Nr. 21 hält, sicherer und schnel des Giebelaufbaus be gefährdet ist, als menn merlegt die schöne Frau hon allerhand ungebul wohl, daß die Meisterin die Gestalt der Kundin De dadurch dann in ber gleichen und gerade nach eid und Mantel zu grei Seltung bringen? Ueber Reister, der ein und das nd bekommt, wie& B Jahr einmal gefäubert ich wohl, daß der Meister wärmerem Intereffe für auernd, durch Jahre hin Reichs- Handwerks- Woche Hraggeber, der das Sand ig an seine eigene Brust her. rtstag wird am 13. Märj seine Kunst berichtet ein esten Nummer der Zeit Beserin wird auch mit brik ,, Frau und Beruf ichland, 2% Millionen in Jeder Tag reiht diesen die Ursachen, was find e in eine hellere Zukunft Münchner Jllustrierten Klein in Gießen. ssteuerch schützt- ktoren und as beurteilt Fucke Itsbetrieb " ,,, Bäckereien" Landwirtschaftsinder" ,,, Maureren" ,,, Polstereien eien" ,,, Schmiede,, Schreinereien", nglereien", offene Modistinnen", Architekten", genturen". assebuch, ührung svorkenntforderlich Zeit sofort ohne zu zahlende sowie das Einkommen werden, erpflichtigen und en Einnahmen, ensteuerpflichtigen erfreien Ausgaben Her mit grösster acht werden. ch, welche Summen rschiedenen Unkosten enen Haushalt wurden. raktisch anerkannten r stets vorrätig. Gleßen, ge 21. Gießener Zeitung Erscheint Mittwochs und Samstags. Bezugspreis 2,40 M vierteljährlich frei ins Haus. Redaktionsschluß früh 8 Uhr. Für Aufbewahrung oder Rüdlendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. 44. Jahrg. - Bolitische Rundschau. Jm Reichstag gelangten eine Reihe sozialpolitischer Forderungen dadurch zur Annahme, daß durch das Fehlen des rechten Flügels die Sozialdemokraten und Kommunisten allein die Mehrheit auch gegen den geschlossenen Widerstand aller bürgerlichen Parteien haben. Reichstanzler Brüning empfing am Dienstagmittag im Beisein des Reichsfinanzministers Dietrich und des Reichsarbeitsministers Dr. Stegerwald die sozialdemokratischen Führer Wels, Breitscheid und Hertz zu einer Aussprache über die allgemeine politische Lage. Eine Einigung ist noch nicht erzielt worden. Die Gesetzentwürfe zum deutsch- polnischen Liquidations: ablommen und zum deutsch- polnischen Handelsvertrag wurden in der Sitzung des auswärtigen Ausschusses des polnischen Semats angenommen. Im Reichstagsausschuß für Ostfragen wurde am Dienstag das Osthilfegesetz beraten. Im Steuerausschuß des Reichstages wurde am Dienstag der kommunistische Antrag auf Aufhebung der Lohnsteuer und Erhöhung des steuerfreien Existenzminimums gegen die Stimmen der Antragsteller abgelehnt. Der Reichstagsausschuß für Liquidations: und Verdrängtenschäden nahm am Dienstag einen Ueberblid des Regierungsvertreters über Entwicklung und Stand des Entschädigungsverfahrens und der Mittel entgegen. Die thüringische Landtagsfraktion der Kommunisten hat am Dienstag den Antrag eingebracht, den Landtag aufzulösen. Dem Antrag tommt natürlich im Hinblick auf die bestehenden Schwierigkeiten innerhalb der Regierungskoalition diesmal besondere Bedeutung zu. Am fommenden Donnerstag wird in London eine Konjerenz der Flottenmächte abgehalten werden mit dem Zwede, das Schlußprotokoll des Flottenabkommens zwischen England, Frankreich und Italien fertigzustellen. In London fanden längere Besprechungen des amerikanijhen Botschafters General Dawes und bes jupunischen Buthafters Matsudeira mit Außensekretär Henderson im Hinblick auf die am fommenden Donnerstag beginnende Zusammenkunft Der fünf Flottenmächte statt. Der Petit Parisien" bestätigt die Meldung, wonach die am 24. d. Mts. in Paris beginnenden Beratungen des Orga= nisationskomitees für die Europäische Union zu einer allge= meinen Konferenz der europäischen Außenminister benutzt wer: Sen sollen. Die französische Kammer hat den Gesamthaushalt mit 193 gegen 150 Stimmen angenommen. Der Haushaltsplan schließt mit einem Ueberschuß von 11 949 785 Franken ab. Am 16. April beginnen die großen Frühjahrsmanöver der wuffischen Kriegsflotte in der Ostsee. In Belgrad explodierten im Regierungsviertel vier HölLenmaschinen. Nach der letzten Betriebszählung betrug die Zahl der Arbeitnehmer in Deutschland rund 34 Millionen gegenüber 25,1 Millionen im Jahre 1907 auf dem gleichen Raum. Wie wir hören, hat das Berliner Polizeipräsidium das Für Ostern geplante„ Reichsjugendtreffen der Kommunistischen Bartei" angesichts der augenblidlichen innerpolitischen Lage verboten. Ebenso ist es auch untersagt worden, Umzüge und Bersammlungen unter freiem Himmel vorzunehmen. Eine Erklärung ( Gießener Tageblatt) Drud und Verlag von Albin Klein in Gießen. Geschäftsstelle: Gießen, Südanlage 21. Fernsprecher Nr. 2525 und 2526. Postschedtonto Nr. 69 530 Amt Frankfurt a. M. Mittwoch, den 18. März 1931 ( Neueste Nachrichten) Anzeigenpreise: die 30 mm breite Petitzeile auswärts 24 Pfg., lokal 12 Pfg., die 90 mm breite Reflame- Petitzeile 96 Pfg. Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Bei Wiederholung Rabatt. * Für Vollklischee- Anzeigen außerdem besondere Ermäßigung. Der fommunistische Sanuskopf. Tagtäglich werden in der deutschen kommunistischen Presse Arbeiterbriefe aus Rußland veröffentlicht, in denen die angeblich vorbildlichen Zustände sowjetrussischer Betriebe und das angenehme Dasein der Arbeiter in einer oft zu ergreifenden Weise gerühmt werden. Man braucht die Wahrheit dieser Schilderungen nicht ohne weiteres anzuzweifeln, denn auch in Rußland gibt es, wie überall in der Welt, Musteranstalten und Musterbetriebe, sowie vereinzelte Menschen, denen es gut geht. Aber die Verallgemeinerung von Einzelerscheinungen ist hier noch weniger angebracht, als anderswo. Es fehlt auch nicht an Zeug nissen, die das russische Elderado wesentlich anders darstellen, als es in der deutschen kommunistischen Presse geschieht. Nach Schweizer Quellen, die aus der offiziösen„ Jswestia" schöpfen, seien im folgenden einige Aussprüche russischer Industrieführer auf der letzten Sowjetindustrietagung in Moskau mitgeteilt. Stalin erklärte auf dieser Tagung, daß alle objektiven Voraussetzungen für die Durchführung des Fünfjahresplanes gegeben seien. Auch der Genosse Pawlunowski vom Obersten Volkswirtschaftsrat meinte, daß die Fabriken das Programm hundertprozentig durchführen, aber:„ Wir bekommen nichts davon zu sehen!" Der Chef des Volkswirtschaftsrates, Ordschonikidse, sagte: ,, Wir gehen von einem Erfolg zum anderen, aber im Lande fehlt es an allem!" Und weiter:„ Warum muß in Magnetogorst, bevor dort der erste Hochofen errichtet wurde, Werden ein Sowjethaus um 5 Millionen gebaut werden? dort Arbeiter wohnen? Nein, nur Gäste! Dort wird auch eine Arbeiterkinderschule errichtet, die statt fünf schon 15 Millionen Rubel kostet!" Und weiter:„ Wir vergeuden an einer Stelle hunderte Millionen für sozialistische Städte, während an anderen Orten die Arbeiter in Erdlöchern hausen sollen!" Direktor Dotzenko klagte, daß sich in der mittleren Maschinenindustrie niemand um Aufträge und Konstruktionsprobleme fümmere. Der Lederarbeiter Jstschenkow flagte, daß in seiner Branche die Genossen das Material barbarisch behandeln und von neuen Methoden nichts hören wollen." Warum gibt es in Moskau fein Erdöl aus Batu und Grosmn" Genosse Kuikin hat Wochen gebraucht, bis er den Bau von 3isternen durchsetzte, mit denen man in Moskau nicht gerade„ prozen" kann. Wie werden schwierige Fragen erledigt? Man fämpft nicht für die Durchführung seiner Aufgabe, nimmt einen Papierbogen und richtet eine Beschwerde an die Zentrale. In der Fabrik des Genossen Kirifin liegt das Material für Nikolajewsk, dort das klärungsschrift nach wohl durchdachtem Plan durch die Handwerfs- und Gewerbekammern, Innungsausschüsse usw. direkt an die Haushaltungen verteilt wird. Mithin wird der einzelne Handwerker weder unmittelbar belastet, noch wird ihm Arbeit zugemutet, noch ist eine Doppel- oder Mehrbelieferung der Hausfrau möglich. Schließlich sei als Kuriosum vermerkt, daß alle diese hinfälligen Angriffe wohl ihren tiefsten Grund darin haben, daß die die Aufklärungsschrift herstellende Druckerei fälschlich mit einem großen Berliner Zeitungsverlag in Zusammenhang ge= bracht wird, gegen den sich wohl die Polemik eigentlich richten soll. Dieser Irrtum ist offenbar dadurch entstanden, daß ein für jenen Zeitungsverlag oft arbeitender bekannter Künstler auch die Aufklärungsbroschüre ,, Handwerk tut not!" bebildert hat. An der Reichs- Handwerks- Woche arbeiten sämtliche Handwerks und Gewerbekammern ohne Ausnahme in einer Einmütigkeit zusammen, die anderen Kreisen Vorbild sein sollte. Um so bedauerlicher ist der Versuch unbefugter Außenseiter, selbst in diese rein ideelle Sache letzten Endes aus irrigen polides Reichsverbandes des deutschen Handwerks. tischen oder aus rein sonstigen völlig undurchsichtigen Gründen Der Reichsverband des deutschen Handwerks und der DeutHandwerks- und