Nr. 4. m Gams nehmen Die Häuser e Beweis: e in der ft, ab 7. 4. 80 auf 76 weitere Ge r Arbeiter usbrechers ungen des ergangenen chlage ein Tagen in Zeimann, ator Simon n, daß er ant Ratoff Pelzwaren ar der Diö im 56. Le es SchadenStallungen beigerufenen estrengtester e. mberg A.- 6. fündigt hat egschaft zum ist in Aus: enstag stillte in Anbe: eitigen Genicht beein hrer. Tagen in en ihrer Bepos auf der mpf- Asphalt ihren Fahr eiches Ralf mit Waffer m In- und Internatio Deshalb die des Stampf land einge und wird eichzeitigem Auf der uht worden. =, daß der große Gefah Odernen tech fsfällen im nfer meistens -i die Gefahr schloß sich Beachtenswert Jäden, die inständen, der e, der die Griebener Aufjteht am EinAuffähen und Deutschen Reigsturen, Bansind ständige u restaurieren. währt in solche ds fleinste Ge reich illuftriertschrift für den Hochland und Bracht des Berg Wort und Bild gedacht. Interch den Verlag n in Gießen. efien Gießener Zeitung Erscheint Mittwochs und Samstags. Bezugspreis 2,40 M vierteljährlich frei ins Haus. Redaktionsschluß früh 8 Uhr. Für Aufbewahrung oder Rüdsendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. 44. Jahrg. Politische Rundschau. Nach Ermittlungen des Reichsstädtebundes wurden am 31. Dezember 1930 von 1097 Städten mit bis zu 25 000 Einwohnern 101 000 Wohlfahrtserwerbslose und Fürsorgearbeiter oder 15,3 auf 1000 Einwohner unterstützt. In Amerika nehmen die Befürworter einer Revision der Kriegsschulden täglich zu. In das Lager der Revisionisten ist nunmehr auch der Gouverneur von Maryland, Ritchie, der aussichtsreichste Rivale Roosevelts als demokratischer Präsidentschaftstandidat, übergegangen. Das badische Staatsministerium hat zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung das Tragen von Parteiuniformen und Bundestrachten politischer Verbände und Organisationen für den Bereich des Freistaates Baden bis zum 1. April 1931 verboten. Der Preußische Staatsrat hat der Verordnung der preußischen Staatsregierung über die Kürzung der Beamtengehälter zugestimmt. Das Schiedsgericht der Wirtschaftspartei hat beschlossen, den Reichstagsabgeordneten Colosser aus der Partei auszuschließen. Im Gehaltsstreit zwischen der Reichs- und der preußischen Regierung und den Angestelltenorganisationen ist ein Schiedsspruch gefällt worden, der eine Gehaltstürzung von 5 v. H. für die Reichs- und Staatsangestellten vorsieht. • In der Lohnstreitigkeit im oberschlesischen Steinkohlenbergbau hat der Reichsarbeitsminister den Schiedsspruch vom 13. 1., der eine Ermäßigung der Tariflöhne um 6 v. H. vorschlägt, für verbindlich erklärt. Vom polnischen Außenminister Zaleski und dem rumänischen Außenminister Mironescu ist ein neuer Garantievertrag zwischen Polen und Rumänien abgeschlossen worden. Im englischen Finanzministerium wurden die englisch- französischen Finanzbesprechungen fortgesetzt, die seinerzeit in Paris ihren Anfang genommen hatten. Die Unruhen wegen der Hinrichtung der vier indischen Freiheitsführer scheinen kein Ende nehmen zu wollen. Nach den ernsten Zusammenstößen in Bombay und Karatschi ist es Mittwoch in Alahabad ebenfalls zu schweren Zusammenstößen gefommen. Zu neuen ernsteren Zusammenstößen tam es in Bombay zwischen der Polizei und der Bevölkerung. 80 Demonstranten wurden verletzt. Die argentinische Regierung beschloß, zur Ausgleichung des Budgets die Beamtengehälter um 10 Prozent zu kürzen. Durch diese Maßnahme würden 35 bis 40 Millionen Pesos eingespart werden. Die Araber fordern von den Engländern die Zurücknahme der Balfour- Deklaration und die Aufhebung der Mandatsverwaltung. Die chinesische kommunistische Armee hat, wie aus Mostau gemeldet wird, nach sechstägigen Abschlußkämpfen die Provinz Schansi vollständig besetzt. Die deutsche Fliegerin Elli Beinhorn ist in Rabat gelandet. Sie hat damit Afrika erreicht. Briand, Curtius, Grandi. Genf, 16. Januar. Die Sitzung ist eröffnet. Briand leitete sie mit einer grundsätzlichen Ansprache ein. Briand ist, man weiß es, der Meister des freien Wortes. Was man längst allgemein wußte, wird heute Tatsache: daß Briand als Redner völlig versagt, sobald er sich an vorbereitetes Manuskript halten muß. Ein solches sorgfältig vorbereitetes Manuskript, eine typische Geheimratsarbeit, ist sein heutiges paneuropäisches Bekenntnis. Auffällig an Briands, auf die typische Genfer Phraseologie abgestimmter, aber völlig ohne sein typisches Feuer vorgetragener Rede ist zweierlei: erstens der ge= flissentliche Verzicht auf jede aktuelle politische Anspielung, zweitens die Naivität, mit der der französische Außenminister be= hauptete, Frankreich habe bereits großzügig dokumentiert, daß es Willens sei, die Atmosphäre zu erleichtern, die so schwer auf Europa lastet Im übrigen beschränkte Briand sich im wesentlichen darauf, dem Ausschuß vor allem das Studium der wirtschaftlichen Fra gen Europas zu empfehlen. Dr. Curtius betonte Deutschlands bekannten Willen zu friedlicher Mitarbeit, da, wie er sich in einer glücklich gewählten Formel ausdrückte, ein gerechter Ausgleich auf dem Boden völliger Gleichberechtigung getroffen werden müsse. Deutschland mit seiner erschreckend hohen Erwerbslosenzahl, belastet überdies mit Zahlungsverpflichtungen, für die kein Gegenwert eingehe, die erste Anspielung auf die Tributfrage leide besonders schwer unter der allgemeinen europäischen Krise. Bei aller selbstverständlichen Bereitwilligkeit zur Mitwir( Gießener Tageblatt) Druck und Verlag von Albin Klein in Gießen. Geschäftsstelle: Gießen, Südanlage 21. Fernsprecher Nr. 2525 und 2526. Postscheckkonto Nr. 69 530 Amt Frankfurt a. M. Samstag, den 17. Januar 1931 fung müsse er Briand als Präsidenten aber bitten, sich klarer ( Neueste Nachrichten) Anzeigenpreise: die 30 mm breite Petitzeile auswärts 24 Pfg., lokal 12 Pfg., die 90 mm breite Reklame- Petitzeile 96 Pfg. Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Bei Wiederholung Rabatt. Für Bollklischee- Anzeigen außerdem besondere Ermäßigung. Nummer 5 über die Aufgaben und Organisationsfragen des Europa- Aus| Das deutsche Handwerk im Jahre 1930. schusses auszusprechen. Besonders weise er auf die Notwendigkeit der Zuziehung der europäischen Nichtmitgliederstaaten des Völkerbundes zu den Arbeiten des Europa- Ausschusses hin. Briand erwiderte einigermaßen zurückhaltend, über den Zeitpunkt werde der Ausschuß, der nicht vergessen dürfe, daß er eine Organisation des Völkerbundes sei, selbst entscheiden kön= nen, ob und in welchem Stadium Nichtmitgliederstaaten zur Mitarbeit eingeladen werden sollten. Diese magere Erklärung Briands mißfiel aber dem italienischen Außenminister Grandi. von hoher politischer Seine Rede zur Geschäftsordnung war Bedeutung. Grandi stellte zwei Voraussetzungen für das Ge= lingen des paneuropäischen Planes fest, an dem auch die italienische Regierung mitzuwirken entschlossen sei: erstens politische und juristische Gleichberechtigung aller Staaten; zweitens allgemeine gleiche, ausnahmslose Abrüstung. Was die europäischen Nichtmitgliederstaaten des Völkerbundes betreffe, wisse er nicht, wie Sowjetrußland und die Türkei auf eine Einladung zur Mitarbeit im