t. Nr. 98 Gießener Zeitung tidjen Marine 1914-18 fizier- Berband E. B gebunden 30.- Rmt ge. Neben der Ehren erfreulicherweise aud taunlichen Umfang von doch nur in inappiter materiellen Daten, Teil behörden und Marine baut auf der Rangliste Ser alle Wiedereinitel des Beurlaubtenstandes Marine verwendeten Ramen aller im Kriege hiffe, Luftschiffe, Flug ber deren Verbleib. und Betrieb bei wirt fall" von Rechtsanwalt im Verlag für Wirt 20. 400 6. in Gany das in die jetzige Zeit esetzt mit der peinlichen erem Betriebe, mit un wenn der Unter Vater, der Verwalter ? Oder arbeitsunfähig 2 Wie fönnen wir bei rd diese Vorsorge dur Herausgegeben mit Un Kontordia- Verlag, Leip Rt. Auch diesmal hat ufgabe, der breiten Dej Se einen Einblid in das utschen Reichspost zu ge ne Fülle von interesan ger und leicht faßlicher er Reichspost, über ihn 8, über die Technik und en und mit dieser großen n neues Berndorff- Bud Was ist das überhaupt Wo kommt er her, wi der Seele eines solchen Widersprüche. Er spred sorte 1 δεν er tam zu ver, die nur von ihren Kind Chantavers spro en, er sah die Aften alfachen über Matuschto Menschen. Der ungarisc Beschaffung des Mate Sighter Beobattungen un Selheiten dieses grotesten riebenes Buch„ Was it Co., Stuttgart. Br. 3 RM Joft Milde. Franks Bu reis 3- Rmt rufsberatung und Berufs studiums wie einfach und hluß geben über die Ver Diejes ( Gießener Tageblatt) Erscheint Mittwochs und Samstags. Bezugspreis 2,40 M vierteljährlich frei ins Haus. Redaktionsschluß früh 8 Uhr. Für Aufbewahrung oder Rüdfendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. 44 Jahrg. Drud und Verlag von Albin Klein in Gießen Geschäftsstelle: Gießen, Südanlage 21. Fernsprecher Nr. 2525 und 2526. Postschedtonto Nr. 69 530 Amt Frankfurt a. M. ( Neueste Nachrichten) Anzeigenpreise: die 30 mm breite Petitzeile auswärts 24 Pfg.. lokal 12 Pfg., die 90 mm breite Reflame- Petitzeile 96 Pfg. Platz vorschriften ohne Verbindlichkeit. Bei Wiederholung Rabatt. Für Vollklischee- Anzeigen außerdem besondere Ermäßigung Donnerstag, den 24. Dezember 1931 Weihnachten 1931 Nicht hell und fröhlich werden die Weihnachtsglocken in diesen Tagen flingen, weil die Fäuste, die die Glockenstränge ziehen, nicht fröhlichen Menschen gehören, weil die Menschen drunten in Stadt und Land nicht mehr fröhlich sein können weil Deutschland eines seiner traurigsten Weihnachten begeht. Aber was hilft es! Es gilt das Selbstvertrauen nicht zu verlieren! Das Fest der Liebe aber sollte die letzten Hemmungen in uns niederreißen, sollte unsere Leser, sollte uns Deutsche alle in sich finden lassen und uns in unserer Not vereinen. Und dann heiße die Zarole: „ Einer für alle, alle für einen!" Ist das unser Wunsch, so ist unsere Bitte: Laßt diesen Spruch schon vorher in Euch wirken. Helfe ein jeder, so weit er tann, seinen Nächsten eine Freude zu bereiten. Damit macht er nicht nur dem anderen, sondern auch sich selbst die größte Weihnachtsfreude! Politische Rundschau. Der Reichsrat trat am Dienstagmittag nochmals zu einer Bolligung zusammen und genehmigte bei Stimmenthaltung Bayerns die Verordnung der vorstädtischen Kleinsiedlung und Bereitstellung von Kleingärten für Erwerbslose. Im Reichsjustizministerium haben Besprechungen mit Vertretern der deutschen Länder über die Möglichkeit einer Milderung des Kündigungsrechts der Mieter stattgefunden. Der Bierte Straffenat des Reichsgerichts hat am Montag das am 26. November d. J. vom Berliner Polizeipräsidenten für drei Monate ausgesprochene Verbot des Nationalsozialistischen Pressedienstes aufgehoben. Das Reichsgericht hat die Beschwerde des braunschweigischen Innenministers gegen den Reichsinnenminister, der seinerzeit das Verbot des„ Braunschweigischen Volksfreundes" aufgehoben hat, als unbegründet zurückgewiesen. Die amtliche Ernennung des Baron de Kerokhove Denterghem zum belgischen Gesandten in Berlin steht unmittelbar bevor. ,, Times" zufolge verlautet, daß die britische und die französische Regierung sich dahin geeinigt haben, den anderen interessierten Regierungen vorzuschlagen, die Reparationskonferenz der Regierungen nach dem Haag für Mitte Januar einzuberufen. Der Generalsekretär des Völkerbundes, Sir Eric Drummond, hat sich am Montag nach London begeben, um mit der englischen Regierung über das Programm der bevorstehenden Abrüstungskonferenz zu verhandeln. ür Landes- und Volls herausgegeben von Dr. C Marburg- Lahn.- In He gen über die Kasseler Lan licher Forschung zu Ende zines hessischen Fürsten des jante Beiträge runden den hängige, rüdhaltlose Rury che, wirtschaftliche, steuer und Vorsorgen enthält die e" des Verlags für Win rftr. 20. Preis 60 Rpfg. find komisch, schimpfen auf mitunter nichts so heite Boche"-Roman Hunge von der Münchener Ne von jugendlichen Erwerbs Thema bringt die neue en Presse"( Nr. 51) einer in den Tagesheimen für j an Klein in Gießen. KSACHE ESSEN vormals Keller, gegr. 1789 Die Presse berichtet übereinstimmend, daß in Cannes zwischen Henderson und Agnides der endgültige Beschluß gefaßt worden sei, den Zusammentritt der Abrüstungskonferenz unter dem Vorsitz Hendersons auf den 2. Februar 1932 festzusetzen. Die Gerüchte, daß die englische Regierung eine Verschie= bung der Abrüstungskonferenz vorschlagen wolle, werden von den juständigen Stellen als völlig unbegründet bezeichnet. Man rechnet in London zurzeit damit, daß die Abrüstungskonferenz planmäßig eröffnet werden wird. Verlag und Schriftleitung. die in Deutschland schon seit Monaten zum täglichen Handwerkszeug aller Erörterungen über die Notlage gehören. Die Tatsachen, Zahlen und Ziffern, die der Bericht widergibt, sind in Deutschland bekannt; sie werden aber durch den Bericht nun auch der Weltöffentlichkeit vor die Augen gehalten und werden dadurch hoffentlich dazu beitragen, in den Ländern, in denen bisher noch Unklarheiten über die wirtschaftliche Zerstörungsgewalt der Reparationen bestanden haben, eine klarere Einsicht in die weltwirtschaftliche Bedeutung des Problems zu eröffnen. Genfung der Postgebühren. Berlin. Das Reichskabinett stimmte in seiner gestrigen Sitzung der Senkung der Postgebühren mit Wirkung Dom 1. Januar 1932 zu. Die Senkung soll sich, um bei der Höhe des zur Verfügung stehenden Betrages von 120 Mill. RM. wirksam zu sein, auf zwei wichtige Verkehrszweige, den Paket- und den Fernsprechverkehr, erstrecken. Bereits am 28. Dezember wird der Arbeitsausschuß des Reichspostverwaltungsrats und am 29. das Plenum des Verwaltungsrats zusammentreten, um die endgültige Entscheidung zu treffen, insbesondere um die Einzelheiten der Gebührensenkung festzusetzen. Hessische Politik. Karl Der Petitionsausschuß des Hessischen Landtags lehnte in seiner gestrigen Sitzung die Anfechtungsklage der Wirtschaftspartei gegen die Hessenwahl ab. Den sozialdemokratischen Anfechtungsantrag gegen die Wahl der Abg. Lenz, Döring und Hauer( alle NSDAP.) gab man an den hessischen Staatsgerichtshof weiter. Gleichfalls die Angelegenheit des Wilhelm Schäfers aus Offenbach wird an den Staatsgerichtshof geleitet. Der Staatsgerichtshof wird also reichlich Arbeit vorfinden, um so mehr als er sich auch mit der Frage zu befassen hat, ob die vom Landtag beschlossene sofortige Abberufung des Innenministers Leuschner rechtlich zulässig ist. Vertrauen und Zuversicht. Die Beruhigung des Publikums hat erhebliche Fortschritte gemacht. Die Einzahlungen bei den Sparkassen bewegen sich wieder in aufsteigender Linie, und die Abhebungen haben nachDie englisch- französischen Verhandlungen in Paris über die Schulden- und Tributfragen sind unterbrochen worden. Sie sol- gelassen. Einzahlungsüberschüsse werden immer zahlreicher, und len demnächst wieder aufgenommen werden. Der Senat hat gestern das Hoover- Moratorium mit 69 gegen 12 Stimmen ratifiziert. Damit erlangt das Moratorium, das nur noch Präsident Hoover zur formellen Unterzeichnung vorzulegen ist, Gesetzestraft. Das fommunistische von den Sozialdemokraten unterstützte Boltsbegehren auf Auflösung des Danziger Vollstages hat die erforderliche Stimmenanzahl erbracht. Arnaldo Mussolini, der Bruder des Chefs der italienischen Regierung, ist gestorben. Der Verstorbene war Chefredakteur des„ Popolo d'Italia". es scheint so, als ob die Hamsterer sich allmählich flar werden über den Unsinn, den sie mit dem Geldhamstern begehen. Die ständigen einmütigen Betonungen aller amtlichen und Regierungsstellen und der Verbände und Parteien aller Richtungen, daß sie eine Inflation unter allen Umständen ableh= nen, haben das Vertrauen in die deutsche Währung weiter ge= stärkt. Ebenso hat auch die Tatsache, daß der Zahlungsverkehr nun schon seit Monaten sich wieder reibungslos vollzieht, die allgemeine Stimmung wesentlich gebessert. So schwer auch gegenwärtig die wirtschaftliche Not ist, es ist nicht berechtigt, alles nur schwarz in schwarz zu sehen. Manche Gründe lassen es berechtigt erscheinen, daß wir zuversichtlicher in die Zukunft sehen können. 