Gewerbekammertag, die Spitzenvertretungen des deutschen Handwerks, teilen mit: Bekanntlich findet in der Woche vom 15. bis 22. März ds. Js. in ganz Deutschland die Reichs- Handwerks- Woche statt. In den letzten Tagen ist in einigen Zeitungen völlig gleichlautend ein Artikel voller Angriffe und Verdächtigungen gegen diese Beranstaltung erschienen. Um nicht den Eindrud zu erweden, als ob an den in diesem Artikel aufgestellten Behauptungen irgend etwas Wahres sei, muß folgendes festgestellt werden: Der Herr Reichspräsident von Hindenburg hat in seiner Eigenschaft als Ehrenmeister des deutschen Handwerks die Schirmherrschaft über die Reichs- Handwerks- Woche nach persönlicher Audienz und Aussprache übernommen und schriftlich bestätigt. Der unglaubliche Vorwurf, sein Name wäre ohne sein Wissen als Aushängeschild benutzt, ist damit widerlegt. Wenn weiterhin behauptet wird, die ernsthaften Kreise des deutschen Handwerks" hätten die Beteiligung abgelehnt. so genügt wohl der Hinweis, daß der Reichsverband des deutschen Handwerks und der Deutsche Handwerks- und GewerbeJammertag auf Grund einstimmigen Beschlusses die alleinigen Träger und Organisatoren dieser großzügigen Aufklärungsaktion sind! Ferner wird in dem Artikel eine primitive und törichte Art der Verteilung der offiziellen Aufklärungsbroschüre„, Handwerf tut not!" unterstellt. Hierzu sei bemerkt, daß diese AufMiztöne und Uneinigkeit hineinzutragen. Der Zuschußbedarf der öffentlichen Verwaltung. Zu der Reichsfinanzstatistik für das Rechnungsjahr 1928/29 werden nunmehr die vorläufigen Ergebnisse über den Zuschußbedarf der öffentlichen Verwaltung( Reich, Länder, Gemeinden und Gemeindeverbände) bekannt gegeben. Unter Zuschußbedarf wird hierbei der Teil des Finanzbedarfs( Bruttoausgaben ohne Doppelzählungen) verstanden, der nach Abzug der speziellen Deckungsmittel( Gebühren, Beiträge, Schuldenaufnahme usw.) verbleibt und durch die allgemeinen Deckungsmittel( Steuern, Zölle und Erträge des Erwerbsvermögens) seine Deckung findet. Der Gesamtzuschußbedarf der öffentlichen Verwaltung im Deutschen Reich( Reich, Länder, Gemeinden 11. Gemeindeverbände) beträgt für das Rechnungsjahr 1928/29 rund 17 Milliarden Reichsmark. Gegenüber dem Vorjahr ist somit ein Mehrbedarf von nahezu 2 Milliarden RM. oder 13,2 v. H. vorhanden. Im einzelnen gibt nachstehende Tabelle Auskunft über die Entwicklung seit 1925/26: Gesamt: zuschußbedarf Medmungsiabr 1925/26 1926/27 1927/28 1928/29 in Will. A.M II 11 728,3 13 628,6 14.979,4 16 958,2 Eteigerung gegenüber dem Borjabr in v.. in Mill. AM I 900,3 16,2 1,350,8 9,9 I 978,8 13,2 Nummer 22 Material für Kiritin, aber niemand hat das Recht, das Material zu tauschen. Genosse Mischkow berichtet, der Hochosen Nr. 5 in Makajewka sei längst fertig, aber die Versorgung fehle, weshalb der Ofen noch ein halbes Jahr unbenützt bleiben müsse. Zehntausende Traktoren seien da, sagte Genosse Weinzweig, aber die Ersatzteile seien vergessen. Jeder verlange mehr Material, als er verwenden könne und erhöhe damit die Unsicherheit des Planes. Direktor Eisenstadt erzählt, auch die Bekleidungsindustrie wolle in den Erzeugungsergebnissen nicht zurückbleiben; sie verfertige Anzüge, die nur Zwergen passen, denn es sei gleichgültig, was das Publikum sage, falls man nur zur vorgeschriebenen Zeit fertig sei und ein 100prozentiges Resultat in die Bücher eintragen könne. Ortschonikize nannte unter höhnischem Grinsen der Direktoren solche Methoden begreiflicherweise einen ,, Betrug am proletarischen Staat" Potemkinsche Dörfer? Wir wollen in unserem Urteil noch nicht so weit gehen, denn es gibt heute überall Mißstände, auch in Deutschland. Aber keinesfalls geht es an, den deutschen Arbeitern die Lage in Sowjetrußland als paradiesisch zu schildern und gleichzeitig alles, was die deutsche Republic unter unoder gar geheuren Schwierigkeiten aufbaut, zu verkleinern mit gehässigen Anwürfen zu bedecken. Einstweilen ist es doch noch sehr zweifelhaft, ob der russische Fünfjahresplan zum Erfolg führen wird. Der französische Finanzfachmann Parmentier und der amerikanische Journalist Fisher, die beide vor einigen Monaten sich in Rußland umgesehen haben, rechnen zwar mit dem Gelingen des Stalinschen Wirtschaftssystems, aber andere Wirtschaftskenner sind nach wie vor skeptisch und warnen eindringlich vor einer Ueberschätzung der russischen Versuche. Jm= merhin wird man auch in Deutschland gut tun, die wirtschaftlichen Anstrengungen des Sowjetstaates sorgfältig zu beobachten und sich rechtzeitig auf einen tommunistischen Wirtschaftsfrieg vorzubereiten, der kommen müßte, wenn der von Stalin erhoffte Sieg seines Planes tatsächlich eintreten sollte. Bis dahin dürfte aber noch viel Wasser die Wolga und den Rhein hinunterlaufen, und darum ist es angezeigt, in Ruhe die Entwiatung oet Vinge abzuwarten. Sujone on wen pou jetrussischen Musterbetrieben gewähren noch lange keine Seligkeit, und für die Behauptung, daß das kommunistische Wirtschaftssystem besser als das westeuropäische die gegenwärtige Weltkrise zu überwinden vermöge, fehlt es bisher an jedem Beweis. Somit ist seit dem ersten Berichtsjahr 1925/26 der Gesamtzuschußbedarf der öffentlichen Verwaltung um rund 5% Milliarden RM. oder 44,6% gestiegen. Die Steigerung der allgemeinen Deckungsmittel läuft nicht parallel zur Entwicklung des gesamten Zuschußbedarfs, sondern bleibt im letzten Berichtsjahr( 1928/29) gegenüber dem Vorjahr erheblich hinter dessen Zunahme zurück. Ueber die Entwicklung im einzelnen gibt nachstehende Tabelle Ausfunft: Rechnungs jahr 1925/26 1926/27 1927/28 1928/29 Ueberschüsse des Erwerbs vermögens 568,8 Steuern 11. Zölle 10 578,1 II 675,3 I 121,3 13 544,2 I 351,6 14 282,1 I 415,3 Allgemeine Dedungsmittel insg. in Mill. RM II 146,9 Steigerung gegenüber dem Vorjahr in Mill. RM in v. H. 12 796,6 1 649,7+14,8 14 895,8 2 099,2+16,4 801,6+5,4 15 697,4 Der Zuschußbedarf der Gemeinden mit mehr als10 000 Einwohnern betrug in den einzelnen Jahren: 1925/26 2,337 Milliarden RM. 1926/27 2,710 " " 1927/28 2,925 " 1 " 1928/29 3,220 " Umgerechnet auf den Kopf der Bevölkerung stieg der Zuschußbedarf in den angegebenen Jahren von 84,98 RM. im Jahre 1925/26 auf 98,10 RM. im Jahre 1926/27, um für 1927/28 bezw. 1928/29 den Betrag von 105,39 RM. bezw. 115,05 RM. zu erreichen. Die letzte Ziffer bedeutet gegenüber dem Stand im Jahre 1925/26 eine Steigerung von 35,4%. An dem Zuschußbedarf nimmt das Wohlfahrtswesen der Gemeinden den größten Anteil für sich in Anspruch. Allein in den Jahren 1927/28 zu 1928/29 stiegen die Ausgaben für Wohlfahrtswesen ohne Erwerbslosenfürsorge um 158 Millionen RM. Die Ursache für diese große Aufwärtsbewegung ist in erster Linie die wachsende Zahl der Wohlfahrtserwerbslosen, deren Unterstüßung den Gemeinden und GemeindeverRH. bänden in vollem Umfang obliegt. Schiffstatastrophe. Newyork, 17. 3. Wie aus St. Johns in Neufundland gemeldet wird, hat sich ein schweres Schiffsunglück in der Nähe der Horse- Insel an der Nordküste von Neufundland ereignet. Der Robbendampfer Wiking" mit einer Bejagung von 138 Mann und sechs Filmoperateuren an Bord flog infolge einer Explosion in die Luft, wobei 20 Personen getötet und etwa 50 verlezi wurden. Mittwoch, den 18. März 1931. Lokales. handwerk tut not! Fördert das Handwerk! Unvorsichtige Eltern. „ Gießener Zeitung" Nr. 22. Von besonderer Bedeutung für Oberhessen ist weiter, daß die bisherigen beschleunigt geführten Personenzüge 769-770 Frankfurt Hamburg und zurüd in zuschlagspflichtige Eilzüge E 71-72 umgewandelt werden. Zur Entlastung von E 71-72 dient an Sonn- und Feiertagen ein beschleunigt geführtes Zugpaar 769-770, Frankfurt- 5. ab 8.10, Gießen an 9.36, Gießen ab 21.6, Frankfurt- 5. an 22.35. nen, diesen Originalnamen zuzulassen, wurde belehrend mitgeteilt, daß Namen wie„ Bolschewika" oder„ Stahlhelmine" bereits früher ihre Genehmigung gefunden hätten. Wir wollen hier von der geschmadlichen Seite der Sache absehen, über Geschmäder läßt sich bekanntlich nicht streiten. Wohl aber wird man im Interesse der Kinder Verständnis für die Forderung erwarten dürfen, daß Namen, die ein Leben begleiten sollen, nicht von Persönlichkeiten oder Ereignissen angeregt werden sollen, die noch im grellen Licht des Tages stehen und von denen keiner heute sagen kann, ob sie morgen noch leuchten oder bereits ins Dunkel des Bergessens versunken sein werden. Schon einmal stieg Hitlers Stern auf, schon einmal erlosch er jäh. Wenn auch von seinen unentwegten Jüngern mit dem Namen ihres Meisters fritiklos Gözzendienst getrieben wird, so sollte doch niemand vergessen, daß die Geschichte nur unbarm= herzige Wertmaßstäbe kennt. Eine Bewegung aufzuziehen, mit allen Trommeln der Reklame zu wirbeln, gibt noch keine Anwartschaft auf Unsterblichkeit. Angeregt durch schrullige Namensgebung, wird man den Uebereifrigen