Arbeitsausschuß antworten würden. Es sei aber unbedingt notwendig, diese Staaten einzuladen. Schließlich wurde Hendersons Vorschlag angenommen, daß ein achtgliedriger Unterausschuß sich mit dieser und allen ande= ren Organisationsfragen beschäftigen soll. Die Nachmittagssigung wird durch ein Referat des Hollän ders Coljus ausgefüllt, der die wirtschaftlichen Fragen Paneuropas grundsätzlich auseinandersetzt. Anträge in Hessen. Darmstadt, 15. Jan. Im Finanzausschuß des hiesigen Landtages beschäftigte man sich erneut mit Beamtenfragen. Veranlassung gab ein sehr weitgehender Antrag der Sozialdemo= traten, der eine Einwirkung auf die Reichsregierung will dahingehend, das 1. ein neues Besoldungsgesetz mit verminderten Spannungen zwischen den einzelnen Gehaltsgruppen und Herabsegung der höheren Gehälter geschaffen werde, und 2. eine Pensionstürzung erfolgt, die alle Pensionen über 5000 Mark um 20 bis 30 Prozent fürzt und solche über 10 000 Mark überhaupt nicht mehr zufäßt. Ein Antrag der kommunistischen Opposition wünscht die Einführung der 40stündigen Arbeitswoche bei allen staatlichen Be= trieben. Zu dem Landbundantrag, der eine Nachprüfung des Aufkommens der Filialsteuern verlangt, hat die Deutsche Volkspartei den Antrag gestellt, den Filialsteuersatz auf 200 Prozent zu erhöhen. Erweiterung der hessischen Regierungskoalition? Unter obiger Ueberschrift verbreitet die Deutsche Allgemeine Zeitung" vom 15. Januar 1931 einen Eigenbericht von Darmstadt, wonach der Staatspräsident Dr. Adelung mit ,, Vertretern des Hessischen Landbundes" wegen Eintritts des Land-. bundes in die Regierung verhandele. Der Landtagsfraktion des Hessischen Landbundes ist von solchen Verhandlungen nichts bekannt. Weder mit der Frak tionsführung noch mit einzelnen Mitgliedern der Fraktion des Hessischen Landbundes sind irgendwelche Verhandlungen über einen Eintritt in die Hessische Regierung gepflogen worden, nachdem im Vorfrühjahr 1930 Verhandlungen in dieser Richtung gescheitert sind. Der Hessische Landbund steht nach wie vor in schärfster Opposition zur gegenwärtigen Regierungstoalition in Hessen und sieht auch keine Veranlassung, in Zukunft seine Oppositionshaltung irgendwie zu mildern. Warteitag der deutschen Volkspartei in Hessen. Der Landesparteitag der Deutschen Volkspartei in Hessen findet am 24. und 25. Januar in Bad Nauheim statt. Dem Parteitag voraus geht am Samstag, dem 24. Januar, die Tagung des Kommunalpolitischen Landesausschusses. Landtagsabgeord= neter Dr. Niepoth spricht über das Thema„ Der Staatskommissar, das Ende der Selbstverwaltung". Nachmittags tagt die Gemeinschaft junger Volksparteiler, wobei der Vorsitzende, Rechtsanwalt Dr. Mattern( Darmstadt), ein Aktionsprogramm veröffentlichen wird. Außerdem beraten die verschiedenen Fachausschüsse. Für Samstag ist als Abschluß ein Begrüßungsabend vorgesehen. Auf dem Parteitag am Sonntag vormittag spricht der Führer der Deutschen Volkspartei, Reichstagsabgeordneter Dingelden, über„ Wille und Weg- Die Zukunftsbedeutung der Deutschen Volkspartei". Anschließend referiert Landstagsabgeordneter Dr. Keller über„ Die Deutsche Volkspartei in Hessen". Das Jahr 1930 war wie für die gesamte Wirtschaft so auch für das deutsche Handwerk ein großes Notjahr. Die wirtschaftliche Entwicklung gestaltete sich schlecht. Selbst die Handwerkszweige, die in den verschiedenen Jahreszeiten normaler weise eine saisonmäßige Belebung aufzuweisen haben, waren mit dem Geschäftsgang sehr unzufrieden. Sparmaßnahmen der Behörden, Unsicherheit über die Verteilung der Hauszinssteuermittel sowie Kapitalknappheit bei den privaten Bauunterneh mern hemmten im Februar/ März den ordentlichen Beginn der Bautätigkeit und ließen diese auf das ganze Jahr hindurch nicht zu einer günstigen Auswirkung kommen. Die schlechte Lage in der Metallindustrie und im Bergbau blieben ebenso wie die mangelnde Rentabilität der Landwirtschaft weiter von nachteiligem Einfluß. Der Beschäftigungsgrad in den besten Monaten des Jahres stand weit hinter dem des Vorjahres zurück. Die große Arbeitslosigkeit schwächte die Kaufkraft der für das Handwerk in Betracht kommenden Kreise in stärkstem Maße. Im Zusammenhang hiermit mußte eine beträchtliche Zunahme der sogenannten Schwarzarbeit Erwerbsloser( unangemeldete gewerbliche Nebenarbeit) festgestellt werden. Mag auch das Bemühen, wenigstens hier und da durch eine kleine Gelegenheitsarbeit noch etwas zu verdienen, menschlich verständlich sein, allein der Mißstand droht verschiedenen handwerkerlichen Berufen einen großen Teil der Reparaturarbeiten vollständig zu entreißen. Eine weitere Gefahr liegt für das Handwerk darin, daß diese Nebenarbeit zu den niedrigsten Preisen angeboten wird. Sie kann bei ungleichen Voraussetzungen auch billiger zur Ausführung gelangen, da der Schwarzarbeiter steuerliche Vorschriften leicht zu umgehen weiß und auch keine sozialen Abgaben zu entrichten hat. Die starke Konkurrenz untergräbt für das Handwerk die Möglichkeit nach ausreichenden Preisen. To waren Rückgang an Aufträgen und verminderte Umsagtätigkeit bei geringer Verdienstspanne die Kennzeichen des Jahres. Dabei ließen sich weitere Verluste infolge der schlechten Zahlungsweise der Kundschaft nicht vermeiden. Das Borgun wesen hat einen noch nie gekannten Umfang erreicht. Während der Käufer sich daran gewöhnt hat, im Warenhaus bar zu zahlen, glaubt er, beim Handwerksmeister recht lange Kredit in Anspruch nehmen zu sollen. Wie sehr auch gerade dieser auf den Eingang seiner Außenstände angewiesen ist, wird meistens übersehen. Nachdem auch das Weihnachtsgeschäft nicht den gehegten Erwartungen entsprach, sollten sich aus allgemeinvolkswirtschaftlichen und menschlichen Gründen die säumigen Zahler befleißigen, ihre Schulden beim Handwerk zu tilgen. Sie können damit dem Berufsstand wenigstens nachträglich noch eine kleine Weihnachtsfreude bereiten. Ungünstig beeinflußt war das Geschäftsjahr noch infolge der im zweiten Halbjahr hervortretenden Bestrebungen der Reichsregierung auf Preissenkung durch die dadurch bedingte Zurückhaltung der Käufer. Das Handwerk verschließt sich daraus nicht diesen Notwendigkeiten. Im Gegenteil, es hat sich wiederholt zu Preisherabsetzungen bekannt und solche auch mehrfach vorgenommen. Allein es darf nicht verkannt werden, daß es sich hierbei um Vorleistungen handelt, da die für eine Herabsetzung der Preise in Betracht kommenden Unkostenfaktoren noch keine merkliche Senkung erfahren haben. Auch die Hoffnungen, deren Erfüllung man mancherorts gerade beim Handwerk erwar tet, werden sich nicht so rasch verwirklichen können. Das Handwerk gehört zu den in der Gütergewinnung abhängigen Schichten und besitzt aus dieser Stellungnahme heraus auf die meist fartellmäßig gebundenen Preise seiner Vorlieferanten keine Einwirkungsmöglichkeit. Die direkte Verbindung des Handwerks mit den Käufern beschwert zudem den Berufstand mit allen Folgen der bisherigen verfehlten Wirtschaftspolitik, deren unerträgliche Belastung in sozialer und steuerlicher Hinsicht bekannt ist. Auch auf die Entwicklung der Löhne konnte das Handwerk angesichts der staatlichen Schlichtungspolitik