Nr. 20 Gießener Zeitung auch auf dem der n Anspruch nehmen, nicht allein durch die ird ihre zweckmäßige ortzweige, die auf be h bei günstigem Wet en, wie Fechten, Rinmen betrieben worden, en zugute getommen. gegebene Boden für chstagerennen, die ja Hierbei tommt es am Senjationssport von Freien unterscheidet. und Tennisspieler im rstaunlicher, da gerade me Sommersporte find, önnen scheinen. Und ne jehr wertvolle, fajt und Wettkampfbetrie hland in diejen Sport ten. die Hallen wohl taum olien. Auch bei ihnen eason in Amerita eine werden allwinterlich Sallen abgehalten, bei Die furzen Streden 30 Meter gehen; dabei den sehr beliebt. Auch Bauch Rundläufe, na hführbar sind. Natür 3 aus, während kugelonders dafür erbauten h sind wir allerdings eigne Hallenrekorde zu Hallenzeit hat, die in hrt wird, ist bekannt. die Erfahrung, daß es Städte gibt, die über Möglichkeiten, die die Gestalt bieten, rüden e, die möglichst viele Geltung bringen, also r Abwechslung. Diese Hallenzeit jedes Win Höhepunkt finden sie in Berlin, Dortmund, fann man am besten r neuzeitlichen Leibes ud) bei uns schon ge zem längeren Beitrag ,, Westermanns Mo ganzen Artikel lesen t. den Kaufmann zu wohl in 75 von 100 seiner langjährigen können. In dieser aeth u. Linde( Ber rausgabe der un wissenschaften, so recht das wir unsere Leser Inzwischen ist das n zuverlässiger Helfer ngen 90 bis 93 schlie nenen an. arte) vom Sauerland, ines Faltblattes, gab uptgeschäftsstelle ferFeite finden wir ein 5 Zentimeter hoch, des Wittgensteiner Landes, zt aus gesehen. Die I aus allen Teilen des steins und eine knappe -trefflich ausgestattete urch jede Buchhandlung zogen werden. c. die uns alle bedroht. hutz mehr. Der eigent Luft. „ Die Woche", Dem Thema„ Gas" eine inzelheiten dieser großen abwägt. Die Gas- Son3. überall zu haben. n Klein in Gießen. eschäftsmann rall beliebten on Albin Klein, Gießen citung 1931 wesentlich zu erniedrigen werteste d. Technik kaufen s bisher dagewesene in d. nm. d. Worten: ,, Endlich lamewagen kommt in den werden Interessenten geb. d. Gesch. d. Bl. zu richten. Gielen Erscheint Mittwochs und Samstags. Bezugspreis 2,40 M vierteljährlich frei ins Haus. Pedaktionsschluß früh 8 Uhr. Für Aufbewahrung oder Rüdfendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. 44. Jahrg. - Bolitische Rundschau. Der Reichsrat hat in seiner gestrigen Sigung Einspruch gegen die vom Reichstag beschlossene Novelle zum Brotgeset und gegen das vom Reichstag angenommene jozialdemokratische Initiativgeseh, das wieder ein zollfreies Gefrierfleischkontingent einführen wollte, erhoben. Damit dürften beide gegen den Willen der Reichsregierung angenommenen Gesege erledigt jein, da der Reichstag ihre Infraftsegung nunmehr mit Zweibrittelmehrheit beschließen müßte. Im Haushaltsausschuß des Reichstages wurde am Don nerstag die Beihilfe an die Deutschen Werke in Kiel in Höhe DON 2% Millionen Mart bewilligt. Der Strafrechtsausschuß des Reichstages erledigte am Freitag bie Borschriften des neuen Strafgesetzbuch- Entwurfes über die Schäbigung der Rechtspflege und über die Urlundenfälschung. Beide Abschnitte wurden nach den früheren Be fchlüssen angenommen. Der Ausschuß hat dann die Weiters beratung bis in den April vertagt. Der Handelspolitische Ausschuß des Reichstages nahm nach einer längeren Beratung das Genfer Handelsabkommen an. 3m Reichstag wurde das Kraftfahrzeugsteuergesetz in 2. und 3. Lelung angenommen. Im Steuerausschuß des Reichstages wurden die sozialdemo featischen Anträge auf Tantiemensteuer für Aufsichtsratsmit glieder und die Erhöhung der Zuschläge zur Einkommensteuer angenommen. Bon zuständiger Stelle wird zu den Nachrichten über Binbungen, die deutscherseits hinsichtlich der Erledigung des deutschpolnischen Handelsvertrages eingegangen sein sollen, folgendes ceflärt: Es besteht weber ein Junctim zwischen dem deutschpolnischen Handelsvertrag und dem deutsch- polnischen Liquibationsablommen, noch eine Verbindung zwischen dem deutschpolnischen Handelsvertrag oder irgend welchen deutsch- französ ischen Anleiheverhandlungen. Das Ehrengericht der Wirtschaftspartei hat festgestellt, daß fich alle gegen den Barteiführer Drewig erhobenen Beschuldi gungen als unbegründet herausgestellt hätten. In dem Lohn: und Tarisstreit der bayerischen Metallindustzie ist nunmehr der bayerische Staatssekretär Funke vom Reichsarbeitsminister beauftragt worden, über den Verbind Ehkeitsantrag der Arbeitnehmer zu entscheiden. Die Ente heibung über den Verbindlichkeitsantrag ist auf Dienstag angejezt worden. Bor Beginn einer für Donnerstagabend von der NSDAP., Gau Samburg, einberufenen Versammlung bei Sagebiel, in der der braunschweigische Staatsminister Dr. Franzen sprechen sollte, nahm die Polizei im Versammlungslokal mehrere hun dert Kommunisten fest, die sich mit gefälschten Karten, Einlaß verschafft hatten, Die Filmoberprüfstelle hat am Freitag den sozialdemo: fatischen Trickfilm„ Das dritte Reich" zugelassen. In dem öffentlich- rechtlichen Ausschuß des lettischen Parlaments gelangte am Freitag das Gesetz über die Enteignung der deutschen Domkirche zur Abstimmung. Das Gesetz wurde mit fnf gegen vier Stimmen abgelehnt. Die Sozialdemokraten ,, handeln weiter. Im Reichstag gingen die Besprechungen zwischen dem Zentum und den Sozialdemokraten über die sozialpolitischen Forberungen der Sozialdemokratie weiter. Irgendwelche Entscheibungen sind jedoch nicht gefallen. Man beurteilt die Lage berhaupt viel ruhiger als in den letzten Tagen. Aus Zentzumstreisen hört man, daß die Erklärungen des Reichsarbeitsministers Dr. Stegerwald in der Reichstagsfizung vom DonRerstag ein ausreichendes Entgegenkommen für die Sozialbemokratie enthalte. Die Sozialdemokraten sind vorerst zwar moch anderer Meinung, sie feilschen noch um ihre Panzerfreuzerausage. Für den äußersten Konfliktsfall sind sie aber gewiß hon heute bereit, der Regierung Zugeständnisse zu machen. Im übrigen ist es sehr bemerkenswert, daß im Zusammenhang rit der möglichen Annahme der sozialistischen Steuerpläne im Blenum des Reichstags bereits vom Einspruchsrecht des Reichsmats gesprochen wird. Die Ländervertreter im Reichsrat haben Hegreiflicherweise ein außerordentlich großes Interesse daran, Daß die Länder und Gemeindefinanzen, die durch die Wohl Fahrtserwerbslosenfürsorge ohnehin ganz gewaltig in Anspruch genommen werden, in Ordnung bleiben. Eine Voraussetzung Hierfür ist aber, daß der Wirtschaft und der Allgemeinheit keine weiteren steuerlichen Belastungen zugefügt werden. Bet dieser Sachlage glaubt man, daß der Reichsrat gegen die sozialistischen Steuerpläne Einspruch erheben wird, was die Durchführung Der sozialdemokratischen Forderungen ihre Annahme im Reichstag natürlich vorausgesetzt, was im Augenblid weder geschehen noch wahrscheinlich ist verhindern würde. Diese Frage ist indessen, wie gesagt, noch nicht spruchreif. - In den nächsten Tagen wird man sich im Haushaltausschuß Res Reichstages zunächst einmal mit dem volfsparteilichen Andrag auseinanderzusehen haben, der die Einsparung von weite en 300 Millionen Mart am Etat für 1931 fordert, und zu Diesem Zwed der Regierung ein Ermächtigungsgesetz verschaffen will. Die Sozialdemokraten widerstreben dieser Forderung. ( Gießener Tageblatt) Drud und Verlag von Albin Klein in Gießen. Geschäftsstelle: Gießen, Südanlage 21. Fernsprecher Nr. 2525 und 2526. Postschedtonto Nr. 69 530 Amt Frankfurt a. M. Samstag, den 14. März 1931 Ste befürchten, daß die Reichsregierung ihre Ermächtigung zur Ausgabensenkungen dazu benützen wird, um in der Hauptsache am Sozialetat zu sparen, also Erwerbslosengelder zu kürzen und ähnliches. Wie dieser Meinungsstreit ausgehen wird, läßt sich im Augenblick noch nicht sagen. Eine Ungeschicklichkeit Wirths. Die Konferenz des Reichsinnenministers Dr. Wirth mit den Innenministern der größeren deutschen Länder über die gesamte innenpolitische Lage und insbesondere über die Frage, unternehmen was die Länder gegen die Gottlosen- Verbände werden, ist auf nächsten Mittwoch vertagt worden. Einladun gen sind zu dieser Konferenz an die Länder Preußen, Bayern, Sachsen, Württemberg, Baden und Hessen ergangen. Die Länder Thüringen und Braunschweig haben feine Einladungen zu dieser Besprechung erhalten. An zuständiger Stelle motiviert man dieses Uebergehen von Thüringen und Braunschweig damit, daß nur die größeren Länder eingeladen seien. Dieser Grund erscheint jedoch wenig stichhaltig, wenn man bedenkt, daß auch der Freistaat Hessen, der zu den kleinsten Ländern gehört eine Einladung bekommen hat. Man geht wohl nicht fehl in der Annahme, daß die Länder Thüringen und Braunschweig vom Reichsinnenminister nicht mit einer Einladung bedacht worden sind, weil die nationalsozialistischen Innenminister dieser Länder mit dem Herrn Reichsinnenminister jetzt und schon seit längerer Zeit nicht gerade die herzlichsten Beziehungen pflegen. Wir halten diese Politik der Nadelstiche für reichlich ungeschikt. Braun gegen Stahlhelm. Im Hauptausschuß des Preußischen Landtages, der am Freitag den Etat des Staatsministeriums und des Ministerpräsidenten beriet, teilte Dr. Braun mit, daß die Verhandlungen mit der Evangelischen Kirche bis auf einen strittigen Punkt, der hoffentlich demnächst ausgeräumt sein werde, soweit gefördert seien, daß der Vertrag alsbald im Landtage vorgelegt werden könne. Er beschäftigte sich sodann mit der Osthilfe und bestritt. daß Preußen versucht habe, Einfluß auf die Ausführung der Osthilfe zu gewinnen. Das Gesetz sei auch nicht durch Preußen, sondern durch das Verhalten des Vertreters der Provinz Ost= preußen im Reichsrat gefährdet gewesen. Zum Stahlhelm- Volksbegehren verwies der Ministerpräsident auf die Ausführungen Severings, dessen Auffassungen er vollkommen teile. Der Verdacht, daß die Staatsregierung dem Volksbegehren Schwierigkeiten machen wolle, sei unbegründet. Allerdings werde die Regierung nicht etwa einen Antrag besonders fördern, der unsinnigerweise weit mehr als eine Million Mark Kosten verursache. Auf alle Fälle werde sie aber streng forrekt nach den gesetzlichen Vorschriften ver= fahren. Hinsichtlich seiner Bielefelder Rede hielt Ministerpräsident Braun ausdrücklich seine Aeußerung aufrecht, wonach er es als erwünscht bezeichnet habe, wenn der über den Parteien stehende Reichspräsident die Ehrenmitgliedschaft im Stahlhelm niederlegen würde. ( Neueste Nachrichten) Anzeigenpreise: die 30 mm breite Petitzeile auswärts 24 Pfg., Total 12 Pfg., die 90 mm breite Reflame- Petitzeile 96 Pfg. Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Bei Wiederholung Rabatt. Für Vollklischee- Anzeigen außerdem besondere Ermäßigung. Nummer 21 Fördert das Handwerk! „ Ehre deutsches Volk und hüte treulich deinen Handwerksstand, als das deutsche Handwerk blühte, blühte auch das deutsche Land!" Die Woche vom 15. bis 22. März ist für ganz Deutschland zur Reichs- Handwerks- Woche" proffamiert, mit dem Ziele, das Verständnis für die volkswirtschaftliche. Kulturelle und soziale Bedeutung des deutschen Handwerks weithin zu verbreiten und alle Verbraucherschichten zur Auftragserteilung an das Handwert anzuregen. Wichtig ist es heute, die Elemente aufzuzeigen, die vor etwa einem Menschenalter das deutsche Handwerk erneuert, ver. jüngt und wieder lebensfähig gemacht haben, und die der Pa role der Reichs- Handwerks- Woche: Fördert das Handwerk!" die innere Berechtigung verleihen. Denn auf diese Legitimation fommt es wirklich entscheidend an. Drei Gesichtspunkte erscheinen uns hierbei besonders bemerkenswert: die Handwerksgefeggebung, die Stellung des Handwerks zur Industrie und Technik, und der Einfluß der modernen Kunste und Geschmadsentwidlung auf das Handwert. Die strenge Rechts- und Wirtschaftsordnung des Zunftwesens hatte dem Handwerk älterer Zeit Grundlage und Halt gewährt. Was aber in den Tagen der Meistersinger noch Ausdruck blühenden Lebens war, mußte später erstarren. Und der Industrialisierung freien Raum zu geben, zertrümmerte im vorigen Jahrhundert die Gewerbefreiheit, das Wettbewerbs prinzip, den altersschwachen Reichsaufbau des Korporativsystems, der gesicherten Handwerksnahrung". Härten und Uebertreibungen waren dabei, wie bei jedem Durchbruch eines neuen Gedankens, unvermeidlich gewesen. Hier setzte die geduldige, aber letzten Endes erfolgreiche wirtschaftspolitische Arbeit des Handwerks ein, nachdem es sich von der ersten Betäubung erholt und auf seinen Eigenwert wieder besonnen hatte. Unbeschadet des gesunden Grundsages der Gewerbefreiheit wurde das Handwerk weitgehend öffentlich- rechtlich fundiert, sein Gemeingeist durch das Jnnungswesen neu belebt. Vor allem erstredten sich die Reformen auf den Schutz handwerklicher Qualitätsleistung, auf die Förderung der Meisterlehre, auf den Kampf gegen unlauteren Wettbewerb. Gleichzeitig wurden die Rechtsgrundlagen des Genossenschaftswesens und das Fachschulwesen ausgebaut, wurde gegen Auswüchse des. Submissionswesens eingeschritten. Die gesetzlich verfügte Or ganisation fand vielseitige Ergänzung durch freiwilligen Zusammenschluß. So ist zugleich mit der Handwerksgesetzgebung ein umfassendes Werk wirtschaftlicher und fachtechnischer Selbsthilfe entstanden, dem in nicht geringem Maße der Wiederauf stieg des deutschen Handwerks zu verdanken ist. Von Grund auf hat sich seit den Zeiten der großen Sand Das hessische Arbeitsbeschaffungsprogramm. wertstrise das Verhältnis zur Industrie, zur Technik umgestal