warnend zurufen dürfen: Wartet erst ab, ob von Hitler noch gesprochen werden wird, wenn die stilleren Führer durch die heutige Notzeit noch in dankbarer Erinnerung als ihre Ueberwinder fortleben. Zu den Jugenderinnerungen, die im Laufe der Lebensjahrzehnte am wenigsten verblassen, gehören sicher auch die kleinen Erlebnisse, wo unsere kindliche Empfindlichkeit sich an irgend etwas stieß, was der Erwachsene überhaupt nicht wahrgenommen hätte. Wer denkt dabei nicht an irgend ein schrulliges Geschenk von Onkel oder Tante, das man ehrenhalber tragen mußte und das die spöttischen Fragen der Mitschüler herausforderte? Oder vergißt man etwa das Gelächter, das der arme Müller II jedesmal über sich heraufbeschwor, wenn er bekennen mußte, daß ihm bei der Taufe hochtrabende Vornamen, wie Alexander, Cäsar, beschert worden waren? Alexander und Oberhessen im neuen Fahrplan. Dem dringenden Wunsch der Anlieger der Strede GießenFulda nach Wiedereinführung eines Eilzugspaares ist leider wiederum nicht entsprochen worden. Der Fahrplan der oberhessischen Nebenbahnen bleibt im wesentlichen unverändert, ob wohl auch hier auf der einen oder anderen Strede eine Ausfüllung der zum Teil übergroßen Zuglüden wünschenswert wäre. Achtung! Falsche Zweimarkstüde! Mittwoch, den Fran Der erste Fu von der deutschen mit fieberhafter Stadion von Cold außerfter Spannun Hebertragung) per migen Zeugnis fra Fußballereignis in ade, aber es war m in Paris foldje M denfchaftliche Antei Schon eine St Blak schwarz von Personen fonnten einem vergeblidhen ziehen. Auf der G deutschen Botschaft iden Botschaft, der in seiner Jugend den Präsidenten de fizenden des Fran andere. Zu Beginn dieses Jahres ging eine große Falschgeldwelle durch Deutschland, die neuerdings etwas im Abebben begriffen es neuerdings nun möglich gewesen, eine ganze Reihe von Münzverbrechern ausfindig zu machen, die Leute zu verhaften und in verschiedenen Fällen auch die Werkstätten zu ermitteln. Es konnten insgesamt nicht weniger als 31 Personen wegen Münzverbrechens und Vertriebs von Falschgeld festgenommen werden. Die festgestellten Falschstücke sind hauptsächlich im Gußverfahren hergestellt worden. Ein Teil der Fälscher ist bereits zu empfindlichen Strafen verurteilt worden. Gegen viele andere Personen schweben bei den verschiedensten Staatsanwaltschaften Westdeutschlands noch die entsprechenden Verfahren. Auch in diesem Jahre sind der Reichsbahndirektion Frankfurt in gemeinsamen Vorstellungen der maßgebenden Stellen einschließlich der Verwaltungsbehörden und der Industrie- und Handelskammern eine Reihe von Fahrplanwünschen für Oberhessen unterbreitet worden, deren Erfüllung leider noch aussteht. So war der Wunsch geäußert worden, den beschleunigt geführten Zug 720, Bad Nauheim ab 6.57, Friedberg ab 7.04, Frankfurt- 5. an 7.51 bereits ab Gießen zu führen, welcher Wunsch leider unerfüllt bleibt; in der umgekehrten Richtung wird ohne Neuleistung durch Fortsetzung des Zuges 781( bisheriger 721), Frankfurt- H. ab 18.10, Friedberg ab 18.57, Bad Nauheim ab 19.04, statt des nunmehr in Bad Nauheim endenden Zuges 721( bisheriger 781) Frankfurt- H. ab 17.25 mit Salten auf allen Zwischenstationen die unmittelbare allerdings ab Bad Nauheim sämtliche Stationen bedienende Verbindung mit Gießen hergestellt. Cäsar waren immerhin verehrungswürdige Unsterbliche, aber wer weiß, was in der Seele des armen kleinen Müller vor sich ging, der besser als seine pathetisch veranlagten Vornamensgeber den peinlichen Gegensatz empfand zwischen den beiden Vorstellungswelten des r- beliebigen Müller und der antiken Imperatoren. Wer weiß, ob diese dauernde Angst, wieder einmal dem Gelächier der Schulkameraden preisgegeben zu sein, nicht einen sehr unheilvollen Einfluß auf die seelische Entwick lung des Knaben ausübte und ihm den Weg bis zur Mannesreife, in der man Nebensächlichkeiten wie Art oder Unart des Vornamens nicht mehr tragisch nimmt, unnötig erschwerte? Wie viel schlimmer aber liegt der Fall noch, wenn Eltern in modischer Ueberschätzung von Zeitgrößen gewaltsame Namensschöpfungen vornehmen, die ihren Kindern, deren fünftige Einstellung zu den in ihren Vornamen symbolisierten tagesgeschichtFragen Begriffen pre ja man aynen tonnen, ais biergewiure fur ihr ganzes Leben und vor allem für ihre Jugend anhängen. In unserer Gegend sind gegenwärtig falsche Zweimarkstüde, die ebenfalls im Gußverfahren hergestellt werden, im Umlauf. ist. Besonders wurden in Westdeutschland erhebliche Mengen von Falschgeldstücken aller Sorten in den Verkehr gebracht, ohne daß es zunächst gelang, auch nur einen Hinweis für die Werkstätten selbst ausfindig zu machen. Dem einmütigen Zusam menarbeiten der verschiedenen Landeskriminalverwaltungen ist * Evangelische Kirche. Die Rechnung der Evangelischen Gesamtgemeinde für 1929 liegt bis zum 25. März( ausschließt. des 22. März) in der Zeit von 8 bis 12 Uhr im Amtszimmer des Pfarrers Bechtolsheimer zur Einsicht offen. Von Bedeutung für die Main- Weser- Bahn ist es, daß ein bereits in früheren Jahren erörterter Plan im neuen Fahrplan zur Durchführung gelangt in Gestalt der Ausdehnung der bisher auf der Strede Kassel- Hannover beschränkten Eilzüge E 69-70 auf die Strede Frankfurt- Oberhessen- Kassel. E 69 wird für die Folge Frankfurt- 5. 15.45 verlassen, um nach Halten in Frankfurt- West( nur zum Zuſteigen) und VilbelNord 16.07, Friedberg 16.24, Bad Nauheim 16.32, Butzbach | 16.44 zu verlassen und über Gießen, an 17.04, ab 17.07, nach) Kassel Hannover weiter zu fahren. Dieser Zug füllt auf der oberhessischen Strede in günstiger Weise eine Lücke zwischen dem beschleunigt geführten Personenzug 375 und D 275 aus; in der umgekehrten Richtung fällt E 70 auf der oberhessischen Strede leider mit der Lage des D 276 eng zusammen. E 70 verläßt, aus Hannover- Kassel kommend, Gießen kurz nach D 276 13.16. um nach Salten in Bukbach 13.37. Bad Nauheim 13.49, Friedberg 13.58, Vilbel 14.14, 14.31, in Frankfurt- H. anzukommen. Neuleistungen stellen die Züge E 69-70 auf der Strede Frankfurt- Oberhessen- Kassel insofern nicht dar, als die in den letzten Sommerabschnitten über die Main- Weser- Bahn gefahrenen vorzüglichen FD- 3üge Frankfurt- Hamburg und Bremen, im neuen Fahrplan ausfallen werden. Es wurde dieser Tage aus Hilden gemeldet, daß ein nationalsozialistischer Vater seiner Tochter den Vornamen Hitle= rife" ins Standesregister eintragen ließ. Und den Zweiflern, die meinien, der Standesbeamte hätte sich weigern fönEin stiller Held Schluß. Aus dem Glückstaumel, in dem er sich befand, riß ihn schon am andern Morgen Marias Ontel. der in aller Frühe zu ihm fam und ihm über sein Betragen die bittersten Vorwürfe machte. ,, Sie haben nichts und Maria hat nichts!" rief er aus, ,, wo soll das also hinaus? Wollen Sie auf einander warten, bis Sie nach vielleicht 20 Jahren im günstigsten Falle Hauptmann werden? Denn viel früher wird es bei dem miserablen Avancement ja doch nichts werden." An die Zukunft hatte der Leutnant bis jetzt noch gar nicht gedacht, glüdlich im Genuß des Augenblickes; erst die Worte des väterlichen Vorgesetzten mahnten ihn daran. Aber wenn sie ihn auch ernster stimmten, so schüchterten sie ihn doch nicht ein. Sie seien beide jung meinte er, fie tönnten warten, bis sie sich ihr eigenes Nest bauen tönnten. Der Major schüttelte den Kopf zu dieser Hoffnungsfreudigkeit und kündigte ihm an, daß Maria noch am gleichen Tage zu ihren Eltern abreisen müsse, da eine Verlobung ohne deren Willen nicht angängig sei und ein weiteres Zusammentref= sen der beiden, ehe diese erfolgt, vermieden werden müsse Nur durch vieles, inständiges Bitten war er zu bewegen, den Liebenden noch eine Zusammenfunst in Gegenwart seiner Frau zu geſtatten. Sie schwuren sich unverbrüchliche Treue und tauschten fleine Andenken aus; dann kam der Wagen der Maria fortführte und ihr Bräutigam, denn als solcher betrachtete er sich, blieb allein zurüd * Aus dem Stadttheater. Bei gewöhnlichen Preisen wird heute, Mittwoch abend ,,, Feurio", ein Lustspiel von Bernhard Blume, gegeben. * Deutsche Volksspende für Goethes Geburtsstätte. Am 22. März d. J. der 99. Wiederkehr von Goethes Todestag wird durch den Rundfunk in ganz Deutschland zu einer öffentlichen Sammlung aufgerufen, die den Namen ,, Deutsche Vollsspende für Goethes Geburtsstätte" trägt. Die Sammlung ist in allen deutschen Ländern zugelassen. Sie untersteht in Sel sen der Aufsicht des Ministeriums für Kultus und Bildungswesen. Die Unsicherheit der wirtschaftlichen Verhältnisse bilden ein schweres Hemmnis für die Sammlung, man hofft aber, daß trotz aller Not der Zeit in weiten Schichten der Bevölkerung anerkannt wird, daß es eine Ehrenpflicht des deutschen Volkes ist, übers Jahr des Dichters an seinem hundertsten Todestag in würdiger Weise zu gedenken. Geburtshaus und Sammlungen sollen bis dahin