kaum einen Einfluß gewinnen. Andererseits sorgt die wirtschaftliche Lage ganz von selbst für einen möglichst niedrigen Stand der Geschäftsunkosten und des Gewinnanteils. Das Handwerk ist sich hierbei seiner Verantwortung bewußt, bei den bei der Preisbildung seinen Einfluß unterliegenden Faktoren nur mit größter Gewissenhaftigkeit vorgehen zu können. Das Handwerk weiß sehr wohl, daß eine Preispolitik, die etwa im dauernden Gegensatz zu der allgemeinen Lebenshaltung stände, zu einer zunehmenden Einschränkung des Absages, ja zu einer völligen Verdrängung vom Markte führen müßte. Hoffentlich beginnt mit den Notverordnungen vom 26. Juli und vom 1. Dezember 1930 das unbedingt notwendige, durchgreifende, gesetzgeberische Reformwerk. Das Handwerk hat den darin festgelegten Wirtschafts- und Finanzplan der Reichsregierung als einen Anfang der Maßnahmen anerkannt, die zur Gesundung der öffentlichen Finanzen in Deutschland und zur Rettung der deutschen Wirtschaft vor weiterem Verfall notwendig sind. Allein den ersten Schritten müssen weitere folgen, um eine wirkliche Entlastung der Wirtschaft und damit die Möglichkeit zu einem wirksamen Preisabbau zu geben. Das gilt sowohl für die steuerliche wie auch für die soziale Belastung. Auf steuerlichem Gebiet muß vor allen Din Samstag, den 17. Januar 1931. gen einmal eine wesentliche Senkung der Realsteuern eintreten. Die eingeleiteten Maßnahmen müssen weitere Ergänzung finden durch die so notwendige Reichsreform an Haupt und Gliedern und durch die ebenso nicht mehr hintan zu haltende Neuregelung der Reparationsfrage. Für das Handwerk bleibt das Jahr 1930 noch von be= sonderer Wichtigkeit, weil in ihm der Ausschuß zur Untersu chung der Erzeugungs- und Absazbedingungen der deutschen Wirtschaft seine Ergebnisse über das deutsche Handwerk vorlegen konnte. Wir dürfen kurz darauf zurückgreifen, daß nach den Untersuchungen dieses Ausschusses für das Jahr 1926 I 300 000 Handwerksbetriebe mit Inhabern, 1 320 000 150 000 Gesellen, 766 000 Lehrlingen und 110 000 Ange stellten festgestellt werden. Der Gesamtumsag des Handwerks wird für das Jahr 1928/29 mit 20,6 Milliarden RM. oder 14-16% des volkswirtschaftlichen Gesamtumsages angege ben. Einschließlich der Berufszugehörigen finden innerhalb der Handwerkswirtschaft rund 8 Millionen Deutsche oder 12,6% der Bevölkerung ihr Brot. Diese Zahlen, die uns die wirtschaftliche Bedeutung des Handwerks künden, sind leider noch viel zu wenig bekannt. Es wird auch eine der Hauptaufgaben der vom 15. bis 22. März 1931 stattfindenden Reichs- Handwerks- Woche sein, auf diese Zusammenhänge hinzuweisen und die Deffentlichkeit über die Notwendigkeit des Handwerks für Volkswirtschaft und Volkskultur und über seine Bedeutung für den Zusammenhalt der Volksgemeinschaft aufzuklären. Möge der Erfolg auf Seiten der Veranstaltung stehen und sie zu einer neuen Belebung des wirtschaftlich, kulturell und sozial nicht zu entbehrenden Berufsstandes beitragen. Reichsgründung und evangelische Kirche. Das Landeskirchenamt weist in einem Ausschreiben die evangelischen Pfarrämter( in Uebereinstimmung mit dem Deutsch- evangelischen Kirchenausschuß an, der 60jährigen Wiederkehr des Tages der Gründung des deutschen Reichs am Sonntag, dem 18. Januar, in der Predigt des Hauptgottesdienstes und im Gebet zu gedenken. Die ,, Tote Hand" bleibt steuerfrei. Darmstadt, 16. Jan. Im Finanzausschuß des Hessischen Landtages beschäftigte man sich heute vornehmlich mit einem Antrage der Sozialdemokraten über die Notlage vieler hessischer Gemeinden und in Verbindung damit mit einem Antrag auf Neuregelung der Arbeitslosenfürsorge. Man beschloß, die„ tote Hand", die bislang auf Grund des§ 10 des Grunderwerbsteuergesetzes bis 31. Dezember 1930 steuerfrei war, auf weitere drei Jahre steuerfrei zu lassen. Am 24. Januar beginnt im Finanzausschuß die Generaldebatte über den diesjährigen Staatshaushalt. Am 25. Januar soll bereits mit der Beratung des Etats des Kultusministeriums begonnen werden. Der Preisabbau in Italien. Mailand, 16. Jan. ,, Sera Secolo" meldet aus Rom: Der Etatsabschluß für 1930 bringt 120 Millionen Defizit. Die behördliche Preissenfung hat bis 1. Januar eine sechzehnprozentige Senlung der Durchschnittspreise gebracht. In Rom sind drei Hotels und 170 Geschäfte wegen Widerstandes gegen den Preisabbaubeschluß der Regierung geschlossen worden. Nationalsozialistischer Präsident der Bremer Bürgerschaft. Bremen, 16. Jan. In der ersten Sitzung der neugewählten Bürgerschaft am Freitag nachmittag wurde in der Stichwahl der Kandidat der Rechtsparteien, Konsul Bernhardt( N.S.D.A.P.), mit 59 Stimmen der Nationalsozialisten, Deutschnationalen, Wirtschaftspartei, Konservativen Volkspartei, Deutschen Volks partei und der Haus- und Grundbesitzer zum Bürgerschaftspräsidenten gewählt. Der S.P.D.- Kandidat Osterloh erhielt 47 Stimmen. Einwanderungsbeschränkung in Brasilien. Aus Sao Paulo( Brasilien) wird dem D.A.J. geschrieben: Dem Drängen der Industriellen in den Großstädten hat die Die alte Lampe. Von Walter Riffler. Die Grubenlampe hing in der kleinen Wohnstube des alten Bergmanns gleich unter dem kleinen Bild, das ihn in der dunklen Knappentracht zeigte und schon seit über 20 Jahren der Hauptschymud des Zimmers war wenigstens solange, bis die Grubenlampe darunter gehängt wurde. Aber für den alten Wilhelm Mewes gehörten Bild und Lampe zusammen, und der Ehrenplatz, den er diesen beiden Dingen zugewiesen hatte, war gut gewählt, denn jeder Gast, der den alten Bergmann besuchte und auf dem kleinen Sofa niedersaß, hatte Bild und Lampe an der gegenüberliegenden Wand direkt vor Augen. Wilhelm Mewes war 42 Jahre lang Bergmann gewesen, bis ihm das Alter die Arbeit aus der Hand nahm und ihn zur Ruhe schickte. Aber als er nimmer einfahren konnte in den Berg, da wollte er wenigstens etwas mitnehmen ins Alter aus dem Reich seiner Arbeit, seine alte Grubenlampe. Er hörte nicht darauf, daß man sagte, er könne ja eine andere leicht befommen, eine fleine, silberglänzende Lampe, wie sie in manchen Geschäften zu kaufen sind er wollte die richtige, stabile Gebrauchslampe haben, mit der er so lange ins Bergwerk eingefahren war, und schließlich tat man dem alten Arbeiter die Freude an und überließ ihm, was er haben wollte. Wilhelm Mewes ließ sie sich füllen und nahm sie mit nach Hause, und nun hing sie sorglich geputzt unter dem Bild. Niemand durfte ihm daran viel tramen, und auch, als er immer älter und gebeugter wurde, putzte er noch selbst immer mit seinen zitternden, welken Händen den Staub von dem Metall, jah jede Kleinigkeit rach und hing sie ernsthaft wieder an ihren Plak. Manche Leute, die um diese Eigenheit des alten Mannes wußten, hielten ihn wohl für einen Sonderling und lachten darüber, aber das traf Wilhelm Mewes nicht. Er hielt sich meist von fremden Menschen zurück, und die ihn tannten, wußten auch, daß er schon vor langen Jahrzehnten seine Frau begraben mußte und daß sein einziger Sohn im träftigen Mannesalter vom Kriege dahingerafft worden war, und sie ehrten das einsame Alter des Bergmanns. Der sprach wohl mit niemand über „ Gießener Zeitung" provisorische