Nr. 82 letzten Stadtverordnete rblid über die derzeitig n verbleibt allein im S on etwa 14 000 E der Bürgersteuer von amtschulden der Stadt Mt. reisgruppe des Junghan will den Zusammenschl ern und ihnen Anregu Gießener Zeitung Erscheint Mittwochs und Samstags. ( Gießener Tageblatt) wird seit 14 Tagen der daktionsschluß früh 8 Uhr. Für Aufbewahrung oder RüdBezugspreis 2,40 M vierteljährlich frei ins Haus. ner vermigt. Die Belle Nachbargemeinden en abgesucht, fonnten d nabend wurde ein Re mer Landstraße von eine ren. Der Kaufmann wa e Minuten nach dem - dung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. 44 Jahrg. Bolitische Rundschau. efretär, der Anfang J geflehen war, ist jest zahme an den Beratungen des Völkerbungsrates über den eit der polnischen Greendschurischen Konflikt angenommen und ihren Generalkonsul Betrag wurde damals in Genf, Prentiz Gilbert, zu ihrem Vertreter bestimmt. Die Vereinigten Staaten haben die Einladung zur Teil: cher. Der Hauptausschuß des österreichischen Nationalrates ge= nehmigte die durchschnittlich 20prozentige Erhöhung der Bundesbahntarife ab 20. Oktober. Zwischen Frankreich und Südslawien ist ein Uebereinkomhne Raum", dem deutschen zustandegekommen, wonach Südslawien eine Anleihe zum ist soeben im Berlage Do tijage der infolge des Hoover- Schuldenstundungsjahres ausfalund wird ab 15. Oktobaden Reparationszahlungen erhält. ein. Die bisherige, m mhöhe von 65 000 Eren rnationalen Selbsthi a. 5. Weber, Verle Verfasser will auf Grun en Weg zeigen, wie di chen Wirtschaft in letzte Cage jedes Einzelnen dings dürfte diese D Regierung zu ermögli Die monatelangen Verhandlungen, die zwischen Frankreich nd den Sowjets geführt werden, sollen nun in den nächsten Tegen in das entscheidende Stadium treten. Laval reiste gestern um 8.10 Uhr von Paris nach Le Havre Er wird auf seiner Amerikareise auch von seiner Tochter leitet. Der Staatsrat hat für die Reise einen Kredit von 400000 Franken eröffnet, der auf das Konto des Ministeriums des Aeußern geht. Der bisherige spanische Kriegsminister Don Manuel Azana, de Führer der Linksradikalen Spaniens, hat die Leitung des men Kabinetts übernommen. Die spanische Nationalversammlung hat nach 14stündiger tirmischer Sigung mit 178 Stimmen gegen 59 die Ausweisung Beamten und die Not des de Jesuiten aus Spanien und die Beschlagnahme ihres Eigenorschlägen", von Walthens beschlossen. o., München N. 23, Preis Der Start des„ Graf Zeppelin" zu seiner dritten Südet die Not des Volkes, be ameritafahrt in diesem Jahre nach Pernambuco ist auf Sams= n das Beamtentum, beson tag früh 0.45 Uhr festgesetzt. ert Beseitigung des Beam ten unter das Arbeitsrecht mit dem Gelde der Steuer zen die Ausführungen. Das Kabinett Brüning gerettet! Gestern nachmittag um 5 Uhr fand im Reichstage raucht jeder nas nie namentliche Abstimmung über die verkoppelten Mißber alles aktuelle, gebouensanträge der nationalen Opposition u. der Komrechtliche Wissen, Werden unisten gegen Brüning und sein Kabinett statt. Das s Geschäft zu erhalten, Ge Ergebnis der Abstimmung lautet: Geschäft verschaffen. Alles itschrift Not winte" des in Stuttgart, Pfizerftr. 20 ze furze Tips, Winke, Hin Für Brüning 294 Stimmen, Gegen Brüning 270 Stimmen. Der Stimme enthielten sich drei Abgeordnete. Insgesamt haben sich 567 Abgeordnete an der Abde hinreichend orientiert? immung beteiligt. Die Bekanntgabe löste im Plenarrisjienene neueſte Heft der male und auf den überfüllten Tribünen stürmische alle nötigen Information Rundgebungen aus. unschweig vorgerüdt! S trotz der schlechten W Woche" berichtet im nea Lastkraftwagentransporte zur Tagung der NSDAP. nach Braunschweig verboten. Wie amtlich mitgeteilt wird, hat der Oberpräsident der us mit vielen Karten pinz Sachsen sämtliche Lastkraftwagentransporte von Perder interessante Tatjada diesem Titel bringt ener Jllustrierte reichen Bilderauffas F m Bilde werden hier Voltsvertretung von Linten gezeigt. Eine ufjak„ Ein Herzogtum on zu dem nationalsozialistischen Tage in Braunschweig für 85ernabend und Sonntag verboten. Blutige Erwerbslosendemonstrationen in Berlin. Die für den Dienstagnachmittag im Zusammenhang mit dem hstagsbeginn vorausgesagten Erwerbslosentrawalle, die inwe der starken Bereitstellung von Polizeikräften nicht zur Ausrrschaft Sagan in Schleung tamen, sind nun am Donnerstag in den verschiedensten It. an Klein in Gießa toff Union frei Haus natürliches neral 8biteilen Berlins zur Durchführung gekommen, wobei an reren Stellen Blut geflossen ist. Aus dem hessischen Landtag. Darmstadt. In einer neunstündigen Dauersihung erledigte stern der hessische Landtag seine restliche Tagesordnung. Mit ir Sitzung fand der gegenwärtige hessische Landtag sein Ende. Gunn breiten Raum in den Verhandlungen nahm die Debatte Anträge der Sozialdemokraten und Demokraten ein, Verlungen mit dem früheren Großherzog zu führen mit dem i dessen Abfindung wesentlich herabzusetzen. Einem volksMareilichen Antrag auf Ermäßigung der Sondergebäudesteuer gewerbliche Räume glaubt die Regierung nicht zustimmen unnen. Wie in jedem Herbst tauchten auch in diesem sozialistische räge für eine Winterhilfe auf. Die Sozialdemokratie ver= Einwirkung auf die Reichsregierung, die Veranstaltung emer Wohlfahrtslotterie und eine Ermächtigung an die Promen, durch eine Wohlfahrtsabgabe auf die Wohnungen die tendigen Mittel zu beschaffen. Kohlensäure verstärkt, asche nur 16 Pfg., Flas eflasche gratis. Großabneh chior, Mineralw.- Ver Karben in Hess. Kaffee Importa Das Handwerk zur dritten Notverordnung. der Der Reichsverband des deutschen Handwerks und Wettsche Handwerks- und Gewerbekammertag haben in einer asführlichen Eingabe an den Reichskanzler zur Dritten NotDonung Stellung genommen, die zugleich auch den zuständigen Ministerien und den Fraktionen des Reichstags übermittelt e Provision und festes Ge grührigen Berjonen je ernahme v. Berteilungsel C. Martens, Hamburg of nftraße 11. mute. In der Eingabe wird erklärt, daß das Handwerk in den Drud und Verlag von Albin Klein in Gießen Geschäftsstelle: Gießen, Südanlage 21. Fernsprecher Nr. 2525 und 2526. Postschedkonto Nr. 69 530 Amt Frankfurt a. M. Samstag, den 17. Oktober 1931 Maßnahmen der Reichsregierung die große leitende Idee, den schöpferischen Gedanken vermißt, der das deutsche Volk aus der unmittelbaren Not in eine bessere Zukunft weist. Eine grundsägliche Wandlung der bisherigen Methoden der deutschen Finanz- und Sozialpolitik in ihrer Wirkung auf die deutsche Wirtschaft, welche namentlich die Lebensfähigkeit des gewerblichen Mittelstandes erhält und stärkt, bleibt dringend geboten. Für den geplanten Wirtschaftsbeirat nehmen die Spitzenver bände des Handwerks Bezug auf ihre Eingabe vom 24. Juli 1931, worin die Reichsregierung ersucht wurde, bei allen Maßnahmen, die in der Reichsregierung zur Ueberwindung der Wirtschaftskrisis vorbereitet werden, einen sachverständigen Vertrauensmann des Handwerks beteiligen. Nachdem jetzt die Bildung eines Wirtschaftsbeirates bei der Reichsregierung ange= kündigt ist, wird diese Bitte auf das Dringendste wiederholt. Im einzelnen treten die Spitzenverbände für eine Uebergangsregelung zum Finanzausgleich ein, die zumindest eine organische Lösung vorbereitet, um die gegenwärtigen Fehler des Finanzausgleichs zu beheben und somit insbesondere die ungleich: mäßige Behandlung der Steuerpflichtigen zu vermeiden. Die vorgesehene Senkung der Hauszinssteuer sei unzureichend, da der bebaute Grundbesitz zur Erhaltung der Grundlage unserer Kreditwirtschaft gänzlich von ihr befreit werden muß. Auch die Aufhebung der Wohnungszwangswirtschaft hat nunmehr zu erfolgen. Für die beabsichtigten Siedlungen wird die Einschal: tung des selbständigen Handwerks gefordert. Mit den Bestimmungen über die Spar- und Giro kassen usw. erklären sich die Spitzenverbände im großen und ganzen einverstanden. Für die gewerblichen Kreditgenossenschaften wird die Schaffung eines einzigen zentralen Kreditinstituts verlangt. In den Bestimmun gen über die Prüfungspflicht der Wirtschaftsbetriebe der öffent lichen Hand wird zwar ein erster Schritt zur Verwirklichung der Forderung nach Beschränkung der Tätigkeit der öffentlichen Hand in der Privatwirtschaft erblickt, jedoch müssen die vorgesehenen Bestimmungen möglichst rasch in Kraft gesetzt werden. Ihre Wirksamkeit hänge von der praktischen Durchführung ab. Für die Arbeitslosenversicherung seien Bestimmungen über die Einführung einer allgemeinen Bedürftigkeitsprüfung, über die Zusammenlegung wenigstens der Krisen und Wohlfahrtserwerbslosenfürsorge und über eine Senkung der Unterstützungsfäße unerläßlich. Die Durchführung der Naturalversorgung für die Erwerbslosen wird nur in engster Zusammenarbeit mit der Privatwirtschaft für möglich gehalten. Um die Zukunft des deutschen Exports. Kein Ereignis der letzten Zeit ist von so überragender Bedeutung für die fünftige Entwicklung der Weltwirtschaft und da= mit für das Schicksal der Völker, wie die Entwertung der eng lischen Währung. Der Sturmwirbel der unmittelbaren Auswirkungen hat zunächst Länder erfaßt, die, wie die skandinavischen, wirtschaftlich am meisten von England abhängig sind: sie mußten dem englischen Beispiel folgen und den Goldstandard ihrer Währung aufgeben. Welche Folgen wird die Pfundkrise für die deutsche Wirtschaft, für den Welthandel und für den Konkurrenzkampf auf den Absatzmärkten in Europa und Uebersee haben? - Deutschland aufs engste in die Weltwirtschaft verflochten und gezwungen, für seine hochwertigen Industrieerzeugnisse Absatz in aller Herren Länder zu suchen, steht, von