Darmstadt. Der Finanzausschuß beendete Freitag die Beratung der Etatkapitel des Ministeriums für Arbeit und Wirt schaft. Auf eine Anfrage, was mit den vom Landtag für Arbeitsbeschaffung bewilligten Mitteln geleistet wurde, erklärte ein Regierungsvertreter: Es gibt zur Zeit 109 öffentliche Rörperschaften, die 153 Projekte mit einem Kapitalaufwand von 11 809 830 Mark ausführen. Davon sind 6 628 200 Mart bis auf 3 Prozent 3ins verbilligt. Den Rest des Zinses trägt der Staat. Bürgschaften wurden für 540 000 Mart übernommen. Bei den bisher kontrollierten Arbeiten wurden 2757 Personen beschäftigt. Nach Durchführung aller geplanten Arbeiten werden ca. 5000 Arbeiter unmittelbar beschäftigt worden sein. Eine Anfrage, ob man nicht bei diesem Kapitel, namentlich unter Gemeinnügige Rechtsauskunftsstellen, sparen könne, wird vom Minister dahin beantwortet, daß angesichts der Wirtschaftsnot feine Abstriche gemacht werden dürften. Beim Kapitel Dampffesselprüfung bemängelt der Vertreter der Deutschen Volkspartei, daß die Dampftesselinspektion dezentralisiert werben soll, offensichtlich aus persönlichen Gründen. Der Ausschuß beschließt, aber bie Angelegenheit später noch einmal zu beraten. Professor Cassel zur Weltwirtschaftskrise. Jm ,, Berliner Börsencourier" nennt der Stocholmer Profeffor Caffel bie Rationalisierung des Geldwesens als erste Vorauslegung für die Gesundung der Weltwirtschaft. Ein Lichtstrahl fet es, daß in England eine flare Auffaffung von der Geldseite der Krise durchzubringen beginne. Cassel verweist auf die Vorschläge Lord d'Abetnons, bet eine vernünftige Aus. nutzung des Goldes der Reserven der Zentralbanken fordert und der Auffassung ist, daß angemessene Beschlüsse schon in einem Monat die weltwirtschaftliche Lage verändern könnten. Ferner zitiert Cassel den Engländer Mac Kenna, ber die Sta bilisierung des Preisniveaus fordert. Cassel fügt hinzu, bie Rationalisierung des Gelbwesens scheine ihm wirtschaftlich wie politisch eine absolute Vorbedingung auch für die Lösung des Kriegsschuldenproblems. tet. Aus dem Gegeneinander ist ein Miteinander geworden. Manche Handwerkszweige verschwanden freilich für immer, weil die neue Zeit ihrer Erzeugnisse nicht mehr bedurfte oder weil die Industrie gänzlich ihre Funktion übernahm. Zugleich aber entstanden, aus neuer Technik heraus, auch völlig nene Handwerksberufe, wie die des Elektrotechnifers, des Installa. teurs, des Photographen. Mit der wachsenden Verwendung moderner Maschinen und Fahrzeuge blühten die Reparaturgewerbe auf. Die mächtige Bevölkerungsverdichtung im industrialisierten Deutschland fam den Handwerkszweigen der Nahrungsmittelversorgung und des Baugewerbes zugute. Die Industrie selbst gewann ein startes Interesse an der Erhaltung des Handwerks, da gerade die Handwerkslehre ihr immer noch den besten Facharbeiternachwuchs liefert. Bahnbrechend hat hier auch das Berufs- und Fachschulwesen sich betätigt. Wir müssen dem Bildungsdurfte unserer Jugend verschüttete Quellen wieder öffnen zur harmonischen Erziehung von Geist und Gemüt, Herz und Sand, künstlerischem, technischem und wirtschaftlichem Sinn. Dem fann in erster Linie die Handwerkslehre dienen. gutes Gesellenstüd ist mindestens ebenso ehrenvoll wie ein Abitur und ein gutes Meisterstüd wie eine Dottorarbeit. Auf diese Einsicht tommt es an. Sie weithin zu verbreiten, ist bei den heute so unerquidlichen Berufsverhältnissen in Deutschland eine der dringlichsten Aufgaben der Gegenwart. 1½ Millionen Be triebe umfaßt heute das beutsche Handwerk, mit annähernd vierMillionen beschäftigten Personen. Ein vielseitiger technischer Ausbau, der sich modernster Werkzeuge, Spezialmaschinen und Arbeitsmethoden bedient, verbürgt dem Arbeitgeber des Hand werks solibe Leistung zu zeitgemäßem Preise. Deshalb soll ein jeder, der Aufträge zu vergeben hat, bazu beitragen, unser deutsches Handwert über die schwere Zeit hinwegzubringen. Hierzu ruft mit Recht die Reichs- Handwerks- Woche auf, nicht weniger aber auch dazu, uns wieder eines Kulturfaktors zu erinnern, der an Werten für die Boltsgemeinschaft hinter allem Bücherwissen nicht zurücsteht, der schöpferischen Hand. Ein Samstag, den 14. März 1931. Ein Barometer deutscher Wirtschaftskraft. Ausstellungen und Messen haben in Krisenzeiten eine besondere Bedeutung. Durch Herausstellung von Qualitätsarbeit in repräsentativem Rahmen zieht die deutsche Wirtschaft die Aufmerksamkeit der in- und ausländischen Käuferschicht auf sich; Massenbesuch wird angelodt, es wird erreicht, daß man auf die Qualität heimischer Erzeugnisse aufmerksam wird. Das ist in einer Periode wirtschaftlicher Stoffung an sich schon eine Tat wirksamer Konjunkturbelebung. Man hat die Leipziger Messe das große Schaufenster der deutschen Wirtschaft genannt, vor das sich der Warenbedarf der Welt kauflustig drängt. Sie ist ein eraft reagierendes Barometer für die steigende oder sinkende Wirtschaftskraft der Völfer. Wer von den Ausstellern mit übertrieben hohen Verfaufserwartungen in diesem Frühjahr nach Leipzig ging, sah sich allerdings enttäuscht. Sein Optimismus mußte zuschanden werden an der harten Gesetzmäßigkeit der Zeit: wenn die Produftion in der Welt um mehr als ein Viertel eingeschränkt wurde, wenn ein 20- Millionenheer von Arbeitslosen feiert, wenn die Kauffraft fast aller Völker auf einen Bruchteil ihres normalen Standes gesunken ist, dann mußte dieses Manko auf der Leipziger Messe sich auswirken. Und wägt man eins gegen das andere ab, den Schwund der Kauffraft gegen den Messeumsat, so stellt sich das Ergebnis doch besser dar, als man es erwarten fonnte. Aber das allein ist nicht das Entscheidende. Alte Tradition verweist die Leipziger Messe auf die Ausfuhr. Und mag die Aufnahmefähigkeit auch der ausländischen Märkte, wenn auch nicht in gleichem Ausmaß wie in Deutschland, eingeschränkt sein in Leipzig hatte die deutsche Wirtschaft Gelegenheit, zu beweisen, daß sie in der Krise nicht erschlafft ist, daß sie keiner pessimistischen Parole folgte, sondern in Zeiten der Absatzstockung und der Kapitalnot, gestützt auf einen hochqualifizierten Arbeiterstamm, die.Produktion rastlos weiterentwickelte. Das Ergebnis aller dieser Anstrengungen ist auf der einen Seite ein Höchststand in der Qualität der Erzeugnisse und, verglichen mit dem Preisstand von einem Jahr, eine Senkung der Preise bis zu 25 Prozent. Zahlreichen Industriezweigen ist der verbilligte Bezug von Rohstoffen, eine für Deutschland wohltätige Folge der Preisrevolution auf den Weltmärkten, zustatten gekommen. Zwar haben die ausländischen Konkurrenten, Japaner, Engländer, Tschechen und Desterreicher, Schweizer und Franzosen, billige Massenware auf den Markt geworfen, und in der Preis: bemessung bleibt die deutsche Industrie auf vielen Gebieten nicht wettbewerbsfähig. Aber was zuversichtlich stimmt, ist die Tatsache, daß man in Deutschland die Lehren der Wirtschaftstrise zum großen Teil beherzigt hat, daß man anpassungsfähiger geworden ist, daß man sich auf die wechselnden Bedürfnisse des Verbrauchs umzustellen weiß, und vor allem, daß man im Eifer des Aufbauens, der Erfindungsgabe, der Höherzüchtung der Qualität nicht erlahmt trotz der Krise. Diese Zähigkeit und diese Wendigkeit stimmen zuversichtlich. Die deutsche Produktion hat in schwerster Zeit bewiesen, daß sie für eine fommende Wirtschaftswende erzbereit ist die wirksamste Art, Bertrauenskrise und Fatalismus zu überwinden. Aus der Arbeit der Gottlosen- Zentrale. Von der Pressestelle des Christlich- sozialen Volksdienstes wird uns geschrieben: Ostpreußische Freunde haben uns Material zur Verfügung gestellt, das einen guten Einblick in die Systematik der bolschewistischen Gottlosen- Propaganda gewährt. Ein stiller Seld! Ein Menschenschicksal, erzählt von J. R., Mainz. Unter den vielen Offizieren, die ich während des Weltkrieges Tennen lernte, ihre dienstliche wie außerdienstliche Tätigkeit zu beobachten Gelegenheit hatte, hat keiner auf mich den unauslöschlichen Eindruck gemacht, wie unser Hauptmann". Streng und gewissenhaft im Dienst, sah er doch in dem geringsten Soldaten immer noch den Menschen. Er kannte die persönlichen Verhältnisse jedes Mannes in seiner Kompagnie und jedem Soldaten stand er mit Rat und Tat zur Seite. Vertrauensvoll konnte man sich an ihn wenden und gewiß sein, jederzeit ein offenes Ohr zu finden. Er leistete ausdrücklich auf alle Vergünstigungen, auf die er als Offizier Anspruch hatte, Berzicht und begnügte sich mit dem, was seine Leute hatten, er wollte ihnen nichts voraus haben. Ich lernte ihn in Corbeny im Schützengraben, links vom Winterberger, im Sommer 1917 fennen, als ich von meiner Batterie, die vor dem Städtchen Berrieur in einer Kiesgrube lag, zur Artilleriebeobachtung in den Graben abfommandiert wurde. Jch jah mit eigenen Augen, wie der ernste Mann bei einem vergeblichen Sturmangriffe auf ein vorgeschobenes Stück der französischen Stellung, das wir zur Verkürzung unserer Linie haben mußten, als Letzter zurüdfam mit einem Schwerverwun deten auf dem Rücken, den er nicht im feindlichen Sperrfeuer liegen lassen wollte. Kurz darauf wurde er Major seines Bataillons. Wenn er seine Dienstgeschäfte erledigt hatte, war er immer bei seiner alten Kompagnie im Graben zu finden. Kein Bater kann besorgter für seine Kinder sein, als es dieser Hauptmann und nunmehriger Major für seine Leute war. Einem älteren Offizier- Stellvertreter, der längere Jahre in seiner Kompagnie gedient hatte, verdankte ich zum großen Teile die Mitteilungen und Kenntnis der Tragik, die das Leben dieses verdienstvollen Offiziers verdüsterte. Im August wurde ich ab gelöst. Meine Batterie kam nach Fosses à l'eaux in Ruhestellung, erhielt neue Geschütze und nun ging es nach Italien, wo wir uns in Tolmein am 25. 10. 17 bei dem erfolgretchen Durchbruche beteiligten. Den Herrn Major hatte ich seit zwölf Jahren nicht mehr gesehen. Ganz unerwartet traf ich ihn vor zwei Monaten, vier Wochen vor seinem Tode, auf dem M....er Friedhofe. Sofort wurden die alten Bilder und Erinnerungen wieder lebendig, die ich dem Leser dieser Zeilen nicht vorenthalten will. Dem Friedhof gegenüber liegt eine große Gärtnerei. Der alte Gärtner schreitet langsam in den Gängen auf und ab, wirft prüfende Blicke auf seine Pfleglinge und schaut ab und zu nach der Pforte, ob fein Käufer durch dieselbe eintritt. Auf der Bant vor dem Hause sitzt ein braunes Kind und flicht eifrig einen Kranz nach dem andern. Es ist Sonntag heute und da fommt mancher auf den Friedhof heraus und nimmt hier im Vorübergehen ein paar Blumen für seine toten Lieben mit. Viel Kum mer und bitteres Leid ward an so einem Morgen in die Gärtnerei herein- und herausgetragen und wenn das Mädchen darüber nachdenken wollte, würde ihr das Herz wohl schwer werden bei ihrem Geschäft. Aber sie macht sich deswegen feine Gedanken. fe ist hier geboren und groß geworden und der Anblid leidtragender Menschen ist für sie etwas Alltägliches. Und heute ist sie doppelt fern von traurigen Gedanken, denn ,, Gießener Zeitung". Die Kultur- Debatte im Reichstag vom 5. März hat jetzt wieder die Aufmerksamkeit der weiten Deffentlichkeit auf diesen Kampf gerichtet. Unserem Material entnehmen wir das Folgende: Regelmäßig bringt die ostpreußische fommunistische Tageszeitung Das Echo" eine Kinderede Für unsere füngsten Kämpfer". Es wird dort gekämpft gegen prügelnde Lehrer, gegen die schlaue" Polizei, gegen Verräter, die Aussagen machen, gegen die S.P.D., die die„ Schulspeisung geflaut" hat, gegen ein Urteil des Jugendgerichtes, das einen Berufsschüler verurteilt hat, und in besonderer Weise gegen das Christentum. 