Nr. 8 zu Hause aufbewahrin Betrug beweisen, ist efahr sehr groß. Ferne Hause liegt, teine Binjen Das Geldhamstern fü Sung der Arbeitslosigke ens, wovon natürlich aud Je mehr Geld eingezab umjo mehr Kredite fo stitute an die Wirtscha Gießener Zeitung ( Gießener Tageblatt) Erscheint Mittwochs und Samstags. Bezugspreis 2,40 M vierteljährlich frei ins Haus. Für Aufbewahrung oder Rüdendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. v.) geben. Dadurch tam Redaktionsschluß früh 8 Uhr. teilen und Arbeitsträfie Gehälter und die anderen amitert, also unnötig ab die entgegengejekte En ündigt und zurückgezab der Wirtschaft weite slosigkeit wächst. Die ntommt: Nicht hamiter es nur furze Zeit ni der Arbeitslosen: ir Angestellte. ig verbreitet worden, dei die die arbeitslosende ihrem vollen Gehalt, all tslosenversicherung heran er Gewerkschaftsbund de belastung der Angestellte that dabei darauf hin den Gehaltsabbau som erungsabzüge bereits de rtige Sonderbelastung b emutet werden könne. 3 Der Beitragserhebung ga henden Ausbau der L her. nden. 8. gänzlich neu b Stichwörtern und Artikel It und auf Tafeln, Band n Frühjahr 1932, Band erdienst des Bibliograph neben seiner umfassende eriton" ein neues, zeit iches Nachschlagewerk he t gültige Vorbestellungs Band in Ganzleinen, 25, nes nach 1892 erschienen der Bandpreis um je me jowohl inhaltlib als and 14 Jahrg. Bolitische Rundschau. Der Wirtschaftsbeirat der Reichsregierung trat am Freitag vieder unter dem Vorsiz des Reichspräsidenten zusammen. Man rwartet, daß die allgemeine Aussprache noch bis zum Abend be: mbet ist. Unmittelbar im Anschluß daran sollen die drei Aushüsse gebildet werden, die sich mit dem Lohn- und Preisproblem, den Kartell- und Zollfragen und dem Problem einer Senkung der Zinslasten befassen sollen. Am wichtigsten ist zweifellos der Lohn- und Preisausschuß, auf dessen Arbeiten die Reichsregierung den größten Wert legt. Die Schlichtungsverhandlungen über die Neuregelung der Löhne ab 1. November für die Arbeiter in fommunalem Dienst haben am Freitag im Reichsarbeitsministerium begonnen und verden den ganzen Freitag und Sonnabend in Anspruch nehmen. In Berliner unterrichteten Kreisen nimmt man an, daß der deutsch- französische Wirtschaftsausschuß zwischen dem 10. und 15. Rovember seine erste Sigung in Paris abhalten wird. Am 9. November tritt im Reichsjustizministerium eine Konjerenz der Ländervertreter zusammen, um über die Schaffung des nach der Notverordnung in Aussicht gestellten sozialen Mietrechts jusprechen. In unterrichteten Schweizer Kreisen rechnet man mit der kündigung des deutsch- schweizerischen Handelsvertrages. Der Zechenverband hat wegen der schlechten Wirtschaftslage die ab 1. Oktober ds. Js. gültigen Vereinbarungen vom 14. Otto: ber über Gehälter und soziale Zulagen der technischen und kaufmännischen Bergbauangestellten vom 30. November d. J. gekün= digt, d. h. zu dem gleichen Tage, zu dem auch die Löhne der Sergarbeiter gekündigt worden sind. Zum Ausgang der englischen Wahlen wird in Berliner Kreijen erklärt, eine Aenderung der allgemeinen Politik Englands jei nicht zu erwarten. Nach den letzten Zählungen hat sich die Regierungsmehrheit im englischen Parlament auf 555 Abgeordnete erhöht. Die englische Nationalregierung gedenkt sich unverzüglich an das wirtschaftliche Reformwerk zu begeben, das sie dem Lande Qualitätsarbeit barfelversprochen hat. Fülle recht vielen Menschen menden. er schöne Abreißkalende g Died& Co., Stuttgart für alle, die als Leichta Fußballer, Wintersportle der Wettkampfbahn tun ehen" mehr Freude mat rhaupt, die unsere gefur hönen Bildern lieben. Doppeltondrud kommt eisausschreiben:„ Wer f Wie das„ Journal" aus Madrid berichtet, hat der Unterjuchungsausschuß seine Untersuchung abgeschlossen. Es ist Anklage erhoben worden gegen 20 Persönlichkeiten, von denen aber nur 14 wegen politischer Vergehen verfolgt werden sollen. Die Anlage gegen den früheren König Alfons XIII, lautet auf Hochverrat. ,, Sera Secolo" meldet aus La Valetta auf Malta, eine Rotabelnversammlung in Malta beschloß einen Aufruf an das englische Parlament zu richten, für Erweiterung der Selbstvervaltung der Insel. Nach Meldungen aus Rio de Janeiro ist es den Regierungstruppen gelungen, die im Besitz der Stadt Pernambuco befindlichen Aufständischen von allen Seiten einzuschließen. Nach Be= richten des Gouverneurs ist die Lage der Rebellen hoffnungslos. Die letzte Wochenbilanz der Bank von Frankreich weist abernals ein Anwachsen des Goldschazes um 1,7 auf 64 Milliarden Franken aus. Der Reichsrat genehmigte am Donnerstag die Ausprägung ton insgesamt 120 Millionen RM. neuen Silbermünzen. usern. Unter dieser Uebe der durch ihren anregung ft ,, Das schöne Hein fich Wohnungen in älters Aufwand den Bedürfnij Jassen. Das November Sandlung zu haben. Veri Er bildet das Charatteri besteht, erzählt Ihnen ommenden neuesten Heft Artikel behandelt den das im Vordergrund m Internationale Finanzkonferenz unvermeidlich. 29 Milliarden deutsche Auslandsschulden. Der deutsche Botschafter in Paris, Herr von Hoesch, ist am Freitag vormittag in Berlin eingetroffen. Er wird in den nächsten beiden Tagen der Reichsregierung über die französische Luffassung von der Weiterentwidlung der internationalen an Klein in Gießen Finanz- und Wirtschaftsfragen Bericht erstatten und seinerseits assen n die Giessen Südanlage 21. inderei. chriften. erbände über die Meinung der Reichsregierung, vor allem über ihren Billen, zu dieser grundlegenden Bereinigung des internationalen Schuldenproblems zu gelangen, unterrichtet werden. Das Reichskabinett wird sich im Laufe der kommenden Boche mit der Reparations- und Schuldenfrage befassen, sobald Klarheit über die Absichten Lavals besteht. Die Sigung des Reparationsausschusses der Reichsregierung am Donnerstag bend gedieh, über einen grundsätzlichen Gedankenaustausch nicht hinaus. Darüber scheint jedoch zwischen den maßgebenden Resjorts volle Einmütigkeit zu herrschen, daß der von dem interesterten Ausland seit Tagen mit steigendem Nachdruck empjhlene Weg einer deutschen Initiative in der Richtung des Sachverständigenausschusses der BJ3. nicht nur politisch für Deutschland, sondern auch sachlich zur Lösung des GesamtproNems durchaus unzweckmäßig ist. Aber was nicht minder wesentlich ist, auch die außerordentIch umfangreichen privaten Schuldbeziehungen Deutschlands dem Luslande gegenüber können von den Sachverständigen der BJZ. far nicht in den Kreis der Erörterungen einbezogen werden. I'm welche Beträge es sich dabei handelt, erfährt man neuerlings: Die Erhebungen, die die Reichsbank über die Gesamthöhe ler deutschen Auslandsverpflichtungen einschließlich Dawes- und Jounganleihe angestellt hat, haben einen Kapitalbetrag von rund 29 Milliarden Mark ugeben. Die darauf ruhende Zinsenlast ist auf insgesamt mindeDrud und Verlag von Albin Klein in Gießen Geschäftsstelle: Gießen, Südanlage 21. Fernsprecher Nr. 2525 und 2526. Postschedkonto Nr. 69 530 Amt Frankfurt a. M. Samstag, den 31. Oktober 1931 stens 2 bis 2,5 Milliarden Mark jährlich zu schätzen, eine Summe, die demnach etwa die Höhe der ,, normalen" Dawes- Annuität erreicht. Wenn man die Weltlage vom Kern der allgemeinen Krise, nämlich von Deutschland aus, ernsthaft sanieren will, dann ist es unmöglich, sich auf einen Ausschnitt aus der Gesamtverschuldung Deutschlands, nämlich auf die politischen Lasten des Reiches, zu beschränken. Infolgedessen gibt es nur einen Weg, nämlich den, die Dinge vor das Forum einer großen internationalen Konferenz zu bringen, und zwar noch im Laufe dieses Jahres. Es ist dabei selbstverständlich, daß diese Konferenz nicht lediglich von Finanz- oder Währungstechnikern und Bankiers beschickt werden darf, sondern daß man auf ihr auch die politische Vertrauenskrise behandeln muß, auf die bereits der Layton- Bericht mit großem Nachdruck und Ernst hingewiesen hat. Die These von der Unantastbarkeit des Youngplanes, die die französische Politik offenbar auch nach der Washingtoner Reise Lavals aufrechterhalten sehen will, ist bei der Gesamtlage einfach nicht mehr zu retten. Je eher Frankreich das einsieht, umsomehr wird es in seinem und im europäischen Interesse handeln. Berbilligte Kohle für Erwerbslose. Eine begrüßenswerte Maßnahme der Kohlensyndikate. Berlin. Sämtliche Kohlensyndikate haben sich bereiterklärt, für Erwerbslosenempfänger Kohlen zu ermäßigten Preisen ab= zugeben oder Kohlenmengen in gewisser Höhe gratis zur Verfügung zu stellen, um Preisnachlässe für die an Erwerbslose abgegebenen Kohlen zu ermöglichen. Ebenso wird auch der Kohlenhandel seinerseits zur Verbilligung durch Ermäßigung des Handelsrabatts und der Kleinhandelsaufgelder beitragen. Ferner hat sich auch die Reichsbahn durch eine für alle Entfernungen gleich Ermäßigung der Frachten für Erwerbslosen- Kohle( 3 Pfg. je Zentner) an der. Verbilligungsaktion beteiligt. Die Untersuchung des Sprengstoffundes. Bei der Prüfung des in der Wohnung des Agitators Ueberbrüd in der Siedlung Lindenhof in Tempelhof beschlagnahmten schriftlichen Materials ist man unter anderem auch auf einen Brief aus Mostau gestoßen, den der im Frühjahr dieses Jahres flüchtig gewordene Funktionär Gutsche an Ueberbrück geschrieben hatte. Gutsche war Führer einer Sprengkolonne, deren übrige Mitglieder teils in Berlin, teils in Breslau verhaftet wurden und gegen die jetzt das Hochverratsverfahren beim Reichsgericht schwebt. Schon damals liefen auch die Fäden dieser Sprengstoffaffäre nach Schlesien, von wo Ueberbrück fürzlich mit zwei Koffern voll Sprengstoff nach Berlin gekommen war. Der Brief aus Moskau enthält aber auch einen Hinweis auf die Beziehungen zu SchleswigHolstein, wo zur Zeit ebenfalls Ermittlungen der Polizei im Gange sind. In dem Schreiben erwähnt Gutsche nämlich auch den der KPD. angehörenden Hamburger Bürgerschaftsabgeordneten Presche, der schon einmal in den Verdacht geraten war, daß er zu Sprengfolonnen in Beziehungen stand. ( Neueste Nachrichten) Anzeigenpreise: die 30 mm breite Petitzeile auswärts 24 Pfg.. lokal 12 Pfg., die 90 mm breite Retlame- Petitzeile 96 Pfg. Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Bei Wiederholung Rabatt. Für Vollklischee- Anzeigen außerdem besondere Ermäßigung. Nummer 87 Das Handwerk zum Lohnproblem. Der Vorsitzende des Reichsverbandes des Deutschen Handwerks, Fr. Derlien- Hannover, stellte der Schriftleitung des ,, 8- Uhr- Abendblattes", Berlin, nachfolgende Ausführungen zur Verfügung: Das deutsche Handwerk hat in den letzten Jahren wiederholt Anlaß nehmen müssen, seine Bedenken gegenüber der Lohnpolitik zum Ausdruck zu bringen. So haben u. a. die Spitzenverbände des Berufsstandes- der Reichsverband des Deutschen Handwerks und der Deutsche Handwerks- und Gerverbekammertag noch in einer Entschließung vom 8. November 1930 eine zielbewußte Abkehr von der Zwangsbewirtschaftung der Löhne verlangt. Zu wiederholten Malen hat das Handwerk seiner Auffassung Ausdruck gegeben, daß das seit mehr als einem Jahrzehnt geübte System der politischen Löhne" mit seinen Schiedssprüchen und Zwangstarifen in hohem Maße zur gegenwärtigen Wirtschaftskrise mit ihrer ungeheueren Arbeitslosigkeit beigetragen hat. Mit Recht hat es eine alsbaldige Beseitigung dieser wirtschaftsfeindlichen Zwangswirtschaft gefordert. Das Handwerk lehnte eben schon immer den durch die restlos durchgeführte Bindung der Arbeitslöhne vorliegenden Schematismus und die damit verbundene Nivellierung ab. Es war der Fehler unserer ganzen staatlichen Lohnpolitik, daß sie zudem nur auf die Probleme der Großwirtschaft abgestellt war und eine individuelle Berücksichtigung, eine Kleinwirtschaft und eine Handwerkswirtschaft überhaupt nicht kannte, obwohl in Industrie und Hand-, werk ganz verschiedene Arbeitsbedingungen vorhanden sind. Wenn man heute angesichts der schweren wirtschaftlichen Depression die Fehler der Vergangenheit einsieht, so wäre es m. E. trotzdem für die gesamte Volkswirtschaft ein schweres Verhängnis, in einen ungehemmten Lohnabbau verfallen zu wollen Damit soll durchaus nicht bestritten werden, daß in manchen Berufszweigen eine weitere Lohnermäßigung noch möglich, ja sogar auch notwendig ist. Allein es wäre verkehrt, hier in den eingangs gerügten Fehler einer schematisierenden Regelung zu geraten. Ein übertriebener Lohnabbau könnte zudem leicht durch den Schwund der Kaufkraft den erhofften Erfolg auf Besserung der Geschäftslage durch Verminderung der Gestehungskosten wieder in Frage stellen und so zu weiterer Stagnierung im Wirtschaftsleben beitragen. Gerade das Handwerk, das etwa mit einem Drittel an dem Absaßkonsum beteiligt sein dürfte und dem Verbraucher am nächsten steht, hat kein Interesse an einem die gesamte wirtschaftliche Lage noch verschärfenden Absaßausfall. Zudem wird ein etwa 10prozentiger Lohnabbau niemals eine 1oprozentige Preisermäßigung nach sich ziehen können, da sich die Ermäßigung des Lohnes unter Berücksichtigung der übrigen Unkosten wohl schwerlich in ihrem prozentualen Gesamtumfang auf die Preise auswirken wird. Es kann sich immer nur um eine anteilsmäßige Auswirkung bei den Preisen handeln, da auch noch mit den übrigen Geschäftsunkesten, wie vor allen Dingen Steuern und sozialen Abgaben, gerechnet werden muß. Für das Handwerk steht somit zu befürchten, daß etwaige eigene Einsparungen durch den Lohnabbau die Absatzverluste infolge 14 Wahlvorschläge für die Landtagswahl. der verminderten Kaufkraft nicht auszugleichen vermögen. Wenn Für die Hessische Landtagswahl am 15. November sind fol= gende 14 Wahlvorschläge eingegangen: 1. Sozialdemokraten, 2. Zentrum, 3. Kommunisten, 4. Kommunistische Opposition, 5. Deutsche Volkspartei, 6. Staatspartei, 7. Radikaldemokraten, 8. Christl. Soz. Volksdienst, 9. Volksrechtpartei, 10. Hessisches Landvolk, 11. Deutschnationale Volkspartei, 12. Sozialistische Arbeiterpartei, 13. Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei, 14. Wirtschaftspartei. Listenverbindungen haben eingegangen: Kommunistische Opposition und Sozialistische Arbeiterpartei, ferner Deutsche Volkspartei, Volksrechtpartei, Hess. Landvolk und Wirtschaftspartei. Die Listen 5 und 9( Deutsche Volkspartei und Volksrechtpartei) find enger verbunden. Auf der Liste der Wirtschaftspartei stehen Rechtsanwalt Ludwig, Ingelheim, und Kaufmann Reibert, Neu- Isenburg als Listenführer. Der Wahlvorschlag der NSDAP. 1. Karl Lenz, Schriftsteller, Darmstadt. 2. Prof. Ferdinand Werner, Studienrat, Buzbach. 3. Frizz Kern, Fabritarbeiter, Eberstadt. 4. Heinrich Ritter, Bürgermeister, Gau- Odernheim. 5. Dr. Reinhold Daum, prakt. Arzt, Oppenheim. 6. Wilhelm Schwinn, Gast- und Landwirt, Spreng( Odw.). 7. Edmund Philipp Diehl, Landwirt, Gau- Odernheim. 8. Wilhelm Seipel 2., Landwirt, Fauerbach( Oberh.). 9. Dr. Werner Best, Gerichtsassessor, Gonsenheim. 10. Alfred Klostermann, Lehrer, Vocenrod. 11. Heinrich Gödel, Landwirt, Langen. 12. Dr. Karl Schilling, praft. Tierarzt, Gau- Odernheim. 13. Daniel Hauer, Handlungsgehilfe, Darmstadt. 14. Hans Döring, Spediteur, Darmstadt. 15. Dr. Heinrich Müller, Regierungsrat, Alsfeld. 16. Dr. Wilhelm Schäfer, Syndikus, Offenbach. 17. Karl D'Angelo, Osthofen. 18. Wilhelm Wassung, Hauptmann a. D., Darmstadt. 19. Friedrich Claß, Steuerinspektor, Darmstadt. 19. Philipp Wilhelm Jung, Rechtsanwalt, Worms. 21. Otto Geiß, Landwirt, Vadenrod. 22. Dr. Otto Jvers, Chemiker, Eberstadt. 23. Dr. Wilhelm Wagner, Landwirt, Boxheimer Hof, Bürstadt. 24. Karl Wahl, Arbeiter, Vadenrod. 25. Josef Buttler, Arbeiter, Eberstadt. 26. Bernhard Graf zu Solms Laubach( Oberhessen). man allerdings ohne Rücksicht auf den Inlandsabsatz die Bedeutung Deutschlands als exportierender Staat in den Vordergrund stellt, dann würde man wohl zur Hebung der Ausfuhr eine allgemeine Lohnsenkung als unbedingt geboten bezeichnen müssen, zumal fast durchweg die Gestehungskosten im Ausland unter denen der deutschen Wirtschaft liegen. Ich glaube auch nicht, daß ein Lohnabbau in Deutschland zu einem wesentlichen Rückgang der Arbeitslosigkeit infolge von Neueinstellungen führen könnte. Die deutsche Volkswirtschaft ist keine isolierte Wirtschaft, sie leidet ebenso unter der augenblicklich herrschenden Weltkrise wie die übrigen Länder. Diese trifft Deutschland um so schwerer, solange es noch mit den ungeheueren Reparationszahlungen belastet ist. Der Lohn wird seine unterste Grenze immer an dem sogenannten Existenzminimum finden. Allerdings ist dieses ein subjektiver Begriff. Vielleicht auch haben sich die Anschauungen über das zum Leben Notwendigste gegerüber der Vorkriegszeit geändert. Jedenfalls kann ein verlorener Krieg mit allen seinen Lasten und Verpflichtungen wohl kaum zu einer Herauffezung der Lebensansprüche Anlaß geben. Daß das Existenzminimum verschiedenartig aufgefaßt wird, beweist u. a. der Umstand, daß z. B. Alleinmeister im Handwerk durch die Not der Zeit gezwungen sind, zu einem Stundenverdienst zu arbeiten, den der Geselle als unter dem Eristenzminimum liegend ablehnen würde bezw. abgelehnt hat. Man wird somit wohl schwerlich behaupten können, eine Erreichung oder gar Unterschreitung des Existenzminimums verbiete einen weiteren Lohnabbau. Wie die Finanzämter bestätigen können, wird von vielen Handwerks meistern der Verdienst eines vollbezahlten Gesellen nicht erreicht. Der gezahlte Lohn erhält seinen Wert erst durch die Mög lichkeit, was man sich für den Gesamtbetrag zur Bestreitung der täglichen Bedürfnisse kaufen kann Nicht die Lohnhöhe als solche ist von entscheidender Bedeutung, sondern immer die in ihr wohnende Kaufkraft. Man wird für die jüngste Vergangenheit wohl kaum feststellen können, daß die Preise in ihrer Entwicklung mit den sinkenden Löhnen gleichen Schritt gehalten haben. Daß sie es nicht konnten, erklärt sich zum Teil daraus, daß die übrigen Gestehungskosten keine wesentliche Tendenz zum Fallen Nr. 87. Samstag, den 31 Samstag, den 31. Oftober 1931. „ Gießener Zeitung" zeigten. Zum Teil halten Preisbindungen die Materialkosten| politische und weltwirtschaftliche Probleme zu lösen, einer neuen für das Handwerk hoch. Von den allgemeinen Unkosten haben Entfaltung des Wirtschaftslebens den Weg zu bereiten. insbesondere die Steuern und sozialen Lasten noch keinen Abbau erfahren. Ihre Bedeutung für die gesamte Preisbildung darf in diesem Zusammenhang nicht verkannt werden. Grundsäglich läßt sich wohl die Auffassung des Handwerks zur Frage des Lohnabbaues wie folgt zusammenfassen: Für das Handwerk bleibt als Ziel der Lohnpolitik weder ein zu hohes noch ein zu niedriges Lohnniveau erstrebenswert. Eine gerechte Einkommensverteilung muß erreicht werden, die einerseits Möglichkeiten zur Kapitalbildung offen läßt und andererseits eine ausreichende Kaufkraft gewährleistet, um diese in den Dienst der Erhöhung des Wohlstandes des