mit doppelt neuvereinter Kraft erhalten! Laßt endlich uns den alten Zwist vergessen, Der Große gegen Große reizt, von innen Das Schiff durchbohrt, das gegen äußere Wellen Geschlossen bämpfend nur sich halten kann. Goethe. Neujahrsglocken. Von Otto Promber, Dresden. Jm Himmel hängen zwei große Gloden, Die läuten die Engel zur Neujahrszeit; Die eine Die andre - von Golde heißt das Frohloden", von Gilber„ das Herzeleid". Zu jedem schlummernden Menschen tragen Die Lüfte den zitternden Glockenschall; Da träumt der eine von goldnen Tagen, Der and're von silbernem Tränenfall. In manche Hütte flingt das Frohloden, In manche Kammer das Herzeleid; Im Himmel hängen zwei große Gloden, Die läuten die Engel zur Neujahrszeit. Donnerstag, den 31. Dezember 1931. Aus Nah und Fern. Wiesed. Ein 26jähriger junger Mann von hier tam am ersten Feiertag auf bisher noch ungeklärte Weise der Hochspannungsleitung zu nahe. Mit schweren Verlegungen mußte der Mann in die Klinik gebracht werden, wo er bald nach der Einlieferung starb. Lich. Am zweiten Feiertag früh wurden auf dem Grundstück des Landwirts Dietz zwei Scheunen mit großen Heu- und Strohvorräten, sowie einer Anzahl landwirtschaftlicher Maschinen durch Feuer vernichtet. Stillegung des Himmelsbachschen Sägewerks Nidda. Das Niddaer Sägewerk der Freiburger Firma Hammels= bach wird seinen Betrieb am Anfang Januar auf zwei Monate stillegen. Den Beamten und Arbeitern ist gekündigt. Vorbildliche Nothilfe. Büdingen( Oberh.). Die Belegschaft der L. Staffelschen Papierfabrik in Unterschmitten, Arbeiter und Angestellte, hat auf einen Teil ihrer Dezembereinkünfte verzichtet und denselben, zusammen mit einer gleichhohen Spende der Firma, für die Bedürftigen der Kreise Büdingen, Schotten und Offenbach als Weihnachtsfreude bereitgestellt. Bilbel. Schon wieder hat sich ein hiesiger Einwohner das Leben genommen. Am Sonntagmorgen fanden Mitbewohner des Hauses den hochbejahrten Herrn Vömbel tot in seiner Küche liegend vor. Nach den Untersuchungen ist er freiwillig aus dem Leben geschieden. Darmstadt. Bei einem Einbruch in einer hiesigen Villa wurden Bargeld, ein mit Brillanten besetzter Türkisring, ein ziehbares Türkisarmband und eine etwa 5 Zentimeter lange Goldarmbanduhr, 18 Karat, gestohlen. Der Täter wurde in einem Zimmer von dem Sohne des Hauseigentümers gestellt. Jm Handgemenge gab der Einbrecher einen Schuß aus einer 6,35Kaliber- Pistole. Nachdem ergriff er die Flucht. Osthofen. Auf der Rückfahrt von Worms, wo er zum Besuch seiner Tochter weilte, wurde ein 65jähriger Schuhmacher meister von Unwohlsein befallen. Er begab sich in den Wartesaal, um sich zu erholen; doch schon nach wenigen Minuten trat der Tod ein. Westhofen b. Worms. Bei starter Wahlbeteiligung fand hier am Sonntag die Bürgermeisterwahl statt. Dabei wurde der Altbürgermeister Sponagel gewählt, der 637 Stimmen erhielt, während auf seinen nationalsozialistischen Gegenkandidaten 440 Stimmen entfielen. Bingen. Ein Handwerksbursche, der nicht ohne Unterkunft durch die Kälte der letzten Nächte marschieren wollte, trat ein Schaufenster ein und ließ sich