brasilianische Regierung nunmehr nachgegeben und am 13. Dezember ein Dekret veröffentlicht, das die Einwanderung nach Brasilien beschränkt. Es ist bedeutend weniger rigoros als etwa die nordamerikanischen, kanadischen und australischen Gesetze über die Abdrosselung der Einwanderung und hat vor allem im Auge, die Zuwanderung von Proletariat nach den Großstädten, wo überall mehr oder weniger starke Arbeitslosigkeit herrscht, zu unterbinden. Auch gilt es ab 1. Januar 1931 zunächst nur auf ein Jahr und verbietet keineswegs die Einwanderung auch nach der Stadt vollständig. Deutsche Auswanderung aus dem Banat. Aus dem rumänischen Banat sind, wie die„ ,, Banater Deutsche Zeitung" in Temesvar hervorhebt, im Jahrzehnt 1921-1930 42 300 Deutsche nach Uebersee gewandert. Bei einer Gesamtzahl von 300 000 Deutschen bedeutet diese Zahl fast ein Sechstel der gesamten deutschen Einwohnerschaft. Ein Preisausschreiben im Interesse der Landwirtschaft. nur Der Vorstand der zu Ehren des Gelehrten August Forel errichteten Forschungsstiftung schreibt einen Preis von 1500 RM. aus für eine Arbeit über„ Einfluß der Schlempe auf die Qualität und Quantität der Milch". Berücksichtigung sollen Arbeiten experimentellen Inhalts finden; zugleich sind die besten bereits vorhandenen Arbeiten kritisch zu würdigen. Die Arbeiten, mit einem Kennwort versehen und einem das Kennwort tragenden geschlossenen Briefumschlage, in dem die genaue Adresse des Verfassers enthalten ist, sind spätestens bis 1. Oktober 1932 an Geh. Rat Prof. Dr. Abderhalden, Halle a. d. Saale, einzusenden. Sch. Reichs- handwerk's- Woche Dom 15.März bis 22.März 1931 Fördert das Handwerk! Lokales. Sonntagsgedanken. - Vier Millionen Menschen rusen in Deutschland nach Arbeit. Die Räder stehen still, trotzdem der starke Arm es nicht will. Die ungeheure Not treibt Menschen zur Verzweiflung. Schon erhebt Bruder gegen Bruder die Faust. Und unterdessen saugen noch habgierige Menschen am letzten Herzblut der anderen. Armes Deutschland, armes Vaterland! Zwei Millionen brave Söhne hast du auf den Schlachtfeldern Europas geopfert, um frei zu sein. Aus vielen Wunden quillt heute noch Blut und viele Tränen sind noch nicht getrocknet. Millionen von fleiBigen Händen hat man gefettet, die arbeiten möchten. Zerrissen hat man das deutsche Land und die Fetzen als Beute an die Feinde verteilt. Aber allmählich verstummt auch das höhnende jeine stille Eigenheit, und nur einmal, als der alte Pastor ihn besuchte und ihn nach der Grubenlampe frogte, vertraute er ihm ein paar stille Gedanken an. Sehen Sie, Herr Pastor," sagte der alte Mewes ,,, man macht sich ja im Alter schon so seine eigenen Gedanken über das genze Leben, und mit der alten Lampe ist das nun so. Als ich für die Arbeit da unten nicht mehr taugte und so still meine alten Tage verbringen wollte, da hab ich mir gedacht, daß das Grubenlicht, das man von oben mitnimmt in die dunkle Erde hinein, doch das einzige ist, was überhaupt das Leben und die Arbeit im Berg möglich macht... ja, ich will sagen: Der Bergmann unten im Stollen ist ganz abgeschnitten von der Welt, und das einzige, was einen schwachen Schein des Lebens da hineinträgt, das ist das kleine Grubenlicht. Und glauben Sie nur, Herr Pastor, ich habe allerlei doch mitgemacht in den 42 Jahren, die ich da unten geschafft habe so ein kleines Licht unten im Stollen fann einem manchmal vorkommen wie die helle Sonne. Mit dem kleinen Licht tragen wir ja erst das Leben hinein in die Erde, und wo Sie da unten schon so ein Licht sehen, da wissen Sie sofort, daß da Leben ist, Menschen da sind wie Sie und ich, daß Sie nicht allein und verlassen im Dunkeln sind, und daß alle, die das kleine Licht zu ihrer Arbeit hineintragen in den Berg, hier unten zusammengehören. Und wenn man dann wieder ausfährt und an den Tag kommt, und wenn man dann die Sonne und das Licht sieht, wo doch alles Leben von herkommt, dann habe ich immer gedacht, daß die Lampe im Püit unsere kleine Sonne ist, mit der wir das Leben tief in die dunkle Erde tragen." Dem alten Mewes war es gewiß nicht leicht, seine Gedanken so in Worte zu formen, daß der Pastor sie vielleicht verstehen konnte. Er fuhr sich mit der Hand einmal durch die gelichteten Haare und sprach schließlich schwerfällig weiter: Ja, Herr Pastor, ich will das man so sagen: Mein Junge, der hat die Lampe ja auch noch da hängen sehen, und kurz bevor er gefallen ist, hat er mir noch einen Brief geschickt. Da hat er geschrieben: Lieber Vater, ich muß heute so oft an Deine Grubenlampe denken. Wie man so beim Licht in der Grube manch mal denten kann an das große Licht oben auf der Erde, so denke ich, wenn manchmal ein paar seltene, schönere Stunden hier draußen sind, daß das auch eigentlich so kleine Lichter in Nr. 5 Gamsta laufende gefamten Zufahren an die Lachen der Feinde. Denn die Beute ist verzehrt und gefesselte Hände können auch für sie nicht mehr schaffen. Jetzt muß das deutsche Hoffen erst recht beginnen mit dem Glauben eigene Kraft. Die Rettung liegt in der Gemeinschaft. Wir müssen alle Brüder und Menschen sein. Jeden Sonntag soll man es in allen deutschen Kirchen lehren, daß nur in der Gemeinschaft das Großschöpferische eines Volkes zur Tat für die Nation wird. Wir müssen mitfühlen am Leide und Lose unserer Mitmenschen, in Wort und Tat, duldsam müssen wir sein, verzeihen können und zum Guten einander helfen. Dann wird allmählich die deutsche Herzenswunde sich schließen und langsam heilen. Und Brust und Schulter wird sich stählen, Sehnen und Muskeln sich reden. Hand ineinander alles, was bereit ist zur großen, unüberwindlichen, deutschen Gemeinschaft, was mithelfen will zur inneren und äußeren Befreiung. Dann nur dann werden deutsche Hände und Arme wieder frei... Der Sonntagsschreiber. Die Bürgersteuer. Sie soll ein Beitrag sein aller Gemeindebürger zu den namentlich durch die Wohlfahrtspflege überaus angespannten Gemeindelasten. Ihre Einführung war neben anderen neuen Gemeindesteuerquellen notwendig geworden, weil die Grundund Gewerbesteuern, auf die die Gemeinden seither in der Hauptsache angewiesen waren, durch den fortschreitenden Gemeindebedarf eine unerträgliche Höhe erreichten. Der itellte St fetzes zur 11. Dezen Innern Steuerja 1. Auf von 2 2. Auf jo 65 Rp 3. Auf je 300 R Die weiter zu gültig fejt vorläufige war: fü für die 4. Steuerpfli Steuern i gestellt. Reichs stattfinden taillon des ten einen diefem An Art gesper garten, Oswaldsg anlage, im schließlich gersteiges nahme des mit der A webrangeh Der Eingeführt wird die Bürgersteuer durch die Gemeinden selbst auf Gemeinderatsbeschluß. In gewissen Fällen sind die Gemeinden zu ihrer Einführung verpflichtet. Unterläßt in diesen Fällen ein Gemeinderat ihre Einführung, so wird die Bürgersteuer durch Verfügung der Aufsichtsbehörde angeordnet. An der Aufbringung der Bürgersteuer sollen alle Bürgerkreise beteiligt sein, auch diejenigen, die seither wohl in den Gemeinderäten über Gemeindeausgaben mit beschlossen, aber mangels Gewerbebetrieb und Grundbesitz nichts zur Aufbringung neuer Lasten beigetragen haben. Nach den anfänglichen Motiven sollte ein Satz in geringer Höhe auf alle wahl: fähigen Personen umgelegt( Kopfsteuer und nach möglichst einfachen Methoden eingezogen werden. Nun haben wir aber jetzt schon zwei Bürgersteuergesetze, das eine für 1930 auf Grund der Notverordnung vom 26. 