gesamten Volkes zu stellen. Um dieses Ziel für das Handwerk zu erreichen, wird sich eine Abkehr von der bisherigen Tarifpolitik mit ihren Kampfgedanken nicht vermeiden lassen. Gegenüber Zwangsmaßnahmen müssen wirtschaftliche Vernunftgründe die Oberhand gewinnen. Die Regelung der Lohnfrage im Handwerk wäre der berufsständischen Gemeinschaftsarbeit zu übertragen. Eine solche Entwicklung des Lohnproblems würde in der Richtung der vom Handwerk vertretenen Gedankengänge liegen, das grundsäßlich eine berufsständische Drdnung erstrebt, Gedanken, wie sie u. a. auch Reichsarbeitsminister Dr. Stegerwald in seiner bekannten Essener Rede vom 14. Februar ds. Js. zum Ausdruck brachte. An die Christenheit der Welt! Der Deutsche Evangelische Kirchenausschuß zur Kriegsschuldfrage. Der in Berlin zusammengetretene Deutsche Evang. Kirchenausschuß, die oberste Vertretung aller deutschen Landeskirchen, hat in diesen Tagen zur Kriegsschuldfrage eine Rundgebung er= lassen. Ausgehend von der von Monat zu Monat wachsenden äußeren und inneren Not im deutschen Volk und der uns unter Verletzung feierlicher Versprechungen auferlegten ungeheuren Lasten erhebt er, wie schon mehrfach, seine Stimme gegen die noch immer aufrecht erhaltene Lüge in der Kriegsschuldfrage. Er ruft die führenden Männer in Kirche und Wissenschaft im Ausland zur Mithilfe auf und schließt: Im Namen aller deutschen evangelischen Kirchen rust der Deutsche Evangelische Kirchenausschuß die Christenheit der Welt auf, den Kampf gegen den Geist des Hasses und der Lüge mit aller Entschiedenheit aufzunehmen und der Wahrheit und der Gerechtigkeit für unser verleumdetes und mißhandeltes Volk endlich zum Siege zu verhelfen. Schicksalsgefährten in der Krise. Produktionschrumpfung drinnen und draußen. - Alles, was sich auf wirtschaftlichem Gebiet in letzter Zeit ereignete- insbesondere die österreichische und deutsche Kredittrise, die Währungsschwierigkeiten Englands mit ihren vielfachen Rüdwirkungen auf die Welt spiegelt sich in einer weiteren Abschwächung des Wirtschaftsprozesses und namentlich der industriellen Erzeugung deutlich wider. Kaum ein Land, in dem die Kurve der Industrieproduktion nicht abwärts wiese. In den Vereinigten Staaten, in Deutschland, Großbritannien, Desterreich, ja selbst in Frankreich, das bisher dem Ansturm der Krise leidlich zu trohen vermochte fast überall hat die Industrie in letzter Zeit Einschränkungen vorgenommen. Im ganzen ist, nach Ermittlungen des Instituts für Konjunkturforschung, die industrielle Warenerzeugung der Welt von Mitte 1929, dem konjunkturellen Höhepunkt, bis zur Gegenwart um mehr als ein Viertel gesunken. Riesige industrielle Kräfte liegen in der Welt brach und harren ihrer Nuzung. Deutschland, der größte Industriestaat des europäischen Kontinents, hat besonders starke Einbußen erlitten. Seine industrielle Produktion ist, gemessen am amtlichen Produktionsindex( Stand von 1928= 100 gesetzt), von 108,4 im April 1929 bis auf 68,1 im August 1931 gesunken. Das bedeutet: unsere industrielle Erzeugung ist heute etwa so groß wie um die Jahrhundertwende. Um drei Jahrzehnte ist sie zurüdgeworfen- eine gewaltige Schrumpfung, die die furchtbare Schwere unserer Wirtschaftsnot in ihrem ganzen Umfange enthüllt. Aus diesem Tal den Weg zu neuem Aufstieg zu bahnen, das ist eine Aufgabe, wie sie schwerer feiner Regierung, feinem Volfe zur Lösung gestellt wird. Nur der einmütigen Zusammenarbeit aller Wirtschaftsgruppen und Erwerbsstände, nur der Aufbietung aller verantwortungsbewußten Kräfte wird es gelingen fönnen, unser Volt aus dem Dunkel der Gegenwartsnöte ins Helle eines neuen Tages zu führen. Was sich bei uns abspielt an Wirtschaftshemmungen, an sozialen Nöten, an Ringen mit den Widerwärtigkeiten einer gestörten Weltordnung ist deutlich genug haben es die letzten Wochen offenbart nichts anderes als ein Ausschnitt aus dem frisenhaften Weltgeschehen. Nur daß Deutschland besonders schwer zu leiden hat, schwerer jedenfalls als die Mehrzahl der anderen Staaten; nur daß bei uns die innere Not bereits bis an die Grenze des überhaupt Erträglichen gestiegen ist. Ernste Schwierigkeiten aber, Sorge und Kämpfe gibt es auch jenseits unserer Grenzpfähle. Auch dort kennt man Zahlungseinstellungen, Betriebszusammenbrüche, wachsende Arbeitslosigkeit. Im mer mehr Länder werden vom Mahlstrom der Krise erfaßt. Hoffnungen, die man vielerorts noch im Frühjahr dieses Jahres hegte, sind zunichte geworden. Die Kredit- und Währungskrise der letzten Monate hat in der Welt zunächst alle Ansätze zum Besseren im Keim erstickt. Die wachsende Not wird zum harten Lehrmeister. Die Erkenntnis gewinnt jedenfalls mehr und mehr an Boden sie hat in internationalen Verhandlungen der letzten Zeit bereits ihren Niederschlag gefunden: es bedarf der Zusammenarbeit aller Kulturvölker, um die internationale Atmosphäre vom Mißtrauen zu bereinigen, herandrängende weltDer Mittelstürmer von Hollywood. Ein Fußball- Roman von Sidney Horler. 26. Fortsetzung. Ich könnte den Elenden töten, der dies getan hat! O Did! Ein Elfmeter gegen uns!" Margery hatte die letzten Worte entsetzt hervorgestoßen. Did warf sich in seinen Stuhl nach vorn, und die Szene auf dem Spielfelde, die sich seinen Augen darbot, brannte sich in sein Gehirn ein. Heftig protestierend umstanden die Hollywood- Spieler den Schiedsrichter. Marr fonnte von seinem Sig aus das vor Empörung bis zur Unkenntlichkeit entstellte Gesicht Pat Finnegans sehen. Freidenfer gegen das Dorf. Die„ Proletarische Freidenkerstimme", die für 2 Monate verboten war und jetzt wieder erscheint, fündigt eine große Werbeaktion für diesen Winter an. Sie will registrierte Kirchenaustritte organisieren, ferner 150 Stützpunkte im Dorf und auf den Gutshöfen in Form von Ortsgruppen, Einzelmitgliedern und Vertrauensleuten schaffen und regelmäßig 20 Betriebszeitungen und 20 Dorfzeitungen herausgeben. Dieser weltanschaulichen Front, die durchaus der politischen entspricht, kommt es auf einen planmäßigen Vorstoß auf das Dorf an. Wir müssen uns in diesem Winter auf eine planmäßige Wühlarbeit der tommunistischen Gottlosen in den Dörfern gefaßt machen. Im nächsten Augenblick hatte sich der Schiedsrichter aus dem Menschenknäuel losgelöst und schwenkte heftig beide Arme zum Zeichen der Verneinung. Er zeigte mit der Pfeife auf die Elfmeterlinie. Dem Rechtsinnen Villas wurde die Aufgabe zuteil, den Elfmeterschuß zu erefutieren. Er placierte den Ball sorgfältig und geschickt und schoß mit solcher Gewalt, daß Wallis nicht die geringste Chance hatte, das Leder abzuwehren. Einen Augenblic war es still, dann entluden sich plötzlich die mühsam verhaltenen Gefühle der großen Menge in einem ohrenbetäubenden Tumult. Es war ein Zufall," sagte ein Mann hinter Did und Margery. Der Ball hat den Arm des Verteidigers gestreift; er hat ihn genau so wenig wie ich mit den Händen berührt!" Marr fühlte Mitleid mit George Bennett, dem rechten Verteidiger Hollywoods, der so unschuldig diesen Strafstoß heraufbeschworen hatte. Bennetts Antlik war aschfarben, als er dem Linksaußen Villas entgegeneilte, um ihn vom Ball zu drängen. Laßt Zahlen sprechen! aus", ist es unbedingt erforderlich, daß unverzüglich vom Reich bezw. von den Ländern die erforderlichen Schritte unternommen werden. Wie arg die Verhältnisse zum Teil liegen, hat die Deffentlichkeit bisher nicht einmal geahnt. Einen Blick hinter die Kulissen geben folgende Ausführungen des Deutschen Holz verkaufsanzeigers: Kürzlich fanden im preußischen Innenministerium Ver Allerh Alles laute Leb feelen. Die letzten während es auf der handlungen über die von dem zuständigen Regierungspräsidenten lüht. Des ganzen, dieser Besprechung wurde von interessierter Seite bekanntgegeben, breiten wir durch Ein Vorgesetzter auf zwei Untergebene. ,, Der Postaushelfer Säbelbein lädt für Berlin Pakete ein". In diesem Spottgedicht wurde vor dem Kriege die Personalpolitik der Eisenbahnverwaltung mit ihrem Ueberfluß an Aufsichtsbeamten etwas drastisch gekennzeichnet. Inzwischen - Beinen hört man, Toren der Vergange tine Mutter an ein beanstandete Mustersatzung einer Großstadt statt. Als Ergebnis mengetragen in den daß Ersparnisse beim Personal der Gemeinden kaum noch er reicht werden könnten. Dies ist jedoch nur die von den Vertretern der Gemeindebeamten bekundete Auffassung gewesen, der die Regierung keineswegs beigepflichtet hat. Angesichts der tatsäch lichen Personalverhältnisse, namentlich auch in den Gemeinden felle, fröhliche Stim des Westens, wäre das nur schwer zu verstehen gewesen. Zwar sind die Stadtverwaltungen im allgemeinen ängstlich darauf bedacht, ihre Personaletats so undurchsichtig zu gestalten, daß es durch das verlassene ein Vater, der in di um die Not von den gedacht. Nun darf er Kleine Kinder haber selbst eingesessenen, mit den einschlägigen Fragen einigermaßen hiebe Hände heute id vertrauten Bürgern schwer fällt, sich einer zureichenden Ueberblick über die Personalpolitik ihres Gemeinwesens zu verschaffen.es, so wie sie einſt Es kann natürlich nicht verhindert werden, daß es nicht doch hier und da gelingt, den Schleier zu lüften, wobei denn auch fast regelmäßig wenig erfreuliche Dinge herauszukommen pflegen. haben sich die Verhältnisse, was die Reichsbahn anbetrifft, glück licherweise wesentlich geändert. Auch bei unseren Kommunalver waltungen ist ein Wandel eingetreten, leider aber im entgegengesetzten