zusammengefakt sein zum Frankfurter Goathe museum als Nationaldenkmal des deutschen Geistes. Der hef sische Minister des Innern hat, damit eine wahre Volksspende zustandekommt, eine allgemeine Haussammlung genehmigt. Mit der Erhebung der Spenden werden in den einzelnen Gemeinden die Schulen betraut. Die Sammlungen werden nach Beginn des neuen Schuljahres eingeleitet. über, war sie für ihn stets sanft und freundlich und wie sie ihm auf dem Balle die besten Tänze aufhob wußte sie es so einzurichten, daß er in Gesellschaften stets ihr Tischnachbar wurde. Wenn er auch anfangs gleichgültig dagegen blieb, so schmeichelte es ihm doch auf die Dauer. Seine älteren Kameraden ließen nicht ab, ihm zuzureden, er solle das Glück, das ihm hier ge= boten werde, ergreifen, und endlich beschloß er, den entscheidenden Schritt zu tun und um die Hand des Mädchens anzuhalten. Im Hause ihrer Eltern war es die ein kleines Privatkonzert gaben, zu dem die besten Künstler der Stadt erschienen waren. Während alle im Saale versammelt waren, führte er die Tochter des Hauses in den Wintergarten, um hier in lauschiger Einsamkeit sich ihr zu erklären Šie ahnte seine Absicht, befangen blickte sie zu Boden, ihre Wangen röteten sich; seine Augen waren entzüdi von dem lieblichen Bilde das sie in ihrer Verwirrung bot und schon öffnete er den Mund zu der Bitte, deren Gewährung ihm gewiß war. Da tlang es aus dem Saal herüber, laut und klar, wie mahnend:„ Dein ist mein Herz und soll es ewig bleiben!" Nun begann eine böse Zeit für ihn. Der Major beschied ihn nach einigen Tagen zu sich, um ihm mitzuteilen, daß Marias Eltern außer sich wären und ihre Einwilligung zu der aussichtslosen Verlobung verweigerten. Im gleichen Sinne sprach sich ein Brief seiner Eltern, denen er von den Vorkommnissen sofort Mitteilung gemacht hatte aus und jeder Brief spann dasselbe Thema fort. Er blieb fest, glüdlich, wenn ihm die Majorin, die einzige, die mit dem jungen Paare sympathisierte, hier und da einen Gruß von der Geliebten bestellte Durch sie erfuhr er aud, daß Maria, allen Versuchen, das Band zu lösen fest Widerstand leiste Er selber zog sich vom geselligen Leben so viel als möglich zurüd; fonnte er fröhlich sein, wenn ihm die eine fehlte, der er Treue geschworen Das zweite Jahr, seit er Maria Lauer fennen gelernt, ging zur Neige; da erhielt der Leutnant einen Brief von ihr. Er wagte es taum, ihn zu erbrechen. Sie habe eingesehen schrieb seine Braut, daß es nur zu seinem Unalüd sei, wenn sie ihn weiter nod beim Wort halten wolle Sie gebe es ihm daher Er sprang ouf Erstaunt jah das Mädchen zu ihm empor Was ist Ihnen Herr Leutnant?" Mir? Nichts, gnädiges Fräulein, nur das Lied- ,, Das Lied? Die Elsa Wiborg singt, unsere Primadonna. Haben Sie sie vorhin nicht gesehen?" ,, Gewiß ja; ich besinne mich jetzt. Wollen wir uns es nicht aus der Nähe anhören?" Wie Sie wünschen, Herr Leutnant." Verletz stand fie auf, ein herber 3ug umspielte ihren Mund, sie nahm seinen Arm nur bis zur Saaltür und ließ ihn dort jofort los Arndt blieb nur kurze Zeit noch in der Gesellschaft und empfahl sich dann, Kopfschmerzen vorschützend. Er verbrachte eine schlafiose Nacht. Das Lied hatte ihm die Vergangenheit wieder ins Gedächtnis gerufen, er wußte jetzt, daß seine Liebe zu Maria Lauer die gleiche geblieben war. zurüd; er sei ungebunden und ihr einziger Wunsch, daß er nun das Glück jinden möge, das sie ihm nicht habe bieten tönnen. Arndt traute seinen Augen nicht, er las den Brief wieder und wieder und ein unsäglicher Groll gegen das Mädchen, das er so sehr geliebt, erfüllte seine Bruit. Er ahnte ja nicht wie die Eltern ihr zugesetzt und welche Qualen die Aermste erduldet, bis sie den Brief geschrieben Er stürzte sich in den Strudel der Vergriigungen und tat es den leichtsinnigsten seiner Kameraden an tollen Streichen zuvor Bald war teine Gesellschaft, kein Ball meh ohne ihn denkbar und die jungen Damen zeichneten den flotten Offizier in jeder Weise aus Besonders war eine unter ihnen, die Tochter des reichsten Kaufmanns der Stadt. die fich teine Mühe gab, den tiefen Eindrud zu verbellen den er auf fie gemet hatte. Hochfahrend und stolz allen anderen gegenAls der englisc Ball freigab, trate Deutschland: Sein einziger, jüngerer Bruder hatte sich in seiner Ver trauensstellung in einem Bankhause eine Unregelmäßigkeit zuschulden kommen lassen. Der unglückliche Arndt opferte seine Kaution und verpflichtete sich, den Restbetrag von etwa 20 000 Mark nach und nach von seinem Gehalte abzutragen Weitere zwei Jahre gingen in stiller Entsagung dahin. Da brach der Weltkrieg aus. Arndt rückte als Hauptmann ins Feld. Es war ein schwerer Abschied, den die Verlobten nahmen, als sein Regiment an die Grenze geworfen wurde; ahnte man doch überall, daß dieser Kampf furchtbare Opfer fosten würde und mußte doch jeder, der als Streiter mit hinauszog. gewärtig sein, daß er nicht heimkehren würde. Aber an Marias Bräutigam ging der Todesengel vorüber. In einem der ersten Gefechte wurde er leicht am Kopfe verwundet, fonnte aber bald wieder zu seiner Truppe zurüdfehren und mit ihr den ganzen Feldzug durch tämpfen. Er legte sich die größten Entbehrungen auf Gegen Kriegsende war die Schuld aetilgt Arndt fehrte als Major aus dem Felde zurück und kein Hindernis stand mehr ihrer endlichen Vereinigung im Wege. Wieder ging ein Jahr dahin, da starb Marias Vater und die Mutter zog mit der Tochter in die Stadt, in der Arndt in Garniso stand. Hatte er seine Neigung bisher schweigend mit sich herumgetragen, nun, da er die Geliebte wieder sah und häufig mit ihr zusammentraj vermochte er's nicht länger. Er schrieb an ihre Mutter und bat um Marias Hand. Die alleinstehende Frau willigte ein, seine Eltern, die vergebens gehofft hatten, er werde sich einer andern zuwenden, machten gute Miene zum bösen Spiel und die Verlobung wurde veröffentlicht. Die Brauileute waren nicht mehr dieselben, die sie vor vier Jahren gewesen waren, der Ernst des Lebens hatte sie berührt ihr Lachen war jeltener geworden. sie blidten nicht mehr so sorgenfrei in die Welt. Und doch waren sie glücklich, Maria nicht minder als ihr Bräutigam denn auch sie hatte nie aufgehört, ihn zu lieben und nur der Zwang, den der Vater auf sie ausgeübt hatte sie vermocht, jenen Brief zu schreiben, der sie fast für immer getrennt hätte. ( Eintracht Münzenberg ( Alemannia Aa Bergmeier Har ( M. 60)( Mi. 60 Langiller Von der üblichen Kriegstrauung hatten sowohl er als auch seine Braut Abstand genommen. Ihre Meinung war: einem freien und unbelasteten Herzen wollen wir vor Gottes Altar treten". Lau Hornus Ma Frankreich: Beiden Manni Beginn an. Die deutschen Tor einig von der deutschen S gerieten dann abw hüter gute Arbeit. diger Verjager ben car, der beste Man mit hohen Vorlage des Spieles. Mü ihn aber anjdjein an dem überraschte Tot. Das Spiel Minute. Nun wu Sprunges noch gef Leinberger glatt i Mannschaft zeigten das waren Krep i Hoffmann Bon jehr gut. Die erste lich gemacht. Har 30. Minute schied ridte Bergmaler Bezirksspiele: Erge Fortuna Di Borussia Fu Städteipiel Sport Rajjo BiB. Gieße Alsfeld Wallqu Buzbach BV 06 Kai Seffen Preu Corbach Großen- Bused Niedergirmes Frankenberg Offdilln Rodenberg 1 Nauborn Daubringen VfB Gießen Gilingshause Tiefenbach 1 Grünberg Mit Laubach 2. Geilshausen Jubelnd empfing ihn Maria, als er nach Erledigung der notwendigsten Geschäfte sie in ihrer Wohnung aufsuchte. War doch nun das Ende der langen Prüfungszeit gekommen wenig Wochen noch und sie war seine Frau Es war ein glüdlicher Tag, den sie zusammen verlebten, da er inzwischen den Posten als Vorsteher eines Versorgungsamtes erhalten hatte. Alle Bitterfeit der langen Jahre war vergessen, das nahe Glück machte sie wieder jung. Aber, was der Oheim vorausgejagt, traf ein; sie mußten warten lange Jahre warten, denn das Avancement war ein gar langjames. Und immer ernster wurden Marias Augen, ein Ausdruck banger Sehnsucht trat in sie den sie früher nicht gefannt und des Bräutigams Haare begannen sich an den Schläfen mi leichten Grau zu färben. Es wurde 1912 Nun schien ihnen endlich das Glück zu lächeln. Durch eine unerwartete Erbchaft wurde Arndt in die Lage verjekt, die erforderliche Kaution zu stellen Ueberglüdlich ward olles zur Hochzeit vorbereitet. Da traf ibn wie ein Blitz aus heiterem Himmel ein Telegramm feiner Eltern, das ihn nach Hause rief. ., Sing mir noch einmal unser Lied," sagte der Major zu jeiner Braut, als die Mutter endlich zum Abschiednehmen drängte, und sie setzte sich ans Klavier und sang., Dein ist mein Herz!" Und als er die Treppe hinunter gegangen war und vor der Haustüre noch einmal sich umwandte, da öffnete sie das Fenster und jubelte ihm nach auf die nächtliche Straße: Dein ist mein Herz!" Kind willst du vom Fenster fort," rief die besorgte Mutter. Du bist erhitzt und draußen geht ein böser falter Nordost" Maria lachte, aber sie schauderte doch ein wenig zu sammen, als sie das Fenster schloß, der Wind hette sie mit eisigem Suche angeweht. Am nächsten Morgen fonnte sie ihr Lager nicht verlassen und an dem Tage, an welchem das Aufgebot hätte stattfinden sollen, trug man sie auf den Friedhof Der alte Mann fährt sich mit der Hand über die Augen, in denen ein paar flare Tropfen stehen Das sind nun 12 Jahre her und 35 Jahre, da er ihre Stimme zum ersten Male hörte, eine lange, lange Zeit; aber er hat seine tote Liebe nicht ver gessen. sein Herz ist ihr treu geblieben, und seit er seinen Abschied genommen, lebt er ganz der Erinnerung an sie Von der Stadt herüber trägt der Wind den Schall der Gloden zum Friedhof, der weckt den Major aus seiner Versun fenheit Langjam richtet er sich auf, wirst no einen Blid auf das Kreuz und den Hügel und geht dann durch den hellen Sonnenschein auf den Wegen die si jekt mit wie er gekommen, Friedhofsbesuchern füllen, dem Ausgange zu, in die Stadt zurüd. Run find sie auf immer vereint. Er war ein echt deutscher Held. Tren bis in den Tod! 1900 Gießen Hermannstein Schwalbach Ettingshausen Tiefenbad 2. 