einsperren. Altenkirchen( Westerwald). In einer großen Versammlung aller Berufsschichten im Amte Daaden nahm man Stellung zu dem beabsichtigten Abbau des Amtsgerichtes Daaden. Ehringshausen( Kr. Wetzlar). Gegen die Absicht der prerßischen Justizverwaltung, das Amtsgericht Ehringshausen aufzulösen und dem Amtsgericht Herborn zuzuführen, erheben die in Frage kommenden Kreise schärfsten Protest. Gegen die be= absichtigte Auflösung des Amtsgerichts Ehringshausen hat der Leiter des Amtes Aßlar, Bürgermeister Grell, alle erforder= lichen Schritte unternommen. Marburg. In der Nacht zum Montag wurde der 66 Jahre alte Gelegenheitsarbeiter B. Fink, wohnhaft Mainzer Gasse 25, von seinem 21 Jahre alten Sohn Johannes erschossen. Marburg. In einem Hause hatte man das Gas zu einem Badeofen angestellt. Der Ofen wurde aber nicht benutzt und vergessen, das Gas abzustellen. Auf bisher noch ungeklärte Weise entstand plötzlich eine Explosion, die in dem Badezimmer und anderen angeschlossenen Wohnungen erheblichen Schaden anrichtete. Kirchhain. 51 Jahre lang lebten die Eheleute Landwirt Karl Schmitt und Frau in Momberg glücklich zusammen, bis sie der Tod dieser Tage innerhalb 24 Stunden abrief. Gemeinsam wurden sie auch bestattet. mit einem Kassel. Ein 18jähriger Realschüler wurde Schuß in der Schläfe tot aufgefunden. Es liegt Selbstmord vor. Borsicht! Silvester! Von Dr. med. Curt Kayser. Am letzten Tage des alten Jahres vereinen sich in Deutschland alt und jung zur fröhlichen Silvesterfeier. Dabei fciert der eine mit Punsch und Pfannkuchen, ein anderer mit einem mehr oder minder reichen Mahle, mit Bier und Wein und was der Festfreuden mehr sind. Sobald aber der 12. Glodenschlag verklungen ist, dann stürmt alles an offene Fenster oder heraus auf die Straße, um mit lauter Stimme in die kalte Nachtluft hinauszuschreien:„ Profit Neujahr!" ,, Prosit Neujahr". was heißt das eigentlich? Nun nichts anderes, als daß wir einander Glück wünschen fürs neue Jahr. Die Vorbedingungen für alles Glück ist aber unsere Gesundheit; ihr sollten wir daher, soweit es in unseren Kräften steht, in erster Linie den Weg zu bereiten suchen. Allein, fast alles, was Ausschneiden! Geld! zum Kauf von Möbeln, Klavieren, Harmoniums und zur Entschuldung, sowie zur Gründung einer Existenz Gofort gesucht Personen j. Standes 3. Uebernahme einer Maschinenstrickerei auch nebenberuflich. Garantiert dauerndes Einkommen, denn wir verkaufen die fertige Keine Vortenntnisse nötig. Entfernung fein Sindernis. Verlangen Sie noch heute unverbind lich u. fostenlos Ausfunft von zinslos! langfristig! unkündbar! Arbeit. Spar- und Tilgungsrate monatlich RM. 12.50 für 1000 RM. Darlehen! 