Sinne. Es wird die höchste Zeit, daß hier endlich einmal der Hebel angesetzt wird, um die Wirtschaft von dem immer unerträglicher werdenden Steuerdruck zu entlasten. Nicht mit einem weiteren Abbau der Beamtengehälter, soweit diese bereits heute unzulänglich sind, ist der Wirtschaft gedient. Es ist vielmehr der übersetzte Behördenapparat mancher Kommunen, dein energisch zu Leibe gerückt werden muß. Da scheinbar auch bei den Kommunalverwaltungen immer noch das alte Sprichwort seine Geltung hat: ,, Eine Krähe hackt der anderen die Augen nicht Marr verfolgte das Spiel mit atemloser Spannung. Wenn Telepathie fein Schwindel ist, mußte sich sein banges Hoffen um den Ausgleich seinen verzweifelnd fämpfenden Kameraden mitgeteilt haben. Vom Abstoß an spielten die roten Kämpen wie Besessene. Obwohl die Sturmreihe nicht mehr einheitlich war, überflutete sie die Villa- Verteidigung vollständig. So wild und verbissen arbeiteten Lennie und die zwei Innenstürmer, daß der gegnerischen Verteidiger zu verzweifelten Mitteln der Abwehr greifen mußten. So oft Gefahr drohte, schossen sie aus. ,, Die werden ja erdrüdt!" rief jubelnd ein Hollywood- Anhänger, dessen Brust das rotweiße Abzeichen schmüdte. So war es auch. Aber Talent und können bedeuten, wie in vielen anderen Dingen, auch beim Fußballspiel nicht alles. Selbst die ehernste Entschlossenheit tann gegen Bech nicht aufkommen. Die Hampton- Villa- Verteidiger und ihr Tormann mußten scheinbar glüdbringende Amulette mit sich tragen, denn es gelang ihnen, unter den verzweifeltsten Umständen ihr Tor rein zu halten. baten, als sie in der kleinen arbeitete. Da in der Mitte Kreuz. Es gehört d Argonnen und nach Steppen Rußlands u hin, wo Millionen Baterland, Aller Toten wol So konnte z. B. für Mülheim( Ruhr) festgestellt wer den, daß dieses rund 130 000 Einwohner zählende Gemeinwesen gehen unsere Gedant von nicht weniger als 33 höheren Beamten geleitet wird, von denen 19 das Gehalt eines Regierungsrates oder Oberregierungs rats beziehen. Die übrigen 14 haben noch wesentlich höhere Einkünfte. So erhält z. B. der Oberbürgermeister die Bezüge eines Staatssekretärs, sechs Beigeordnete beziehen Ministerial dirigentengehälter. Zu diesem schon an und für sich nicht ganz kleinen Stab des höheren Dienstes kommen dann noch 31 Amt leute bezro. Oberamtleute und 149 Inspektoren und Ober inspektoren. Das gibt insgesamt 213 Beamte des leitenden Dienstes, denen nur 417 Beamte des ausführenden Dienstes gegenüberstehen. Mit anderen Worten: Es schien, als ob Villa bei Halbzeit noch immer führen sollte, als plötzlich Pat Finnegan das Leder seinem Nachbar zuspielte. Blitzschnell schoß Tommy Dean davon, und es sah aus, als wenn er seinen rasenden Lauf bis zur Edflagge verfolgen wollte. Plöglich schwenkte er von der vorgetäuschten Linie ab und nahm Richtung direkt auf das Tor. Es war nicht viel da vom kleinen Tommy Dean, aber was da war, war gut. Der linke Villa- Verteidiger bekam davon einen Beweis zu spüren. Die Schultern der beiden trafen sich in einem Anprall, welcher ihnen das Gleichgewicht nahm, aber während der Villa- Verteidiger fich noch im Grase wälzte, war Tommy wieder am Ball und schoß. Auf je zwei Beamte des ausführenden Dienstes kommt in Mühlheim ein Vorgesetzter! Noch schlimmer dürften die Dinge in Bielefeld, einer Mittelstadt, die vor der kürzlich erfolgten Eingemeindung nur 89 000 Einwohner zählte, liegen. Die um 40 000 Einwohner kleinere Stadt als Mülheim kommt zwar mit 222 Beamten und fast 190 Angestellten aus, die Zahl der höheren Beamten beträgt nichtsdestoweniger 30, also fast ebensoviel wie in der rheinischen Großstadt. 122 Beamte sind im gehobenen mittleren Dienst vorhanden, Stanley, der Villa- Tormann, behauptete später, daß der rechte Verteidiger, welcher am Tor vorübergestürmi war, ihm die Aussicht verstellt hätte; aber bei allem Respekt vor dem Können des berühmten Tormannes fonnte man mit Sicherheit behaupten, daß Stanley auch dann den Ball nicht hätte halten fönnen, wenn seine Aussicht nicht verstellt gewesen wäre. Das Leder war derart rapide geschossen worden, daß niemand von den Zuschauern wußte, was vorgefallen war, bis sie das Rückennez des Tores von der Gewalt des Schusses heftig geschüttelt sahen. Bum Bum!" ging der Kampf in der zweiten Spielhälf te. Hampton Villa spielte vielleicht ausgeflügelteren Fußball, aber ihre Geschicklichkeit im Musterzeichnen auf dem grünen Rasen brachte ihnen nichts ein. Wie ein Trojaner kämpfte der große Bill Lennie, der unaufhörlich Vorstöße auf das Villa- Tor unternahm. Von seinem Fuz tamen Schuß auf Schuß, die aber alle neben oder über das Tor gingen, und jedesmal, wenn er danebenschoß, sah man, wie er vor erger mit den Fingern fnipste. so daß auf jeden einzelnen ausführenden Beamten zwei Vorgesetzte entfallen. Dabei greift der oft gehörte Einwand, daß im ausführenden Dienst hauptsächlich Angestellte beschäftigt würden, nicht durch, denn dann kommt auf nicht einmal zwei cusführende Funktionäre immer noch ein Vorgesetzter. Die Minuten verflogen, und es schien, als ob der harte Kampf unentschieden enden sollte. Noch ein Tor zu bekommen, schien ganz unmöglich zu sein. hlummern, bis dere Tage des Jahres, an nicht weiter" zugeruj gedenten, daß wir all unseren Brüdern und Tag der Toten sei a Das Nur ein Teil d legten Monaten ist ursacht; beträchtliche is erfolgt. Die Ve nicht Folge der Arbe fordern hauptsächlich wiegen der Abhebun weil es die wirtschaf erschwert. Hält dies zu einer ausgedehn Kredite gezwungen, wirtschaftlichen Klei und Erwerbslosigke Lie Reichsbant fan Die Spartajien Schuldet, die Siche zwischen find weite wie auf Grund der Vertrauen zu den Wie ungeheuerlich das Verhältnis ist, wird einem klar, wenn man bedenkt, daß z. B. bei der Post 28 Untergebene, bei der Finanzverwaltung ungefähr sieben je einem Vorgesetzten unterstehen. Es ist schon so, wie gesagt wurde, wenn das Reich die gleiche Personalpolitik triebe wie die Gemeinden, dann wäre der Zusammenbruch der Staatsfinanzen längst nicht mehr aufzu halten. Bei der Post muß ein Amt schon mindestens 100 Dienſt posten haben, wenn es mit einem Amtmann als Vorsteher besest werden darf, und ein ,, Amtmann von besonderer Bedeutung" mit etwas höherem Gehalt kommt erst für Aemter mit mehr als 250 Bediensteten als Vorsteher in Frage Aehnlich liegt es bei der Eisenbahn. Der 1500 Mann starke Hauptbahnhof in München hat einen Oberamtmann zum Vorsteher. Bei den Gemeinden aber hat ein Oberamtmann, der zumeist noch der Titel„ Bürodirektor" führt, vielleicht nur über acht bis zehn mangel; außerdem i Personen zu gebieten. Noch fehlten fünf Minuten bis zum Schluß, da gab der Schiedsrichter einen Freistoß für Hollywood. Rasch glitt der Ball von Warriner zu Walter Bell. Der Flügelmann war sich der Dringlichkeit der Situation bewußt und verschwendete keine Zeit in funstvollen Manövern auf der Außenlinie, sondern schoß prompt und direkt auf das Tor. Wie ein Mensch gewordener Hurrikan stürmte Lennie heran, um dem Ball zu begegnen. Sein rechter Fuß traf den Ball mit einem dumpfen Dröhnen, das man auf der Tribüne hören konnte. Der Ball war wie ein brauner Blitzschlag. Keines Menschen Hände hätten ihn halten können. Nur sechs 3oll tiefer, und Lennie wäre unter den enthusiastischen Umarmungen seiner Ge fährten erdrückt worden. Diese sechs Zoll jedoch machten einen großen Unterschied aus den Unterschied zwischen Triumph und Enttäuschung. Das Leder sauste über die Querlatte, und als unmittelbar darauf das Spiel abgepfiffen wurde, sah Bill Lennie aus wie der un glücklichste Mensch auf der ganzen weiten Welt. Der große Bill hatte jedoch einmal sein Wort gegeben, und das Schicksal entschied, daß er es halten solle. Das Nachspiel fand am kommenden Donnerstag am Plage der Wanderer statt und unter den Zuschauern befanden sich Did und Margery. Wieder spielte Lennie als Mittelstürmer, und er erzielte das einzige Tor des Tages mit einem geschickt von der Mitte bis nahe vor das feindliche Tor gedribbelten Ball. Sofort fielen seine Gefährten über ihn her und begruben ihn unter ihrer An erkennung. Sogar Wallis verließ sein Tor, um daran teilzu nehmen. Da es ihm nicht gelang, in die Nähe des Schützen 3 tommen, der langsam, aber sicher erstickte, schoß er, um seine Freude auch Raum zu lassen, ein paar Purzelbäume. fondere ist eine no ihres Vermögens vo etc.) vorgenommen Durch ein wichtiger beseitigt worden ist. nahme von Spareinl mer wird auch Unru urch Inflationsfurdh emgegenüber nicht ei Bolitit und Wirtscha Sansd Von Dr. Wol Hanft ist beim Gr iger netter Bursche, anft fich. Bei Tisch ft zum Brunnen lau Die Mutter, froh, i wenig um Hansi ür Unart und droht, Curz darauf erscheint ber die Mutter läßt bmmt von dem un ie furz. Bald muß Hansi Als man dem großen Bill endlich gestattete, aufzustehen und Halsweh, sah er in die Richtung, wo Marr unter den Zuschauern saß, und hob die Hand. Er hatte sein Wort gehalten. 