1900 Gießen Nidda 1. Jgo Leun Jgd. 1900 Gießen VfB. Gießen Frankenberg Kirchhain Langenstein Mornshausen Colbe 1.Damm - L Cölbe 2. MellnauErdhausen 2. Garnau 2, Germania Ma Donsbach Niederweidba Allendorf Langenaubach Mertenbach Donsbach Ja Ein dentbar id ein Sieg der Gaite Nr. 22 Oberhessen ist weiter, de en Personenzüge 709-77 zuschlagspflichtige Eilzig Entlastung von E 71-7 beschleunigt geführtes 3 Gießen an 9.36, Gießen al lieger der Strede Gießens Eilzugspaares ist leide Der Fahrplan der ober fentlichen unverändert, ob anderen Strede eine Aus Zuglüden wünschenswert veimarlitüde! eine große Falschgeldwelle twas im Abebben begriffen en, eine ganze Reihe von en, die Leute zu verhaften e Werkstätten zu ermitteln. er als 31 Personen wegen on Falschgeld festgenommen füde sind hauptsächlich im Ein Teil der Fälscher ist verurteilt worden. Gegen den verschiedensten Staats och die entsprechenden Ver ärtig falsche Zweimarſtüde, gestellt werden, im Umlauf tschland erhebliche Mengen ■ den Verkehr gebracht, ohne nen Hinweis für die Werk Dem einmütigen Zufam Destriminalverwaltungen ist Rechnung der Evangelischen zum 25. März( ausschließl is 12 Uhr im Amtszimmer Einsicht offen. gewöhnlichen Preisen wird -in Lustspiel von Bernhard vethes Geburtsstätte, Am I von Goethes Todestag Deutschland zu einer öffent n Namen„, Deutsche Volls trägt. Die Sammlung i en. Sie untersteht in 5e Für Kultus und Bildungs tlichen Verhältnisse bilden lung, man hofft aber, da Schichten der Bevölkerung licht des deutschen Belles em hundertsten Todestag tshaus und Sammlungen zum Frankfurter Goethe eutschen Geistes. Der it eine wahre Boltsipende Saussammlung genehmigt erden in den einzelnen Ge Sammlungen werden na geleitet. hatte sich in seiner Ve eine Unregelmäßigkeit z dliche Arndt opferte feine Restbetrag von etwa 20 000 ehalte abzutragen Weiten gung dahin. Da brach der uptmann ins Feld. Es war bten nahmen, als sein Regi De; ahnie man dod überall tosten würde und mußte dod 30g, gewärtig sein, daß et Marias Brautigam ging det Der ersten Gefechte wurde et aber bald wieder zu seiner r den ganzen Feldzug durch Entbehrungen auf Gegen Arndt fehrte als Major dernis stand mehr ihrer end ig hatten sowohl er als aud Ihre Meinung war: Mi erzen wollen wir vor Gottes als er nach Erledigung der er Wohnung aufjudhte. Wat üfungszeit gefommen wenig au Es war ein glüdlicher da er inzwischen den Bosten ntes erhalten hatte. Alle vergessen, das nahe Glüd Lied," sagte der Major Endlich zum Abschiednehmen ier und fang. ,, Dein ist mein I gegangen war und vor der te, da öffnete fie das Fenfte liche Straße: Dein ijt meis fter fort," rief die beforgie ßen geht ein böler taller chauderte doch ein wenig au er Wind hatte sie mit eifigen Morgen fonnte sie ihr Lager an welchem das Aufgeba ie auf den Friedhof Der Hand über die Augen, in en Das find nun 12 John ime zum erilen Male hörte, at seine tote Liebe nicht ver en, und seit er feinen Abjchied rung an fie der Wind den Schall det Major aus seiner Veriun , wirft no einen Blid e t dann wie er gefomme Den Wegen die fih jekt mit ange zu, in die Stadt jurid Er war ein echt deutide Mittwoch, den 18. März 1931. „ Gießener Zeitung" Turnen, Sport und Frankreich- Deutschland 1: 0( 1: 0) Frankreich, Der erste Fußball- Länderkampf Deutschland von der deutschen und französischen Oeffentlichkeit seit Wochen mit fieberhafter Ungeduld erwartet, von 55 000 Menschen im Stadion von Colombes, von Millionen Ohren am Radio mit äußerster Spannung( und größter Wut über das Versagen der Uebertragung) verfolgt, ist vorüber. Es war nach dem einstimmigen Zeugnis französischer und deutscher Sportfreise das größte Fußballereignis in Frantreich seit der Pariser Fußball- Olympi ade, aber es war mehr als das: noch nie hatte ein Fußballkampf in Paris solche Menschenmengen auf die Beine gebracht, so leidenschaftliche Anteilnahme hervorgerufen. Schon eine Stunde vor Beginn des Kampfes ist der riesige Play schwarz von Menschen, zum Erdrücken voll. Hunderte von Personen konnten teine Karten mehr erhalten und mußten nach einem vergeblichen Ansturm auf den Ordnungsdienst wieder abziehen. Auf der Ehrentribüne sah man in der ersten Reihe den deutschen Botschafter von Hoesch, mit den Mitgliedern der deutschen Botschaft, den Kammerpräsidenten Fernande Bouisson, der in seiner Jugend selbst ein internationaler Rugbyspieler war, den Präsidenten des Pariser Stadtrates, de Castellane, den Vorsitzenden des Französischen Fußballverbandes, Rimet und viele andere. Der Spielverlauf.- Als der englische Schiedsrichter Crem den Mannschaften den Ball freigab, traten sie in folgender Aufstellung an: Deutschland: Bergmeier Krep ( Rot- Weiß Frankfurt) Schüß Leinberger Weber Knöpfle ( Eintracht Frankfurt)( Kurhessen Kassel) Münzenberg ( Alemannia Aachen)( Spielo. Fürth) FSV. Frankfurt) Haringer Sergert R. Hofmann L. Hofmann ( Mi. 60)( Mü. 60)( FC. Pirmaj.)( Dresd SC.)( Bay. Mü.) Langiller Laurent Rolhion Delfour Monsallier Hornus Kauscar Finot Anatol Thepot Frankreich: Mattler Beiden Mannschaften merkte man die übliche Nervosität zu Beginn an. Die Franzosen fanden sich zuerst und statteten dem deutschen Tor einige gefährlich aussehende Besuche ab, die aber von der deutschen Hintermannschaft geklärt wurden. Beide Tore gerieten dann abwechselnd in Gefahr, doch verrichteten die Torhüter gute Arbeit. Schnell machte sich Münzenberg als vollstän= diger Versager bemerkbar. Der französische Mittelläufer Kauscar, der beste Mann auf dem Plaz, fütterte seine Flügelstürmer mit hohen Vorlagen, und eine solche brachte auch die Entscheidung des Spieles. Münzenberg fing einen solchen Ball ab, erwischte ihn aber anscheinend mit der falschen Seite des Stiefels und an dem überraschten Kreß vorbei, drehte sich das Leder ins eigene Tor. Das Spiel stand 1: 0 für Frankreich. Das war in der 13. Minute. Nun wurden die Franzosen im Hochgefühl ihres Vorsprunges noch gefährlicher. Der Mittelläufer Kauscar stellte Leinberger glatt in den Schatten. Nur drei Leute der deutschen Mannschaft zeigten vor der Pause überhaupt ihre wirkliche Form, das waren Kreß im Tor, Knöpfle als linker Läufer und Richard Hoffmann Von wenigen Fehlern abgesehen war auch Weber sehr gut. Die erste Ede der Franzosen wurde von Weber unschädlich gemacht. Haringer auf halbrechts, versäumte viel. In der 30. Minute schied dann Ludwig Hofmann aus. An seine Stelle rüdte Bergmaier, während Welter( München 1860) an seiner Fußball. Ergebnisse aus dem Bezirk. Bezirksspiele: Fortuna Düsseldorf Borussia Fulda Kassel 03 5: 1( 2: 0) Rhenter Spielv. 12( 1: 1) n. Berl. Kassel 3: 6( 1: 1) Städtespiel Göttingen Sport Kassel Hessen 09 Kassel 4 2( 3: 0) VfB. Gießen Hassia Dieburg 1: 7( 0: 5) Alsfeld Wallau 1900 Gießen 4: 0 Feudingen 2: 3( 2: 0) Butzbach Germania Marburg 3.4 BV 06 Kassel Frißiar 2: 3( 0: 2) Hessen Preußen Kassel Sportir. Kassel 1: 2( 1: 1) Corbach Warburg 3 2( 1: 2) Großen- Bused Ehringshausen 2: 6( 1: 3) Niedergirmes Gladenbach 1: 2 Frankenberg Wetter, Platz n. spielfähig Offdilln Burg 6: 3 Gau Gießen- Wezlar Rodenberg 1. Butzbach 2. 3: 4( 2: 1) Nauborn Holzhausen 1 3( 1 1) Daubringen Lollar 3: 2( 2: 0) VfB Gießen 2. Ettingshausen Tiefenbach 1. Grünberg Laubach 2. Geilshausen VfB wiegen 3. 7: 3 Steinbach 18( 0: 4) Obershausen 1 3: 0( 1: 0) Ulrichstein 3.0( 2: 0) Flenjungen 1. 4.3( 2: 2) Bobenhausen ausgef. 1900 Gießen 3. TV Wieseck 1. 24( 0: 3) Hermannstein Offenbach 23 Schwalbach Braunfels 4: 0 Tiefenbach 2. 1900 Gießen 4. Ettingshausen 2. Steinbach 2. 30( 2: 0) Obershausen 2. 2: 0( 10) TV. Wiesed 2. 5: 1 1900 Gießen 1. Jgd. 0: 4 Bissenberg Jgd. 02 Nidda 1. Jgd. Leun Jgd. 1900 Gießen Sch. TV. Wieseck Sch 50( 2: 0) VfB. Gießen Sch. Garbenteich Sch. 0: 6 Gau Marburg Frankenberg 2.