3. B. ist im technischen Ausbau unNummer 99 Der Göße mit der Geißel. Mir fällt da eine Unterredung ein, die ich vor zwei Jahren hatte. Ich kenne einen Anstreichermeister, der früher als Arbeiter und als Meister in einer Farbenfabrik gearbeitet hat. Er hat den Ehrgeiz, auf eigenen Füßen zu stehen und sich ohne In anspruchnahme von öffentlichen Mitteln in der schweren Zeit über Wasser zu halten. Ueberall, wo er gearbeitet hat, ist er geschätzt wegen seiner Tüchtigkeit, seiner Zuverlässigkeit und seiner unermüdlichen Arbeitslust, die keine Mühe scheut. Anspruchslos und sparsam, wie er ist, würde er unter Verhältnissen, wie sie in der Vorkriegszeit herrschten, rasch auf einen grünen Zweig gekommen sein. Diesem Manne begegnete ich also vor zwei Jahren. Wir begrüßten uns, und ich erkundigte mich natürlich auch danach, wie es ihm geschäftlich ginge. Er sieht auf ein großes Haus in der Nähe und erzählte mir, daß er seinen Austrich ausgeführt habe. Ich gratulierte ihm zu dieser Leistung und sprach die Hoffnung aus, daß er dabei auch befriedigend verdient habe. ,, Verdient?" rief er erregt aus ,,, verdient? Ach nee! Verdient haben die Gesellen, verdient hat auch der Staat, dem ich die Lohnsteuer abliefern muß. Für mich kommt nocy nicht einmal der Lohn für meine eigene Arbeit heraus; hätte ich nicht selbst täglich stundenlang über die gesetzliche Arbeits zeit hinaus gearbeitet, dann müßte ich noch Geld zusetzen. Wissen Sie, die Sache ist so: in Deutschland ist doch kein Geld. Namentlich auch die Hausbesizer sind alle knapp damit. Sie sagen einem: Soundsoviel können wir für den Anstrich ausgeben; verlangen Sie mehr, dann müssen wir es uns eben verkneifen. Danach muß sich dann der Meister einrichten. Im allgemeinen arbeite ich ja allein, aber das ist ja bei einem so großen Hause nicht möglich. Da habe ich mir denn beim Arbeitsnachweis ein paar Gehilfen geholt, in der Hoffnung, daß die hohen Löhne wenigstens durch flotteres Arbeiten wettkein Ju gemacht würden. Aber daran haben die Leute gar Wenn's dir nicht paßt, teresse; drängte ich, dann hieß es: fönnen wir ja wieder stempeln." Ich bin also der Dumme gewesen. Aber einmal und nicht wieder! Nie wieder werde ich eine Arbeit übernehmen, bei der ich auf fremde Arbeitskräfte angewiesen bin. Soll ich für andere Arbeit suchen, ihnen die Löhne zahlen, für sie Kassenbeiträge und Steuern bezahlen und dazu ich umsonst arbeiten und mich auslachen lassen? Nein, nie wieder! In Deutschland wird der Strebsame und Fleißige bestraft. Glauben Sie mir, an den übertrieben hohen Löhnen, die schließlich keiner mehr bezahlen kann, an dem starren Tarif und Schlichtungskram und dem Uebermaß von sozialen Lasten werden wir noch zugrunde gehen." Dieser Erguß eines schlichten und wackeren Handarbeiters, der sich mir fast wortgetren eingeprägt hat, zeigt deutlicher als theoretische Erörterungen die Schädlichkeit des herrschenden Ty stems, vor allem die der üblichen Lohnpolitik, die den Lohn als ein Ding für sich nimmt, losgelöst aus den wirtschaftlichen Zu sammenhängen, in denen er nu einmal steht. Wir haben hier ein Beispiel für die schädlichen Wirkungen vor Augen, die diese Lohnpolitik gerade auch für Arbeitnehmer hat, denen sie Arbeits: gelegenheiten und Aufstiegsmöglichkeiten wegnimmt. Die unbe quemen Mahner, die darauf hinweisen, versucht man herkömm licherweise damit mundtot zu machen, daß man sie als ,, Sozialreaktionäre" hinstellt. Nun, dann gehört auch der bekannte sozialdemokratische Wirtschaftspolitiker Mar Cohen( Reuß), Mitglied des Reichswirtschaftsrates, zu den Sozialreaktionä ren". Denn in einem Vortrag, den er am 20. November v. J. in Dortmund auf einer Tagung des Reichsverbandes für Herrenund Knabenkleidung gehalten hat, führte er unter den Ursachen für die Krise in Deutschland neben der Ueberspannung der öffentlichen Lasten und der Aufbauschung der Verwaltung auch die zu hohen Löhne an. Jede Lohnerhöhung, so sagte er nach dem Bericht der ,, K. 3.", sei auf Kosten der Arbeitslosen vorgenom men worden, und er meinte, den Kreislauf der Erzeugungskosten, Verbraucherpreise, Absatmangel und Arbeitslosigkeit hätten nun endlich(!) auch die Gewerkschaften begriffen. Hätte sich diese Annahme berbahrheitet, dann ständen wir heute ganz anders da und könnten mit größerer Zuversicht in die Zukunft sehen. Es sind leider nur vereinzelte Stimmen der Vernunft, die aus dem Gewerkschaftslager ertönen. So, wenn Friz Naphtali in seiner Broschüre ,, Wirtschaftskrise und Arbeitslosigkeit" schrieb: ,, Es hat noch keine Krise gegeben, in der cie Löhne nicht nominal gesunken wären, und ich glaube, man wird sich darüber klar sein müssen, daß auch im Verlaufe dieser Krise das Ende der Lohnsenkungen noch nicht erreicht ist. Ohne LohnIn der Praxis der Gewerkschaften hat man aber von einer Befehrung bisher nichts gemerkt. Ihr hartnäckiger Widerstand gegen eine auch vom Reichskanzler Brüning für notwendig erklärte elastischere Gestaltung des Tarifvertragswesens hat sogar zur Anbahnung einer ,, Einheitsfront der Gewerkschaften" geführt, die man neuerdings recht pfiffig durch Angliederung der sonst so heftig bekämpften Nationalsozialisten zu verlängern versucht hat. Einigung des Basler Sonderausschusses. erer Induſtrie und im Wohnungsbau eine gewiſſe Sättigung ſenkung geht es auch diesmal nicht ab. Basel. Der Basler Sonderausschuß erreichte gestern abend um 7 Uhr eine vollständige Einigung über den Wortlaut des Endberichtes Die Konferenz wurde um 10.15 Uhr abends mit der Unterzeichnung des Endberichtes durch die elf Sachverständigen endgültig abgeschlossen. Das englische Grunderemplar trägt nunmehr die Unterschriften von Beneduce- Italien, Layton, England, Melchior- Deutschland, Rist- Frankreich, Franqui- BelDjuritschgien, Nohara- Japan, Stewart- Vereinigte Staaten. Jugoslawien, Colijn- Holland, Bintschedler- Schweiz und RybeckSchweden. Der Bericht ist, wie vorauszusehen war, keine Sensation und keine Enthüllung neuer Erkenntnisse. Er bringt Tatsachen, erreicht, sodaß der von diesen beiden Seiten bisher sich geltend machende Kapitalbedarf nachläßt. Der Außenhandelsüberschußz erleichtert Deutschland die Abtragung der Last seiner Auslands: schulden. Der Geburtenausfall während des Krieges wirkt sich in den nächsten Jahren in einer Entlastung des Arbeitsmartbes aus. Die Aussichten sind also nicht so schlecht, wie es vielen und wir dürfen es scheint. Wenn wir Vertrauen haben™ haben und wenn wir wie bisher entschlossen den Weg der Selbsthilfe, wo immer sie möglich ist, gehen, dann werden die Wirtschaftsnöte der Gegenwart, Arbeitslosigkeit und Eintommenrüdgang, schneller als viele glauben, überwunden werden. Man braucht nicht lange zu suchen, um auf die zerstörenden Wirkungen der gewerkschaftlichen Lohnpolitik zu stoßen. Vor dem Kriege z. B. trugen weite Kreise in Deutschland Maßschuhe, und das Schuhmacherhandwerk war ein blühendes Gewerbe, das strebsamen jungen Kräften ein gutes Fortkommen bot. Donnerstag, den 24. Dezember 1931. Dann kam die Nachkriegszeit mit ihren fortwährenden Tarif steigerungen. Immer mehr Menschen wandten sich den Fabrikschuhen zu, weil sie die Kosten der Maßschuhe nicht mehr aufbringen konnten. Heute ist Maßschuhwerk ein ausgesprochener Lurusgegenstand und die Leute sind zu suchen, die es sich leisten können. Das Schuhmacherhandwerk aber ist verkümmert und in der Hauptsache nur noch mit Sohlen und Flicken beschäftigt. ,, Gießener Zeitung" Das Tarifwesen hat hier eine ,, Rationalisierung" erzwungen, die Tausenden von jungen Leuten Beschäftigung und Zukunftsaussichten geraubt hat. To ward Wohltat Plage! Zu so unsinnigen Folgen mußte die gewerkschaftliche Lohnpolitik führen, weil sie glaubte, sich über die Abhängigkeit der Lohnhöhe von der Kapitalseite hinwegsetzen zu können Fortsetzung folgt. Weihnachtsgruß an Hessens Jugend! Liebe Freunde! Oft haben wir uns gefragt, ob wir ein Recht haben in dieser Zeit auf Feste und Feiern, ob wir sie noch begehen können mit gutem und unbefangenem Gewissen. Es gibt nur wenige Tage, in denen wir so nicht zu fragen haben, und nur wenige feſt= liche Stunden, deren Feier nicht gerechtfertigt zu werden braucht, sondern, da wir selber gerechtfertigt werden, durch das rechte Erleben des Festes. Weihnacht spricht uns nicht vom Recht, son= dern von der Pflicht zum freudigen Begehen. Jahr für Jahr haben wir nun unsere Wünsche und Gedanken ausgetauscht für die stille Zeit vom Weihnachtsabend bis zum Beginn des neuen Jahres. Weihnacht 1931 wollen wir nicht ablassen von unserem Brauch. Wir empfinden das Fest der