7. 1930 und ein weiteres für 1931 auf Grund der Notverordnung vom 1. 12. 1930, das weiterhin auch die Bestimmungen für das Jahr 1930 z. T. ändert. Dazu gibt es bereits eine umfangreiche Menge von Ausführungsverordnungen und Ministerialerlassen. Es sollen vor allem die für die Bürgersteuer für das Jahr 1930 gültigen Bestimmungen in folgendem kurz geschildert werden: Wo eine Bürgersteuer beschlossen ist, muß sie sich nach dem von der Landesregierung bestimmten Landessah richten. Dieser ist in Hessen in Höhe der in der Notverordnung genannten Mindestsäße festgesetzt. Die Höhe der Bürgersteuer beträgt sonach bei einem im letzten Jahre gehabten Einkommen von bis zu 8000 RM.= 6 RM., über 8000 RM. bis 25 000 RM= 12 RM. und gestaffelt weitergehend bis zu 1000 RM. Für das Rechnungsjahr 1931 sind andere Sätze vorgesehen. Die Anforderung und Erhebung erfolgt verschiedenartig. Die Gewerbetreibenden erhalten eine Anforderung durch das Finanzamt, wobei der Tag der Fälligkeit angegeben ist( regelmäßig der 10. 1. 1931 und der 10. 3. 1931). Für die Lohnsteuerpflichtigen erfolgt die Anforderung im allgemeinen auf der Steuerkarte der Abschnitte für die Bürgersteuer bei1931, gefügt sind. Der Arbeitgeber muß am Fälligkeitstage die Bürgersteuerrate am Lohn in Abzug bringen und an die Gemeindekasse( nicht die Finanzkasse, wie bei der Lohnsteuer) fristgerecht abführen. Ermäßigt wird die Bürgersteuer für einkommensteuerfreie Personen auf 3 RM., für die Ehefrauen auf die Hälfte des Steuersatzes des Ehemanns. Befreiungen bestehen für Personen, die am, 10. 10. 1930 noch nicht 20 Jahre alt waren, ferner für solche, die am gleichen Stichtag vom Wahlrecht ausgeschlossen waren- oder die am Fälligkeitstag der Bürgersteuer( 10. 1. und 10. 3. 1931) Arbeitslosenunterstützung oder Krisenunterstützung bezogen, allem Dunkel und allem Schweren sind, auf die auch einmal eine hellere Zeit kommen muß, wie ja nach der Arbeit in der Erde, wo nur die Grubenlampe leuchtet, auch die Tagfahri folgt ins Freie, wo die Sonne leuchtet und überall Leben ist. Das hat mein Junge damals geschrieben, und ich hab' die alte Lampe lieb darum, weil der Gedanke daran dem Jungen ein Trost gewesen ist in der schweren Zeit." Der Pastor hatte ernst zugehört, und schließlich sagte er: „ Ja, Herr Mewes, ich verstehe schon, daß Ihnen die alte Lampe lieb und wert geworden ist. Die Menschen freilich, die hier oben über die Erde wandern, vermögen wohl nichts zu ahnen von dem Leben, das Sie mit der kleinen Lampe da unten ins tote Gestein hineintragen, und sicher werden auch nicht viele so tief darüber nachdenken, wie Sie es wohl manchmal in stillen Stunden tun!" Aber da sagte der alte Mewes:„ Ja, Herr Pastor, Sie sagen totes Gestein, und das ist ja auch wohl richtig. Aber glauben Sie mir ich bin so lange Bergmann gewesen, und da habe ich oftmals gedacht, es wäre gerade, ols ob da unten, tief in der Erde, altes, vergessenes Leben nur schliefe, als ob man es wieder aufweden fönnte, wenn man ein helles Licht da hineintragen würde, und manchmal habe ich ein Gefühl gehabt, als wenn zu dem Leben, das wir in die Erde hineintragen, langsam ein anderes, stilles Leben erwachte und sich zu dem neuen Leben, zu dem Licht hin sammelt. Wissen wir denn überhaupt, ob es etwas ganz Totes auf der Erde gibt, was nicht mehr zu be= leben ist?" Man fand den alten Wilhelm Mewes eines Tages in seinem Sofa sitzen, gegenüber der alten Grubenlampe, wo er eingeschlafen war, um nie mehr auszuwachen. Alte Bergknappen jorgten für die Bestattung, und einer nahm still die Lampe vom Halen, wog sie sinnend in der harten Arbeitshand und legte sie dann dem Greis zwischen die starren Hände. Der alte Pastor aber, der Wilhelm Mewes begrub, dachte sehr ernst daran, was der ihm gesagt hatte vom Leben, diesem unerforschlichen, geheimnisvollen Leben in der tiefen Erde, in der es nichts Totes gebe, und er betete in stillen Gedanken zu seinem Gott, daß dem Toten auch einst eine Glode ihr Glüdauf läuten werde zu fröhlicher Tagfahrt... * Den 18. Ja Erlaß des Pro wiffenfchaf Donnersto im 46. Jo allgemeine * Eis und sehr z verwahrt nicht in A * Sta herrichte in Die Maul Gehöften in fieben + Lut am Sonnt hält Herr Aus Gief * Ma Sonntag, Mujikaben ner Volfs Fischer- Gi Aus Lustspiel i nadmittag Am S G. J. Er Obe Kunstfreun Kunjt"( Montag, Kunstwiffe mann Rei k Bo nuar hier Nr. 5 und gefesselte Jetzt muß das auben an die einschaft. Wir en Sonntag joll nur in der Ge ur Tat für die nd Lose unserer wit fein, ver Dann wird en und langjam en, Gehnen und 5 bereit ist zur aft, was mit ng. Dann... der frei... Sihreiber. Debürger zu den 15 angespannten anderen neuen Deil die Grund seither in der schreitenden Ge1. die Gemeinden Ellen find die Ge Interläßt in die o wird die Bür angeordnet. ollen alle Bür er wohl in den beschlossen, aber chts zur Auf ch den anfäng auf alle wahl: nach möglichst rgersteuergefeße, ng vom 26. 7. der Notverord Bestimmungen es bereits eine ingen und Mi er für das Jahr kurz geschildert auß sie sich nach andessas richten. ofverordnung ge der Bürgerftener bten Einkommen 000 KM. 6is itergebend bis zu ind andere Gaze verfchiedenartig. rung durch das geben ist( regel Für die Lobu gemeinen auf der Bürgersteuer bei älligkeitstage die und an die Ge Lohnsteuer) frist kommensteuerfreie uf die Hälfte des am, 10. 10. 1930 olche, die am glei 1 waren oder Die und 10. 3. 1931) ftützung bezogen, die auch einmal Der Arbeit in der die Tagfahrt folgt all Leben ist. ich hab' die alte dem Jungen ein hließlich fagte er: en die alte Lampe freilich, die hier I nichts zu abner mpe da unten ins auch nicht viele jo mandymal in stillen Pastor, Sie sagen tig. Aber glauben vejen, und da habe 6 da unten, tief in eje, als ob man es les Licht da hinein Gefühl gehabt, als eintragen, langjam zu dem neuen Leben, an überhaupt, ob es nicht mehr zu be eines Tages in fei nlampe, wo er ein Alte Bergknappen till die Lampe vom beitshand und legte de. Der alte Paftor jr ernst daran, was nerforschlichen, ge der es nichts Totes feinem Gott, daß ufläuten werde j Samstag, den 17. Januar 1931. laufende öffentliche Fürsorge genossen, Sozialrenten bei einem gesamten Jahreseinkommen von unter 900 RM. bezogen oder Zusatzrenten nach dem Reichsversorgungsgesetz erhielten. Die neuen Realsteuersäße. Der von der hessischen Regierung für die Stadt Gießen bestellte Staatskommissar hat auf Grund des Artikels 1 des Gesetzes zur Sicherung des Haushaltsführung der Gemeinden vom 11. Dezember 1930 mit Genehmigung eds Herrn Ministers des Innern und des Herrn Ministers der Finanzen die vorläufigen Steuersätze für das Rechnungsjahr 1930 wie folgt erhöht: 1. Auf je 100 Mark Steuerwert der Gebäude und Baupläge von 27 Rpf. auf 35 Rpf. 2. Auf je 100 RM. des Gewerbekapitals von 55 Rpf. auf 65 Rpf. 3. Auf je 100 RM. des Gewerbeertrags 300 Rpf. von 220 Rpf. auf Die Aufrechnung der hiernach für das Rechnungsjahr 