Nr. 3. hwierigkeiten ngswirtschaft welche über wirtschaftung doch nicht. und bevölle ot zur Folge enn nicht im würden. Der Wohnungen Folge haben. Bau einer Durchschnitt nittlich 2200 Deute 300 000 abe von 300 Wohnungs au" beginnt he Wirtschaft Revision des er die große Bild von den ft, die eine ild wird die so dazu bei= Sen Meinung alt im Volte Le in der Sa Teue Nummer ressanten Bilgen Gräbern. Schleichwege Matthias tel& Co. in rbeamten und hat das Buch rbetreibenden. us dem Leben erie leicht et meren deshalb, greiche Mate age gefördert ung der Fälle aus Buchfüh das Buch für en Abschlüssen 40 Schatten mann 6. m. 41 in Darm t Meyer in ialite Lotal= , bildet den n gonz übez Derung reiht. eres in ganz d. Hermann 3upfgeigen iten Schatten jebuch rn die Einmußerordentlich eßen. lage 21. in Gießen. michuh D.R.p. ad, mit m Sen 4.90 it Größenangabe. hepforte 22. Sua C Freifen Ihre weineschlecht? men j.nicht voran Suften, Ausschlag nd), Sinochenuh.? Chilft! Erfolg in 5 bis 8 Tagen. invert. in Gießen gerie 5. Borne in, Bahnhofstr. 17 mania Drogerie eibel, Frantiitr.39. örer as ausamm der ressanten e in der schrift unt Eine enügt eheft Gießener Zeitung Erscheint Mittwochs und Samstags. Bezugspreis 2,40 M vierteljährlich frei ins Haus. Redaktionsschluß früh 8 Uhr.- Für Aufbewahrung oder Rüdsendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. 44. Jahrg. - Politische Rundschau. Der Reichspräsident empfing am Dienstagvormittag den Außenminister Dr. Curtius zum Vortrag. Da der Minister mit den Herren seiner Begleitung bereits am Mittwoch zur Europafonferenz nach Genf fährt, handelt es sich also um eine Abschiedsaudienz, in der Dr. Curtius über die von der deutschen Delegation in Genf einzuschlagende Taktik Bericht erstattete. Im Gegensatz zu der ablehnenden Haltung des amtlichen Amerika und einer großen Anzahl namhafter Politiker stehen Wallstreet und die Presse den Vorschlägen des Präsidenten der Chase Nationalbank, Wiggins, über eine Herabjegung der interalliierten Schuld an die Vereinigten Staaten sympatisch gegenüber. Erst jetzt wird zugegeben, daß die Beteiligung Deutschlands an der in Aussicht genommenen Fortsetzung der Pariser Goldbesprechungen zwischen England und Frankfreich in London in erster Linie am Widerstand der französischen Regierung schei= terte. Der Führer der Deutschen Volkspartei, Reichstagsabgeord: neter Dingeldey, hat sich gestern einer Kieferoperation unterziehen müssen. Wie wir erfahren, wird er jedoch in wenigen Tagen wieder hergestellt sein. Der tschechische Außenminister Dr. Benesch hat sich am Dienstag nach Genf begeben, wo er an den Arbeiten des Studienausschusses für die Europaunion teilnehmen wird. Außenminister Zaleski wurde am Dienstagvormittag von Briand empfangen. Man mißt dieser Unterredung in politischen Kreisen große Bedeutung bei. Briand reist am Donnerstag nach Genf ab. Zu schweren Zusammenstößen kam es in Erfurt zwischen Kommunisten und Arbeitswilligen der Maschinenfabrik Henry & Co., Berlin- Erfurt. Oberbürgermeister Dr. Külb von Mainz wird nach zwölfjähriger Dienstzeit als Oberbürgermeister in Mainz zum 30. Juni von seinem Posten scheiden, da seine Gesundheit wäh= rend der schweren Zeit, die Mainz durchgemacht hat, sehr gelitten hat. Der Oberbürgermeister hat sich während der Zeit der französischen Besetzung besonders große Verdienste um Mainz erworben. Alle in den Ostseehäfen beheimateten Torpedobootstreitkräfte find zur großen jährlichen Instandsetzung auf der Marinewerft in Wilhelmshaven eingetroffen. Innerhalb dieser Verbände hat in der vergangenen Woche eine Umgruppierung stattgefunden. Nach einem