-Wetter 2 14 Cölbe 1. Kirchhain Langenstein Schönstadt 1 41 Spedswinkel 2: 4( 21) Erksdorf 51 Mornshausen Wommelshausen 2. 6: 1 Damm Cölbe 2. Lohra 02 Mellnau Erdhausen 2. Sarnau 2. Unterrosphe 1: 4 Roda ausgef Günterod 1. 9: 1 Bürgeln 2. 73 Lohra Jgd. 5: 0. Germania Marburg 2 Jgd. Donsbach Gau Dill. Ginn, S. n. angetr. Haiger 1: 4 Niederweidbach Allendorf Holzhausen 0 6 0: 5) Langenaubach Jgd. Holzhausen Jgd. 1: 6( 0: 5) Donsbach Jgd. Dillenburg gd, 11 Merkenbach Jgd. Oberndorf Jgd. 4.0. As Gießen und end. BfB Gießen Sasia Dieburg 1: 7. Ein denkbar schlechter Tag der Einheimi chen! Sonst wäre ein Sieg der Gäste unmöglich gewesen. Die Tieburger zeigten Stelle als rechter Flügelstürmer eingesetzt wurde. Diese Umstellung brachte zunächst etwas mehr Schwung in die deutsche Mannschaft. Sie wurde überlegen, aber die französische Sintermannschaft flärte jede noch so brenzliche Situation. Auf der an deren Seite retteté Weber schnell noch, indem er einen blitzschnel len Vorstoß von Laurent unterband. Nach dem Wechsel kam Deutschland zur ersten Ede. Ergebnislos verlief auch die zweite Ede für Deutschland. Die dritte schoß Bergmeier weit hinters Tor. In der 21. Minute hatte Deutschland nochmals Glück. Kreß hielt einen unheimlich scharfen Schuß von Monsallier aus nächster Nähe mit größter Bravour. In der 24. Minute fam Deutschland wieder zu einem ergebnislos verlaufenen Edball. Bei einem weiteren Eckball machte sich das mangelnde Verstehen zwischen Bergmeier und Richard Hofmann bemerkbar. Kreß rettete dabei nochmals großartig. Allmählich flaute das Tempo. des Spieles dann ab. Es schien so, als hätten die Deutschen sich neit ihrer Niederlage abgefunden. Zum Schluß wurde der Kampf fast uninteressant, Aufregendes gab es in der letzten Viertelstunde nicht mehr. Im Feldspiel ging der Ball hin und her. Kritik. Was die gesamte französische Mannschaft besonders auszeichnete, das war ihr außerordentlicher Angriffsgeist. Jeder Ball wurde verfolgt, feiner aufgegeben; in jedem Ball erblickten die Franzosen jederzeit eine Chance. War er doch einmal verloren, wurde sofort nachgesetzt, um dem Gegner das Weiterspiel zu erschweren. Kurzum: die Franzosen kämpfen alle von der ersten bis zur letzten Minute, während wir wieder einmal mehr spielten. Bei weitem nicht so gut wie die Franzosen können die deutschen Spieler beurteilt werden. Unser beste Mann war der linke Läufer Knöpfle. Was der Frankfurter in diesem Spiel ge leistet hat, wird nicht sobald wieder von einem Internationalen in einem einzigen Kampfe gezeigt werden. Wäre Münzenberg auf der anderen Seite auch nur einigermaßen an den Frankfurter herangekommen, hätten wir das Spiel nie verlieren können, selbst wenn der Sturm feine besseren Leistungen gezeigt hätte. Der fast vollkommene Ausfall von Münzenberg bereitete jedoch langsam aber sicher die Erfüllung unseres Schidsals vor. Recht gut war Leinberger in der Mitte, der natürlich unter der schwachen Leitung des Aacheners sichtlich zu leiden hatte. Gut war auch das deutsche Schlußdreied. Kreß hielt in der zweiten Halbzeit mehrere scharfe Bälle ganz vorzüglich. An dem einzigen Treffer des Tages ist er jedoch nicht ganz schuldlos; vielleicht hätte er ihn bei einem etwas schnelleren Beide VerErfassen der Situation noch verhindern können. teidiger wurden ihrer Aufgabe voll gerecht, nachdem sich ihre An der unerwarteten anfängliche Unsicherheit gelegt hatte. Nach wie Niederlage tragen sie wahrlich keine Schuld. vor ist der Sturm unser Schmerzenskind. Gewiß: wir hatten Pech insofern, als wir Wiggerl Hofmann noch in der ersten Halbzeit verloren, so daß die beiden Hofmänner auseinandergerissen wurden. Aber auch als beide noch nebeneinander standen, boten sie nichts Ueberragendes. Und ähnlich war das Bild auf der rechten Sturmseite, wo sich die Hoffnungen nicht er füllten, die man auf die Münchener gesetzt hatte. Hergert stand als Mittelstürmer vor einer unmöglichen Aufgabe: sein Ver= sagen soll ihm daher nicht allzu schwer vorgeworfen werden. Dagegen hätte man von Richard Hofmann doch wohl etwas mehr erwarten dürfen. Hofmann war, wie für uns, so auch für die Franzosen, alles in allem doch eine bittere Enttäuschung. außer Schnelligkeit und draufgängerischem Spiel, nichts was Freude machen konnte. Alsfeld 1900 Gießen 4: 0. Durch einen unverzeihlichen Regiefehler trat die hiesige Mannschaft in Alsfeld nur mit 9 Mann an. Es war flar, daß damit an den Sieg nicht mehr zu denken war. Es handelte sich nur darum, die Niederlage nicht zu hoch werden zu lassen. Auch dieses klappte nur teilweise. Buzzbach Germania Marburg 3: 4. Rodenberg Butzbach 2. 3: 4( 2: 1). Die erste Elf des VfR. Butzbach hatte am vergangenen Sonntag die 1. Mannschaft der Marburger Germanen als Gast. Marburg erwies sich als eine schnelle, sehr faire Mannschaft, die durch ihre flotte Spielweise manchen Sieg erringen kann. Aber die Butzbacher Mannschaft war auf der Hut und nahm nicht so leicht eine Niederlage hin. Auf beiden Seiten wurden sehr schöne Momente herausgearbeitet, aber nicht ganz ververwertet. Schiri gut. Die Zweite des VFR. spielte in Rodenberg gegen die dor tige 1. Elf. Rodenberg hat Playwahl und wählt Sonne im Rüden. Nach 10 Minuten Spielzeit fällt das erste Tor für Rodenberg, aber Butzbach gleicht kurz darauf auf. Bei Halbzeit steht das Spiel 2: 1 für Rodenberg. Nach der Pause legt Butzbach mächtig los und übernimmt die Führung, so daß das Schlußresultat 4: 3 für Buzzbach lautet. Großen- Bused- Ehringshausen 2: 6( 1: 3) Vergangenen Sonntag standen jich obige Mannschaften im lekten Verbandsspiel gegenüber. Ehr blieb verdienter Sieger, wenn auch nicht in dieser Höhe. Gr.- B war feine vier Tore schlechter, ja bei etwas mehr Glück der Einheimischen konnte das Spiel einen unentschiedenen Ausgang nehmen. Beide Mannschaften spielten mit Ersatz. Gr.-B. vor allem hatte drei der besten Spieler aus dem Verein ausschließen müssen, da sie bei der Neugründung einer hiesigen Freien Turnerschaft attiv mitwirften. Trotz dieser Schwächung führten die Einheimischen ein Spiel vor, das den seither gezeigten Leistungen vollauf eben bürtig war. Mit der Zurüdziehung des seitherigen H- R. auf den Mittelläufer- Posten hatte man einen guten Griff getan. Der Sturm wurde immer wieder nach vorne gebracht, um dadurch gefährliche Momente vor dem Gegentor hervorzurufen die aber meistens von der gut aufgelegten gegnerischen Hintermannschaft beseitigt wurden Der Ersatz fügte sich ganz gut in die Mannschaft ein, obwohl der Tormann, aus der Jugend übernommen, noch etwas schwach für solche Spiele ist Die Leitung des Spieles lag in den Händen des Herrn Rabe- Gießen, dessen Entscheidungen stets sicher und korrekt waren Sch Daubringen- Lollar 3: 2( 2: 0) Um allen Fußballfreunden Gelegenheit zu geben, den LänDeutschland am Radio mitzuerleben derkampf Frankreich ( eine entsegliche Uebertragung war es Die Redaktion), pfeift Schiri Beine de vor zahlreichen Zuschauern das Spiel um 2 Uhr an. Daubringen trat ohne seinen bewährten linten Verteidiger an. Gleich nach Beginn Hasten und Tasten- Lokal= fampifieber- Doubringens redder Läufer kann dann einen Strafstoß aus etwa 20 Meter Entfernung zum ersten Treffer einsenden. Das Spiel wird nervöser. Daubringen bleibt leicht überlegen und bold fann der Halbrechte den zweiten Treffer erzielen. Große Enttäuschung bei Lollar Kurz vor Halbzeit wechselt der rechte Verteidiger Daubringens, infolge einer alten Verlekung seinen Platz und kann nur noch als Statist mitmachen Nach Beginn der zweiten Srielhälfte fommt Lollar im Feldspiel mehr ! auf und erzielt den ersten Treffer. Großer Jubel bei Lollar. Angefeuert, versuchen die Gäste den Ausgleich zu erzielen jedoch Takt Lollars Torman einen oll aus den Händen in Tor fal= len und stellt so die alte Tordifferenz wieder her. Zum Schluk Spiel. Nr. 22. gelingt es Lollar, infolge Mißverständnisses der Platzherren, ein zweites Tor zu erzielen, sodaß Daubringen mit 3: 2 verdient als Sieger den Platz verlassen kann. Der Kampf war hart, wie üblich bei solchen Treffen, aber Schiri Beinede leitete einwandfrei und ließ sich nicht aus dem Konzept bringen. Gautlasse 1, Gruppe Gießen, Abteilung A: Verein BfB. Gießen 2. 1900 Gießen 2. Spiele gem. unent. verl. Punkte 9 6 0 3 12: 6 10 6 1 3 13: 7 Daubringen 1. 10 5 3 2 13.7 10 5 2 3 12: 8 9 2 3 4 7:12 10 0 1 9 1:19 Stemberg 1. Lollar 1. Steinbach 1. Gewinnt VB. Gießen 2. in Lollar, dann ist VfB. Gruppenerster, verliert VB., dann findet zwischen 1900 Gießen und Daubringen, die mit 13: 7 Punkten punktgleich sind, zur Ermittelung des Gruppenmeisters ein Entscheidungsspiel statt. Spielen Lollar und VfB. Gießen unentschieden, dann haben wir drei punktgleiche Vereine und zur Ermittelung des Gruppenersten müßten dann diese Mannschaften noch eine Gruppen- MeisterErmittlungsrunde austragen. Grünberg 1. Ulrichstein 1. 