allen anderen Problemen abgesehen, vor der schwierigen Aufgabe, sich für eine etwaige Verschärfung des Konkurrenzkampfes auf den internationalen Märkten zu rüsten. In den letzten Jahren hat Deutschland schon in dem großen Ringen um den Absatz auf dem Weltmarkt nicht sehr günstig abgeschnitten. Vom Januar bis August 1931 belief sich die deutsche Ausfuhr auf insgesamt 6,4 Milliarden Reichsmart. Das bedeutet eine beträchtliche Abnahme gegenüber dem Vorjahre( Januar bis August 1930: 8,1 Milliarden RM.) Wird sich die Stellung Deutschlands auf dem Weltmarkt behaupten lassen? Befürchtungen sind vielfach geäußert worden: die Entwertung des Pfundes schaffte der englischen Industrie eine Exportprämie, erleichtere also ihre Ausfuhr. Da bei der gegenwärtigen Konjunkturlage in der Welt schwerlich mit einer allgemeinen Ausweitung des Welthandels zu rechnen sein wird, könne England seinen Export im wesentlichen nur auf Kosten anderer Industrieländer, namentlich Deutschlands, steigern. Auch werde England, bisher ein guter Kunde Deutschlands, infolge seiner Währungsverschlechterung weniger einführen als bisher. Entsprechendes gelte für die anderen Länder, die ebenfalls vom Goldstandard abgewichen sind. Alle diese und ähnliche Befürchtungen scheinen zu einem Teil, heute schon bereits durch die tatfächliche Entwicklung bestätigt zu werden. Deutschland muß nun versuchen, so billig wie möglich zu exportieren. Hier liegt für die Zukunft eine überaus wichtige Aufgabe der deutschen Wirtschaftspolitik. Der Ladenschluß am Weihnachtsabend. Der Reichsrat erledigte am Donnerstag den Gesetzentwurf über die Arbeitsruhe am 24. Dezember. Der bayerische Gesandte Dr. von Preger beantragte, den allgemeinen Ladenschluß am 24. Dezember gegenüber der Vorlage um eine halbe Stunde zu verlängern, also auf 17% Uhr festzusehen und die Beschäftigung des Personals bis spätestens 18 Uhr zuzulassen. ( Neueste Nachrichten) Anzeigenpreise: Die 30 mm breite Petitzeile auswärts 24 Pfg.. lokal 12 Pfg., die 90 mm breite Retlame- Petitzeile 96 Pfg. Play vorschriften ohne Verbindlichkeit. Bei Wiederholung Rabatt. Für Vollklischee- Anzeigen außerdem besondere Ermäßigung Nummer 83 Hände weg von der Währung. Die gemeinsame wirtschaftspolitische Kundgebung der Spizenverbände hat mit Recht vor Währungsexperimenten gewarnt. Dieser Warnung kommt mehr ale akademische Bedentung zu, denn tatsächlich spielt man immer wieder in gewissen Kreisen mit dem Gedanken, gewisse Erfahrungen der Inflations zeit zu wiederholen. Man hat nämlich festgestellt, daß in einer bestimmten Periode der deutschen Inflation Ausfuhrerleichterungen großen Stils vorlagen. Es gehört zu der begrifflichen Unsicherheit unseres wirtschaftspolitischen Derkens, daß man in der öffentlichen Erörterung fast ohne Widerspruch diese Erfahrungen verallgemeinern darf. Man vergißt, daß die künstliche Vermehrung des Zahlungsmittelumlaufs in Deutschland, das Ergebnis der Kriegsfinanzierung, zunächst zu einer recht erheblichen Erschwerung der Ausfuhr geführt hat. Wenn bei gleichbleibendem Warenangebot die Umlaufsmittel vermehrt werden, steigen die Warenpreise. Wenn die Warenpreise steigen, verkauft sich die Ware bekanntlich nicht leichter, sondern schwerer. Die ausländischen Wechselkurse müs= sen sich deshalb nach einer gewissen Zeit der Preisbewegung auf dem inneren Markte anpassen; m. a. W., wenn beispielsweise infolge der Vermehrung des Zahlungsmittelumlaufs das allgemeine Preisniveau in Deutschland um 10 Prozent gesteigert wird, wird die Ausfuhr entsprechend sinken, die Einfuhr entsprechend steigen und durch diese Verschiebung von Angebot und Nachfrage auf dem Devisenmarkt wird die deutsche Valuta soweit heruntergedrückt, daß die Kaufkraftparität wieder hergestellt wird. Was heißt Kaufkraftparität? Kaufkraftparität ist die Uebereinstimmung der inneren Kaufkraft der Währung mit ihrer äußeren Kaufkraft. Wenn die Preise im Innern durch Inflation gesteigert werden, der äußere Wert des Geldes, der Valutakurs, aber derselbe bleibt, ist die Kaufkraftparität gestört und die oben erwähnte Exportdrosselung und Importsteigerung tritt sofort ein. Denn der Ausländer kauft deutsches Geld zum bisherigen Preis, die deutsche Ware aber ist teurer geworden, er kauft mithin die deutsche Ware teurer als vorher. Das Inland dagegen kauft ausländische Waren billiger als deutsche Waren, weil im Innern die Preise gestiegen sind, außerhalb Deutschlands aber die alten Preise herrschen und die ausländischen Zahlungsmittel zum alten Kurs gekauft werden können. Dadurch, daß die eigene Valuta dann infolge der Importsteigerung und Exportdrosselung der inneren Entwertung folgt, wird der Ausgleich wieder hergestellt. Der Ausländer zahlt dann für die deutsche Valuta nur noch so viel, wie es dem inneren Kaufkraftschwund der deutschen Währung entspricht. Das ist im günstigen Falle der Verlauf einer Inflation wie sie jetzt vielfach vorgeschlagen wird. Wir sehen dabei vollständig von der Tatsache ab, daß das deutsche Volk durch die Erfahrungen der großen Inflation wahrscheinlich vom ersten Tage ab die Flucht in die Sachwerte beginnen und die innere Entwertung der Mark so beschleunigen würde, daß der ausländische Kurs der Mark nur sehr zögernd folgen könnte. Das, was die Inflationsfreunde sich hinsichtlich des Exports versprechen, beruht auf den Erfahrungen der letzten Periode der deutschen Inflationszeit. In dieser letzten Periode sank nämlich der äußere Kurs der Mark schneller als die innere Kaufkraft. M. a. W., die Kaufkraftparität wurde nach der anderen Seite hin gestört als eingangs geschildert wurde. Die Mark war billiger im Ausland zu haben, als ihrer inneren Entwertung entsprach und deshalb war es für den Ausländer ein gutes Geschäft, Markbeträge billig zu kaufen, um sie in Deutschland zum Einkauf von Waren, Effekten, Grundstücken zu benußen, deren Preise noch nicht so gestiegen waren, wie es dem äußeren Kurs der Mark entsprochen haben müßte. Dieser Ausverkauf Deutschlands, der sich-um noch einmal daran zu erinnern keineswegs nur auf Exportartikel, sondern auch auf Effekten, Grundbesitz usw. erstreckte, war die Folge eines Valutadumpings, d. h. des Vorauseilens der äußeren Entwertung der Mark über die innere. Wie kam dieses Vorauseilen zustande? In der ersten Periode der deutschen Inflation ging die innere Entwertung der Mark schneller als die äußere, in der zweiten die äußere schnellere als die innere. In dieser zweiten Periode waren wir nämlich auf Grund unserer Reparationsverpflichtungen ge= zwungen, dauernd deutsche Mark im Ausland anzubieten, denn wir zahlten damals nicht in Mark, sondern unmittelbar in fremder Währung. Wir waren mithin gezwungen, die Mark gewissermaßen zu verschleudern und drückten dadurch den äußeren Kurs so stark, daß ein Valutadumping dabei entstand. Daß dieses Valutadumping manchen Industrien Vorteile gebracht hat, ist nicht zu bezweifeln, nicht zu bezweifeln ist aber auch, daß es ein unfreiwilliger Vorgang war. Ein Vorteil der Inflation, über den man allerdings in Interessentenkreisen nicht gern spricht, ist die mehr oder weniger umfangreiche Entwertung von Schuldverpflichtungen. Der Produzent verkauft bei steigenden Preisen, seine Kreditgeber verlieren ihr Geld. Wir glauben, daß es genügt, auf die Erschütterung des Vertrauens hinzuweisen, die ein einmaliges Experiment in Deutschland, aber auch außerhalb Deutschlands bewirkt hat. Die Wiederholung dieses Experiments wäre geeignet, das Vertrauen zum Kreditwesen endgültig zu zerschlagen und damit den Wiederaufbau der Wirtschaft völlig unmöglich zu machen. Im Samstag, den 17. Oftober 1931. übrigen sind wir auch materiell in einer viel schlechteren Lage als früher, weil wir langfristige Auslandsschulden verzinsen und tilgen müssen, die nicht durch eine Entwertung der Mark beseitigt werden können, sondern deren Last dann im Gegenteil noch schwerer drückt. Wir glauben also sogar feststellen zu müssen, daß der Wunsch, der anscheinend auch in gewissen landwirtschaftlichen Kreisen erörtert wird, sich durch Inflation zwangsläufig zu entschulden, auf einer Fehlkalkulation beruht. Die Auslandsverschuldung in Goldvaluten ist groß genug, um den Vorteil dieser inneren Entschuldung gewisser Produktionsbereiche durch die Verstärkung des ausländischen Schuldendrucks zu überkompensieren. der Es ist verständlich, daß in einer Deflationsperiode die Nachteile der Deflation so stark in die Erscheinung treten, daß manche Kreise sich nach dem Gegenteil sehnen. Gewiß ist die Deflation nicht minder gefährlich als die Inflation. Inflation bedeutet allmähliche Enteignung aller Markgläubiger zugunsten der Produktionssphäre. Deflation bedeutet Schrumpfung der Produktionssphäre, damit Arbeitslosigkeit, Schrumpfung Staatseinnahmen usw. Die Wirkungen der Deflation zeigen sich jetzt so mächtig, daß man allen Grund hat, davor zu warnen, aus einer Deflationspsychose heraus das Gegenteil, nämlich die Inflation zu fordern. Diese Deflation, die wir jetzt erleben, wäre ohne die Inflation, die wir früher erlebt haben, nicht in dem Maße gekommen. Die Inflation hat das Vertrauen in die Sicherheit des Gläubigers schwer erschüttert und diese Erschütte rung ist einer der wichtigsten Gründe dafür, daß das Kreditvolumen kleiner ist als es unseren Bedürfnissen entspricht. Würde man jetzt das Experiment der Inflation wiederholen, dann würde man in absehbarer Zeit in ein noch kleineres Kreditvolumen hineingezwungen sein und einen vorübergehenden vermeintlichen Vorteil für wenige Gruppen in der Produktionssphäre, einen Vorteil auf kurze Sicht, mit einem unerhört schweren Nachteil für die Gesamtwirtschaft auf lange Sicht, nämlich der endgültigen Zerstörung des Personal- und Realkredites erkaufen. Die evangelische Kirche zur Winternot. Das Landeskirchenamt erläßt folgendes Ausschreiben: Die furchtbare Not, die im kommenden Winter über unser deutsches Volk hereinzubrechen droht, hat die Gutgesinnten aller Konfessionen und Parteien, zumal die Verbände der freien Liebestätigkeit zu einer gemeinsamen Hilfsaktion ,, Der Winterhilfe" auf den Plan rufen Mit Genugtuung haben wir festgestellt, daß unsere evangelischen Geistlichen mit die ersten waren, die Hand ans Werk legten, noch bevor die Aufrufe der Regierungen in der Presse erschienen und der organisatorische Zusammenschluß der Wohlfahrtsverbände erfolgte. Jedoch möchten auch wir es nicht unterlassen, daß es selbstverständliche Pflicht jedes evangelischen Christen ist, gerade auch in eigener Not zu beweisen, daß uns die noch größere Not unserer Brüder, besonders der arbeitslosen Familien, zur Tat der Liebe bereitfindet, die hilft, wo und wie sie auch helfen kann. Wir vertrauen darauf, daß sich unserer Pfarrer hierin als Führer ihrer Gemeinden bewähren Der Mittelstürmer von Hollywood. Ein Fußball- Roman von Sidney Horler. 