Freude und des Friedens nicht als Gegensatz zu unserer Zeit der Lasten und des Unfriedens, weil wir wissen, daß ohne den rechten Weihnachtsgeist weder unser Volk noch der Einzelne hindurchkommen kann. Indem wir diesen Glauben voranstellen den Glauben an das Heil, das erschienen ist sind unsere Sinne nicht blind gegenüber den Zuständen des Unheils. Wir verschließen uns nicht den zweifelnden Fragen, die von außen her das innerste be= stürmen. Wir streichen viel ab von dem, was landläufig sich mit dem Begriff Weihnacht verbunden hat: alles vor allem was Betriebsamkeit, Industriealisierung, Sattheit und Ungeist dem Feste angeheftet haben, um vorstoßen zu können, zu seinem inneren Wesen. Wenn es durch die Not unserer Zeitläufte wieder weiterhin offenbar würde, daß das Heil, von dem Weihnacht spricht, nicht in eine Welt des Ueberflusses, sondern der Entbehrung und des Hungers erschienen ist, dann müßte viel wegfallen von Festfremden in Gesinnung und äußerer Festesform. Jugend, die nach der Wahrhaftigkeit strebt, wird durch persön liches Beispiel, wird in Familie und Bund mithelsen, daß Weihnacht wieder Weihnacht werde und alle Zweifel und alle Zweifler überwinden, die aus der Unwahrhaftigkeit ihre Kritik nur allzu oft mit Recht beziehen. Weihnachtsreichtum in der Welt der Armut, diesen Gegensatz empfinden wir diesesmal bewußter als je, empfinden ihn nicht als Widerspruch, sondern als Geschenk der göttlichen Gnade, deren wir uns würdig zu erweisen haben. Aus der inneren Wahrheit, die aus solchem Gegensatz spricht, wollen wir stärker noch als sonst die Folgerungen ziehen, in denen wir unsere Weihnachtsaufgabe zu sehen haben. Auch diesesmal werden wir in diesem Sinne auch dem Weihnachtsfest gegenüber uns die Frage stellen nach dem guten Gewissen bei dem Festeseiern und werden uns Antwort dahin zu geben haben, daß wir es innerlich nicht ertragen können, das Fest losgelöst zu feiern von der Notwirklichkeit. Wir denken an die Mütter, die Tränen in den Augen haben, im Gedanken an ihr Kind, das sich in seiner Dürftigkeit verstoßen fühlt, an die freudlosen Freunde, an die vielen unverschuldet in Not und Arbeitslosigkeit Geratenen. Wir wollen mit unserer ganzen Liebe dabei sein, wenn es irgendwie zu helfen gibt. Und der zweite Gegensatz, der sich in diesem Jahr uns so überstark aufdrängt: Weihnachtsfrieden in der Welt des Unfriedens und des Hasses. Auch hier sehen wir die Wirklichkeit und wollen uns nicht mit flüchtigen Feststimmungen darüber hinwegtäuschen. Jugend, erlebt den Gegensatz nicht nur im Blick auf das Tagesgeschehen der politischen und sonstigen Welt. In ihren eigenen Reihen hat sich der Geist der Gesinnungshärte und der Herzenskälte, die den anderen nicht neben sich dulden fann, breit zu machen versucht. Es ist der Geist, der den Unfrieden will. Wir können das Fest des Friedens und der Liebe nicht ruhigen Gewissens begehen, wenn wir nicht guten Willens sind, zum Miteinander. Wir wollen den Weihnachtsfrieden nicht beschränkt wissen auf einige Kalendertage des Jahres. Wir wollen Weihnachtsgeist wirksam wissen, als dauerndes Gut für unser Volk. Wir wollen Brüden schlagen, wollen uns ent| gegenstemmen allen Versuchen, niederzureißen, wo Aufbau und Versöhnung das Gebot unserer Stunde heißt. Das ist der Geist, den Weihnacht 1931 von uns fordert, und den wir hineintragen wollen in das kommende Jahr: Jhr alle aus den Bünden und Verbänden der hessischen Jugend gemeinsam mit Euerem Freund und Brückenbauer Heinrich Hassinger. Geschäftsministerium und Verfassung. Kann der Landtag die Abberufung eines geschäftsführenden Ministers verlangen? Die Abstimmungen über das Mißtrauensvotum gegen die geschäftsführende Regierung Hessens und die Annahme des Abberufungsantrages gegen ein Mitglied dieser Regierung haben eine Reihe von verfassungsrechtlichen Fragen aufgeworfen, über die in der Oeffentlichkeit vielfach unklare Vorstellungen bestehen. Deswegen sei über die rechtliche Seite der Angelegenheit auf Grund der Verfassungsbestimmungen folgendes mitgeteilt: Die Frage, ob es rechtlich zulässig ist, daß der Landtag gegen eine Geschäftsregierung ein Mißtrauensvotum beschließt, ist zu entgegensteht. bejahen, da ihm keine Verfassungsbestimmung und um eine Einer zurüdgetretenen Regierung gegenüber solche handelt es sich nach der Erklärung des hessischen Staatskann ein solcher Beschluß aber nicht präsidenten im Landtag die Wirkung haben, die er gemäß Artikel 38, Abs. 1, Satz 2, bei einer vom Landtag gestützten Regierung hat. Dieser Satz besagt, daß das Gesamtministerium zurücktritt, wenn der Landtag ihm durch einen ausdrücklichen Beschluß das Vertrauen versagt, aber nach Art. 38, Abs. 2 muß trotz des Mißtrauensvotums die gestürzte Regierung die Geschäfte solange fortführen, bis der Landtag den Staatspräsidenten neu gewählt und die von ihm berufenen Mitglieder des Gesamtministeriums bestätigt hat. Für eine freiwillig zurüdgetretene Regierung kann nichts anDer Glöckner von Kanjanjew. Von Hans Arno, Leipzig. Fremde aus der großen Stadt waren ins Dorf gekommen. Bewaffnete Männer mit brutalen Gesichtern. Viel Poltern, Großspreden mit ihnen.„ Es gibt keinen Gott mehr! Aus ist's damit, ihr Leute von Kajanjew! Habt euch sowieso lang genug von Popen an der Naje herumführen lassen! Was Eut für ihn, daß er geflohen ist, ehe wir ihn fingen!" ,, Das wird sich) bald finden! soll aus der Kirche werden?". st sowieso ein Versammlungsus, und ihr seid gewöhnt, hineinzugehen. Drin soll nun mal ein gescheites Wort gesprochen werden, nichts mehr von eurem bisherigen Gott, sondern von der Zukunft, vom Auferstehen des alten Mütterchen Rußlands. Ein großer Redner kommt aus der Stadt, und ihr alle müßt in die -Er wird euch Wunderdinge Versammlung gehen, Genossen! sagen von der neuen Zeit, von dem großen Gottlosenjahrhundert, von der modernen Technik und Industrie. Denn das sind die wahren Geister des neuen Weltalls." deres gelten, denn die eben erwähnte Vorschrift macht bezüglich des Grundes des Rüdtritts feinen Unterschied. Nr. 99. widersprechen, wonach ein geschäftsführendes Gesamtministerium vorhanden sein muß. Wenn der Landtag nach der Verfassung jederzeit die Abberufung einzelner Mitglieder des Gesamtministeriums verlangen kann, so gilt dasu nur für eine Regierung, die zu ihrer Amtsführung des Vertrauens des Landtags be= darf. Dafür spricht auch die Begründung des Verfassungsentwurfs( Landtagsdrucsache Nr. 237 1919, Seite 12 rechts oben). Dort ist die Vorschrift des Art. 38 wie folgt erläutert: ,, Nach Art. 17 Abs. 1 der Reichsverfassung bedarf das Ministerium des Vertrauens der Volksvertretung. Verliert es dieses Vertrauen, so muß es zurüdtreten. Damit nicht das Gesamtministerium jedesmal zurüczutreten gezwungen ist, wenn nur das eine oder andere seiner Mitglieder das Vertrauen verloren hat, ist zuzulassen, daß die Volkskammer auch die Abberufung einzelner Mitglieder des Ministeriums verlangen kann." Hier ist also die Abberufung nur in Beziehung gesetzt zu einer Regierung, die das Vertrauen des Landtages besitzt und nicht zu einem Geschäftsministerium. Solange die Regierung das Vertrauen des Landtags genießt, kann und muß der Staatspräsident statt eines abberufenen Ministers einen anderen berufen und ihn dem Landtag zur Bestätigung präsentieren. Nachdem die Regierung aber zurückgetreten ist, kann der Staatspräsident feinen neuen Minister berufen. Das würde dem interimistischen Charakter einer Ge= schäftsregierung widersprechen. Der Staatspräsident müßte nach der Verfassung die Bestätigung des neuen( Geschäfts!) Ministers durch den Landtag einholen. Auch dies widerspricht dem Sinn und Zweck einer Geschäftsregierung. Zu unhaltbaren Verhältnissen müßte jedoch die Tatsache führen, daß dieses Mitglied etwa das Vertrauen des Landtages erhalten hätte, während der Staatspräsident und die anderen Minister als Geschäftsregierung ohne das Vertrauen des Landtags amtieren können und müssen. Verdutzt standen die Männer von Kansanjew beisammen. Einige Jungen gröhlten. Sie hatten ohnehin nicht verstan den, was die Fremden aus der Stadt gesagt hatten, also Grund Die Aelteren schüttelten die Köpfe, genug, Lärm zu machen. aber schließlich waren sie froh, daß nichts Schlimmeres von den Bewaffneten geschah. Man hatte genug davon erzählen hören. Einer aber schlich still und leise aus dem Kreis. Das war Wjatka, der alte Glödner. Wie viele Jahre hatte er da oben vom Glockenturm herab die Glode geläutet, seine liebe, alte Auf seine bange Frage, Wie schon einst sein Vater! Glode! was mit den Gloden geschehen würde, hatte es geheißen? Wer Und du, du bekommst das ven eingeschmolzen, Väterchen! Cnadenbrot!" Die müden Hände des Greises, deren rechte sich schwer auf den Krüdstock stüßte, zitterten mehr als bisher. Was hatten die Fremden gesagt? Vom Auferstehen des neuen Rußland hatten jie gesprochen? Wie dachten sie sich denn das, ein Auferstehen - Und er geht zur Kirche und ohne seine Glode! ohne Gott! hin. Die aus der Stadt, das waren noch junge, rustige MänWerdet ihr erst mal ner! Die hatten gut leichthin reden! Donnerstag, den 2 frieden bringt Go h in der alle Völker wi onnen: Frieden den Men Sait Rüchtern und to arbeitssuchende Ange lefen, denten sich nid halbe Million gequä Teil hungernde Mitm Bedauernswerten err feit und Mitbürger. tete Herzen oft scho jeit bietet Gelegenhei bag in den Arbeitsl wie Du und ich, Väte Familien, ihre zwar Mitmenschen, die tag feln, und teilweise u davon legen folgende licher Angestellter 3 Gewerkschaftsbundes Briefabschnitte! Su helfen! Weihnach Eine Stenotypis meiner Unterstügung dung abzustoßen, un benötige ich so dring mid auch nicht unt und wöchentlich für Weiter ergibt sich aus den Akten des Innenministeriums, daß der erste Entwurf des Referenten( Min.