0 Nr. 5 mmenstellen obte und be Salate, Gier ngsgetränke, is 1,25 RM. Birkenwald Jahreszeit, us prattische gegeben, die Candes und land" liegt ngt zunächst ain- Gebiet", Rurheijifchen ergessen find def Lahn, ng illuftrie , das älteste nterbrochenen beitsgemein1. Hunderie n zeugen von wohl reich ilMilchzentrale Zünchener Jl el mit vielen Aufsatz über lar 1871. in Gießen. ng Saale. rhörten eilnehmen. eb uns. uch. wir hrigen TRETER essen u. m. AngaVerhälterenz. an M. B. H, büro, a. M. mhof. en Ihnen heim bauen, ein en oder drückenteken ablösen. heime monatl. ir in den letzten en finanziert. n. Reichsmark ermögen u. Reser Izl unser Verband Mitglieder in Berufen zählt unband. Fordern Sie ausführliche DruckA 132 parverdand für sime, E.V., Auchen sleitung: Schmitt, Dipl, Ing. en, Friedensstr. 12 Gießener Zeitung Erscheint Mittwochs und Samstags. Bezugspreis 2,40 M vierteljährlich frei ins Haus. Redaktionsschluß früh 8 Uhr. Für Aufbewahrung oder Rüdsendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. 44. Jahrg. Politische Rundschau. ( Gießener Tageblatt) Drud und Verlag von Albin Klein in Gießen. Geschäftsstelle: Gießen, Südanlage 21. Fernsprecher Nr. 2525 und 2526. Postschecktonto Nr. 69 530 Amt Frankfurt a. M. Mittwoch, den 21. Januar 1931 deutschen Außenministers darf man erwarten, daß Deutschland in Zukunft jedes Kompromiß ablehnen wird, das unserer Forderung nach Gleichberechtigung und Gleichstellung mit den Der ehemalige belgische Außenminister Vandervelde sprach übrigen Mächten nicht Rechnung trägt. Diese Stellungnahme fich für eine Revision der Verträge aus. Am 20. Januar wurden nach längeren Verhandlungen zwischen den Tarifparteien des Kalibergbaues des Mehrarbeitszeitablommen, der Manteltarifvertrag und der Lohntarifvertrag durch Vereinbarung bis 1. September ds. Js. verlängert. Der bayerische Ministerrat beschloß am Dienstag einstimmig, die Klage wegen des Steuervereinheitlichungsgesetzes beim Staatsgerichtshof für das Deutsche Reich zu erheben. Die Klage wird samt der Begründung in kürzester Frist abgehen. Der badische Minister des Kultus und Unterrichts hat den Allgemeinen Studentenausschuß der Universität Heidelberg ( Asta) mit sofortiger Wirkung aufgelöst. Veranlassung hierzu gaben Verstöße des Asta- Vorstandes gegen die Sagungen des Allgemeinen Studentenvereins, vor allem ein Brief vom 15. Januar an den Rektor der Universität Heidelberg, wonach er die Nichtbeteiligung an Universitätsfeierlichkeiten deswegen beschlos= sen habe, um der Forderung Nachdruck zu verleihen,„ Herrn Professor Gumbel nicht mehr als Mitglied der Dozentenschaft der Universität zu sehen." Der jegige Stadtkommandant von Berlin, Generalmajor Schreiber, scheidet, wie aus Berlin gemeldet wird, am 31. Januar aus dem Heeresdienst aus. Zu seinem Nachfolger ist der bisherige Kommandeur des Infanterieregiments 6( Lübed), Oberst Witzendorff, ernannt worden. In Düsseldorf- Gerreshein wurde ein kommunistisches Waffenlager entdeckt. Poincaré ist nach seiner wochenlangen Krankheit zum ersten Male wieder aufgestanden. Wirtschaftsminister Loucheur ist nach Genf abgereist, um an den Wirtschaftsberatungen der Europa- Konferenz teilzunehmen. ,, Echo de Paris" meldet die Abreise des Präsidenten der französischen Staatsbant nach Genf am lommenden Donnerstag. Die gestrigen Pariser Nachmittagsblätter, voran der„ Figaro", schreiben von der Erörterung großer Auslandskredite für Deutschland in der Unterredung Briand mit Curtius. Beide Häuser des britischen Parlaments traten Dienstag wieder zusammen. Die bevorstehende Session wird einen sehr lebhaften Verlauf nehmen. Die Arbeitslosigkeit im England ist wieder im Ansteigen begriffen. Die Gesamtzahl der Arbeitslosen beträgt nunmehr 2 636 168. In der englischen Textilindustrie sind nach dem Zusammenbruch der Verhandlungen etwa 70 000 Webstühle stillgelegt worden. Rund 250 000 Arbeiter sind ausgesperrt. Das bereits 900 Millionen übersteigende wachsende Defizit des italienischen Staatshaushaltes im Laufe des diesjährigen Rechnungsjahres hat die Regierung zu energischen Spar: maßnahmen veranlaßt. Durch die in Riga erfolgte Verhaftung zweier bolschewistischer Agenten, die sich nach den Vereinigten Staaten einschiffen wollten, sind neue Pläne der kommunistischen Internationale zur Beunruhigung der übrigen Länder aufgedekt worden. Durch Hunger und Kälte sind in der chinesischen Provinz Schensi Tausende von Menschen gestorben. An der Nordgrenze Indiens haben neue Kämpfe mit den Afridis stattgefunden. des deutschen Ratsmitgliedes mußte nach den Erklärungen des Grafen Bernstorff im vorbereitenden Ausschuß erwartet werden. Die Erklärungen von Henderson u. Briand trugen dem Rechnung und waren bemüht, von vornherein eine Atmosphäre zu schaffen, die den deutschen Anklagen nach Möglichkeit den Boden entzog. Die taktische Absicht der Vertreter Frankreichs und Englands war, den Forderungen Deutschlands jede Resonanz bei den eigenen Völkern und bei den abrüstungswilligen Staaten des Völkerbundes zu entziehen. Es ist zweckmäßig, sich diese Tatsache vor der Lektüre der Ausführungen Hendersons und Briands zu vergegenwärtigen. Große Debatte. Genf, 20. Jan. Zwei große Aufgaben hat diese Ratstagung zu lösen. Sie hat die Abrüstungskonferenz vorzubereiten und Ordnung zu schaffen mit Polen. Mit der ersten dieser Aufgaben hat der Rat sich ebenfalls beschäftigt. Im Anschluß an den Bericht des Spaniers Quinones de Leon wurde eine große, politische Debatte angeregt, die der Vorsitzende, Henderson, mit einer längeren Rede einleitete. Es war nicht ohne eigenartigen Reiz, Herrn Henderson u. a. versichern zu hören: ,, Wir kennen kein Bündnis und werden nie eines tennen außer dem allgemeinen Friedenspakt, die große Weltallianz gegen den Krieg und gegen jene Rüstungen, durch die der Krieg vorbereitet und verursacht wird Nach ihm sprach Dr. Curtius. Er gab über den Standpunkt der Reichsregierung zur Abrüstungsfrage u. a. folgende Erklärung ab: ,, Seit dem Zusammentritt der vorbereitenden Abrüstungsfommission mußten wir mit jedem Jahre mehr erkennen, daß der Weg, den die Kommission einschlug, sich ständig weiter von dem eigentlichen Ziele entfernte. Daher hat sich schon im Frühjahr 1929 der deutsche Vertreter auf Weisung der Reichsregierung klar von dem Programm der Mehrheit der Kommission lösen müssen. Die Kommission ist schließlich so weit gegangen, diesen in sich völlig ungenügenden Entwurf auch noch von vorn= herein zu verbinden mit einer erneuten Festlegung des uns vertragsmäßig auferlegten Entwaffnungsstandes. So war es klar, daß wir das Ergebnis der Arbeiten der vorbereitenden Abrüstungskommission ablehnen mußten. Die kommende Abrüstungskonferenz wird nur dann annehmbare Ergebnisse zeitigen können, wenn sie zunächst, ehe sie an die Einsegung von Ziffern geht, die jetzt vorgeschlagenen Methoden durchgreifend revidiert. Sie wird sich ferner den ersten Grundsatz des Völkerbundes, nämlich die Gleichberechtigung seiner Mitglieder, zu eigen machen müssen und nicht Sicherheit gegen Unsicherheit stellen dürfen. Würde der Völkerbund diesen Grundsatz preisgeben, würde er an dieser Aufgabe versagen, die darin besteht, allen seinen Mitgliedern Sicherheit zu verschaffen, so würde er seine Friedensaufgabe verfehlen, sein eigenes Dasein er= schüttern und seine Existenzberechtigung verlieren. Erfüllt er aber seine Verpflichtungen in der Abrüstungsfrage, so werden wir die ersten sein, das anzuerkennen. Niemand kann mehr an wirklicher Abrüstung gelegen sein, als dem deutschen Volke..." Eine neue Niederlage Hoovers. Newyork, 20. Jan. Präsident Hoover hat am Montag im Senat eine neue Niederlage erlitten. Obwohl der Präsident wiederholt energisch erklärt hat, daß die Hlfsaktion des Roten Kreuzes für die notleidenden Farmer nur durch private SpenDie deutsch- italienische Verständigung in Genf. den unterstützt werden sollte, bewilligte der Senat 100 MillioBasel, 20. Jan. Der ,, Baseler Anzeiger" meldet aus Genf: Grandi hat über seine Unterredung mit Curtius die italienischen Pressevertreter informiert, er habe großes Verständnis für die italienische Stellungnahme bei dem deutschen Außenminister ge= funden und er habe das gleiche Verständnis der deutschen Stellungnahme in den Völkerbundsfragen entgegengebracht. Deutschland und Italien ständen auf der Konferenz mit gleichen Zielen da. Deutschlands Abrüftungsforderung. Die Ratstagung am Dienstag trat endlich in die Tagesordnung ein. Die Vertreter der großen Staaten vor allem führten eine große Debatte über den Sinn der Abrüstungsverpflichtungen des Versailler Vertrags. Es ergab sich das altgewohnte Bild: Die Vertreter Englands, Frankreichs, Polen ergehen sich in unverbindlichen Redensarten oder gefallen sich, wie Briand, in einer offensicht= lichen Fälschung des Tatbestandes. Ein präzises Bekenntnis zur Abrüstung, zur Gleichberechtigung der Staaten wurde nur vom deutschen Außenminister abgelegt, der hierin die Unterstützung Italiens fand. Dr. Curtius betonte mit erfreulicher Klarheit den völligen Mißerfolg der bisherigen Völkerbundsarbeiten auf dem Gebiete der Abrüstung. Nach den programmatischen Darlegungen des nen Mark aus den Mitteln des Innendepartements für das Rote Kreuz zum Ankauf von Lebensmitteln für die notleidenden Farmer. 