3u einer Zeichnung steht folgende Unterschrift:„ Meine lieben Kinderchen, hört auf mich, left nur den Coco, Blauband, Fips ( Reklamezeitungen) und vor allen Dingen sechs: bis zehnmal das Wort Gottes, die Bibel! Dann werdet ihr einfahren in das Reich des Himmels". In einer Königsberger evangelischen Schule wird eine besondere Zeitung herausgegeben ,, Der JungSpartakus- Bund". Jetzt ist es Zeit, daß sich alle Arbeiterfinder vom Religionsunterricht abmelden, denkt daran, daß alle diese Prügellehrer, die uns schifanieren und schlagen, so fromme Christen sind, reißt diesen Heuchlern die Maste vom Gesicht, Als erste Aufgabe, meldet euch vom Religionsunterricht ab. Dort erzählt man euch: Liebet eure Feinde, Friede auf Erden, auch ähnliches Zeug. Eine Stunde später dreschen sie euch mit dem Knüppel die Liebe ein." Das Blatt richtet sich gegen Kriegsheger. Es bringt aber eine Verherrlichung der roten Armee, nach seiner Angabe haben alle Arbeiterkinder ein ganz enges Bündnis mit der roten Luftflotte, sie schreiben an die roten Flieger, sie besuchen sie und fnüpfen das Freundschaftsband ganz eng. ,, Die rote Armee ist die beste der Welt, die roten Soldaten wissen, daß sie für den Schutz der Arbeiter regierung zu sorgen haben, sie sind nicht gekaufte Kapitalistenknechte wie die deutsche Reichswehr." Der Schluß der letzten Nummer lautet: ,, Besucht nicht mehr die Sonntagsschule, sondern unseren Gruppenabend!" Die Schilderung solcher Beispiele soll aber nicht nur Entrüstung auslösen. Sie hat vielmehr die Aufgabe, jeden, dem es um die Erhaltung der christlichen Kulturgüter zu tun ist, an die Front dieses gewaltigen Ringens zu rufen. Der Feldzug gegen das Osterfest. Nr. 21 Für den Feldzug gegen das diesjährige Osterfest werden von den Gottlosenverbänden in Rußland seit Wochen umfassende Vorbereitungen getroffen. Dabei sollen die in dem Feldzuge gegen Weihnachten im letzten Jahre gemachten Erfahrungen nutzbar gemacht werden. Aus der Zeitschrift ,, Der Gottlose" ersteht man, daß es in der Sowjetunion einen besonderen ,, Direktor des Zentrums für die Propaganda gegen das Osterfest" gibt. Schon vor Monatsfrist wurde den Organisationen der kämpfenden Gottlosen die rechtzeitige Bestellung der ,, Literatur gegen das Osterfest" dringend ans Herz gelegt. Antireligiöses Werbematerial ist für alle Richtungen bereitgestellt. Dorf und Stadt, Schule und Rote Armee, die roten Klubs und roten Lesezirkel, jeder dieser Kreise wird mit einer eigenen, auf ihn zugeschnittenen ,, antiösterlichen Sammlung" bedacht! Außerdem werden Bilderalbums, Materialsammlungen für„ antiösterliche Abende"( Spiele, Gedichte, Lesestücke, Gesänge, Musik), Wandbilder, volkstümliche Broschüren, z. B. über die Ent Der christliche stehung des Osterfestes, zur Verfügung gestellt. Osterglaube und die österliche Sitte muß doch trok allem wilden des russischen Reiches Vernichtungswillen in den Millionen noch merkwürdig fest wurzeln, wenn ein solches Riesenaufgebot notwendig ist. 150 Aerzte und Apotheker verhaftet. Samstag, den 14. Reich Von Handwerkska Ju der Woche Bandwerk im ganzen Pen in Oft und Weft teilen, die fich noch deutschen Vaterlande be für feinen Berufsstand. Alle Arten hanon Land, an der Waffer erben in diefer Wed aftaltungen mannigfac eutfchen Deffentlichkeit bert ist, was es für ben einzelnen auch noc Nicht gilt es, in itigen wirtschaftliche Steuern, fozialen und He Not des Handwert Srotesten vorzutragen. berkswoche in das Geg Пецеп Die Newyorker Prohibitionspolizei hat zu einem großen Schlag gegen die Uebertretungen der Gesetze über das Alkoholverbot ausgeholt. Diesmal geht sie gegen die Aerzte vor, die gegen Bezahlung Blanko- Rezepte für den Bezug alko holischer Getränke ausstellen. 150 Aerzte und Apotheker sind wegen solcher Verfehlungen bereits verhaftet worden und man rechnet damit, daß in den nächsten Tagen noch weitere 500 Apotheker und 1000 Aerzte verhaftet werden. Die Aktion, die unter Führung des Spezialagenten Horace J. Simmonds monatelang vorbereitet worden war, begann mit einem großen Schlag gegen die im Norden Newyorks gelegene Zentrale des Rezepthandels, die einem gewissen Nathan Bernstein gehörte und zu einem regelrechten Clearing- House ausgebaut war. Müssen Sie etwas drucken lassen sei es für Familie, Beruf, Stand, Amt, Geschäft oder Organisation dann wenden Sie sich bitte an die Verlagsdruckerei Albin Klein in Giessen Fernsprecher 2525. vorm. Wilhelm Keller, gegr. 1783 Südanlage 21. Setzmaschinen-, Stereotypie- und Rotationsbetrieb, eigene Buchbinderei. Spezialität: Druck, Verlag und Einführung von Verbandszeitschriften. Über 1000 verschiedene Formulare für Behörden, Geschäfte, Verbände und Vereine ständig am Lager. in aller Frühe hat ihr der Briefträger einen Brief von ihrem Schatz gebracht, der bei den schweren Reitern in Kassel steht. Seine zwölfjährige Dienstzeit ist herum, in 14 Tagen geht er ab und erhält seine erste Anstellung bei dem Bergamte auf der Schichtmeisterei und dann machen sie Hochzeit Sie läßt die fleiBigen Hände in den Schoß sinken und lehnt sich zurück. Wie ist doch die Welt so schön und das Leben so reich an Glück! Luise, den Kranz für den Herrn Major!", ruft der Vater plötzlich in ihr Träumen hinein. Sie fährt auf, nimmt einen Kranz von Rosen, der neben ihr liegt, sprengt aus der vollen Schüssel schnell Wasser darüber und geht damit dem alten Herrn entgegen, der eben in den Garten tritt. Es sind nun schon zwölf Jahre, daß er seinen Abschied genommen und Direktor des Versorgungsamtes geworden ist, aber in dem schlichten Rod, den er jegt trägt, fann der Major A. den alten Soldaten nicht verleugnen. Straff aufgerichtet, mit festen Schritten tommt er daher, den Spazierstod. den er in der Rechten trägt, leicht auf den knirschenden Kies stoßend. Höflich schreitet der Gärtner an seiner linten Seite und das Mädchen, das die beiden jetzt erreicht hat, grüßt den guten Kunden des Vaters mit freundlichem Lächeln. Hier ist der Kranz, Herr Major. Gefällt er Ihnen?", fragte sie und hebt das duftige Gewinde dabei empor, daß er's besser sehen kann. Sehr gut, liebes Kind." Dann zahlt er dem Gärtner den Preis und geht, den Kranz vorsichtig tragend, aus dem Garten hinüber zum Friedhof. ,, Ein feiner Mann, der Major," sagt der Alte hinter ihm her zur Luise...Er will immer das Beste, aber er zahlt auch, ohne zu handeln." Der Major schreitet währenddessen langsam awischen den Gräberreihen seinem Ziele zu. Unter einer Trauerweide liegt ein einfaches, aber sorgfältig gepflegtes Grab; ein mäßig großes, eisernes Kreuz auf einem Sandsteinsockel steht an jeinem Kopfende, auf dem Hügel blüht ein großer Rosenstock und davor liegt der welke Kranz, den er vor acht Tagen hierher ge tragen. Er beugt sich nieder, hebt ihn auf und trägt ihn bei seite; dann legt er den frischen an seine Stelle, nimmt die welten Blätter, die auf dem Hügel liegen, fort und schneidet mit seinem Taschenmesser die abgeblühten Rosen vom Stod. Noch einen Blid wirft er darüber, nidt befriedigt und entblößt dann das graue Haupt zu einem furzen Gebet. Und nun läßt er sich auf der kleinen Bank nieder, die neben dem Hügel steht und schaut um sich. Mit einem müden Lächeln sieht der alte Mann in die Herrlichkeit des Sommertages. Wie ist doch die Welt so schön und das Menschenleben so arm an Glüd! Da tönt fröh licher Gesang an sein Ohr und macht ihn aufhorchen. Die Luise ist mit ihrer Arbeit fertig geworden, hat den Brief noch einmal gelesen und all die lieben, treuherzigen Worte, die da stehen, machen ihr Herz glüdlicher und lauter schlagen, fie muß fingen, fie muß ihrer Freude Ausdruck geben und jubelnd fingt sie in die Lüfte:„ Ich schnitt' es gern in jede Rinde ein", und zum Schlusse: Dein ist mein Herz und soll es ewig bleiben". Der Major lauscht den Tönen, die so flar durch die stille Morgenluft hallen, und es ist ihm, als glitte eine weiche Hand sanft über seine Stirne und glättete die Runzeln, die dort eingegraben sind. In seinen Augen blitt es auf, feine Lippen beben und ein sehnsüchtiger Seufzer entringt sich seiner Brust. Die tiefsten Saiten seines Herzens werden gerührt, wenn dieses Lied ertlingt, es läßt Erinnerungen in ihm wach werden, die zugleich sein höchstes Glück und seinen tiefsten Schmerz umfassen, aus dem Grabhügel zu seinen Füßen zaubert es ihm wieder ins Leben zurück das Mädchen seiner Liebe, dem er bis zu diesem Tage treu geblieben. Er hebt seinen Blid zu dem Kreuze, auf dem in goldenen Buchstaben ihr Name steht: Maria Lauer. Es sind nun 35 Jahre her, daß er ihn zum ersten Male gehört hat. Er war damals ein blutjunger Leutnant, so reid an Hoffnung, wie arm an irdi: schen Schätzen, und überall ein gern gesehener Gast. ,, Kommen Sie heute abend zu uns, Arndt," sagte eines Tages sein Major zu ihm, der nun auch schon seit 16 Jahren in französischer Erde ruht. Es kommen nur noch ein paar BeLannte. Seit gestern haben wir eine Nichte meiner Frau zum Besuch. Wir wollen ein wenig musizieren." Und er kam und sah Maria Lauer zum ersten Male. Sie war noch nie in der Stadt gewesen und hatte noch teine Gesellschaften mitgemacht, darum war es bei ihr erklärlich, daß sie tief errötete, als er ihr vorgestellt wurde. Aber warum wurde auch er tot, der verzogene Liebling der Gesellschaft? Hatte sie's ihm auf den ersten Blid angetan, die Kleine mit den dunklen Blauaugen und den blonden Zöpfen, die schwer über das schlichte, weiße Kleid herebiielen? Nein, gerade in chweren, Fritischen Be preden droht, in der di der Nichtsein von St Das deutsche Handwer recht", hervor. Den anferes Volkes glaub Ungen führen, was chaffenden Kräften in arie es mit feinen Ar einzelnen befriedigen to anch gebunden an alte bie individuellen Wün Sicht nimmt auf Eigen rebenen Gegenstände, ichtung und fich Mi Jerauszutreten. Gerad verksarbeit den Stem nb damit das Handm Kulturträger gemacht Werkstatt eines richti fönlichkeitswert in fich welcher Liebe die scha Meister wird auf jede es noch fo gering, stolz „ Das it's Und dazu Daß er in Was er Bejonders in unjerer ber Sachlichkeit un Spuren im Hina hinterlassen haben, Beits- und Schönhei bern. Wie würde u das, was uns ständig nicht den Handwerkst nad vorgetragenen uad eigenem Geme donerung notwendig So gesehen ist Rabmen der engen darüber hinaus, in G die befonderen Aufgab Bestandteil unserer& Emmer Fulturnotwendig 1,3 Millionen S Tellungen des Enquêt Sem Jahaber 1,5 100 000 Angestellte Familienangehörige be auernd Arbeit und B beträgt der jährliche itla 3 Milliarden R Tiarden RM. auf ver Vergessen wir al Wolkswohlfahrt und tried. Jabraus, jabrein in die Handwerkslehre Cinne des Handverks rufes eingeweiht und twerblichen Unterrichts fpätere Leben gut geja ein. Ehrbarkeit und beten, gut geleiteten G ben Familien des Han gen muß auf den wer wirkt im Leben der 23 Wir jeben fomi Faktor in der deutsche tender, wirtschaftlicher Stellung einnimmt. Sie saßen bei Tisch nebeneinander, aber sie sprachen wenig und jahen sich nur scheu von der Seite an. Die harmlosen Scherze, die der Major, der ihnen gegenüber saß. über ihre Schweigsamkeit machte, vergrößerten nur noch ihre Verlegenheit. Nach Tisch mußte Maria sich ans Klavier setzen und singen. Er stellte sich in eine Fensternische, so daß er ihr Gesichtchen sehen fonnte und hörte zu. Es waren feine Bravouritüde, die sie vortrug, fie fang ein paar fleine Lieder von Schubert, aber ein warmes Empfinden sprach sich in den Tönen aus und ihre Stimme flang frisch und klar. Die Hörer flatschten ihr Beifall und baten sie noch um ein Lied, und ohne sich lange zu zieren, begann fie: Ich schnitt' es gern in jede Rinde ein". Der Leutnant Arndt fand in dieser Nacht lange teine Ruhe; wenn er die Augen schloß, sah er immer ein von blonden Haaren umrahmtes Gesichtchen vor sich und vor seinen Ohren tönte es: Dein ist mein Herz und soll es ewig bleiben". Sie sahen sich öfter, in Gesellschaften, auf der Straße, im Konzert; ihre Schüchternheit verlor sich, sie sprachen gern zu sammen und ihre Augen senkten sich nicht mehr, wenn ihre Blide sich begegneten. Dann brachte er sie eines Abends aus einer Gesellschaft, die sie ohne ihre Verwandten besucht hatte. nach Hause. Langsam gingen sie durch die dunklen, menschen leeren Straßen, ihre Hand lag auf seinem Arm und entzog sich ihm nicht, wenn er sie fester an seine Brust preßte. Vor ihrer Tür standen sie still und beim Schein der Straßenlaterne sah er ihr zu ihm emporgerichtetes Gesicht, als er ihr ,, Gute Nacht" wünschte. Ihre Augen blidten fo süß, ihre Lippen waren so frisch, seine Finger preßten die ihren und wollten sie nicht lassen. ,, Bitte, lassen Sie mich jekt," flüsterte sie; da überfam es ihn wie ein süßer Taumel. Maria," stammelte er ,,, ich möchte dich ja ewig halten." Und als er später seiner Wohnung zu schritt, da fragte er sich wieder und wieder, ob es denn möglich war, daß er sie in seinen Armen gehalten und ihren Mund ge füßt, daß sie ihm versprochen habe, sein Weib werden zu wollen. Und erst leise, dann lauter, sang er vor sich hin: Dein ist mein Herz und soll es ewig bleiben!" Schluß folgt. Wirtschaftsgruppen, eine Beziehungen zu Art rechtfertigen den ert mit feiner Reids Don dem Handwerk fo ablehnendem Sinne. ca es nach wie vor aber auch um Beacht und fchise daher jeder Gine Werbewod diefem für unser Vo Arbeiten zu und helfe Berufsstand zum N halten. Das Diferfeit. Nr. 21 sjährige Osterfest werden and seit Wochen umfallenbe ollen die in dem Feldzug e gemachten Erfahrungen Zeitschrift Der Gottlofe vjetunion einen besonderen opaganda gegen das Oster wurde den Organisationen eitige Bestellung der„ Lite d ans Herz gelegt. Anti Irmee, die roten Klubs und Samstag, den 14. März 1931. ,, Gießener 3eitung" Reichs- Handwerks- Woche. Reichshandwerkswoche. Von Handwerkskammer Direktor Schüttler, Darmstadt. In der Woche vom 15. bis 22. März veranstaltet das Sandwerk im ganzen Deutschen Reich und darüber hinaus in ben in Dst und West abgetrennten deutschdenkenden Gebietsteilen, die sich noch Heimatgefühl, Verbundensein mit dem Ehret eure deutschen Meister! Ein Mahnruf, dem gerade in unserer Zett wirtschaftlichen und Bulturellen Tiefstandes wieder besondere Bedeutung zu tommt. Das deutsche Handwerk, seit Jahrhunderten schon Deutschlands wichtigster Mittelstand, rüstet zum erstenmal zu einer machtvollen Rundgebung von geschlossener Einheit. Die Nr. 21 gesetzt sind, daß eine Erhöhung der Produktionsmenge bei gleich zeitiger Verminderung menschlicher Arbeitskräfte nicht über einen gewissen Punkt hinausgetrieben werden kann. Das be weist die heutige Weltwirtschaftsfrisis und die stei gende Arbeitslosigkeit, die zum Teil darin ihre Ur sache haben. Denn in dem Bestreben, gewinnbringend zu arbei ten ,,, rationell" zu wirtschaften, vergaß man vielfach, daß wahre e Richtungen bereitgestellt deutschen Vaterlande bewahrt haben, machtvolle Kundgebungen Reichs- Handwerks- Woche, die laut Beschluß des Reichsverbandes Rationalisierung darin bestehen muß, jeder Arbeitshand im wird mit einer eigenen, auj Sammlung" bedacht! Außer alfammlungen für„ anti Lejestüde, Gefänge, Mufit), ren, 3. B. über die Ent ng gestellt. Der driftliche muß doch trok allem wilden Ten des ruffifchen Reiches für seinen Berufsstand. Alle Arten handwerklicher Drganisationen in Stadt und