21. Fortsetzung. 6. Der Sensationsklub. Zündet einen Heuschober an und seht, wie die Flammen zum Himmel schlagen. So ging es in Hollywood zu. Der Sieg über die Swiftsein Sieg, der jeden Fußballpropheten im Lande mit einer einzigen Ausnahme( unser Freund Jimmy Dunster war diese vertrauensvolle Seele) maßlos überraschte, war das Zündholz, und die Teilnahme der Hollywood- Bevölferung für Association Fußball der Heuschober. Die, Begleiterscheinung dieses Brandes war ein Feuerschein, der sich über das ganze Land zu verbreiten schien. In seinem Kommentar über das Spiel dieses Samstags schrieb der weise Redakteur der Athletic World": Diese Hollywood- Affäre ist das Rät: selhafteste, was mir je im Fußball vorgekommen ist! Sam Hollister hatte gut spekuliert, als er die 1500 Pfund Bestechung Ser Swifts, das Wettspiel in Turningham auszutragen, ausgeschlagen hatte. Seine Handlungsweise hatte das Sportgewissen der Stadt mehr als alles andere aufgerüttelt. Wie eine neue Offenbarung tam es über die Stadt, daß es eine der besten Fußballmannschaften des Landes war, die unter ihrem Namen spielte. Und plötzlich wurde Hollywood stolz auf seinen Klub." Die Psychologie eines Fußballpublikums ist seltsam. Wenn seine Lieblingsmannschaft Erfolg hat, tennt sein Ehrgeiz und jeine Erwartung feine Grenzen. Nachdem eine der bestbefannten Mannschaften des Landes besiegt worden war, sah Hollywood keinen Grund, warum die waderen Burschen in dem roten Dreß nicht noch größere Heldentaten vollbringen sollten. Von dem Augenblick an, als der große Bill Lennie das siegbringende Tor gegen die Swifts geschossen hatte, steigerte sich die Erregung der Masse bis zur Fieberhize, und in jedem Hause der ganzen Grafschaft stellten die Enthusiasten Vermu fungen an, gegen wen wohl Hollywood in der nächsten Runde antreten würde, die am Montagnachmittag ausgelost werden sollte. Der Hauptreiz dieser zauberhaften Einrichtung, des englischen Pokals, lag in der Ungewißheit der Auslosung. Ruhm und Vergessenheit, beides konnte sich gleich rasch einstellen. Die Tabelle der Resultate in den Abendzeitungen verkündete ein furchtbares Schlachten unter den Großen". Die ersten zwei Runden sahen manche berühmte Mannschaft gegeneinander. The Wanderers, Midchester City, Clayton Athletic mußten geschlagen ausscheiden, während fecke junge Klubs aus dem Süden noch immer eine furze Gnadenfrist in der Chance der nächsten Runde fanden. Die Erregung ebbte am Sonntag nicht ab. Im Gegenteil, sie erhielt weitere Nahrung durch eine Bemerkung, welche Da vid Mc. Killan, der berühmte Internationale und Manager der Swifts, zu einem Journalisten gemacht hatte. Er sagte, er fönne teine Entschuldigung finden für die Niederlage seiner Leute. Mit der Ehrlichkeit des wahren Sportsmannes sagte er: ,, Die bessere Mannschaft hat gewonnen. Wenn ich tönnte, würde ich die halbe Hollywood- Mannschaft engagieren." Alle diese Tatsachen zusammen mußten ihre Wirkung zeitigen; und als Jimmy Dunster um halb vier Uhr am Montag= nachmittag aus dem Fenster auf die Straße schaute, fühlte er sich bewogen, Sam Hollister ebenfalls zum Fenster zu rufen. ,, Die warten auf das heutige Auslosungsresultat," sagte er vergnügt, als sie auf die dichtgedrängten Menschenmassen vor dem Redaktionsgebäude hinabsahen. Passen Sie auf, Sam, ich friege noch eine Dividende auf meine hundert Pfund!" Eine halbe Stunde später hatte sich die Menge zerstreut. ,, Birlton Jolers-am Birlton- Platz," teilten sie den Leuten mit, die sie am Weg trafen. Ich weiß nicht, wie unsere ,, Gießener Zeitung" werden. Die Gemeinden aber bitten wir, nicht nur der Not in der eignen Mitte zu begegnen, sondern auch den Notschrei nicht zu überhören, der jetzt vielfach aus den Nachbargemeinden zu ihnen dringt, zumal von den Städten auf das Land, weil dort naturgemäß das Elend der Arbeitslosigkeit am größten ist. Wir denken dabei nicht nur an die Beschaffung von Nahrung und Kleidung für die Armen, sondern auch an die schwere seelische Not, die auf zahllosen Männern und Frauen liegt, denen es versagt ist, ihre gesunde Arbeitskraft für sich, ihre Familie und ihr Volk nutzbar zu machen. Verzweiflung droht viele zu erfassen, die nur in des Glaubens Kraft überwunden werden kann. Unsere große Aufgabe ist jetzt gewiß die Fürsorge, vor allem aber die Seelsorge in einer jedem Form. Zur Seelsorge gehört u. E. auch die Erschließung und Ermöglichung jeder zweckvollen Betätigung für die aus ihrer Berufsarbeit gerisse= nen Volksgenossen, um ihnen das niederdrückende Gefühl der 3wedlosigkeit des Daseins zu nehmen. Das wird vielfach erfinderischer Liebe möglich sein, wenn auch dem Einzelnen wie der einzelnen Gemeinde kein Weg offensteht, der aus der allgemeinen wirtschaftlichen Not herausführt. Gott segne den Dienst! Gott erbarme sich unser aller, zumal unserer arbeitslosen Brüder! Ein schwerer Schlag für den deutschen Export. Die italienische Regierung hat ihre Einfuhrzölle um 15 Prozent hinaufgesetzt. Von seiten der deutschen Regierung sind bereits diplomatische Schritte erhoben worden, die aber bisher erfolglos geblieben sind. Der deutschen Ausfuhr entsteht durch die italienische Zollerhöhung eine starke Einschränkung der Absazmöglichkeiten, die wiederum den Beschäftigungsstand bei uns beeinträchtigen kann. Gegen deise Zollerhöhung können wir leider nicht protestieren, weil Italien seine Einfuhrzölle ganz allgemein heraufgesetzt hat. Wer hat zum Weltkrieg gerüstet?*) ( Schluß.) Ehe noch die deutsche Heeresvorlage öffentlich bekanntge= geben wurde, hatten die Franzosen im Februar 1913 unter dem Präsidenten der Republik, Poincaré, dem einflußreichen Verfechter der Revanche politik, zur einzigen noch möglichen Steigerung ihrer Schlagfertigkeit gegriffen und die dreijährige Dienstzeit für alle Waffengattungen beschlossen. Delcassé, der erbittertste Feind Deutschlands, wurde Botschafter in Petersburg. Rußland rüstete fieberhaft und behielt ständig einen Reservistenjahrgang unter der Fahne, so daß sein Friedensheer auf 1.2 Millionen anschwoll. Die deutsche Heeresverstärkung wurde am 3. Juli 1913 be= schlossen. Sie brachte dem Heer einen Zuwachs von 135 000 Mann, der in zwei Jahren erreicht werden sollte. Nach der Einstellung des ersten Teiles in Höhe von 72 000 Refruten blieben jedoch noch 30 000 Taugliche und 75 000 noch nicht Volltaugliche übrig, so daß die allgemeine Wehrpflicht auch jetzt bei weitem noch nicht erreicht wurde. Damit betrug die Friedensstärke im Jahre 1914 bei Deutschland 761 000 Mann( 1,08 Prozent der Bevölkerung), bei Frankreich 775 000 Mann( 2 Prozent der Bevölkerung, also fast der doppelte Prozentsatz), ohne die farbigen Truppen. Da Deutschlands Bundesgenosse Desterreich- Ungarn sich auf Jungens das fertigbringen sollen, aber mitfahren will ich auf jeden Fall, um ihnen Mut zu machen" Hollister war inzwischen zum Spielplatz gefahren, wo er wieder einmal Heerschau hielt. ,, Wieder eine harte Nuß, Jungens," sagte er; aber nach dem letzten Spiel zu schließen, vermute ich, daß wir den Herrschaften auch etwas zu fnaden geben werden. Immerhin, es ist erfreulich zu sehen, wie die Stadt jetzt mit uns mitgeht. Während ich noch bei Jimmy Dunster war, telephonierten einige Leute, die vorschlugen, man möchte einen Extrazug für unsere Anhänger bestellen, die mitfahren wollen." ,, Anhänger!" grinste der große Bill Lennie.