- Dir. Lorbacher) nur die beiden ersten Absätze des Art. 38 enthält Abs. 3( ,, Der Landtag kann jederzeit die Abberujung einzelner Mitglieder des Gesamtministeriums verlangen") wurde nachträglich an gefügt. Bezeichnenderweise enthält dieser Abs. 3 im ersten Entwurf des Referenten noch die Vorschrift, daß der abberufene Minister nach Art. 37( Berufung durch den Staatspräsidenten und Bestätigung durch den Landtag) zu ersetzen sei. Auch hieraus ergibt sich, daß die Abberufung einzelner Minister durch den Landtag nur für den Fall möglich ist, daß es sich nicht um ein zurückgetretenes Ministerium handelt. Die Auffassung, daß auch die Abberufung eines Mitgliedes eines Geschäftsministeriums vom Landtag verlangt werden tann, führt in ihrer Konsequenz dazu, daß nacheinander die Abberufung sämtlicher Geschäftsminister möglich ist, so daß schließlich überhaupt keine Mitglieder des GesamtministeLokales. Die heilige Nacht. ,, Es kam die gradenvolle Nacht, die uns das Heil der Welt gebracht." Es ist die stille, die heilige Nacht, da uns der Himmel den Heiland auf die Welt sandte. Ringsum liegt tiefes Schweigen über der Flur; nur hie und da raunt es in den Wipfeln der Tannen und Fichten, als erzählten sie sich, daß es heute Christnacht sei, die stille, heilige Nacht. Ein tiefer Friede breitet sich über die Erde. Baum und Strauch und die Wiesen tragen heute zum Feste der Liebe das Kleid der Unschuld. Weihnachtszauber in Feld und Wald. Eine tiefblaue, mit vielen Sternlein besäte Hammelsglode wölbt sich über dieser schönen Erde, die heute unter ihr liegt, als fenne sie nur den Frieden. Vom Turm der Dorfkirche schlägt es die Stunde der Mitternacht. Zaghaft und weich beginnen die Gloden zu läuten, um die Menschen aus den ver streuten Häusern und Hütten zur Christmette zu rufen. Und im langen Zuge schreiten die frommen Beter zur Kirche. Hinter den hellerleuchteten Fenstern versammeln sie sich um die Krippe und singen das Lied von der gnadenwollen Nacht. Ueber Weih nacht. Aber auch über dem Häusermeer der Großstadt liegt heute der Zauber der Weihnacht. Die Straßen sind leer, die Fenster hell. Ueberall leuchtet der Weihnachtsbaum. Dumpf und schwer und in feierlichem Choral läuten die Gloden von den Türmen der Stadt, um auch dort die Christenheit zur Krippe zu rufen. Seite an Seite stehen dort die Menschen in den Domen und Kirchen, fingen von der gnadenbringenden Weihnachtszeit und von dem Frieden, den die Menschen auf Erden sich erflehen. Heute sind sie alle einig, sind versöhnt, können nicht hassen, son dern möchten nur haben, daß Friede sei. Und alle haben die selbe Hoffnung, daß die Hand Gottes das Schicksal unseres Vaterlandes zum Guten lenken möge, damit wir einig und wieder ein gesundes Volk werden. Weihnachtsglocken läuten über die Erde. Mögen auch die anderen Völker heute am Feste der Liebe und Versöhnung nicht vorbeigehen ohne einen Friedensgedanken und einen wah ren Friedenswillen. Jm Kreislauf der Welt, im Wandel von gut und schlecht, von schönen und trüben Tagen, muß auch wieder einmal eine bessere Zeit kommen, die uns den wahren Völker riums mehr vorhanden sind. Das würde der Verfassung Berlangt beim Einkauf nur deutsche Waren! alt!" Und da ist er auch schon an der Kirche, geht die Stiegen Heute wurden ihm die hinauf zur Glocke, zu seiner Glode! Stiegen besonders schwer. Was wissen die schon von Gott, vom Leben, von seinen Gloden! Keiner fannte sie so wie er. Immer wenn er, der Wjatka, sie geläutet hatte, da waren mächtige, flangvolle Lieder über ihn hingerauscht, waren hinabgestiegen zu aller Welt. Und Stimmen waren in den Glodenliedern gewesen, herrliche schöne Stimmen! Oh, er tannte sie. Da war erst die Stimme Gottes selbst, die klang tief und voll wie das Rauschen des Wolgastromes, fang und tlang von Zuversicht und Glaubenskraft, von Wahrhaftigkeit und kluger Einsicht, dann schwoll eine andere Stimme hinein, das war die seines Vaters. Die sprach zu ihm von Redlichkeit und treuer Pflichterfüllung. Und dann sang es dazwischen hell und froh. Da hörte er seine Mutter von den Kinderjahren erzählen, vom Heiland, von der schönen tiefstillen Liebe zum Nächsten, von fröhlicher Welthoffnung und vom Vertrauen zu dem gütigen, gnä digen Gott. Und wenn dann so allmählich die Gloden ver flangen, wenn ihr Singen und Tönen leiser und leiser wurde, Da lang es von Wieda sang zu ihm sein liebes, totes Weib. dersinden und von Auferstehen, von owigem Glüd und von un sterblicher Liebe. Und als der alte Wjatka oben angelangt ist bei den Glockensträngen, da sieht er drüben am Horizont die Sonne hinabgehen. Es ist um die Abendstunde, und er muß den Gottestag einläuten, den Sonntag. Das heißt, er darf ihn noch einmal einläuten. Heute Denn morgen da gibt es ja keinen Gott mehr, wie die Fremden sagen, da gibt es keinen Sonntag, feine Glode, feine Glodenlieder mehr! Und zitternde Greisenhände fassen in den Glodenſtrang hinDann kommt das Gnadenbrot! Dann ein. 3um letztenmal! Dort drüben geht die tommt das Jahrhundert der Gottlosen! Sonne unter. Aber sie, die Sonne, scheint ja nun anderen, das Das spricht zu ihm und mahnt ihn, bereit zu sein. Mächtig flingt und singt, jauchzt und jubelt die Glode von Kajanjem über alles Leben da unten dahin. Unten im Dorf stehen die Männer und hören über sich des alten Watka Abendläuten. letzte Läuten ist's! Auch für den alten Wjatka! Wie start flin gen die Gloden heut!" Aber meine Schwester ebe Mark bekommt. D jahlt werden." Jch Eine ältere Bud Brandscheine. Ich h tatlos, und jeder Ta und meinem Mante und mußte mir das doch bitte! Ich bin hun, wo ich 21 Jah techt schnell! Jeder Dem alten Wjatka erscheinen vor Augen die ersten Sterne. Die Nacht zieht im Osten herauf. Wächst auf ihn zu! die Glode klingt mit all ihren Liedern und Stimmen! Mit aller, mit letzter Kraft zieht der Alte an den Strängen, immer und immer wieder. Und in all dem Sang um ihn, in ihm zieht leuch tend sein ganzes Leben an ihm vorbei. Unendlicher Friede, unendliches Glück, unendlicher Jubel ist jetzt in seiner Brust, dent er hört den mächtigen Glodenchoral über sich in alle Welt drin= - Es lebt ein Gott! gen:„ Es gibt einen Gott! ,, Laß ihm sein letztes Gestammel!" meinten die aus der Stadt. Die andern aber staunen. ,, Was ist mit dem alten Wjatka?" Was läutet er heut so lange?"- ,, Wahrscheinlic weil es zum letzten Male ist!" Wo hat er nur die Kräfte her?" ,, Wahrhaftig, Brüderchen, er hat sich den Gnadentohn redlich verdient!" Als aber die Glode dann mit einemmal verklang, der Glöd ner aber schließlich nicht herabkam, stieg man hinauf und und fand ihn tot bei den Strängen unter seinen Gloden liegen. „ Der Herzschlag hat den alten Wjatka bei seinem letzten Läuten getroffen!" Man sah in ein gütiges, glücklich- friedliches Greisenantlig. ,, Dieses Lächeln", meinte einer insgeheim sinnend zu den anderen, sagt uns mehr von den Geheimnissen hinter dieja Welt, als wir uns hineindenten und als wir hineinbefehlen sollen. Glücklich derjenige, der sie erraten darf!" weiß er, und morgen, morgen kommt ihr lichtvoller Gruß wieder Gustavs Adolfs Zug an den Rhein 1631. zu ihm, zu den Leuten in Kajanjew, zu allen Menschen. Und da erklingen die Glocken über ihm. Alles wird gut Er hört Gott, er hört und glücklich. Alle Stimmen hört er. ihn raunen von den Irrtümern dieser Erde. Die Mutter spricht von dem lieben Gott, von dem Glüd seine Kindheit. Der Vater Von Dr. Kraft, Darmstadt. Am 23. Dezember n. St. 1631 fapitulierte Oberst Wallraf von Wittenhorst und übergab nach mehrtägigem Belagerungs Eine Mutter jd als Mutter tue was meinem Kinde zu meiner Tochter mei daß fie jede Stellung es mir nicht helfen i Tochter angewiesen, 59 RM. zur Verfü hlen muß. Jch w on, wenn mir nid Erschütternde gen verpflichteter 2 lofer Familienväter * Die Feierabe jahrstag und an S hat die Feierabend Neujahrstag allgem jeitgesetzt. Der verbilligte den, die mit Conn größere Reise unter ju geben und um Schwierigkeiten bei Reichsbahn die Gü für die Rückfahrt bi dehnt. Wer also mi oder Neujahr verrei Januar, um 24 1 * Bom Kraftpo Gießen- Gambach u mats: und Neujah Dom 23. Dezember Goldenes Dotto lampi, gegen freien Somedentönig Gusto als Befreier einzog. Rheinstadt, die das Des drohend vor ihn ten und nun die spa Das Leben zur Hölle Tier Meinung doch möglichst wenig zurü Ten Stadt und Bew Domturm herab web bereit in Metz stehen Doli waffenstart ve Berräter des Reiches memorigen Soffnun em fatholischen Bar Sinonis von Fontain Der 24. Dezember panisch- habsburgische Birgange, der von enfee herum, von Be flammernd, Jahrz em anderen Arm, die österreichisc Deutschland schlangen immerung. 