3: 0( 2: 0). Vom Anstoß weg war der Platzverein, der seine Mannschaft in einer veränderten Ausstellung antreten ließ, überlegen. Den Gästen fehlte das einheitliche Zusammenspiel und der sichere Schuß vor dem Tor. Vor der Halbzeit, und dann wieder die letzte Viertelstunde vor Schluß, verstand es Ulrichstein seinen Strafraum sauber zu halten, jedoch zu dem Ehrentor, das verdient gewesen wäre, langte es nicht. Laubach 2. Flensungen- Müde 1. 4: 3( 2: 2) Auf dem„ Teutonen"-Platz entwidelte sich ein flottes Spiel, das bei etwas mehr Glüd von den Gästen gewonnen werden fonnte. Ettingshausen 1.- Steinbach 1. 1: 8( 0: 4) Dieses Spiel war schon in den ersten fünf Minuten entschie den, da bei einem Angriff der Gäste Ettingshausens Torwart den Ball wegfaustet, dabei fällt und als verletzt ausscheiden mußte. Hierdurch stark deprimiert, und durch den anderen Ersatz, der so wie so in seinen Reihen stand, konnte Ettingshausen die hohe Niederlage nicht verhindern. weka. Aus Ettingshausen. Ettingshausen hatte die beiden attiven Mannschaften von Steinbach zu Gast. Die erste Mannschaft von Steinbach entpuppte sich als eine sehr starke und flinke Elf. Ettingshausen, das ersatzgeschwächt auch noch in der 3. Spielminute seinen Tormann durch Verlegung verlor, konnte sich während des ganzen Spieles zu feinen einheitlichen Leistungen zusammenfinDer Erjazz- Tormann hätte mindestens vier Tore halten müssen. Endergebnis 8: 1( 4: 0) für Steinbach. den. Die junge 2. Mannschaft fonnte der gleichen Gäſtemannschaft in 2 mal 40 Minuten eine Niederlage beibringen. Sie gewann durch bessere Technik über die körperlich stärkeren Steinbacher mit 3: 0( 2: 0). SpVgg. 1900 Gießen 3. TB. Wiesed 2: 4( 0: 3) Bei sehr schlechten Platzverhältnissen konnte sich Wieseck für die Niederlage des Vorspiels revanchieren. Die Gäste haben das Spiel verdient gewonnen. Wiesec tam durch seine schnellen Außenstürmer immer wieder gut nach vorne und diese schossen von den trockenen Stellen des Plates in der ersten Hälfte dret Tore. 1900 dagegen blieb mit seiner engmaschigen Kombination buchstäblich im Schmutz stecken. Bei den Playherren konnten nur der linke Verteidiger und der Mittel- Läufer befriedigen. Bei ven Gästen war fein schwacher Punkt vorhanden. Schiedsrichter Spedhardt Gießen leitete großzügig. SpVgg. 1900 Gießen 4. TV. Wiesed 2. 5: 1 Die zweite Mannschaft der Turner wehrte sich zwar fräftig, fonnte aber gegen die törperlich und spielerisch überlegenen Playbesitzer nicht aufkommen. 1. Jugend Nidda 1. Jugend 4: 0( 1: 0) Für den Verein war ein Ausflug von Nidda nach Bad Salzhausen vorgesehen, sodaß außer der Mannschaft noch mehrere Jugendliche mitfuhren. Nach dem gemeinschaftlichen Mittagessen, zu dem eine aus Jugendlichen zusammengestellte Haus tapelle ausspielte, ging es um ein Uhr bei strahlender Frühlingssonne in den Kampf. Das Fußballseld war aufgeweicht und Schlüpfrig, wodurch das Spiel sehr anstrengend wurde. Die erste Halbzeit spielt 1900 gegen die Sonne und hat anfangs schwer zu schaffen, um die oft allzu ungestümen Angriffe der körperlich durchweg viel schwereren Niddaer aufzuhalten. Diese waren kurze Zeit im Vorteil und verpaßten eine sehr schöne Torchance. Almählich fanden sich die mit 2 Ersatzleuten spielenden 1900er und vermochten durch ihr technisch reiferes Spiel einen ziemlich ausgeglichenen Kampf herzustellen. Nach mehreren gut eingeleiteten Angrif en fiel dann das erste Tor vom Lintsaußen. N ver suchte mit startem förperlichen Einsatz bis zur Pause vergeblich den Ausgleich. Die zweite Halbzeit begann mit demselben forschen Tempo, doch bald erlahmte Nidda. Nun 30g 1900 alle Register seines Könnens auf, schönes Kombinationsspiel wed selte mit guten Einzelleistungen, sodaß N. ganz in seine Hälfte zurückgedrängt wurde. Bald fiel das zweite Tor und kurz darauf erhöhte Nidda in großer Bedrängnis durch Eigentor auf 3: 0. Nidda gab sich aber nicht geschlagen und ging wieder zum Angriff über. Für kurze Zeit setzte es sich im Strafraum von 1900 fest, Gießens Tormann rettet zweimal in blendender Manier. Der Schluß des Spieles gehörte wieder 1900, die kurz vor Ende das vierte Tor erzielten. Nach Schluß des Spieles wurde gemeinschaftlich die Uebertragung des Länderspieles angehört um dann mit Gesang und Klang heimwärts zu fahren. Die Schüler spielten auf eigenem Plake gegen die Wiesecker 5: 0( 3.0). Es war ein von Anfang bis Ende faires Spiel, doch fehlte den Gästen die nötige Spielerfahrung, um zu einem Erfolg zu kommen. V. Körper und Geist. Körper und Geist sind Geschenke der Natur, für deren gute Instandhaltung wir verantwortlich sind. Wenn man sich nicht die Zeit nimm seine Glieder in dem notwendigen Maße zu bewegen, so muß man später Zeit haben. frank zu sein. Bewegung ist für den Körper, was geistige Uebung für den Geist ist. Körper und Geist werden dadurch erzogen. Ein Mersch, der zu beschäftigt ist, um für seine Gesundheit zu sorgen, ist mit dem töridten Handwerker zu vergleichen, der aus lauter Gefäftsdrong sein Handwerkszeug nicht in Ordnung bringen fann Das Eisen rostet, wenn es nicht in Gebrauch genommen wird und der Körper wird frant, wenn man ihm feine Bewegönnt Das Wodern aber ist die Königin unter den mancherlei Arten der Bewegung. Reid 21 Aniversaloor- Kaffebuth > Cicken Mittwoch, den 18. März 1931. Stadtratsjißung am 17. März 1931: Der Stadtrat erledigte seine reichhaltige Tagesordnung gestern glatt und reibungslos. Am Magistratstisch waren anwesend der Oberbürgermeister, Herr Dr. Keller, Bürgermeister Dr. Seib, Beigeordneter Dr. Hamm und Justizrat Rosenberger. Die Tagesordnung wurde, wie schon er öffentlicht, abgewidelt: 1. Bewilligung eines weiteren Kredits von 40 000 RM. für Fürsorgearbeiten. Die bisherigen Mittel sind Ende dieses Monats aufgebraucht. Aus sozialen Gründen sollen die Fürsorge- Arbeiten auch weiter ermöglicht werden. Das Haus stimmt dem Antrag zu. Ein Antrag der Kommunisten, 100 000 RM. für diesen Zweck zur Verfügung zu stellen, wird abgelehnt. 2. Erhebung einer Getränkesteuer in der Stadt Gießen. Antrag des Finanz- Ausschusses: Die Getränkesteuer wird auch für das Rj. 1931 mit dem gleichen Satz wie bisher weiter erhoben. 5 Prozent des Entgelts 1 3. Erhebung einer Biersteuer in der Stadt Gießen. Antrag des Finanz- Ausschusses: Die Biersteuer wird vom 1. April ab wie folgt erhöht: für Einfachbier auf 2,50 RM, für Schankbier auf 3,75 RM., für Vollbier auf 5,- RM., für Starkbier auf 7,50 RM. je Hektoliter. Beide Anträge lösen eine längere Aussprache aus. Das Gespenst des Staatskommissars wird heraufbeschworen und mit seiner Hilfe wird dem Antrag auf Weitererhebung der Getränkesteuer mit nur knapper Mehrheit zugestimmt. Gegen den Antrag sind die Sozialdemokraten, die besonders die Art der Erhebung dieser Steuer bemängeln, die geeignet sei, die Steuermoral zu untergraben. Weiter sprechen sich einige Vertreter der Rechten entschieden gegen diese Steuer aus, die als Sonderbelastung auf einen schwerringenden Berufsstand gelegt werde. Gegen 17 Stimmen wird der Antrag zu Punkt 2 angenommen. Die Biersteuer( Punkt 3) ist zwangsläufig durch die Notverordnung vorgeschrieben und findet gegen fünf Stimmen Annahme. Durch beide Steuern erhofft man eine Mehreinnahme von ca. 72 000 RM. 4. Das städtische Archiv. Antrag der Stadtverwaltung: Für Zwecke des städt. Archivs werden für das Rechnungsjahr 1930 weitere 400 RM. zu Lasten des Reservesonds bewilligt. Der Antrag wird ohne Debatte angenommen. 4a. Zuschuß für die Volksschule. Durch Dringlichkeitsantrag wird dieser Antrag auf dic Tagesordnung gesetzt. Der Finanzausschuß beantragt, der Gießener Volkshochschule einen weiteren Zuschuß von 500 RM. zu bewilligen. Nach längerer Debatte, in der der Volkshoch schule mancher nicht unberechtigte Vorwurf gemacht wird, findet der Antrag gegen 17 Stimmen der Rechten, einiger Vertreter der Mitte und der Kommunisten Annahme. 5. Die Erhebung von Gebühren für die Benutzung der städtischen Kanäle in Gießen; hier: Nachtrag zur Gebühren ordnung. Antrag des Finanz- Ausschusses: Dem vorliegenden Entwurf eines Nachtrags zur Gebührenordnung für die Benutzung der städtischen Kanäle, wonach vom 1. April 1931 ab eine Herabsetzung der Kanalgebühren auf 1 Rpfg. für je Quadratmeter Flächeninhalt und 1,20 RM. je 1000 RM. Brandversicherungswert vorgesehen ist, wird zugestimmt. Der Nachlaß ist minimal und beträgt insgesamt für das ganze Stadtgebiet 30 000 RM. Dem Antrag wird zugestimmt. 6. Erhebung von Gebühren für die Müllabfuhr in der Stadt Gießen; hier: Nachtrag zur Gebührenordnung. Antrag des Bau- und Finanz- Ausschusses: Dem vorliegen den Entwurf eines Nachtrags zur Gebührenordnung für die Müllabfuhr in der Stadt Gießen, wonach vom 1. April 1931 ab eine Erhöhung der Müllabfuhrgebühren von 1,16 Rpfg. auf 1,36 Rpfg. für 100 Rpfg. Grundmiete vorgesehen ist, wird genehmigt. Bei der Beratung dieses Punktes wird nicht mit Unrecht gerügt, daß die Gebühren für die Müllabfuhr in den letzten Jahren ständig erhöht werden mußten, von 96 Pfg. in 1929 auf 116 und jetzt auf 136 Pfg. für 100 RM. Grundmiete. Der Antrag wird dann einstimmig angenommen. 