971.75 agern, die ein fr Grünfutter jebed Entlastung an Kraj es und Boltstunde ng mit Fachberatern Gießener Zeitung ( Gießener Tageblatt) Erscheint Mittwochs und Samstags. Bezugspreis 2,40 M vierteljährlich frei ins Haus Redaktionsschluß früh 8 Uhr. Für Aufbewahrung oder Rüdendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. ag N. G. Elwert in Auffäße über Eid 00- Jahrfeier begeben ihnt, der Artikel vo Oberhessen und die Serbürgermeisters von vor allem den Bor Aufgabe der Bos Die Lebensschichale men zu Ende geführt. dwestdeutschland" als Seiträge vervollständi Orf arbeitet an einer neu- feine Bearbei nschen von heute. Det ( Verlag Died& Co, entwürdigkeiten eines tiffen und Spannung Stuttgarter Polize ort zum neuen Bud in" von Dr. jur. Cur Schinderhannes. Das tan Hand unzählige Kriminalzentren zun der Kriminalpolize Es erscheint Anjang Mit einem imposante der bekannten Mü F. Brudmann 6. toberheit, das jeder hohem Genuß dur bildungen Werte der ſeum in Essen. Unter Bildhauers Johannes ne Bildauslese führt e im Bilde der Ge ausbauten, Räume, e Blume im Raum e Tapeten usw. reib 75 große Bilder und bendem Text; es i selig Salten jmen s zooligischen Gartens traft hat er hier das beiner aus aller Welt erscheint in der„ Güd go. Das neue Heft ußreiches Telephonge on Gronau, der übe Chikago flog. S ,, Als Spez" in Rus gen, nach Reforden in - dem wirtschaftliche ue auf erafter Grund ffen, die man als Lei Stätte der Forschun Institut bringt ierten Presse"( Nr.2 Klein in Gießen. teilte buch hr ist jetzt zu Viedsbeiträgen, ndes- und Ver en, für Veranzählt, die End enthoben. nlage 21 x Union 44. Jahrg. -- Politische Rundschau. Der Reichspräsident empfing Dienstag den neuernannten französischen Botschafter Francois Poncet zur Entgegennahme kines Beglaubigungsschreibens. An dem Empfang nahmen außer den Herren der Umgebung des Reichspräsidenten Staatssekretär Dr. von Bülow teil. Am Dienstagvormittag empfing der Reichskanzler Dr. Brüning den Reichstagspräsidenten Löbe, um sich mit ihm über die Sorbereitung der parlamentarischen Winterarbeit auszusprechen. In dieser Unterredung ist vereinbart worden, daß der Reichstag, Die vorgesehen, am 13. Oktober zusammentreten soll. Im Wirtschaftsausschuß des Völkerbundes fand eine grundähliche Aufrellung des internationalen Reparations- und Schuldenproblems durch den bekannten holländischen Sachverständigen Collijn statt. Der Völkerbundsrat ist am Dienstagvormittag zusammengetreten, um über den Appell Chinas an den Völkerbundsrat pum Eingreifen in den chinesisch- japanischen Streitfall zu verhandeln. Auf die Einladung der dritten Völkerbundskommission, an den Beratungen über den italienischen Vorschlag eines Rüstungstierjahres teilzunehmen, anwortete Litwinow, daß, abgesehen von anderen, in der Einladung erwähnten Bedingungen, schon die Kürze der Frist es der Sowjetregierung nicht ermögliche, Vertreter nach Genf zu entsenden. Die türkische Regierung hat den Beschluß gefaßt, an dem Sölkerbundsausschuß zur Vorbereitung der Abrüstungskonferenz teilzunehmen. Zum Vertreter der Türkei wurde der Gesandte in Bern ernannt. Bei der Finanzabteilung des Völkerbundssekretariats ist am Dienstag die Mitteilung eingegangen, daß auch Griechenland und Italien die Zahlungen nach der Goldparität aufheben wollen. Der hessische Minister des Innern hat den„ Rhein- und heffen- Bauer" auf die Dauer von fünf Tagen verboten. Der Landesparteitag der SPD. hat die Kandidatenliste für den hessischen Landtag aufgestellt. An der Spitze der Liste stehen Dr. Abelung und Innenminister Leuschner. Die sächsische Regierung hat die seit einiger Zeit angekündigte Sparnotverordnung veröffentlicht. Der Aeltestentat des Preußischen Landtags hat die vor: peitige Einberufung des Landtages abgelehnt. Die Aenderungen des Tabalsteuergesetzes mit der Zulassung tiner Schnittbreite von 0,5 Millimeter für steuerbegünstigten feinschnitt und anderes sind im Finanzministerium beschlossen Dorden. Die Aenderungen treten am 1. Oktober in Kraft. Die Verhandlungen über die Lohn- und Arbeitszeitfragen in Ruhrbergbau sind bis auf weiteres verschoben worden. Die Vereinigten Stahlwerke, Abteilung August Thyssenhütte, haben einen Stillegungsantrag für die Walzenstraße und die Drahtstraße gestellt und gleichzeitig um gekürzte Sperrfrist his zum 6. Oktober gebeten. Nach den neuesten Dispositionen treffen die französischen Minister am Sonntagvormittag in Berlin ein und wollen bis Jum Dienstagvormittag bleiben. Am Montag wurde in Belgrad ein königliches Dekret unterzeichnet, durch das die Gehälter der unteren Beamten um fünf Frozent, jene der höheren Staatsbeamten um sechs Prozent gefirzt werden. In offiziellen Kreisen Washingtons ist man der Ansicht, daß Großbritannien in der Lage sein wird, sein Finanzproblem zu lisen, ohne daß sich sehr ungünstige Wirkungen für die Vereinigten Staaten ergeben werden. Die Imperialbank of India hat ihren Diskontsatz von 7 auf 8 Prozent erhöht. Der Sag von 7 Prozent war seit dem & August in Kraft. Die Stadt Tichan- tschun ist nach schweren Kämpfen von japanischen Truppen erobert worden. Aus Bergen wird gemeldet, daß das U- Boot ,, Nautilus" vershrottet oder versenkt werden soll, da es keinesfalls nach Amerika prüdfahren könne. Das Motorboot ,, Annemarie", das mit 18 Personen einen Ausflug von Borkum nach der Insel St. Juist unternommen hatte, soll auf der Rückfahrt gesunken sein. Die deutschen Ozeanflieger Rody und Johannsen und ihr portugiesischer Begleiter Veiga sind nach sechstägigem Treiben af offenem Ozean von dem norwegischen Dampfer ,, Belmoira" aufgefunden und lebend geborgen worden. Französisches Kapital - deutsche Arbeit. Paris, 22. September. Das Programm der Reise Lavals ind Briands nach Berlin ist nunmehr endgültig festgestellt. Als de Devise dieses Besuches kann man bezeichnen: ,, Deutsch- franpsische Wirtschaftszusammenarbeit" oder auch:„ Französisches Sapital Deutsche Arbeit." Die Möglichkeit einer derartigen usammenarbeit auf wirtschaftlichem Gebiete, die einen Eintitt französischen Kapitals in deutsche Unternehmungen bedeuten würde, soll vorerst von einer Kommission höherer Beamter leider Länder besprochen werden, denen wirtschaftliche Berater Drud und Verlag von Albin Klein in Gießen Geschäftsstelle: Gießen, Südanlage 21. Fernsprecher Nr. 2525 und 2526. Postschecktonto Nr. 69 530 Amt Frankfurt a. M. Mittwoch, den 23. September 1931 von Fall zu Fall beigegeben werden sollen. Man zeigt sich hier über die Möglichkeit einer derartigen Zusammenarbeit und über das mögliche endgültige Ergebnis der Beratungen durchaus optimistisch. Ob und was Deutschland dabei etwa zu gewinnen hat, ob es„ Zusammenarbeit" wird oder ein ,, Wuchergeschäft" das wird man wissen, wenn die Karten erst einmal aufgedeckt werden. Beamtengehaltstürzung in Hessen. Die nunmehr von der hessischen Regierung bekanntgegebene hessische Notverordnung sieht an erster Stelle eine allgemeine Gehaltskürzung bei den Beamten vor. Die Gehälter über 1500 Mark Jahreseinkommen erfahren eine Kürzung von 5 Prozent; für die unverheirateten Beamten tommt eine weitere Kürzung um 5 Prozent hinzu und bei den verheirateten Beamten ohne Kinder eine solche von drei Prozent. Außerdem werden die Bezüge der Beamten fünftig nicht mehr monatlich im voraus, sondern erst am Monats en de gezahlt werden. Der Reichsernährungsminister tommt nach Darmstadt. Darmstadt. Der Reichsernährungsminister Schiele wird Ende der Woche eine Reise nach Süddeutschland antreten, um sich dort noch einmal persönlich über die besonderen Bedürfnisse der Landwirtschaft zu unterhalten. Er wird am Samstag in Darmstadt sein und die Maßnahmen zur Beseitigung der außer= ordentlichen Ernteschäden in Hessen mit der Regierung besprechen. Devisensperre in England. London, 22. September. Das Schahzamt hat heute mittag im Verordnungswege auf Grund der Vollmachten des neuen Bankgesetzes ein Devisenantaufsverbot für englische Untertanen und für die Ausländer erlassen, die in England ihren Wohnsitz haben. Dieses Verbot tritt damit an die Stelle der freiwilligen Devisenkontrolle, die die Banken zugesichert hatten. Drei Ausnahmen für den Ankauf von ausländischen Zahlungsmitteln werden gemacht, einmal für die Finanzierung von normalen Handelsbedürfnissen, zweitens von Kontrakten, die vor dem 21. September abgeschlossen worden sind und für Reiseausgaben und andere persönliche Bedürfnisse. Börsenfeiertage. Laut Beschluß