„ Das sind feine Anhänger, eher Peiniger! Die müssen rein ihre ganze Begeisterung während der Saison für letzten Samstag aufge= spart haben. Ich bin am ganzen Körper verbeult vor Anerfennung." ,, Gut ist das Lied, das sie sich gemacht haben, Bill," lachte Pat Finnegan. ,, Set'em alight the Robins!" Das klingt wie ein Schlachtgesang. ., Lange, bevor wir nach London fahren, um das Finale zu gewinnen, wird dieses Lied berühmt sein," prophezeite Walter Bell weise. Nanu, was schaust du mich so an?" fragte der Linksaußen beleidigt. Sabe ich nicht auch vorausgesagt, daß wir die Swifts zwei zu eins schlagen werden? Habe ich es nicht die Nacht vorher geträumt? Jawohl, mein Junge, ich bin ein Hellseher." ,, Du bist ein Schwätzer," sagte Bill Lennie, der offenbar nicht zu überzeugen war. Marr, der eine Zeitlang dem scherzenden Geplänkel seiner Kameraden lächelnd gelauscht hatte, stand auf und ging in die Stadt. Beim Hauptpostamt schickte er ein Telegramm an Margery Kirkby ab, die noch in Rodborough war. Das Telegramm informierte sie von dem Resultat der dritten Auslosung. Als er aus dem Postamt wieder auf die Straße trat, sah er mit grimmiger Befriedigung eine große gelbe Limousine, die sich eben in Bewegung setzte. Er erkannte den Wagen als das Eigentum eines Mannes, dem er besonders gern begegnet wäre. Um 7 Uhr abends desselben Tages drückte es auf die Glocke des Haustores von Levern Croft, des großen schönen Hauſes auf der Anhöhe, welche die Stadt überblicke und wo Mr. Fairfax Stopford wohnt. ,, Darf ich um die Karte bitten, mein Herr?" fragte der Diener, nachdem er dem Fußballer mitgeteilt hatte, daß Mr. Stopford zu Hause sei. ,, Ich brauche keine Karte," antwortete Marr und drängte sich an dem überraschten Diener vorbei. ,, Sagen Sie nur Mr. Stopford, daß ein Herr da ist, der ihn dringend zu sprechen wünscht. Ich gehe gleich mit Ihnen." ,, Das darf ich nicht zugeben, mein Herr, das müssen Sie doch verstehen, mein Herr, daß ich das nicht zugeben kann," flehte der Mann.„ Ich werde Unannehmlichkeiten haben, mein Herr, wirklich " Ich werde schon dafür sorgen, daß Sie keine Unannehm lichkeiten haben," antwortete der Fußballer. Führen Sie mich nur zu Ihrem Herrn, und ich werde ihm schon die Sache zu= friedenstellend aufklären." Zitternd, als ob er es mit dem leibhaftigen Teufel zu tun hätte, klopfte der Diener an die Tür eines Zimmers, öffnete sie und sagte:„ Ein Herr, der Sie zu sprechen wünscht, Sir." Dann verschwand er leise und rasch. Einen Augenblick stand Marr in der Türöffnung und blickte auf die unförmige Fleischmasse, die ihm aus den Liefen eines großen, bequemen Lederfauteuils mit wütenden Augen an= glotte. Sie wagen hier einzudringen?" Fairfax Stopford war aufgestanden. Seine quallige Hand fühlte hinter seinem Rüden nach einer Glode. Weg mit der Hand von dieser Glode, wenn Sie Unannehmlichkeiten vermeiden wollen!" warnte sein Besucher und schloß Nr. 83 Samstag, den 17. 414 000 Mann( 0,9 Prozent der Bevölkerung) beschränkte, hatten die Mittelmächte 1,2 Millionen, dagegen Frankreich, Rußland, England, Serbien, Belgien zusammen 2,9 Millionen Mann vor dem Kriege unter der Fahne. Selbst als durch die Ermordung des österreichischen Thronfolgerpaares das Signal zum Ausbruch des Weltkrieges gegeben wurde, glaubte man im preußischen Kriegsministerium noch nicht an den Krieg, sondern bereitete unter dem neuer 60 Reichtum, Schönhe de am Menschenhimm Pa glaubt ein Mann Minister v. Falkenhayn in Ruhe eine neue Heeresvorlage vor Lebens bannen fönne die erst in den Jahren 1916/17 wirksam werden sollte. Mobilmachung betrug Bei der Feispiele, daß der Gip die Kriegsstärke des deutschen Heeres 5,7 Prozent der Bevöl ferung, Tegt. Gold blendet. und Pracht und den F die Kriegsstärke des französischen Heeres dagegen 9 Prozent tann dahinter Leid un der Bevölkerung. Wenn Deutschland ebenfalls 9 Prozent seiner Bevölkerung bei der Fahne gehabt hätte, wäre sein Heer um 2,2 Millionen fh nur hinter dem Geld erarbeiten, das Mann stärker gewesen. Im ganzen hatten die Gegner der Mite man nicht darben, de Millionen Streitern, während sich allein in Deutschland über und Fleiß dir Werte 5 Millionen Männer im wehrpflichtigen Alter befanden, die feine militärische Ausbildung genossen hatten. des schaffenden Geiste Gottes gewiß. Aber D Die Geschichte der deutschen Rüstungspolitit, wie sie jetzt in den klaren Angaben und Zahlen des Reichsarchivs vor aller und reich macht und Augen offen zutage liegt, ist ein Beweis der deutschen Fried fertigkeit und des französischen Willens zum Kriege, ist die schlagende Widerlegung der Kriegsschuldlüge, Neben dem Reid machen soll. Aber nu die neben der Rolonialſchuldlüge eine der giftigsten und nieder bill und rein und de trächtigsten Berleumdungen der Weltgeschichte bildet. Wenn man auch noch so häßlich. wissen will, wie ein zum Kriege entschlossenes Volk aussieht, in den Zügen solcher dann möge man das damalige Frankreich anschauen, menſchönheit. Da jenes Frankerich, das den lezten tauglichen Mann triegsmäßig ausbildete, bas 34 Brozent seiner Staatsausgaben für miltis jön, mit hübschen tärische Zwede verwendete, während dies in Deutschland nur mit aber tiefer schaue 15 Prozent waren, jenes Frankreich, das 1913 die dreijährige Dienstzeit wieder einführte und damit zu einer Maßregel griff, die überhaup nur kurze Zeit ertragen werden konnte und gewissermaßer schon eine Teilmobilmachung darstellte. Die nüchternen Zahlen über die deutschen Rüstungen be weisen, daß die deutsche Regierung bis in die letzten Tage vor dem Ausbruch des Weltkrieges an die Erhaltung des Friedens alaubte. Die Zahlen über die franzöſichen Rüstungen wie auch Poincarés Handlungen aber beweisen daß die französische Regierung sich nicht nur mit allen ihren Kräften auf den Weltkrieg vorbereitete, sondern ihn auch im Bunde mit Rußland heraufbeschwor. Im vollen Bewußtsein ihrer ungeheuren Schuld am Aus bruch des Weltkrieges haben die französischen Staatsmänner den Bruch der Friedensbedingungen des amerikanischen Präsidenten Wilson durchgesetzt, haben sie erreicht, daß Deutschland durch das Versailler Diktat mit der Schuld am Weltkriege belastet wurde. Auf diesem ungeheuren Unrecht bauten sie das Versailler Diktat auf und schufen Bestimmungen durch die Deutschland die un geheuersten Tributlasten auf Menschenalter hinaus auferlegt wurden. Diese Tributlasten haben die Weltwirtschaft zerstört, und rund 15 Millionen Menschen sind um Lohn und Brot ge kommen. Das ist der Fluch von Versailles. Versailles muß fallen! Bisher sind erschienen 35 Flugblätter wie obiger Aufsatz in deutscher, rund 100 in fremden Sprachen. Bitte verlangen Sie Verzeichnis. Bei Bestellung geben Sie bitte die gewünschte Sprache und bestimmte Stückzahl an. Abgabe unentgeltlich. Deutscher Fichte- Bund e. V., gegründet im Januar 1914. Reichs bund für den Kampf gegen Versailles. Hamburg 36, Colon naden 47. Banktonto: Reichsbant, Hamburg. Postscheatonto 8939 die Tür sorgfältig hinter sich.„ Ich bin hier, um mit Ihnen zu reden, und werde in meinem eigensten Interesse die Unter haltung möglichst abkürzen. Sie werden schon gemerkt haben, daß ich keine besondere Vorliebe für Ihre Gesellschaft habe." Zum Teufel!" schäumte Stopford. Das sollen Sie mit bezahlen!" Komisch, daß Sie gerade vom Bezahlen sprechen," antwor tete der Fußballer mit harter, falter Stimme, es ist nämlich eine Zahlungsangelegenheit, die mich hierherführt. Ich wünsche einen Scheck auf dreitausend Pfund, zahlbar an Miß Margery Kirkby, und denke dieses Haus nicht eher zu verlassen, bis ich ihn bekommen habe!" Drohend hob Stopford die Hand. grinit oft Häßlichkeit a mal einer unbeachtet om die Natur die So diefer Hülle fand mo bendend weiße Geel Und der dritte S weil sie glauben, da auch Ehre gehört. überschüttet mit irdija weil später sein ehrlo doch noch offenbar wi Durch alle irdische en, schaut das Auge Geltung haben: Reich Ein unerfreuliche weite Teile unferes Bargeld. Man gewö wie im Privathausho wirtschaftlichen Bedü nicht mehr regelmäß wird vielmehr dahe Schublade. Ja, man Konten aufzulojen, n benötigt, nein, weil Sparstrumpf aus de wieder zu Ehren zu der auf diese Weise d mehr als eine Millia Ueber eine Milli hitel des gesamten auf an Reichsbantnot ih Ende September Reichsmart, ist also e Cinit und Der von Pferden g Schnellverlehr" de ..Ihr läppisches Drohen ist mir gleichgültig," fuhr Marr mit derselben ruhigen Stimme fort, hingegen würde ich den Versuch von Tätlichkeiten Ihrerseits nur begrüßen. Sie sehen, ich spreche ganz offen mit Ihnen. Seit langer Zeit lechze id danach, mich an Ihnen zu vergreifen, Sie fette, häßliche Kröte! Gleichzeitig will ich aber die Affäre so ruhig und ohne Auf sehen zu erregen, erledigen, als es die Umstände gestatten. Ich tollenden Wagens aud habe eine schriftliche Ermächtigung von Miz Kirkby, die mich Birgers, jo war ein M berechtigt, einen Betrag von dreitausend Pfund, welcher Then is die Hufeisen ber von Mrs. Horrell anvertraut wurde und von dessen Verbleib sie bis nun nichts erfahren fonnte, einzufassieren!" ter Lärm genug mad Das ist ja Erpressung!" zischte Stopford giftig Ich lasse" Ruf der Wageni die Polizei rufen." Situationen, um die Der Fußballer trat einen Schritt vor und stand nun faum Damnungszeichen wär um Armeslänge entfernt von dem Mann, den er so gern mie dergebort hätte. Ich habe Sie schon einmal gewarnt, meine Geduld zu er gewesen, hätte nicht di den Stößen des S schöpfen," sagte er. Sie sprechen von Polizei; lassen Sie sich nachte nur durch das gesagt sein, daß ich selbst zur Polizei gehe, wenn ich nicht in nettjam und man mu nerhalb fünf Minuten den Sched habe! Ich glaube, ich werde Rider haben, auf das leicht in der Lage sein, zu beweisen, daß Sie ein Komplott in Szene gesetzt haben, um sich dieses Geldes für ihre eigenen tellt war. Man fan gekommen, statt zur Polizei zu gehen, weil ich einen Standal bihin nur bei Schlitte Zwecke zu bemächtigen. Ich bin nur deshalb persönlich her Lagenführer zu betät zu vermeiden wünsche. Jetzt stellen sie sofort den Scheck aus!" Ich wiederhole, das ist Erpressung!" wand sich der andere. ..Schreiben Sie den Sched, Sie Hund!" Ehe ein Ausgleich Fohlenfutschern und Marr, dessen Geduld zu Ende war, hob die Hand, aber vor ihn geschaffen werden dieser Drohung wich Stopford. Er warf sich in einen Stuhl vor dem Schreibtisch und zog jein Schedbuch aus der Lade. ,, Danke!" sagte der Fußballer zwei Minuten später und steckte das Papier in die Brieftasche. Jetzt nur noch ein Wort, bevor ich gehe. Miß Kirkby hat mich