Land, an der Wasserkante, in Ebenen und in den Bergen, werden in dieser Woche nach einheitlichem Plane mit Veranstaltungen mannigfachster Art heraustreten, um der gesamten Deutschen Deffentlichkeit vor Augen zu führen, was das Handvert ist, was es für unser Volks- und Staatswesen, ja für eben einzelnen auch noch heute bedeutet. ein solches Riefenaufgebot eitigen wirtschaftlichen Verhältnisse, über die drückenden Nicht gilt es, in dieser Woche Klagelieder über die dereter verhaftet, lizei hat zu einem neuen Ingen der Gefeße über das geht sie gegen die Aerzte Rezepte für den Bezug alto Aerzte und Apotheker sind verhaftet worden und man Tagen nog weitere 500 et werden. Die Aktion, die Een Horace J. Simmonds , begann mit einem großen orts gelegene Zentrale des Nathan Bernstein gehörte House ausgebaut war. ssen n die Giessen Südanlage 21. nderei. hriften. rbände n tiefsten Somerz umfassen, zaubert es ihm wieder ins iebe, dem er bis zu diesem euze, auf dem in goldenen Cauer. Es sind nun 35 Jahu ört hat. Er war damals ei Soffnung, wie arm an irdi gesehener Gast. Be uns, Arndt," sagte eines n auch johon seit 16 Jahren nmen nur noch ein paar ne Nichte meiner Frau zum usizieren." Und er fam und Sie war noch nie in de ne Gesellschaften mitgemacht ß fie tief errötete, als er ih wurde auch er tot, der ver Hatte fie's ihm auf den ersten dunklen Blauaugen und den er das schlichte, weiße Kleid nder, aber sie spraden wenig er Seite an. Die harmlojen n gegenüber saß, über ihre n nur noch ihre Verlegenheit Klavier sehen und fingen. Er Steuern, sozialen und sonstigen Belastungen anzustimmen, oder bie Not des Handwerks, seine wirtschaftlichen Forderungen in Protesten vorzutragen. Dies hieße den Zweck der Reichshandverkswoche in das Gegenteil verkehren. Nein, gerade in der jetzigen wirtschaftlich und politisch schweren, Eritischen Zeit, in der unser Volt sich auseinanderjureden droht, in der die verworrensten Auffassungen über Sein oder Nichtsein von Staat und Wirtschaft herumschwirren, tritt das deutsche Handwerk mit einem eisernen ,, Dennoch, nun erst techt", hervor. Den denkenden, noch an das Wiedererstarken arjeres Volkes glaubenden Kreisen will das Handwerk vor Ungen führen, was es an staatserhaltenden, sittlichen, werte Schaffenden Kräften in sich birgt. Dartun will das Handwerk, wie es mit seinen Arbeiten für den täglichen Bedarf jeden inzelnen befriedigen kann; zeigen will das Handwerk, wenn anch gebunden an alte Ueberlieferungen, wie es versteht, auf bie individuellen Wünsche der Auftraggeber einzugehen, Rückficht nimmt auf Eigenart und Wert der ihm in Auftrag gegebenen Gegenstände, sich anpaßt an die jeweilige Geschmacksrichtung und sich Mühe gibt, nur mit Qualitätserzeugnissen herauszutreten. Gerade dieses letztere ist es ja, was der Handwerksarbeit den Stempel anfdrückt, die Handwerksarbeit adelt und damit das Handwerk zu allen Zeiten zu einem bedeutenden Kulturträger gemacht hat. Geht ein Gegenstand aus der Werkstatt eines richtigen Meisters hervor, dann muß er Per sönlichkeitswert in sich tragen, dann soll man ihm ansehen, mit welcher Liebe die schaffende Hand tätig war. Jeder richtige Meister wird auf jedes von ihm vollendete Arbeitsstück, und sei es noch so gering, stolz sein. Sagt doch auch Schiller: ,, Das ist's ja, was den Menschen zieret Und dazu ward ihm der Verstand, Daß er im innern Herzen spüret, Was er erschafft mit seiner Hand." Besonders in unserer heutigen Zeit öder Gleichmacherei, moderer Sachlichkeit und dergleichen Bewegungen, die ihre tiefen Spuren im Hinabsinken einst blühender Handwerkszweige hinterlassen haben, sollte man sich wieder mehr der Persönlich leits- und Schönheitswerte schaffenden Handwerksarbeit erinWie würde unser- tägliches Leben, unser Heim und all das, was uns ständig umgibt, so öde und leer, hätten wir nicht den Handwerksmeister, der nach Angaben des Künstlers, nad vorgetragenen Wünschen und Anweisungen oder auch nach eigenem Ermessen alles, was zum Leben oder seiner Verhönerung notwendig ist, in vollendeter Form erzeugt. hern. So gesehen ist die Handwerksarbeit vieltausendfältig im Rahmen der engen Heimat, des deutschen Vaterlandes und darüber hinaus, in Stadt und Land für den Alltagsbedarf, für die besonderen Aufgaben und Gelegenheiten als unentbehrlicher Bestandteil unserer Gesamtwirtschaft anzusprechen und wird immer kulturnotwendig bleiben. 1,3 Millionen Handwerksbetriebe bestehen nach den Festtellungen des Enquête- Ausschusses in Deutschland, die neben bem Inhaber 1,5 Millionen Gesellen, 700 000 Lehrlinge, 100 000 Angestellte und noch 2 bis 300 000 mithelfende Familienangehörige beschäftigen, mithin 8 Millionen Menschen dauernd Arbeit und Brot geben. Etwa 20 Milliarden RM. beträgt der jährliche Umsag des deutschen Handwerks, wovon icka 3 Milliarden RM. auf Löhne und zirka 10 bis 12 Milliarden RM. auf verarbeitete Rohstoffe entfallen. Vergessen wir aber auch nicht, was auf dem Gebiete der Volkswohlfahrt und Volkserziehung im Handwerk geleistet wird. Jahraus, jahrein treten hunderttausende junger Menschen in die Handwerkslehre ein, werden dort im gesunden, geraden Sinne des Handwerks erzogen, in die Fertigkeiten ihres Bedaß er ihr Gefichtichen sehen tufes eingeweiht und treten dann mit Unterstügung der ge eine Bravouritüde, die fe vor Lieder von Gubert, aber ein in den Tönen aus und ihre all und baten fie noch um ein n, begann fie:„ Ich schnitt es eutnant Arndt fand in dieser Die Augen schloß, sah er immer es Gesichtchen vor sich und vo mein Herz und soll es ewig Gesellschaften, auf der Strafe erlor fim, fie fprachen gern zu fich nicht mehr, wenn ihre chte er fie eines Abends aus gre Berwandten besucht hatte durch die dunklen, menjer f seinem Arm und entzog fi eine Bruft preßte. Vor ihre ein der Straßenlaterne fabe ht, als er ihr ,, Gute Nach füß, ihre Lippen waren en und wollten fie nicht laffen flüfterte fie; da übertam es cia," stammelte er, ich mö später seiner Wohnung d wieder, ob es denn mögli gehalten und ihren Mund ge fein Weib werden zu wolle t vor sich hin: ,, Dein ist mein Schluß folgt werblichen Unterrichtsanstalten als sittlich gefestigte, für das pätere Leben gut geschulte Persönlichkeiten in die Gesellschaft Ehrbarkeit und strenge Sitte, Achtung vor einem geordheten, gut geleiteten Staats- und Gemeindewesen herrscht in den Familien des Handwerksmeisters, was sich wieder übertragen muß auf den werdenden Handwerker und sich später auswirkt im Leben der Volksgemeinschaft. Wir sehen somit, daß das Handwerk einen bedeutenden Faktor in der deutschen Volkswirtschaft darstellt, in staatserhal fender, wirtschaftlicher und sozialer Bedeutung eine bedeutende Stellung einnimmt. Seine Verflochtenheit mit den anderen Wirtschaftsgruppen, Industrie, Handel und Landwirtschaft, feine Beziehungen zu den breitesten Verbraucherschichten aller Art rechtfertigen den Anspruch auf Beachtung, den das Handwerk mit seiner Reichshandwerkswoche erreichen will. Eine Werbewoche soll es sein, eine Woche, in der man Don dem Handwerk spricht, sei es in anerkennendem, sei es in ablehnendem Sinne. Jedenfalls will das Handwerk zeigen, daß es nach wie vor lebensfähig und lebensbejahend ist, daß es aber auch um Beachtung in breitesten Kreisen wirbt. Schäze und schüße daher jeder Denkende das Handwerk, führe er wieder diesem für unser Volksganzes wichtigen Berufsstande seine Arbeiten zu und helfe jeder an seinem Teil mit, diesen großen Berufsstand zum Nußen deutscher Wirtschaft und Kultur zu abalten. des deutschen Handwerks und des Deutschen Handwerks- und Gewerbekammertages unter der Schirmherrschaft des Reichs. präsidenten von Hindenburg stattfindet, soll den Ruf: Ehret eure deutschen Meister! von neuem in alle Lande tragen. Diese Losung bedeutet mehr als das Ringen eines Standes um An erkennung und Dasein. Sie bedeutet Kampf gegen die mechanisierende Gleichmacherei unserer Zeit, Kampf aber auch gegen Teilnahmslosigkeit, Mutlosigkeit und schlappes Verzagen. ,, Ehret Eure deutschen Meister, dann bannt Ihr gute Geister!" Dies Wort, durch Richard Wagners überragende Kunst mit tiefster Weihe erfüllt, wird vielleicht auch die Losung kommender Zeiten wieder sein, seine Befolgung mag von entscheidender Bedeutung für Deutschlands fünftige Wirtschaft, Kultur und Volksgemeinschaft werden! Die Belange des deutschen Handwerks, seine Wünsche und Forderungen sind für die deutsche Zukunft so wichtig, daß jedermann die Pflicht hat, sich mit diesen Fragen zu beschäftigen. Zeitprobleme. Die Frage, ob Maschinen- oder Handarbeit das zeitgemäßere sei, ist bisher vorwiegend zugunsten der Maschine entschieden worden. Der vielgerühmte Siegeszug der Technik führte zu einer beispiellosen Steigerung der Produktion, allerorts wurde und wird die Welt mit Massenerzeugnissen überschwemmt. Dabei vergaß man aber, daß jeder Entwicklung bestimmte Grenzen Volke wertschaffende Arbeit zu geben und das Angebot der Nachfrage, die Produktion dem Absatz anzupassen. Nun ist es aber unstreitig ein wesentlicher Vorzug handwerferlicher Erzeugung, daß ihr eine solche Anpassungs fähigkeit an den Bedarf in viel stärkerem Maße zu eigen ist, als der stets unter dem starren 3wang der Maschine stehenden Industrie. Bedentt man weiter, daß die Erzeugnisse des Handwerks, was ihre Güte, Dauerhaftigkeit und besonders ihren inmeren Wert anbelangt, den Massenerzeugnissen der Industrie vielfach überlegen sind, so wird es verständlich, daß das allgemeine Interesse sich langsam wieder dem Handwerk zuzuwenden beginnt. Nicht wenige sehen geradezu im deutschen Handwerk die Rettung aus dem Wirrsal der dauernden Wirtschaftskrisen. Jedenfalls aber beginnt die Erkenntnis zu wachsen, daß eine Herstellungsmethode, die in Gestaltung und Absatz jede individuelle Freiheit gewährleistet, niemals veralten" kann, sondern stets sich neben der Maschine behaupten fann und muß. Die Antwort auf die Frage, ob Maschinen- oder Handarbeit, wird stets nur lauten fönnen: beides zusammen! In diesem Sinne ist der Reichs- Handwerks- Woche, die vom 15. bis 22. März 1931 stattfindet, eine besonders tiefe innere Bedeutung zuzumessen. Der Gegenpol maschineller Massen produktion, verkörpert im deutschen Handwerk mit seinen 1,3 Millionen Betrieben, verdient gerade jetzt unsere größte Beachtung. Was darüber zu sagen ist, das steht in der Aufklä rungsbroschüre: ,, Sandwerk tut not! Fördert das Handwerk!" Die allerbeste Reklame in ganz seisen durch nur einen Verlag! Es werden in unserem Verlag monatlich rund 14 Million Zeitungen nach 1200 Orten zuverlässig und pünktlich expediert. Noch weit über diese Grenzen hinaus verbreitet sind unsere 7 Beitungen, die insgesamt über 150 000 Lefer haben, darunter viele Tausend * Angestellte, Arbeiter, Beamte, Fabrikanten. Gewerbetreibende, Kaufleute, Landwirte, Wissenschaftler etc. RHEINGAU NIEDER HEL BINGEN MAINZ INGELHEIM SPREND LINGEN KREUZNACH• ALZEY WORRSTADT WIESBADEN OPPENREIM WETZLAR MARBURG KIRTORF ALSFELD HOMBERG RE GREBENAY. GR- FELDA SCHLITZ ALLENDORF LOLLAR LAUTERBACH GRÜNBERG BADSALZSCHLIRF ULRICHSTEIN LAUBACH SCHOTTEN HERBSTEIN OGIESSEN LICH HUNGEN BADBUTZBACH NAUHEIM FRIEDBG HOMBURG v.d.H. FRANKFURT/ M. HOCHST MAIN RÜSSELSHEIM CUNTERSBLU WEIN OSTHOFEN WORMS GR GERAU NIDOA BADSALZHAUSEN MAIN BIEBER SCHLUCHTERN ORTENBERG BUDINGEN GELNHAUSEN HANAU OFFENBACH NEU- ISENBURG SELIGENSTADT LANGEN ASCHAF FENBURG BABENHAUSEN DIEBURG DARMSTADT MODAU JUGENHEIM ZWINGENBERG BENSHEIM WESCHNITE HEPPENHEIM BURSTADT MANNHEIM LUDWIGSHAFEN HEIDELBG GRUMSTADT NEW STADT HOCHST KONIG MICHELSTADT INDENFELS ERBACHO BEERFELDEN FULDA DieLeser wohnen in über 1200 Orten u. a. in Alsfeld Alzey Bad Nauheim Bingen Darmstadt Dillenburg Frankfurt a. M. Friedberg i. H. Gießen Groß- Gerau Mainz Marburg Offenbach a. M. Weklar Worms a. Rh. Jedes Unternehmen wird in ganz Hessen bei den Interessenten leicht bekannt und neue Geschäftsverbindungen fönnen gewonnen werden durch eine Anzeigen Reflame in unseren Zeitungen! Man verlange Angebote von dem Zeitungsverlag Albin Klein in Gießen Fernruf 2525 u. 2526 vorm. Wilh. Keller, gegr. 1783 Südanlage Nr. 21 Samstag, den 14. März 1931. Mehr Optimismus! Irgendein Weifer hat einmal gesagt, jedes Ereignis habe eine ganze Rette von Ursachen. Nun, der Ausspruch gibt zu denten, wenn man sich die heutigen schlechten Zeiten vor Augen hält. Freilich, Weltwirtschaftskrisis, Weltmarktlage, Abjakstodung, Export, das sind Dinge, mit denen sich Berufenere be fassen mögen. So weit muß man aber vielleicht gar nicht gehen, um auf unglückselige Verkettungen zu stoßen, weil sie heute leider alltäglich geworden sind. Ein Beispiel nur für viele: "... "- Herr Mayer, der Baumeister, trifft seinen Geschäftsfreund, den Schlossermeister Wittig, auf der Straße. Begrüßung. Ein paar Redensarten.- ,, Wie geht'?".. und schon geht das Jammern los. Der Baumeister, ein bißchen verlegen darüber, daß er Wittig diesmal, tros seines Versprechens, die Arbeiten an dem geplanten Neubau nicht übertragen konnte( Gott, man hat eben manchmal auch noch andere Rücksichten zu nehmen) stöhnt aus ,, Diplomatie" Stein und Bein zusammen:..... furcht bar leid,... wissen ja selbst... schlechte Zeiten... faule Kunden... schlechte Aussichten... Projekt wahrscheinlich ins Was= jer gefallen...!" Die Folge: Wittig, der Schlossermeister, ist niedergedrückt. Gerade mit diesem Auftrag hatte er gerechnet. Er beginnt zu falkulieren, zu rechnen..hm, tja... hm... Das hilft nun nichts, da muß ich doch gleich mal... Eine halbe Stunde später betritt er die Werkstatt des Tischlermeisters Franksen.