300 000 Grippekranke in Madrid. Paris, 20. Jan. In der Hauptstadt Spaniens herrscht eine heftige Grippe- Epidemie. Wenn auch der Charakter der Erfrankung nicht besonders gefährlich sein soll, so sind doch, nach einer Meldung des„ Journal", die Krankenhäuser überfüllt. Schätzungsweise sollen in Madrid 300 000 Personen an Grippe erkrankt sein, von denen 200 000 das Bett hüten. ,, Grubensicherheit". Die Fachveranstaltung auf der Kölner Frühjahrsmesse 1931. Die vom Kölner Messe- und Ausstellungsamt in Verbindung mit der Frühjahrsmesse( 22. bis 27. März) geplante Fachveranstaltung ,,, Grubensicherheit", die mit Unterstützung des Grubensicherheitsamtes im Preußischen Ministerium für Handel und Gewerbe und den westdeutschen Bergbauorganisationen durchgeführt wird, hat in den bergbaulichen Kreisen des Inund Auslandes, aber auch bei der beteiligten Industrie ein über Erwarten starkes Interesse gefunden. Bis heute haben sich schon 24 bedeutende Firmen für die Sonderausstellung angemeldet. ( Neueste Nachrichten) Anzeigenpreise: die 30 mm breite Petitzeile auswärts 24 Pfg., lokal 12 Pfg., die 90 mm breite Reflame- Petitzeile 96 Pfg. Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Bei Wiederholung Rabatt. Für Vollklischee- Anzeigen außerdem besondere Ermäßigung. Nummer 6 das amerikanische Wirtschaftswunder" und die Weltwirtschaftskrise. Das sogenannte amerikanische Wirtschaftswunder", das sich der europäischen Arbeiterschaft am deutlichsten in der Tatsache offenbart hat, daß es Ford gelungen ist, mit jeder Lohnerhöhung seine Erzeugnisse zu verbilligen und deren Absatz zu beleben, ist, wie Professor M. J. Bonn auf Grund eigener Anschauung in einer der von der Hochschule für Politik in Berlin veranstalteten Carnegie- Vorlesungen ausgeführt hat, gar kein Wunder. Was den Ausschwung nicht nur des Fordschen Unternehmens, sondern der ganzen amerikanischen Wirtschaft so wunderbar erscheinen läßt, ist nämlich lediglich das Tempo, in dem diese Entwicklung vor sich gegangen ist, und nicht etwa diese selbst. Für sie aber waren ganz natürliche Vorbedingungen durch den Ausgang des Weltkrieges und die mit ihm verbundenen wirtschaftlichen und finanziellen Verschiebungen gegeben. Der durch seine Plötzlichkeit allen bisherigen Erfahrungen widersprechende Aufschwung der ameritanischen Wirtschaft und der Lebenshaltung ihrer Arbeiterschaft aber sollte unsere Auffassungen von den Gesetzen der wirtschaftlichen Entwicklung nicht mehr erschüttern können, nachdem auch dort die sogenannte Kaufkrafttheorie, die die europäischen Arbeiter von den Amerikanern übernommen haben, zusammengebrochen ist. Sie gipfelt bekanntlich darin, daß durch Lohnsteigerungen die Kaufkraft der Massen und damit der Umsatz in Handel und Industrie erhöht wird, was wieder angeblich. eine bessere Ausnüßung der Produktionsanlagen und damit eine Ermäßigung der Erzeugungskosten zur Folge haben soll, die wieder zu einer allgemeinen Preissenkung führt. Diese Theorie hat sogar schon früher, als in den Vereinigten Staaten noch Hochkonjunktur herrschte, auch für die dortigen Verhältnisse nicht zugetroffen, wie der ,, Nieuwe Rotterdamsche Courant" mit folgenden Ausführungen begründet hat: ,, Die Unrichtigkeit der Theorie der Consuming Power of Labour liegt auf der Hand. Die industrielle Wohlfahrt der Vereinigten Staaten ist keine Folge der hohen Löhne. Die amerikanische Industrie hat eine Reihe Jahre einer nie gekannten Hochkonjunktur hinter sich und ist daher in der Lage, hohe Löhne zu zahlen. Im übrigen ist der Rationalisierungsprozeß in der amerikanischen Industrie, vor allem in der Automobil- und in der Stahlerzeugung, außerordentlich fortgeschritten. In keinem Lande der Welt ist der Produktionsprozeß mehr mechanisiert als in den Vereinigten Staaten. Der Arbeitslohn spielt also hier bei der Erzeugung eine relativ geringe Rolle. Im übrigen wird viel zu oft übersehen, daß nur eine verhältnismäßig geringe Anzahl Arbeiter in den Vereinigten Staaten ein hohes Einkommen haben. Diese aber zwingen die übrige Arbeiterschaft, hohe Preise für ihre Arbeitserzeugnisse zu zahlen. Nur hierdurch ist das hohe Lohnniveau der Industriearbeiter zu halten. Vollkommen unrichtig ist daher die Auffassung, daß die künstlich gehobene Kauftraft eines geringen Teils der Bevölkerung einen preissteigenden Einfluß über die ganze Linie bewirkt habe. Die Notlage der amerikanischen Landwirtschaft liefert den Beweis Daß auch die Amerikaner bereits vor längerer Zeit andes Gegenteils. gefangen haben, sich dessen bewußt zu werden, zeigt, daß der Direktor des eisenindustriellen Konjunkturforschungsbüros der Universität Newyork, Dr. Lewis H. Haney, im Rahmen einer Untersuchung über Lohnhöhe und Konjunktur die Frage gestellt hat:„ Warum zahlt man jetzt nicht höhere Löhne, um das Geschäft besser zu gestalten?", und in diesem Zusammenhange erklärt hat, daß die amerikanischen Eisenindustriellen auf dem Standpunkt stünden, sie könnten unmöglich zu einer Lohnsteigerung zu diesem Zwecke übergehen, weil die Preise zu niedrig und die Verdienste schon zu sehr herabgedrückt seien. Höhere Löhne würden sie zur Schließung der Betriebe zwingen. In scharfem Gegensatz zu der hier zum Ausdruck gebrachten Erkenntnis steht die von dem offiziellen Amerika vertretene Auffassung. Sie geht nämlich dahin, daß die Kaufkraft im bisherigen Umfange aufrecht erhalten werden müsse und daß die Löhne trotz der Wirtschaftskrise nicht gesenkt werden dürften. In diesem Zusammenhange muß eine von dem Präsidenten Hoover vor amerikanischen Bankiers getane Aeußerung des Inhalts angeführt werden, daß jeder Rückzug aus der amerikanischen Philosophie von der ständigen Steigerung des Lebensstandards unweigerlich zu einem Rüdzug in die Dauerarbeitslosigkeit würde und für einen großen Teil der Bevölkerung die Hinnahme einer Kloake von Armut bedeutet. Neben dieser gewissermaßen staatlichen Lohntheorie aber besteht, wie die amerikanische Zeitschrift The Nation" vom 5. November in einem Aufsatz Are Wages going Down?" ausgeführt hat, noch eine andere, die offen erklärt, daß ohne Selbstkostensenkung durch Lohn- und Preisabbau eine Behebung der amerikanischen Wirtschaftskrise nicht zu erreichen wäre. Daß diese Auffassung nicht unberechtigt ist, hat die ,, Frankfurter Zeitung" am 26. Oktober mit folgenden, aus der amerikanischen Industrie stammenden Zahlen veranschaulicht: Beschäftigungsziffer der Lohnsummen der Industrie*) Industrie*) 100 September 1929 Juli 1930 Abnahme April 1929 Juli 1930 Abnahme 1923/25 111,3 82,0 29,3% *) Index des Federal Reserve Board. 103,4 84,6 18,8% Nr. 6 Mittwo Mittwoch, den 21. Januar 1931. Dazu hat die genannte Zeitung bemerkt, daß ,, in den Vereinigten Staaten, dem Lande des größten Wohlstandes, das sich von allen Ländern am chesten den Luxus konjunkturwidriger Bindungen leisten könne, Preise und Löhne rasch und in beachtlichem Umfange auf den konjunkturellen Umschwung Mitte vorigen Jahres reagiert haben". „ Gießener Zeitung" Im Zusammenhang damit gibt der Verfasser des Aufsatzes der Auffassung Ausdruck, daß die kommenden Monate sehr weitgehende Lohnsenkungen in Industrie und Handel bringen werden, wenn nicht bald ein starker Konjunkturumschwung eintritt. Um die mit dieser Entwicklung verbundene Einschränkung der Lebenshaltung auszugleichen, beginnt man auch schon in Amerifa, ganz wie bei uns, eine Herabsetzung der Handelspreise zu verlangen. Kurz zusammengefaßt ergeben die hier wiedergegebenen Berichte über die Lohnentwicklung in Amerika, daß das dort beobachtete Wirtschaftswunder dem Anprall einer Wirtschaftskrise nicht hat standhalten können, und daß auch die reichste Wirtschaft nicht in der Lage ist, sich den Luxus konjunkturwidriger Lohn- und Preisbindungen zu leisten. Wenn dies aber schon bei einem so kapital- und rohstoffbegünstigten Lande wie Amerika der Fall ist, dann gilt es noch viel mehr von unserem Vaterlande, das an beiden Mangel leidet. Wie berechtigt diese Behauptung ist, geht aus den Feststellungen des Bureau of Labour statistics hervor. Danach haben in dem Zeitraum vom 15. Oktober 1929 bis 15. August ds. Js. 551 Firmen mit rund 86 000 Arbeitern Lohnsenkungen in Höhe von durchschnittlich 5 bis 10 Prozent angemeldet. Teilweise sind sie aber bis 20 Prozent und in einem Falle sogar bis 38 Prozent gegangen. Um diese Zahlenangabe, die an sich bei dem Umfange der amerikanischen Wirtschaft bedeutungslos erscheinen, richtig zu bewerten, muß man nach dem angeführten Aufsatz in„ The Nation" die begrenzte Reichweite der Ermittlungen des Bureaus berücksichtigen. Zunächst umfaßt deren Arbeit nach ,, The Nation" nur die Fertigwarenindustrie, die wieder nur ein Fünftel der Angestellten und Arbeiter beschäftigt. Alle Kupferunternehmungen haben beispielsweise ihre Löhne reduziert, eine Tatsache, die in den Angaben des Bureau of Labour Statistics nicht erwähnt wird. Ebenso haben die Maklerfirmen die von ihnen gezahlten Gehälter beschnitten. Nach Angaben des Bureau of Agricultural Economics haben die Löhne auf den Farmen vom Juli 1929 bis Juli 1930 um 13 Prozent abgenommen; aber die Landarbeit