1930 weiter zu entrichtenden vorläufigen Steuerbeträge auf die endgültig festzusetzenden Steuern bleibt vorbehalten. Diese weitere vorläufige Steuer für 1930 wird in zwei Teilbeträgen, und zwar für die 1. bis 3. Rate bis zum 25. Februar 1931, und für die 4. bis 6. Rate bis zum 25. April 1931 fällig. Den Steuerpflichtigen werden über diese weiteren vorläufigen Steuern in den nächsten Tagen besondere Steuerbescheide zugestellt. Reichsgründungsfeier. Anläßlich des am 18. Januar 1931 stattfindenden 60jährigen Reichsgründungstages hält das 1. Bataillon des Infanterie- Regiments Nr. 15 auf dem Oswaldsgarten einen Appell mit anschließender Truppenparade ab. Aus diesem Anlaß wird ab 11 Uhr der Verkehr mit Fahrzeugen aller Art gesperrt in der Kirchstraße von Neustadt bis Am Pfarrgarten, die Neustadt von Westanlage bis Tiefenweg. Der Oswaldsgarten wird abgesperrt im Nordwesten an der Nordanlage, im Nordosten am Feuerwehrdepot, im Südosten einschließlich der Kirchstraße mit Ausnahme des südöstlichen Bürgersteiges und im Südwesten einschließlich Neustadt mit Ausnahme des südwestlichen Bürgersteiges. Den Anweisungen der mit der Absperrung beauftragten Polizeibeamten und Reichswehrangehörigen ist unbedingt Folge zu leisten. * Der 18. Januar. Am 60. Reichsgründungstag, Sonntag, den 18. Januar, haben die hessischen Dienstgebäude nach einem Erlaß des hessischen Staatspräsidenten zu flaggen. * Prof. Dr. Weber †. Der ordentliche Professor der Forstwissenschaft an der hiesigen Universität ist am vergangenen Donnerstag ganz unerwartet gestorben. Der Verstorbene, der im 46. Jahre stand, von Großen- Linden gebürtig, erfreute sich allgemeiner großer Beliebtheit. * Eisernte. Die Eiserntearbeiten haben mit einem Schlag und sehr zahlreich eingesetzt. Man heimst billiges Eis ein und verwahrt es in Eiskellern, die voriges Jahr weniger oder gar nicht in Anspruch genommen wurden. * Stand der Vichseuchen in Hessen. Am 1. Januar 1931 herrschte in 111 Gehöften bezw. 31 Gemeinden des Bezirks Kassel die Maul- und Klauenseuche, im Bezirk Wiesbaden in nur zwei Gehöften einer Gemeinde. In Hessen waren nur zwölf Gehöfte in sieben Gemeinden verseucht. * Lutas- Gemeinde. Verbunden mit einem Familienabend, am Sonntag, dem 18. Januar, abends 8 Uhr, im Lukassaale, hält Herr Amtsgerichtsrat Gros von hier einen Vortrag über: ,, Aus Gießens alten Straßen und Gassen". * Marius- Gemeinde. In der Stadtkirche veranstaltet am Sonntag, dem 18. Januar, abends 8 Uhr, einen geistlichen Musikabend unter Mitwirkung des Kammerorchesters der Gieße= ner Volkshochschule, Fräulein H. Gunderloh- Darmstadt, Frau E. Fischer- Gießen und Herr Stadtorganist H. Simon. * Aus dem Stadttheater.„ Der Widerspenstigen Zähmung", Lustspiel in 5 Aften, von Shakespeare, wird heute, Samstag, nachmittag, Anfang 3.45 Uhr, als Schüler- Vorstellung gegeben. Am Sonntag tommt ,, Die erste Frau Selby", Komödie von St. J. Ervine, zur Aufführung. Anfang 6.30 Uhr nachmittags. * Oberhessischer Kunstverein und Gesellschaft der Gießener Kunstfreunde. Einen Vortrag mit Lichtbildern über ,, Moderne Kunst"( Vom Expressionismus zum Ueberrealismus) hält am Montag, dem 19. Januar, abends 8.15 Uhr, im Hörsaal des Kunstwissenschaftlichen Instituts, Ludwigstr. 34, Herr Dr. Hermann Keil, Kunstmaler, Frankfurt a. M. * Vom Gießener Eisverein. Als Auftakt zu den am 25. Janua: hier stattfindenden Eisschieß- Meisterschaften des südwestR. ,, Gießener Zeitung" deutschen Eislauf- Verbandes veranstaltet am morgigen Sonntag der Verein lokale Eisschieß- Meisterschaften. * Obst- und Gartenbauverein. Im Hotel„ Hopfeld" hält am Sonntag, dem 18. Januar, nachmittags 3 Uhr, Herr Obstbau- Oberinspektor Mazarin- Worms einen Vortrag über: ,, Steigerung des Stein- und Beerenobstanbaues als Mittel zur Gesunderhaltung der Familie nebst Angabe der dazu nötigen Winter- und Frühjahrsarbeiten". * Deutschnationaler Handlungsgehilfen- Verband. Die Jahres- Hauptversammlung findet am Samstag, dem 17. Januar, abends 8.30 Uhr, im Heim in der Lonystraße, statt. Aus Nah und Fern. Trais a. d. Lda. Am Mittwoch konnte die älteste Frau unseres Dorses, Wwe. Elisabeth Amend, in geistiger und auch fast förperlicher Frische ihren 91. Geburtstag feiern. Bad Nauheim. Der große Kurhaus- Maskenball findet am 14. Februar in allen Sälen des Kurhauses statt. Darmstadt. Am gestrigen Nachmittag ereignete sich auf der Straße zwischen Darmstadt und Eberstadt ein schwerer Verkehrsunfall. Ein holländischer Personenwagen begegnete einem Lastfraftwagen aus Karlsruhe. Als der Führer des Personenwagens zu stoppen versuchte, tam sein Wagen infolge Glatteis ins Schleudern und flog gegen den Lastkraftwagen. Der Anprall war so heftig, daß sich das Personenauto überschlug. Es begrub den Führer unter sich. Jm gleichen Augenblick explodierte der Benzintank. Der Fahrer erlitt sehr schwere Brandwunden und mußte nach dem Städtischen Krankenhaus gebracht werden, wo er hoffnungslos darniederliegt. Der Besitzer des Personenwagens, ein Kaufmann van Rossen aus Rotterdam, wurde beim Anprall aus dem Wagen geschleudert, erlitt aber nur geringe Verlegungen. Mainz. In der Fraktionssihung der Sozialdemokratischen Partei am Mittwoch wurde beschlossen, den Beigeordneten Dr. Kraus als Nachfolger für den jetzigen Oberbürgermeister Dr. Külb in Vorschlag zu bringen. Ein Gegenvorschlag von seiten einer anderen Partei liegt bisher nicht vor. Nachdem jetzt Dr. Kraus offiziell für die Wahl herausgestellt worden ist, werden die übrigen Parteien sich mit diesem Vorschlag zu beschäftigen haben.. Weitere Kündigungen im Eisensteinbergbau. Wetzlar. Bekanntlich ist die Lohnordnung für den Eisensteinbergbau an Lahn, Dill und Oberhessen für Ende Januar 1931 gekündigt worden. Da es zweifelhaft erscheint, daß die eingeleiteten Schlichtungsverhandlungen rechtzeitig zu einem endgültigen Ergebnis kommen, sehen sich die Verwaltungen des Eisensteinbergbaues gezwungen, den gesamten Belegschaften zum 31. 1. 1931 zu kündigen, um ab 1. 2. unter neuen Bedingungen weiterarbeiten zu können. Die Kündigung ist nicht gleichbedeutend mit einer Stillegung der Werke. Niederweg. Durch eigene Unvorsichtigkeit verunglückte die 17jährige Aenne Lang aus Nauborn, die mit dem ersten Omnibus hier eintraf. Bevor der Omnibus hielt, sprang sie heraus und kam unter den Wagen. Ein Rad ging ihr über Arm und Bein, so daß sie nach dem Krankenhaus in Wetzlar gebracht werden mußte. aus Herborn. Auf der Station Driedorf der Bahnstrecke Herborn- Westerburg wurde am Mittwoch nachmittag die 52jährige Ehefrau des Pfarrers Metzler aus Driedorf von einem Richtung Herborn kommenden Personenenzug überfahren und auf der Stelle getötet. von Michelsberg( Schwalm). Landwirt Simon Gerlach hier beging am 16. Januar seinen 101. Geburtstag. Er ist ein erfolgreicher Landwirt und weit bekannter Jäger und war nie in seinem Leben ernsthaft krank. Seine sämtlichen Geschwister leben gleichfalls noch und sind alle über 80 Jahre alt.. Frankfurt a. M. Einen schaurigen Fund machte ein Jäger im benachbarten Enkheimer Wald. Er fand an einem Baum die Leichen zweier junger Leute. Die Polizei stellte fest, daß es sich um einen 