des Berliner Börsenvorstandes findet am Dienstag und Mittwoch kein Verkehr in Effekten, Metallen und Devisen statt. Die anderen deutschen Effektenmärkte haben sich dieser Regelung ebenfalls angeschlossen. Eine Neuordnung des Börsenverkehrs ist also erst am Donnerstag zu erwarten. Kommunist ersticht einen Nationalsozialisten. Mainz. In der Nacht von Montag auf Dienstag fam es in einer Wirtschaft in der Altstadt zwischen einem 29jährigen Kommunisten und einem verheirateten, 28 Jahre alten Nationalsozialisten zu Streitigkeiten. Hierbei versetzte der Kommunist seinem Gegner drei Messerstiche in die rechte Brustseite, Bauch und Unterschenkel, die den Tod nach kurzer Zeit zur Folge hatten. Der Täter konnte verhaftet werden. Expreß in die Luft gesprengt. Berlin. Der transsibirische Expreß ist zwischen Charbin und der russischen Grenzstation Mandschuria in die Luft gesprengt worden. Ueber die Zahl der Opfer, sowie den Hergang und die Urheber des Attentats ist noch nichts bekannt. Man befürchtet in Pekin, daß die ernste Lage in der Mandschurei durch diesen Vorfall eine weitere gefährliche Verschärfung erfährt. Die Arbeitsmarktlage in Hessen und Hessen- Nassau. Ueber die Arbeitsmarktlage in Hessen und Hessen- Nassau berichtet das Landesarbeitsamt in Frantjurt: Die Verschlechterung der Arbeitsmarktlage hat auch in dieser Berichtszeit angehalten. Die Zahl der Arbeitsuchenden ist in der Zeit vom 1. bis 15 September um 2789 oder 1 Prozent auf 273 381 gestiegen, die der Hauptunterstützungsempfänger in der Arbeitslosenversicherung um 2594 auf 76 417 u. die der Hauptunterstützungsempfänger in der Krisenunterstützung um 1199 auf 66 056. Die Beschäftigungsverhältnisse haben sich besonders verschlechtert in den Angestelltenberufen( Zunahme 736 Arbeitsuchende), im Baugewerbe( plus 525), bei den häuslichen Diensten( plus 523), im Holzgewerbe ( plus 420), in der Industrie der Steine und Erden( plus 367), Landwirtschaft( plus 350), Metallindustrie( plus 284) und im Nahrungsmittelgewerbe( plus 227). Bei Notstandsarbeiten, die mit Mitteln der Reichsanstalt gefördert werden, waren am 31. August ds. Js. 1071 Personen beschäftigt. Pflichten des Betriebsrates Ein Arbeitnehmer verlegt die ihm als Mitglied des Betriebsrates und des Arbeiterrats obliegenden Pflichten( nän lich die Pflicht, den Betrieb vor Erschütterungen zu bewahren), wenn er in der Nähe des Eingangs zum Werf unter die um diese Zeit ( vor Arbeitsbeginn) zahlreich dem Werk zuströmenden Leute des eigenen Betriebes ein Flugblatt verteilt, das zum politischen Massenstreit und zur Stillegung der Betriebe auffordert. Diese Tätigkeit geht über die nach Art. 118 Reichsverfassung gewährleistete freie Meinungsäußerung hinaus und rechtfertigt es, die Mitgliedschaft des Täters in der gesetzlichen Betriebsvertretung für erloschen zu erklären.( RArbG.) ( Neueste Nachrichten) Anzeigenpreise: die 30 mm breite Petitzeile auswärts 24 Pfg. lokal 12 Pfg., die 90 mm breite Retlame- Petitzeile 96 Pfg. Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit Bei Wiederholung Rabatt Für Bollklischee- Anzeigen außerdem besondere Ermäßigung Nummer 76 Was ist der deutsche Hausbesik wert? ( Schluß) Die Frage, die logischerweise im Anschluß hieran auf taucht, ist die: liegt die Schuld an diesen Zwangsversteigerun gen an der mangelnden Geschäftstüchtigkeit der jeweiligen Besizer oder ist der Hausbesitz heute so schwer zu halten, rentiert er eben nicht? Die Frage ist so schnell beantwortet, wie gestellt. Der deutsche Hausbesitz ist nichts mehr wert. Selbst der tüchtigste Hausbesitzer kann nicht gegen die Flut der öffentlichen Lasten und Abgaben, gegen die Unmenge der Steuern ankämpfen und muß über kurz oder lang, wenn er nicht über irgendwelche Betriebsreserven verfügt, ganz zusammenbrechen. Das Wirtschaftselend, die enormen Grund- und Sondergebäudesteuern, die Verknappung des Geldmarktes der letzten Monate hat aber noch etwas anderes zur Folge. Die Preise für Hausbesitz sind an und ür sich schon gedrückt und unzurei chend gewesen. Jetzt aber bedeutet Zwangsversteigerung Ver schleuderung des Volksvermögens im wahrsten Sinne des Wortes. Alle Eingaben großec Wirtschaftsverbände, u. a. auch des Zentralverbandes Deutscher Hausbesitzervereine und des Deutschen Handwerks- und Gewerbekammertages an die Reichsund Länderregierungen, die Zwangsversteigerung in dieser wirt schaftlich trostlosen Zeit im Interesse der Besizer und Hypothekengläubiger zu unterbinden, haben höheren Drtes nicht das nötige Verständnis gefunden. Man konnte sich nicht zu einem generellen Verbot entschließen und hat sich nur bereit gefun den, in einzelnen Fällen auf Antrag eines Beteiligten in eine ,, wohlwollende Prüfung: ob oder nicht"... einzutreten. So ist es denn leicht zu verstehen, daß bei vielen Zwangs versteigerungen nicht nur der ehemalige Hausbesitzer, früher eine Stüße des Staates, als Bettler von seinem Hause schei den muß, sondern auch noch nachstellige Hypothekengläubiger ausfallen und leer ausgehen. Also Elend und Not auch hier! Obendrein fällt dann der ehemalige Hausbesiger und u. II. auch der Hypothekengläubiger der Wohlfahrtspflege zur Last. In den oben angeführten vier Heften des Grundeigentum" werden auch Ergebnisse von Zwangsversteigerungen aus diesen Wochen angeführt. Einige seien im Nachfolgenden mit Hinblick auf das oben Gesagte einzeln ausgewertet. Zu be achten ist dabei, daß als Verhältniszahl besonders der Nußungswert, der in fast allen Fäller. wohl mit der Jahresrohmiete gleich zu setzen ist, in Frage kommt. Grundstück 1. Rückerstraße 3, Berlin 2. Joachimstraße 13, Berlin 3. Waldenserstraße 33, Berlin 4. Pücklerstraße 19, Berlin 5. Bandelstraße 16, Berlin 6. Manteuffelstraße 94, Berlin 7. Schwedterstraße 49, Berlin 8. Mauerstraße 95, Berlin 9. Simon Dachstraße 26, Berlin 9. Linienstraße 24, Berlin 11. Flughafenstr. 90, B.- Neukölln 12. Knesebeckstr. 98, B.- Neukölln 13. Ererzierstraße 9, B.- Wedding 14. Schönholzer Weg, B.- Wedd. 15. Köllnische Straße 66, Berlin- Schönereide 16. Kaiser Wilhelm Straße 50, Berlin- Pankow Nuhungs versteigert wert für AM Multi RM plitator 17 610 80 000 4.5 3 610 18 450 109 000 17 200 4,8 6 15 430 45 000 2,9 10 800 51.000 4,7 9 600 50 000 5,2 • 10 560 38 000 3,6 12 700 59 000 4,6 15 160 80 000 513 5910 27 000 4,5 3 700 36 000 5,4 I 945 3 000 1,5 10 100 46 800 4,6 8 600 38 000 4,4 5 580 16 800 3 977 1 40 000 4,1 Der Multiplikator für die neue Einheitsbewertung be wegt sich in Hessen zwischen 7-12. Nehmen wir für GroßBerlin an, daß der Multiplikator kleiner ist, aber ganz bestimmt wird auch in Berlin ein Geschäftsgrundstück z. B. noch.nit dem 10fachen der Jahresrohmiete bewertet. Man schaue sich darauf hin obige Beispiele an Mit Absicht sind oben die Grundstücke genau bezeichnet Manchem Leser dürfte Berlin soweit bekannt sein, daß er die Geschäftslage" des einen oder anderen Hauses beurteilen kann Wie dem auch sei, eines erkennen wir mit erschrecken der Deutlichkeit, es ist hente Unsinn, Grundbesig zwangsmäßig zu versteigern. Beispiel 12 oben: Nuzungswert Jahres rohmiete 1945, Me., Zuschlag 3000,- ME. Man muß sich überlegen, ein uzungswert von ca. 2000, Mk. trifft in Hessen für viele Häuser zu. Und in dem Zuschlag von 3000, Mk. kommt nicht nur die gegenwärtige Geldknapp. heit zum Ausdruck, sondern und nun sei wieder an das Thema angeknüpft die traurige Tatsache, daß der deutsche Hausbesitz durch die leider immer noch bestehende Wohnungszwangswirtschaft und Hauszinsstener( in Hessen Sondergebäudesteuer genannt) ruiniert und wertlos ist. Und so lange diese beiden Blutegel am deutschen Volke saugen, so lange wird Arbeitslosigkeit und gesunkene Moral in Deutschland in erhöhtem Maße bestehen. Wie dem Unglück zu steuern ist, ist in dieser Zeitschrift an anderer Stelle erörtert. Burgeleit. Mittwoch, den 23. September 1931. Handwerkerfragen. Von Gustav Voigt. M. d. L. Präsident des Deutschen Handwerkerbundes Es gibt ein Wort, welches reichlich mißverstanden wurde und viel böses Blut erregt hat das Wort von der Preissenkung". Man soll immer gegen Schlagworte sein, vor allem im politischen und wirtschaftlichen Leben. Es ist grundfalsch, die Erwartungen der Deffentlichkeit, die Hoffnungen der Hausfrau bezüglich des Preisabbaues zu hoch zu spannen. Wirtschaftliche Gesetze, an die auch die allgemeine Preissenfung gebunden ist, können nicht durch Parolen und Diftate umgestoßen werden. Durch den Druck der in