beauftragt, Sie zu ers suchen, ihr in Zukunft Ihre Gesellschaft nicht mehr aufzu brängen. Ich erlaube mir hinzuzufügen, daß ich mich bemüßigt sehen würde, einzugreifen, wenn Sie dieses Ersuchen nicht voll berücksichtigen." Das sollen Sie mir bitter bezahlen bei Gott!" brüllte Stopford, dessen ganzer Körper vor Wut bebte. die Erscheinung, das Bräusch der rollenden u man stand diejem Bgenüber. Die Altpor Borden, als daß fie an ohne weiteres hätte Listen irgendein War it den auf ihr Ohr fi Buerit ahmten sie die C ald ein Fußgänger i er fie fich der mit der ,, Sie sprechen wie ein schlechter Schauspieler," antwortete Marr. ,, Aber schließlich sind Sie ja auch einer!" Wieviel Nervenanspannung der Besuch ihn gekostet hatte, zurückgekehrt war und einen Brief von Margery vorfand. Seine Hand zitterte so heftig, daß er kaum die Feder halten konnte. Als er aber kurze Zeit darauf den Brief mit dem beigeschloss senen Sched weggeschickt und sich zu einer beruhigenden Pfeife Tabak niedergelassen hatte, dankte er doch der Vorsehung, daß er den Mann nicht niedergeschlagen hatte. Ein Standal wat so vermieden und der Name des geliebten Mädchens nicht in die Oeffentlichkeit gezogen worden. Roch war die Zukunft ungewiß, doch mit dreitausend Pfund, über die sie verfügen fonnte, war Margern wenigstens un abhängig von der Gastfreundschaft ihrer Tante, und das war schon sehr viel wert. tam Richard erst zum Bewußtsein, als er in seine Wohnung schied sich schließlich Fortsetzung folgt. tich reicher strömte Raum aber hatten bien etwas Neues Bit der Herrschaft de Etage war es vorbei, a den der Fußgänger au Bere bei einem Zujam Baggänger angefahren Firler als der gehend Nr. Samstag, den 17. Oftober 1931. erung) bejáräntte, batte en Frankreich, Ruglan 29 Millionen Mann s österreichischen Thro Weltkrieges Bijchen Kriegsministeriu Lokales. Sonntagsgedanken. Reichtum, Schönheit und Ehre. das sind die drei Sterne, Teitete unter dem neue Da glaubt ein Mann, daß Geld und Gut nur die Sorgen des neue Heeresvorlage Do Lebens bannen fönnen. Aber jeder Tag gibt uns doch tausend werden sollte.- Bei de Beispiele, daß der Gipfel des irdischen Glüdes nicht im Reichtum bie am Menschenhimmel so vielen verführerisch entgegenleuchten. 5,7 Prozent der Bevöl iegt. Gold blendet. Wir sehen Diamanten und Perlen, Glanz and Pracht und den Reichtum in schillernden Farben. Und doch ceres dagegen 9 Brozen ann dahinter Leid und Sorge stehen, die wir nicht sehen und die Cozent feiner Bevöllen seld erarbeiten, das darf jeder, er soll es. Denn im Alter will ich nur hinter dem Gefunkel des Reichtums verbergen. Sich Heer um 2,2 Millioner Eten die Gegner der M man nicht darben, deshalb soll man, wenn die Hände und der heit von annähernd die Seist sich noch regen hönnen, sparen. Wenn du in Ehrlichkeit ein in Deutschland ühe und Fleiß dir Werte schaffst, sei es durch der Hände Fleiß oder gen Alter befanden, hatten. des schaffenden Geistes Plage, dann ist dir auch der Segen gspolitit, wie fie jekt: Gottes gewiß. Aber vergiß nur nie, daß erst zufriedenheit froh = Reichsarchivs vor alle und reich macht und selbst dem größten König gleich. veis der deutschen Friel Szum Kriege, ist die Kriegsschuldlüge, ich anichauen, Neben dem Reichtum ist es die Schönheit, die glücklich machen soll. Aber nur der ist in Wahrheit schön, dessen Seele Wenn der giftigsten und niede hell und rein und dessen Herz geadelt ist und wäre sein Leib schichte bildet, Wenn me auch noch so häßlich. In solchem Herzen glitert Gold und, und schlossenes Volt aussieh in den Zügen solcher Menschen spiegelt sich das Bild wahrer lichen Mann friegsmägi Innenschönheit. Da begegnen uns oft Menschen stattlich und Staatsausgaben für mill schön, mit hübschen Gesichtern und feinen Manieren. d dies in Deutschland n wir aber tiefer schauen, hinter die Schönheit der Hülle, dann grinst oft Häßlichkeit aus der verborgenen Seele. Da geht manchmal einer unbeachtet und vielleicht auch verachtet seine Wege, dem die Natur die Schönheit des Körpers versagte. Aber unter dieser Hülle fand man oft schon ein goldenes Herz und eine blendend weiße Seele. jährige Dienstzeit wiede regel griff, die überhaus onnte und gewissermaße ellte. deutschen Rüstungen sin die letzten Tage Erhaltung des Friede ichen Rüstungen wie a itete, sondern ihn auch in 1. Und der dritte Stern ist die Ehre. Nach ihr jagen so viele, weil sie glauben, daß zu ihrem Reichtum und ihrer Schönheit auch Ehre gehört. Manchen aber haben die Menschen schon icht nur mit allen ihr überschüttet mit irdischen Ehren, auf den dann die Menge zeigte, weil später sein ehrloses Innere, das äußerer Glanz verdeckte, doch noch offenbar wurde. heuren Schuld am Aus fischen Staatsmänner de merikanischen Präsidenter az Deutschland duré des Weltkriege belastet wurde ■ sie das Versailler Dific die Deutschland die un nalter hinaus auferleg e Weltwirtschaft zerstört um Lohn und Brot ge Tes. llen! er wie obiger Aufsatz i en. Bitte verlangen Gi Sie bitte die gewünscht 1. Abgabe unentgeltlid im Januar 1914. Reids 5. Samburg 36 Colon Surg. Postscheonto 88 Durch alle irdischen Hüllen, mögen sie glänzen oder unschön fein, schaut das Auge eines Ewigen, und vor diesem wird nur Geltung haben: Reichtum, Schönheit und Ehre der Seele. Der Sonntagsschreiber. Gehortetes Geld. Ein unerfreulicher Brauch ist es, zu dem sich augenscheinlich weite Teile unseres Volkes heute bekennen; das Hamstern von Bargeld. Man gewöhnt sich offenbar daran, sowohl im Geschäft wie im Privathaushalt größere Barmittel zu halten, als es die wirtschaftlichen Bedürfnisse erfordern. Verfügbares Geld wird nicht mehr regelmäßig zur Bank oder Sparkasse getragen, es wird vielmehr daheim aufbewahrt, im Schrank oder in der Schublade. Ja, man geht sogar soweit, Ersparnisse abzuheben, Konten aufzulösen, nicht, weil man sein Geld in allen Fällen bin hier, um mit mer benötigt, nein, weil man es zu Hause sicherer glaubt. Der alte nſten Interesse die Unter Sparstrumpf aus der Zeit unserer Großväter scheint demnach wieder zu Ehren zu kommen. Der Betrag an Zahlungsmitteln, den schon gemerkt haber Ihre Gesellschaft habe." der auf diese Weise dem Verkehr entzogen wird, kann bereits auf D. ,, Das sollen Sie mi mehr als eine Milliarde Reichsmart geschägt werden. zahlen spredjen," antwor Stimme, es ist nämlia Sierherführt. Jah wünsch ahlbar an Mik Margert eber zu verlaſſen, bis id gleichgültig," fuhr an ,, hingegen würde ich den nur begrüßen. Sie fehe Seit langer Zeit ledge i Sie fette, häßliche Krou so ruhig und ohne e Umstände gestatten, en Miz Kirkby, die nd Pfund, welcher In und von dessen Verble eing giftig 36 le einzufaffieren!" Ueber eine Milliarde Reichsmart das bedeutet etwa ein Sechstel des gesamten Geldumlaufs in Deutschland. Der Umauf an Reichsbanknoten, Rentenbankscheinen und Münzen belief fich Ende September 1931 insgesamt auf rund 6,3 Milliarden Reichsmart, ist also etwas geringer als zur gleichen Zeit des Einst und jetzt im Straßenverkehr. Der von Pferden gezogene Wagen war die erste Erscheinung im ,, Schnellverkehr" der Straße. Uebertraf die Schnelligkeit des tollenden Wagens auch die Schnelligkeit des zu Fuß gehenden Bürgers, so war ein Warnungszeichen insofern nicht von nöten, als die Hufeisen der Pferde und die Eisenreifen der Wagentäder Lärm genug machten, um den Fußgänger zu warnen. Ein beu Ruf der Wagenführer genügte in besonders gefährlichen Situationen, um die Gefahr abzuwenden und ein besonderes Dor und stand nun for Warnungszeichen wäre im Straßenverkehr nicht erforderlich Mann, den er jo gern m arnt, meine Geduld zu n Polizei; laffen Sie i gehe, wenn ich nicht be! Ich glaube, ich we n, daß Sie ein Komple gewesen, hätte nicht die auf Schienen laufende Pferdebahn sich von den Stößen des Knüppelpflasters befreit. Die Pferdebahn machte nur durch das Trappeln der Pferde auf ihr Nahen aufmerksam und man mußte einen Ersatz für das Geräusch rollender Räder haben, auf das das Ohr des Fußgängers nun einmal einGeldes für ihre eigen gestellt war. Man fand diesen Ausgleich einerseits in einer vom r deshalb persönlich beagenführer zu betätigenden Glode, anderenteils in den bis , weil ich einen Stan dahin nur bei Schlittenpferden üblichen Schellen. e sofort den Sched aus! Hund!" g!" wand sich der ander r, hob die Hand, aber of warf sich in einen St hedbuch aus der Lade. wei Minuten später Jeht nur noch ein Me ich beauftragt, Sie zu fchaft nicht mehr auf gen, daß ich mich bema dieses Ersuchen nicht bei Gott!" bril hlenWut bebte. Schauspieler," antwort auch einer!" Besuch ihn getoftet hat als er in feine Wohn On Margery vorjand, E 7 die Feder halten fo Brief mit dem beige einer beruhigenden doch der Vorsehung, hatte. Gin Stanbal liebten Mädchens night i ody mit breitausend Bun hrer Lante, und das m Mangern wenigftens olgt. Ehe ein Ausgleich zwischen den in ihrer Existenz bedrohten Droschkenkutschern und der für billiges Geld fahrenden Pferdebahn geschaffen werden konnte, trat ein neues Verkehrsmittel h die Erscheinung, das Fahrrad. Bei ihm entfiel nicht nur das Geräusch der rollenden Räder, sondern auch das Hufgetrappel und man stand diesem neuen Ding mit Mißtrauen und Verdruß gegenüber. Die Altvorderen waren zu sehr Ohrenmenschen ge= Borden, als daß sie an dieses geisterhaft dahinhuschende Gefährt sich ohne weiteres hätten gewöhnen können und die Radfahrer mußten irgendein Warnungssignal suchen, um Zusammenstöße mit den auf ihr Ohr sich verlassenden Fußgänger zu vermeiden. Zuerst ahmten sie die Eisenbahn nach und begannen zu pfeifen, obald ein Fußgänger ihnen in die Quere