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Wenn der Erfolg davon nur ein harmloser Schnupfen ist, mit dem wir das neue Jahr beginnen, so können wir von Glüc sagen, oft ist's aber eine länger dauernde Erkältung, ja nicht selten sogar eine richtige Grippe, die uns den Silvesterabend noch lange in schmerzlicher Erinnerung behalten läßt. Der Alfohol ist stets unserer Gesundheit schädlich, zumal noch, wenn er, wie am Silvesterabend, in größeren Mengen genossen wird. Aber wer denkt daran? Mit einem Kazenjammer geht man in das neue Jahr, bisweilen wird es auch ein länger dauernder Magenbatarrh oder gar eine Gallenkolit, ein Gichtanfall. Jst das eine Silvesterfeier wert? Nur zu oft wird, in dem Wunsche durch den Genuß von Alkohol die Sorgen des alten Jahren hinunterzuspülen und befreit von mancher seelischen Hemmung mit freudiger Stimmung dem neuen Jahre entgegenzugehen, des Guten zuviel getan. Gerade weil nach reichlichem Alkoholgenuß die Hemmungen wegfallen, geschehen in der Silvesternacht so vielerlei Unfälle, gibt es sogar gebrochene Arme und Beine. Das sollte doch zu denken geben! Auch der Erfrierung ist man nach überreichlichem Alkoholgenuß, der uns die Kälte weniger empfinden macht, besonders leicht ausgesetzt. Auch sonst geschieht im Ueberschwang der Freude noch mancherlei Unheil. Wie oft bekommt der Arzt Verbrennungen zu sehen, die in der Silvesternacht bei unvorsichtigem Abbrennen von Feuerwerk, von Wunderkerzen, beim Bleigießen u. a. m. entstanden sind. Nicht selten bildet auch der Weihnachtsbaum, den man am Silvesterabend noch einmal anzündet, eine Ge= fahrenquelle. Acht Tage hat er in geheiztem Zimmer gestanden, seine Nadeln sind troden geworden, ein kleiner Funke- und er steht in Flammen! So sind wiederum schmerzhafte und bisweilen entstellende Verbrennungen nicht selten die Folgen der Silvestersitten oder Unsitten. Wer am Sylvesterabend das neue Jahr fröhlich beginnen will, der mag es ruhig tun, allein ein wenig warnend erhebt der Arzt den Finger und ruft euch zu: Seid mäßig, feid vorsichtig, vergeßt nicht alle Regeln der vorbeugenden Gesundheitspflege und bedenkt, was in erster Linie nottut für die Erfüllung auch unseres Wunsches: Prosit Neujahr!" Silvester. Nun geht der Weg zu Ende! An dunkler Sternennacht Erstrahlt's zur Jahreswende: ., Ein neues Jahr erwacht!" Durchs Land die Glocken klingen Zum Gruß dem neuen Jahr, Und holde Engel schwingen Sich erdenwärts und bringen Der Menschheit ihren Glückwunsch dar! Hört, wie im frohen Kreise Die Jugend scherzt und lacht! Gar manche holde Weise Durchblingt die stille Nacht; ,, Des Jahres letzte Stunde!" Tönt's laut von Haus zu Haus Aus tiefstem Herzensgrunde Tauscht man von Mund zu Munde Viel Glück und Heil und Segen aus! Turnen und Sport. Weihnachtsfußball in Hessen- Hannover. Das Fußballprogramm wies an Weihnachten in HessenHannover nur eine geringe Ausbeute auf, die meisten Mannschaften feierten. Die Bodenverhältnisse waren auf der ganzen Linie her schlecht, so daß die wenigen Spiele, die zur Durchführung famen, obendrein ungünstig beeinflußt wurden. Im Brennpunkt der Ereignisse stand das Städtespiel Kassel- Halle, das die Kasseler mit 7: 4 verdient zu ihren Gunsten entschieden. Am zweiten Feiertag spielten dann die Kasseler Kurhessen gegen Halle 96 und tamen hier zu einem glüdlichen 2: 1- Siege, nachdem die Mitteldeutschen noch bei der Pause mit 1: 0 geführt hatten. Sport Kassel hatte sich den vorjährigen Bezirksmeister SC 03 Kassel zu einem Freundschaftsspiel verpflichtet. Nach gleichwertigem Kampfe trennten sich die Gegner