erfolglosen Wahlgang ist der seitherige lang= jährige französische Kammerpräsident, der Sozialist Bouisson, wiedergewählt worden. Die Ausbesserungsarbeiten an Do X find nunmehr vollstän dig beendet. Kapitän Christiansen erklärte, daß der Flug über den Atlantischen Ozean am Dienstag, dem 20. Januar, beginnen werde. Die Gemischte Kommission für die belgische Eisenkonstruk tionsindustrie hat eine Herabsetzung der Löhne um 12 Prozent mit sofortiger Wirkung und um weitere fünf Prozent ab 1. März beschlossen. Während der Premiere des Remarque- Films„ Im Westen nichts Neues" in Riga wurden im Forum- Kino Stinkbomben geworfen. Zwei Personen wurden zwangsgestellt, die beide deutscher Nationalität sind. Wie aus Huerta( Azoren) gemeldet wird, hat man die Besagung des Ozeanflugzeuges Trade-- Wind" endgültig verloren gegeben. Die Zahl der Opfer des Bergrutsches bei Huigra in Ecuader wird offiziell mit 160 angegeben. Am Montag find 41 Mitglieder der Chikagoer Unterwelt bei einer groß angelegten Razzia durch die Polizei verhaftet worden. Die Arbeitsdienstpflicht. Berlin. Der überraschende und reichlich übereilte Abschluß der Besprechungen im Arbeitsministerium über die Arbeitsdienstpflichtfrage hat in allen Kreisen, die der Arbeitsdienstpflicht sympathisch gegenüberstehen, stark verstimmt. Man hatte für die praktische Durchführung seit langem Material von Sachverständigen zusammengetragen und glaubte nicht, daß eine Prüfung dieser reichhaltigen Materie und des gesamten, für die Wirtschaft so hochwichtigen Problems in wenigen Stunden durchzuführen sei. Das Kuratorium für Arbeitsdienstpflicht, das sich vor einiger Zeit in Berlin konstituierte und sich mit der Prüfung der Möglichkeiten einer Durchführung der Arbeitsdienstpflicht befaßt hat, teilt hierzu folgendes mit: ,, Ein Teil der Presse zieht aus der Besprechung im Reichsarbeitsministerium über die Frage der Arbeitsdienstpflicht den Schluß, daß der Arbeitsdienstgedanke nunmehr als undurchführbar erklärt und endgültig erledigt sei. Das ist irrig. An der Besprechung waren nur Vertreter der Wirtschaftsverbände, nicht der Arbeitsdienstpflichtbewegung, beteiligt. Abgelehnt wurde lediglich die von verschiedenen Parteien empfohlene sofortige Einführung einer allgemeinen Arbeitsdienstpflicht. Die ange( Gießener Tageblatt) Drud und Verlag von Albin Klein in Gießen. Geschäftsstelle: Gießen, Südanlage 21. Fernsprecher Nr. 2525 und 2526. Postschedkonto Nr. 69 530 Amt Frankfurt a. M. Mittwoch, den 14. Januar 1931 führten Zahlen, deren Stichhaltigkeit obendrein von sachverständiger Seite bezweifelt wird, beziehen sich lediglich auf diesen Plan. Die Bemühungen, eine freiwillige Arbeitsdienstpflicht einzuführen, sind durch die Besprechung nicht gescheitert. Sie werden vielmehr fortgesetzt und haben Aussicht auf Erfolg, da hier finanzielle und wirtschaftliche Voraussetzungen durchaus günstig liegen. Das Kuratorium für Arbeitsdienstpflicht wird alles daran setzen, um diesen inzwischen auch von anderer Seite unterstützten Plan zu verwirklichen." Nationalsozialisten für Arbeitsdienstpflicht. Die Dienstagausgabe des ,, Angriff", des Organs der Berliner Nationalsozialisten, tritt warm für die Durchführung der Arbeitsdienstpflicht für Jugendliche ein. Die Einwände, die im Reichsarbeitsministerium vorgebracht worden seien, könnten keineswegs als durchschlagend bezeichnet werden. Alterspräsident des Reichstages Dr. Karl Herold t. Münster, 13. Januar. Der Reichstags- und Landtagsabgeordnete Landesökonomierat Dr. h. c. Karl Herold, der Alterspräsident des Reichstags, ist heute nachmittag, kurz nach 2 Uhr, in der Raphaelklinik