9. Am Vorabend des großen Ereignisses. Mutti ist heut so bös Stigen entleert er fei Bett, fie muß Hanfi ind alle Glieder wie Die Hollywood- Mannschaft war zu einer Konferenz zufam der Stirn und üb mengetreten. Ein Ministerrat, der über die europäische Krik: beraten wollte, fonnte nicht mit mehr Würde und Feierlichkeit: abgehalten werden als diese Versammlung der Fußballer. Tab Wie Mutter und Susmeisterin daher. sächlich hing ja auch von dieser Versammlung, soweit der Mans: et fich daher gleich a auf der Straße in Frage tam, viel mehr ab als von sämtliches itet der was aus; T Ministerratsversammlungen, die je in Downing Street getage fe den Scharlach hatten. Nichts Geringeres stand auf der Tagesordnung diese Konferenz als der Aktionsplan für das Cupfinale, welches an: übernächsten Tage ausgetragen werden sollte. In wenigen Wochen war Hollywood zu schwindelnder Höb emporgestiegen, und sein Ruf widerhallte in der ganzen fußbal spielenden Welt. Lennies siegbringendes Tor im Semifinal hatte jeden einzelnen Mann der Elf zu einer nationalen Be rühmtheit gestempelt. Ihre Photographien erschienen überal Ein geschicker, junger Zeitungsmann mit einer Vorliebe für sen getauft, und die Bezeichnung wurde bald populär. 16, der Scharlach foll Ende von der Gd Enell einen Arzt her Der alte Dr. Höfe i den Fall und gab Dals Hanfis, dazu di Dah mit franten G sationelle Ueberschriften hatte sie die ,, nordischen Kampfhähne anbleiben in der G eignet haben sollte. Vor zwei Monaten hatte der Klub nod Höfer zu Hanfis M Es schien unglaublich, daß sich in so kurzer Zeit so viel er um seine Existenz gekämpft; jetzt überbot sich die gesamte Sport welt darin, die berühmte Elf zu ehren. Fortsetzung folgt. llung: beginnender e- die etwas aus Con anftedenden Aran ribt immer gleidh jag Rr. Samstag, den 31. Oftober 1931. Bunverzüglich vom R hen Schritte unternom zum Teil liegen, bat abnt. Einen Blid b ingen des Deutschen H Janenministerium igen Regierungsprofie oßstadt flatt. Als Ergeb erter Seite bekanntgegebe Gemeinden kaum ned nur die von den Vertre ffaffung gewesen, der at. Angesichts der tat ch auch in den Gemein verstehen gewesen. gemeinen ängstlid ba bfichtig zu gestalten, daf igen Fragen einigerma einer zureichenden Id Semeinwesens zu verfchaff erden, daß es nicht doch ften, wobei denn auch Serauszukommen pflegen m( Ruhr) festgestellt hner zählende Gemeinme Beamten geleitet wird, srates oder Oberregiere Lokales. Allerheiligen - Allerseelen. - Alles laute Leben schweigt, es ist Allerheiligen Allerseelen. Die letzten müden Blätter fallen von den Bäumen, während es auf den Gräbern des Friedhofes ein letztes Mal blüht. Des ganzen Herbstes Pracht haben die Menschen zusam= mengetragen in den stillen Garten der Toten. Und ernst und still shreiten wir durch die langen Reihen der Gräber. Nur ein Weinen hört man, hier und dort ein Kiagen. Und aus den Toren der Vergangenheit fommen die Toten zu uns Da steht eine Mutter an einem kleinen Hügel, während ihre Gedanken durch das verlassene Kinderzimmer gehen, in dem die kleine, helle, fröhliche Stimme für immer verflurgen ist. Und da liegt ein Vater, der in dieser schweren Zeit Tag und Nacht arbeitete, um die Not von den Seinen fern zu halten. An sich hat er nie gedacht. Nun darf er ausruhen unter dem schwarzen Kreuz, das Liebe Hände heute schmückten. Dort ist dis Grab einer Mutter. Kleine Kinder haben sich an den Händen gefaßt und umstehen es, so wie sie einst die Mutter umstanden und um Brot sie baten, als sie in der kleinen Dachfammer tagaus, tagein für die Kleinen arbeitete. Da in der Mitte des weiten Friedhofes steht ein mächtiges Kreuz. Es gehört den Toten des Weltkrieges. Und plötzlich gehen unsere Gedanken weit fort in fremde Lande, nach den Argonnen und nach Arras, nach Flandern und in die weiten Steppen Rußlands und hinaus in den unendlichen Ozean, dortben noch wesentlich behin, wo Millionen Herzen brachen für das heilige deutsche Serbürgermeister die Br dnete beziehen Minifter an und für sich nicht ommen dann noch 31 Inspektoren und D 213 Beamte des leiten des ausführenden Dieri ten: sführenden Dienstes in Vorgesetzter! in Bielefeld, einer Min Singemeindung nur 8900 40 000 Einwohner flein mit 222 Beamten und i höheren Beamten betri soviel wie in der rheinide obenen mittleren Dienfi sführenden Beamten entfallen. vand, daß im ausführen chäftigt würden, nicht da vei ensführende Funktioni iltnis ist, wird einem Fla er Post 28 Untergebene, en je einem Vorgefesten t wurde, wenn das Reich Gemeinden, dann wäre en längst nicht mehr a schon mindestens 100 Die ntmann als Vorsteher b besonderer Bedeutung für Aemter mit mehr Frage Aehnlich liegt e n starke Hauptbahnhei zum Vorfteher. Bei mann, der zumeist noch icht nur über acht bis hen Umarmungen feiner 6 n einen großen Unter umph und Enttäuschung S und als unmittelbar da Bill Lennie aus wie der weiten Welt. mal sein Wort gegeben, halten solle. Das Nad m Plage der Wanderer fich Did und Marger ittelstürmer, und er e inem gefchidt von der Baterland. Aller Toten wollen wir heute in Liebe gedenken, die da schlummern, bis dereinst auch wir zu ihnen kommen. An dem Tage des Jahres, an dem uns das göttliche ,, Bis hier her und nicht weiter" zugerufen wird, sollen wir aber auch der Lebenden gedenken, daß wir alle einmal vor Gottes Thron erscheinen und unseren Brüdern und Schwestern verziehen haben müssen. Der Tag der Toten sei auch ein Tag der Versöhnung. Der Sonntagsschreiber. Das Geld muß rollen! Nur ein Teil der Abhebungen von Spareinlagen in den legten Monaten ist durch die wirtschaftliche Krisenlage verursacht; beträchtliche Abhebungen sind ohne wirkliches Bedürfnis erfolgt. Die Verminderung der Einzahlungen vor allem ist nicht Folge der Arbeitslosigkeit und Einkommensverminderung, sondern hauptsächlich einer unbegründeten Psychose. Das Ueberwiegen der Abhebungen über die Einzahlungen ist unerfreulich, weil es die wirtschaftlichen Verhältnisse unnötig kompliziert und erschwert. Hält diese Entwicklung an, so werden die Sparkassen zu einer ausgedehnten Rückziehung der von ihnen gewährten Kredite gezwungen, wodurch gerade die breiten Schichten des wirtschaftlichen Klein- und Mittelstandes betroffen und Arbeitsund Erwerbslosigkeit vermehrt würden. Die Unterstützung durch die Reichsbant fann naturgemäß nur vorübergehend sein. Die Sparkassen haben die Zahlungskrise des Juli nicht verschuldet, die Sicherheit ihrer Einlagen ist gewährleistet. Inzwischen sind weitere Maßnahmen getroffen worden, freiwillige, wie auf Grund der Notverordnungen, die auch psychologisch das Vertrauen zu den Sparkassen zu fördern geeignet sind. Insbe= sondere ist eine noch schärfere Trennung der Sparkassen und ihres Vermögens von den öffentlichen Finanzen( der Gemeinden etc.) vorgenommen worden, was umso erfreulicher ist, weil dadurch ein wichtiger Beunruhigungsfaktor mancher Sparerkreise beseitigt worden ist. Gerüchte von einer teilweisen Beschlagnahme von Spareinlagen sind natürlich reiner Unsinn. Noch immer wird auch Unruhe in manche Sparerkreise hineingetragen durch Inflationsfurcht. Die tatsächlichen Verhältnisse beweisen demgegenüber nicht einen Geldüberfluß, sondern eher einen Geldmangel; außerdem ist von den verantwortlichen Stellen in Politik und Wirtschaft wiederholt klar und energisch jede, auch Hänschen brütet was aus. Von Dr. Wolfgang Schmidt- Aschaffenburg. Hansi ist beim Spielen heut so launisch! Sonst ein verträglicher netter Bursche, ist er heute gereizt, heult ohne Grund und jankt sich. Bei Tisch hat er kaum gegessen, dafür sieht man ihn oft zum Brunnen laufen, um Wasser zu trinken. Die Mutter, froh, einmal für sich etwas tun zu können, hat ich wenig um Hansi gefümmert. Sie hält sein Verhalten auch für Unart und droht, als Hansi eben wieder heult, mit Schlägen. ribbelten Ball. Gojort fil Kurz darauf erscheint Hansi mit der Klage ,, mir ist soo schlecht", Segruben ihn unter ihrer fein Tor, um daran te in die Nähe des Schüben eritidte, schoß er, um f aber die Mutter läßt sich auf keine Unterhaltung ein. ,, Das tommt von dem unverünftig vielen Wassertrinken", meint fie furz. ndlich gestattete, auf Ropf- und Halsweh, er traut sich gar nicht recht raus, denn aar Purzelbäume. nter den Zuschauern fak ogen Ereignifies. zu einer Konferens er über die europäife S mehr Würde und Feierli mmlung der Fußballer tjammlung, soweit der Imehr ab als von fämtli e in Downing Street g auf der Tagesordnung r das Cupfinale, weldes erden sollte. ywood zu schwindelnder rhallte in der ganzen f ingendes Tor im Semifi Elf zu einer nationalen tographien erschienen übe nn mit einer Vorliebe für die nordischen Kampf de bald popular. in jo furzer Zeit jo mil Monaten hatte der Klub uberbot fi die gesamte Sp ehren. folgt. Bald muß Hansi Mutter wieder stören, denn er hat nun auch Mutti ist heut so bös. Da würgt es ihn, und unter ekelhaften Stößen entleert er seinen Magen. Mutter rust:„ Marsch ins Bett", fie muß Hansi aber mehr tragen als führen, denn ihm ind alle Glieder wie abgeschlagen, der falte Schweiß steht ihm uf der Stirn und über den Rüden laufen ihm falte Schauer. Wie Mutter und Sohn so ins Haus gehen, kommt die alte bausmeisterin daher. Sie hatte selbst einen Haufen Kinder und lemmt sich daher gleich aus. Wie sieht denn ihr Hansi aus, gewiß britet der was aus; meine haben gerad so angefangen damals, Die sie den Scharlach hatten!" Hansis Mutter ist bestürzt! Freilich, der Scharlach sollte ja in der Stadt sein, da konnte Hansi im Ende von der Schule was heimgebracht baben! Also nur hnell einen Arzt her! - Der alte Dr. Höfer, seit Jahren Arzt in der Familie, besah ich den Fall und gab der Hausmeisterin Recht. Ein Blick in den bals Sansis, dazu die Fiebermessung und der Umstand, daß banfi mit franken Schulkameraden allerdings vor ihrem Fernbleiben in der Schule zusammen war, ergab die Fest tellung:„, beginnender Scharlach".