3u welthistorisch Dolfs an den Rhein Deutsche Reich zum e zu machen, stand ailerlich- fpanijchen& Nr. 99 führendes Gesamtmini Donnerstag, den 24. Dezember 1931. frieden bringt. So hoffen wir auf jene selige Erdenweihenacht, in der alle Völker wieder in den Weihnachtsgefang einstimmen fönnen: jung jederzeit die Ab famiministeriums ver eine Regierung, die s des Landtags be hg des Verfassungsent 9, Seite 12 rechts oben). folgt erläutert: Rad arf das Ministerium des ert es dieses Vertrauen, Das Gesamtministerium Denn nur das eine oder en verloren hat, ist zu e Abberujung einzelner en fann." Hier ist alle tzt zu einer Regierung, ht und nicht zu einem des Innenministeriums, 1( Min. Dir. Lorbacher) 38 enthält Abs. 3( Der ng einzelner Mitglieder wurde nachträglich an er Abs. 3 im ersten Ente ist, daß der abberufene den Staatspräsidenten ersehen sei. Auch hier einzelner Minister durg ist, daß es sich nicht um delt. acht. e uns das Heil der Welt da uns der Himmel den m liegt tiefes Schweigen t es in den Wipfeln der sich, daß es heute Chrift tiefer Friede breitet f d die Wiesen tragen heute nschuld. ld. ein bejäte Hammelsglod Die heute unter ihr liegt Turm der Dorffith ht. Zaghaft und weit ie Menschen aus den ver stmette zu rufen. Und im Beter zur Kirche. Hinter eln sie sich um die Kripp ollen Nacht. Ueber Wei der Großstadt liegt heute ßen sind leer, die Fenster achtsbaum. Dumpf un ten die Gloden von de Christenheit zur Krippe e Menschen in den Doma bringenden Weihnachtszei hen auf Erden sich erflehen t, fönnen nicht hassen, fon sei. Und alle haben bie es das Schidjal unjeres e, damit wir einig un Die Erde. Mögen auch di er Liebe und Versöhnung sgedanken und einen web der Welt, Wandel no en Tagen, muß auch wiede e uns den wahren Völker ur deutsche Waren zu fein Mächtig fling de von Rajanjem über alles m Dorf stehen die Männe tta Abendläuten. Das en Wjatta! Wie start flin or Augen die ersten Ster Wächst auf ihn zu!-b n und Stimmen! Mit alle den Strängen, immer un g um ihn, in ihm zieht lead Sei. Unendlicher Friede, it jetzt in feiner Bruft, ben über sich in alle Welt dri ebt ein Gott! " mel!" meinten die aus de Was ist mit dem alte lange?"- Wahrscheinli Wo hat er nur die Krif er hat sich den Gnadenla cinemimal verflang, der Glob stieg man hinauf und un ter feinen Gloden liegen tta bei seinem letzten Laute gütiges, glüdlich- friedli r insgeheim finnend zu b 7 Geheimnissen hinter die und als wir hineinbefehle Tie erraten darf!" In den Rhein 163 Darmstadt. fapitulierte Oberft Wall mehrtägigem Belagerungs Frieden den Menschen auf Erden! Der Sonntagsschreiber. Hast Du auch ein Herz! Nüchtern und kalt meldet der amtliche Bericht: 478 539 arbeitssuchende Angestellte. Wie viele, die diese Elendszahlen lesen, denken sich nichts mehr dabei, obwohl darin nahezu eine halbe Million gequälte Herzen und Hirne, darbende und zum Teil hungernde Mitmenschen registriert sind. Ein Drittel dieser Bedauernswerten erregte vor einem Jahrfünft noch Oeffentlichfeit und Mitbürger. Heute rührt die dreifache Zahl erhär= tete Herzen oft schon nicht mehr. Gerade die Weihnachtszeit bietet Gelegenheit, Einkehr zu halten und sich zu erinnern, daß in den Arbeitslosen- Statistiken und Kurven Mitmenschen wie Du und ich, Väter und Mütter, Söhne und Töchter, deutsche Familien, ihre zwangsweise soziale Eingliederung" finden. Mitmenschen, die tagein, tagaus Not leiden, hoffen und zweifeln, und teilweise verzweifeln. Daß sie teilweise verzweifeln, davon legen folgende Auszüge aus Briefen erwerbsloser weiblicher Angestellter Zeugnis ab, die der Stellenvermittlung des Gewerkschaftsbundes der Angestellten zugingen. Lest diese Briefabschnitte! Sucht neue Wege, um Euren Mitmenschen zu denkt an die Winterhilfe! Weihnachten ist da helfen! Eine Stenotypistin schreibt:„ Es ist mir unmöglich, von meiner Unterstützung etwas für Schuhe und notwendige Kleidung abzustoßen, und gerade Schuhe und einen Wintermantel benötige ich so dringend! Meine Eltern und Schwester fönnen mich auch nicht unterstützen, weil mein Vater erwerbslos ist und wöchentlich für sich und Ehefrau 13,80 RM. erhält, und meine Schwester ebenfalls erwerbslos ist und wöchentlich 8,30 Mark bekommt. Davon müssen monatlich 33 RM. Miete ge= zahlt werden." Ich befinde mich in großer Not!" Eine ältere Buchhalterin schreibt:„ Sie sehen meinen Stoß Pfandscheine. Ich habe kaum noch etwas zu versetzen, ich stehe ratlos, und jeder Tag ich mir eine Last! Mit meinen Schuhen und meinem Mantel kann ich mich nirgends mehr vorstellen und mußte mir das Geld zum Nötigsten borgen! Helfen Sie doch bitte! Ich bin verzweifelt was foll bloß werden? Das nun, wo ich 21 Jahre in Stellung war. Helfen Sie mir bloß recht schnell! Jeder Tag ist eine Qual für mich!" Eine Mutter schreibt:„ Helfen Sie meinem Kinde!" Jch als Mutter tue was ich fann, um die seelischen Störungen von meinem Kinde zu nehmen, jedoch ist durch die Stellenlosigkeit meiner Tochter meine wirtschaftliche Lage derartig erschüttert, daß sie jede Stellung annehmen würde. Mein Kind leidet, daß es mir nicht helfen kann; denn ich bin auf den Verdienst meiner Tochter angewiesen, da uns nur eine monatliche Rente von 59 RM. zur Verfügung steht, wovon ich 42 RM. für Miete als den Gaszahlen muß. Jch weiß mir feinen Rat mehr hahn, wenn mir nicht Hilfe kommt!" Erschütternde Worte aus Briefen lediger, aber Angehörigen verpflichteter Angestellter. Wie groß das Elend erwerbs= lofer Familienväter ist, läßt sich darauf leicht ermessen! * * Die Feierabendstunde am 2. Weihnachtsfeiertag, am Neujahrstag und an Sylvester. Der hessische Minister des Innern hat die Feierabendstunde am 2. Weihnachtsfeiertag und am Neujahrstag allgemein auf 2 Uhr und an Sylvester auf 6 Uhr festgesetzt. Der verbilligte Weihnachts- Reiseverkehr. Um den Reisenden, die mit Sonntags- Rückfahrkarten über Weihnachten eine größere Reise unternehmen, mehr Spielraum für die Rückreise zu geben und um zu verhüten, daß die Reisenden unterwegs Schwierigkeiten bei der Fahrkartenkontrolle haben, hat die Reichsbahn die Gültigkeitsdauer der Sonntags- Rückfahrkarten für die Rückfahrt bis Montag, den 4. Januar, 24 Uhr, ausge= dehnt. Wer also mit Sonntags- Rüdfahrkarte über Weihnachten oder Neujahr verreist, muß die Eisenbahnfahrt am Montag, 4. Januar, um 24 Uhr( 12 Uhr nachts) beendet haben. * Vom Kraftpostverkehr. Die auf den Kraftpostlinien Gießen Gambach und Gießen- Hochelheim während der Weihnachts- und Neujahrszeit ausgegebenen Rüdfahrkarten haben Dom 23. Dezember 1931 bis 4. Januar 1932 Gültigkeit. Goldenes Doktorjubiläum. Die juristische Fakultät der tampf, gegen freien Abzug Stadt und Festung Mainz dem Schwedenkönig Gustav Adolf, der nun am nächsten Tag feierlich als Befreier einzog. So empfanden das die Bürger der alten Rheinstadt, die das grausame Schicksal Magdeburgs, als Folge des drohend vor ihnen stehenden Generalsturms, befürchtet hatten und nun die spanischen Truppen abziehen sahen, die ihnen das Leben zur Hölle gemacht hatten. Da Mainz nach der Spanier Meinung doch an den Feind verloren war, dachten die möglichst wenig zurückzulassen, und, dem Gedanken folgend, waTen Stadt und Bewohner von ihnen behandelt worden. Vom Domturm herab wehte nun das blaugodne Banner, den sprungbereit in Metz stehenden Franzosen zurückscheuchend, dem Gustav Adolf waffenstark verkündete, daß er als Schirmherr, nicht als Verräter des Reiches an den Rhein gekommen, all die geheimen französischen Hoffnungen auf das wenige Monate vorher mit dem katholischen Bayernherzog Maximilian geschlossene Schutzbündnis von Fontainebleau zerstörend. Aber das nicht allein. Der 24. Dezember 1631 zerschlug auch den düster drohenden panisch- habsburgischen Wall, den einen Arm der gewaltigen Würgzange, der von Mailand durch Graubünden, um den Bodensee herum, von Basel bis Antwerpen, den Westen des Reiches umklammernd, Jahrzehnte