ist wiederum in der Uebersicht des Bureau of Labour Statistis nicht berücksichtigt. Außerdem ist zu beachten, daß selbst innerhalb der Fertigwarenindustrie das Bureau of Labour Statistics Berichte nur von 13 500 Firmen enthält, die rund 3 Millionen Arbeiter beschäf= tigen, was aber nur 7 Prozent der gesamten Firmen und 30 Prozent der gesamten Arbeiterschaft in diesem Industriezweig ausmacht. Endlich gelten die von dem Bureau of Labour Statistics veröffentlichten Zahlen für eine Zeit, die mehr als zwei Monate zurückliegt. Und gerade die letzten Monate stellen die schlimmste Zeit der Wirtschaftsdepression dar. Dr. Paul Ruprecht Dresden. Lokales. Wenn es vergeblich war. Vergeblicher Einspruch beim Staatskommissar. Die Stadtratsfraktion der Arbeitsgemeinschaft der Mitie ( Deutsche Volkspartei, Demokraten und Zentrum) hatte sich mit einem Schreiben an den Staatskommissar für Gießen, Oberregierungsrat Haberkorn in Darmstadt, gewandt, in dem beanstandet wird, daß der Staatskommissar bei seiner Steuerfestsetzung über die von der Stadtverwaltung vorgeschlagenen Sätze hinausgegangen sei, daß man die Rückwirkung der Steuer vom 1. April 1930 ab als untragbar empfinde, und daß der Staatskommissar die von der Stadtverwaltung beim Stadtrat bean= tragte Erhöhung der Mieten um 2 Prozent nicht angeordnet habe. Weiter wird beanstandet, daß der Staatskommissar sich vor seiner Entscheidung nicht auch mit dem Stadtrat oder seinen Vertretern in Verbindung setzte. Zum Schluß wird der Staatsfommissar gebeten, nochmals mit der Stadtverwaltung und dem Stadtrat gemeinsam eine Prüfung der Verhältnisse und der Maßnahmen zur Deckung des Fehlbetrages im Gießener Haushalt vorzunehmen und mit dazu beizutragen, daß die gegen= wärtigen Härten der Steuerfestsetzung vermieden werden. Bezirkslig Vi Bo BfB- K. Sport Ra Boruffia Geffen- Ser Hermanni B.f.B. G Spielverei Germania Odershauf ViB Wie We Ve Germania Wallau Breidenba 1900 Gieße Wiefenbach Sp. V. W Frohnhauf Won Ma Alle Feu Dil Der Staatskommissar hat daraufhin an den Vorsitzenden der Fraktion der Arbeitsgemeinschaft der Mitte geantwortet, daß die von ihm angeordneten steuerlichen Maßnahmen auf gesetzlichem Wege mit den erforderlichen ministeriellen Genehmigungen zustande gekommen seien und daher für ihn kein Anlaß und auch keine Möglichkeit zu Abänderungen bestünde. Da der Staatskommissar nach gesetzlicher Vorschrift an die Stelle des Stadtrats trete und dessen Beschlüsse ersetze, könnten auch Verhandlungen mit dem Stadtrat nicht in Frage kommen. Der Staatskommissar erklärt sich aber bereit, geeignete Vorschläge zu Ersparnissen und Mehreinnahmen für das Rechnungsjahr 1930 auch von dem Stadtrat schriftlich entgegenzunehmen. Es gibt Enttäuschungen so mancher Art. Immer hat es sie gegeben, aber heute gibt es sie besonders zahlreich und in besonders schwerem Maße. Das Laufen und Suchen nach Arbeit, nach irgendeiner Beschäftigung, und dann war's wieder einmal nichts. Nebenher liefen die Demütigungen, die Unfreundlichkeiten. Jedenfalls war wieder einmal Zeit, Geld, Nervenkraft ganz vergeblich drangesetzt. Jede redliche Bemühung möchte gern einen Erfolg haben. Das ist so selbstverständlich. Die Arbeit kann schwer und anstrengend sein. Man nimmt's in Kauf, man schafft's, man sieht das leuchtende Ziel. Da, auf einmal, muß man sich mit der Tatsache abfinden, daß dieses Ziel nicht erreicht wird, jetzt nicht und später auch nicht. Eine bittere Erkenntnis. Was sagen und tun da die Menschen? Ach, die einen, die verzagen und die andern suchen darüber hinwegzukommen. Wenn es gelingt, das innere Gleichgewicht zu finden, wer mit neuem Mut an neues Wagen und Schaffen geht, der ist sicherlich besser daran, als der ganz Verzagende und Verzweifelnde. Diese Angaben genügen aber auch noch nicht, um ein richtiges Bild von dem Umfang der in der amerikanischen Industrie vor sich gehenden Lohnsenkung zu geben. Außer dem statistisch erfaßbaren Lohnabbau gibt es nämlich noch einen, der äußerlich nicht erkennbar ist. Er besteht darin, daß Arbeitern, die vor der Erreichung der Höchstlöhne stehen oder sie erreicht haben, durch Kündigung gezwungen werden, jüngeren und billigeren Kräften Platz zu machen. Es scheint danach in Amerika wie bei uns der ältere Arbeitnehmer besonders unter der Wirtschaftsnot zu leiden. Ein weiterer Weg, die Löhne zu senken, ist der, durch heimlichen Abschluß von individuellen Arbeitsverträgen untertarifliche Bezahlung auszumachen. Diese Mittel, dem in Deutschland die Tarifvertragsordnung einen Riegel vorgeschoben hat, findet nach den Angaben amerikanischer Gewerkschaftssekretäre so oft Anwendung, daß sie nicht in der Lage sind, dagegen mit Erfolg einzuschreiten; das Verlangen nach Arbeit ist dazu einfach zu groß. Bezeichnend für die Machtlosigkeit der Gewerkschaften gegen derartige Arbeitsverträge ist eine Aeußerung in dem„ America Building Contractor" vom Oktober ds. Js.; diese besagt: * Protestkundgebung. Heute abend, 8 Uhr, findet im großen Saal des Café Leib eine Protestkundgebung gegen das Steuerdiktat des Staatskommissars für Gießen statt. Eingeladen zu dieser Versammlung wird vom Ortsgewerbeverein, Haus- und Grundbesitzerverein, Kaufmännischer Verein, Verein der Einzelhändler, die Industrie der Stadt Gießen, Edeka- Großhandel e. G. m. b. H. und Reichsverband des deutschen NahrungsmittelGroßhandels. Als Redner ist vorgesehen: Rechtsanwalt und Notar Albrecht- Gießen. * Straßensperrungsnachricht, mitgeteilt vom Oberhessischen Automobil- Club E. V.( A. v. D.), Gießen. Die Sperre auf der Provinzialstraßenstrecke Ortsdurchfahrt Frankfurterstraße in Vilbel ist aufgehoben. Aber ganz allein kommt man vielleicht nicht zum neuen, freudigen Lebensmut. Es ist schön, wenn ein guter Mensch gut zuredet. Die Frau, die dem Manne ob seines Mißerfolges nicht mit Wenn und Aber und mit Vorwürfen kommt, sondern die ihm freundlich und verständnisvoll ein Wort der Hoffnung sagt, eine solche getreue Lebenskameradin kann wirklich viel ausrichten. Oder es ist ein Freund, der dem Freunde innerlich auf und weiterhilft. Es kommt ja gerade so viel auf dieses Innerliche an. Die Kunst zu trösten ist eine ganz eigene Kunst. Sie ist eine Kunst der fein und aufrichtig mitfühlenden Seele. Das harte ,, Vergeblich" kann nicht durch eine Zaubergeste beiseite geschafft werden. Aber man kann aus seelischer Kraft und Festigkeit heraus einem Mitmenschen von den vielen Möglichkeiten des Lebens reden, nicht im Sinne eines drängenden Ueberredens, sondern im warmherzigen Geiste eines schlichten Ueberzeugens.„ Edel sei der Mensch, hilfreich und gut!" Diese schöne Losung mag sich nicht zuletzt dann bewähren, wenn es gilt, einen anderen von dem inneren Zusammenbruche ob eines ,, Vergeblich" kraftvoll zu bewahren und ihm das hoffende Dennoch wiederzugeben. ,, Die Wirkung der Arbeitslosigkeit beginnt sich im Lohnniveau bemerkbar zu machen, und der Monatsbericht macht deutlich, daß während an den offiziellen Löhnen wenig oder gar nichts geändert wird, viele Bauhandwerker zu beträchtlich geringeren Löhnen als zu den offiziellen Sätzen arbeiten." Bayerische Königsschlösser. Eine Erinnerung an die Wiederaufrichtung des Deutschen Reiches unter Kaiser Wilhelm I. Noch immer weht um das bayerische Bergland, um den Starnberger See, um München, die Erinnerung an den von jeinem Volke schier vergötterten unglücklichen König Ludwig II. von Bayern, vielgeliebt in ganz Deutschland! * Das amtliche Fernsprechbuch für den Oberpoſtdirektionsbezirk Darmstadt wird demnächst neu aufgelegt. Die Vorarbeiten hierzu werden am 1. März ds. Js. abgeschlossen. Bis da hin sind Aenderungen der Eintragungen bei der zuständigen Fernsprechvermittlungsstelle anzumelden. Bei der Ausgabe neuer Fernsprechbücher ist für jedes neue Buch ein Buch der unmittelbar vorhergegangenen Auflage zurückzuliefern. Luftpostmarkenheftchen. Es dürfte noch wenig bekannt sein, daß Luftpostmarkenheftchen mit zehn Luftpostmarken zu 10 Rpfg. und fünf zu 20 Rpfg. seit einiger Zeit durch die Post vertrieben werden. Offe Off Sech Wei Löhr Gro Ver Niedergirm Butzbach Ehringsha Löhnberg Gr. Bused Ağlar Weilburg Laubach Loh Wei Wet Bi Obe Nau Lei Do Bi Sta We Fler Que Dute Nau Bra Bis Ode Erd Wel End Er Bied an Son Ein Mitwirken Spielen geg der durch bejigt abe von den a eine hat f arten, die Spieles je * Stadttheater. Heute abend Wiederholung des beifällig aufgenommenen Shakespeare'schen Lustspiels:„ Der Widerspenstigen Zähmung". * V. 5. C. Am Freitag hält Geh. Rat Prof. Dr. Som= mer bei freiem Eintritt im Hörsaal der Nervenklinik einen Lichtbildervortrag über: ,, Rennwege und alte Heerstraßen". dann nach verschiedenen Abänderungen auch ins Reine schrieb. Mit beiden Dokumenten trat Graf Solnstein am 27. November 1870 seine Reise nach Hohen- Schwangau zum König an. mard berichtet über diese Reise: Der König war wegen eines Zahnleidens bettlägerig, lehnte zuerst ab, ihn zu empfangen, nahm ihn aber an, nachdem er vernommen hatte, daß der Graf in meinem Auftrag und mit einem Brief von mir tomme. hat darauf im Bett mein Schreiben in Gegenwart des Grafen zweimal jorgfältig durchgelesen, Schreibzeug gefordert und das von mir erbetene und im Konzept entworfene