„ Merken Sie sich", sprach natürlich auch ErwachDr. Höfer zu Hansis Mutter ,,, Kinder -die etwas ,, ausbrüten", befinden sich im Anfangsstadium on anstedenden Krankheiten. Man fann auch als Arzt oft icht immer gleich sagen, was für eine Krankheit kommt, man ene,, Gießener Zeitung" die kleinste Inflation abgelehnt worden. Wie stabil die deutsche Mart ist, zeigt übrigens die Tatsache, daß sie seit der Stabilisierung durch alle Krisen hindurch, auch die letzte, fest geblieben ist im Gegensatz zu wichtigen, früher nie angezweifelten ausländischen Währungen. Zu einem guten Teil hängt das Schicksal der deutschen Wirtschaft von der Einsicht und Vernunft der Sparer selbst ab, davon, ob sie durch unnötige Abhebungen und zurüdgehaltene Einzah lungen den gesunden Kreislauf des Geldes in der Wirtschaft stören und so Not und Arbeitslosigkeit für alle, auch für sie selbst, vergrößern wollen, oder ob sie wieder in der alten normalen Weise ihr verfügbares Geld einzahlen und nur bei wirtschaftlichem Bedarf abheben. Angst und Panik sind noch nie gute Lehrmeister gewesen. Steigen die Einzahlungen wieder über die Auszahlungen- in vielen Gegenden ist das erfreulicherweise bereits wieder Normalzustand so ist jegliche Gefährdung des Zahlungsverkehrs bei den Geldinstituten ausgeschlossen und der entscheidende Schritt im Kampf gegen die Wirtschaftskrise und Arbeitslosigkeit getan. - Gegen falsche Steuergerüchte. In der hessischen Bevölkerung gingen in den letzten Tagen Gerüchte über die Einführung neuer Steuern um. Eine Verlautbarung über die vorgestrige Kabinettssigung stellt fest, daß beschlossen wurde, in Hessen weder eine staatliche Schlachtsteuer noch eine Fahrradsteuer oder Nähmaschinensteuer einzuführen. * Gemeinden und Erwerbslosenfürsorge. Die hessische Regierung hat die Gemeinderechner angewiesen, daß die Auszahlung von Geldern der Erwerbslosenfürsorge aus den Gemeindefassen, auch vorlagsweise, nicht gestattet ist, und daß die Gemeinde rechner evtl. persönlich für Verluste der Gemeindekassen durch Auszahlung von Erwerbslosengeldern haftbar gemacht werden. * Vermißt. Vermißt wird seit Sonntag der Kaufmann Erich Seyb. Der junge Mann war am Sonntag als Schiedsrichter in Goßfelden tätig. Nach dem Spiel begab er sich auf einem Fahrrad nach Marburg, um wie er sagte mit einigen Bekannten in Marburg zusammenzutreffen. Das Rad hat er, wie vereinbart, auf der Gepädabfertigung in Marburg abgegeben. Bis zur Stunde ist der junge Mann bei seinen Eltern nicht eingetroffen. * 100 Jahre hessisches Forstinstitut. Die Hundertjahrseier der Eingliederung des Hessischen Forstinstitutes in die Landesuniversität wird am 24. und 25. November festlich begangen. Sie ist als interne akademische Feier gedacht und wird mit einem Fortbildungslehrgang für die akademischen Forstbeamten Hessens verbunden. Den Festvortrag hält Geheimrat Prof. Dr. Endres über das Thema:„ Die Forstwissenschaft von heute und ihre Zufunft". Die Feier findet im großen Saal der Aula statt. * Besichtigung der neuen orthopädischen Klinik und des Krüppelheims. Die Bevölkerung ist zur Besichtigung der neuen orthopädischen Klinik für kommenden Sonntag, vormittags von 11 bis 1 Uhr eingeladen. Bei den Führungen werden Erläuterungen gegeben. Die Klinik wurde bekanntlich vom Hessischen Krüppelfürsorgeverein aus Spendemitteln errichtet. Die Inneneinrichtung stammt zum großen Teil aus Reichsbeständen, die im ehemaligen besetzten Gebiet von dem Krüppelfürsorgeverein vom Reich erworben wurde. Außerdem hat sich die deutsche Industrie und der deutsche Handel an der Ausstattung der Klinik und des Heims beteiligt. Die Klinik wird am fommenden Montag dem Betrieb übergeben. Es sind bereits 32 Patienten angemeldet. * Luftverkehr Winter 1931 32. Die Einschränkung der Beihilfen für den Luftverkehr hat die Einstellung einer Reihe von Luftstrecken zur Folge. Trotzdem weist der am 1. November 1931 in Kraft tretende Winterflugplan der Deutschen Lufthansa eine Reihe guter Eintagsverbindungen ab Frankfurt am Main nach den größeren innerdeutschen Flughäfen auf. * Oeffentlicher Vortrag. Ueber ,, Ludendorffs Weg zur Rettung" spricht am Samstag, den 31. Oktober, abends 8 Uhr, in einem öffentlichen Vortrag der Kampfgruppe Gießen des Tannenbergbundes Hans Kurth- München. * Wahlversammlungen. Am morgigen Sonntag hält nachmuß abwarten und in dieser Zeit nichts versäumen! Da ist zuerst äußerst wichtig, daß diese„ brütenden" Menschen schon in der Lage sind, andere anzustecken, obwohl man ihre Krankheit selbst noch nicht nachweisen kann! Also Absonderung, nicht mehr in die Schule schicken, fein allgemeines Verkehrsmittel mit solchen verdächtigen Kranken benützen. Das Pflegepersonal, bei Ihnen Sie selbst, soll fleißig gurgeln, denn die meisten Ansteckungen gehen über den Nasenrachenraum. Sind Durchfälle da, dann den Stuhl mit etwas Kalk oder Chlorkalk desinfizieren, ehe man ihn in den allgemeinen Abort schüttet, und am zweckmäßigsten, was Sie ja taten, den Arzt rufen. Er weiß am besten, welch besondere Vorsicht in dem einen oder anderen Fall nötig ist, auch hinsichtlich der polizeilichen Anzeige. Denn viele anstedende Krankheiten, bei einzelnen sogar schon der Verdacht auf eine solche, sind meldepflichtig. Morgen wird der Ausschlag wohl da sein, obwohl es Fälle von Scharlach ohne Ausschlag nicht zu selten gibt! Wir wollen hoffen, daß alles gut geht!" Sechs Wochen mußte Hansi zu Haus bleiben, aber unter der Obhut des Arztes und der Pflege der Mutter ging alles gut, so daß er nach Ablauf der Krankheit, wieder lustig und munter zur Schule gehen fonnte, wie ehedem. Hauptsendezeit des Rundfunks? In Bekanntmachungen von Polizeibehörden und in Veröffentlichungen der Reichspoſt und er Funkgesellschaften ist vielfach von ,, Hauptsendezeiten des Rundfunks" die Rede. Man behauptet, während dieser Stunden sei der Betrieb elektrischer Geräte, von denen Rundfunkstörungen ausgehen können, insbe sondere auch die Benutzung von Elektromotoren, unzulässig und strafbar. Das ist unrichtia, bei den, Gendezeiten" handelt es sich kei neswegs um eine amtliche oder allgemein gültige Festsetzung. Sie ist einseitig von den Kreisen des Rundfunks genannt und hat feinerlei verbindliche Kraft. Weder die Polizeibehörden noch die Postämter sind befugt, die Benutzung elektrischer Geräte zu bestimmten Tageszeiten zu verbieten oder sonst irgendwie zu beschränken. Alle derartigen Anordnungen sind unwirksam. Auch in der Rechtsprechung wird dieser Grundsaz allmähNr. 87. mittags um 3 Uhr, die Sozialdemokratische Partei im Café Leib eine Versammlung ab, in der u. a. Regierungsrat Rizel von hier sprechen wird. Am Abend, 8.30 Uhr, hält die Radikaldemokratische Partei im ,, Aquarium" eine Versammlung ab. * Straßensperrung, mitgeteilt vom Oberhessischen Automo bil- Club E. V.( A.v.D.), Gießen. Die Sperrungen auf den Provinzialstraßenstreden Rendel- Büdesheim vom Abzweig nach Niederdorfelden und Rodheim v. d. H. Betterweil sind ab 1. November ds. Js. aufgehoben. * Schafflers Wettervorhersage für November 1931. Wetterlage zu Beginn des Monats veränderlich, leichte Niederschläge, furze Aufheiterung mit Sonnenschein, wechselnd mit starker Bewölkung. In der zweiten Woche ungünstiger, kälter, windig, Nachtfrost. Um die Mitte des Monats troden, rauh, rasch wechselnde Bewölkung mit zeitweiliger Aufheiterung, dann wieder örtlich regnerisch. In der 3. Dekade Kaltlufteinbruch, sehr wech selndes vielfach regnerisches Wetter, windig. Schneefall im Flachlande in Regen übergehend. Die ungünstige Wetterlage mit furzen Aufheiterungen bis Monatsende anhaltend, starker Tem peraturrüdgang bis zu Frost. * Auswandererberatung. Die gemeinnützige öffentliche Auswandererberatungsstelle zu Frankfurt a. M. verlegt ihre Büroräume vom 1. November 1931 von Rathenauplatz 3 nach Braubachstraße 30/32. Die Beratungsstelle ist für das Publikum geöffnet: täglich vorm. von 9 bis 2, sowie Mittwoch nachmittag von 4 bis 6 Uhr. Bei dieser Gelegenheit sei darauf hingewiesen, daß die Auswandererberatungsstelle in allen AuswanderungsAngelegenheiten mündlich und schriftlich kostenlos Rat und Auskunft erteilt. * Immerbrand- Herd. In Gießen finden am Mittwoch, den 4. November, und Donnerstag, den 5. November, jedesmal nachmittags 4 Uhr und abends 8 Uhr im großen Saale des Café Leib, Walltorstr. 