ihren Erwartungen fünstlich gesteigerten öffentlichen Meinung zwingt man die bescheidenen Kreise des Mittelstandes zu Preisfcnfungen, die praktisch ohne jede Bedeutung sind. Letzten Endes wird damit der Steuerkraft dieser Kreise und der deutschen Volks: wirtschaft überhaupt nur geschadet. Wir haben im Handwerk schon oft mit derartigen Parolen sehr trübe Erfahrungen gemacht, und wir bieten alles auf, um die stark notleidenden Schichten des Mittelstandes vor überflüssigen und schädlichen Experimenten zu warnen. Ein Preisabbau muß bei den Produktionskosten, bei den Herstellungskosten der Waren beginnen. - er muß von oben erfolgen. Die Steuern, Gebühren, Abgaben und Tarife der öffent lichen Verwaltung müssen grundlegend gesenkt werden, damit Schritt für Schritt nach unten hin an eine Preissenkung herangetreten werden kann. Wer eine lebendige Fühlung mit den Kreisen des Mittelstandes und des deutschen Handwerks besitzt, fann sich feiner Täuschung hingeben. Das Handwerk leidet unter der Wirtschaftsfrise vielleicht am aller stärksten. Das Handwerk ist willig, iſt bereit, an einer Preissenfungsaktion mitzuarbeiten. Es läßt sich aber nicht blüffen und feinesfalls dazu verleiten, unüberlegte Schritte zu tun, die in Wirklichkeit niemand nützen können. Die Bedeutung des deutschen Handwerks wurzelt auf kaufmännischem und rechnerischem Geiste. Es ist nicht allein in der Gegenwart, sondern auf der traditionellen Meister- und Qualitätsarbeit gegründet. Und so ist es interessant, zu verfolgen, welches Echo in Kreisen des Handwerks unsere Bestrebungen zur Hebung der Qualitätsarbeit des Handwerkers sind. In diesem Zusammenhang verweise ich auf die pädagogische Arbeit der Handwerker- Organisationen, auf die Maßnahmen zur Erziehung der Deffentlichkeit, feine Pfuscharbeit anzuerkennen oder zu unterstützen. Wir wissen, daß wir hierdurch vielleicht schädigend für viele Handwerker wirfen aber im Interesse des Ansehens und auch der wirtschaftlichen Lebenskraft des deutschen Handwerks tätig sind. Wir sind für rücksichtslose Bekanntgabe heimlicher Pfuscher bei den Fachorganisationen, beim Arbeitsnachweis, beim Gewerbeamt usw. Der deutsche Handwerker ist heute gezwungen, so scharf zu falfulieren, oftmals unter Verzicht auf den Lebensstandard des Mittelstandes, daß auch der Pfuscher laum irgendwelche Preisvorteile bieten kann. So erziehen wir den Handwerker derart, daß er in regelmäßigen Abständen eine Prüfung seiner Werkzeuge, Materialien und Maschinen vornimmt und daß er in demselben Sinne seine bisherigen Lieferanten- Beziehungen einer strengen Kontrolle unterzieht. Ich habe vielfach in meinen Vorträgen auf die Gefahren des üblichen Berufsschul- Unterrichtes für die Erziehung des jungen Handwerkers hingewiesen. Und oft sind diese meine Ausführungen mißverstanden worden. Wir wollen nicht den Fachunterricht in Schulen beseitigen, sondern Fachschulen errichten, ausgestattet mit den besten Handwerksmeistern, Künstlern usw., mit neuen Maschinen, Hilfskräften, um dem Handwerksgesellen, der Meister werden will, eine praktische Ausbildung zu schaffen, die es ihm ermöglicht, als erstklassiger junger Meister sein Gewerbe zu be= gründen. Der Geselle hat, wenn er Meister werden will, für diese Art Ausbildung viel mehr Interesse als der aus der Schule entlassene junge Mann, der vom Handwerk noch nichts versteht, und so wird eine derartige von uns geforderte Fachschule nur zum Segen des gesamten deutschen Handwerks und für dessen Nachwuchs wirken. Alles dies ist wichtig, und es ist notwendig, daß die große Deffentlichkeit mehr als bisher über die fortschrittlichen Gedanken modernen deutschen Handwerkertums orientiert wird. Der Wertgedanke der Qualität der Ware, das ist die große, lebendige Idee, die das Handwerk entwickelt hat und die fortzupflegen eine historische Aufgabe auch in den heutigen Tagen ist. Das Ernteergebnis in Hessen. Infolge des schlechten Wetters haben sich die Ernteergebnisse gegenüber den ersten Schäzungen im August erheblich verringert. Gegenwart und Zukunft der deutschen Fahrrad- Industrie. Der Zahn der Not nagt am Mark unserer Industrie. Uebe:- all herrscht Mangel. Mangel an Arbeit, Mangel an Geld, Mangel an Mut. Die Hoffnungslosigkeit ist die schwerste Last. Unsere Wirtschaft schleppt sie mit sich herum. Man sucht nach dem Silberstreifen am Horizont. Fühling muß es doch einmal werden. Es fragt sich nur wann. Vielleicht ist es für die deutsche Wirtschaft zu spät, wenn der düstere Himmel zerreißt und die Sonne der Zukunft den silbernen Streifen zaubert, wenn der neue Frühling über die Welt hereinbricht. Es geht allen schlecht. Auch der deutschen Fahrradindustrie, Zu dieser Feststellung brauchen wir die kalten Zahlen der Statistik nicht aufmarschieren lassen. Vielleicht leidet sie schwerer Sie ist aus dem Himmel einer Hochkonjunktur in die Hölle der Absatzlosigkeit gestürzt. Sie hat gute Jahre gehabt, sehr gute Jahre, Jahre, in denen sie den Inlandsbedarf kaum zu decken vermochte, wo sie den Export hätte entbehren können. Nun hat der Inlandsmarkt seine Aufnahmefähigkeit verloren, nun ist der Export zurüdgegangen. Es geht nicht nur den Deutschen schlecht. Nicht daß es draußen an Geld fehlte. Man hat es, aber man hält es fest. Aus Furcht vor dem Morgen. Aber ein Licht leuch tet in der Finsternis. Das Licht der Erkenntnis, daß die Lage nicht trostlos ist. Früher glaubte man, die Fahrradindustrie stelle einen Modeartikel her. Heute weiß man, daß das Fahrrad bei Millionen dicht hinter dem Brot kommt. Wäre das Radfahren eine Mode, so hätte sich sein Schicksal schon erfüllt. Das Schicksal, das man dem Fahrrade bei seiner Geburt prophezeit hat, Untergang. Das Fahrrad wird nicht untergehen und auch seine Industrie wird nicht das Schicksal der Haarnadelindustrie teilen, die an der Mode des Bubentopfes zugrunde gegangen ist. „ Gießener Zeitung" Lokales. Herbstanjang. Der Herbst beginnt am 24. September um 1 Uhr. Zu diesem Zeitpunkt überschreitet die Sonne mit ihrem Mittelpunkt den Aequator, um fortan sechs Monate hindurch ihre wärmenden Strahlen vorwiegend der südlichen Halbfugel zukommen zu las= sen. Uebrigens hingt der astronomische Herbstbeginn in diesem Jahre den meteorologischen Verhältnissen beträchtlich nach; denn schon seit Anfang September befinden wir uns, was die Witterung anbelangt, im Herbst, und die letzten Lebensäußerungen des Sommers haben schon vor drei Wochen in Gewittern mit nachfolgenden Landregen geendet. Seither ist es fühl, veränderlich und ungemein trüb gerade für den September, der sich sonst durch beständiges und heiteres Wetter auszuzeichnen liebt, und dieses Sommerende paßt im Grunde genommen nicht schlecht zu der verflossenen warmen Jahreszeit, die, bei Lichte besehen, wieder einmal eine große Enttäuschung gewesen ist. Die Schlüsse, die sich aus dem Verlauf des letzten Sommers auf die mutmaßliche Witterung im Herbst und Winter führen lassen, sind ziemlich eindeutig. Angesichts der nun schon mehrere Monate dauernden Periode reichlicher Niederschläge wird man erwarten dürfen, daß diese in nicht zu ferner Zeit eine Unterbrechung erfährt, und daß demgemäß im Spätherbst die Ten= denz zu kontinentalem Hochdruckwetter durchbrechen wird. Da= für spricht auch der frühe Beginn herbstlicher Witterung. Es besteht also die Wahrscheinlichkeit frühzeitigen Eintritts von Frostwetter, und falls diesem Schneejälle vorangehen, auch für ausgesprochene November- und Dezemberkälte. Damit ist allerdings nicht gesagt, daß der ganze Winter kalt und streng wird. Denn auf tühle und regnerische Sommer folgt in der Mehrzahl der Fälle ein mäßig milder Winter, und es ist deshalb sehr wohl möglich, daß nach einem mehr oder weniger falten Spätherbst und Vorwinter der eigentliche Winter wieder vorwiegend mild und regnerisch wird. * Verzugszuschläge bei Steuerzahlungen. Der Hessische Industrie- und Handleskammertag hat sich in nachdrücklicher Weise bei den zuständigen Stellen dafür eingesetzt, daß die durch Verordnung vom 20. Juli festgesetzten Verzugszuschläge von 5 Prozent für jeden halben Monat aufgehoben werden. Er hat seinen Schritt damit begründet, daß diese Verordnung ihren Grund in den Schwierigkeiten im Zahlungsverkehr, wie sie Mitte des Monats Juli eintraten, gehabt hat, die jedoch inzwischen zum großen Teil weggefallen sind. Die Erfüllung der Forderung nach Abänderung der Verordnung sei daher lediglich ihre Anpassung an die veränderten