nach kurzem Leiden im Alter von 82 Jahren gestorben. Dr. Herold war Mitglied des Reichstags seit 1898, Ehrenvorsitzender der Deutschen Zentrumspartei, des Reichsparteivorstandes und der Zentrumsfraktion des Reichstags und des Landtags. Barlamentsarbeit in Hessen. Darmstadt, 13. Januar. Der Finanzausschuß des Hessischen Landtages begann heute mit seinen Arbeiten. In einer Geschäftsordnungsdebatte wurde festgestellt, daß die Budgetberatungen in 14 Tagen beginnen können. Seitens der Regierung kann aber bis dahin noch nicht der Gesamtvoranschlag vorgelegt wer= den, sondern vielmehr nur die Vorbemerkung und die ersten zehn Kapitel. Trotzdem werden die Budgetberatungen bereits am 27. Januar beginnen, damit die Endberatungen sich nicht zu lange hinausziehen. Anträge zur Arbeitslosenfürsorge mußten noch zurückgestellt werden, da das Gesamtministerium hierzu noch nicht Stellung genommen hat. Immerhin soll auch diese Beratung noch im Laufe der Woche erfolgen. Kommunistische Anträge über Versicherung der Wohlfahrtserwerbslosen und betref fend Wohlfahrtsarbeiter wurden durch die Regierungsantwort für erledigt erklärt, ebenso ein kommunistischer Antrag, der Mittel für die Bergwerkskatastrophe in Alsdorf bereitgestellt wissen wollte. Zu einer sehr langen Debatte kam es über Zentrums- und sozialdemokratische Anträge, betreffend Doppelver diener und Doppelbeschäftigung. Ein Teil dieser Anträge fand Annahme. Die Regierung erklärte, daß sie Richtlinien zusammenstellen will, wie man diese Materie erledigen kann. Der Ausschuß ersucht die Regierung, ihm nach Fertigstellung Kenntnis hiervon zu geben. Dies dürfte wohl in den Budgetberatungen erfolgen. Englische Politiker beurteilen die Lage. Viscount D'Abernon, der frühere Gesandte in Berlin, hat sich über die Aussichten im neuen Jahr nach der ,, Times"( 23. 12. 30) folgendermaßen geäußert: ,, Die ökonomische Krise, die heute den Handel der ganzen Welt erdrückt, ist die dümmste und grundloseste der ganzen Geschichte. Alles, was zum Ausstieg notwendig wäre, ist vorhanden. Nur mit der Währungsweisheit hapert es. Die Unfähigkeit, den Karren der Last und die Zahlungsmittel den Zahlungsnotwendigkeiten anzupassen, hat eine Krise heraufbeschworen, so daß viele in einer Welt des Ueberflusses hungern, während alle von einem Gefühl der Niedergeschlagenheit und der Unfähigkeit, die Situation zu meistern, bedrückt sind. Die Erklärung für diesen Widerspruch ist darin zu suchen, daß die Maschinerie für die Bewegung und Verteilung der Produkte der Arbeit sich als ganz ungenügend herausstellt. Die Zahlungsmittel, die uns durch Geldumlauf und Kredit zur Verfügung standen, waren ungenügend, um den Betrag umzusetzen, der durch erhöhte Produktion benötigt wurde, so daß ein allgemeiner Preisfall eintrat. Das hat nicht nur eine Störung hervorgerufen zwischen Käufer und Verkäufer, sondern hat die Situation zwischen Schuldner und Gläubiger verschlimmert. Die Geldwährung, die eingeführt wurde, um Stabilität der Preise zu sichern, hat gerade in ihrer Hauptfunktion gänzlich versagt. Und nun streiten sich die Leute über fiskalische Abhilfen und andere Kunstgriffe nebensächlicher Natur, während sie die notwendige Frage der Stabilität des Geldes vernachlässigen." Recht deutlich ist in vorstehenden Zeilen das Wesen der Krise erklärt. Viscount d'Abernon gehört zu den wenigen Staatsleuten, die in der Beurteilung der wirtschaftlichen Vorgänge an der Hauptursache nicht vorübergehen. Während er noch in Berlin amtierte, mußte er Zeuge des Wahnsinns der Inflation sein. Und jetzt sieht er sich genötigt, das gegenteilige Manöver( Deflation) als das zu kennzeichnen, was es ist. Sch. ( Neueste Nachrichten) Anzeigenpreise: die 30 mm breite Petitzeile auswärts 24 Pfg.. lokal 12 Pfg., die 90 mm breite Reklame- Petitzeile 96 Pfg. Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Bei Wiederholung Rabatt. Für Vollklischee- Anzeigen außerdem besondere Ermäßigung. Ein Weg. Nummer 4 Von Jakob Maschmann, Mainz. Auch heute noch spielen in der Politik manchmal Kämpfe demokratischer Ideen gegen überlieferte, monarchischdespotische Anschauungen schattenhaft mit. Aber eigentlich nur aus Gewohnheit, ohne zwingenden Grund. Dder wo in der Kulturwelt sitzen heute die ,, hochgeborenen Tyrannen", gegen die es gilt, Sturm zu laufen? Damit soll nicht gesagt sein, daß die Demokratie nun überlebt, überflüssig sei, denn Tyrannen gibt es wieder und wird es geben solange, bis den Lauf der Welt- Philosophie zusammenhält. Es müssen nicht immer Hochgeborene sein. Demokratie ist eine Idee und hat nun erst ihre schönere Aufgabe vor sich, nämlich Menschen zu bilden, die weder Tyrannen dulden, noch sein wollen. Ein Stück Philosophie also. Aber in der Welt der Tatsachen nicht mehr der tobende Kampf. Wenn man in der Welt nicht zum willenlosen Gegenstand herabsinken, sondern mitbestimmen will an der Gestaltung der Menschheit, mitkämpfen, daß es besser werde, so muß man sich vor allem klar werden, um welche Ziele heute in jener Welt der Tatsachen der Kampf geht. Der Zankapfel ist kurz gesagt das Eigentum( Vermögen und Einkommen), oder vielmehr die ungeheuer ungleiche Verteilung des Eigentums. Denn den Begriff an sich will und sei es nur ein schön angeja jeder für sein Eigentum rauchter Pfeifenkopf geheiligt wissen. Aber die unnatür lich große Ungleichheit, die dem einen das Herrschen gegenüber den Anderen ermöglicht, das ist die Frage, deren Lösung die Gefahr des Bolschewismus mit sich führt. Dder gibt es andere, bessere Wege? Ja, es gibt solche, und einer sei hier in seinen Grundzügen gezeigt. Er paßt auch recht in unsere Tage, in denen man ohnehin dabei ist, das Steuersystem zu vereinfachen und hoffent lich zu verbessern. Dieser Weg ist eine starke Progression in der Steuer. so stark, daß bei einer gewissen Höhe des Vermögens und des Einkommens alles darüber hinausgehende sich restlos in Steuer verwandelt. Im Uebrigen größtmögliche Freiheit des Einzelnen in der Wirtschaft. Bildlich gesprochen ist dieser Steuerweg ein Stück Kreisbogen mit senkrecht steigender Verlängerung. Dieses Steuersystem wird folgendermaßen wirken: Ganz steuerfrei soll kein irgendwie Leistungsfähiger sein, denn es soll sich keiner als Bürger zweiter Klasse fühlen; es braucht aber in der untersten Stufe nur ein ganz kleiner Be trag zu sein. Im Uebrigen bleibt alles wie es ist. Kein | Umsturz. Auch die großen Aktienunternehmen gehen genau so weiter, wie bisher, nur mit dem Unterschied, daß mehr große( oder auch kleinere) Teilhaber dabei sind, statt der wenigen Uebergroßen. Von dieser Mehrzahl, also von allen Großen, die an Stelle der Uebergroßen, Wenigen, stehen, strahlt mehr ge= schäftliches Leben in die anderen Schichten, und es entsteht wieder ein gesunder Mittelstand und gesunde Verhältnisse für Arbeit und Arbeiter. Die Substanz liegt nicht angehäuft brach, wird auch nicht zersplittert in Abzahlungsgeschäften und die wertvollste Substanz eines Volkes, Persönlichkeiten, kann ge= deihen. Mancher wird zwar aufhören mit Schaffen und Steigen, wenn er an der senkrechten Steigung angelangt ist; das schadet aber nicht; er wird dann eben einem andern neben sich Platz lassen. Mancher aber, und zwar der wirklich wertvolle Kraftmensch wird den Weg fortsetzen