36, interessante Vorträge statt, bei welchen der moderne ,, Jmmerbrand" praktisch vorgeführt wird. Als besonders interessant wird auch das Kochen ohne Wasser und das Braten ohne Fett vorgeführt, wodurch die Vitamine und Nährstoffe weitgehendst erhalten bleiben. Ebenso ist völlig neu das Eintochen ohne Apparat, weil 20 und mehr Gläser gleichzeitig und ohne Aufsicht zugekocht werden können. Ein Original- Immerbrand- Herd wird unter den Besuchern der Vorträge gratis verlost. Gesundheitswesen Schlaflosigkeit macht Falten und schlaffes Ausse hen. Sie können nachts nicht schlafen. Sie geraten vor Unruhe in ein leichtes Transpirieren und dieses Unbehagen verscheucht den Schlaf erst recht. Waschen Sie sich vor demSchlafengehn mit lauem abgestandenen Wasser, dem Sie ein paar Löffel Essig zu- gesezt haben. Reiben Sie nicht, sondern drücken Ste einen Schwamm am Nacken aus, so daß das Wasser den Körper herab rieselt Nicht nur das Transpirieren wird dadurch verhindert, es entsteht auchein angenehmes Gefühl der Kräftigung und Beruhigung. Die Rotlichtbehandlung gegen Hautschäden wird neuer bings vielfach von Aerzten angewandt, z. B. um zu verhüten, daß nach Pocken Narben entstehen usw. Merkwürdigerweise fangen die Bläschen zu ettern an, wenn sie ans Tageslicht kommen, und hinterlassen dann Narben. Verhindert man den Zutritt der Sonnenfür ein Mädchen strahlen, so wird das arge Übel vermieden besonders hängt also ungeheuer viel von der richtigen Behandlung ab, denn es ist keine Kleinigkeit, ein Leben lang mit narben entstelltem Gesicht herumzulaufen. Sehr interessant sind die Feststellungen des wissenschaftlichen Handbuchs für Kosmetik: schon im 13. Jahrhundert schreibt ein englischer Leibarzt über die Behandlung des pockenkranken Rönigssohnes: Ich mache alles um sein Bett rot, und es ist eine gute Knr. Er übersteht die Krankheit ohne Narben zurück zu behalten." Jm Archiv zu Lille befindet sich ein Aktenstück aus dem Jahre 1509, ausdem hervorgeht, das der damals 9 jährige Karl V., der an Blattern erkrankt war, ein rotes Nachthemd trug, die Bettdecke war rot, das Bett tot ausgeschlagen. In Rumänien bedeckt man noch heute nach uralter Volkssitte Gesicht und Hände der Bockenkranken mtt roten Tüchern. Universal- Reichssteuer- Kassebücher bist Albin Klein, Giessen, Südanlage 21. liefert billigst lich anerkannt. In einem rechtskräftigen Urteil vom 10. Fe bruar 1931 stellt sich das Landgericht München auf den Standpunkt, daß der Betrieb eines Hochfrequenzheilgerätes nicht verboten oder auf bestimmte Tagesstunden beschränkt werden dürfe. Es könne sich höchstens darum handeln, ob ein Störschutzmittel anzubringen sei. Eine derartige Verpflichtung kommt dann niemals in Betracht, wenn die Empfangsanlage des Rundfunkhörers später in Betrieb genommen wurde als das störende elektrische Gerät. Aber auch im umgekehrten Falle ist es sehr umstritten, ob und unter welchen Voraussetzungen diese Schutzvorrichtungen erzwungen werden können. Eine große Rolle spielt dabei die Frage, ob die verlangten Mittel anch wirksam, ob sie ungefährlich und nicht zu teuer sind. Gerade in diesen Punkten bestehen noch erhebliche Bedenken. Weshalb erklärt sich übrigens die Rundfunkseite nicht bereit, die Kosten der Störbefreiung zu übernehmen? In ihrem Interesse sollen Maßnahmen an den bisher von niemand beanstandeten elektrischen Anlagen getroffen werden. Ist es nicht eine Mindestforderung der Gerechtigkeit, daß derjenige, der einen Vorteil beansprucht und sich einen ungestörten Genuß sichern will, in seine Tasche greift und die dazu erforderlichen Aufwendungen bezahlt? Wo bleiben außerdem die Reichspost und die Rundfunkgesellschaften, die allmonatlich Millionenbeträge aus den Rundfunkgebühren einnehmen? Ihre Pflicht wäre es in erster Linie, die Störbefreiung zu finanzieren und sich der Nöte der Rundfunkhörer anzunehmen. Es ist aber nichts davon zu merken, daß hier etwas Entscheidendes geschieht. Man versucht statt dessen, die Lasten auf andere Schultern abzuwälzen. Gegen diese Be-strebungen wehrt man sich mit Recht in en Kreisen des mittelständischen Gewerbes, das in der Hauptsache von dem Vorgehen des Rundfunks betroffen wird. Die Verwendung von Elektromotoren und elektrischen Geräten jeder Art ist heute gewiß kein Lurus, sondern gerade für das Gewerbe eine Lebensnotwendigkeit. Andererseits weiß jeder, mit welchen Schwierigkeiten das Handwerk und das mittlere Gewerbe zu kämpfen haben. Jede Aufbürdung neuer Lasten, für die gesamte Wirtschaft handelt es sich um Beträge von vielen Millionen, rührt an die Grundlagen ihrer Eristenz. Samstag, den 31. Oftober 1931. Aus Nah und Fern. Bad Nauheim. Wie das Verkehrsamt der Kurverwaltung mitteilt, betrug der Gesamtbesuch bis zum 29. Oftober 1931 30 091 Gäſte, darunter waren 5276 Ausländer; anwesend sind 3. 3t. 1018 Gäste. Schotten. In der letzten Gemeinderatssigung teilte der Bürgermeister mit, daß die Schulden Schottens 600 000 m. betragen. Zwei Arbeiter vom Zug überfahren. Darmstadt, 30. Oft. Am Donnerstag vormittag wurden bei der Ausfahrt des Durchgangs- Güterzuges 6662 aus dem Hauptbahnhof Darmstadt die zur Stellwerksbahnmeisterei Darmstadt gehörenden Hilfswerkführer Mumrich aus Weiterstadt und der Schlosser Ludwig Schneider aus Wolfskehlen bei Ausübung von Weichenarbeiten überfahren. Mumrich wurde erheblich verlegt dem Krankenhaus zugeführt, während Scheider seinen Verletzungen sofort erlag. ,, Gießener Zeitung" zumeist vergeblich Umschau halten. Fast jeder Bericht von drauBen erzählt von der großen Not der Erwerbslosen und von Maßnahmen, die zur Linderung dieser Not getroffen worden sind. Das trifft, um nur zwei Beispiele anzuführen, ebenso für die Vereinigten Staaten von Amerika wie für Rumänien zu. So ist erst kürzlich in Hermannstadt( Siebenbürgen) ein deutschsächsischer Kreisausschuß zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit ins Leben gerufen worden. Und doch gibt es noch immer Auswanderungsmöglichkeiten, allerdings in erster Linie für alle diejenigen, welche Mut, Kraft und Geld haben, um auf gut Glück in ein überseeisches Land auszuwandern, um dort als einfacher Arbeiter unter schweren Lebensbedingungen zu beginnen. Niemand aber sollte eine solche Reise antreten, ohne vorher mit einer anerkannten Beratungsstelle für Auswanderer, wie sie auch das Deutsche Auslands- Institut in Stuttgart unterhält, Fühlung genommen zu haben. Dort allein kann ein Auswanderer sachgemäße Auskunft über alle wissenswerten Fragen erhalten und dort allein kann ihm gesagt werden, ob er sich für eine solche Auswanderung eignet. ( Zum Kapitel Deffentliche Hand.) Neue Bücher. Nr. 87. Aus dem Bildersaal meines Lebens. Von Lita zu Putlih. Verlag Koehler& Amelang, Leipzig. 1931. Jl. Ganzl. 6.80 M. Es ist ein reicher Bildersaal, der sich in diesen Erinnerungen einer altpreußischen Aristokratin vor uns auftut. Sie ist eine begabte Porträtistin der Feder, diese Edle Herrin zu Putlitz; ihre Vertrautheit in hösischen wie in Künstlerkreisen, ihre Liebe zu fernen Ländern wie zur heimatlichen Scholle geben Gelegenheit, diese Kunst vielseitig und abwechslungsreich anzuwenden. Ob sie ihr Elternhaus in Karlsruhe oder im märkischen G Ericheint Bezugspreis 2,4 Rezzin, ob sie die Großen dieser Welt, ob Fürsten des Geistes altionsschluß früh oder der Kunst schildert, immer weiß sie mit einigen wenigen Strichen das Charakteristische hervorzuheben, dem Leser ein einprägsames und farbenprächtiges Bild vor Augen zu führen. Ein Selbstgedachtes, von Eduard Engel. Leipzig 1931 Koeh ler& Amelang Verlag. 219 S. Ganzleinen 4.50 M. neuer Engel, mit dem uns der ewig junge nun achtzigjährige Vorfämpfer für deutsche Sprache und deutsche Dichtung zu seinem hentage beſchenkt, ein echter Engel, in dem Funken ſprühen Darmstadt, 30. Oft. Am Donnerstag fand in der OttoBerndt- Halle die feierliche Uebergabe des Rettorats statt. Die Verwalten, nicht wirtschaften! und Spähne fliegen. Alles schon Gedachte und Gesagte noch die studentischen Korporationen waren in Wichs und mit ihren Fahnen erschienen. Prorektor Prof. Dr. Böhler übergab nach Erstattung des Berichts über das Studienjahr 1930/31 der Technischen Hochschule Darmstadt dem neugewählten Rektor Professor Reuleaux die Amtskette und das Rektorat. Worms. Die Nationalsozialisten haben hier ein ,, braunes Haus" errichtet. In seinen Räumen sollen während des kommenden Winters Hunderte von Menschen ein warmes Essen erhalten. Marburg. In Frankenau wurde ein Landwirt von einem Pferde derart geschlagen, daß er tödlich verletzt wurde. Frankfurt a. M., 30. Oft. In der Freitagvormittagsitzung des Favag- Prozesses wurde der ehemalige Direktor der Südwestdeutschen Bank, Sauerbrey, zu den Vorgängen bei der Kapitalerhöhung der Favag 1928 eingehend vernommen. Nachträglich wurde noch die damals gegründete Südwestdeutsche Bank in das Bankenkonsortium der Favag aufgenommen und ihr eine Vergütung von 125 000 Marf zugeteilt, während die übrigen Banfen insgesamt 500 000 Mark erhielten. Von dieser Provision sind aber der Südwestbank nur 13 588 Mark verblieben. Der Rest wurde unter acht Direktoren der Favag und der Südwestbank verteilt. Köln. Nach dem günstigen Verlauf der in den beiden letzten Jahren in Köln veranstalteten Sommerausstellungen soll auch im kommenden Jahr( Mai bis Oktober) eine Ausstellung im Rheinpark durchgeführt werden, die ein besonders zeitgemäßes Thema behandelt. Die Ausstellung nennt sich ,, Der Schutz von Eigentum und Leben“ und wird alle Gebiete und Einrichtungen umfassen, die von Behörden, wirtschaftlichen Organisationen, Industrie und Gewerbe zum Schuh von Sachwerten und des menschlichen Lebens geschaffen worden sind. Die Ausstellung wird in zwei Hauptgruppen gegliedert sein; in der ersten werden alle von Staat und Behörden getroffenen Schutzmaßnahmen und in der zweiten die jeden einzelnen zum Schutze von Eigentum und Leben gegebenen Möglichkeiten zur Darstellung gebracht. Bochum. In den Abendstunden des Mittwoch brach im unterirdischen Betrieb der Zeche„ Konstantin", Schacht 6/7, im Revier 6, auf der fünften Sohle, ein Grubenbrand aus, der aber auf seinen Herd beschränkt werden konnte. Personen sind bei dem Brande nicht zu Schaden gekommen. Dortmund. Zu Veruntreuungen bei der Firma Theodor Althoff( Karstadt- Konzern) wird nunmehr bekannt, daß sich der Fehlbetrag auf 100 000 Mark erhöht. Dresden. Das Landgericht Dresden hat eine Schadenersatzflage der nationalsozialistischen Tageszeitung„ Der Freiheitsfampf" gegen