„ Tag!"- ,, Tag!". Hören Sie mal, mein lieber Frandsen! Ich muß ihnen leider eine unangenehme mittei lung machen, muß Sie nämlich, so peinlich mir das ist, bitten, den Auftrag auf die neuen Möbel vorläufig zu annulieren... größeren Auftrag, mit dem ich bestimmt gerechnet hatte, nicht erhalten... wissen ja selbst... schlechte Zeiten!" Nun, Franksen, der Tischler, seufzt. Was soll er machen? Verklagen?. Wittig ist ein guter Runde, da darf man das nicht.„ Verfl... Sache wieder eine Hoffnung zerschlagen... schlechte Zeiten... miserable Zustände, so was!" Frankien geht zu Müller& Co.. Müller& Co., Maschinenlager, Werkzeuge en gros, en detail. Geht hin, stöhnt, jammert, schimpft und bestellt die ,, Gießener Zeitung Holzbearbeitungsmaschine wieder ab, die..., 3 Aufträge abgefagt... unmöglich jetzt... schlechte Zeiten... Risiko... Belastung..." Was tut Müller& Co.? Müller& Co. senior hängt sich prompt ans Telephon: bitte 27 396."- ,, Halloh?"„ Salloh?"- ,, Ah, lann ich bitte, Herrn Baumeister Mayer sprechen?" Jawohl, Moment, bitte..."-„ Sier Baumeister Mayer. Ah! Guten Tag, Herr Müller, sehr angenehm... wohl noch Wünsche wegen Garagenbaues?...?...?...? Wie??..." Des Baumeisters Geficht wird lang und länger. Durchs Telephon tönt's ihm nämlich entgegen:.furchtbar leid!... Projeft zurückstellen... eben wieder große Lieferung annulliert worden... schlechte Zeiten... wissen ja selbst... leider vom Garagenbau Abstand nehmen..." Rrrrrr Schluh! 1)... So ist es heute! Wozu in die Ferne schwelfen, fieh, das Schlechte liegt so mah!, möchte man in Anpassung an die Zeitverhältnisse ausrufen. Mehr Optimismus, mehr Mut, mehr positive Lebenseinstellung! Das ist's, was wir brauchen. Was nügt das Jammern?- Nichts, rein gar nichts nützt es. Aber es wird zur Rette, die uns zu ersticken droht. Zerreißen wir diese Kette endlich, machen wir endlich einmal wieder einen Anfang, helfen wir, Arbeit zu schaffen, Aufträge zu erteilen, neues Blut dem darnieberliegenden Wirtschaftskörper zuzuführen! - Die kommende Reichs- Handwerks- Woche als erste machtvolle Rundgebung des gesamten deutschen Handwerks, hat es sich zur Aufgabe gemacht, in diesem Sinne pofitive Aufbauarbeit zu leisten. Der Sammler und das lebende Handwerk. Es bleibt eine immer wieder überraschende Tatsache, bis. zu welchem Grade, ja, man könnte fast sagen, wie ausschließlich der Durchschnitts- Sammler rüdwärtsgewandt arbeitet. Findet doch in der Regel nur das seine Beachtung, was durch Verkauf und Wiederverkauf bereits von Hand zu Hand gewandert ist Die beste Publikationsstelle für Hessen ist der Zeitungsverlag Albin Klein in Gießen. In unserem Verlag erscheinen: Auch wer etwas sucht oder bekannt geben will, der veröffentliche seine Anzeigen in nachstehenden Zeitungen: Gießener Zeitung erscheint wöchentlich 2 X verbreitet in Stadt und Kreis Gießen, Leserkreis in allen Bevölkerungsschichten; die 30 mm breite Betitzeile( 3 mm hoch) oder deren Raum 24 Pfg. Anzeigen in diesem Blatt werden nicht übersehen! Hessische Feuerwehr- Zeitung erscheint am 10. und 25. jeden Monats Auflage 3 200 offizielles und einziges Organ des Landesverbandes hessischer Feuerwehren( 30 000 Mitglieder). Anzeigenpreise: die sechsgespaltene Petitzeile( 30 mm breit und 3 mm hoch) oder deren Raum 36 Pfg. Verbreitet in allen rund 1000 hessischen Gemeinden. Die Auflage steigt fortwährend! Hessische Hausbesitzer- Zeitung erscheint am 5. und 20. jeden Monats 3 300 offizielles Organ des Landesverbandes hessischer Hausbesikervereine( 14 000 Mitglieder), hat Leser, die viel brauchen. Die 30 mm breite Petitzeile( 3 mm hoch) oder deren Raum 40 Pfg. Ein sehr beachtenswertes Anzeigenblatt! Allgemeine Hessische Sportzeitung erscheint jeden Dienstag 1600 bei den Sportvereinen und Sportfreunden des Lahn- und Dillgebiets schnell beliebt geworden; amtl. Organ des Bezirks Hessen- Hannover im Westdeutschen Spielverband und dessen Gaue Gießen- Wetzlar, Marburg und Dill; die 30 mm breite Petitzeile( 3 mm hoch) oder deren Raum 24 Pfg. Die Sportsleute geben bekanntlich auf Anzeigen besonders acht. Dieses Blatt wandert in rund 200 Orten von Hand zu Hand unter den Sportsleuten! Hessischer Kamerad erscheint am 1. und 15. jeden Monats 56 200 offizielles und einziges Organ der Landeskriegerkameradschaft Hassia( 60 000 Mitglieder); die 30 mm breite Petitzeile( 3 mm hoch) oder deren Raum 40 Pfg. Dieses allgemein beliebte Blatt wird von mindestens 100.000 Personen in 800 Orten gelesen! Hessischer Einzelhandel erscheint am 25. jeden Monats. 1000 offizielles und einziges Verbandsorgan des Landesverbandes des Hessischen Einzelhandels( organisierte Hessische Kaufmannschaft). Die 30 mm breite Petitzeile( 3 mm hoch) oder deren Raum 40 Pig. Dieses Blatt ist führend in den in Frage kommenden Kreisen, die Inserate sind in diesem Blatt darum wertvoll. Hessisches Handwerk u. Gewerbe erscheint am 1. und 15. jeden Monats 42 000 amtliches Organ der Hessischen Handwerkskammer Darmstadt; die 30 mm breite Petitzeile( 3 mm hoch) oder deren Raum 36 Pfg.; hat, wie der Titel sagt, die Handwerksmeister und Gewerbebetriebe, also Großverbraucher, als Abonnenten, die in allen rund 1000 hessischen Orten seßhaft sind. Das Blatt wird von mindestens 50 000 Personen gelesen, die Anzeigen werden sehr beachtet! Verbreitet in mehr als 1200 Orten! Gesamtauflage 107 300 Anzeigen, in diesen 7 Zeitungen veröffentlicht, werden in allen hessischen Gemeinden und Bevölke rungskreisen von taufträftigen Personen und von interessierten Produzenten wie Verbrauchern gelesen. Machen Sie einen Versuch! Für Anzeigen, die den 6 erstgenannten Zeitungen ohne Textwechsel mehrere Male hintereinander aufgegeben werden, kommen folgende Rabatte in Abzug: Für 1-2 Aufnahmen 3 " 6 " Prozent Für 12 Aufnahmen • 15 Prozent 5 10 18 99 20 • " 24 E " • über 26 25 30 " Die Rabatte für Anzeigen, die ohne Tertwechsel in der Zeitung„ Hessisches Handwerk und Gewerbe" mehrere Male hintereinander aufgegeben werden, sind folgende: bei 3 × 5% bei 6X 10% bei 12 × 15% bei 24 × 20%. Das Beilegen von Prospekten usw., die nicht größer als 21 × 30 cm und nicht schwerer als 15 Gramm sind, wird mit.... RM für jedes angefangene Hundert berechnet. Für Extrabeilagen, die schwerer und größer sind, wird eine höhere Beilagengebühr berechnet. Zeitungsverlag Albin Klein, Gießen Fernsprecher 2525 u. 2526 . vorm. Wilh. Keller, gegr. 1783• Südanlage 21 Nr. 21 und dadurch zwar als Sonderwert abgestempelt scheint; aber die Preise sind natürlich inzwischen auch auf eine so schwindelnde Höhe hinaufgeklettert, daß der nicht übermäßig Kapitalfräftige in der Regel gar nicht daran denken kann, auf Erstklassiges zu, bieten. Man denke nur an Summen, die heute für ganz schlichte, alte handwerkliche chinesische Keramik, etwa schmudlose türkisfarbene Schalen mit Geladonglasur aus dem 12. oder 13. Jahrhundert bezahlt werden, oder an Kändler- Porzellan Meißener Herkunft, von denen z. B. die Dame in der Krinoline aus der weltbekannten Sammlung Darmstädter im März 1925 in Berlin für 35 000 Mark in andere Hände überging; ferner an Roentgen- Möbel, wie den Schreibschrank, der auf der berühmten Auktion von Kunstschätzen aus dem Staatsbesitz von Sowjetrußland bei Lepke in Berlin im Jahre 1930 nicht weniger als 83 000 Mart erzielte. Man kann deshalb dem Kunstfreunde, der neben allen selbstverständlich voranstehenden Rücksichten auf Schönheit und Güte jedes einzelnen Stüdes auch eine gesunde Wirtschaftspolitif im Auge hat, gar nicht ernstlich genug raten, sein Augenmerk den besten heute entstehenden kunsthandwerklichen Erzeugnissen weit mehr als bisher zuzuwenden. Mit Hilfe der einschlägigen Literatur und verständnisvoller Sachberater wird es ihm nicht schwer fallen, für bescheidene Summen einmalige Schöpfungen des Kunsthandwerks zu erstehen, die sich bereits in wenigen Jahrzehnten als Museumsstück von Seltenheitswert erweisen können. Nehmen wir zunächst ein Beispiel durchaus bescheidener Art: Eine der bekanntesten und besten keramischen Werkstätten Deutschlands, deren Inhaber einen Scherben von unvergleich: licher Feinheit dreht, brannte noch vor wenigen Jahren Stücke mit Türkis- Glasur und Metall- Lüster in der offenen Flamme; jo famen bei Schalen und Vasen die jedem Kenner bekannten Erzeugnisse von Sammelwert zustande, an deren Rauch und Flamme ihr immer wieder anderes, fantastisch reizvolles Spiel entfaltet hatten. Heute, wo jener Meister nur noch in der Muffet brennt, sind die genannten Stüde bereits nicht mehr aus erster Hand zu erwerben. Vergleichsweise sei ferner nur noch auf die Arbeiten einer hervorragenden Fachschule für Glasherstellung hingewiesen, deren Leitung in den Händen eines bekannten Künstlers ruht, ferner auf Werke unserer besten Feintischler, Intarsia- Spezialisten, Goldschmiede, Buchbinder und vieler anderer mehr. Die bevorstehende Reichs- HandwerksWoche dürfte dem aufmerksamen Beobachter Gelegenheit bieten, einen Ueberblick über jene mit Kopf und Hand vorbildlich Schaffenden zu gewinnen, deren Arbeiten alle Aussicht haben, später womöglich Fantasiepreise, ebenso wie heute die besten Stüde verflossener Jahrhunderte, zu erzielen. Bor hundert Jahren. Gewerbesorgen und-klagen. Dem Organ des Gewerbeverbandes der Stadt Lu zern ,,, Das Gewerbe", entnehmen wir folgendes: Jun Jahre 1830 schrieb der Luzerner Advokat Lorenz Baumann eine Schrift über die Gewerbefreiheit, in bo er zeigen wollte, daß nicht im Zunftzwang und dem städtischen Protektionismus, sondern im freien Konkurrenzkampf das Heil des Gewerbestandes liege, weil er dann ununterbrochen an seiner Hebung und beruflichen Fortbildung arbeiten müsse. Die da maligen Verhältnisse auf dem Gebiete von Handwerk und Ge werbe schilderte Baumann in der Einleitung zu seiner Schrift folgendermaßen: ,, Wir vernehmen so oft die Klage des Gewerbs- und Handwerksmannes, ,, es ist nichts zu verdienen, die Gewerbe stocken, es ist alles übersetzt, es ist alles überlaufen," und wenn man fragt, woher mag wohl diese Not kommen?, so hört man verschiedene Antworten. " ,, Jeder Pfuscher will Meister sein," sagt der eine. ,, Ehedem war eine Handwerksordnung; es mußte der Handwerker seine Tüchtigkeit erproben. Er mußte sein Handwerk ordentlich erlernt, seine Wanderjahre gemacht, sein Meisterstück verfertigt haben. Aber jetzt ist weder Drönung noch Aufsicht. Jeder pfuscht in das Handwerk und nimmt dem Geschickten und Erfahrenen den Bissen vor dem Munde weg." Gin anderer glaubt, daß die freie Niederlassung davon die Schuld sei. Die Fremden sind es, die aus allen Weltgegenden hergelaufen zu uns kommen, welche den Landeskindern Erwerb Ein und Verdienst rauben und das Leben verkümmern." Dritter will dieses nur teilweise zugeben, hält aber dafür, daß die Fabrikwaren, die in Haufen in das Land gebracht werden, dem Handwerk alle Arbeit und Gewinn entziehen. ,, Wie kann der Schmied, der Schlosser, seine Arbeit verfertigen und darauf etwas gewinnen, wenn man seine Arbeiten, als da sind: Schaufeln, Aerte, Beiler, Schlösser usw., um die Hälfte wohlfeiler, aber freilich viel schlechter im Eisenladen kaufen kann?" Nur auf den Preis und nicht auf die gute Eigenschaft der Ware werde von dem Käufer Rücksicht genommen. Der Krämer, der Kaufmann jammert auch und gibt nicht diesen Uebelständen die Schuld des stockenden Gewerbes, sondern dem landesverderblichen Hansieren. Fremde Musterreisende verkaufen ihre Waren in den Gasthöfen, den kleinen Dorfkrämern in kleinen Portionen, beim Pfunde, bei der Elle. Andere laufen mit Körben in alle Häuser, auf alle Berge, in die entferntesten Täler, und verkaufen ihre Ladengäumer, verdorbene, schofle, oder aus der Mode gekommene Waren. Der Handelsmann in Städten und größeren Ortschaften, der noch Steuern und Gebräuche auszuhalten habe, der müsse diesem Unfug zusehen, und von Polizei wegen werde dem Uebel nicht nur nicht abge holfen, sondern dieses werde durch das Patenten- System noch vielmehr begünstigt. Endlich kommen alle diese Handwerks und Gewerbsleute darin überein, daß eine weise, landesväter liche Regierung diesen Lebeln abhelfen könnte und sollte." - Der Leser wird sich sicher gedacht haben, daß die verflos senen hundert Jahre an den Verhältnissen nicht allzu viel ge ändert haben. Die vorstehenden Klagen kann man noch jeden Tag hören, und der Ruf nach obrigkeitlichem Schutz ist heute stärker als je. Fördert das deutsche Handwerk! Colbe 97r. 21 abgestempelt scheint; aber uch auf eine so schwindelnde übermäßig Kapitalfräftige fann, auf Erstflassiges die heute für ganz schlichte nit, etwa sahmudloje türtis aus dem 12. oder 13. Jahr Händler- Porzellan Meißener e in der Krinoline aus der oter im März 1925 in Ber ände überging; ferner an grant, der auf der berühmten Staatsbesitz von Sowjetruß re 1930 nicht weniger als nitfreunde, der neben allen üdsichten auf Schönheit und eine gesunde Wirtschaftspoli ch genug raten, fein Augen funsthandwerklichen Erzeug wenden. Mit Hilfe der ein isvoller Sachberater wird es heidene Summen einmalige u erstehen, die sich bereits in msstüd von Seltenheitswert eispiel durchaus bescheidener esten feramischen Werkstätten Scherben von unvergleich vor wenigen Jahren Stüde Ster in der offenen Flamme; die jedem Kenner bekannten tande, an deren Rauch und =, fantastisch reizvolles Spiel er Meister nur noch in der Stüde bereits nicht mehr ergleichsweise lei ferner nur vorragenden Fachschule für Leitung in den Händen eines auf Werte unserer besten Goldschmiede, Buchbinder rstehende Reichs- Handwerks zobachter Gelegenheit bieten, Copf und Hand vorbildlich beiten alle Aussicht haben, benso wie heute die besten erzielen. Jahren. -klagen. beverbandes der Stadt L ehmen wir folgendes: Luzerner Abookat Lorenz werbefreiheit, tzwang and dem städtis Konkurrenzkampf das Heil 6 ann ununterbrochen an feiner g arbeiten müsse. Die do ete von Handwerk und Ge Finleitung zu seiner Schrift Klage des Gewerbs und zu verdienen, die Gewerbe alles überlaufen," und wenn efe Not kommen?, so bort sein," sagt der eine. ,, Che ; es mußte der Handwerker ßte sein Handwerk ordentlich cht, sein Meisterstück ver eder Ordnung noch Aufsicht. und nimmt dem Geschickten em Munde weg." " Ein ederlassung davon die Schule aus allen Weltgegenden her me den Landeskindern Erwerb eben verkümmern." Ein zugeben, hält aber dafür, daß in bas Land gebracht werden, d Gewinn entziehen. Wie , feine Arbeit verfertigen und an feine Arbeiten, als da find: lösser usw., um die Hälfte lechter im Eifenladen kaufen nicht auf die gute Eigenschaft Rücklicht genommen. Det t auch und gibt nicht biefen Fenden Gewerbes, fondern dem - Fremde Musterreifende ver öfen, den kleinen Dorfkrämern e, bei der Elle. Andere laufen alle Berge, in die entfernteften ngäumer, verdorbene, fchofle Der Handelsmans Baren. 