hindurch gschaffen worden war. Und dem anderen Arm, der sich, von rhätischen Pässen ausgehend, durch die österreichischen Erblande und Polen, im Osten um Deutschland schlangen, drohte 1632 das gleiche Schicksal der Zertrümmerung. Zu welthistorischer Bedeutung wuchs sich der Zug Gustav Adolfs an den Rhein aus. Spanien strich Habsburgs Plan, das Deutsche Reich zum rekatholisierten Teil einer Militärmonarhie zu machen, stand vor der Vollendung, als der Bau der laiserlich- spanischen Flotte in den Ostseehäfen begonnen wor „ Gießener Zeitung" Landes- Universität hat Herrn Reichsgerichtsrat a. D. Dr. jur. Buff das von ihm vor 50 Jahren unter höchster Auszeichnung seiner Arbeit erworbene Doktordiplom erneuert. Das erneuerte Diplom wurde ihm von Herrn Prof. D. Eger im Namen der juristischen Fakultät unter feierlicher Ansprache überreicht, in der auf seine hervorragenden Verdienste im hessischen Justizdienst und zuletzt am Reichsgericht in Haupt- und Nebenstellen hingewiesen und in warmherzigen Worten der Freude Ausdrud gegeben wurde, auch in dem erneuerten Diplom seiner ausgezeichneten und vorbildlichen Tätigkeit im Dienste der Justiz ge= denken zu dürfen. Von der Universität. Die venia legendi erhielt Dr. Jürgen Witte von der Veterinärmedizinischen Fakultät, Dr. Hermann Heuer für das Fach der englischen Philologie und Dr. Otto Appel für das Fach des Pflanzenbaues. * Rentenauszahlungen. Die Heeresrenten für Januar 1932 werden am 28. Dezember, die Invaliden- und Unfallrenten am 30. Dezember ausgezahlt. Stadtheater. Am ersten Feiertag gelangt Gerhart Hauptmanns ,, Hanneles Himmelfahrt" zur Aufführung. Am 2. Feiertag nachmittags wird das Weihnachtsmärchen„ Die Wunderlampe" und die„ Puppensee" wiederholt. Am dritten Feiertag bringt das Theater die Schwankoperette Frauen haben das gern...!" zu Volfspreisen zur Aufführung. * Lebensmittelscheine für Erwerbslose. Der Städtische Finanzausschuß hat sowohl den kommunistischen Antrag wie die beiden sozialdemokratischen Anträge betr. Gewährung einer Winterbeihilfe abgelehnt, da die Mittel hierfür nicht zu beschaffen sind. Das private Winternothilfswerk wird unabhängig von der vorstehend berichteten Entscheidung, im Anschluß an die bisherigen Versorgungsmaßnahmen in der Weihnachtswoche noch Lebensmittelscheine zu 3, 4, 5 und 6 Mart, je nach Kopfzahl der Familien, zur Verteilung bringen. Für diese Weihnachtshilfe ist ein Betrag von 3000 Mark aus den Mitteln der privaten Winterrothilfe vorgesehen. * Eigentümer gesucht. Bei der Kriminalabteilung sind zwei elektrische Fahrradlampen und eine vieredige Batterielaterne sichergestellt, wovon zwei angeblich aus dem Hofe des Gewerkschaftshauses und eine aus einem Hof der Bismardstraße entwendet worden sind. Außerdem ist ein Dubleedamenarmband sichergestellt, das vor etwa 5 Wochen in der Licherstraße aufge= funden wurde. Personen, die Eigentumsrechte geltend machen können, werden ersucht, bei der vorzusprechen. Kriminalabteilung * Diebstähle. Entwendet wurden hier in den letzten Tagen mittels Uebersteigens aus einem nichtverschlossenen Gartenhaus ein Tesching( Flobert), ein schwarzes Sofakissen, eine Tischdecke, rosafarben mit weißen Mustern, zwei blauumrandete weißleinerne Gardinen, aus einer nichtverschlossenen Wohnung eine Weißblechgeldkassette mit etwa 780 M. Bargeld, verschiedenen Papieren und Sparkassenbüchern auf die Namen Karl Heß und Christine Heß geb. Wagner lautend, aus einer Maurerbude mittelst Einbruchs eine fast neue Stridweste, ein Paar neue Herrenschnürstiefel, ein Paar Motorradstiefel, die neuerdings schwarz gefärbt wurden und aus einer Hofreite drei Stallhasen, davon zwei blaugraue und einer eisengrau. Zwei der Tiere sind an den Ohren tätowiert T. 27. Jn der Nacht zum Sonntag wurden in Langd( Kr. Gießen) an zwei Stellen 29 Hühner mittelst Einbruch entwendet. Lustspielhaus. Der zweite Teil des Weltkriegsfilms tommt am 2. Feiertag vormittags zur Vorführung. * Reichspräsident v. Hindenburg spricht im Rundfunk. In der Silvesternacht tritt zum ersten Male der Reichspräsident vor des Mikrophon des Berliner Senders, um über alle deutschen Sender zum deutschen Volk zu sprechen. Die Veranstaltung findet 21.30 Uhr statt. * Silvester- Konzert. Der Südwestfunk hat in diesem Jahr zum ersten Male mit der Tradition gebrochen, eine sogenannte Silvesterseier, also einen mehr oder weniger ,, Bunten Abend", im Rundfunk zu veranstalten. In Anbetracht der schweren Zeitverhältnisse schien es der Leitung besser, ein zwar auch heiteres, aber dennoch gehaltvolles Programm zu vermitteln, das von 22.10-1.00 Uhr dauern wird. Immer weiße Zähne hat man bei ständigem Gebrauch von ChlorodontZahnpaste( Tube 50 Pf.) unter gleichzeitiger Benutzung der prattischen Chlorodont- Zahnbürste( Spezialschnitt). Versuch überzeugt. Hüten Sie sich vor minderwertigen, billigen Nachahmungen. den, die die Einkreisung des evangelischen Deutschland vollenden und das Mittel zum Angriff auf Schweden für die Eroberungspläne des mit dem ,, deutschen" Kaiser verschwägerten fatholischen Polentönigs Sigismund werden sollte. In dieser höchsten Not der deutschen und der nordischen evangelischen Welt lebte Gustav Adolf, sein und seines Volkes Geschid, auf des Schwertes Schneide. Schweden war nur noch in Deutschland zu retten, das evangelische Deutschland, und damit des ganzen Reiches national und kulturelle Zukunft, nur noch durch Schweden. Beides war untrennbar miteinander verflochten. ,, Hell aus dem Norden bricht der Freiheit Licht", haben die Befreiungsfämpfer fast zwei Jahrhunderte später in Deutschland gesungen. 1631 aber hat die protestantische Welt Deutschlands das gleiche empfunden. Der„ Löwe aus Mitternacht" schlug der Freiheit eine Gasse bis an den Rhein, der staunend noch ein eine Revolution der anderes, für die Zeit unerhörtes war, Geister. Denn das bedeutete es doch, wenn der Schwedenkönig die Gewissensfreiheit brachte und jeder der drei christlichen Konfessionen unter der Fürsorge des Staates Raum für freie Religionsübung gewährte. Wenn demgegenüber immer das längst rissig und verblichen gewordene Phantasiegemälde von der Herrlichkeit des alten Reiches und seines ,, deutschen" Kaisers aufgefrischt wird, so will man eben nicht sehen, daß jenes Reich längst schon zum internationalen Kampfplatz durch Habsburg geworden, daß in ihm Spanier, Polen und Kroaten als taiserliche Hilfstruppen über ein Jahrzehnt, ehe Gustav Adolf an den Rhein tam, ihr mörderisches Wesen trieben, mit dem Ziel, des Reiches Stände so kraftlos zu machen, daß sie sich gegen die spanisch- habsburgische Militär- Diktatur und ihre Vernichtung der Gewissensfreiheit nicht mehr wehren konnten. Des Reiches Zufunft davor zu sichern, in der Form, wie er sie sich gedacht hatte, Nr. 99. Aus Rab und Fern. Langd. Hier wurden nachts an zwei Stellen 29 Hühner, 6 Gänse und zwei Stallhasen gestohlen. Die größte hessische Anstalt der Inneren Mission als Volksküche. Die befannte Kinderheilanstalt Elisabethhaus in Bad Nauheim( Vors. Pfarrer Knodt) hat seit 1: November ihren großen Speisesaal, ihre 4 Dampfkessel und ihr Personal in den Dienst der Bad Nauheimer Winterhilfe gestellt und gibt täglich 350 bis 370 Portionen Essen aus. Jm Monat November wur den über 7500 Portionen ausgegeben. Die Mittel sind in Bad Nauheim selbst durch Sammlung von Geld und Naturalien aufgebracht worden und gehen durch monatliche Beiträge ein. Die neuesten technischen Anlagen des Elisabethhauses, in dem im Sommer täglich für 250 Kinder und Erwachsene gekocht wird, kommen der glatten Abwicklung der täglichen Kocharbeit und Ausgabe sehr zustatten. Es ist beabsichtigt, die Winterküche bis April durchzuführen. Schotten. Hier gelangte die Gesangsposse ,,, Münchhausen im Vogelsberg" zur wohlgelungenen Uraufführung. Der Lokaldichter Dr. med. Koenigen entnimmt den Stoff der heiteren Erzählung des verstorbenen Dichters Otto Müller. Die Musik ist von dem Gießener Komponisten Paul Buchwald geschrieben. wird Was der ,, Datterich" für Starkenburg ist, das ,, Münchhausen im Vogelsberg" für ganz Oberhessen werden. Alsfeld. Ein 21jähriger Schneider aus Ruhlkirchen, der mit seinen Kameraden damit beschäftigt war, einen Sportplatz zu errichten, wurde von einem umstürzenden Baumstamm derart getroffen, daß er auf der Stelle tot war. nun Darmstadt. In einer im städtischen Saalbau stattgefunde nen nichtöffentlichen Generalversammlung der Darmstädter Volksbank wurde die fristlose Entlassung der bisherigen Vorstandsmitglieder beschlossen. Darmstadt. Der Wohnwagen eines Händlers geriet durch den überhitzten Ofen in Brand und wurde völlig vernichtet. In den Flammen fam ein drei Monate altes Kind um. Eberstadt. Die Vereinsbank Eberstadt sah sich infolge eingetretener Zahlungsschwierigkeiten gezwungen, am Samstag vorläufig ihre Schalter zu schließen. ,, Dreitönigstreffen" in Lichtenberg i. Odw. Wie seit Jahren findet auch in diesem Winter, und zwar am Sonntag, den 3. Januar, das ,, Dreikönigstreffen" für die im Hessenbund und evangelischen Verband weiblicher Jugend zusammengeschlossenen Vereine statt. Das Treffen ist in erster Linie als ein Arbeitstreffen gedacht. Der Humor als Retter., Aus Mainz teilt eine Frankfurter Zeitung mit: ,, Der Karneval in Mainz soll auch in diesem Winter traditionell durchgeführt werden. So wurde mit einer„ Närrischen Notverordnung" in der wieder mit zündendem Witz ausgefüllten Generalversammlung des Mainzer Karnevalvereins widerspruchslos beschlossen. Die Veranstaltungen sollen der Zeit entsprechend natürlich bescheidener sein und unter der Devise„ Wir helfen durch Humor" im Dienste der Wohltätigkeit stehen". Jm vergangenen Jahr, so wird mitgeteilt, wurden 4400 RM.