Schreiben König Wilhelm zu Papier gebracht. Am siebenten Tag nach seiner Abreise, am 3. Dezember, war Graf Holnstein mit diesem Schreiben des Königs wieder in Versailles; es wurde noch an demselben Tage durch den Prinzen Luitpold, den späteren Regenten, unserem König offiziell überreicht und bildete ein gewichtiges Moment für das Gelingen der schwierigen und vielfach in ihren Aussichten schwankenden Arbeiten, die durch das Widerstreben des Königs Wilhelm und durch die bis dahin mangelnde Feststellung der bayerischen Erwägungen veranlaßt waren. Der Graf Holnstein hat sich durch diese in einer schlaflosen Woche zurüdgelegte doppelte Reise und durch die geschickte Durchführung seines Auftrages in Hohen- Schwangau ein erhebliches Verdienst um den Abschluß unserer nationalen Einigung durch Beseitigung der äußeren Hindernisse der Kaiser- Frage erworben." und beide traten an die Logenbrüstung. Da erdröhnte das Haus von einem ungeheuren Beifallssturm, der den großen Tusch des Orchesters fast noch übertönte. Und immer wieder trat auf des Königs einladende Handbewegung der schöne ritterliche Kronprinz an die Logenbrüstung und verneigte sich dankend. Dann erklangen die ersten Töne der Jubel- Ouvertüre von Weber, aber an ein ruhiges Zuhören war nicht zu denken, und als nun der majestätische Schluß einleitete und das ganze Orchester wie mit großen Wogen in die machtvollen Akkorde des„ Heil unserem König, Heil", zusammenströmte, da sprang wieder alles von den Sitzen auf, das Winken und das Hochrufen begann von neuem, und wieder und wieder dankte der Kronprinz in sichtlicher Bewegung. Und als zum Schluß der wahrhaft glanzvollen Vorstellung von Wallensteins Lager" der hochgewachsene Schauspieler Rüthling im Waffenschmud des ersten Kürossiers an die Rampe trat und mit seiner mächtigen Stimme intonierte: Wohlauf Kameraden, aufs Pferd, aufs Pferd"... da brauste wieder ein ungeheurer Jubel auf. Der Vorhang mußte sich noch öfter heben, bis er endlich definitiv fallen durfte und die erregte Menschenmenge in die laue Sommernacht hinausströmte." Unwillkürlich denkt man an das tragische Ende der beiden Fürsten, die damals im Mittelpunkt der begeisterten Kundgebungen standen! Hier der jugendschöne, 25jährige Wittelsbacher, der 16 Jahre später in geistiger Umnachtung in den Fluten des Starnberger Sees versank- dort die redenhafte Gestalt des Hohenzollern- Prinzen, dem nach 18 Jahren das Szepter aus der Hand glitt nach einem Dulden und Leiden qualvollster Art! Nach dem glänzenden Sieg bei Sedan begannen die Verhandlungen über das fünftige Bündnis aller deutschen Staaten greifbare Gestalt anzunehmen. König Ludwig II. empfing am 22. September 1870 wieder in Schloß Berg den preußischen Staatsminister von Delbrück und den württembergischen Justizminister v. Mittnacht. Monatelang zogen sich die Beratungen hin; Bismards lebhaftester Wunsch war es, nachdem nach unendlichen Bemühungen von allen Seiten die Schwierigkeiten beseitigt waren, daß König Ludwig persönlich nach Versailles fommen möge, um durch seine Anwesenheit der Kaiser- Proklamation erst ihre Weihe zu geben. Der König litt aber damals an einer schweren seelischen Depression und trug sich mit Abdantungsabsichten zugunsten seines Bruders Otto In seiner Stimmung fonnte er sich nicht zu der Reise aufraffen, statt seiner fam der berühmte Kaiserbrief nach Versailles. Als Sendbote des Königs war der ihm vertraute und zu vielen politischen, diplomatischen und privaten Missionen verwendete Oberstallmeister Graf Holnstein, einer der wenigen Männer, die dem König menschlich wahrhaft nahe standen, nach Versailles zu Bismard entsandt worden, um mit ihm über die Formalitäten zu ver handeln, unter denen Ludwig dem König von Preußen die Kaiserkrone anbieten sollte. Holnstein hatte nach seinem Eintreffen in Versailles den Grafen Bismard aufgesucht und sich seiner Mission entledigt. Er hat wiederholt mit der ihm eigenen Lebendigkeit erzählt, wie er, um alle Irrtümer in seiner Auffassung zu vermeiden, unserem großen Kanzler in Versailles ge= sagt habe: Wissen's was, Exzellenz, schreiben's gleich selbst einen Brief auf, so wie er sein soll, sonst gibt's hintenach doch wieder Anstand". Darauf ist bekanntlich Bismard, dem Holn steins Art und Weise gefiel und dem diese Bitte nur passen tonnte, bereitwillig eingegangen; er schrieb selbst nach seiner eigenen Darstellung, um die Beförderung nicht zu verzögern, sofort an einem abgedeckten Estische auf durchschlagendem Papier und mit widerstrebender Tinte die gewünschten Briefe, die er Da ist der Starnberger See mit Schloß Berg! Erinnerung an glückliche Tage des einst so jugendschönen Fürsten und an sein tragisches Ende! König Ludwig II. war abends am 15. Juli 1870 von einem Ausflug in die Berge zurückgekehrt; auf nachts halb elf Uhr hatte er seinen Kabinetts- Sekretär zum Vortrag befohlen. Er brachte ihm eine Meldung des Ministers Grafen Bray aus München, wonach in der frühesten Morgenstunde des 16. Juli der Ministerial- Sekretär Graf Berchem mit einem wichtigen Schreiben in Berg eintreffen werde. Um 11 Uhr abends erschien der Kabinetts- Sekretär v. Eisenhart zu dem befohlenen Vortrag beim König. Eisenhart erzählt uns über diesen denkwürdigen Vortrag:„ Ich fühlte, daß in dieser Stunde das Heil Bayerns, das Heil Deutschlands entschieden werde. Aus innerster Ueberzeugung betonte ich, daß eine etwaige Neutralität die Existenz Bayerns bedrohe; der Kampf an der Seite Frankreichs gegen Preußen wäre eine Schmach; Pflicht und Recht geböten die treue Erfüllung des Bündnis- Vertrages mit Preußen.„ Ja," erklärte der König, der Bündnisfall ist gegeben," und groß trat hierbei seine deutsche Gesinnung zutage. Sofort nach Berchems Ankunft will ich gewedt sein." Dieser Vortrag hatte bis 4 Uhr morgens gewährt; um 6 Uhr traf bereits Graf Berchem ein. Sofort eilte Eisenhart mit dem erwarteten Briefe zu König Ludwig. Nochmals wurden die Hauptpunkte der gro= Ben Frage berührt. Eine Pause trat ein. Dann sprach der König: Bis dat, qui cito dat"( doppelt gibt, wer schnell gibt). Entwerfen Sie sofort meinen Befehl zur Mobilmachung!" In des Königs Gegenwart fertigte Herr v. Eisenhart den Befehl zur Mobilmachung; der König unterschrieb unverzüglich. Die Würfel waren gefallen. So kam es, daß Bayern vor Preußen mobil gemacht hat in jenem großen Kriege, der unseres Volkes Einheit und Größe begründete. Der Kladderadatsch" begrüßte die deutsche Gesinnung des Bayern- Königs damals mit den Worten: . Er gab zuerst die Marschbefehle, Er schwankte teinen Augenblick Sein Wort klang jeder deutschen Seele Wie unserer Zukunft Festmusik." Als Ludwig am 17. Juli von Berg nach München zurückkehrte, umbrauste ihn ein Jubel, wie er ihn noch nie vernommen hatte. Dann kam der unvergeßliche Tag, da Preußens hochgewach sener, blonder Königssohn, Friedrich Wilhelm der spätere Kaiser Friedrich III., in München eintraf, um den Oberbefehl über die bayerischen Truppen zu übernehmen. Ludwig holte den Kronprinzen, den Groll des Jahres 1866 vergessend, am Bahnhof im offenen Wagen ab. Abends war Festvorstellung im Hoftheater; man gab ,, Wallensteins Lager". ..ging eine „ Plötzlich" erzählt eine Teilnehmerin große Bewegung durch das Haus, alles erhob sich, denn nun erschien in der Königsloge Ludwig II. mit seinem hohen Gaste, Am 16. Juli 1871 sah München den Einzug der siegreichen Truppen. Der König, der morgens auf dem Oberwiesenfeld Truppenschau abgehalten hatte, tam gegen Mittag die Ludwigstraße herabgesprengt und sah auch als Soldat ungewöhnlich stattlich aus. Er machte eine vorzügliche Figur zu Pferde, ..schön wie eine Märchen- Erscheinung". Und schon wogte es die lange Straße heraus, weiß- blaue Fähnlein blitzten in der Sonne: Ulanen als Vorreiter der siegreichen Armee. Prinz Luitpold und sein Sohn Prinz Leopold, der sich bei Villepion großartig geschlagen, General Hartmann, dann immer wieder bejubelt und begrüßt: der populäre von der Tann. Nun naht an Spitze seiner Generale und seiner Stabsoffiziere der Kronprinz Friedrich Wilhelm; er senti salutierend das siegreiche Schwert vor dem jugendlichen Bayerntönig, der dankend die Hand an den Generalshut legt. Im symbolischer Weise gab so der Kronprinz den Oberbefehl über das bayerische Heer dem König zurück. der Am 13. Juni 1886 endete König Ludwig II. sein Leben im Starnberger See, nachdem man ihn am 11. Juni gewaltsam von seinem geliebten Neu- Schwanstein nach Schloß Berg gebracht hatt. Auf der Brust der in Berg aufgebahrten Leiche lag nur ein Strauß Jasminblüten, seine Lieblingsblumen: Oesterreichs Kaiserin Elisabeth hatte sie in Feldafing gepflückt und als letzten Gruß dem toten Vetter und treuen Freund gesandt. Am Tage vor der Bestattung des Königs, am 18. Juni, trat Kronprinz Friedrich Wilhelm, der in Vertretung seines greisen Vaters nach München geeilt war, an Ludwigs Bahre. Nach zwei Jahren sollte er selbst, der heute noch in stolzer Männlichfeit dem toten Bayerntönig die letzte Ehre erwies, zur letzten Ruhe gebettet liegen! Schloß Berg, Hohen- Schwangau, Neu- Schwanstein, die Münchener Residenz und das Hoftheater weden in uns die Erinne rung wadh an jene große 3eit, da Deutschlands Raiserkrone im Kriege 1870/71 geschmiedet wurde! Dr. Ludwig Roth. 8646 gen würd Leiftur Zusammen Spielparte tip wirter elf einzeln menjinden, Einzelipiel tellen tön mogenität oder des denn auch Mitglieder zujammen vidualität Bujammer chalten. ihrer Zuj beständig wie man der wird einige Spi magigleit, im Intere daran hin Niveau hir unterdrüde verhilft, m Kategorie Don jeiten ichujje ujm auf die internation none" burd oder fehrt Sajtem, bo Fehlschlag und inter ten Rand Nr. 6 mmijjar. aft der Mitte hatte fich mit Gießen, Ober ot, in dem be: iner Steuerfejt hlagenen Säke Der Steuer vom Daß der Staats Stadtrat bean icht angeordnet stommiffar fich rat oder seinen ird der Staats ltung und dem Ctnisse und der Siegener Haus dag die gegen n werden. en Vorsitzenden te geantwortet, Raßnahmen auf Mittwoch, den 21. Januar 1931. Fußball. ,, Gießener Zeitung" Turnen, Sport und Spiel. Ergebnisse aus dem Bezirk. Bezirksliga und Bezirksklasse. VfB.