1 aften, der noch Steuern um müsse diesem Unfug zusehen Uebel nicht nur nicht abge ch das Patenten Syftem nod tommen alle diefe Handwerks daß eine weise, Landesväter Jelfen könnte und follte." gedacht haben, daß die verflo rhältnissen nicht allzu viel ge Klagen fann man noch jeden brigkeitlichem Schuß ist heut sche Handwerk! S G Das Handwerk ruft zur Lat Laut Beschluß des Reichsverbandes des deutschen Handwerks" und des " Deutschen Handwerks- und Gewerbetammertages" wird vom 15.- 22. März 1931 im ganzen Deutschen Reich eine Reichs- Handwerks- Woche abgehalten. " Handwerks- Wochen" find an sich nichts Neues mehr. Die Schneider und die Schuhmacher, die Kürschner und Friseure und manch andere Handwerksgruppen haben zum Teil seit Jahren schon derartige Werbemaßnahmen mit mehr oder minder großem Erfolg versucht. Die tommende Reichs- HandwerksWoche aber, als die erste machtvolle Kundgebung des gesamten geeinigten Das Handwerk lebt! Es hat nicht an Stimmen gefehlt, die den Untergang des Handwerks und seine Verdrängung durch die allmächtige Industrie als unabwendbare Folge einer zwangsläufigen Entwicklung prophezeiten Bis endlich wissenschaftliche Forschung, auf Veranlassung des Reichstages mit der Untersuchung der deutschen Wirtschaftsverhältnisse beauftragt, im Jahre 1930 das einwandfreie Ergebnis brachte: Das deutsche Handwerk zählt 1,3 millionen Betriebe, es ernährt 8 Millionen deutscher Boltsgenoffen und ist zu 14 bis 16% am wirtschaftlichen Gesamtumsah beteiligt! Heute glaubt fein Mensch mehr an ein unausbleibliches Todesschicksal des deutschen Handwerts! Handwerk ist notwendig für die Volkswirtschaft, diese Erkenntnis steht heute fest, wie die Mauer der 8 Millionen, die es ernährt. Maschinenarbeit hat ihren Wert, und Handarbeit hat ihren Wert, jede an ihrem Platz. Erstaunliches kann die Maschine, alles fann sie nicht. Alle Lücken, die das Maschinenschaffen läßt, muß die werftfundige Menschenhand füllen; unaufhörlich sorgt die handwerkliche Meisterschaft dafür, daß die Welt der Maschinen von Händen gelenkt wird, die das Werk und seine wertgerechte Erzeugung fennen. Dreiviertel Millionen Lehrlinge bildet das deutsche Handwerk jährlich aus, und ein Teil davon kommt der Industrie zugute. Umgekehrt hat die Industrie dem Handwerk viele Maschinen geschenkt, die es leistungsfähiger machen. So hat das Handwerk auch das richtige Verhältnis zur großen Nachbarin Industrie gewonnen. Im wachen Kampf um feinen Bestand und seine Entwicklung wirbt das deutsche Handwerf heute täglich neue Freunde. Auch die Reichs- Handwerks- Woche, die der Deffentlichkeit die Notwendigkeit des Handwerks innerhalb der Volkswirtschaft vor Augen führen soll, ist eine Tat im Sinne fraftvollen Vorwärts- und Aufwärtsfirebens! deutschen Handwerks ift etwas grandfählich anderes und Höheres, als die Kundenwerbung eines einzelnen Handwertszweiges! Welche außerordentliche wirtschaftliche und fulturelle Bedeutung dieser Beranstaltung beizumessen ist, das geht allein schon aus der Tatsache hervor, daß Reichspräsident von Hindenburg als Ehrenmeister des deutschen Handwerks die Schirmherrschaft übernommen hat. Sinn und 3wed der Reichs- Handwerts- Woche sollen sich nicht darin erschöpfen, dem Notruf von Jndustrie und Landwirtschaft, von Handel und Gewerbe neue Klagen und Vorwürfe anzufügen. handwerk tut not! Fördert das Handwerk! Was das deutsche Handwerk anläßlich der Reichs- Handwerks- Woche der. Oeffentlichkeit zu sagen hat, hat es in einer offiziellen Aufklärungsbroschüre „ Handwerf tut not! Fördert das Handwert!" niedergelegt. Diese Schrift wird durch die Handwerkerorganisationen ans Publikum abgegeben. Sie ist dazu und berufen, Aufflärung, Stärkung Freude in jede deutsche Familie zu tragen, und wird auch dann noch ihre fegensreiche Wirkung entfalten, wenn das lebendige Bild der vielen Beranstaltungen zur Reichs- Handwerks- Woche bereits in der Erinnerung verblaßt. Handwerkskultur! Die tiefe Kultur des Handwerks, zeitweise im rasenden Tempo des industriellen Aufstiegs vergeffen, gewinnt von Tag zu Tag wieder mehr an Bedeutung. Der Handwerker nämlich steht in seinem beruflichen Schaffen eben dem Bollbegriff des Schaffens" stets näher, als etwa der Industriearbeiter: er wird nicht auf wenige Handgriffe gedrillt, sondern erlebt in seiner Hände Arbeit zuNein, bei dieser Beranstaltung soll es fich darum handeln, neue Hoffnung und neuen Lebensmut in alle Herzen zu tragen! In der verworrenen Zeit schleichender krisen, steigender Arbeitslosigkeit und allgemeiner Berzagtheit erhebt das geeinte deutsche Handwert feine mahnende Stimme. Und indem es von seiner Bedeutung für deutsche Volkswirtschaft, deutsche Kultur und deutsche Bolfsgemeinschaft berichtet, indem es jedem einzelnen Bolfsgenoffen die wichtigkeit dieser Tatsachen eindringlich vor Augen hält, leiftet das deutsche Handwert positive Arbeit an Deutschlands Wiederaufbau! gleich innerlich Entstehung und Vollendung des Werfes. Das erfüllt ihn mit tiefer Berufsfreude, die jenen Hunderttausenden fehlen muß, denen in dem unerbittlichen Produktionsprozeß der Fabriten nur noch der Wert einer fümmerlichen Bewegung in einem ungeheuren Räderwerf zusteht. Der Handwerker ist und bleibt stets Bollmensch, das heißt, ein Mensch, der die Kräfte seines Nachdenkens und die Fertigkeiten seiner Hände voll und ganz an sein Wert wenden darf. Diese kulturelle ganzen Bolle recht ins Bewußtsein zu bringen, ist eine der wichtigsten Aufgaben der Reichs- Handwerks- Woche. relle Eigentümlichkeit dem Handwerk als Mittelstand. Man nennt das Handwerf einen wesentlichen Bestandteil des Mittelstandes im deutschen Volke. Die Reichs- Handwerks- Woche soll es allen Bolfsgenossen predigen, daß dieser Mittelstand nicht nur eine Lagenbezeich nung zwischen hüben und drüben, zwischen oben und unten ist, sondern in erster Linie eine Wertbezeichnung, ein Hinweis auf vermittelnde" Aufgaben. Soll die Nation nur aus zwei ewig getrennten Parteien bestehen, aus großen tapitalſtarten Unternehmen und fleinen Arbeitern und Angestellten? Es gilt, sich bewußt zu werden, welch ein guter Besitz für jedes Bolf eine selbständige Mittelschicht fleiner Unternehmer ist, in die viele tüchtige Arbeiter aufrüden fönnen, die nicht in Herrschaftswiegen geboren, aber doch von einer freundlichen Fee mit Fleiß, Charakter und Intelligenz begabt worden sind. Für den Fortschritt und die Zufriedenheit der Menschheit wäre nichts verhängnisvoller und niederdrückender, als die Gewißheit, nicht mehr aufsteigen, nicht mehr aus Abhängigkeit zur Selbständigkeit gelangen zu können. Darum gilt die Mahnung der ReichsHandwerks- Woche für alle: Handwerk fut not! Fördert das Handwerk! PETERSED 5486 DIE AXT IM HAUSE...? Zur Reichs- Handwerks- Woche vom 15.- 22. März 1931 Es ist oft ein mißlich Ding mit Zitaten; nicht selten werden sie an ungeeignetster Stelle und zur ungelegensten Zeit angewendet und dann womöglich auch noch falsch. Dabei gibt es Leute, die dicke Zitatenlegita auf dem Schreibtisch stehen haben und in der Westentasche auch noch eins mit umherschleppen, um für alle Fälle gerüstet zu sein. Und doch sind gerade diese Literaturkundigen" es, die uns veranlassen, ihnen gern und höflich aus dem Wege zu gehen. Angesichts der Ueberschrift allerdings möchte es fast scheinen, als ob auch ich zu diesen angenehmen Zeitgenossen gehörte. Aber gemach: irgendeinen Titel muß ein Auffah doch schon haben und meine fleine Anleihe bei dem braven Schiller hat ihren tieferen Grund. Dieser Grund ist blond, hat Mund und Ohren und heißt: meine Frau! Sie ist es nämlich gewesen, die mir eines schönen Tages mit Nachdruck erklärte, ein sparsamer und aufmerksamer Ehemann und Familienvater müsse alles fönnen, vor allem aber basteln und sich als handwerklicher Schwarzarbeiter nützlich erweisen durch allerhand Kleinigkeiten, als da sind tapezieren, Möbel und Fußboden streichen, Gardinen aufhängen, Defen reinigen, Fenster einfitten und so weiter und so fort. Denn, die Art im Hause erspare den Zimmermann, meinte fie, und übersah geflissentlich mein verständnisloses Gesicht. Mir schien es unmöglich, einen logischen Zusammenhang zwischen besagter Art und all den übrigen Dingen zu finden. Da jedoch Logit bekanntlich ein vornehmlicher Bestandteil weiblicher Verstandsbetätigung ist, so beschied ich mich und dachte nur, kommt Zeit, tommt Rat, tommt- Gelegenheit. - Dem Installateur wäre das nicht passiert. Und sie lam! Mehrfach sogar! Mit der Aufzählung dieser Gelegenheiten möchte ich hier nicht läftig fallen, genug, daß sie überreichlich waren und mir allmählich schier feine Zeit mehr ließen, meinem beruflichen Erwerb nachzugehen. Denn ich mußte die den Zimmermann im Hause ersparende Art spielen: Dichten des Wasserhahnes, Einsetzen von Fensterscheiben, Reparieren der Klingelleitung usw. usw. Daß dabei der Wasserhahn abbrach und eine Pleine Sintflut sich durch die Wohnung ergoß, daß die kunstvoll gemusterte Milchglasscheibe zersprang und die Klingel, vormals still und schweigsam, sich plötzlich eines Besseren befann und das Bersäumte in mehrstündigem, ohrenbetäu bendem Rasen nachholte, bis sie an Erschöpfung zugrunde ging, das alles schien leinen Eindruck auf meine Frau zu machen. Erst, als ich wutschnaubend selbst ein so gutmütiger Kerl wie ich fann zu dem bekannten tobsüchtigen Kamel am Halfterband werden meinen von einem mißlungenen Hammerschlag blutunterlaufenen Daumen fühlte und einwickelte, meinte sie still:„ Na, dann muß eben doch ein Handwerker her!" Von A. H. Linden Diese Einsicht hätte sie billiger und ich mühe- und schmerzloser haben fönnen, und da sie im Grunde doch eine belehrbare Frau ist, so ist sie auch durch meinen, allerdings von ihr veranlaßten Ausflug ins Handwerkliche befehrt worden: Bo und wann sich jezt im Hause nur ein Schaden findet, sich die Notwendigkeit einer Ausbesserung zeigt, oder gar die Erkenntnis einer Neuanschaffung von Hausrat aufsteigt, stets weiß sie den Weg zum Handwerker zu finden. Dieser Mann wird fünftig die Kunst des Tapezierers zu schäßen wissen. Noch mehr: Sie inspiziert Haushalt und Wohnung nach erneuerungs- oder ersahbedürftigen Gegenständen, bespricht mit mir die etwaigen Neuanschaffungen und wirkt auch in ihrem Bekanntenkreise im gleichen Sinne, stets den handwerflichen Fachmann zu Rate zu ziehen anstatt durch unfachgemäße Selbsthilfe Schaden und Roften nur noch zu vergrößern. Wobei es sich zugleich zeigt, wie unwirtschaftlich das Abwarten sogenannter besserer Zeiten ist, weil nach und nach eins zum anderen tommt und der Griff des Familienvaters in die Tasche notgedrungen immer tiefer führen muß, um alle häuslichen Bedürfnisse zu befriedigen, anstatt nach Zeit und können eins nach dem anderen zu erledigen. Es wäre höchste Zeit, Ofen und Rauchrohr einmal durch Ofenseher und Schornsteinfeger in Ordnung bringen zu laffen. Ein boltswirtschaftliche Erkenntnisse ihnen innewohnen. furzes Beispiel nur. Aufträge an das Handwerk gegeben, nötigen den Meister, Arbeitskräfte einzustellen und somit die Arbeitslosigkeit zu vermindern; sie veranlassen ihn zu Neuanschaffungen an Material, leiten also Geld wieder in andere Wirtschaftskanäle, die somit ihrerseits weiterwirken, so daß ganz automatisch bis zum Großproduzenten, der Fabril, und bis zum Urprodukt, Kohle und Eisen, die Dielberufene Wiederanturbelung der Wirtschaft" aur Tat wird. " Ist das aber so, laufen die Räder wieder, treift das Geld von Wirtschaft zu Wirtschaft, dann ergibt sich aus der abnehmenden Arbeitslosigkeit Wiederbelebung und Er. frischung, die zwangsläufig und ohne amtliche Berordnun gen zur Senfung der Preise führen. Das alles haben nicht zum geringsten Teile unfere Hausfrauen in der Hand. Sie mögen bedenken, welch hohen Aufgaben ihnen von diesem Gesichtspunkte aus gestelt find, sie mögen aber auch aus diesen furzen Ausführungen erkennen, wie sie die Aufgaben zu lösen haben. Ob bas halten wird? Der Tischler hätte mit weniger Gewalt mehr erreicht! Ziel und Aufgabe der kommenden Reichs- HandwerksWoche vom 15. bis 