verdientermaßen 3: 3 ( 3: 3). Die Fuldaer Borussen schlugen am 1. Feiertag den FV. Würzburg 04 mit 5: 3( 2: 0), sie unterlagen aber am Sonntag, menn auch nicht ganz verdient, den Offenbacher Riders mit 0: 1( 0: 1). Städtekampf Kassel Halle 7: 4( 3: 2). Der Sieg der Kasseler Vertretung war auf Grund ihrer besseren Gesamtleistung verdient. Kassel war schneller und wuchtiger, während die Hallenser technisch besser waren und ein ge= Den Hauptanteil an dem pflegteres zusammenspiel zeigten. Sieg der Einheimischen hatte die Kasseler Läuferreihe, die mit großem Elan fämpfte. Die Kasseler Torschützen waren Brössel ( 2), Trebing( 2), Klein, Kellner und Knadstedt. DAS ZEICHEN Nr. 100 Kurhessen Kassel Halle 96 2: 1( 0: 1). Die Kasseler konnten in diesem Spiele einen knappen und recht glücklichen Sieg herausholen. Trok schlechter Bodenverhältnisse wurde ein schönes Spiel vorgeführt, in dem beide Mannschaften überraschend gut fombinierten. Die Kurhessen spielten ohne den Internationalen Weber, für den sich Schröder in der Verteidigung ausgezeichnet hielt. In der ersten Halbzeit waren die Gäste aus Mitteldeutschland auf Grund ihres besseren Zusammenspiels und der produttiveren Arbeit der Läuferreihe leicht im Vorteil und konnten eine halbe Minute vor der Pause den Führungstreffer erzielen. Nach dem Wechsel ließen die Gäste nach und die Kurhessen gewannen leicht die Oberhand. Zwei sehr schöne Tore durch den neuen Mittelstürmer Pritsch und Jordan verhalfen den Einheimischen zum Siege. Würzburger FV 04 5: 3( 3: 0). Borussia Fulda Die Würzburger zeigten zwar das technisch- reisere Spiel, waren aber vor dem Tore ziemlich hilflos und zögerten vor allen Dingen zu lange mit dem Schuß. Borussia erzielte seine Treffer durch Leugers( drei) und den Mittelstürmer Pletsch ( zwei). Würzburg tam durch seinen Halbrechten und durch den Rechtsaußen( zwei) zu seinen Gegentreffern. Borussia Fulda Offenbacher Kiders 0: 1( 0: 1). Die Fuldaer Borussen hatten mit der Verpflichtung der Offenbacher Riders zu einem Freundschaftstreffen einen guten Griff getan. Das Spiel selbst, das 1500 Zuschauer angelodt. hatte, litt aber unter den schlechten Bodenverhältnissen. Besonders die Gäste konnten sich auf dem überaus glatten Felde nicht zurechtfinden, spielten aber immerhin ein gefälliges Kombinationsspiel. Troz Ersatz für Kammerl, Mainz und Hoßfeld waren die Einheimischen, die mit ihrem Plaze gut vertraut waren, meist leicht überlegen, was auch in dem Edenverhältnis von 12: 2 zugunsten Fuldas zum Ausdruck fam. Die stabile Abwehr der Gäste hielt aber allen Fuldaer Angriffen stand und fonnte so ihr Heiligtum rein halten. Roch vor der Pause tamen die Offenbacher zu ihrem einzigen Erfolg, der ihnen auch den Sieg eintrug. Einweihung der Brunhildis- Eisbahn Am zweiten Festtag fand die wiederholt verschobene Einweihung der Brunhildis- Eisbahn des Südwestdeutschen EisTaufverbandes auf dem Feldberg im Taunus statt. Leider war auch diesmal wieder das Wetter sehr ungünstig; auf der festlich geschmückten Bahn lag dichter Nebel und das Eis war sehr weich. Das Programm mußte infolgedessen stark verkürzt