7. Festsetzung des Wasserpreises. jazz, Antrag des Finanz- Ausschusses: Der Wasserpreis wird mit Wirkung vom 1. April 1931 auf 30 Rpfg. je Kubikmeter festgesetzt. Dieser Antrag findet auf Verlangen der Rechten einen Zu,,... wenn der Betrag umgelegt werden fann". Mit diesem Zusatz wird der Antrag gegen 3 Stimmen angenommen. 8. Baugesuche: a) der Chrischona- Gesellschaft für Johannesstraße 4; b) der Lucie Jung zur Errichtung eines Wochenendhäuschens am Wißmarerweg. c) des Heinrich Meyer zur Errichtung eines Wohnhauses im Wartweg. d) des Friedrich Rau für Kirchstraße 6. e) des J. Hirz, Gießen, um Einbau von Autogaragen in die Oberhessische Werkstätte. Den in den Gesuchen erbetenen Befreiungen von Vorschrif ten des Ortsbau- Statuts usw. wird zugestimmt. 9. Neusestsetzung des Bebauungsplans über die Gebiete zwischen Gaffkystraße, Freiligrathstraße, Aulweg, Schubertstraße und Wartweg, Bergwert, Freiligrathstraße, Aulweg. Der vorliegende Antrag des Bau- Ausschusses wird ohne Debatte einstimmig angenommen. „ Gießener Zeitung" Die alte Polizeiverordnung ist durch neuere Bestimmungen überholt und wird daher aufgehoben. 10. Kraftdroschkenordnung für die Provinzialhauptstadt Gießen. Dem vorliegenden Entwurf einer Polizeiverordnung wird mit einigen ganz geringfügigen Aenderungen zugestimmt. 11. Beseitigung der Kehrrichtlagerstätte an der Straße Hinter der Westanlage und Umgestaltung bezw. Neubefestigung genannter Straße. 13. Bergebung von Arbeiten und Lieferungen: a) Vergebung der Fuhrleistungen des städtischen Tiefbauamtes für das Rj. 1931. b) Herstellung von Gas- und Wasserleitungsgräben km Rj. 1931: hier: Vergebung der Arbeiten. c) Neubauten in der Schottstraße; hier: Vergebung der Elektro- Installationsarbeiten. Bei der Vergebung dieser Arbeiten sind Streitigkeiten zwischen den Bietern vorgekommen, eine auswärtige Firma hat sogar die Hilfe des Staatskommissars gegen die Gießener Firmen in Anspruch genommen. Dieser Punkt wird an den Bau- Ausschuß zurückverwiesen. Geplant ist an dieser Stelle die Anlage eines Kraftwagen- Parkplatzes. Die Mittel dafür werden im Voranschlag 1931 vorgesehen. Der Antrag wird angenommen. 12. Aufhebung der Polizeiverordnung, betr. Einführung der Trichinenschau vom 30. Juni 1905. d) Neubauten in der Schottstraße; hier: Vergebung der Arbeiten zur Ent- und Bewässerung. e) Die Errichtung eines Nutzviehhofes; hier: die Herstellung der Zufahrtstraße entlang dem Hohleichweg. f) Neubauten in der Schottstraße; hier: Vergebung der Glaserarbeiten. g) Errichtung eines Marktlaubengebäudes; hier: Vergebung der Schreinerarbeiten. h) Wasserversorgung der Gemeinde Klein- Linden; hier: Beschaffung von gußeisernen Muffenröhren. Sämtliche Vergebungen werden wie vorgeschlagen gebilligt. Die Arbeiten sind zum großen Teil schon begonnen. 14. Kreditbewilligungen: a) für das alte Rathaus. b) für die bauliche Unterhaltung der Schillerschule. c) Erweiterung von Voranschlagskrediten für das Rj. 1930. d) Neubau des Schalt- und Transformatorenhauses des Elektrizitätswerkes. e) Erweiterung und Umstellung des elektrischen Ortsnetzes Wagenborn- Steinberg. f) Schulräume der Berufsschule in dem Schulgebäude Kirchstraße Nr. 16. g) Beschaffung von Schulbänken für die Volksschulen. h) Antrag des Deutschen Buchdruckervereins, Bezirk Gießen, um Gewährung einer Beihilfe zur Errichtung einer Lehrwerkstätte für die Buchdruckerfachklassen an der Berufsschule zu Gießen. i) Durchführung des Kochunterrichts in der Mädchenberufsschule; hier: Bereitstellung eines Zuschußbetrages von 800 RM. Es handelt sich um kleinere oder zwangsläufige Beträge, die bewilligt werden. Für a) 200 RM., b) 250 RM., c) 18 800 RM., d) 5 100 RM., e) 16 290 RM., f) 450 RM., g) 480 RM., h) 725 RM. und i) 800 RM. 15. Sachliche Kosten der Fortbildungsschule; hier: Schulgeld für ortsfremde Schüler. Auf Antrag des Finanz- Ausschusses wird das Schulgeld für ortsfremde Schüler vom Rechnungsjahr 1931 ab von 10 RM. auf 20 RM. für jeden Schüler und jedes Jahr erhöht. 16. Das polizeiliche Meldewesen in der Stadt Gießen; hier: Erlaß einer Meldeordnung. Der vorliegenden Meldeordnung wird zugestimmt. Herr Rahnefeldt bittet aber um wesentliche Vereinfachung der Meldezettel für die Gasthäuser und Hotels. 17. Gesuche um Erlaubnis zum Schantwirtschaftsbetrieb: a) des Gustav Diedrich zu Gießen um Erlaubnis zum Gastwirtschaftsbetrieb im Hause Bahnhofstraße 91-93. b) des Gießener Ruderklubs Hassia 1906 e. V. zu Gießen um Erlaubnis zum Schandwirtschaftsbetrieb im Bootshause, Schützenstraße 28. Beschränkt auf den Kreis der Mitglieder und deren Gäste. c) des Vereins Rudersport Gießen 1913 und Akademische Ruderabteilung e. V. zu Gießen um Erlaubnis zum Schankwirtschaftsbetrieb im Hause Bootshausstr. 25. Beschränkt auf den Kreis der Mitglieder und deren Gäste. d) der Gießener Rudergesellschaft 1877 e. V. zu Gießen um Erlaubnis zum Schankwirtschaftsbetrieb im Hause Bootshausstraße 12. Beschränkt auf den Kreis der Mitglieder und deren Gäste. e) des Vereins für Bewegungsspiele 1908 e. V. zu Gießen um Erlaubnis zum Schankwirtschaftsbetrieb im Hause Grünbergerstraße 20. Beschränkt auf den Kreis der Mitglieder und deren Gäste. f) des Marinevereins e. V. Gießen 1892 um Erlaubnis Druckarbeiten Unsere Methode der Nr. 22. zum Schankwirtschaftsbetrieb im Hause Wißmarerweg Nr. 4. Beschränkt auf den Kreis der Mitglieder und deren Gäste. g) des Verbandes Alter Herren des Corps Hassia e. V. zu Gießen, um Erlaubnis zum Schankwirtschaftsbetrieb im Hause Hessenstraße 3. Beschränkt auf den Kreis der Mitglieder und deren Gäste. h) der Freimaurerloge„ Ludewig zur Treue" zu Gießen um Erlaubnis zum Schankwirtschaftsbetrieb im Hause Gartenstraße 1. Beschränkt auf den Kreis der Mitglieder und deren Gäste. i) des Rudolf Hanstein zu Herborn um Erlaubnis zum Kaffeewirtschaftsbetrieb mit sonstigen alkoholfreien Getränken im Hause Frankfurterstraße 36. Neuerrichtung. k) der Hermann Knobel Ehefrau Else geb. Martin zu Gießen um Erlaubnis zum Ausschank alkoholfreier Ge= tränke im Wasserhäuschen Westanlage 1. Neuerrichtung. Die Gesuche a, b, c, d, e, f, g, h und k werden befürwortet. Das Gesuch i wird abgelehnt, da kein Bedürfnis für ein weiteres( es wäre das 7.) Lokal auf der Frankfurterstraße vorliegt. Da weiter nichts vorliegt, schließt der Oberbürgermeister um 17 Uhr die öffentliche Verhandlung. Aus Nah und Fern. Hungen. Das Gut des Grafen Solms- Laubach in Gemarfung Utphe soll nun restlos in den Besitz der Landwirte übergehen. Vor zwei Jahren wurde bereits der größte Teil verfauft. Friedberg. Der 30jährige Gärtner Baum stürzte beim Aus= putzen der Bäume ab. Die erlittenen Verletzungen führten seinen Tod herbei. Sternfahrt der oberhessischen Reit- und Fahrvereine. Schotten. Die Sternfahrt der oberhessischen Reit- und Fahrvereine nach dem Vogelsberg, an der sich Vereine aus Gesamtoberhessen in reicher Zahl beteiligten, hat einen vor= trefflichen Verlauf genommen. Nach einer Rundfahrt durch die Stadt Schotten fand eine sogen. ,, Konditionsprüfung" des Pferdematerials durch ein Mitglied der Landwirtschaftskam mer statt und anschließend eine große Festversammlung in der Schottener Turnhalle. Neue Bücher. ,, Der Erdball", Illustrierte Monatsschrift für das gesamte Gebiet der Länder- und Völkerkunde, herausgegeben von Leo Frobenius. 5. Jahrgang. Heft 3. Preis viertelj. 3 M. Einzelheft 1,25 RM. Hugo Bermühler Verlag, Berlin- Lichterfelde. Zum ersten Male präsentiert sich der berühmte Forscher als Meister des„ Erdball". Das, was er uns in diesem Hefte bietet, ist ein Ereignis: ,, Die Kunst Afrikas in der Frühzeit". Der Zauber einer märchenhaft glänzenden Kultur steigt vor unserem Auge auf, wir sehen in dem einstigen Afrika Menschen in prunkenden Gewändern aus Samt und Seide, machtvolle Herrscher mit großen Staaten, mit Städten von ungeahnter Pracht und Schönheit, alles harmonisch in wohlgebildeter Kultur und Ordnung durchgeführt. Eine Kultur und Ordnung, deren Alter die mitteleuropäische um viele Jahrtausende und fast durchweg an Größe überragt. Die Handarbeitskunst ist wieder im Wachsen, besonders die Woll- Handarbeit, Sind doch hangearbeitete Wollsachen heute für jede Frau, jedes Kind notwendig. Diesem neuerwachten Handarbeitsbedürfnis kommt die neugegründete Monats= zeitschrift ,, NWK.- Wolle- Kunst" entgegen, die von der größten deutschen Spinnerei: die Norddeutsche Wolltämmerei u. KammKammgarnspinnerei, Bremen, im Verlag Otto Beyer, Leipzig, herausgegeben wird. 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