22. März 1931 wird es sein, die hier geschilderten Gedanken und Erkenntnisse jedem deutschen Bolksgenossen lebendig zu vermitteln. In diesem Kampf gegen Bessimismus und untende Schwarzmalerei fällt eine wichtige Rolle der offiziellen Aufklärungsbroschüre aur Reichs- Handwerks- Woche zu, die unter dem Titel„ Handmert tut not! Fördert das Handwert! Das Büchlein für alle!" erschienen ist und durch alle Handwerksorganisationen im ganzen Reich fostenlos an das Publikum abgegeben wird. Jedermann findet darin in buntem Wechsel und doch folgerichtig zusammengestellt wertvollste Aufschlüsse über die Bedeutung des Handwerks und seine innige Berflechtung mit allen Lebensvorgängen in Stadt und Land. Die Ratschläge und Winke, die mannigfaltigen, reizend illuftrierten Abhandlungen sollen und werden von jedem gerne gelesen werden. Ist diese Schrift erst einmal in jedem Haushalt und jedem Betrieb zu finden und werden ihre Mahnungen überall befolgt, dann ist der erste Schritt zur vielbegehrten Anfurbelung der Wirtschaft" getan! " Samstag, den 14 Gebt Ar Kennt Ihr die Mehr denn je ist fei Kauft Eure Fleis Badwaren bei Wollfachen bei bei den hiesigen bei den hiesigen Dentt bei Vergebu Maurer, Zimme Glafer und Schr lateate, Sattler ednifer, Edyloff Bergeht nicht, daß der Gemeindefter jahlen fönnen, Befchäftigt te täglichen Bedürfn Bevorzugt die Sattler! Kauft Qualität in der Großstadt! Elternft Elternfreuden, das Kind in der W punft der Schulent gewiffe Sorglofigte die bange, fchwere werden?". Ein night weiß, night be fam ausgewählte 2 etwa fehl greift un das ihm später, w Selbstwert erwacht werden fann. Alle Elternliebe Muß“ aussprechen auch noch gar nicht verfucht gegen den Deranlagt fein oder er feiner Verhältn entweder die Ausbi Vorkenntnisse oder Man muß ich zund möglich ist, und we um zu dem wirklich alledem night an G fehlen wird, ist un zeit in allem. Was soll der bazauf Himmeljen, Butunit ruht und uns je eine Mo ehrter Reichsprä Kriegszeit, ein re prägt, als er auf gendbundes die M werdet ihr euren t Opfer, die sie aud Tüchtiges lernt. recht bald als Eri und als Stüken treten fönnt. Tu wit vorm Feinde, fhönite Lohn fein." Der Weltkrieg, über, aber noch wehen. Darum foll fein, sich in der Be leiten zu lajjen, ba Bu einem echten deu ruf allein ist aussch zuüben zum Wohle Stell dich in Rei Mag auch, wer's 6 Der unwiderste Stadt auf den Gro jener geheimnisvoll Der Maler hätte am rigtigen Ende angefangen. Zu alledem tritt eine rein volkswirtschaftliche Erwägung, deren Hineinwerfen in die Sonstigen, an sich gewiß sehr wichtigen Erörterungen an meinem Stammtisch auf dessen " Sassen" nachhaltigen Eindrud gemacht hat: Jeder Auftrag, dem Handwerk erteilt, bildet ein wertvolles Zähnchen in dem machtvollen Getriebe unferer Wirtschaft, ift gleichbedeutend mit einem Deltropfen, durch den diefes Getriebe reibungslosen und werteschaffenden Lauf erhält. Hat der Bauer Geld, hat's die ganze Welt", pflegt man zu sagen. Im gleichen Sinne fft dies Wort auf das Handwerf anzuwenden, und an den Hausfrauen liegt es in erster Linie, es zur Lat werden zu laffen, und zu zeigen, daß auch G und darum fage ich nochmals: in Zukunft wende ich mich an den berufsmäßigen Handwerker Fr T3 Mü ? minnewohnen. Ein as Handwert gegeben, e einzustellen und ſoern; fie veranlaffen ihn Meiten also Geld wieder omit ihrerseits weiter zum Großproduzenten, , Rohle und Eisen, die der Wirtschaft zur ader wieder, treift das Dann ergibt fich aus der ederbelebung und Er. ne amtliche Berordnun geringsten Teile unfere mögen bedenken, welch Gesichtspunkte aus ge us diesen furzen Aus ufgaben zu lösen haben. rb! ewalt mehr erreit! Den Reichs- Handwerks wird es sein, die hier tnisse jedem deutschen In. In diesem Rampf hwarzmalerei fällt eine fflärungsbroschüre zur anter dem Titel„ Handvert! Das Büchlein für Sandwerksorganisationen as Bublifum abgegeben buntem Wechsel und doch olfte Aufschläffe über die eine innige Berflechtung adt und Land. Die Rat tigen, reizend illuftrierten von jedem gerne gelejen inmal in jedem Haushalt werden ihre Mahnungen Schritt zur vielbegehrten tan! Samstag, den 14. März 1931. Gebt Arbeit dem Handwerk! Kennt Ihr die Not des Handwerks und des Gewerbes? Mehr denn je ist seine Existenz bedroht! Kauft Eure Fleischwaren bei den hiesigen Metzgern, Eure Badwaren bei den hiesigen Bädern, Eure Kleider und Wollsachen bei den hiesigen Kaufleuten, Eure Lebensmittel bei den hiesigen Kolonialhändlern, Eure Brennmaterialien bei den hiesigen Kohlenhändlern! Denkt bei Vergebung von Aufträgen an die Bauhandwerker, Maurer, Zimmerleute, Verputzer, Maler und Weißbinder, Glaser und Schreiner. Denkt an die Spengler und Installateure, Sattler und Tapezierer. Vergeßt nicht die Elektrotechnifer, Schlosser, Schmiede, Buchbinder, Buchdruder usw. Vergeßt nicht, daß Handwerk und Gewerbe einen großen Teil der Gemeindesteuern aufbringen müssen, und dieselben nicht zahlen können, wenn sie fein Geschäft haben. Beschäftigt teine Schwarzarbeiter. Kauft alle Eure täglichen Bedürfnisse bei den heimischen Geschäften! Bevorzugt die Maßarbeit der Schneider, Schuhmacher und Sattler! Kauft Qualitätsarbeit am Blaze, fie ist nicht teurer als in der Großstadt! Lokales. Elternfreuden Elternforgen! - Elternfreuden, die zum ersten Male erblühten, als ihnen das Kind in der Wiege entgegenlächelte, haben mit dem Zeitpunkt der Schulentlassung das Sonnige und Ungetrübte und die gewisse Sorglosigkeit verloren.. Zum ersten Male tritt an sie die bange, schwere Frage heran:„ Was soll der Junge werden?". Eine um so schwerer lösbare Frage, weil man nicht weiß, nicht bestimmen kann, ob der für den Jungen sorgsam ausgewählte Beruf auch der richtige ist, ob man nicht etwa fehl greift und den Jungen in ein Leben hineinzwingt, das ihm später, wenn mit den Jahren Selbständigkeit und Selbstwert erwacht sind, zu einer recht verderblichen Fessel werden kann. Alle Elternliebe bäumt sich dagegen auf, hier ein hartes Muß" aussprechen zu müssen, wenn es das findliche Gemüt auch noch gar nicht zu verstehen vermag oder sich aufzubäumen versucht gegen den Willen der Eltern. Denn es mag einer gut veranlagt sein oder große Vorliebe für einen Beruf haben, den er seiner Verhältnisse wegen doch nicht ergreifen kann, weil entweder die Ausbildung dafür zu fostspielig ist, oder weil dazu Vorkenntnisse oder Anlagen besonderer Art erforderlich sind: Man muß sich zunächst mit dem bescheiden, was zu erreichen möglich ist, und wenn es auch einen Umweg einzuschlagen gilt, um zu dem wirklich ersehnten Ziele zu gelangen. Daß es tro alledem nicht an Enttäuschungen in dieser oder jener Hinsicht fehlen wird, ist unvermeidlich. Lehrjahre sind eben eine Lernjeit in allem. Was soll der Junge werden? Da möchte man vor allem darauf hinweisen, daß in der deutschen Jugend die deutsche Zukunft ruht und daß Deutschland einst Männer braucht, wenn uns je eine Morgenröte wieder leuchten soll. Unser allverehrter Reichspräsident von Hindenburg hat dafür, noch in der Kriegszeit, ein recht ernstes und beherzigenswertes Wort ge= prägt, als er auf eine an ihn gerichtete Huldigung eines Jugendbundes die Mahnung an die Jugend richtete:„ Am besten werdet ihr euren tapferen Vätern und Brüdern für die harten Opfer, die sie auch für euch bringen, danken, indem ihr was Tüchtiges lernt. Das Vaterland erwartet von euch, daß ihr recht bald als Ersatz für die vielen uns fehlenden Angehörigen und als Stützen für eure weiblichen Familienmitglieder eintreten könnt. Tut ihr also eure Pflicht in der Heimat, wie wir vorm Feinde, so wird das für uns alle draußen der schönste Lohn sein," Der Weltkrieg, der diese Mahnung gebar, ist zwar vorüber, aber noch seufzen wir unter seinen unglücklichen Nach wehen. Darum soll es auch heute der Mahnruf für alle Eltern sein, sich in der Berufswahl in erster Linie von dem Gedanken leiten zu lassen, daß der Junge, gleich viel in welchem Berufe, zu einem echten deutschen Manne erstarte. Denn nicht der Beruf allein ist ausschlaggebend, sondern die Gesinnung, ihn auss zuüben zum Wohle des Ganzen, wie Rüdert so treffend sagt: ,, Stell dich in Reih' und Glied, das Ganze zu verstärken, Mag auch, wer's Ganze sieht, dich nicht dabei bemerken". Kleinstadtzauber. Der unwiderstehliche Reiz, den so manche deutsche Kleinstadt auf den Großstadtmenschen auszuüben vermag, liegt in jener geheimnisvollen und seltsamen Romantik, die von den ,, Gießener Zeitung" ehrwürdigen alten Bauten und Kulturdenkmälern auf den Bcschauer überströmt. Wir spüren noch den Hauch ihres Schöpfers in diesen Dingen und werden wohlig umfangen von einer liebevollen Wärme, die wir im hastenden Trubel der Großstadt, umgeben von den nüchternen Erzeugnissen moderner Massenproduktion, niemals empfinden können. Es ist der Geist handwerklichen Schaffens, der da zu uns spricht. Dieser Geist, der große und bedeutende Männer, wie Gutenberg, Hans Sachs, Jakob Böhme, Albrecht Dürer aus unserem Volte emporwachsen ließ, leuchtet auch heute noch aus jedem Stüd Handwerksarbeit uns entgegen, er ist heute noch lebendig im deutschen Handwerk, das, wenn auch übertönt vom Lärm der Fabriken, immer noch eine bedeutende Rolle in unserer Volkswirtschaft spielt. Die Reichs- Handwerks- Woche wird als erste machtvolle Gemeinschaftskundgebung des geeinten deutschen Sandwerks allen deutschen Volksgenossen die große Bedeutung des deut schen Handwerks für deutsche Volkswirtschaft, Kultur und Volksgemeinschaft lebendig vor Augen führen. * Stadtratssigung. Für Dienstag, den 17. März 1931, 16 Uhr, ist zu einer Sitzung des Stadtrats eingeladen. Es liegt folgende Tagesordnung vor: 1. Bewilligung eines weiteren Kredits von 40 000 RM. für Fürsorgearbeiten. 2. Erhebung einer Getränkesteuer in der Stadt Gießen. 3. Erhebung einer Biersteuer in der Stadt Gießen. 4. Das städtische Archiv. 5. Die Erhebung von Gebühren für die Benugung der städtischen Kanäle in Gießen; hier: Nachtrag zur Gebührenordnung. 6. Erhebung von Gebühren für die Müllabfuhr in der Stadt Gießen; hier: Nachtrag zur Gebührenordnung. 7. Festsetzung des Wasserpreises. 8. Baugesuche: 9. Neufestsehung des Bebauungsplans über die Gebiete zwischen Gaffkystraße, Freiligrathstraße, Aulweg, Schubertstraße und Wartweg, Bergwerk, Freiligrathstraße, Aulweg. 10. Kraftdroschtenordnung für die Provinzialhauptstadt Gießen. 11. Beseitigung der Kehrrichtlagerstätte an der Straße Hinter der Westanlage und Umgestaltung bezw. Neubefestigung genannter Straße. 12. Aufhebung der Polizeiverordnung, betr. Einführung der Trichinenschau vom 30. Juni 1905. 13. Bergebung von Arbeiten und Lieferungen: 14. Kreditbewilligungen: Nr. 21 * Heimarbeiter sind versicherungsfrei. Der Verwaltungsrat der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung hat den Landesarbeitsämtern und Arbeitsämtern eine Verordnung zugehen lassen, nach der die Beschäftigung von Ehefrauen als Hausgewerbetreibende oder Heimarbeiterinnen versicherungsfrei ist, wenn durch diese Beschäftigung kein höherer wöchentlicher Verdienst als 12 RM. erzielt zu werden pflegt. Versicherungsfrei sind ferner Hausgewerbetreibende und Heimarbeiter, die mehr als zwei familienangehörige Arbeits< fräfte über 14 Jahren oder mehr als eine familienfremde Arbeitskraft als Hilfskräfte beschäftigen. * Einen Arbeitsrichterkursus in Frankfurt für die Gebiete Hessen, Hessen- Nassau und Pfalz hält der Deutsche WerkmeisterVerband am 14. und 15. März ab. Behandelt werden: Still, legung, Konkurs, Vergleichsverfahren und Dienstvertrag. * Erfreuliche Botschaft. Die Beruforganisation der Krantenpflegerinnen Deutschlands( Sitz Frankfurt a. M., Gärtnerweg 2, Fernsprecher Zeppelin 54261) teilt mit, daß sie in ihrer Vorstandssitzung beschlossen hat, den wirtschaftlichen Verhältnissen entsprechend, die Pflegesätze für die Privatkrankenschwestern erheblich herunterzusetzen. Die Arbeit der Nahrungsmittelpolizei in Gießen im Jahre 1930. Die Nahrungsmittelkontrolle wird im allgemeinen in der Deffentlichkeit wenig beachtet. Hin und wieder verschafft ein auffallendes Gerichtsurteil einen Einblid in diese wichtige Aufgabe der Polizei. In welchem weit größeren Umfang aber sich diese polizeiliche Tätigkeit im Laufe eines Jahres auswirkt, möge zur Beruhigung der Bevölkerung und zur Warnung für gewissenlose Händler nachstehende Schilderung zeigen: Es wurden im Jahre 1930 vom Polizeiamt Gießen 491 Proben von Nahrungs- und Genußmitteln dem hiesigen Chemischen Untersuchungsamt zur Nachprüfung übergeben. Es waren folgende: Mehl, Bad- und Teigwaren 19( 3), Konditoreiwaren, Fruchtsäfte, Obst und Obstkonserven 14( 1), Zuder, Sirup und Honig 3(-), Wurst- und Fleischwaren 9( 5), Milch und Milchkonserven 373( 39), Butter und Käse 36( 9), Wein und Obstwein 9(-), Bier und Branntwein 6( 3), Wasser und Mineralwasser 6( 2), Kaffee, Tee, Kakao und Schokolade 4( 2), Essig, Gewürze und Spezereiwaren 8( 2) und sonstige Gebrauchsgegenstände 4(-). Die Zahl der Beanstandungen ist in Klammern genannt. Von sämtlichen untersuchten Proben wurden beanstandet: 66 Proben= 13,4 Prozent, gegen 15. Sachliche Kosten der Fortbildungsschule; hier: Schulgeld 12,6 Prozent im Vorjahre. Wie die Aufstellung ersehen läßt, für ortsfremde Schüler. 