-K. Marburg Odershausen 2: 1( 1: 1) Borussia Fulda Hessen Hersfeld 4: 2 Ges. Verein VfB- K. Marburg Edelshausen 1. 1 Wallau 2. 1: 3 Hartenrod 1. Cappel 1. 8: 1( 3: 1) Niederwalgern Dreihausen ausgefallen Bürgeln Erfsdorf 4: 0 Mornshausen Caldern ausgefallen( Schiri fehlte) Wolfgruben 1.—- Elnhausen 1. 11: 0( 5: 0) Friedensdorf Sterzhausen 4: 2( 4: 2) Sarnau 2. 1: 5 Banfe 4: 0 Hommertshausen 1. 4: 2 Mornshausen 2. 5: 2( 2: 1) Cölbe 2. 2: 3 Michelstadt ausgefallen Schönstadt Mellnau 3: 0 Dreihausen 2. Cappel 2.( C. nicht angetreten) Holzhausen Leidenhofen 1: 4 Dernbach Lohra ausgefallen Berleburg- Feudingen 2.( B. abgebrochen) Edelshausen Jgd. Wallau Jgd. 1: 4 Sterzhausen Jgd. Wehrda 2. Spiele gem. unent. verf. Tore Punkte Niederlaasphe 14 10 1 3 44:32 21: 7 Breidenstein 2. Weidenhausen Sport Kassel 14 8 3 3 40:21 19: 9 Buchenau 2. Borussia Fulda 12 7 1 4 23:12 15: 9 Goßfelden Hessen- Hersfeld 14 4 5 5 20:20 13:15 Hermannia Kassel 11 4 2 5 26:30 10:12 V. f. B. Gießen 13 4 2 7 21:32 10:16 Spielverein Kassel 11 4 1 6 27:28 9:13 Germania Fulda 13 4 1 8 15:26 9:17 Ockershausen 12 2 2 8 15:30 6:18 VfB. Gießen FV. Wallau 5: 3( 2: 0) Ges. Wiesenbach 1900 Gießen 1: 5( 0: 1) Weylarer SpV. Verein Germania Marburg ausgef. Spiele gew. unent. verl. Tore Punkte Dillenburg 2. Offenbach 2. Offdilln 2. Ballersbach Germania Marburg 10 7 2 1 27:10 16: 4 Langenaubach Wallau 10 5 5 0 29:14 15: 5 Haiger Breidenbach 10 5 0 5 27:26 10:10 Donsbach Haiger 2. 1900 Gießen 8 4 0 4 19:24 8: 8 Wiesenbach 11 3 2 6 18:26 8:14 nehmen. Sp. V. Weylar 8 3 0 5 12:18 6:10 Frohnhausen 9 1 1 7 9:23 3:15 ndet im großen en das Steuer Marbach 1. Ceriellen Geneh ür ihn fein An n bestünde. Da an die Stelle e, fönnten auch Je tommen. Der nete Vorschläge Rechnungsjahr Eingeladen zu ein, Haus- und rein der Einzeldeka- Großhandel Nahrungsmittel echtsanwalt und Oberhessischen Sperre auf der Furterstraße in Wommelshausen Bottenhorn 5: 4( 2: 2) Biedenkopf 1. 7: 1( 3: 1) Allendorf Wetter 0: 2( Ges.), W. zu spät angetr. Feudingen Dillenburg Offenbach Offdilln Sechshelden Frankenberg ausgef. Merkenbach 3: 3 Niederscheld, N. nicht angetr. Burg ausgef. Herborn ausgef. Niedergirmes 2: 5 Ehringshausen ausgef. Aßlar ausgef. Spiele gem. unent. verl. Tore Punkte Weilburg - Löhnberg Großen- Buseck Verein Niedergirmes 14 7 4 3 32:27 18:10 Butzbach 10 7 1 2 25:13 15: 5 Ehringshausen 10 5 2 3 Löhnberg 9 5 1 3 Gr. Bused 11 4 1 6 27:29 lossen. Bis da Aplar 9 4 0 5 21:17 der zuständigen Weilburg 10 3 1 6 22:39 7:13 i der Ausgabe Laubach 11 1 2 8 18:35 erpostdirektions Die Vorarbei ch ein Buch der zuliefern. wenig bekannt uftpostmarken zu t durch die Poft g des beifällig „ Der Wider rof. Dr. Som ventlinit einen erstraßen". Reine schrieb. 27. November Rönig an. Bis bar wegen eines zu empfangen, te, daß der Graf mir tomme. Er wart des Grafen fordert und das Schreiben an benten Tag nach nstein mit diesem s wurde noch an , den späteren und bildete ein Gierigen und viel en, die durch das ch die bis dahin gungen veranlaßt se in einer schlaf Durch die geschicte Dangau ein erheb onalen Ginigung der Kaiser- Frage g der siegreichen Oberwiesenfeld tag die Ludwig Dat ungewöhnlich Figur zu Pferde, hon wogte es die ten in der Sonne: Prinz Luitpold illepion grogartig r wieder bejubelt un naht an der ere der Kronprins fiegreiche Schwert fend die Hand an gab jo der Kron dem König zurüd II. jein Leben im uni gewaltsam von log Berg gebracht ten Leiche lag nur umen: Desterreichs epflüdt und als eund gesandt. am 18. Juni, trat ung feines greifen vigs Bahre. Nach stolzer Männlich erwies, zur letzten wanstein, die Mün ds Kaiserfione im n uns die Grinne 1. Ludwig Roth Gau Gießen- Wezlar. 25:20 12: 8 31:20 11: 7 9:13 8:10 4:18 Lohnberg 2.- Ehringhausen 2. ausgefallen Weilburg 2. Wezlar SC. 2.( SC. nicht angetreten) Weylar Sp.V. 2.- Biskirchen 1. ausgefallen Bissenberg Niedershausen 4: 1 Oberbiel Burgsolms 1: 5 Nauborn 1 Holzhausen( S. zu spät angetreten) Leihgestern VB. Gießen 3. 4: 3 Daubringen 2.1900 Gießen 3. ausgefallen Bieber Garbenteich 3: 5( 3: 1) Stangenrod Villingen 1: 7( 1: 2) Wetterfeld Flensungen Quedborn Dutenhofen Nauborn 2. Braunfels 2. Grünberg 2.( Gr. nicht angetreten) Homberg 0: 1( 0: 1) Ulrichstein ausgefallen. Hermannstein 2: 6 Büblinghausen 1: 3 Leun 1. ausgefallen Gau Marburg. Odershausen 2.- Buchenau 1. 0: 4 Erdhausen- Germania Marb. 2. 3: 2 Wehrda Cölbe 1: 5( 1: 5) Endbach Marbach 2.( M. nicht angetreten) Biedenkopf 2. Breidenstein 1.( ausgef., Schiri fehlte) Homogenität oder Individualität? Ein Fußballspiel wird von zwei Mannschaften mit je elf Mitwirkenden ausgetragen, d. h. elf Mann auf der einen Seite spielen gegen elf Mann auf der anderen Seite um einen Sieg, der durch die größere Zahl der erzielten Tore bedingt ist. Nun besitzt aber jeder Spieler eine gewisse Individualität, die ihn von den andern Spielern unterscheidet; mit andern Worten: der eine hat förperliche oder geistige Eigentümlichkeiten oder Eigenarten, die der andere nicht hat. Wenn nun während eines Spieles jeder diese seine Sonderveranlagung zum Ausdruck bringen würde, betäme man ja wohl die- oft vielleicht sehr guten Leistungen von elf Einzelspielern zu sehen, niemals aber die Zusammenarbeit eines in sich geschlossenen und dadurch produktiv wirkenden Mannschaftsgefüges. Die Produktivität einer Spielpartei steigt oder fällt mit dem Maße, in welchem sich die elf einzelnen Akteure zu einer Einheit oder Gesamtheit zusam= menfinden, und dieses Maß hängt wieder davon ab, wie die elf Einzelspieler ihre Individualität in den Dienst des Ganzen stellen tönnen, so daß eine harmonische Uebereinstimmung( 50mogenität) bei der praktischen Aeußerung der Leistungsfähigkeit oder des Könnens zustande kommt. Auf dieses Ziel arbeiten denn auch die Vereine überall und immer hin, indem sie die Mitglieder, welche eine Mannschaft bilden sollen, regelmäßig zusammen trainieren" lassen, damit sie gegenseitig ihre Indi vidualität kennen lernen und dieselbe, je nachdem sie für das Zusammenspiel nützlich oder schädlich ist, verwerten oder ausschalten. Eine gut aufeinander eingespielte Elf, die auch in ihrer Zusammensetzung stets gleich und in ihren Leistungen stets beständig bleibt, ist also das Jdeal einer Fußballmannschaft, wie man es sich nicht schöner vorstellen und wünschen kann. Leider wird dieses Jdeal jedoch nur selten erreicht. Entweder sind einige Spieler nicht imstande, sich bis zu dem Niveau der Gleichmäßigkeit, die die Elf besitzen soll, aufzuschwingen- weil ihre im Interesse des Spieles negativ wirkende Individualität sie daran hindert, oder einzelne Spieler steigen über dieses Niveau hinaus weil sich ihre Individualität überhaupt nicht unterdrücken läßt oder gelegentlich sich spontan zum Durchbruch verhilft, meistens zum Vorteil der eigenen Partei. Die letztere Kategorie verlangt und genießt dann eine besondere Beachtung von seiten der Mitspieler, aber auch von seiten der Spielausschüsse usw. man schneidet das Spiel hauptsächlich oder ganz auf die Kanone" zu und zieht dieselbe zu repräsentativen und internationalen Spielen heran. Fällt nun einmal die Kanone" durch Indisposition aus oder sagt sie zu dem Spiele ab oder kehrt sie dem Verein den Rücken, dann bricht das ganze System, das die Mannschaft bevorzugte, zusammen und es folgen Fehlschläge auf Fehlschläge. Da andererseits die repräsentativen und internationalen Mannschaften stets aus lauter ausgesuchten ,, Kanonen" bestehen, sollte man annehmen, daß solche MannAltenkirchen Bischoffen Germania Marburg 2. Jgd. 1: 1. Gau Dill. Merkenbach 2. 