zum Wohle seines Werkes und des Ganzen. Ihn soll man dann ehren, auch vielleicht mit dem Titel ,, Kommerzienrat", weil er wirklich ein Kommerzienrat wäre. Mit solcher Progressivsteuer bekommt der Staat auf einfachere und gerechte Weise soviel Mittel, als er braucht; gleich: zeitig kann er viele von den Ausgaben, die dem Schutz des übergroßen Eigentums dienten, ersparen, weil dieses nicht mehr in so starkem Maße Kampfobjekt. Denn gerade der Schuz des Eigentums beansprucht heute fast alle Machtmittel des Staates direkt und auf Umwegen. Man betrachte nur einmal kritisch die Inanspruchnahme der Gerichte, der, Verwaltung, der Polizei usw. Die Progression der Stener ist also doch ge= rechtfertigt durch das Prinzip: Leistung und Gegenleistung. Die direkten Steuern sollen hauptsächlich bestehen in Vermögens-, Einkommen und Erbschaftsstener, die einander er= gänzen und sich gegenseitig selbst kontrollieren. Sie beruhen und begründen sich damit auf Eigentum, das geschützt sein will und deshalb dem Staat, der es beschüßt, die Mittel zum Schutz geben muß. Der Staat ist vorerst einmal die Zusammenfassung aller seiner Angehörigen, doch in weiterer, vertiefterer Betrachtung das Etwas, das fast wie ein ,, Ich" aus der Zusammenfassung ersteht. Seine erste Aufgabe ist es, das Leben und Eigentum seiner Angehörigen zu schüßen. Der Schutz des Lebens selbst, solange er nicht eine Garantie für Lebensmittel sein will, also der Schutz gegen ge Mittwoch, den 14. Januar 1931. waltsame Bedrohungen ergibt sich ohne große Kunst aus dem natürlichen Zusammenstehen der Staatsangehörigen. Sogar die Kannibalen fressen eigene Stammesangehörige nicht auf. Wenn es kein Eigentum gäbe, so wäre bei uns kaum ein Menschenleben bedroht, denn fast alle Streitigkeiten haben etwas damit zu tun. Auch die politischen Parteiungen hängen legten Endes meist mit der Stellung zum Eigentum zusammen. Also der Schutz des Lebens an sich selbst ist einfacherer Natur und mit einfacheren Mitteln zu erreichen. Der Schutz des Eigentums ist eine weit kompliziertere und kostspieligere Cache. To kompliziert, wie die Wirtschaft, aus der es entsteht. Die Zelle der Wirtschaft ist die Arbeit zur Gewinnung der Mittel für Erhaltung und Verschönerung des Lebens. Mit dem größeren Reichtum dieser Mittel wachsen die Ansprüche des Lebens und treiben weiter zur Erreichung immer größeren Reichtums. Ein komplizierter Vorgang also auch ohne Inrechnungstellung des höheren Segens der Arbeit, des Segens, der sich darin offenbart, unserm Leben Inhalt zu geben und Menschen zu erziehen, die selbstbewußt wollen und können, denken und wissen und Verantwortlichkeitsgefühl besigen. Mit einem Wort: Persönlichkeiten. Die Automatenmaschine mag wohl mehr Dinge produzie ren; das Wertvollste aber, Persönlichkeiten für das Leben statt der Hammelherde schafft sie nicht. Die erzieht weit mehr der in Kontakt mit dem wirklichen Leben stehende, selbstverantwort liche Bauer und Handwerker, weil die Natur alles auf dem nächsten, geradesten Weg erreichen will. Staat und Wirtschaft sind die bestimmenden Faktoren bei Erziehung des Menschengeschlechtes, die Wirtschaft als elastischer Körper, der sich den Anforderungen des Lebens anpaßt, der Staat als Verkündiger und Hüter strenggefaßter Gesetze, die Leben und Eigentum beschützen sollen. Der Mensch will eine Heimat haben. Der Staat als Sohn des Verstandes und die Heimat als Kind des Gemütes sind nicht dasselbe. Und doch sind sie dasselbe und sollen es sein in inniger Ehe, denn eines kann ohne das andere nicht leben. Differenzen soll der Staat als der Klügere nachgiebig, aber fest beseitigen, die