wirtschaftlichen Verhältnisse. * Dienststunden des Polizeiamts. Dienststunden des Polizeiamis für den Publikumsverkehr ab 1. Oktober ds. Js. sind: von 8 bis 12 Uhr und von 15 bis 17 Uhr. Samstags von 8 bis 12 Uhr. Für Samstag- Nachmittags ist in der Zeit von 16% bis 17 Uhr ein Eildienst eingerichtet, bei dem aber nur Anträge, die unaufschiebbar sind, erledigt werden können. * Frachtermäßigung für Kartoffeln. Wie im vorigen Jahre, so wird auch in diesem Jahre die Reichsbahn die Versorgung der Bevölkerung mit Winterkartoffeln durch Frachtermäßigung erleichtern. Die durch den Ausnahmetarif 16a gewährte Frachtvergütung erstreckt sich auch auf Stückgutsendungen. * Von der Reichsbahn. Mit Gültigkeit vom 21. September 1931 ist ein Ausnahmetarif für frische Aepfel und Birnen zur Verarbeitung in industriellen Verwertungsbetrieben in Kraft gesetzt worden. Der Tarif gilt nur für Sendungen in loser Schüttung, ohne jede Verpadung, die an industrielle Verwertungsbetriebe gerichtet sind und in diesen verarbeitet werden und ist befristet bis 30. November 1931. Nähere Auskunft er= teilen die Güterabfertigungen. * Welttierschuttag. Ein Tag im Jahr soll dem Tiere ge= weiht sein, dies ist der einmütige Wille der Tierschutzvereine der ganzen Welt. Den 4. Oktober hat man als Welttierschutztag gewählt, denn dieser Tag ist der Todestag von Franzistus von Assissi, eines Mannes, der als einer der größten Tierfreunde be tannt ist. Im Hinblick auf die allgemeine Notlage lehnt der Tierschutzverein für Hessen geräuschvolle Veranstaltungen am Welttierschutztag ab. Er wird an die Kirchen und Schulen herantreten mit der Bitte, am Welttierschutztag des Tieres in geeigneter Weise zu gedenken. Es geht schlecht. Die Fahrradindustrie leugnet es nicht, sie aber blidt nicht mit den Augen des Pessimisten in die Weit.. Sie weiß, daß es ihr nicht schlecht ergeht, weil ihre Kunden Sorgen haben, weil das Fahrrad überlebt ist, weil das Schlagwort von der Motorisierung der Welt umgeht. Sie glaubt daran, daß das Fahrrad ewig sein wird, wie Nadel und Hammer, die Werkzeuge des Urmenschen. Sie sieht die Welt mit offenen Augen, und so entgeht ihr nicht die rüdläufige Bewegung in Amerika. Man erinnert sich ,, drüben" wieder des fleinen Freun des aus Stahl. Wir brauchen nicht über den Ozean zu bliden, sondern nur über den Rhein. In Frankreich ist es nicht anders. Wer schnell vorwärts tommen will in den großen Städten, geht zu Fuß oder fährt auf der ,, kleinen Königin". Das geschieht in Ländern, die weniger Sorgen haben als Deutschland, in denen die Arbeitslosigkeit nicht so unvorstellbare Dimensionen ange nommen hat wie bei uns. Die Arbeitslosigkeit ist ein schwerer Schlag für die Fahrradindustrie. Sie wird zweifach davon betroffen. Arbeitsloje ohne Rad können sich feines kaufen. Arbeitslose Radfahrer nutzen ihr Rad nicht ab. Sie brauchen es nicht mehr zum Wege zur Arbeitsstätte. Es wäre eine günstige Zeit für eine Werbung. Alles ist teuer, besonders die Verkehrsmittel, die Wohnstätten entfernen sich immer weiter von der Arbeitsstätte, Wochenendbewegung, Freude am Sport, am Wasser, Wald und grünen Wiesen. Der Bedarf ist da, die Lage nicht trostlos. Ein Hoffnungsstrahl würde Blüten treiben tausendfach am noch immer grünen Baum unserer Fahrrad- Industrie. Er ist grün, denn seine Wurzeln werden von den Wassern der Hoffnung umspült. Wäre es anders, hätte man feine Erklärung für den Mut, zu den Millionenopfern für Sport und Verkehr. Eine Deutschlandrundfahrt ist gerollt. Hunderttausende hat sie gekostet. Arbeit Nr. 76. Mittwoch, den 23. * Tagung der hessischen und deutschen Krüppelfürsorge. Die Einweihung der neuen Orthopädischen Universitätsklinik erfolgt am 10. Oktober, vormittags 10.30 Uhr, im Studentenhaus. An die Einweihung schließt sich eine Besichtigung der neuen Klinik an. Nachmittags findet die Mitgliederversammlung des Hessi schen Fürsorgevereins für Krüppel statt und am 11. Oktober die ordentliche Mitgliederversammlung der Deutschen Vereinigung für Krüppelfürsorge. * Oeffentliche Versammlung. Im Café Leib spricht am Mittwoch, den 23. September, abends 8.30 Uhr, in einer Ver jammlung der Ortsgruppe Gießen des Christlich- sozialen Volts dienstes Reichstagsabgeordneter P. Bausch über das Thema„ Zm Kampf um Deutschlands Zukunft". Lagerung des Winterobstes. Bei den heute oft beschränkten Wohnungsverhältnissen be gegnet die Lagerung des Winterobstes meist großen Schwierig teiten, und manche Familie gibt im Winter viel Geld aus, um teures Auslandsobst zu kaufen, nur weil im Keller kein Platz für Winteräpfel ist. Dabei gibt es eine Art der Frischhaltung, die ich aus eigener Erfahrung nur empfehlen kann, und der im Interesse unseres heimischen Obstbaues die weiteste Verbreitung zu wünschen wäre: Die Aufbewahrung in Torfmull! Nachdem man das Obst 3-5 Wochen hat ausdünsten lassen, bededt man den Boden einer geräumigen Riste handhoch mit Torfmull, der heute auch in kleinen Mengen zu beschaffen ist, hierauf eine Lage Obst, das mit Torfmull bedeckt wird, und so weiter, bis die Kiste voll ist. Wichtig ist, daß jede Frucht von allen Seiten mit Torfmull umgeben ist, der im Falle des Faulens eine Ansteckung verhindert. So verpacktes Obst verträgt selbst vorübergehend einige Kältegrade, und das erstaunlich frische Aussehen, der köstliche Geschmack der Früchte, die sich so fast bis in den Sommer hineinhalten, entschädigt weitaus für die geringen Kosten dieser plazersparenden Art der Aufbewahrung. Dr. P. Lieb, Landwirtschaftslehrer. Aus Nah und Fern. Ergebni Kurh. Kajjel Kurheffen Mari Germania Fuld BfB. Gießen Be Verein Germania Marburg Boruffia Fulda beffen 09 Staffel 8.6.03 Staffel SfBA.- Marburg unheffen Staffel 8. f. B. Gießen Bermania Fulda Odershausen Bad Nauheim. Zum neuen Kurdirektor in Bad Nauheim ist von der hessischen Regierung Direktor Dr. Meier aus Bad Harzburg ernannt worden. Seine Anstellung erfolgt zunächst auf Privatdienstvertrag. Büdingen. Wie groß die Obstmengen in diesem Jahre sind, geht aus dem Versteigerungsangebot der Provinzialdirektion Oberhessen hervor. Danach gelangen allein in der Zeit vom 25. bis 30 d. M. über 10 000 3tr. Obst zur Versteigerung, wo bei nur die Mengen erfaßt sind, die an den Provinzialstraßen des Kreises Büdingen anfallen. Mit den Mengen, die aus Privat- und Gutsbesitz usw. hinzukommen, dürfte sich diese Zahl auf das Vielfache erhöhen. Darmstadt. Ein 70jähriger Mann wurde von einem Triebwagen überfahren und sofort getötet. Man vermutet, daß der Greis von einem Unwohlsein überfallen wurde und dabei auf das Gleis fiel. Mainz. In der Stadthalle fand die Feier des ersten Grün dungstages des Mainzer Stahlhelms statt, wozu sich etwa 4000 Menschen eingefunden hatten. Montabaur. Diebe drangen nachts in die hiesige katholische Kirche ein und raubten die Opferstöcke aus. Gie entfamen un erkannt. Frankfurt a. M. Die Genossenschaft deutscher Bühnenange höriger beging den 60. Jahrestag ihrer Gründung. Cronberg. Eine böse Ueberraschung erlebte ein aus dem Urlaub zurückkehrender Villenbejizzer. Er mußte die Feststellung machen, daß während seiner Abwesenheit die Villa vollständig ausgeplündert war. Schnee in den bayerischen Alpen. München, 22. September. Die bayerischen Alpen werden gegenwärtig von einer strengen Kältewelle heimgesucht. Zum erstenmale hat es bis in die Gebirgstäler herunter fräftig ge= schneit. Zeit und Geld wendet die Industrie für die Propagierung des Radfahrwegegedankens auf. Alles Zeichen der Hoffnung, Zeichen des Lebens. Die Opfer werden sich lohnen. Im Inland und im Ausland. Das deutsche Markenrad hat Weltruf. Diesen Ruf kann keine Weltfrise vernichten. Die gute deutsche Ware hat sich empfohlen, wird sich wieder empfehlen. Der deutsche Markt ist der deutschen Industrie sicher. Wenn das Geld wieder rollt, wird sie den Bedarf an Fahrrädern im Inlande nur mit Mühe decken können, sie wird wieder an die Spitze der exportierenden Industrie gelangen. Doras Spielo. Raffel Sport Raffel 05 Göttingen Hersfeld 05 Einbed Gr N 1. Be Wiesenbach Dillenburg Breidenbach Bottenhorn Frohnhausen Verein Sallau Seglar Bottenhorn Frohnhausen 1900 Gießen B.- Niedergirmes Dillenburg Breidenbach Butzbach Sicfenbach FV. FrizlarHelen Preußen Rot- Weiß Homb Corbach 1. Arolsen- 06 SC. Weende Manderbach 1. Oberroßbach 1. Offenbach 1.Ginn 1.- Bu Donsbach 1.Langenaubach Weidelbach 1. Dillenburg 2. Frohnhausen 2 Gijemroth 1.haiger 2.