(!) für wohltätige Zwede erübrigt, vielleicht der Umsatz einer einzigen, mäßig besuchten Karnevalsfestlichkeit. Muß man wirtlich sich die Not des Volkes zum Dedmantel nehmen, wenn man es nicht lassen kann, der Narretei zu huldigen? wurde Dr. Zum Berufsbürgermeister Ober- Ingelheim. Georg Rüdert- Darmstadt mit 11 gegen 3 Stimmen gewählt. Marburg. Die Landwirte des Kreises Marburg beschlossen, bei Zwangsversteigerungen von landwirtschaftlichem Besitz tein Gebot abzugeben. Alle Personen, die bei derartigen Versteigerungen Gebote abgeben, sollen geächtet werden. Weglar. Der Kreistag stellte ein Defizit von über 500 000 Mark fest, das durch Heraufschraubung der Kreisumlagen, Bierund Bürgersteuer gededt werden soll. Frankfurt a. M., Der Mörder des am 9. September bei Kalbach ermordeten Feldschützen Hattemer wurde vom Schwurgericht zu 14 Jahren und 2 Monaten Zuchthaus verurteilt. Frankfurt a. M. Jn hiesigen Delikatessengeschäften werden seit einigen Tagen die ersten neuen Kartoffeln aus dem Süden ist Gustav Adolf nicht beschieden gewesen. Aber, wenn er auch abschiedsschwer einst in Stocholm, vor dem Beginn seines deutschen Feldzuges, gesprochen: Fallen wir auch sern von der Heimat, so sterben wir doch für sie," so ist das Wahrheit im weitesten Sinn geworden. Fern von seiner schwedischen Heimat ist er gefallen und für die Heimat des Protestantismus, deren Zukunft er gerettet hat, ist er gestorben. Schmüdung der deutschen Kriegsgräber im Auslande. Der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge hat es sich u. a zur Aufgabe gemacht, im Auftrage der Angehörigen der Ge fallenen die Gräber fern der Heimat mit Kränzen zu schmüden. Zu den Tagen, an denen vornehmlich seit einer Anzahl von Jahren die Gräber auf diese Weise betreut werden, gehört auch Der Volkstrauertag ,, Reminiscere" im Jahre 1932 der 21. FebruarWohl fällt es heute den meisten schwerer denn je, Den für eine Grabichmüdung im Auslande verhältnismäßig hohen Betrag aufzubringen; aber ebenso wie der Menschenstrom in diesem Jahre am Totensonntag und am Allerscelentage sich nach den Heimatfriedhösen bewegte, um die teuren Gräber zu pflegen, werden es viele trotz der Not der Zeit sich nicht nehmen lassen, für das ferne Grab des Verwandten oder Kameraden im Ausland zum Voltstrauertag zu sorgen. Anträge auf Schmüdung von Gräbern müssen mindestens vier Wochen vorher, für den Voltstrauertag also spätestens am 24. Januar, in Händen des Volksbundes sein. Da aber- vor allem in Franfreich, Belgien, Galizien, Jugoslawien und Rumänien viele der früheren Anlagen aufgehoben und die Toten auf andere Friedhöfe überführt sind, empfehlen wir den Angehörigen, die noch keine Austunft über die jetzige Lage eines Kriegsgrabes eingeholt haben, jich möglichst bald mit dem Volks bund ins Benehmen zu setzen. Bei Bestellung eines Grabschmuftes sind folgende Angaben erforderlich: Vor- und Zuname, Dienstgrad und Truppenteil des Gefallenen, ferner Friedhof ( Land und Provinz) und die Grabnummer oder der Vermert Sammelgrab. Donnerstag, den 24. Dezember 1931. ,, Gießener Zeitung" Das brennende Schloß in Stuttgart. Aus bisher noch ungeklärter Ursache ist im Alten Schloß in Stuttgart am Montag, den 21. Dezember, im zweiten und dritten Stockwerk ein Deckenbrand ausgebrochen. Der Brand entwickelte sich rasch zu einem Großfeuer. Als die Feuerwehr mit drei großen Leitern anrückte, stand der Dachstuhl des östlichen Flügels schon in einem einzigen Flammenmeer. Die Bekämpfung des Feuers gestaltete sich sehr schwierig, da im Innern des Baues nur nocy mit Rauchmasken vorgegangen werden konnte. Am Nachmittag stürzte im Mittelbau des öst lichen Flügels das Dachgeschoß zusammen. Ein Kamin stürzte in den Hof auf eine Leiter der Feuerwehr. Un den Rettungsarbeiten beteiligte sich auch Reichswehr, die alsbald ausrückte, um die im Schloß befindlichen Wohnungen und Kanzleien zu räumen. Um 14.30 Uhr stand der ganze Ostflügel noch in Flamшеп. Das Feuer hat auch bereits auf die unteren Stockwerke Alten übergegriffen. Das Feuer ist im Nordostflügel des Schlosses ausgebrochen und wahrscheinlich schon vor einigen Tagen entstanden, aber erst jetzt zum Ausbruch gekommen. Der große Nordostturm steht völlig in Flammen. Das Feuer greift noch weiter um sich. beide Beine und beide Arme gebrochen, ein zweiter erlitt einen schweren Wirbelbruch und eine vollständige Lähmung beider Beine. Gegen 12.30 Uhr wurden auch von der Südseite her drei Schlauchleitungen angesetzt, die dem aus dem Gebälk und dem Trümmerhaufen herausschlagenden Flammen zu Leibe gehen sollten Gegen 13 Uhr hatte der Brand schon merklich nachy gelassen. Immerhin glühen die dicken Holzbalken im Innern noch nach. Der Stand nachmittage ist der, daß die Feuerwehr ein Uebergreifen des Feuers vom Tum nach der Kirche zu ver hindern sucht Dies dürfte auch möglich sein, da zivischen der Kirche und dem eingestürzten Teile die Brandmauer noch steht. Der Brand nimmt eine immer größere Ausdehnung an. Von 15 Uhr an hatte das Feuer vom östlichen auf den nörd. lichen Flügel übergegriffen. Der Verbindungsturm zwischen den beiden Flügeln ist vollkommen ausgebrannt. Inzwischen ist auch ein weiterer Teil des Dachstockes und vermutlich auch die Decke des dritten Stockwerkes im Dstflügel unter großem Getöse eingestürzt. Die einzelnen Stockwerke sind gleichfalls vom Feuer erfaßt. Die Feuerwehr, die den Brand mit etwa 20 Schlauchleitungen zu bekämpfen sucht, ist bemüht, ein weiteres Uebergreifen des Feuers zu verhindern. Nachdem die Feuerwehren, die seit dem Ausbruch des Brandes teilweise ununterbrochen Dienst taten, die ganze Nacht uber fieberhaft gearbeitet hatten, glaubte man Dienstag um 3 Uhr morgens die Gefahr beseitigt. Aber immer und immer wieder züngelten da und dort die Flammen empor. Der Südostturm des Schlosses, den man zuerst retten zu können glaubte, wurde mehr und mehr gefährdet. Zudem waren fast sämtliche Räume des Südtraktes mit dichtem Qualm erfüllt. Die Befürchtungen, daß das Feuer doch noch auf diesen Teil übergreifen würde, bewahrheiteten sich. Alle verfügbaren Mannschaften wurden nun dort eingesetzt. Man kann auch jetzt noch nicht absehen, ob sich das Feuer nunmehr auf den bisher betroffenen Teil wird lokalisieren laffen. Gegen 11.15 Uhr ereignete sich ein schweres Einsturzunglück. und Der Stuttgarter Schloßbrand ist eine der schwersten Brandkatastrophen, die Stuttgart bisher beingesucht haben. Uebermenschliche Leistungen hat die Feuerwehr im Kampf mit Feuer, Sturm und Eis vollbracht. Die Wehren aus vier benachbarten Städten kämpften zusammen mit den Stuttgar tern heroisch zwanzig Stunden ununterbrochen gegen das wü tende Element, aber es wird wohl noch Tage dauern, bis die Flammen völlig erstickt sein werden. Uebrigens wird dieser Brand noch ein Nachspiel haben. Nr. 99. fürchten. Wir wissen alle, daß es namentlich in den Städten, Ju viel Weihnachtsfeiern gibt. Jeder Verein und jede Gruppe, selbst wenn sie sonst gar nichts mit religiösen oder geselligen Zweden zu tun haben, laden zu ihrer Weihnachtsfeier ein. Es ist ein Jammer, daß die Tiefe der Feiern und namentlich die Traulichkeit des häuslichen Festes darunter empfindlich leidet. In diesem Jahr der Not muß einer unbedingt notwendigen Zurüdhaltung und Einschränkung das Wort geredet werden. In einer deutschen Mittelstandszeitung wird darum jetzt wieder ein Aufruf öffentlich erlassen, in dem es heißt:„ Der religiose, ernſte, innerliche Charakter unseres wundervollsten deutschen Festes droht durch Mißbrauch verloren zu gehen und auf die Stufe eines Stiftungsfestes zu finden". Es wäre wünschenswert, daß gerade bei uns dieser ernsten Mahrung entsprochen wurde. Jede Weihnachtsfeier eines Vereins ganz gleich welcher Art die entbehrlich ist, sollte in diesem Jahr ausfallen. In der gesamten Deffentlichkeit wird es dem