6: 0 Niederscheld 2., N. nicht angetr. Burg 2. ausgefallen Hörbach 6: 2 Oberroßbach 1: 0 Rittershausen ausgef. Sinn 2: 1 abgebr. Straßebersbach Holzhausen Donsbach 2. Holzhausen 2. Rittershausen 2. ausgefallen Udersdorf, U. nicht angetr. Herbornseelbach 6: 0 Eibelshausen E. nicht angetr. Weidelbach 3: 1( 1: 1) Sinn 2., G. nicht angetr. Weidelbach 2 2: 1 Außerordentliche Hauptversammlung des Westdeutschen Spielverbandes. Die außerordentliche Hauptversammlung des Westdeutschen Spielverbandes fand am Sonntag im Rittersaal der städtischen Turnhalle zu Düsseldorf statt. Ihr tam insofern erhebliche Bedeutung zu, als man wichtige Beschlüsse erwarten durfte. Der Vorsitzende des WSVs., Rechtanwalt Jersch, beleuchtete zunächst die Situation im westdeutschen Fußballsport und gab zu ertennen, daß er nach wie vor die„ reinliche Scheidung" als die einzig mögliche Lösung ansehe. Jersch verteidigte seinen Standpunkt, den er seinerzeit beim Dresdner Bundestag vertreten hatte, mit aller Entschiedenheit und legte klar, daß die Schaustellungen der heutigen Spitzenmannschaften mit Amateursport nichts zu tun hätten. Eine Amnestie von Schalke 04 sei nicht angebracht. In der anschließenden Diskussion lehnte Zündorf- Köln die Einführung des Berufsspielertums ab. Nach seiner Ansicht könnten den Vereinen finanzielle Lasten, wie sie der Profisport mit sich bringe, nicht zugemutet werden. Den Vereinen müsse es überlassen bleiben, wie weit sie mit ihren Zahlungen gehen fönnen. Die Bezirke Niederrhein, Südwestfalen- und Ruhr brachten einen Antrag ein, nach dem ein Spieler in Zukunft teine Barerstattung seiner Auslagen mehr erhalten darf, sondern daß sämtliche Spesen nur in Naturalien ausgefolgt werden dürfen. Dieser Antrag wurde angenommen. Zündorf war dagegen, denn er hielt diesen Antrag für ganz verfehlt. Man beschäftigte sich dann noch einmal mit dem Fall Schalke 04, doch sprach Jersch erneut gegen eine Begnadigung. Er meinte, daß man die Mannschaft des westdeutschen Meisters heute nicht ohne weiteres amnestieren könne, doch solle sich der WSV. später noch einmal mit der Angelegenheit befassen. Es wurden weiter zwei Enischließungen gefaßt, deren eine noch einmal den Standpunkt des WSVs. zum reinen Amateuris= mus ausdrückt, während die andere die Stellung des Verbandes bei Verfehlungen gegen die Amateurparagraphen klarlegt. Die Fragen zur Spielklasseneinteilung für 1932-33 wur den ohne Debatte einem achtföpfigen Ausschuß in dem der Bezirk Hessen- Hannover durch seinen Vorsitzenden, Herrn Happ, Gießen, vertreien ist mit weitgehender Vollmacht übertragen. schaften immer nur Erfolge, vielleicht sogar große Erfolge erzielen müßten; das ist aber doch nicht der Fall, weil meistens wieder den Auserwählten die Gleichmäßigkeit und infolgedessen der Elf die Einheitlichkeit fehlt; schuld daran ist natürlich die verschiedenartige Individualität der elf Mitwirkenden. Von den individuellen Eigenarten muß man eine ganze Anzahl schon als Unarten bezeichnen, z. B. wenn einer den Egoismus oder Ehrgeiz nicht unterdrüden kann und dauernd auf eigene Faust operiert, oder wenn einer die gute Erziehung vergißt und seine Mitspieler mit Schimpfworten trattiert, oder wenn einer die Selbstbeherrschung verliert und sich zu Disziplinlosigkeiten und Roheiten hinreißen läßt usw. Alle diese und ähnliche Dinge findet man leider sehr stark ausgeprägt bei den Amateurspielern; sie fehlen ganz oder fommen nur selten vor bei den Berufs= spielern, weil diese sonst ihre Existenz gefährden. Man kann also bei den Berufsspieler- Mannschaften im allgemeinen eine start ausgeprägte Homogenität beobachten, wodurch dieselben denn auch die Spielstärke besigen, die man bei ihren Zusammentreffen mit auch starken Amateurmannschaften meistens fonstatieren muß. Daraus könnte man leicht die Folgerung ziehen, daß die Einführung des Berufsspielertums einen spielerischen Vorteil für die ganze Fußball- Sportbewegung bringen würde. Das ist aber nur zum Teil richtig. Eine Bezahlung der Spieler fönnen sich nur die großen Vereine erlauben, welche finanziell gut fundiert sind. Die Spieleinnahmen reichen dazu nicht aus, denn je größer die Zahl der Berufsspieler- Mannschaf ten wird, desto mehr verteilt sich das Interesse des Publikums. Demnach auch die Einnahme aus dem Besuch der Spiele. Für die Bezahlung verlangen die Vereine natürlich auch entsprechende Leistungen der Spieler. Sie werden also zunächst unter ihren aktiven Mitgliedern die Spreu vom Weizen sondern und eine ganze Anzahl vor die Türe setzen, weil sich die Ausgabe für dieselben nicht lohnt. Dafür suchen sie andererseits gute Kräfte ( oder„ Kanonen") aus den Amateurvereinen in ihr Lager herüberzuziehen, auch wenn diese nicht gleich für die erste Mannschaft reif sind; mancher der arbeitslos ist und auf diese Weise leicht und schnell zu einem gut bezahlten Posten tommen kann, wird der Lockung folgen und seinen Verein im Stiche lassen. Geschädigt werden dann also die Amateurvereine und namentlich diejenigen von ihnen, welche bessere Kräfte in ihrer Mannschaft haben und dadurch gute oder sehr gute Erfolge erzielen fonnten. Diese Vereine müssen nun wieder von neuem mit dem Aufbau beginnen und fallen zunächst stark zurück, oder sie streden resig niert gleich die Waffen und sagen:„ Wenn wir uns wieder hoch geschafft haben, schnappt man uns doch gleich wieder unsere besten Kräfte weg!" Die Frage betreffs Zulassung des Berufs= spielertums ist akut geworden; mancher Spieler lauert vielleicht schon auf den Moment der Verwirklichung und mancher Verein denkt schon mit Angst und Sorge an die Zukunft. Umso mehr ist es Pflicht zur Selbsterhaltung, allen Eventualitäten vorzubeugen und sich vor Spielverlusten zu schützen; das geschieht Streife durch den Bezirk. Nr. 6 Der Spielbetrieb am 18. Januar war im ganzen Bezirk sehr mäßig; die meisten Spielfelder befanden sich in einem derartig schlechten Zustand, daß die Spiele entweder schon vorher abgesagt oder vom Schiedsrichter im Interesse der Gesundheit der Spieler nicht angepfiffen wurden.( Siehe die Zusam menstellung der Ergebnisse.) Wenn die Erledigung der Serie in diesem Tempo weiter geht, wird es spät, bis die Meister ermittelt sind. Kommt man denn nicht endlich höheren Ortes" zu der Einsicht, daß man die Verbandsspiele unbedingt noch früher beginnen lassen muß, damit die schönen Tage im August nicht unbenützt vorübergehen und die Spiele bei Eintritt der alljährlichen schlechten Witterungsperiode so gut wie unter Dach und Fach sind? Die schlimmen Erfahrungen, die man jedes Jahr macht, weisen doch nachdrücklichst auf ein solches Verfahren hin; wenn vom Verband keine Abhilfe eingeleitet wird, sollte der Bezirksvorstand in dieser Sache Schritte unternehmen. Also bitte vormerken für den Beginn der nächsten Spielzeit im August 1931! In Marburg kam das Lokaltreffen zum Austrag, trotzdem die Platzverhältnisse auch nicht rosig waren. Der Tabellenführer befestigte seine Stellung durch einen 2: 1( 1: 1)-Sieg, der aber sicherer errungen wurde, als das Resultat besagt.( 3wei weitere Tore erkannte der Schiedsrichter nicht an.) An Stelle des Verbandsspieles Borussia Fulda Hessen Hersfeld lieferten sich die beiden Mannschaften ein Gesellschaftsspiel, aus dem der Platzverein mit 4: 2( 0: 1) als glücklicher Sieger hervorging. Das Spiel fann natürlich nie als Punktespiel gewertet werden, wie es einige Tageszeitungen tun. Borussia Fulda hat vielmehr von vornherein die Punkte kampfíos erworben, da die Hersfelder Mannschaft nach der vom Bezirksvorstand bestätig= ten Maßnahme des Bezirks- Fußball- Sachbearbeiters bis zur Klärung der Krawalle vom 4. Januar und zur Bestrafung der Schuldigen von den Verbandsspielen ausgeschlossen ist.( Die Sigung findet am 24. Januar in Kassel statt.) VfB. Gießen Wallau 5: 3( 2: 0)( Ges.-Sp.). Zu einem sehr fairen und interessanten Treffen fam es auf dem Waldsportplatz zwischen den Grün- Weißen und den Hinterländern, die den zweiten Platz der Tabelle in der ersten Bezirksklasse 3. 3t. inne haben. Die technisch bessere Mannschaft stellte der VfB., dafür waren aber die Gäste sehr eifrig und schnell. Die Mannschaften waren sich im übrigen ebenbürtig. In der ersten Spielhälfte hatten die Einheimischen ein kleines Plus, das auch in den erzielten Toren zum Ausdruck tam. Doch auch die Wallauer hatten manchesmal das VfB.Tor sehr in Gefahr gebracht. Nach der Pause zeigten die Mannschaften gleich gute Leistungen und einen durchaus offe= nen Kampf, bei dem beide Tore wechselseitig in Gefahr gerieten und die Tore erzielt wurden. Weklar- Weilburger Brief. Das Unwetter der letzten Tage hatte die Spielplätze jo aufgeweicht, daß es unmöglich war, die angesetzten Schlußtämpfe zu erledigen. Etliche Spiele famen jedoch, bei naßkaltem Sturmwetter mit Schneegestöber, zum Austrag. 