- M Slanzenbach 1. Allendorf 2.Sechshelden 2 Steinbach 1. Lügeln 1.Niederscheld 2. Burg 2.- A Beilstein 1.Herbornseelbac Biden 1.Erda 1. Ho A Jugend: Dillenburg Beilstein 2.- 9 Rittershausen 1 Biden- Erda Wissenbach 1.Burg 1. Eise Niederscheld 1. BebraElm 2 Neuhof- Laut Sterbfrik- Als Alsfeld 2.- A Altenburg 2. Großenlüder Lauterbach Jgd. Alsfeld Jgd. Hopfgarten Jgd Freund in freien Stu Frieden gewesen ug und das Flugzeu Man spricht wied eigt. Man interejjie en neuen Reifen. eijen die bedeutendste er Wirtschaft begann. elte die mit Ablehrge te verwandte die diden adelnde Welt. Wie e hr. Die totgeglaubt Ind jie schmiedete das Tohdem der Absatz sto gte. Aber eines h uf gute, auf glänzend ewichen ist. Fahrräde trie ijt leistungsfäh an Hoffnung hat, is abindustrie hat leiden Worauf begründet sich diese Hoffnung? Zuerst auf die Unsterblichkeit des Fahrrades. Das Fahrrad hat alle Krisen überstanden. Es hat dem Ansturm von Kraftrad, Kraftwagen und Flugzeug standgehalten. Mehr als nur das. Es hat seine Kreise erweitert. Zwölf Millionen Radfahrer besitzt Deutschland, das bedeutet eine Verdoppelung gegen die Vorkriegszeit. Man mag sagen, die Not hat die Radfahrer beim Fahrrad gehalten, eine bessere Zeit hätte sie dem Fraftfahrzeug zugeführt, mag man jagen, die Verkehrsmittel seien so teuer, daß die Anschaffung eines Fahrrades sich verlohnt, die Tatsache ist nicht aus der Welt zu schaffen, das Fahrrad regiert. Die Industrie hat es rechtzeitig erkannt. Sie hat in guter Zeit geworben. Sie hat auf der Höhe der Konjunktur begonnen, die Radfahrwege zu propagieren. Das tommt ihn nur zu statten. Es ist begreiflich, daß dem Fahrrade Millionen neuer Freunde geworben und Millionen alter Freunde wiedergewonnen werden, wenn der Radfahrer eigene Wege bekommt. Vielleicht bricht erst dann die große Zeit des Radfahrens an. Die teueren Mieten in der Stadt zwingen die Werktätigen, ihre Wohnung in die Vororte zu verlegen, die Wochenendbewegung verlangt schnelle, leichte, billig zu erwerbende und billig zu erhaltende Verkehrsmittel. Das Fahrrad bietet alles. Es ist Kamerad bei der Arbeit, m Rampf mit einer erhalten. Und fie er Furcht vor dem M Deutiche, tauft deutsche Denn das deutsche Fah er Weltruf wird ihr n Germany, ein Emp in wenig itolz auf un dreiten wir mit ihr mer neuen Zeit der e ter, dem jo unscheinb jenen Fahrrad. Str. Mittwoch, den 23. September 1931. Krüppelfürjorge. niversitätstlinit er im Studentenhaus. gung der neuen Kl Derjammlung des He und am 11. Oftober Deutschen Vereinigu Café Leib spricht 3.30 Uhr, in einer S Shriftlich- sozialen Bol ch über das Thema Fußball. „ Gießener Zeitung" Turnen, Sport und Spiel. Ergebnisse aus dem Bezirk. Kurh. Kassel Germania Marburg 2: 2( 1: 1) Kurhessen Marburg FV. Odershausen 2: 0( 1: 0) Germania Fulda Hessen Kassel 1: 2( 0: 1) - VfB. Gießen SC. 03 Kassel 1: 3( 1: 0) Verein Bezirksliga, Gruppe Süd. Gau Gießen- Wezlar: Aẞlar Weilburg 2: 2( 2: 0) Ehringshausen Steindorf St. n. angetr. Biskirchen 0: 4( 0: 0) Ehringshausen 2. E. nicht angetreten Holzhausen 0: 0 Rauborn 4: 0( 4: 0) 1900 Gießen 2. 1: 5( 1: 4) Oberbiel VIB. Gießen 2. VfB. n. angetr.. Leihgestern Quedborn Löhnberg 2. Hermannstein Stodhausen SV. Wetzlar 2. Azlar 2. Burgjolms 2. Spiele gem. 1.nent. verl. Tore Punkte Buzzbach 2. Germania Marburg 4 3 1 0 12: 8 7: 1 Borussia Fulda 3 3 0 0 22: 3 6: 0 Laubach Seffen 09 Kassel 4 3 0 1 17: 6 6: 2 3. E. 03 Staffel 4 3 0 1 15: 4 6: 2 BBK. Marburg 4 2 0 2 6:12 4: 4 Aim Keller tein Pla ter viel Geld aus, um 3 1 1 1 6:10 3: 3 B. f. B. Gießen 4 1 0 3 5:17 2: 6 Germania Fulda 2 0 0 2 25 0: 4 Odershausen 3 0 0 3 3:14 0: 6 Horas 3 0 0 3 2:11 0: 6 terobftes. hnungsverhältnissen be Meist großen Schwierig Seun hessen Staffel haltung, die ich aus und der im Intereje Verbreitung zu wünschen ! Nachdem man das en, bededt man de och mit Torfmull, de affen ist, hierauf eine ird, und so weiter, bis Frucht von allen Seiten des Faulens eine A vorübergehend einige Aussehen, der töftliche bis in den Somma geringen Rosten diese , Landwirtschaftslehre Fern. tor in Bad Nauheimi Dr. Meier aus d Fellung erfolgt zuna in diesem Jahre sin er Provinzialdirettin ein in der Zeit von zur Versteigerung, we den Provinzialstraße den Mengen, die a -n, dürfte fich diefe 3 wurde von einem Trieb Man vermutet, daß der In wurde und dabei au Feier des ersten Grün it, wozu sich etwa 400 n die hiesige katholis us. Sie entfamen un deutscher Bühnenange Gründung. ng erlebte ein aus de Er mußte die Feststell eit die Villa vollständ n Alpen, perischen Alpen werd elle heimgesucht. 3 ler herunter träftig g für die Propagierun chen des Lebens. D und im Ausland. D en Ruf fann feine Wel Bare hat sich empfohle e Markt ist der deutsche eder rollt, wird sie de r mit Mühe deden for exportierenden Induftri ng? 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Tore Punkte 4 + 0 0 12: 6 8: 0 3 2 1 ( 13: 8 5: 1 + 2 1 1 22: 9 5: 3 2 2 0 0 5: 2 4: 0 B 2 1 8: 4 4: 2 + 2 0 2 9: 9 4: 4 1 2 6: 8 2: 4 4.0 I 3 7:12 1: 7 4 0 1 B 5:22 1: 7 B 0 0 3 2: 9 0: 6 W.- Niedergirmes Dillenburg Breidenbach Butzbach Wiesenbach FV. Frizlar Sportfreunde Kassel 2: 2( 2: 1) Hessen Preußen Kassel Lichtenau 3: 4( 1: 1) Rot- Weiß Homberg SpV. Warburg 4: 1( 4: 0) Corbach 1. Melsungen 1. 3: 0( 0: 0) Arolsen 06 Rassel 1: 5( 0: 2) SC. Weende SC. Eschwege 1: 3( 0: 0) Manderbach 1. Gau DilI. Sechshelden 1. 2: 2 Oberroßbach 1. Offdilln 7: 2 Offenbach 1. Niederscheld 1. 3: 4 Ginn 1. Burg 1. 4: 1 Donsbach 1.- Herbornseelbach 1. 2: 1 Langenaubach Weidelbach 1. Dillenburg 2. Eisemroth 1. Holzhausen 4: 0 Allendorf 1. 0: 4 Frohnhausen 2.- Wissenbach 1. 3: 2 SC. Wezlar 2. 4: 2( 2: 1) Garbenteich 4: 1( 3: 0) Lollar 9: 3( 4: 2) Villingen 2: 4( 1: 2) Grünberg 6: 1( 4: 1) abgebr. Geilshausen Ettingshausen 6: 3( 2: 1) Merenberg 1. Waldhausen 4: 1( 1: 1) Allendorf Obershausen 3: 4( 2: 2) Hasselbach Odersbach 1: 2( 1: 1) Niedershausen 2. Merenberg 2. 8: 0( 4: 0) Laubuseschbach Grävened 1: 1( 1: 1) Weinbach Essershausen 7: 3( 7: 0) Stockhausen 2. Biskirchen 2. 1: 4( 0: 0) Braunfels 2. Niederbiel 6: 2( 3: 0) Oberndorf 1: 2( 1: 1) Bonbaden Wetzlar 4. Albshausen Nauborn 2. 10: 0( 4: 0) Oberbiel 2. 1: 1( 1: 0) Hermannstein 2. Berghausen 1: 2( 0: 2) Waldgirmes Wezlar 3. 2: 4 Schwalbach 2. Büblingshausen 2: 6( 1: 2) Wieseck Bieber 4: 0( 2: 0) Dutenhojen Heuchelheim Leihgestern 2. Großen- Bused Steinbach 2. Ulrichstein 2. Ruppertsburg Bobenhausen Berghausen 2. 1900 Gießen 3. Tiefenbach 1. Jugend: VFB. Gießen Butzbach 1. Niederweisel 4: 3( 2: 2) Lich 3: 1( 2: 0) 1900 Gießen 4. 1: 2( 0: 1) Lollar 2. 1: 1( 0: 0) Daubringen 2. 0: 5( 0: 3) Grünberg 2. 6: 0( 2: 0) Laubach 2. 1: 0( 0: 0) Wettereld 1: 8( 0: 4) Büblingshausen 2. 2: 1( 1: 1) Steinbach 1. 5: 1 Hirschhausen 1. 3: 1 G.-Sp. 1.1900 Gießen 1. 3: 1( 1: 0) Friedberg 1. 1: 2 G.-Sp. Dutenhofen 1. 8: 0( 4: 0) Nieder- Weisel 1. 3: 1 1900 Gießen 3. Butzbach 2. Ettingshausen 1. Klein- Linden 1. 1900 Gießen Sch. Steinberg 1. Sch. Leihgestern 1. Sch. Wetzlar SpV. 2. Sch. Klein- Linden Sch. Handball: TV. 47 Wetzlar TV. 47 Wetzlar 2. Leihgestern 1. 6: 3 Garbenteich 1. G. nicht angetreten. VB. Gießen Sch. VfB. nicht angetr. 1900 Gießen 2. Sch. 0: 0( abgebr. Pl.) Wiesed 1. Sch. 1: 4 Wieject 2. Sch. 1: 3 Buzzbach Sch. B. nicht angetreten. Rödelheim 6: 2( 4: 0) 1900 Gießen Tgde. TV. Großen- Buseck TV. Allendorf 1. 0: 2 Friedberg 3:12 Polizei Butzbach 1: 4 Tuspo. Butzbach TV. 46 Gießen 6:11( 5: 5) Tuspo. Buzbach 2. TV. Großen- Linden 4:10 TV. Heuchelheim 5: 2 MTB. Gießen Jgd. 2: 3 Gau Marburg. Rittershausen 1. 2: 0 TV. 47 Wetzlar Jgd. Tuspo. Butzbach Jgd. Keine Verbandsspiele! Udersdorf 1. 2: 1 Haiger 2. Manderbach 2. 11: 0 Nanzenbach 1. Allendorf 2. Sechshelden 2. Steinbach 1.Lützeln 1. Niederscheld 2. Weidelbach 2. 6: 1 Würgendorf 1. 2: 2 Dillenburg 3. 0: 2 Haiger 3. 11: 1 Straßebersbach 2. 3: 1 Sinn 2. 3: 2 Burg 2. Arborn 1. 5: 1 Beilstein 1. Breitscheid 1. 5: 2( 3: 1) Herbornseelbach 2. Bischoffen 1. 0: 3 Biden 1.- Altenkirchen 1. 4: 5 Erda 1.- Hohensolms 1. 1: 2 Beilstein 2.- Breitscheid 1: 1( 6.) Jugend: Dillenburg 1.- Holzhausen 1. 4: 0 Frohnhausen 1. 4: 0 Rittershausen 1. Biden Erda 4: 0 Wissenbach 1. Dillenburg 2. 0: 2 Burg 1. Eisemroth 1. E. n. angetr. Niederscheld 1. Haiger 1. H. n. angetr. Bebra Neuhof Sterbfrizz Alsfeld 2. Gau Fulda. Elm 2: 0 Lauterbach 0: 0 Alsfeld 7: 2 Altenburg 1. 2: 1 Altenburg 2. Großenlüder Lauterbach Jgd. Alsfeld Jgd. Hopfgarten Jgd. Bernshausen 1. 