kam, alsdann bedienn sie sich der mit der Pferdebahn üblichen Glode. Die Polizei entschied sich schließlich für das Glodengeläute und um ein Getusch reicher ,, strömte" der Verkehr dahin. Kaum aber hatte man sich an das flinke Fahrrad gewöhnt, ejchien etwas Neues im Straßentilde; der pferdelose Wagen. Mit der Herrschaft des Radfahrers als schnellster Mann der Straße war es vorbei, aber auch mit dem beliebten Mittagsschläfden der Fußgänger auf dem Fahrdamm. Der Radfahrer risferte bei einem Zusammenstoß zuviel, als daß er mutwillig den Fußgänger angefahren haben würde, aber das Automobil war stärker als der gehende Mensch, und um die Gefahr zu bannen, ,, Gießener Zeitung" - Vorjahres und steht hinter dem Stande von Ende September 1929 um rund 200 Millionen zurüd. Jm ganzen gesehen, fann dieser Zahlungsmittelumlauf das sei allen gesagt, die in völliger Verkennung der wahren Sachlage nur zu leichtfertig von Inflation sprechen-- als verhältnismäßig niedrig angesehen werden. Es sind noch nicht einmal einhundert Reichsmart, die auf den Kopf der Bevölkerung entfallen, im Gegensatz zu an= deren vergleichbaren Ländern, die erheblich höhere Kopfquoten zu verzeichnen haben. Wenn also von diesem Umlaufsbetrag ein Sechstel gehortet wird, so bedeutet das eine spürbare Einengung der der Wirtschaft zur Verfügung stehenden Geldmittel. Nun ist das Geldhamstern zwar feine typisch deutsche Erscheinung. Auch in anderen Ländern kann man es beobachten, so namentlich in Frankreich. Für unser armes Land st es jedoch besonders nachteilig. Nicht, daß es währungspolitisch bedenklich wäre andere Gründe sind es, die das Geldhamstern als volkswirtschaftlich unzwedmäßig erscheinen lassen. Geld ist der Betriebsstoff der Wirtschaft. Durch die Hortung von Barmitteln werden wertvolle Teile dieses Betriebsstoffes brachgelegt, mit anderen Worten: unfruchtbar gemacht. Würden sie den großen Sammelbecken, den Banken, Sparkassen und Genossenschaften, wieder zugeleitet werden, so könnte das, volkswirtschaftlich und kreditpolitisch gesehen, nur von Nutzen sein. Banken und Sparkassen lagern das ihnen zuströmende Geld ja nicht in ihre Keller ein, sie stellen es vielmehr soweit sie es im Augenblick nicht selbst dazu benützen würden, die ihnen von der Reichsbank gewährten Kredit ihrerseits abzudecen in der Regel der produktiven Wirtschaft in Form von Krediten zur Verfügung. Je größer die Mittel, über die sie verfügen, desto besser kann auch die Kreditversorgung der Wirtschaft sein. Umgekehrt: werden unnötig Mittel von den Kreditinstituten abgezogen, dann müssen diese Institute früher oder später zu Kreditkündigungen schreiten, um sich liquide zu halten. Kreditfündigungen bedeuten aber gegenwärtig oft nichts anderes als: schwerringenden Betrieben den Todesstoß versehen und die darin Schaffenden brotlos machen. Das sollte jeder bedenken, der heute aus falschem Mißtrauen unnötigerweise Geld von den Kreditinstituten abhebt und verfügbare Barmittel zu Hause behält. * Landtagswahl. Auf Anordnung der hessischen Staatsregierung hat die Auflegung der Wählerlisten und Wahlkarteien in allen hessischen Städten und Landgemeinden in der Zeit vom 18. d. M. einschließlich bis 25. d. M. zu erfolgen. Während der Auslegungsfrist ist den Stimmberechtigten Gelegenheit zu geben, sich davon zu überzeugen, ob sie in die Liste oder Karteien eingetragen sind. Wer die Frist versäumt und nicht in die Liste eingetragen ist, geht des Stimmrechts für die Landtagswahl verlustig. * Die Verschuldung des Landes Hessen. Das Land Hessen war nach der neuesten Zusammenstellung mit 54 Millionen RM. verschuldet, was für den Einwohner durchschnittlich eine Verschuldung von 40,33 RM. bedeutet. Die jährlichen Zinsenlasten belaufen sich auf insgesamt 3,9 Millionen RM. oder 2,90 RM. je Einwohner. * Warnung vor einem Heimarbeitsschwindler mit Totengedentmappen. Der Kaufmann Friedrich Albert Dages, geb. 7. 9. 09 in Karlsruhe, hat in verschiedenen Zeitungen Heimarbeit angeboten und den sich Meldenden die Alleinvertretung für Gedenkmappen angeboten, jedoch mehreren Personen zugleich. Bei seinen Vorsprachen bediente er sich falscher Namen, indem er sich als Friedrich und Waupert vorstellte und angab, Vertreter der Firma Dages zu sein. Beschreibung: Mittelgroß, untersetzt, blonde, glatte ungescheitelte Haare, glattrasiert, volles bleiches Gesicht, schwarzbraune Augen. * Warnung vor einem Schwindler. Ein Mann, der sich als erfand man den Trompetenton der Hupe als Warnung. Man hatte nun drei Arten afustischer Warnungsmittel und zwar den Ruf des Kutschers, den Glodenton von Straßenbahn und Radfahrer und den Trompeton der Kraftwagen, aber bald stellte es sich heraus, daß die Akustik allein nicht mehr zur Sicherheit im Straßenverkehr genügte. Aus den Ohrenmenschen mußten Augenmenschen gemacht werden und in stummer Sprache mußte man den Strom des Verkehrs regeln, um die Benutzer der Straße zu ſchützen. Es entſtand eine Verkehrsvolapük gewaltigsten Ausmaßes.. Pfeile, Richtungsweiser, Lichtsignale, Verkehrstürme erstanden, und inmitten der Brandung machte der Schutzpolizist seine Freiübungen zum Heile der fahrenden und gehenden Großstadtmenschen. Zum Akustischen war das Optische gekommen, und mit Ohr und Auge haben die modernen Verkehrskinder im Strudel des Verkehr sich zurechtzufinden. Für den Uneingeweihten hat diese Sprache etwas Verwirrendes, aber dem Eingeweihten ist alles vertraut, und ohne Gefahr bewegt er sich auf der Straße. Er kennt die Richtungsweiser und Pfeile, er kennt die Zeichen für Einbahnstraßen, verbotene Straßen usw., er weiß die Lichtsignale zu deuten und kennt die Bedeutung der Armbewegung des Schumannes. Zu den Straßenkennzeichen und den Richtungsweisern der Kraftwagen ist ein neues Zeichen getreten. Es ist der bei den Blinden bekannte gelbe Kreis mit den drei Punkten, der behördlicherseits auch für die Gehörlosen und Schwerhörigen als Erfennungszeichen freigegeben worden ist. Diese Abzeichen sind für gehörlose und schwerhörige Radfahrer in Emaille hergestellt worden, um diese Radfahrer vor den Gefahren der Straße zu schützen. Das Schild wird unter dem Sattel, für alle dem gehör losen Radfahrer folgenden Straßenbenutzer sichtbar angebracht und macht mit seinen leuchtenden Farben darauf aufmerksam, daß bei dem mit diesem Schilde gekennzeichneten Radfahrer ein akustisches Signal unwirksam ist. Ist der taube Radfahrer durch diese Schilder geschützt, so hat er sich inbezug auf andere optische und akustische Warnungszeichen dem Vekehr anzupassen. Der Umstand, daß selbst in einer Weltstadt wie Berlin Radfahrerunfälle verschwindend gering sind, zeigt, wie sich der Radfahrer in den modernen Verkehr eingefügt hat. Bedenkt man, daß es in Deutschland rund 13 bis 14 Millionen Radfahrer und Radfahrerinnen jedes Alters gibt und vergleicht man mit dieser Zahl die Unfallstatistik, dann wird man erkennen, ein wie sicheres Fahrzeug das kleine, flinke Fahr | Nr. 83 Assistent ,, Dom fe" ausgibt, sucht seit einigen Wochen die in allen Teilen Deutschlands lebenden Rußlanddeutschen auf. Er gibt vor, im Auftrag des Zentralfomitees der Deutschen aus Rußland", auch des„ Fürsorgevereins für Deutsche Rückwanderer" zu handeln. Er verspricht, Beihilfen aus einem Vier- Millionenfonds zu verschaffen und läßt sich für seine Beratungen Beträge von 10 bis 25 RM. zahlen. Die von ihm ausgestellten Quittungen tragen stets eine vollständige Adresse. Domte soll im Besitz einer Liste sein, die Adressen und genaue Personalien der Rußlanddeutschen enthält. Vor Domke wird nachdrücklichst ge= warnt. - * Festnahmen. Ein Ausländer wurde hier ohne jegliche Ausweispapiere betroffen und festgenommen. Auf Ersuchen auswärtiger Behörden wurden festgenommen der Korbmacher Jo hann Jäger, geb. in Schillingsfürst, wegen Betrugs und der Koch Gerhard Karl Lorenz, geb. in Delitzsch. * Bontott gegen den Viehmarkt. Die Viehhändler beschlossen in einer Versammlung, den Gießener Viehmarkt nicht mehr zu befahren, wenn die Stadtverwaltung bis zum nächsten Vieh markt am 27. Oftober fein Entgegenkommen in der Frage des Standgeldes zeigt. Die Viehhändler haben eine Reduzierung um 25 Prozent gefordert. Der Vorstand des Verkehrsvereins hat es übernommen, in dieser Angelegenheit nochmals mit der Stadtverwaltung Fühlung zu nehmen, bevor endgültige Beschlüsse ge= faßt werden. * Wohlfahrtsbriefmarken 1931. Neben den Geld und Naturalsammlungen wird auch der Vertrieb der diesjährigen Wohlfahrtsbriefmarken, der am 1. November beginnt, einen Teil des großen deutschen Hilfswerkes zur Bekämpfung der Winternot bilden. Hierbei soll nach Möglichkeit die besondere Not der Mütter, der jugendlichen Erwerbslosen und der Kinder berücksichtigt werden. Die Vertriebszeit endigt am 15. Januar 1932; die postalische Gültigkeit der Marken zur Freimachung sämtlicher Postsendungen nach dem In- und Ausland erlischt am 30. Juni 1932. * Richtig abwiegen! Immer wieder kommt es vor, daß Postsendungen zu schwer sind. Sie müssen zurückgesandt werden, da der Empfänger nicht die Nachgebühr bezahlt. Die Reichspost bittet deshalb ihre Kunden, die Bestimmungen über das Höchstgewicht der Sendungen genau zu beachten. * Verbilligte Glückwunschtelegramme. Wie wir erfahren, beabsichtigt die Post, ebenso wie in den letzten Jahren auch während des diesjährigen Weihnachts- und Neujahrsfestes verbilligte Glückwunschtelegramme einzuführen. Die Einrichtung wird nach Art und Umfang der vorjährigen gleichen. Im deutschen Verkehr wird man für das Ortstelegramm bis zu 10 Wörtern 50 Rpf. zu zahlen haben und, wenn es auf einem künstlerisch