18jährigen Schmied und ein 21jähriges Mädchen aus einem Vorort von Frankfurt handele. Der Verbindung des jungen Paares hatten beide Eltern scharfen Widerstand entgegengesetzt, so daß das Paar schließlich den gemeinsamen Tod juchte. Fulda. Domkapitular Robert Günther, der während der Krankheit des verstorbenen Generalvikars Dr. Müller bereits die Geschäfte geführt hat, ist vom Bischof zum Generalvitar der Diözese Fulda ernannt worden. Nr. 5 Kassel. Der Präsident der Landwirtschaftskammer für Kurhessen und Walded, Landrat a. D. Kammerherr Alexander von Keudell auf Schloß Wolfsbrunnen bei Schwebda( Kreis Eschwege), beging am 16. Januar seinen 70. Geburtstag. Moderne Wilddiebe. Essen. Der Polizei gelang es, eine Anzahl Wilddiebe festzunehmen, die in Ernsthausen bei Kassel in letter Zeit in den Staats- und Gemeindeforsten in erheblichem Umfange gewildert hatten. Die Wilderer befuhren nachts mit Automobilen die einsamen Waldwege und schossen das Wild, das durch die Scheinwerfer des Wagens geblendet wurde, vom Kraftwagen aus ab. Auf diese Weise erbeuteten sie viel Rotwild und Hasen. Das Wildbret wurde an Wildhändler im Industriegebiet, vornehmlich in Essen und Gelsenkirchen, verkauft. Düsseldorf, 16. Jan. Der Kriminalpolizei ist es gelungen, eine mehrköpfige Diebesbande zu verhaften, die seit dem letzten Herbst verschiedene Stadtviertel Düsseldorfs unsicher machte. Nach den bisherigen Feststellungen erbeutete sie bei ihren Raubzügen Waren im Werte von ungefähr 30 000 Mark. Millionenveruntreuungen. Bremen, 15. Jan. In Barnstorf zwischen Bremen und Osnabrüd kam man bei der Spar- und Darlehenskasse riesigen Veruntreuungen der beiden Geschäftsführer auf die Spur, die in die Millionen gehen. Schon vor einiger Zeit hatte der eine Direk tor der Kasse im Laufe der Untersuchungen Selbstmord begangen; der zweite Direktor Groene wurde in Untersuchungshaft genommen. Dem einen Direktor sind Unterschlagungen von fast 900 000 RM. nachgewiesen; dazu kommen noch 550 000 RM. Rückstellungen auf fingierte Konten und über 61 000 RM. für sonstige Verpflichtungen. Passau. Infolge des starken Eisganges, der seit einigen Tagen auf der Donau anhält, haben sich zwischen Passau und Regensburg derartige Eismassen angesammelt, daß der Schiffs= verkehr bis auf weiteres stillgelegt werden mußte. Stettin. Der Kassierer der Rügenschen Kreiskrankenkasse ist seit Anfang Oktober spurlos verschwunden. Man brachte sein Verschwinden von Anfang an mit Unregelmäßigkeiten bei der Kasse in Verbindung. Inzwischen hat sich herausgestellt, daß die Höhe der Unterschlagungen über 40 000 Mark erreicht. Ueber 800 Oderfähne eingefroren. Breslau, 16. Jan. Infolge der starken Eisbildung auf der Oder sind im Bereich Schlesiens über 800 Oderfähne eingefroren. Davon liegen gegen 700 in der Umgebung von Breslau fest. Die Oder führt starkes Grundeis. 250 Jahre deutsche Kartoffel. Von Dr. P. Lieb, Landwirtschaftslehrer u. Wirtschaftsberater. Von allen Versuchen, ausländische Pflanzen in Europa heimisch zu machen, darf als der gelungenste wohl die Einbürgerung der Kartoffel bezeichnet werden.. Dieses Kind des sonnigen Südamerika wurde im Laufe der Jahrhunderte ein wirklicher Segen für die europäische Landwirtschaft und ist heute aus unserer Ernährungswirtschaft schlechterdings nicht mehr hinwegzudenken. Ihr neutraler Geschmack, ihre Nährkraft und Bekömmlichkeit, ihre mannigfache Verwendbarkeit bei guter Lagerfähigkeit machen die Kartoffel neben dem Mehl unentbehrlich für die Küche und daneben finden die kohlehydratreichen Früchte noch vielerlei Verwendung zu Brennereizweden, zur Stärkefabrikation, als Kartoffelflocken u. a. m. Wer die Kartoffel in Europa eingeführt hat, ist nicht genau bekannt, aber ob es nun der lied- und sagenumwobene Franz Drake oder, wie heute angenommen wird, der irische Sklavenhändler Hawkins war, er hat sich jedenfalls unendliche Verdienste um die Menschheit in Europa erworben. In Deutschland wurden die ersten„ Tartuffeln", wie die Pflanze damals genannt wurde, vor rund 250 Jahren angebaut und zwar im Lustgarten, dem Platz vor dem Berliner Schloß, fürwahr eine großartige Einführung der bescheidenen Pflanze, so offiziell, als ob man ihren wahren Rang schon damals geahnt hätte. Wenn man die starken Vorurteile der damaligen Zeit be= rücksichtigt, die die Einführung der Kartoffel so sehr erschwerten, so ist es fast erstaunlich, wie schnell die Aufzucht der Entfettungsfuren im Winter. sind von besonderem Wert, da der Körper im Winter eine besondere Neigung zum Ansatz zeigt. Nehmen Sie früh, mittags und abends 2-3 Tobula- kerne, die Sie in Apotheken erhalten. - und Ihre Frau ist Ihnen dankbar! Ein Alterskapital für Sie und Ihre Frau ist Ihnen unverlierbar sicher, wenn Sie von Ihrem Einkommen regelmäßig einen angemessenen Teil für eine Lebensversicherung verwenden. Selbst bei Ihrem vorherigen Ableben, wenn Ihre Angehörigen vor vielerlei Verpflichtungen gestellt sind, tritt Ihre Lebensversicherung für Sie ein und stellt die volle Summe zur Versorgung Ihrer Lieben zur Verfügung- auch wenn nur ein einziger Beitrag eingezahlt war. Die Beiträge sind umso niedriger, je eher Sie abschließen! Samstag, den 17. Januar 1931. Pflanze trotzdem Boden fand und wie weit ihre Kultur auch in Bezug auf Qualität heute verfeinert ist. Die letzten Steigerungsmöglichkeiten für den Anbau der Kartoffel schuf unser wissenschaftliches Zeitalter, das ihre Bedürfnisse genau erforschte und ihr die Nahrung verschaffte, die ihr am besten bekommt. Denn, wenn auch die Kartoffel nicht anspruchsvoll ist, so braucht sie doch gewisse Stoffe, sie gehört bekanntlich, wie alle Hackfrüchte, zu den sogenannten Kalifressern, um im Gesamtertrag, also qualitativ und quantitativ befriedigend abzuschneiden. Da hilft man denn heute durch Düngesalze( z. B. 40er Kalidüngesalz) nach, um gesunde Früchte in reichlicher Menge zu ernten. Rekordernten, wie die des Jahres 1930 mit 45 Millionen Tonnen in Deutschland( 15 Prozent mehr als 1929) sind unter der Vorbedingung günstiger Witterung natürlich ein Beweis, wie dankbar die Kartoffel für die Hilfe ist, die ihr die Wissenschaft in Gestalt der mineralischen Düngemittel bietet. Auch die große Sortenauswahl die verschie denen Sorten sind alle erst in Europa entstanden- zeigt, in welch hohem Grade die Pflanze heute kultiviert ist, und wir dürfen sicher sein, daß den Herrschaften am Hof des großen Kurfürsten, die die ersten„ Tartuffeln" aßen, keine so schmackhafte Sorte vorgesetzt wurde, wie sie heute jedermann als selbstverständlich verlangt. So hat sich die Kartoffel in den zweieinhalb Jahrhunderten zu einer Kulturpflanze ersten Ranges und zu einem Segen für alle entwickelt und wird auch in Zukunft ihren Platz auf der feinsten Tafel wie auf dem einfachsten Tisch behaupten. Neue Bücher. Moloch Maschine. Die Kulturkrise der Welt! Ein Buch, das sich auf Tatsachen stützt( Stuart Chase ,, Moloch Maschine. Die Kultur- und Wirtschaftskrise der Welt", autorisierte deutsche Ausgabe. Verlag Died& Co., Stuttgart. Geh. RM. 4.50, gebd. 6.50). Nicht gegen die Maschine, sondern für ihren richtigen Einsatz in unser Leben und für