den sächsischen Staat für begründet erklärt und das Land Sachsen zu 25 000 Mark Schadenersatz verurteilt. Der deutsche Dom in Riga. Die lettische Regierung hat auf dem Wege der Notverordnung den Dom in Riga der deutschen evangelischen Gemeinde genommen( d. h. geraubt), ihn zur Kathedrale des lettischen evangelischen Bischofs erklärt und seine Verwaltung einem Ausschuß übertragen, in welchem 3 deutsche Stimmen 8 baltischen gegenüberstehen, die Deutschen also ohne jeden Einfluß sind. Die Enteignung des Doms im Landtag und bei der Volksbe= fragung dreimal abgelehnt ist, wenn auch in anderer Form, durchgeführt, der Raub des seit siebenhundert Jahren in deutschen Händen befindlichen, von Deutschen gebauten und unterhaltenen Gotteshauses vollzogen. In den Kreisen des Deutschtums, in den evangelischen Kirchen aller Welt, die es mitansehen müssen, wie nun zwischen die Evangelischen deutscher und lettischer Nationalität ein schmerzender Keil hineingetrieben wird, bei allen denen, die es mit dem lettischen Staat gutmeinen, herrscht über den Gewaltakt Trauer und Entrüstung, um so mehr und um so berechtigter, als ja einst durch deutsche Waffen Lettland vom Bolschewismus befreit wurde. Man wird dieses Ausnahmegesetz sicher noch einmal zu bereuen haben. Inzwischen hat der charaktervolle Bischof der lettischen evangelischen Kirche als Protest gegen die Vergewaltigung der evangelischen Deutschen sein Amt niedergelegt. Arbeitslosigkeit und Auswanderung. Der deutsche Auswanderungswillige, der bemüht ist, ein Land ohne Arbeitslosigkeit ausfindig zu machen, wird wohl Tischtennis? Kl. Billard? Gofort gesucht Bersonen i. Standes Geld. Wer gibt Beamten3. Uebernahme einer darlehen, Hypotheken Maschinenstrickerei usw od. vermittelt f. 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Adressen fostenBernh.Süß, Gießen Hamburg 6 Zollver: los v. Eigene Scholle, Stephanstraße 17. Berlin SW. 68. einsniederlage. Obgleich nunmehr eine Reihe von Jahren darüber hingegangen ist, hat man noch nichts bemerkt, diese feierliche Verpflichtung wahrzumachen. Das hat vor kurzem erst der Deutsche Handwerker- Bund festgestellt und sich in einer programmatischen Forderung gegen den Regiebetrieb der öffentlichen Hand und gegen die Uebersteigerung der Steuern und sozialen Lasten ge= wandt. Der gewerbliche Mittelstand darf jedoch nicht resigniert die Hände in den Schoß legen; er muß seine Stimme immer wieder erheben, sonst ist ihm die ,, kalte Sozialisierung" sicher. Auf dem diesjährigen sozialdemokratischen Parteitage in Leipzig konnte festgestellt werden, daß in den Kommunen der private wirtschaftliche Unternehmer in seiner Bedeutung durch die gesellschaftliche Unternehmungsform weit zurückgedrängt worden ist. An Stelle des Unternehmers mit eigenem Risiko sitt jetzt der Wirtschaftsbeamte". In der Tat, wenn man die allerdings vielfach recht unklar gehaltenen Angaben der städtischen Etats durchforscht, muß man staunen, mit welcher Fülle von Gewerbebetrieben sich unsere großen Kommunen befassen: von der Handwagenvermietung bis zur Sargfabrikation ist alles vertreten. Den Vogel schoß natürlich die Reichshauptstadt Berlin ab, deren berüchtigtes AnschaffungsAmt jede nur denkbare Konkurrenz für das private Gewerbe, die die anderen städtischen Betriebe vielleicht noch ausgelassen haben konnten, vollständig machte. Die naturnotwendigen Folgen dieses Systems: die Ueberlastung der Betriebe mit unfähigen und sachunkundigen Angestellten, die Verschwendung öffentlicher Gelder, die untragbare Schuldenlast der Städte, die Korruptionsskandale, sind so offenbar, daß darüber heute nicht mehr gesprochen zu werden braucht. Die Erwerbsgesellschaften der öffentlichen Hand bilden meist ein solches Netz von Unternehmungen und untergesellschaften, daß man über die Ergebnisse ihrer Tätigkeit keine Klarheit gewinnt, und auf die wenigen Mitteilungen in den Geschäftsberichten angewiesen ist. Man hört selten Positives davon außer im Zusammenhange mit peinlichen Standalen. Wenn der private Unternehmer schlecht arbeitet, kommt es zum Kors und seine minderwertige Leistung wird offenkundig. Wenn ein städtischer Betrieb schlecht arbeitet, werden die Abgaben erhöht und die Verluste aus Steuergeldern gedeckt. Wir mißtrauen dem Können der tommunalen Betriebe schon deshalb, weil ihre Arbeit den Vergleich mit dem privaten Gewerbe scheut. Auf der letzten Tagung des Elektrobundes wurde ausgeführt, daß allein das Steuerprivileg der Jffentlichen Versorgungsbetriebe für Elektrizität, Gas und Wasser jährlich 250 Millionen Reichsmark in Fortfall bringt! Da die Privatbetriebe auch in diesen Wirtschaftszweigen meist billiger liefern und doch rentabel arbeiten, stellen sie einen doppelten Vorteil für die Allgemeinheit dar: Ein Mehr an Steuereinkommen und billigeres Erzeugnis! Wenn das schon das Ergebnis ist bei Versorgungsbetrieben, die der öffentlichen Hand zugestanden werden können, so muß man mit Recht die größten Bedenken haben gegen andere Unternehmungen, für die der öffentlichen Hand die Zuständigkeit bestritten werden muß. Deshalb ist immer wieder die Forderung: größte Zurückhaltung der öffentlichen Hand im Sinne des Artikels 164 der Reichsverfassung! Staat und Gemeinde müssen sich wieder darauf besinnen, daß es ihre Aufgabe ist, zu verwalten, aber nicht zu wirtschaften! einmal selbst, auf eigene Art zu durchdenken und niederzuschreiben, wahrlich es gibt keine höhere Aufgabe für einen Denker, und daß der streitbare alte Herr ein Denker ist, beweist er wieder in diesem Buche. ,, Der Höllenhund", ein heiterer Roman vom klirrenden Da= sein von Max Kronberg. Verlag Otto Janke Leipzig. Brosch. RM. 3.—, Ganzleinen RM. 4.50. - Frech, übermütig ist dieser„ Höllenhund" ein Buch, bei dessen Lektüre man alle Sorgen und Nöte des abgehetzten, refordsüchtigen Daseins vergizt. Eine unterhaltende Liebesgeschichte, die Tempo und Schmiz hat, mit blizender Dialogschärfe, lebenswach, scharmant, flüssig, schimmernd und schillernd, für unsere gequälte und belastete Zeit eine wirkliche Erholung. Alles ist pulsierendes, modernstes Leben. Minnehaha's Ende. Abenteuerroman von Emilio Sal= gari. 302 S., in Ganzl. geb. 3,90 M. Phönix- Verlag Carl Siwinna, Berlin SW. 11. Das tragische Geschick der In= dianer Nordamerikas, die sich schließlich, durch eine an Betrug und Wortbruch reiche, raffinierte Ausrottungspolitik zur Verzweiflung getrieben, in beispiellos grausamen Kriegen zur Wehr setzen, aber ruhmvoll untergehen, als sie der zahlenmäßigen Uebermacht und der entwickelten Techmit ihrer Feinde nicht länger standhalten können das ist der düstere Hintergrund des soeben herausgekommenen neuen Abenteuerromans von Emilio Salgari, der ebenso reich an aufregenden Geschehnissen und farbenprächtigen Schilderungen ist, wie alle seine Vorgän ger. Von diesem Hintergrund hebt sich das Einzelschichhal einiger unerschrockener und mit allen Gefahren der Prärie wohl vertrauter weißer Jäger ab. Steht die Welt Kopf? Wie wenige sind sich über die Bedeutung unserer Epoche klar, die im Wirbelsturm jahrtausende alte Gesetze wegsegt. Die Frau in fünf Erdteilen", die neue Artikelreihe der neuen ,, Woch e" erzählt von der größten Umwälzung unserer Tage. Die ,, Münchener Jllustrierte" enthält in ihrer neuesten außerordentlich vielseitigen Nummer( Nr. 44) ein ganz neuartiges 2000- Mart- Preisausschreiben„ Wem gehören diese Hände?". Weiter zeigt das Blatt eine ganz ungewöhnlich interessante Photoreportage von dem Calmette- Prozeß in Lübed. Verantwortlich: Paul Christian Klein in Gießen. Billiger u. dabei besser wirtschaften! Veranstaltet 4 Vorträge werden mit Koch-, Brat- und Backvorführungen in Gießen am Mittwoch, den 4. November und Donnerstag, den 5. November, jedesmal nachmittags 4 Uhr und abends 8 Uhr im großen Saal des Café Leib Walltorstr. 36. Vorgeführt wird der moderne Küchenherd Immerbrand mit der garantiert staubfrei brennenden heb- und senkbaren Feuerung, der ohne Holz, Kohlen, Gas, Strom, Benzin usw., sondern viel billiger überraschende Höchstleistungen zeigt. Kochen ohne Wasser! Braten ohne Fett! 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Sachsens ho Landtagsfraktion ein meaministerium den tens zur Auflösung d John Pierpont Sanktonzerns der We rise befindet, wird i Der österreichisch desführer der Heimm gender Aeußerungen lage eingebracht. In Zulammenha lettländischen Barla Rüdtritt erklärt. Nach britischen fammenitog zwischen Capern 15 Personen hwer verlegt worde Die amerikanisch em heutigen Montag fini feit längerer Ze Die deutschnation ember in Darmstadt Sauerjikung Während in Par Lavals über seine Wa egennimmt, tagte an bug des Wirtschaftst ben Botschafters von es französischen Kabin Stunde in der Wilhe es deutschen Botschaf Seantwortung der vo en bringen soll, erwa at in die Nacht hin Inzwischen ist am Sorfit des Reichstar anzlei der deutsche 3 sidhujjes zusammeng Infolgedessen wird sic er Bildung der Unte nillionen gedacht: 1. Ausbau des deuts 2. Kartellfragen; 3. gemeinsame Entw Staaten( Südoste 4. Regelung der int Am 10. Novembe er zunächst nur die deinen werden. Unter dem Vorsi Dormittag eine Bespr artigen Amtes und Befunden, die voraus Baris begeben werde Die deutsche Abo teilt, deren erster übe Sandelsvertrages ver werden fich mit Frage Hereinbarungen im gemeinsamer deutich Bindern befasien. Amisvertrete Südanlage Nr. 21 Am Sonntag fa bertretermahlen statt.