Leiter der Stuttgarter Feuerwehren, Branddirektor Müller, schwer ver übelt, daß er erst nach langem Zögern, als das Feuer schon eine sehr große Ausdehnung angenommen hatte, sich entschloß, aus: wärtige Wehren zu Hilfe zu rufen, diese aber, als sie auf dem Brandplatz erschienen, wieder fortschickte, um sie, als die Lage katastrophal zu werden begann, noch einmal zu rufen. Wie man hört, sind auch innerhalb der Leitung der Stuttgarter Feuerwehren Meinungsverschiedenheiten über die zweckmäßigste Alles das trug dazu Bekämpfung des Brandes entstanden. Plötzlich brach die Mauer zwischen Südostturm Schloßkirche mit dumpfem Krach zusammen. Die Trümmer rissen eine Anzahl der an dieser Stelle tätigen Feuerwehrleute in die Tiefe. Die beiden Feuerwehrleitern außerhalb des Schlosses wurden von den herabstürzenden Gestein massen vollständig zertrümmert, ebenso das Auto der einen Leiter. Mehrere Feuerwehrleute wurden unter den herabstürzenden Trümmermassen begraben und konnten nur mit großer Anstrengung befreit werden. Alle Sanitätsmannschaften, die auf dem Brandplatz verfügbar waren, wurden nach der Unfallstelle beordert. Wie später bekannt wurde, sind zwei Tote zu beklagen. Drei weitere Feuerwehrleute wurden sehr schwer verletzt und dürften kaum mit dem Leben davon kommen. Einem von ihnen wurden bei, daß die übergroße Nervosität, die schon von Beginn an herrschte, noch verstärkt wurde. Auch die überaus große Zahl von Verletzten es sind bis jetzt etwa 55 bis 60 Mann hätte sich, meint man, leicht vermeiden lassen können. Die am Montag mit Rauchvergiftungen in die Krankenhäuser eingelieferten Verletzten( ca. 30) befinden sich außer Gefahr. Der Schaden beträgt vermutlich 4 bis 6 Millionen feilgeboten. Das Pfund kostet 25 Pfennige! Nach Erkun Und dabei sind undigungen wird die Ware auch gekauft. sere Keller mit den gesunden, wohlschmeckenden und wohlfeilen deutschen Kartoffeln noch dicht gefüllt. So etwas tann doch eigentlich nur in Deutschland vorkommen, daß wenige Wochen nach der deutschen Kartoffelernte schon wieder fremdländische Kartoffeln auf den Markt geworfen und gekauft werden, wäh rend die deutsche Landwirtschaft zugrunde gehen kann. • Dillenburg. Im Zusammenhang mit der in Aussicht genommenen Verwaltungsreform taucht das Gerücht auf, daß eine Zusammenlegung des Dillkreises mit dem Kreise Siegen und anderen Kreisen nicht ausgeschlossen erscheint. Der Schaden, der sich noch nicht übersehen läßt, wird bereits mit vier bis sechs Millionen Mark beziffert. Wenn auch die größte Gefahr als beseitigt gelten kann, so steht den Feuerwehren noch immer eine harte und durchaus nicht ungefährliche Arbeit bevor. Limburg. Ohne die Maßnahmen des Preisüberwachungsfommissars abzuwarten, hat das Bädergewerbe in Stadt und Kreis Limburg sowie im gesamten Lahn-, Taunus- und Westerwaldgebiet eine beträchtliche Verbilligung des Brotes durchgeführt. Ab vergangenen Montag kostet das dreipfündige Mischbrot 60 Pfg. anstatt bisher 65 Psg. Winterarbeit im Garten. Haben Sie schon an Ihre Winterarbeit im Garten gedacht, wachdem er seinen Erntesegen gespendet hat? Haben Sie schon die Obstbäume mit einem Leimring versehen. Der Frostspanner würde sonst im neuen Erntejahr Ihre Früchte verderben. Die Obstbäume müssen von Zeit zu Zeif gedeckt werden, das vernichtet eine Menge Ungeziefer und hält die Bäume gesund. Die Ursache des Brandes dürfte, wie von sachverständiger Seite mitgeteilt wird, in Kurzschluß zu suchen sein. Es melden sich jetzt auch Zeugen, die bekunden, daß der Rauch schon vor drei bis vier Tagen wahrnehm bar gewesen sei. Bei der Bauweise des alten Schlosses ist die Möglichkeit ohne weiteres gegeben, daß das Feuer schon mehrere Tage unter der Oberfläche glimmte und erst richtig zum Ausbruch kam, als es durch die Arthiebe der Feuerwehrlente Luftzufuhr erhielt. Kassel. Samstagabend wurde bei einer Durchsuchung der Wohnung des der Kommunistischen Partei angehörenden Bauarbeiters Knöchel in der Altstadt ein großes Lager von Waffen, Munition, Sprengmaterial und illegalen Druckschriften aufAusschneiden! 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Die Gesamtzahl der Opfer des Einsturzunglücks bei dem Brand des Alten Schlosses wird amtlich mit zwei Toten und acht Schwerverletzten angegeben. Bis 800 Mark gefunden und beschlagnahmt. Insgesamt wurden 13 Gewehre, darunter mehrere Militärgewehre, Jagdgewehre und kleinkali= brige Revolver, die meisten zerlegt, ferner mehrere hundert Schuß S- Munition und mehrere hundert Schuß Jagdmunition, eine große Menge Sprengstoff, Patronentaschen usw. gefunden. Monats- Verdienst Haben Sie schon an Ihre Immergrünen" im Garten gedacht? Sie dürfen nicht mit trockenen Wurzelballen in den Winter kommen. Trockenheit ist fast immer die Ursache, wenn wir Verluste unserer immergrünen Pflanzen zu beklagen haben. Darum müssen sie jetzt gründlich bewässert werden. Das geschieht am besten zwei bis drei Tage hintereinander, wenn man nicht einfach den Gartenschlauch auf die Pflanzenstelle legen kann. Nach dem Wässern kommt eine Schicht Dung oder Torfmull auf die Baumscheibe, dann werden Sie niemals wieder einen Nadelbaum durch Erfrieren verlieren. Bad Kreuznach. Der gesamte Gemeinderat streift, weil er die Verantwortung für einen auf 550 Prozent festgesetzten Zuschlag zur Bürgersteuer nicht tragen will. Bochum. Nach dem Besuch bei seiner Geliebten, einer verheirateten Frau, stürzte ein Kaufmann aus Dortmund von der Treppe ihrer Wohnung und zog sich dabei einen schweren Schädelbruch zu, an dessen Folgen er im Krankenhaus starb. An der Leiche des Verstorbenen legte seine Geliebte einen Blumenstrauß nieder. Im gleichen Augenblick aber brach sie vergiftet tot zusammen. Es werd. eine Anzahl ütcht. Personen ges., gleich welchen Berufes od. Geschlechtes. Sehr günst.Gelegenh.f. solch. beim Haben Sie schon Ihre Blumenzwiebeln gepflanzt? Es ist die höchste Zeit. Um sich vor Verlusten der teuren Zwiebeln durch Ungezieferfraz zu schützen, wälzt man jede Zwiebel in Mennigepulver. Dann geht keine Raupe und auch keine Maus Die Pflanzstelle soll mit einer Schicht mehr an die Knolle. Torfmull vor zu tiefem Eindringen des Frostes geschützt werden. Hannover. Dienstagabend fuhr ein Personenzug Bahnhof Hameln auf eine Lokomotive. Dabei entgleiste ein Wagen. Acht Reisende und der Zugführer wurden verletzt. d. sich selbständ.machen woll. Auch als Hauptoder Nebenverdienst. Tauernde u. angeneh me Tätigk. Kein Reis. Angebote unt. Beilage eines mit der genauen Adresse versehenen Briefumschl.( frankieren ist freigestellt) an Chemische Fabrik Arterienverfalfung- Herzleiden Stierli, Saltingen Danferfüllt teile ich fostenlos mit, wie ich u. andere Leidende d. ein einf., auch ärztl. verordnetes Mittel in niegeahnter Weise geheilt wurden. Steueramtmann a. D. H. Frederstorf, Schwerin( Medlbg. 597) ( Amt Lörrach). Zuviel Weihnachtsfeiern. Hat man sich früher auf die liebe Weihnachtszeit besonders gefreut, so fangen heutzutage bereits manche an, sich vor ihr zu Einj.- Abitur Institut Boltz- Ilmenau, Thür. Neue Bücher. Im Zeichen des Weihnachtsbaumes steht die neueste Num mer der ,, Münchner Illustrierten Presse"( Nr. 52). Ein schönes, feierliches Bild zeigt die Christmette in der Frauenkirche zu München, ein anderes sührt uns unter den Weihnachtsbaum des oberbayerischen Gebirgsbauern, eine Bilderseite schildert das Weihnachtsfest des Stifahrers in der verschneiten Almhütte. Was machen Sie Sylvester?" Mancher wird in der heutigen Zeit schon die Frage überflüssig finden, aber die anderen, die sich noch ein bißchen Optimismus bewahrt haben und trotz allem mit geheimen Hoffnungen in das neue Jahr gehen, wird es interessieren, in der neuesten Nummer 26 der ,, Eleganten Welt" einige Ratschläge zu erhalten, wie man im intimen kleinen Kreis die Sylvesterfeier genußvoll gestaltet. Die neue Woche"-Sondernummer. Die Familie setzt sich wieder durch, die Freiheit.- ,, Lehren" der letzten Jahre veralten. „ Die Woche" marschiert voran mit ihrer großen WeihnachtsSondernummer ,, Die Familie“. ,, Die Andern wollten es so", heißt der neue Roman, der soeben in der ,, Hessischen Hausfrau" beginnt. Der Inhalt dieser bekannten Modezeitschrift ist wirklich reichhaltig. Heft Nr. 6 der Hessischen Hausfrau" brachte zum Beispiel: Vormittags-, Nachmittags Abendkleider, Kostüme, Mäntel usw., Artikel über: ,, Das Umarbeiten von Hüten"," Moderne Frisuren". Probeheft erhalten Sie kostenlos von Ihrem Buchhändler oder vom Verlage, Berlin SW 68, Ritterstraße 50. Alles fertig zu Weihnachten? Lesen Sie die neue Gartenlaube", sie bringt Weihnachtsstimmung und gute Ratschläge. ,, Die Gartenlaube" überall für 40 Pfg. Verantwortlich: Paul Christian Klein in Gießen. 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