das Abbiegen ihrer Schäden geht es diesmal. Verwunderlich eigentlich, daß wir so lange darauf warten mußten, wo es sich doch um die Grundfesten unserer Wirtschaft, unserer Weltanschauung und Kultur handelt. Hier ist also einer, der Licht ins nebelhafte Spekulieren bringt und mit Schaumschlagen und Spiegelfechten aufräumt. Chase geht der Frage kritisch zu Leibe und legt damit die Sonde an die schlimmsten Wunden der gegenwärtigen Zeit: Arbeitslosigkeit, Ueberproduktion, Kulturgefährdung, Kriegsdrohung usw. Seine Darstellung ist darum so besonders wichtig, weil er weder als Kapitalist noch als Vertreter des Arbeitnehmers einen einseitigen Standpunkt vertritt, sondern spannende, farbensprühende Schilderung. Er sah Land und Leute und lernte sie kennen, wenn auch in anormalen Zeiten, wie es faum jemand vor ihm vergönnt war. Vor allem aber, er gewann das Land und die Yaquis lieb und wurde von diesen als Deutscher verehrt, als ob er einer ihrer Besten wäre. Diese ,, Gießener Zeitung" das von wilden Fieberschauern geschüttelte und gequälte Land wird bei Kriegsbeginn ein junger Deutscher, Ernst Löhn dorff, der als Schiffsjunge auf einem deutschen Segler war, geworfen. Von seinen tollen Erlebnissen in dem bizarren Land der Palmen, der Berge, der wüsten Rattussteppe, gibt Löhndorff in dem Buche ,, Bestie Jch in Merito"( 6. Auflage, Verlag Diec & Co., Stuttgart; in Ganzleinen RM. 5.80) eine ungewöhnlich unbeeinflußt neutral bleibt. Hier werden Probleme nicht nur angedeutet, sondern geklärt, Fragen nicht nur aufgeworfen, sondern wirklich behandelt. Echler, So oder so? Fingerzeige für gesellschaftlichen Erfolg. Beispiele und Gegenbeispiele im Bild. Neue Volksausgabe( 6. erw. Auflage), sehr hübsch ausgestattet, nur 3,75 RM. Verlag Died& Co., Stuttgart. Ein Lehrbuch der gesellschaftlichen Künste nach einer neuen Methode: eine Art Selbstfontrolle durch Anschauungsunterricht des Wesentlichen, was wir in der Gesellschaft, im Ballsaale, im Restaurant, im Theater, auf der Straße, im eigenen Heim, kurz überall zu beachten haben. Photographieren ohne Fehlaufnahmen. Die Kunst der technisch einwandfreien Aufnahmen, von A. Glucker. Mit 32 Bildern. Preis 1,25 RM. Süddeutsches Verlagshaus G. m. b. H. Stuttgart, Birkenwaldstr. 44.- Das Büchlein zeigt Aufnahmen von Tieren, Landschaften, Kindern, zeigt, wie man Köpfe und Blumen in natürlicher Größe darstellt, zeigt sehr anschaulich die am häufigsten vorkommenden Fehler wie Sonnenflede, Lichthof, Häuser, verwackelte Bilder und solche mit ungünstigem Hintergrund. Deine Morgengymnastik! Die täglichen Uebungen zur Pflege der Gesundheit und Steigerung der Lebensfreude für Mann und Frau. Von A. Gluder. Mit 22 Bildern. Preis 1,25 RM. Süddeutsches Verlagshaus G. m. b. 5., Stuttgart, Birkenwaldstraße 44. Dieses Buch ist mehr als ein loses Aneinanderreihen einer Anzahl von Uebungen. Es belehrt, wie man üben muß, so daß man auch selbst aus angegebenen GrundGrosse Nr. 5 formen unzählige neue Uebungen ableiten und zusammenstellen kann. 100 Erfrischungsgerichte für den Sommer. Erprobte und bewährte Rezepte für Früchte- und Gemüse- Rohkost, Salate, Eier> speisen, Früchte- Puddings, Kaltschalen und Erfrischungsgetränke, von Lisbeth Ankenbrand. Mit Bildern. Preis 1,25 RM. Süddeutsches Verlagshaus G. m. b. H., Stuttgart, Birkenwaldstraße 44. Die ideale Schnellküche für die heiße Jahreszeit, so kann man mit voller Ueberzeugung dieses überaus praktische Buch nennen. In ihm ist eine Fülle guter Rezepte gegeben, die eine abwechslungsreiche Speisenführung ermöglichen.. „ Hessenland". Von der Monatsschrift für Landes- und Volkskunde, Kunst und Literatur Hessens Hessenland" liegt jetzt das erste Heft des 42. Jahrgangs vor. Es bringt zunächst einen Artikel über„, Hessen- Kassel und das Rhein- Main- Gebiet", einen weiteren über„ Das erste Auftauchen des Kurhessischen Verfassungsgedankens vor 100 Jahren". Nicht zu vergessen sind die interessanten Aufnahmen von dem Hochwasser det Lahn, die gleichsam die Notwendigkeit der Lahnregulierung illuſtrie= ren. Mit dem 31. Januar 1931 tritt die ,, Quelle", das älteste pädagogische Fachblatt, in das 81. Jahr ihres ununterbrochenen Bestandes. Geleitet von einer redaktionellen Arbeitsgemeinschaft namhafter österreichischer Reformpädagogen. Hunderte von Gutachten der ersten pädagogischen Autoritäten zeugen von der hervorragenden Qualität der„ Quelle". Wiewohl reich illustriert, kostet der Jahrgang nur 8,- RM. Ueber den Milchhof in Nürnberg, die größte Milchzentrale Europas, erscheint in der neuen Nummer der„ Münchener Jllustrierten Presse"( Nr. 3) ein interessanter Artikel mit vielen Bildern. Besonders erwähnenswert ist noch der Aufsatz über die Kaiserproklamation in Versailles am 18. Januar 1871. Verantwortlich: Paul Christian Klein in Gießen. Protestkundgebung am Mittwoch, den 21. Januar 1931, abends 8 Uhr, im grossen Saale. des Café Leib zu Giessen. Tagesordnung: Liebe befähigt ihn, sein Buch zu mehr als einer Abenteurer Stellungnahme aller wirtschaftlichen Verbände gegen die unerhörten schilderung zu machen. Das wahre Mexiko lebt im Buch des jungen Löhndorff, der nicht nur leiden, sondern auch erzählen fann. Ein ausgezeichnetes Abenteurerbuch. Während in Europa der große Krieg alles in seinen Bann schlug, tobten in Mexiko erbittertſte Revolutionsfämpfe. Es war feine ,, Salon"-Revolution, wie sie in Südamerika an der Tagesordnung ist, sondern grausamſter, blutigster Bürgerkrieg, der von den Revolutions= parteien mit ungeheurer Erbitterung ausgekämpft wurde. In neuen Steuerbelastungen. Wir erwarten, dass auch unsere Mitglieder vollzählig an dieser Kundgebung teilnehmen. Der Hausbesitzer- Verein e. V. Giessen H. Launspach, 1. Vorsitzender. Als hochverzinsliche mündelsichere Kapitalanlage empfehlen wir unsere 7% igen Goldhypothekenpfandbriefe Ausgabekurs: 96% freibleibend Rückzahlungskurs: 100%. Da die Kündigung nicht vor dem 30. September 1936 erfolgen kann, und die Kapitalertragssteuer am 2. Januar 1931 fortgefallen ist, sichert sich der Erwerber auf viele Jahre eine hohe Verzinsung und außerdem einen Rüdzahlungsgewinn. Die Sicherstellung der Pfandbriefe ist eine dreifache: 1. durch erststellige innerhalb der mündelsicheren Beleihungsgrenze eingetragene Goldhypotheken; 2. durch das gesamte Vermögen und die Rücklage der Nassauischen Landesbank; 3. durch die unbeschränkte Garantie des Bezirksverbandes des Regierungsbezirks Wiesbaden, der mit seinem Vermögen und seiner Steuertraft, einschließlich der Steuerkraft aller Städte, Kreise und Landgemeinden des Regierungsbezirks Wiesbaden, für die Einlösung der Pfandbriefe haftet. Die Goldpfandbriefe der Nassauischen Landesbank sind an den Berliner und Frankfurter Börsen jederzeit veräußerlich und bei der Reichsbank lombardfähig. Außerdem sind sie für die Anlegung von Mündelgeld in ganz Deutschland zugelassen. Ausgabe in Stüden zu 100, 500, 1000, 2000 und 5000 Goldmark. Die Stüde sind sofort lieferbar und können durch sämtliche Banken, Sparkassen und Kreditgenossenschaften sowie alle Niederlassungen der Landesbank selbst bezogen werden. 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