werden, die Eishodenlämpfe fielen aus und auch das Meisterpaar Maier- Labergo war nicht am Start. Das bayrische Meisterpaar Schwendtbauer- Eichinger zeigte sich im Kunstlaufen, im Eisschießen siegie der Eis- Verein Gießen vor TC. 14 Frank furt und EV. Cronberg. Tennisborussia Berlin wurde durch einen 6: 0- Sieg über Wader 04 Berliner Pokalsieger und qualifizierte sich damit als erster Teilnehmer für die Endspiele um die Berliner Meisterschaft. Jm Berliner Sportpalast trugen an den Festtagen die kanadischen Eishockeyspieler von Ottawa zwei Spiele gegen den Berliner Schlittschuhklub aus, In beiden Spielen siegten die Kanadier 6: 1. Der junge Tennis- Berufsspieler Müßlein verabschiedete sich vor Antritt seiner Amerikareise in seiner Heimatstadt Nürnberg mit einem 6: 0, 6: 3, 6: 4- Sieg über Hermann Richter. Der Europameister im Weltergewichtsboren. Gustave RothBelgien, hat auf seinen Titel wegen Gewichtsschwierigkeiten verzichtet. Bei 4 Grad Kälte gewann am zweiten Festtag der Belgier Malfat das traditionelle Schwimmen Quer durch die Seine" in Paris. Die meisten Teilnehmer gaben wegen der großen Kälte auf. Der DFB. hat jetzt endgültig bestimmt, daß das Bundespokalspiel Süddeutschland gegen Norddeutschland am 10. Ja nuar in Saarbrüden stattzufinden hat. Die Berliner Einsprüche wurden also abgelehnt. Schön- Göbel gewannen auf der neuen Frankfurter Winterbahn vor 6000 Zuschauern ein 100- Kilometer- Mannschaftsrennen Alle anderen vor Kroll- Maidorn und Petri- Manthey. Mannschaften erlitten Rundenverluste. Das Breslauer 25- Stunden- Mannschaftsrennen wurde von Thierbach- Siegel vor Rieger- Tietz und Kuz- Haller gewonnen. Eine Anzahl der stärksten Fahrer gab auf. Meze( Dortmund) gewann die Dauerrennen in der Dortmunder Westfalenhalle vor Erich Möller, Schindler und Dülberg. 17 Nationen haben für die Olympischen Winterspiele in Lake Placid ihre Meldungen abgegeben, darunter ist bekanntlich auch Deutschland. Neue Bücher. Es tagt geheim am grünen Tisch Zu Genf der Völkerbund. Die Arbeit macht den Menschen frisch. So wird die Welt gesund. Dies ist der Anfang eines Songs der bekannten Vier Nachrichter aus München, der von ihnen für die Münchner Illustrierte Presse geschrieben wurde und mit lustigen Photos bebildert ist. Das Ganze nennt sich ,, Von der rosigen Zukunft" und erscheint in der Neujahrsnummer der Münchner Illustrierten. Die ,, Woche" billiger! Sie fostet jetzt nur noch 40 Pig. Das neue Heft heute überall erhältlich. Der Abonnementspreis wurde von monatlich 2,20 Mart auf 1.75 Mark ermäßigt. Was essen? von Dr. med. H. Battenberg. Verlag..Der Eiserne Hammer", Königstein i. T. und Leipzig. Pr. 1.20 Rmf. Die Erkenntnisse der neuen Ernährungswissenschaft allen zugänglich zu machen, das ist die Aufgabe dieses kleinen Buches. Verantwortlich: Paul Christian Klein in Gießen. DER GUTEN DRUCKSACHE Der Ausführung der kleinsten Besuchskarte wird die gleiche Sorgfalt gewidmet wie der Herstellung der größten Massenauflage Kürzeste und prompte Lieferung Beste Ausführung und äußerst preiswert ALBIN KLEIN, GIESSEN Giessener Verlagsdruckerei vormals Keller, gegr. 1783