ausgeführten Aufnahmeblatt zugestellt werden soll, 1,50 RM. Jm Fernverkehr kostet ein gleich langes Telegramm 75 Rpf. oder 1,75 RM. Jedes weitere Wort wird mit 5 Rpj. be= rechnet. Im Verkehr mit deutschen Schiffen in See wird die Wortgebühr 40 Rpf. betragen. Im Auslandsverkehr werden die Kosten für die Glückwunschtelegramme besonderer Art wie bis= her halb so hoch sein wie die vollen Säge. * Reichsschulwoche für alkoholfreie Jugenderziehung. Unter Führung der Reichsarbeitsgemeinschaft für alkoholfreie Jugenderziehung haben die deutschen Lehrervereine der verschiedensten Richtungen zur Veranstaltung einer Reichsschulwoche für alkoholGelbe Raucherzähne ad langem Suchen endlich das Richtige für meine Zähne. Nach dreimaligem Gebrauch blendend weiße Zähne, trotzdem dieselben durch vieles Rauchen braun und unschön wirtten. Ich werde nichts anderes mehr gebrauchen, als Chlorodont." B., Horst Berg. Man verlange nur die echte Chlorodont- Bahnpaste, Tube 54 Pf. und 90 Pf., und weise jeben Ersatz dafür zurüd. rad ist, wenn der Fahrer dem Verkehrsstrom sich einfügt und alle Zeichen beachtet, die seine Sicherheit und die der anderen hüten und bewahren sollen. Feuerwehr und Feuerlöschwesen bei den Ameisen. Die französische Naturforscherin Marguérite Combes war es, die einen ganz erstaunlichen, ja geradezu einen erschütternden Beweis von Ameisenorganisation und Ameisenaufopfe rung beobachtet hat. Die Entdeckung wurde, wie so oft, ganz zufällig gemacht. Der Assistent der Forscherin warf in den Wald von Fontainebleau einen glimmenden Zigarettenstummel auf die Erde, der in einen Ameisenhaufen fiel. Zu seiner höch sten Verwunderung erlosch der Stummel über Erwarten schnell. Der Assistent rief die Forscherin herbei, und das geübte Auge dieser Frau bemerkte, daß es tatsächlich die Ameisen waren, Diefer die das glimmende Feuer zum Erlöschen brachten. Vorfall war so eigenartig, daß Mme. Combes eine Versuchsreihe durchführte, um das Feuerlöschwesen" bei den Ameisen eingehend zu studieren. Die Versuche wurden bei Tag und bei Nacht angestellt. Es zeigte sich dabei, daß die Ameisen das Feuer durch Sprizen von Ameisensäure erstickten, die von einer Drüse als AbwehrBald wurden die Versuchsbedingungen gift ausgeschieden wird. abgeändert: statt des Streichholzes stellte die Forscherin bei einbrechender Dunkelheit einen brennenden Wachsstock mitten in den Ameisenhaufen. Da formierte sich dann eine regelrechte Feuerwehrbrigade, die zum Angriff überging. Während die Mehrzahl sich in sicherem Abstand hielt, näherten sich einige kühne Vorkämpferinnen der Kerze und richteten wohlgezielte Strahlen der Ameisensäure gegen die Flamme, welche sofort zu knistern begann und verlosch. An die 25 Haus und Hof verteidigenden Ameisen waren unmittelbar an der Löscharbeit beteiligt, und je kleiner die Flamme wurde, desto enger zog sich der Kreis um die Wachskerze zusammen. Dann lief eines der Tierchen vor, und in weniger als einer minute war der Brand niedergekämpft. Nun ging es an die Aufräumungsarbeiten. Einige brennende Halme mußten noch gelöscht werden; der glimmende Docht wurde abgezwickt und in einige Fasern zerrissen, so daß auch er erlosch. Bald war auch der leste Funke verglommen, und die mutigen kleinen Feuerwehrleute begaben sich- soweit zur Ruhe. sie nicht Dpfer ihres Berufes geworden waren- Samstag, den 17. Oftober 1931. freie Jugenderziehung in der Zeit vom 26. bis 31. Oktober dieses Jahres aufgerufen. Der hessische Minister für Kultus und Bildungswesen hat im Sinne dieses Aufrufs genehmigt, daß die einzelnen Lehrer während dieser Woche im Rahmen des Unterrichts, je nach Art der verschiedenen Fächer, Gelegenheit ergreifen, die Jugend in geeigneter Weise über die Schäden des Alkohols aufzuklären. * Reformationsfeier im Rundfunt. Am Reformationssonntag dieses Jahres, dem 1. November, wird aus der Wittenberger Stadtkirche, der Predigtkirche des großen deutschen Reformators, eine Reformationsfeier auf fast alle deutschen Sender übertragen werden. * In Hessen hat sich die Bierproduktion am stärksten vermindert. Im Rechnungsjahr 30/31 betrug die Biererzeugung in Hessen nur noch 857 000 Hektoliter, so daß gegenüber dem Vorjahr eine Abnahme um 24 Prozent eingetreten ist, eine Abnahme, wie sie sonst kein anderes Gebiet zu verzeichnen hat. Der Rückschlag war deshalb so start, weil in Hessen der Verbrauch von Wein und Obstwein mit dem Bierverbrauch stark fonfurrierte. Jm Deutschen Reich betrug die Abnahme der Biererzeugung 16,5 Prozent. * Kaum noch Auswanderung aus Hessen. Im Krisenmonat Juli sind nur noch 20 Hessen nach Uebersee ausgewandert. Seit 1. Januar d. J. haben damit insgesamt 82 Hessen die Heimat verlassen, gegen 273 in der gleichen Zeit des Vorjahres. * Turnverein von 1846. Ein Schau- und Wetturnen der Schüler und Schülerinnen ist am Sonntag, den 18. Oktober, in der Turnhalle am Oswaldsgarten, das vormittags um 8.30 Uhr beginnt. * Männerturnverein. Sonntag, den 18. Oktober, Wanderung nach der Honigmühle bei Wetzlar. Abmarsch vormittags 8.30 Uhr von der Ede Liebigstraße und Frankfurterstraße( Bahnübergang). 29 Aus Nab und Fern. Hungen. Dem voriges Jahr in Schotten verstorbenen Staatsrat Dr. Karl Weber soll auf dem Gelände des Jnheidener Wasserwerkes ein Gedenkzeichen errichtet werden. Bekanntlichy war Staatsrat Weber der eigentliche Urheber des Inheidener Werkes. Bad Nauheim. Das Verkehrsamt der Hessischen Bad- und Kurverwaltung teilt mit, daß bis zum 15. Oktober 1931 der Gesamtbesuch 29 676 Gäste betrug; darunter 5247 Ausländer. Anwesend waren an diesem Tage 1349 Kurgäste. Evangelischer Kirchengemeindetag zu Vilbel. Nachdem in einer Anzahl von Gemeinden in diesem Jahre Kirchengemeindetage unter großer Beteiligung der evangelischen Bevölkerung gehalten worden sind, soll auch zu Vilbel ein solcher Gemeindetag gehalten werden. Als Festprediger ist Landeskirchenrat D. Waitz gewonnen worden. Nachmittags wird im Gasthaus„ Zum Pfau" die eigentliche Gemeindetagung stattfinden. Professor D. Matthes wird einen Vortrag über den Gemeinschaftsgedanken und dessen Verwirklichung im tirchlichen Gemeindeleben" halten. Der Bau der Vogelsbergsüdbahn. Birstein. Während fast überall in Deutschland die Arbeit stilliegt und eingestellt wird, ist es, dank der umsichtigen Finanzierungsmaßnahmen der Kreisverwaltung und der Direktion der Gelnhäuser Kreisbahn in Wächtersbach seither möglich gewesen, den Weiterbau der neuen Bahnstrecke der Vogelsbergsüdbahn in den Vogelsberg( Birstein, Hartmannshain) planmäßig fortzusetzen. Die Arbeiten am Oberbau, Padlager sowie Schienenlegung usw., sind bereits von Birstein aus fortschreitend im Gange. Lauterbach. Das Lauterbacher Heimatmuseum, dessen reichhaltige Sammlungen aus dem oberhessischen Volksleben weit bekannt und wertvoll sind, hat nunmehr im Seitengebäude des ,, Hohlhauses" eine Heimstätte gefunden. Landwirtschaftliche Hochkultur im rhein- mainischen Wirtschaftsgebiet. Vor dem Bund Deutscher Architekten in Frankfurt sprah dieser Tage Stadtbaurat Niemeyer über das Problem der Umsiedlung von Erwerbslosen. Niemeyer erging sich im Anschluß an die Siedlungsvorhaben der Reichsregierung zu dem Projekt eines Zusammenschlusses des rhein- mainischen Interessengebietes. Sachlich und nüchtern zergliederte der Vortragende das Problem, um den ganzen Fragenkomplex aus dem: Dunstkreis sozial- ethischer Stimmungsmacherei in die klare Sicht einer veränderten Wirtschaftsordnung zu rücken. Kein Wunder daher, daß der große Gedanke des Vortragenden in seiner grundlegenden Tendenz, im Bereich der rheinmainischen Gegend dank der starken klimatischen Vorzüge eine Landschaft mit hochwertiger Gemüse- und Obstkultur dem Ruhrgebiet mit seinem ausgesprochenen industriellen Charakter entGeschäftsverkauf oder Beteiligung. Grundstücksmakler, Wer kauft oder beteiligt sich an meinem abgebaute Beamte, sämtliche Baumaterialien auf 3 Lagern führt Versicherungsvertr. Geschäft, welches Holz, Eisen, Kohlen und und eine große 400 Ctr. Fuhrwerksbrückenwaage besitzt. Anfragen unter 2959 G. Z. an uns. 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Die Deffentlichkeit jedoch wird in hohem Maße interessiert sein, zu hören, daß sich die Frankfurter Architektenschaft in ihren berufenen Vertretern, verstärkt durch Abordnungen aus den Nachbarstädten wie Mainz, Darmstadt, Offenbach einmütig sich hinter dieses Projekt mit einer planmäßigen Innenkolonisation stellte. Der Gedanke, das rhein- mainische Wirtschaftsgebiet zu einem Zentrum der Gemüse- und Obstversorgung zu machen, und die zwei Milliarden zu mindern, die Deutschland für den Import von Lebensmitteln alljährlich an das Ausland zahlt, hatte Wurzeln in der Versammlung geschlagen. Da mit der Durchführung dieses Projektes auch das Ec= werbslosenproblem betroffen wird, wird man daher im rheinmainischen Wirtschaftsgebiet, sobald die Richtlinien über Finanzierung und Durchführung der Siedlungsabsichten herausgekommen sind, in eine lose Arbeitsgemeinschaft der Behörden und freien Architekten zur Förderung des Niemeyerschen Planes eintreten. Das 11. DSB.- Fest 1932 in Frankfurt a. M. findet statt. In seiner Sigung in Mainz am 3. und 4. Oktober hat der Gesamtausschuß des Deutschen Sängerbundes einen Vortrag des Vorsitzenden des Festausschusses, Dr. Hermann, über die Vorbereitungen für das XI. DSB.