16. Das polizeiliche Meldewesen in der Stadt Gießen; hier: Erlaß einer Meldeordnung, 17. Gesuche um Erlaubnis zum Schantwirtschaftsbetrieb: 18. Mitteilungen der Stadtverwaltung. * Briefsendungen dürfen auf ihrer Ausschriftseite Wohltätigkeits-, Geschäftsanpreisungs-, Gedenk- und ähnliche Marfen nicht tragen. * Das Postgebührenheft ist unter Berücksichtigung der am 1. März eingetretenen Gebührenänderungen neu herausgegeben worden. Das Heft enthält eine Zusammenstellung der Post-, Postsched. Telegraphen- und Fernsprechgebühren und ist an den Postschaltern für 10 Pfg. fäuflich. * Schulfeiern. Der hessische Minister für Kultus und Bildungswesen hat an die hessischen Schulen einen Erlaß gegeben, in dem es u. a. heißt: ,, Am 20. März 1931 sind 10 Jahre seit der Abstimmung in Oberschlesien vergangen. Ich empfehle, an diesem Tage in einer geeigneten Stunde des Unterrichts der Bedeutung des Tages zu gedenken." Der Minister macht außerdem die Schulen mit Rundfunkanlage auf die Uebertragung der in Preußen stattfindenden Gedenkfeier der oberschlesischen Jugend aufmerksam. * In den Ruhestand wird mit Wirkung vom 1. April der Fortbildungsschullehrer Th. 3eiler versetzt. * Ermäßigung der Braunkohlenbrikettpreise. Das Rhei nische Braunkohlensyndikat läßt ab 1. April d. J. wieder die üblichen Sommerrabatte für Braunkohlen und Briketts einführen. Gegenüber den regulären Preisen werden die Rabatte, die für die einzelnen Sommermonate besonders gestaffelt sind, eine Ermäßigung von durchschnittlich 2 RM. pro Tonne ausmachen. * Stadttheater. Am Sonntag wird als Fremdenvorstellung zum letzten Male der Schwank ,, Das öffentliche Aergernis" aufgeführt. * Gothe- Bund. Morgen abend liest die große dänische Dichterin Karin Michaelis in der Neuen Aula der Universität aus eigenen Werken. erstreckt sich ein sehr großer Teil der Untersuchungen auf Milch und Milchpräparate. Weiter wurden 1221 Milchproben durch die Nahrungsmitteltonirollbeamten vorgeprüft. In 23 Fällen, bei welchen die Milch verdächtig erschien, mußten bei Landwirten in verschiedenen Ortschaften von unseren Kontrollbeamten in den Früh- und Abendstunden Stallproben erhoben werden. Wegen Nahrungsmittelfälschungen wurden 10 Anzeigen erhoben und erhebliche Strafen verhängt. Verschiedentlich mußte auch gegen Lieferanten von Vorzugsmilch eingeschritten werden. Außerdem wurden 1711 Revisionen in allen Gewerbebetrie ben und Handlungen, in welchen Nahrungs- und Genußmittel zum Verkauf stehen, gelagert und hergestellt werden, z. B. auch in Badstuben, Mehlkammern, Wurstküchen und Speiseherstellungsräumen auf Reinlichkeit, sachgemäße und vorschriftsmäßige Behandlung der Ware vorgenommen. Hier wurden zum Teil erhebliche Mängel festgestellt. Es wurden verdorbene Fleischund Wurstwaren vorgefunden, beschlagnahmt und der Abdeckerei zugeführt. Brotgewichtsrevisionen wurden 281 vorgenommen, wobei auch das von auswärts zugefahrene Brot der Gewichtsfontrolle unterzogen worden ist. 63 Brote, die Mindergewicht bis zu 150 Gramm hatten, wurden weggenommen und die be treffenden Bäder zur Anzeige gebracht. Auch auf die Kohlen, die in Säden den Verbrauchern zugefahren werden, wurde ein besonderes Augenmerk gerichtet. Bei 192 Stichproben fonnten strafbare Fälle von Mindergewichten in den Säden nicht festgestellt werden. Ferner sei hier noch erwähnt, daß der Wochenmarkt, der Straßenhandel, der Fleischtransport, das Vorrätighalten von Hackfleisch in der Sommerzeit und die Fleischeinfuhr unter dauernder polizeilicher Kontrolle stehen. Wegen vers. botswidrigen Vorrätighaltens von Hadfleisch wurden 2 Metzger angezeigt und bestraft. Um die Bevölkerung vor gesundheitlichen Schäden zu schüßen, ist reichsgesetzlich geregelt, daß alle Tiere, deren Fleisch zum menschlichen Genuß bestimmt ist und nicht restlos im eigenen Haushalt verwendet wird, vor und nach der Schlachtung von einem amtlich verpflichteten Fleischbeschauer oder Tierarzt unberufsmäßigen Handwerker PIE Mühlen Franck louk Ja, verehrte Hausfrau! Bei Mühlen Franck merken Sie sehr viel vom Preisabbau und von der Billigkeit. Mühlen Franck ist ausgiebiger, kräftiger, gehaltvoller, daher viel billiger, viel preiswerter als andere Kaffeewürzen. Mühlen Franck die gute Würze zu jedem Kaffee! P Gamstag, den 14. März 1931. tersucht werden. In Gießen ist durch eine besondere Polizeiverordnung geregelt, daß alles frisches Fleisch von Rindvich, Schweinen, Schafen, Ziegen, Pferden und Hunden, das von Mezgern, Händlern, Hotels und Wirten von außerhalb einge führt wird auf dem kürzesten Wege zur Nachschau in den städti schen Schlachthof zu verbringen ist. Hier sei zur Unterrichtung der Einwohnerschaft noch erwähnt, daß die Einfuhr von frischem Fleisch in Gießen in den Monaten April bis September nur in der Zeit von 6 bis 20 Uhr und von Ottober bis März nur von 7 bis 19 Uhr stattfinden darf. Auf die Einfuhr von frischem Fleisch zur Nachtzeit mit der Eisenbahn wurde ein besonderes Augenmerk gerichtet. Anzeigen wegen Zuwiderhandlungen gegen diese Verordnungen mußten in 8 Fällen erhoben werden. Gleizeitig wird darauf hingewiesen, daß auch auswärtige Metzger, Bäder und Händler Fleisch- und Wurstwaren pp. nach der Ladenschlußzeit ihren Kunden in der Stadt Gießen nicht mehr zubringen dürfen. Bei aller Strenge, welche die Polizei auf diesem lebensmichtigen Gebiete übt, ist die Beanstandungsziffer, 13,4 Prozent, immer noch verhältnismäßig hoch. Es wird deshalb an die Verbraucher die Bitte gerichtet, alle ihnen bekannt werdenden Mängel auf diesem Gebiete zur Kenntnis der Polizei zu bringen. Die Polizeibeamten haben Weisung, diesem wichtigen Gebiet ihrer Tätigkeit unausgesetzt die schärfste Aufmerksamkeit zu widmen. Aus Nah und Fern. „ Sießener Zeitung" 3. Osterfeiertag in Marburg gemeinsam mit dem Kurhessischen Imkerverein. Marburg. Wie aus den Mitteilungen des Universitäte bunds Marburg hervorgeht, werden an der dortigen Universi tät drei neue ordentliche Professuren errichtet: eine für Bür gerliches Recht, eine für Oeffentliches Recht und eine dritte für Sozialethif. Kassel. Der Kreistag des Landkreises Kassel wählte Rea gierungsrat Dr. Ohle zum Landrat mit 23 Stimmen. Die Kommunisten hatten den Gemeindeverordneten Wilhelm Marfert in Vorschlag gebracht. Der Kreistag tritt am 30. März wiederum zusammen, um den neuen Haushaltsvoranschlag und zahlreiche andere wichtige Vorlagen zu verabschieden. Frankfurt. In der Nacht zum Donnerstag drangen Einbrecher in die Niederlage der Zigarettenfabrik Abdulla ein und stahlen 80 000 3igaretten. Die Täter entfamen unerkannt. Düsseldorf. Zum Kürtenprozeß, der am 13. April beginnt, sind nicht weniger als 250 Zeugen und 15 Sachverständige ge laden. Die Verhandlungen werden etwa acht bis zehn Tage in Anspruch nehmen. 35 000 RM. am Theater- Etat eingespart. Die diesjährige Spielzeit der Altenburger Bühne endete mit dem 1. März. Von da an wird mit den Vorstellungen im Fusionstheater Gotha begonnen. Die Altenburger Spielmonate waren finanziell ein voller Erfolg, fonnten doch 35 000 RM. am Etat eingespart werden. Die tüchtige Leistung des Handwerks hängt feineswegs von ihm allein ab; auch die Einstellung des Auftraggebers spricht dabei stärker mit, als man wohl oft denkt. Wenn der Besteller, der selbst vom Maschinenzeitalter innerlich und äußerlich mechanistert ist, auch den Handwerker wie eine Maschine ansieht, und ihm obendrein oft noch, trok jeglichem Mangel an Kenntnis der handwerklichen Vorgänge, in seine Arbeit hineinreden will, statt sich verständig und sachlich mit ihm zu beraten, dann natürlich darf man sich über unerfreuliche ErSo entstehen Unstimmigkeiten. Und deutsche Zu- gebnisse nicht wundern. schnell ist der Auftraggeber bei der Hand, ben Meister zu wechsein. Ueberlegt der Hausbesitzer wohl, daß der Dachdecker, der Bad Nauheim. Die Frühjahrstagung des Kulturverbandes Hessen und Hessen- Nassau( Landesverband der Gesellschaft für Volfsbildung) findet am 15. März im Sprudel- Hotel statt. Die Tagung beginnt am Sonntag, dem 15. März, vor: mittags 10 Uhr, mit einem öffentlichen Teil, bei dem der Vorsitzende der Gesellschaft für Volksbildung, Dr. H. Pachnide- Berlin, einen Vortrag über Deutsche Bildung funft" hält. - Vilbel. Sein 50jähriges Jubiläum begeht in diesem Jahre der Turnverein Vilbel mit einem größeren Fest. Es findet am 1. und 2. August statt und ist mit treisoffenen Wettkämpfen für Geräteturner, Volfsturner und Turnerinnen verbunden. Wegelagerer im Vogelsberg. Auf der Straße Schotten- Lauterbach am Lohnwald bei Eichenrod bat ein Bursche den Ulrichsteiner Arzt, er möge ihn in seinem Auto mitnehmen. Bald, kam der Gast mit der frechen Aufforderung nach Geld, drohte mit Gewalt und begann dem Arzt in die Taschen zu greifen. Nur mit großer Mühe gelang es dem Arzt, den Burschen aus dem Wagen zu befördern, ja ber Ringlampf setzte sich noch auf der Straße fort. Erst das Nahen cines Fuhrwerks veranlaßte den Wegelagerer, in den Wald zu verschwinden. Lauterbach. Gegenwärtig wird hier in landschaftlich schöns fter Lage eine Jugendherberge errichtet, die bis zum 1. April für den Jugendwanderbetrieb zur Verfügung stehen soll. Die Einweihung des neuen Jugendheims ist für den 3. Mai vorgesehen. Darmstadt. Vor dem Schwurgericht hatte sich der in Of fenbach wohnende Gelegenheitsarbeiter Georg Müller unter der Anllage des Totschlags zu verantworten. Er wird als Alkoholiker und Müßiggänger geschildert, war bereits im Jrrenhaus und hat wegen eines ähnlichen Verbrechens bereits sieben Jahre Zuchthaus verbüßt. Der Angeklagte lag mit dem im gleichen Hause wohnhaften Johann Maas dauernd in Streit. Seine Ehefrau gibt an, daß er wegen ihr auf Maas eifersüchtig gewesen sei. Am 22. August verletzte er mit einem Bajonett Maas unter dem Auge so schwer, daß der Tod eintrat. In der Beweisaufnahme wird Müller als unverträglich bezeichnet, wenn er getrunken habe. Das Gericht erkannte auf zehn Jahre Zuchthaus und zehn Jahre Ehrverlust. Darmstadt. Der Transportarbeiterstreik in Darmstadt hat Freitag sein Ende gefunden. Der Tarifvertrag wird, wie der Schichtungsausschuß entschieden hat, in 14 Tagen in Kraft treten. Mainz. Vor dem Schöffengericht Mainz begann Freitag der Prozeß gegen 29 Angeklagte wegen Landfriedensbruch. Der Anklage liegen Ruhestörungen in Dolgesheim im August vergangenen Jahres zu Grunde, die einen solchen Umfang attnahmen, daß das Ueberfallkommando in Mainz benachrichtigt werden mußte. Zur Verhandlung sind 35 Zeugen geladen. Der Prozeß wird mehrere Tage in Anspruch nehmen. Die Eröffnung des Internationalen Institutes für Pädagogit in Mainz wird am 12. Juli erfolgen. Auch ist der Termin für die Eröffnung von einzelnen Teilen der Ausstellung festgesetzt. Weilburg. Am 1. April wird das hiesige Domänenrentamt nach der Versehung seines bisherigen Leiters nach Wiesbaden aufgelöst. Der von ihm betreute Bezirk wird von dem Domä nenrentamt Dillenburg mitverwaltet. Damit verliert die ehemalige Residenzstadt wieder eine Behörde, die ihr noch aus altnassauischer Zeit verblieben war. Wetzlar. Der Kreistag des Kreises Wetzlar wird am 26. März eine Sitzung abhalten, in der er sich vor allem mit der Frage des Baues von Umgehungsstraßen bei Nauborn und Biskirchen und mit einer veränderten Ausgestaltung der KreisStraße Wetzlar Gießen zweds Beseitigung einiger für den Kraftfahrzeug- und Fuhrwerksverkehr außerordentlich gefährlichen Kurven durch Geradelegung der Straße beschäftigen wird. Man hofft, die Inangriffnahme der Bauten baldigst möglich machen zu können. Herborn. Nach kurzem Krantenlager verstarb hier, wo er seit Jahren im Ruhestand lebte, im 70. Lebensjahre der frühere Hormone Die Wissenschaft Titus Perlen Bricken auf schreitet fort! norHier ein neues Präparat, das, zum ersten Male auf Grund präziser wissenschaftlicher Experimente und Forschung aufgebaut, einen wirklichen Verjúngungs- und Heilwert bei vorzeitigem Altern( sexuelle Neurasthenie), vösen Depressionszuständen usw. hat und sich sowohl im Tierexperiment wie beim Menschon in jahrelangen klinischen Prüfungen bewährt hat. 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Ueberlegt die schöne Frau, die ihrer Schneiderin so gern am Telephon allerhand ungedul dig Unerquidliches sagt überlegt sie wohl, daß die Meisterin erst durch längeres Zusammenarbeiten die Gestalt der Kundin schließlich ganz genau tennt und gerade dadurch dann in der Lage ist, kleine Mängel geschict auszugleichen und gerade nach denjenigen Schnitten und Farben zu Kleid und Mantel zu greis fen, die alle Vorzüge der Trägerin zur Geltung bringen? Ueberlegt der Auftraggeber wohl, daß der Meister, der ein und das: selbe Stüd immer wieder in die Hand bekommt, wie z. B. eine gute Taschenuhr, die von Jahr zu Jahr einmal gesäubert und geölt werden muß überlegt er sich wohl, daß der Meister auch mit ganz anderer Liebe, mit viel wärmerem Interesse für mich arbeitet, wenn er weiß, daß er dauernd, durch Jahre hin durch, mein veranwortlicher Helfer ist? - Es kann nicht schaden, wenn die Reichs- Handwerks- Woche vielleicht dazu führt, daß mancher Auftraggeber, der das Handwerk höhnisch tadelt, einmal ein wenig an seine eigene Brust schlägt. Neue Bücher. Carl Friedrich Schinkels 150. Geburtstag wird am 13. März gefeiert. Ueber sein Leben und über seine Kunst berichtet ein reich illustrierter Aufsatz in der neuesten Nummer der Zeitschrift der Frau ,, Das Heft". Jebe Leserin wird auch mit Interesse die Aufsätze unter der Rubrik„ Frau und Beruf" lesen. Arbeitslos! 5 Millionen in Deutschland, 2% Millionen in England und 8 Millionen in Amerika. Jeder Tag reiht diesen Zahlen neue Tausende an. Was sind die Ursachen, was find die Folgen? 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