0: 0 Schlitz 4: 0 Schlitz 2. Jgd. 6: 0 Leusel Jgd. 3: 0 Salzschlirf Jgd. 0:15 Freund in freien Stunden. Und es ist billig. Billiger, als es im Frieden gewesen ist. Die Technik hat über das Kraftfahrzeug und das Flugzeug das Fahrrad nicht vergessen. Man spricht wieder von ihm, weil es technische Neuerungen zeigt. Man interessiert sich für die neue Form des Rades, für den neuen Reifen. Nach der Freilaufnabe war der Ballor reisen die bedeutendste Erfindung. Sie tam, als der Niedergang der Wirtschaft begann. Sie riß alles wieder empor. Sie rüttelte die mit Abkehrgedanken spielenden alten Radfahrer auf, sie verwandte die dicken Reifen als Blidfänger für die noch nicht radelnde Welt. Wie ein Weckruf ging es durch Sport und Vertehr. Die totgeglaubte Fahrradindustrie gab ein Lebenszeichen. Und sie schmiedete das heiße Eisen. Es lag nicht an ihr, wenn trotzdem der Absatz stockte, wenn sie das Schicksal vieler teilen mußte. Aber eines hat sie den anderen voraus, die Hoffnung auf gute, auf glänzende Zeiten, wenn das Fieber von der Welt gewichen ist. Fahrräder werden gebraucht, Millionen. Die Jndustrie ist leistungsfähig, der Markt aufnahmefähig. Soiange man Hoffnung hat, ist man nicht verloren. Die deutsche Fahrradindustrie hat leiden gelernt. Nicht zum ersten Male steht sie im Kampf mit einer Krise. Allen Gewalten zum Trotz hat sie sich erhalten. Und sie wird auch diese Zeit überstehen, diese Zeit der Furcht vor dem Morgen. Sie hat es nicht nötig, zu sagen: Deutsche, tauft deutsche Fahrräder. Das versteht sich von selbst. Denn das deutsche Fahrrad ist eine Maschine von Weltruf. Diejer Weltruf wird ihr auch wieder den Weltmarkt öffnen. Made in Germany, ein Empfehlung sondergleichen. Darum seien wir ein wenig stolz auf unsere Industrie. Glauben wir an sie und chreiten wir mit ihr durch die Nacht des Tiefstandes zum Licht einer neuen Zeit der epochalsten Erfindung für Sport und Vertehr, dem so unscheinbar gewordenen und doch zur Herrschaft berufenen Fahrrad. Hartenrod Kirchhain 5: 4( Pokalspiel) Hartenrod Pokalsieger im Gau Marburg Gauwerbespiel in Dreihausen: Dreihausen, Ebsdorf, Holzhausen tomb. Leidenhofen, Bortshausen, Rüddingshausen fomb. 7: 4( 4: 1) Wommelshausen Dernbach, Endbach, Weidenhausen fomb. 3: 4( 2: 0) Amönau 3: 8 Oberrosphe Jugend: Kurh. Kassel 1.- Germ. Marburg 1. 2: 1 Germ. Marburg 2. Niederwalgern 1. 0: 0 VfB.-K. Marburg 2. Dreihausen 1. 1: 5 VB. Kurh. Marburg 1.- Cappel 1. C. n. angetr. Aus Gießen und Umgegend. VfB. Gießen Liga SC. 03 Kassel Liga 1: 3( 1: 0). Ganz überraschend hielten sich die Gießener gegen den vorjährigen Bezirksmeister, dem es erst mit dem Endspurt gelang, Sieg und Punkte an sich zu reißen. Der Kampf begann äußerst flott und sah die Gießener leicht im Vorteil. Ein Selbsttor im Anschluß an eine Ede vor dem Kasseler Tor brachte Gießen in Führung. 15 Minuten später verschoß Gießen einen Elfmeter. Langsam tamen dann die Gäste auf, fonnten aber erst in der 2. Halbzeit durch den in den Sturm gegangenen Engelhardt ausgleichen und durch denselben Spieler das 2. und 3. Tor für ihre Farben erzielen. Die Gießener hatten ein unbedingtes Plus in der ersten Halbzeit und die Gäste konnten von Glück sagen, daß sie so billig Rheumatismus, die Krankheit des Herbstes. Von Dr. Curt Kayser, Berlin- Wilmersdorf. Als ungebetener Gast erscheint alljährlich, besonders im Herbst, begünstigt durch Regen und Wind, das Heer der rheumatischen Erkrankungen. Allerdings ist nicht alles ,, Rheumatismus“, was der Volksmund damit bezeichnet. Der Arzt unterscheidet im allgemeinen zwei Formen: den Muskel- und den Gelenfrheumatismus. Beim Muskel- Rheumatismus erfranken, wie schon sein Name sagt, gewöhnlich bestimmte Muskeln oder Muskelgruppen. So viel wir wissen, tommt als ursächliches Moment für die Erfrankung eine Erkältung in Frage. Während aber der MuskelRheumatismus ein verhältnismäßig harmloses Leiden ist, das unter geeigneter ärztlicher Behandlung in ziemlich kurzer Zeit zur Abheilung kommt, stellt der Gelenkrheumatismus eine schwere und lang dauernde Krankheit dar. Der akute Gelenk- Rheumatismus wird ausgelöst durch eine Injektion des Körpers mit bestimmten Krankheitserregern. Als Eintrittspforte für das Krankheitsgift spielen erfahrungsgemäß Mandelentzündung, schlechte Zähne und tgl. neben allgemeinen Erkältungsursachen die Hauptrolle. Unter Fieber, begleitet von Schüttelfrost und heftigen Schmerzen, entwideln sich in verschiedenen Gelenken, sprunghaft nacheinander Entzündung und Schwellung. Wenn auch die eigentliche Erkrankung der Gelenke in manchen Fällen ohne nachteilige Folgen wieder zurüdgeht, so ist dieses Verhalten durchaus nicht die Regel. Vor allem hat der Gelent- Rheumatismus eine große Neigung, in fürzerer oder längerer Frist wiederzukehren. Eine weitere Gefahr des atuten Gelent- Rheumatismus besteht darin, daß er entweder zu Versteisungen der Gelente oder aber zu gefürchteten Nachkrankheiten, insbesondere des Herzens und der Nieren führt. Die große Mehrzahl der Herzklappenfehler verdankt ihre Entstehung einem GeNr. 76. in der ersten halben Stunde wegkamen. Die Platzmannschaft versuchte durch Schnelligkeit und Eifer das Spiel an sich zu reißen. Leider hielten die Siesigen nicht ganz durch, sonst wäre das Ergebnis wahrscheinlich weniger günstig für Kassel aus= gefallen. Aus Wiesed. Bieber 1.- Wiesed 1. 0: 4( 0: 2). Die 1. Mannschaften stellten sich zum fälligen Verbandsspiel in kompletter Aufstellung dem Schiri. Zu Beginn des Spieles wird auf beiden Seiten flott und fair gekämpft. Der Platzbesitzer gewinnt bald die Oberhand, geht in Führung und erhöht bis zur Pause auf 2: 0. In der 2. Spielhälfte lassen die Gäste durch den ungewohnten Boden mehr und mehr nach. Wiesed liegt jetzt in Front und fann obiges Resultat herstellen. Hohmann- Gießen war dem Spiel ein gerechter Leiter. Geilshausen 1.— - Ettingshausen 1, 6: 3. Am Sonntag weilte der vorjährige Gruppenmeister der A- Klasse, Ettingshausen, zum fälligen Verbandsspiel in Geilshausen. E. geht bereits in der 3. Min. in Führung, aber durch Foul- Elfmeter folgt sofort der Ausgleich. In der letzten Minute der 1. Halbzeit fällt das 2. Tor für G. In der 2. Halbzeit entwickelt sich ein lebhafter Kampf. E. kommt durch Handelfmeter zum Ausgleich. Nun geht G. mächtig aus sich heraus, und ist noch 2 mal kurz hintereinander erfolgreich. E. verschießt einen 2. Elfmeter und G. sendet in der letzten Min. noch einmal ein. Schiri Grote leitete gut. FV. Wiesenbach SpVgg. 1900 Gießen 1: 5( 0: 1). Die Wiesenbacher probeirten eine neue Mannschaftsausstellung, die aber nicht nach jeder Seite hin befriedigen konnte. Während die Verteidigung anging, zeigten sich in Stürmerreihe und Läuferreihe überall Schwächen. Die Gäste zeigten wieder wie immer in Wiesenbach eine geschlossene Gesamtleistung und spielten wie aus einem Guß. Die Verteidigung brachte immer wieder mit weiten reinen Schlägen die Vorderleute in Bewegung, und der Sturm kombinierte dann so gut, daß Tore nicht ausbleiben fonnten und auch noch weitere figlige Momente vor dem Wiesenbacher Tor hervorgerufen wurden. Bis zur Pause hielten die Einheimischen noch dem besseren Spiel der Gäste stand, nachher flappten Sie aber vollständig zusammen. Dadurch wurde Gießen Gelegenheit gegeben, ein vorzügliches Spiel vorzuführen. Von den 5 Toren war eins als schöner wie das andere. Wetzlar- Niedergirmes 2: 3( 1: 1). FV. Breidenbach Die Breidenbacher wollen diesmal gar nicht ins richtige Fahrwasser kommen. Auch heute wurden die 2 wertvollen Punkte den Gästen überlassen. Das Ergebnis hätte leicht auch umgekehrt lauten können, aber Breidenbach hatte kein Glück. Bis Halbzeit stand die Partie noch remis und leicht hätte bis dahin Breidenbach führen können. Nachher zeigten die Gäste teilweise überlegene Spielweise und gefiel vor allem die gute Arbeit der Läuferreihe mit dem glänzenden Mittelläufer. Als der Sieges= treffer erzielt war und Breidenbach danach zeitweise stark drängte, zeichnete sich die Hintermannschaft der Gäste besonders aus. Wallau holte sich mit 4: 3 Sieg und Punkte in Dillenburg. Dillenburg ist auf eigenem Plaz ein recht achtbarer Gegner, der über gutes Spielermaterial verfügt. Wallau zeigte sich ebenfalls von der besten Seite, hatte aber reichlich Pech. 2 Elfmeter und ein Selbsttor wurden die Treffer der Dillenburger. Aẞlar 1. Weilburg 1, 2: 2( 2: 0). Aẞlar 2. 1900 Gießen 2. 