- Fest 1932 in Frankfurt am Main entgegengenommen und einstimmig beschlossen, das Fest trotz der schwierigen wirtschaftlichen Verhältnisse stattfinden zu lassen. Im Anschluß an die Sitzung des Gesamtausschusses tagte der Festausschuß in Frankfurt am 5. Oftober. Dabei ließen sich Ge= samtausschuß und Feſtausschuß von der Erwägung bestimmen, daß es sich bei dem XI. DSB.Fest um eine ernste, künstlerisch hochstehende Veranstaltung handelt, die heute mehr als je dazu bestimmt ist zu zeigen, daß trotz aller wirtschaftlicher Nöte das deutsche Volk auch weiterhin an der Pflege eines seiner edelsten Kulturgüter festhält. Das Frankfurter Berufspädagogische Institut wird nicht gebaut. Frankfurt a. M. Auf Grund der letzten Notverordnung der Reichsregierung, die bekanntlich die Errichtung aller nicht begonnener Neubauten der öffentlichen Verwaltung verbietet, steht nunmehr fest, daß auch das Frankfurter Berufspädagogische Institut, dessen Aufgabe die Ausbildung von Gewerbeschullehrern und Lehrerinnen ist, nicht gebaut wird. Sprengstoffdiebstähle. Altenkirchen. Auf der Eisensteingrube St. Andreas bei Bizen ist man Sprengstoffdiebstählen auf die Spur gekommen. Die Nachforschungen haben ergeben, daß nur Angehörige der Grubenbelegschaft als Täter in Frage kommen können. Es ist gelungen, einen 22 Jahre alten Bergmann aus Bitzen des Diebstahls zu überführen. Ein Teil des Dynamits fonnte wieder herbeigeschafft werden. Der Täter ist erst kürzlich der Kommu nistischen Partei als Mitglied beigetreten. Kassel, 16. Oktober. Der ,, Reichsanzeiger" meldet offiziell, daß Landrat Dr. Schund in Westerburg zum Vizepräsidenten des Oberpräsidiums ernannt worden ist. Hausangestellte verweigern die Annahme landwirtschaftl. Stellen. Limburg. Wie das Arbeitsamt Limburg mitteilt, ist 15 weiblichen Unterstügungsempfängern die Unterstützung auf die Dauer von zwölf Wochen entzogen worden. Es handelt sich um Hausangestellte aus allen Teilen des Bezirks, die sich weigerten, ihnen angebotene landwirtschaftliche Arbeitsstellen anzunehmen. Die Mädchen erklärten, eine solche Arbeit nicht verrichten zu können, obwohl sie vom Lande stammen und in der Landwirtschaft groß geworden sind. Kommunistenunruhen. Siegen. Aus Anlaß der kommunistischen Unruhen in Siegen und zur Unterbindung neuer Ausschreitungen, wie sie von fommunistischer Seite für die nächste Zeit angedroht werden, wurde von der Stadtverwaltung Siegen ein größeres Kommando der Schutzpolizei angefordert, das inzwischen eingetroffen ist. Einbrecher im Finanzamt. Essen. Das Finanzamt Essen- Ost wurde am Donnerstag nachts von Einbrechern heimgesucht, die mit Schweißbrennern die Geldschränke öffneten und 930 RM. in bar, ferner für 100 000 RM. Börsenumsatzsteuermarken und Landesstempelmarten im Werte von 220 000 RM. erbeuteten. 78 307 geschäftliche Besucher auf der Leipziger Messe. Auf der Leipziger Herbstmesse 1931 wurden insgesamt 78 307 geschäftliche Besucher gezählt gegenüber 83 266 auf der Herbstmesse 1930. Die Zahl der Besucher hat sich, gemessen am Rückgang der allgemeinen Geschäftstätigkeit, sehr gut gehalten, sie ist nur wenig- um knapp 6 Prozent zurückgegangen. Von diesen 78 307 Besuchern famen 8194 aus dem Ausland. Nr. 83 Das Reichsgericht gegen die Schwarzarbeit! Die Schwarzarbeit hat in der Zeit der großen Arbeitslosigkeit bekanntlich einen großen Umfang angenommen und' ie Verbände sind eifrig bemüht, hiergegen vorzugehn und auch die Behörden für die Frage zu interessieren. Leider stößt man dort vielfach auf wenig Verständnis. Daß insbesondere in der Elektrotechnik die Beschäftigung von Schwarzarbeitern eine große Gefahr für die Auftraggeber bedeutet, ist wiederholt zum Ausdruck gekommen und öffentlich Erscheint Bezugspreis 2,4 bekannt gemacht worden. Nunmehr hat das Reichsgericht sich Redaktionsschluß früh mit dieser Frage befaßt und auch seinerseits besonders auf die Gefahren hingewiesen. Das interessante Urteil ist.am 6. 11. 30 ( 2 D 1096/26) gefällt worden und führt aus, daß derjenige, der als Auftraggeber die Ausführung gefährlicher Arbeiten, insbesondere die Ausführung elektrotechnischer Arbeiten oder von Arbeiten an Stromleitungsanlagen vergibt, sich sorgfältig dar über vergewissern muß, ob die Betreffenden zur Ausführung von Arbeiten befähigt und bei der Arbeitsausführung in der Lage und gewillt sind, Schädigungen Dritter abzuwenden. Ist die Auswahl nicht in dieser Weise getroffen, sind die Aufträge z. B. an unzulässige Schwarzarbeiter vergeben und kommen durch Unfähigkeit oder Unvorsichtigkeit der die Arbeiten ausführenden Personen Dritte zu Schaden, so kann der Auftraggeber nach er vorerwähnten Entscheidung des Reichsgerichts unter Umständen wegen fahrlässiger Tötung oder Körperverlegung strafbar sein. Neue Bücher. ,, Volt ohne Raum" in einer billigen Ausgabe! Endlich ist die lang erwartete billige, dabei ungekürzte und vorzüglich ausgestattete Ausgabe von Hans Grimms ,, Volt ohne Raum" da!( Verlag Albert Langen, München.) Von der zweibändigen Ausgabe zu 25 Mark haben 65 000 Exemplare ihren Weg ins deutsche Volk gefunden. Ein seltener Erfolg! Aber Tausende, die dieses Epos vom Schicksal des deutschen Volkes, von seiner Not in Frieden und Krieg, seinem Ringen um Raum und Erde liebten und sich leidenschaftlich zu ihm bekannten, hat es ge= geben, die es nicht besigen konnten, weil die Mittel dazu fehlten. Nun ist allen die Möglichkeit gegeben! Dieses Buch Grimms ist wie eine Hoffnung, die sich plötzlich in unser Herz senkt, wenn das Dunkel am drohendsten uns bedrängt. Ja, wir brauchen dieses Buch, es ist unsere Hoffnung.„ Volt ohne Raum" ist ein Trostbuch in dunklen Tagen, ein Buch des Deutschen Menschen, das Buch der deutschen Familie, des Deutschen Landes. In ihm ist das Wort von der Deutschen Erde wieder ein heiliges gewor den, vor dem sich auch die Gegner und die in den fremden Ländern beugen müssen, weil in Gottes Namen von ihm gesprochen wurde. Noch stehen wir auf deutscher Erde und werden stehen, solange die Geschichte des Cornelius Friebott auf unseren Tischen liegt und mit brennendem Herzen gelesen wird. Und daß das Werk Hans Grimms weiter noch mehr Leser findet, dafür wird jetzt die wohlfeile Ausgabe von 8,50 RM. sorgen. Wie's gemacht wird. 17 erfolgreiche Reklamefeldzüge von P. O. Althaus, 120 S. Mr. 4.50. Verlag Organisator A.-G., Zürich 6, 2. Auflage.. Das Buch hat bereits in seiner ersten Auflage Aufsehen erregt, weil es gewissermaßen aus der Werkstatt des Reklameberaters plaudert und an 17 erfolgreichen Reflamefeldzügen großer und kleiner Firmen zeigt, wie die Sache angepadt wurde. An 61 Abbildungen wird wirklich alles ge= zeigt, was der Kaufmann über das Inserat als wichtigstes Reklame- Mittel wissen muß, sodaß das Studium für jeden Kaufmann lohnend ist. Was der Handwerker von der Meisterprüfung wissen muß. Von Handelskammer- Syndifus Dr. Brinkmann. Verlag Wilh. Stollfuß, Bonn. Preis Mt. 1.50. Das Büchlein ist für die Handwerkerpragis ein guter Ratgeber, denn es ist in seiner allgemein verständlichen und anschaulichen Art ein Hilfsmittel zur Vorbereitung auf die Meisterprüfung. Das Handwerkerrecht, die wichtigsten Bestimmungen der Gewerbeordnung, die Sozialversicherung, Reichsverfassung, Buchführung, Steuer und Kaltulation sind flar und einfach gehalten. * Wie benehme ich mich? Verlag Wilh. Stollfuß, Bonn. Mr. 1. Ein kleines aber sehr nützliches Schriftchen bringt hier der Verlag in seiner Sammlung„ Hils dir selbst" heraus. Alles, was der gute Ton daheim und draußen erfordert, ist in genügender, klarer Weise darin geschildert. Der Festredner. Verlag Wilh. Stollfuß, Bonn. Mt. 1.-. Der Verfasser hat eine Anzahl Toaste und Reden zu Jubiläums, Vereins- und öffentlichen Festlichkeiten zusammengestellt. In dem Bändchen ist den eigentlichen Musterreden eine praktische Einführung in die Kunst der Festrede vorangestellt. Verantwortlich: Paul Christian Klein in Gießen. Sämtliche Drucksachen HAUSHALTUNGS- BÜCHER VERLOBUNGSANZEIGEN GRATULATIONS KARTEN liefert immer schnell, gut und preiswert für Familien, Vereine und Behörden wie STERBFALLANZEIGEN GEBURTS- ANZEIGEN EINLADUNGSKARTEN ALBIN KLEIN GIESSEN erbung nicht verlang 44 Jahrg. Politifo Reichspräfident vo Die Mitglieder des Wi Die deutsch- schweize rung des Handelsvertro röffnet worden. Jm Bollstaat He des Heffischen Landes intern anerkannten, Wohlfahrtserwerbslofe auf 28 989 am 30. Septe 17561 allein auf die fi Sermonat). Zwar wei Ridgang auf, die Me her weniger starte emerbslojen. Rach einem amtli miffen im Rahmen de hullehreritellen im R 11. März 1932 abgebau In den vertraulid Briand und den Vertre Regierung wird jetzt ei jichung der Truppen e Die in Karlsbad and franzöfifchen Por iber die Schaffung ge Anfang der nächsten W Bolen gibt foeben das Dreifache derjenig In einer Montag lichen Bersammlung d Dor Mitternacht zu ein Die zweite Balla Bilbis vom türkischen eröffnet. Das Frat- Minist Kabinett Meinungsv In der Montag Zusammenstößen zu den angeflagten Sta lediger auf der ander Die kanadische R Ausfuhr von Gold aus Die Aufhebung des Hide Alzepttreditgescha hadels von großer B Gemein aller fommu Berlin. Die Arbei erbände- Deutscher latebund und Deutja emeinsamen Besprechu leten. Der Präsident brte in dieser Bespre Die Gemeinden ho hung früherer Spar Der Aufgaben eingele rbedingt lebensnotwe Gemeinden und G Die Grenze des Tragba Eine weitere Einschri and jozialen Aufgab Dnn nicht neue schme ater Linie von den G Der Rüdgang der buern und eigenen G Dillionen RM. geschä de Dinge ist mit Sid Ueberweisungssteuer SM. für das laufen Gemeindefehlbet um weiter Schließlich ist die R ogenannten gehobenen ibau vorzunehmen, nindeverbände fönnen In etwa 25 Millioner ehnen. Aus dieser Au Die Gemeinden und Magnahmen der Re widlung mit insgeja d. Diese Summe be 5 Juni und des 6. D Rebrbelastung durch d Exuszinssteuer ein.