1. Bezirksklasse. Das große Treffen der beiden alten Lahnpioniere, Wetzlarer Sportverein Germania Marburg, fiel des schlechten Platzes wegen aus. seď 2. Bezirksklasse. Löhnberg- Ehringshausen; Großen- BuAğlar; Weilburg- Niedergirmes waren die Paarungen dieser Gruppe. Die beiden ersten fielen wegen schlechter Bodenverhältnisse aus. Das einzige Spiel tam in Weilburg zum Austrag. Hier trafen sich der Tabellenerste, Sportklub Wehlar, und der Zweitlehte der Tabelle, Fußballverein Weilburg. Ein äußerst spannendes und erbittertes Ringen sah die Playbesitzer erst mit 2: 0 Toren vorne. Nach und nach setzte sich jedoch das routinierte Können der Weglarer Vorstädter durch, denn mit 5: 2 Toren sah der Schlußpfiff Wetzlar als Sieger. Die Weglarer haben da= durch ihre Verbandsspiele beendet und eine Punktzahl von 18:10 erreicht. Vorspiel 4: 1 für Weylar. Gauklasse 1. Die beiden Lokalmatadorbegegnungen standen im Vordergrunde. Bissenberg- Niedershausen. Die sechste Begegnung innerhalb drei Jahren. Mit 2: 0 und 3: 1 gewann Bissenberg zwei Gesellschaftsspiele in Niedershausen, 2: 1 und 1: 0 gewann Niedershausen im Vorjahre beide Verbandsspiele und brachte Bissenberg um den zweiten Tabellenplatz. Auch bei der am besten dadurch, daß man feine Kanonen" züchtet oder aufkommen läßt, daß man also jeden Spieler dazu erzieht, seine Individualität in den Dienst des Ganzen zu stellen und nicht in besonderem oder überragendem Maße hervortreten zu lassen; dann verschwindet eben der Einzelne in der Gesamtheit der Elf und die Mannschaft erreicht eine Homogenität, die unbedingt Erfolge mit sich bringt. Humor im Sport. Emil lustwandelt mit Paula im einsamen Wald. Fragt Paula: ,, Sind Sie denn nicht ängstlich, daß wir hier im Walde überfallen werden?" Und dabei schmiegt sie sich ängstlich dicht an ihn. ,, Unsinn, Furcht kenne ich nicht, Liebste ich habe schon zweimal im Wettlaufen den ersten Preis gefriegt!" Zuschauer eines Rugbyspieles zum anderen, als der Ball bei einem Gedränge unter dem Gewühl der sich darauf stürzenden Spieler verschwunden ist:„ Na, Sie werden sich doch jetzt gewiß nicht mehr darüber wundern, daß der Ball oval ist!?" Ein drei Monate alter Junge ist schon 9 000 Meilen im Auto gefahren... Die Kinder des nächsten Jahrhunderts werden ihren Führerschein haben, ehe sie überhaupt gehen können.. ,, Nanu, Herr Meier, wo ist denn Ihr Motorrad?" ,, Das Frizz ist heute morgen zur Reparatur abgeholt worden." chen, der genau zugehört hat:„ Ja, erit wollte er Mutter ihren Pelz mitnehmen!" Henry Ford kaufte sich in München ein fünfzig Jahre altes Auto. Ein außergewöhnlicher Mann! Wir glaubten immer, daß sich Amerikaner in München ausschließlich die Produkte des... Hofbräuhauses kaufen. Arthur, ich habe meiner Frau eine Perlenschnur gekauft!" Mensch, bist du aber ein feiner Pintel! Aus welcher Veranlassung warst du denn so splendibel. Unverständlich, sie will doch ein Auto, und du faufst Perlen?" ,, Klar, ich kann doch kein ⚫ falsches Auto auftreiben!" Ein älteres Fräulein hat die Absicht, an einem Rundflug teilzunehmen. Zuvor fragt sie aber ängstlich einen Angestellten des Flughafens: ,, Ach, tönnten Sie mir vielleicht sagen, ob man mit einem schwachen Magen auch fliegen kann?" ,, Nee, Frollein, det is bis jetzt noch nicht erfunden!" leutete die Antwort des ganz Schlauen. Mittwoch, den 21. Januar 1931. diesjährigen ersten Begegnung fnöpften die Niedershausener den erfolgreichen Bissenbergern durch unentschieden 2: 2 wieder einen Punkt ab. Am Sonntag gelang mit 4: 1 Toren Bissenberg die Revanche. Zum vierten Male freuzten Oberbiel und Burgsolms die Klingen. Mit 4: 0 und 3: 0 blieb Burgsolms zu Hause erfolgreich. Einen 1: 0- Sieg erfocht Oberbiel im Gesellschaftstref= fen auf eigenem Plaze. In Oberbiel bestätigten die Burgjolmer am Sonntag wiederum ihre derzeitige Form und schlugen durch das bessere Können ihrer Stürmerreihe mit 5: 1 Oberbiel überraschend hoch. Fußballpech hatte Holzhausen, denn der bestellte Omnibus, welcher die Sportler nach Nauborn bringen sollte, blieb bei Seilhofen im Schnee steden. Bei drei kleineren Wagen gab es Pannen und mit Verspätung landete man in Nauborn. Hier hatte der Spielleiter bereits an- und abgepiiffen. Hier wäre eine Wiederholung des Spieles am Plazze, denn man konnte ja mit etwas Verspätung noch das Spiel aus= tragen.. Weylarer Sportverein 2." Biskirchen 1. ausge fallen. Gau- Klasse 2, Gruppe 3. Ungeschlagen und ohne Verlustpunkte ist der Meister in Sp.B. Hermannstein ermittelt. Sein lettes Punktetreffen in Dutenhofen brachte einen 6: 2- Sieg. Vorspiel 14: 0. Mit der Refordtorzahl von 76:10 Toren erbrachten die H. den Beweis, daß sie im kommenden Jahre in der A- Klasse einen würdigen Vertreter präsentieren. Herzlichen Glückwunsch zur Meisterschaft. Eine Ueberraschung gab es in Nauborn. Büblinghausen, welches vor zirfa vier Wochen ein Gesellschaftsspiel gegen Nauborns 2. verlor, siegte hoch mit 1: 3 Toren über die mit zehn Mann spielenden Nauborner. Gautlasse 2, Gruppe 5. Braunfels 2. Leun 1. ausgefallen. Aus der Untergruppe Grünberg. Stangenrod Villingen 1: 7( 1: 2). Dieses Spiel nahm durch die Zuschauer gerade keinen sportlichen Verlauf. Der Schiedsrichter mußte alle Energie aufbieten, um das Treffen unter Dach und Fach zu bringen. Bald nach Anstoß gingen die Gäste durch Elfmeter in Führung; bis Halbzeit waren beide Parteien noch je einmal von Erfolg begleitet. Im großen und gangen war Villingen, das einen sehr anständigen Fußball spielte, dauernd überlegen und schoß dadurch bis Schlußpfiff noch fünf Tore. Hiermit waren die Zuschauer von Stangenrod nicht einverstanden; die Worte, die gefallen sind, unterbreite ich nur dem Gau- Vorstand. # Aus dem Dillgau. Aus Holzhausen. wela. Holzhausen 1.—- Weidelbach 1. 3: 1( 1: 1). Pünktlich begann das Spiel unter der sehr guten Leitung von Schiri Müller- Frohnhausen. Trotz des hohen Schnees gab es ein sehr flottes Spiel, bei dem W. in der ersten Halbzeit leicht überlegen spielte, aber trotzdem gelang es 5. durch eine schöne Kombination mit wuchtigem Nachschuß in der 2. Minute durch den Halbrechten ein Tor zu erzielen. Bald schien auch ein Tor für W. fällig zu sein, als der Halbr. frei vor dem Tore steht, aber mit elegantem Sprung faustet der Tormann den Ball über die Latte, Erst in der 40. Minute gelang es W., durch eine direkt verwandelte Ede den Ausgleich zu erzielen. Die 2. Halbzeit sieht dagegen H. im Vorteil und kann auch in der 52. Min. auf Flanke vom Linksaußen durch den Halbl. den Führungstreffer erzielen. W. drängt auf Ausgleich, aber die gute Abwehr von H. läßt feinen Erfolg zu. 5. fam dagegen in der 85. Minute durch seinen Linksaußen noch zu einem 3. Tor und damit auch zum verdienten Sieg. E. L. Sporthumor. Gute Lehrer: ,, Schau immer auf die glänzende Seite aller Dinge, außer beim Kauf eines Automobils aus zweiter Hand." Ein Mann bekam 2½ Jahr Zuchthaus, weil er einem anderen die Nase brach... Wir kennen Leute, die für den gleichen Vorgang... 100 000 Dollar bekamen... Es kommt eben ganz darauf an... ,, Kennen Sie den Unterschied zwischen einem Meisterfechter und einem verkappten Fußballprofi? ,, Sehr einfach! Der Fechter gewinnt, wenn er getroffen hat, und der verkappte Fußballprofi trifft, wenn er was... verdient hat!" Zwei Frauen unterhalten sich über ihre Töchter. Sagt die eine: Ihre Lotte tann Auto fahren, Tennis und Hoden spielen, ist die beste Bridgespielerin und tanzt ausgezeichnet auf allen Turnieren. Soll sie denn nicht auch einmal Kochen lernen?" ,, Ach wo," entgegnet die glückliche" Mama darauf ,,, sie wird einmal einen Mann heiraten, der früher bei den Pfadfindern war, die können doch alle vorzüglich kochen!" ,, Ein ganzes Jahr lang täglich geflogen," las man neulich irgendwo... Und wir dachten, es sei heutzutage unmöglich, jeden Tag eine neue... Anstellung zu finden. Soldatenhumor. Im Lazarett. Der neue Divisionskommandeur besichtigt auch einmal das Lazarett. Ein junger Assistenzarzt hat Dienst und führt Exzellenz durch die Räume. Ueber dem Bett eines Kriegers steht auf dem bekannten Täfelchen die Krankheitsbezeichnung:„ Lungenspitzenkatarrh". „ Gießener Zeitung" Arbeitsjubilare im Bergbau. Aus Essen wird uns geschrieben: Das außerhalb der Kohlenreviere lebende Deutschland kennt den Bergmann fast nur aus der Unfallchronit, aus Berichten über Lohnkämpfe und aus den erschütternden Darstellungen, die Feuilletonisten bei den erfreulicherweise noch seltenen großen Grubenkatastrophen in den Zeitungen und Zeitschriften veröffentlichen. Und doch sind auch hellere und frohere Seiten da. Auch der Bergmann kennt noch Bodenständigkeit mit allen ihren menschlich schönen Begleiterscheinungen, auch im Bergban gibt es noch innere Verbundenheit zwischen Arbeit und Werk, zwischen Arbeitern und Beamten, zwischen Belegschaft und Grubenleitung. Nach Berichten von Lokalzeitungen fonnten allein in der Weihnachtswoche auf den Zechen„, Ewald“,„ Hugo" und„ Graf Bismard" 109 Knappen und Beamte ihr 25jähriges Arbeits- Jubiläum begehen. Die Grubenleitungen hatten die Jubilare zu einer Feier eingeladen, bei der ihnen in Wort und Tat Auszeichnungen und Dank für ihre treue Mitarbeit zuteil wurden. Im Zusammenhang damit mag erwähnt werden, daß die Zeche ,, Ewald" insgesamt 287 Jubilare hat, die 25 Jahre und länger zu ihrer Belegschaft gehören. Da bleibt Exzellenz topfschüttelnd stehen und bemerkt: ,, Was, der Mann soll Lungenspihenkatarrh haben? Das glaube ich nie und nimmer, mein junger Freund". Der junge Freund" wischt mit angefeuchtetem Zeigefinger die Krankenbezeichnung weg und fragt:„ Was befehlen Guer Exzellenz, das dem Mann fehlen soll?" Marschrichtungspunkt! In H. stand am Rande des Ererzierplazes eine Selterwasserbude, ein beliebter Marschrichtungspunkt auf dem sonst so punktarmen Platze. Doch wehe: eines Tages war und blieb diese Bude verschwunden. Was tun? Not macht erfinderisch. Kurzentschlossen hieß es von nun an: Marschrichtungspunkt die abgerissene Selterwasserbude. Aus Nah und Fern. Inheiden. Am Sonntag abend brannten Schuppen und Scheune des Gastwirts Karl Raab bis auf die Grundmauern nieder. Die Brandursache ist noch unbekannt. Lauterbach. Der diesjährige Lauterbacher Prämienmarkt findet am 10. Juli 1930 wieder in der altherkömmlichen Weise ſtatt. Lauterbach. Städtische Ueberschüsse. Das Rechnungsjahr 1929 für die Stadtverwaltung Lauterbach hat einen sehr günstigen Abschluß, so daß sogar ein Ueberschuß von 72 000 RM. für 1930 verbleibt. Dazu kommen die günstigen Ergebnisse des städtischen Elektrizitätswertes von 20 600 RM., so daß ins Rechnungsjahr 1930 ein Rest von insgesamt 92 600 RM. übernommen werden konnte. Er bedeutet ein gutes Vorzeichen für das begonnene Jahr 1931.