1: 5( 1: 4). ,, oh" Die 2. Mannschaft mußte auch in ihrem zweiten Verbandsspiele eine klare und in ihrer Höhe verdiente Niederlage hinnehmen. Während bei Gießen die gesamte Mannschaft eine gute, ausgeglichene Leistung bot, ragten bei den Einheimischen nur einige Spieler hervor, die aber natürlich auch nicht überall ein fonnten und an der Niederlage durchaus schuldlos sind. Schiedsrichter Prinz- Albshausen leitete sehr gut. Das Spiel der 1. Mannschaften stand in der ersten Halbzeit flar im Zeichen Aßlars. Dem schnellen Linksaußen gelang durch Kopfstoß ein Tor, dem bei einem Gedränge durch den Halbrechten ein zweites folgte.- Nach Halbzeit drehte Weilburg mächtig auf und gegen Ende erzielte es auch das erste Tor durch schönen Schrägschuß von links und turz darauf durch Strafstoß den Ausgleich, so daß das Endresultat 2: 2 lautete. Der Unparteiische, Herr Metzger- Biedenkopf, konnte nicht restlos ge= B.fallen. Oesterreichs Marathonlauf. Unter Beteiligung von 27 Bewerbern aus Destereich, Un garn, Tschechoslowakei, Deutschland und Südslawien gelangte der österreichische Marathonlauf über 42 Kilometer mit Start und Ziel in Wien zum Austrag. Der Favorit Tuschek- Wien lief in 2: 40,42 einen ganz überlegenen Sieg heraus. Sehr gut hielt sich der Deutsche P. Gerhard- 1900 Gießen, der in 2: 48,25 den zweiten Platz besetzte vor Klein- Prag in 2: 50,55, 3elenta- Budapest in Gerhards Zeit ist besser wie die der DSB.- Meister 1925( Hempel 2: 48,26), 1927, 1928 u. 1929( Wanderer- Potsd.) u. 1930( Geißler- SC. Charlottenburg 2: 50,21,2). 2: 55,40. lent- Rheumatismus, aber auch fast alle anderen Organe des Körpers können durch eine gelenirheumatische Erkrankung in Mitleidenschaft gezogen werden. Der chronische Gelent- Rheumatismus geht teils aus dem akuten Gelent- Rheumatismus hervor, teils bildet er eine Spätfolge anderer chronischer Krankheiten; so z. B. gibt es einen Gelent- Rheumatismus auf tuberkulöser und einen solchen auf syphilitischer Grundlage. Auch Störungen der inneren Drüsen des weiblichen Körpers, sowie Erkrankungen der Blutgefäße, können, besonders im höheren Alter, zu chronisch- rheumatischen Erkrankungen führen. Arbeitsunfähigkeit und Invalidität durch den Gelent- Rheumatismus oder seine Folgezustände stellen an Invaliden- und Krankenversicherung außergewöhnlich große Ansprüche. Wie die Statistik gezeigt hat, entfällt z. B. bei der Berliner Allgemeinen Ortskrantentasse auf 1 Tag der Arbeitsunfähigkeit durch Tuberfulose, 3,41 Tage Arbeitsverlust durch die rheumatischen Erkran= fungen! Auch hinsichtlich der Invalidisierung entsprechen 105 Invalidisierungen durch Rheumatismus 100 solchen durch Tuberfulose. Der Rheumatismus in feinen verschiedenen Formen muß daher als eine nahezu ebenso verderbliche Volksseuche bezeichnet werden, wie die Tuberkulose. Diese Tatsache ist in einer Zeit, in der die sozialen Wohlfahrtslasten ohnehin schon eine außer ordentliche Höhe erreicht haben, von ganz besonderer Bedeutung. Schon vor einigen Jahren hat sich daher eine internationale Organisation zur Bekämpfung des Rheumatismus gebildet. Vor allem aber muß jeder einzelne bestrebt sein, der rheumatischen Erkrankung und ihren persönlichen und wirtschaftlichen schweren Folgen dadurch wirksam entgegenzutreten, daß er sich so frühzeitig als möglich in sachgemäße ärztliche Behandlung begibt und nicht mit selbständiger Behandlung oder durch die Verwendung von Mitteln, die von unverantwortlicher Seite angeboten werden, kostbare Zeit verschwendet. Mittwoch, den 23. September 1931. ,, Gießener Zeitung" Wie kann Deutschland sich selbst helfen und die Arbeitslosigkeit wirksam und schnell bekämpfen? Wohnungszwangswirtschaft und Hauszinssteuer( Sondergebäudesteuer) müßten sofort aufgehoben werden! Von Dr. h. c. Ludwig Roselius, Bremen. Den hente notleidenden Ländern wird kein anderer Ausweg bleiben, als neben der allgemein gültigen internationalen Währung eines Landes, die durch Gold gedeckt ist, eine zweite Währung zu schaffen, die sicher gestellt wird durch andere Werte, wie z. B. Hypotheken auf Häuser und Grundstücke. Diese Vorschläge müssen in jedem Staat den besonderen Verhältnissen entsprechend ausgearbeitet werden. Was Deutsch land angeht, so müssen wir einen einzigen Fehler, den wir in völliger Verkennung der Lebensgrundsäße einer Volksgemein schaft begangen haben, wieder gut machen. Beseitigen wir die sen Fehler, so wird die Zahl der Arbeitslosen nicht erhöht wer den, sondern bis Ende des Jahres auf 2 Millionen verringert werden können. Deutschland muß den letzten Rest der Zwangs wirtschaft beseitigen und seine Haus und Hypotheken- Wirtschaft auf gesunden Boden stellen Da Deutschland von außen Kapital nicht erhält, muß es sich selbst Kapital schaffen. Das ist nur möglich durch völlige Neuordnung der ersten Grandlage einer gesunden Wirtschaftsordnung durch die Wiederherstellung der Besitzrechte der Grundeigentümer. Nämlich: 1. Alle Beschränkungen des Wohnwesens müssen sofort durch Notverordnung aufgehoben werden. 2. Die Hauszinssteuer, die nur als vorübergehende Steuer gedacht war, wird aufgehoben. 3. Da der Staat die Einnahmen aus der Hauszinssteuer nicht entbehren kann, gewähren ihm die Hauseigentümer fünfprozentige erste Hypothefen gegen Hergabe von Inlandsgeld in Form von Rentenmart. Angenommen also, ein Haus hat im Jahr 1000 RM. Hauszinssteuer bezahlen müssen, so wird jetzt zugunsten des Staates eine Hypothek eingetragen im Betrage von 20 000 Mark, die mit 5 Prozent zu verzinsen ist. Der Staat erhält nach vie vor also 1000 Mark im Jahr Das wäre ohne Gegenleistung Diebstahl, deshalb bezahlt der Staat den Hauseigentümern die Schuld in deutschem Inlandsgeld, in Rentenmark. Dieses Geld ist voll gedeckt durch die Staatshypotheken auf sämtliche Vorkriegshäuser bezw. Grundbesitz. Das deutsche Inlandsgeld, die Rentenmark, ist also vollwertig. Nur von einem Gedanken muß der Staat sich von vornherein freimachen, wenn dieser Vorschlag vollen Erfolg haben soll, nämlich von dem Gedanken der Mitbestimmung über die Verwendung der Rentenscheine, die die Hypothekengläubiger emp fangen. Die Vielseitigkeit der Empfänger der freien Wirt schaft verbürgt eine bessere Verteilung, als der Staat sie je organisieren und vornehmen könnte! Diese einfache Maßnahme würde sofort eine Blüte der deutschen Wirtschaft hervorrufen. Die Goldwährung und unsere internationalen Verpflichtungen werden durch sie nicht berührt. Deutschland erhält aber genügend Umlaufsmittel, um seine Wirtschaft wieder anzukurbeln. Man bedenke: Deutschland hat bei 60 Millionen Einwohnern rund 4 Milliarden Umlaufsmittel, Frankreich bei 40 Millionen Einwohnern dagegen 12½ Milliarden Umlaufsmittel. Auf alle Fälle reichen unsere Umlaufsmittel nicht aus, um unsere Wirtschaft in Gang zu halten. Im Laufe des Winters werden 50 Prozent aller jetzt noch laufenden Betriebe zum Erliegen kommen. Die Schornsteine werden nicht mehr rauchen, die Getriebe hören auf zu laufen, und die Arbeiter und Angestellten müssen entlassen werden. Es gibt nur eine Rettung! Schafft Umlaufsmittel aber vollwertige! Da das Ausland sie nicht gibt, muß Deutschland sie selbst aufbringen. Der bitteren Notwendigkeit des Lebenmüssens und Wolfens der Gefahr des Bürgerkriegs gegenüber hat jede Parteikritik zu schweigen. Was wir in Deutschland brauchen, ist Umsatz, und zwar schneller und großer Umsag das ist wichtiger und viel ratio= neller als jede Arbeitslohn- Beschränkung. Haben wir großen Umsag im Inland, können wir auch billiger exportieren und damit die uns fehlenden Valuten ins Land schaffen Schaffen wir den Umsag, dann steigen die Löhne und mit dem Steigen der Löhne vergrößert sich automatisch der Verbrauch im eige nen Land. Das ist eine Wechselwirkung. Der deutsche Arbeiter will keine Almosen er will Arbeit und volle Bezah lung, die ihm ein anständiges Leben ermöglicht. Ich wiederhole mein Rezept, das bis Ende des Jahres Deutschlands Not beseitigt und die Gefahr des Bürgerkrieges bannt, ein Rezept, das Deutschlands Wiederaufbau verbürgt. Die Regierung erlasse folgende Notverordnung: a) Die Zwangswirtschaft auf dem Wohnungs-, Häuserund Grundstücksmarkt wird mit sofortiger Wirkung aufgehoben. b) Die Hausmietzinssteuer wird dadurch beseitigt, daß der Staat sie kapitalisiert indem er sie mit 20 multipliziert und sich die dann ergebenden Beträge als 1. Hypothek eintragen läßt. Die Folgen einer solchen Neuregelung würden sein: Der Hausbesitz wird die dringend notwendigen Reparaturen und Umänderungen mit dem Gelde, das