- Die Einführung der Bürgersteuer und Erhöhung der Biersteuer werden nicht notwendig sein. Schlitz. Bei einer hier abgehaltenen Polizeijagd auf Schwarzwild kamen zwei Sauen zur Strede. Keine Eingemeindung. Rüsselsheim. Das hier kursierende Gerücht, wonach zur Zeit wieder Verhandlungen betreffs Eingemeindung von Rüsselsheim zu Groß- Mainz im Gange seien, bestätigt sich, wie wir erfahren, nicht. Der Gemeinderat und die Stadtverwaltung haben bereits vor längerer Zeit in unzweideutiger Weise zum Ausdruck gebracht, daß eine Eingemeindung Rüsselsheim zu Groß- Mainz in absehbarer Zeit nicht im Interesse unserer Stadt liege. Rüsselsheim gehört zu den steuerlich am günstigsten ge= stellten Landgemeinden des Hessenlandes. Darmstadt. Der Rechner der Spar- und Darlehnskasse ( Raiffeisen) Nieder- Beerbach wurde festgenommen, nachdem in den Büchern größere Veruntreuungen festgestellt worden sind. Die Höhe der Unterschlagungen ist noch nicht ermittelt. Ein Lastzug im Gemeindehaus. Fulda. In der Nacht von Montag auf Dienstag rannte in einer steil abfallenden Kurve im Dorfe Neuhof bei Fulda ein aus Köln kommender schwerer Lastzug mit Anhänger infolge Glatteises gegen das Neuhöfer Gemeindehaus. Die Edfront des Hauses stürzte infolge der Wucht des Anpralles vollständig ein und begrub eine direkt hinter der Wand schlafende Frau und ein Kind unter ihren Trümmern. Beide konnten alsbald gerettet werden. Die Fahrer famen mit leichten Verletzungen davon. Wagen und Anhänger, die auf ihrer Fahrt auch einen Telegraphenmast zersplittert hatten, sind schwer beschädigt. Fulda. Aus der hiesigen Gegend liegen Meldungen von Telephonstörungen vor, die durch verunglückte Autos entstanden sind, die Telegraphenmasten umgerissen haben. Durch das Glatteis sind auf verschiedenen Streden mehrere Wagen in die Gräben gestürzt. Frankfurt a. M. In der Mordsache Kappes sind bis jetzt trotz angestrengtester Bemühungen der Polizei keine Momente ermittelt worden, die irgendwelche Spur des Täters erkennen lassen oder den Charakter des Verbrechens Mord, Totschlag, Rachealt klären. Caub. Hier stürzte ein Personenauto aus Lorsch in den Rhein. Die Insassen konnten gerettet werden. Bad Schwalbach. Der Kassenleiter Hermann hat bei der Gras- und Forstkasse Gelder unterschlagen. Verschüttetes Weinbaugelände. Koblenz, 20. Jan. In der Nähe des bekannten Weinbauortes Lieser ist am linken Moseluser durch einen Erdrutsch ein größeres Weinbaugelände verschüttet worden. Der ganze Weinbau muß neu angelegt werden. Nr. 6 Wechsel angesehenster westdeutscher Firmen im Gesamtbetrage von 1,9 Millionen Mark gefälscht worden sind und in Berlin und Leipzig in Umlauf gebracht werden sollten. Nur zwei dieser Wechsel konnten bisher beschlagnahmt werden. Von den übrigen nimmt man an, daß sie einem Berliner Notar, der von den Fälschungen nichts ahnte, zu treuen Händen übergeben worden sind. Bremerhaven. Der auf der Werft der Deschimag umge= baute Lloyddampfer ,, General von Steuben"( die frühere ,, München") wurde nach erfolgreicher Probefahrt vom Norddeutschen Lloyd wieder übernommen. London. Der 17jährige Sohn eines Goldgräbers in Lar= kinville fand, wie aus Perth( Weſtaustralien) gemeldet wird, einen Goldklumpen, der 153% Unzen schwer ist und einen Wert von 6000 Pfund Sterling hat. Es ist dies der größte Goldklumpen, der jemals in Westausstralien gefunden worden ist. Köln. Der Bankbetrüger Leon Bernard, der in Wiesbaden, Frankfurt a. M. und Koblenz Banken geschädigt hat, hat auch der Dresdner Bank in Köln zwölftausend Mark abgeschwindelt. Für 1,9 Millionen Mark Wechsel gefälscht. Die Berliner Kriminalpolizei befaßt sich, nach einer Meldung Berliner Blätter, seit einigen Wochen mit einer geheimnisvollen Wechselangelegenheit, die anscheinend die Grundlage zu einem raffinierten, großangelegten Betruge bilden sollte. Die Polizei hat festgestellt, daß nicht weniger als neunzig Was Frau Mode uns im neuen Jahr verkündet Was erhoffen wir alles vom neuen Jahr! Wie vieles soll es gut machen, wie vieles soll es bessern! Aber auch Frau Mode ist auf Gedeih und Verderb mit der wirtschaftlichen Lage verknüpft und so sehen auch die Modeschöpfer ängstlich und be= sorgt dem Kindlein in der Wiege in das noch ganz unausge sprochene Babygesichtchen und wünschen sehnlichst, daß es wachse, blühe und gedeihe. Denn was nützen die schönsten, apartesten Modelle, wenn sie niemand kauft! Aus diesen praktischen Erwägungen heraus wird das neue Jahr eine schlichte, sehr dezente Mode bringen. Die dunklen Farben werden sich für Kostüme, Mäntel und Nachmittagskleider noch halten, für den Abend sieht man schon wieder lichtere Töne, da böse Zungen behaupten, daß sich das schwarze Abendkleid bereits zur Uniform entwickelte und die Konzertsäle und Gesellschaftsabende Trauerversamm= lungen gleich zu werden drohen. Der lange Rock bleibt bestehen und die Schleppe wird zum großen Abendkleid wieder gezeigt. Eine aparte, kleidsame Neuerung ist das kleine Schößchen, das den Nachmittagskleidern eine etwas frauliche Note gibt. In Stoffen bevorzugt man Marocain und Kunstseide für das einfache, Samte und Seiden für das elegantere Kleid. Eine streng vorgeschriebene Form gibt es eigentlich, soweit man es bis jetzt beurteilen kann, nicht. Die Phantasie der Mode darf sich, besonders in bezug auf das Abendkleid, frei entfalten und man sieht ganz strenge, schlichte Formen in glatten, stumpfen Tönen, neben fließenden, glänzenden Stoffen, die in verspielten Volants und Verzierungen, Schlüpfen und Schleifen, schmückendes Beiwerk erhalten. Stilkleider behaupten sich im= mer und sind, wenn der Stil der Trägerin entspricht, auch zumeist eine angenehme Abwechselung bei Ansammlungen modischer Erzeugnisse; eine edle Unterbrechung des allzu Neuen. Alle Kleider aber, ohne Ausnahme, die am Abend getragen werden, sind ganz lang, meist am Boden aufliegend, so daß sie gerade noch die Schuhspitze heraus sehen lassen. Eine neue, malerische Nuance bilden die vielen Verzierungen, Kragen, Spitzen, Stickereien und Blumen, die der Mode etwas ausgesprochen weibliches geben. Das so plötzlich zum Liebling erhobene Samtkleid be= hauptet seinen Platz, da es dem Geschmack der heutigen Mode so sehr entgegenkommt. Das Fließende, Weiche, Anmutige des Gewebes gibt dem Nachmittag- und Abendkleid die richtige Linie und die Vereinigung Abendkleid in schwarzem, weißem oder farbigem Panne mit dem dazugehörigen Jädchen für den Nachmittag hat sich sehr bewährt und wird als praktisch und schön von jeder Frau, die Sparsamkeitssinn mit Eleganz vereint, dankbarst als Ausweg empfunden. In Mänteln und Kostümen wird die sportliche Note vorherrschen; auch die wieder sehr beliebte Bluse wird strenger werden und somit wird die Frau am Vormittag das„ Sachliche", am Nachmittag das„ Frauliche" und am Abend das„ Granddame" hafte propagieren. Hoffen wir nun, daß die Miesmacher, die heute, wenn sie nach der Mode des neuen Jahres befragt werden,, grau in grau" als führende Farbe angeben, unrecht behalten. Gerda Carstens. Neue Bücher. Bez Redaktions lendung n 44. V Der E De Es wurde schusses" lung vor d wiefen wir In gel worden, au punft für d Die Fragen Bestimmung Bizeprä 1932 ftattfin Dr. P. Mu In G einzelnen der deutsch direkte Fü Einer jung vertro Fortgang d Der Auslieferun Dem teitsbericht von 1654,9 ber 1930 be anjdhlag au Das eines Geje Im„ L Mtboli Sitle allgemeine Parteiorga veranstalter teiligen. Die Gi zur Endito Der Rüdtrittsg und seine eines neue Elyjee wer Die St tag in den Kundgebun jie vor, w Die K fcheinlich a gung der An der K Bateien te Das n bis zum 15 Lesung mit tritt jedoch Geni, wirft fich jetzt an Briand er Freilich w зи ,, Lebensfragen", die Briefe eines Philosophen seine junge Frau, beginnen in der neuesten Nummer von„ Das Heft", die Zeitschrift der Frau. Eine Reihe weiterer interessanter Aufsätze zeigt in verschiedenster Weise die Bedeutung der Frau im Berufsleben und auf geistigem Gebiet. Das neueste Heft der„ Eleganten Welt"( Verlag Dr. SelleEnsler A.-G., Berlin SW. 68) bietet einen ganz besonderen Reiz. Das gewählte Programm einer ,, Tanznummer" hat in einer wirkungsvollen Bildausstattung von großer Anmut und Lebendigkeit seinen meisterhaften Ausdruck gefunden. Verantwortlich: Paul Christian Klein in Gießen. Gelbe Raucherzähne.„ Ich benutze seit Jahren die Chlorodont 3ahnpaste und bin mit der Verwendung derselben sehr zufrieden. Trotzdem ich ein Kettenraucher bin, sind meine 3ähne stets blendend weiß Auch fehlt mir lein einziger 3ahn, sodaß ich behaupte tur " Chlorodont" erhält meine 3ähne gesund." S. Grunenberg, München. Chlorodont: 3ahnpaste 60 Pf. und 1 Mt., 3ahnbürsten, Mundwasser ( Mt. bei höchster Qualität. 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