er erhält, vornehmen lassen können, Handwerker, Angestellte und Arbeiter erhalten sofort Beschäftigung. Der Hausbesitzer wird wieder selbst Haus: herr werden. Die Unterteilung der Wohnungen, Umwand lung von Privat: in Mietshauser ist ein Kapitel, das nur infolge der Zwangswirtschaft nicht angeschnitten werden konnte. Die Bautätigkeit wird von einem zum anderen Tage angefeuert und zwar aus den eigenen Mitteln der Bevölkerung lich wieder ein gesunder Zustand Die Hypothekenbanken erhalten durch die Abzahlungsmöglichkeit der bisherigen ersten Hypotheken Geld in Hülle und Fülle und sind in der Lage, die jetzt so dringend fehlenden ersten Hypotheken für Fabriken und Nachkriegsbauten zu gewähren Tausende von Fabriken wer den durch diese Hypothekengelder vor dem Stillegen gerettet. Ebensoviel könnten wieder anfangen zu arbeiten. Die Wirtschaft beginnt zu leben! end: c) Der Staat bezahlt die Hypotheken mit neu zu druckender Rentenmark, die als vollgültiges Geld auf dem Wege über die Hausbesitzer in den Verkehr fließen. Wie ein Ernte bringender Regen wird es sich über ganz Deutschland ergießen. Innerhalb acht Wochen können wir von der größten Misere zu ertragbaren Verhältnissen kommen! d) Alle in Deutschland bisher bestehenden ersten Hypothe ken können durch Zahlung in Kentenmark ohne Rücksicht auf Fälligkeit und Zinsfuß mit sofortiger Wirkung abgelöst wer den. Alle 1. Hypothekengläubiger, die nicht an die 2. Stelle zu rücken wünschen, können verlangen, daß die dem Hausbe sitzer zufließenden Beträge in Kentenmark zur ganzen oder teil weisen Abdeckung ihrer bisherigen 1. Hypothek verwandt werden. e) Der Staat behält sich vor, die Auszahlung der Hypothekengelder ratenweise vorzunehmen, damit nicht plötzlich zuviel Geld in den Verkehr gebracht wird und dadurch eine zu plötzliche Wirtschaftsumstellung entsteht. Durch eine solche Notverordnung wird folgendes erreicht: Die Technik der Bauern. Nr. 76. Wenn man von der Landtechnik spricht, verbindet man da mit unwillkürlich im allgemeinen Vorstellungen von großen Motorpflügen, gewaltigen Adermaschinen, Mähdreschern und dergl. Wir wollen ruhig zugestehen, daß die Nachahmung ameri: kanischer Vorbilder auch gerade in der Agrartechnik eine große Rolle gespielt hat und heute noch spielt. Aber wie wir bei manchen anderen Problemen gemerkt haben, daß nicht alle amerikanischen Erfahrungen ohne weiteres auf deutsche Ver hältnisse übertragen werden können, so ist es auch in der Land1. Die Reichsmart wird entlastet, weil rein technisch sich der Haupt- Innenverkehr Deutschlands in Rentenmart abspielen wird. Dadurch ist die Reichsmark gegen jede Inflation gesichert und bleibt vollgültiges internationales Goldzahlungsmittel. Die Beschaffung der für Deutschland notwendigen Valuta wird der Reichsbank teine Sorge mehr machen. Ericheint M Bezugspreis 2,40 M technik. Die größeren Betriebe sind zweifellos technisch in den ultionschluß früh 8 U letzten Jahren außerordentlich vervollkommnet.. worden. Auch ang nicht verlangter kleinere Betriebe haben von diesen Vervollkommnungen Nutzen gehabt, so weit sie durch gemeinsame Maschinenverwendung auf genossenschaftlicher Basis davon Gebrauch machen konnten. Wir dürfen uns aber nicht darüber täuschen, daß in den bäuerlichen Familienbetrieben die Handarbeit wenigstens 80 Prozent der Berufstätigkeit ausfüllt und daß auch bei weiterer Mechanisierung die überwiegende Bedeutung der Handarbeit nicht anszuschalten ist. 4. Jahrg. Rolitisch Reichspräsident von Wer den Bauern in diesen Verhältnissen technisch helfen denten i. R, und che will, muß also die Handarbeit erleichtern, muß die Handarbeits- en Professor Dr. D. M geräte vervollkommnen, so vervollkommnen, daß der Bauer die bisherigen Arbeiten auf Acker und Hof in kürzerer Zeit ausfüh ren kann. Dann kann er mit den gleichen Familienangehörigen mehr leisten, kann manche Nebennutzung vervollkommnen und kann insbesondere bei der Pflege der Qualität und der markt. mäßigen Aufmachung mehr Sorgfalt verwenden. Nicht zuletzt bekommt dadurch der Bauer, der nicht mehr förperlich so start überanstrengt ist, die Möglichkeit, sich die vielfältigen Betriebs dispositionen mit flarem Kopf zu überlegen. Vergessen wir nicht, daß gut achtzig Prozent der landwirtschaftlich genutzten Fläche in Deutschland von Bauernwirtschaften bearbeitet wird. 2. Der Geldverkehr Deutschlands wird wieder normal werden. Die Banken bekommen auf dem Wege über die Hausbesitzer und Hypothekengläubiger soviele Einlagen, daß sie Handel und Verkehr die notwendigen Kredite voll und ganz zur Verfügung stellen können. Angenommen, der Betrag der Hauszinssteuer beträgt 300 Millionen im Jahr, so bedeutet das bei einer Kapitalisation zu 5 Prozent se chs Milliarden Mark Umlaufsmittel. diese Umlaufsmittel durch eine völlig mündelsichere Hypothet mit knapp ein Viertel des Wertes gedeckt sind, so ist eine Inflation dieser Rentenmark ausgeschlossen. Der Reichsbant- Diskont wie überhaupt der Zinsfuß im ganzen Lande wird durch diese Maßnahme zwangsläufig auf ein für die Wirtschaft erträgliches Maß von 5 bis 6 Prozent zum Sinten gebracht werden. 3. Da 4. Die Zahl der Arbeitslosen wird bis Weihnachten auf knapp zwei Millionen sinken. Gehälter und Löhne brauchen nicht herabgesetzt zu werden. Dadurch wird vermieden, daß der Umsatz weiter sinkt und daß eine weitere Verteuerung sämtlicher Industrieprodukte eintritt. stag den Adlerschild Die Besprechung zw issaußenminister über trn stattgefunden. In einer amtlichen M einer Produktenbörse wichenden Inflation je Wie der Reichsverba in der Präsidialsigun heimrat Duisberg ein bach zum neuen Vor Bon Freitag ab ift den Arbeiterpartei, Die Lifte der von d hneten Deutschen ist khh Lavals und Brian Die Bertreter der jü nalijchen Regierung h Skerbundes dem franz italienischen Vorschlo Daily Expreß" teil blöjang des englischen geben werden soll. D dahin geeinigt, daß finetts bleibe. Besonders klar liegen die Verhältnisse in einem so ausge sprochenen Kleinbauernbetrieb wie Hessen, wo 64 Prozent der mische Staatsangehöri Nutzfläche mit Zwergwirtschaften unter 2 Heftar besetzt sind und In Walversammlung 84 Prozent mit Kleinwirtschaften unter 5 Hektar. So verstandenminister Severing es sich von selbst, daß die Darmstädter Herbsttagung der Deut schen Landwirtschafts- Gesellschaft sich fast ausschließlich mit bäuer lichen Fragen beschäftigte und dabei von diesen primitiven Voraussetzungen der Technik des Bauern ausging. Die Vielfältig feit der daraus sich ergebenden weiteren Maßnahmen der Selbst hilfe tann man sich vorstellen, wenn man nur ein paar Themen aus den einzelnen Abteilungsversammlungen der D.L.G. nimmt. Düngungsversuche, Stallmistpflege, Umstellung der ländlichen Haushaltsführung, Schweinestallhygiene, Saatgutwechsel, Ackerfutterbau, Schafleistungssteigerung, Kraftfuttermittelverwendung und Kartoffelverwertung, Bekämpfung der Aufzuchtkrankheiten des Viehes, Sortenwahl bei Obstbau und dergleichen. Ueber allem stand aber die Förderung des Absages, die heute mehr noch als früher vom ersten Anfang der Produktion an berüdsichtigt werden muß. So wird auch im nächsten Jahr die Wanderausstellung in Mannheim unter diesem Zeichen der Bauern technik und der Absatzförderung stehen. Diese Einstellung der agrartechnischen Selbsthilfe aus die jeweiligen Wirtschaftsver: hältnisse ist bei der D.L.G. nun schon bald fünfzig Jahre lang Tradition. Dadurch und durch die Förderung der Gemeinschaftsarbeit mit den anderen Berufsständen haben die großen land wirtschaftlichen Wanderausstellungen ihre Bedeutung bekommen, die regelmäßigen Winterversammlungen in Berlin und diese Herbsttagungen, deren nächste für Danzig in Aussicht genom men ist. Aber die Erfahrungen der bäuerlichen Betriebe und wiederum besonders im Gartenbaugebiet Südwestdeutschlands, das gegenwärtig im Obst erstickt, haben gelehrt, daß die Selbsthilfe nur dann zum Enderfolg führt, wenn auch die staatliche Wirtschaftspolitik die erforderliche Hilfsstellung leistet. 5. Der deutsche Arbeiter wird aus dem unwürdigen Zustand, von Almosen der Regierung leben zu müssen, befreit. Er bekommt wieder Arbeit und damit eine volle und menschenwürdige Entlohnung. Müssen Sie etwas drucken lassen sei es für Familie, Beruf, Stand, Amt, Geschäft oder Organisation dann wenden Sie sich bitte an die Verlagsdruckerei Albin Klein in Giessen Fernsprecher 2525. vorm. 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