Wirtschaft als die geschicktere Schwester wird mit ihrer Elastizität helfen und das Resultat wird immer wieder ,, Heimat" heißen. Zurzeit sind wir in großen Verlegenheiten. Jeder kennt sie. Wir sind hineingeraten durch den Krieg und seine Folgen, auch dadurch, daß viele meinten, nach dem verlorenen Krieg müsse es jedem besser gehen, als es ihm vorher ging. Und durch das verantwortungslose Getriebe der Parteien, die allen Versprechungen machten, um sich Anhänger zu sichern und ihre Leithämmel an die Futtergrippe zu bringen. Nachdem das eine Versprechen sich als unerfüllbar erwiesen, mußte ein neues herhalten, das wieder keine Lösung bringen konnte, und so fort in Kreuz- und Quersprüngen, die man nun Sozialgesete nennt. Der Staat will Wirtschaft sein und die Wirtschaft soll Staat spielen. Das größte llebel dabei ist, daß die Massen sich angewöhnen, den Vater Staat als den Helfer aus aller wirtschaftlichen Not anzuschauen, daß soviel unmündige Kinder und so wenig verantwortungsbereite Männer erwachsen. Zuviel Raub und Bettel statt Recht und Gerechtigkeit. Dem selbständigen Bauer und Gewerbetreibenden ist es jederzeit gestattet, zugrunde zu gehen, dazu hat er alle FreiHausfrau und Preisabbau. Bei den Bemühungen um die Behebung der deutschen Krise spielt neben anderen Faktoren die Frage der Senkung der Lebenshaltungskosten eine besonders wichtige, vielleicht die wichtigste Rolle. Daß die Kosten der industriellen Produktion mittelst Lohnkürzungen gesenkt werden, ist wichtig, aber wenn im Handel und Handwerk nichts geschieht, so sind Industrielle wie Arbeiter hereingefallen. Man muß sich darüber klar werden, daß in der Verbilligung der Lebenshaltungskosten das Hauptproblem liegt. Was nußt die Kohlenpreissenfung, wenn die Kohlen nicht billiger in den Haushalt kommen? Wie kann man der Arbeiterschaft entscheidende Lohnsenkungen zumuten, wenn die Arbeiterfrau nicht 3. B. billiger einkaufen kann? Was nutzen der Industrie ihre Preissenkungen, wenn sie nicht bis an den Verbraucher herangebracht werden und den Markt beleben? Auf die Lebenshaltungskosten kommt es an. Gelingt es nicht, diese zu senken, so bleibt der Preisabbau eine leere Phrase und schadet nur, anstatt der deutschen Wirtschaft wieder aufzuhelfen. Wen aber gehen die Lebenshaltungskosten zunächst an? Die deutsche Hausfrau ist es, durch deren Hände gut die Hälfte des Gesamteinkommens des deutschen Boltes geht. Sie ist in vollstem Sinne Verwalterin des deutschen Volkseinkommens. So ist es zu begreifen und zu begrüßen, daß die Hausfrauenvereine in den ver schiedensten Städten Deutschlands, vor allem in Berlin, unter Führung der rührigen Vorsigenden der Zentrale der Groß- Berliner Hausfrauenvereine, Frau Charlotte Mühsam- Werther, in der jezigen kritischen Lage ihre Stimme erheben und nachdrücklichst für Senkung der Lebenshaltungskosten im allgemeinen wie für Verbilligung der Lebensmittel im besonderen eintreten. Hier bleibt noch vieles zu wünschen, vieles zu tun. Mag die Reichsinderziffer der Lebenshaltungskosten für den Dktoberdurchschnitt auch eine geringe Senkung erfahren haben und mag diese Senkung durch den Rückgang gewisser Nahrungsmittelpreise herbeigeführt sein, so bleibt doch die Tatsache bestehen, daß die Gestaltung der einzelnen Inderwerte keineswegs einheitlich ist und daß 3. B. die Kennzahlen für Miete, Heizung, Beleuchtung, Verkehr usw. noch immer wesentlich über dem Gesamtdurchschnitt liegen. Wie soll die Hausfrau wirtschaften, wenn diese Ausgaben nicht sinken und wenn auch die Preise für reine Lebensmittel wie Brot, Butter, Kartoffeln, Fleisch, Gemüse, Fette im wesentlichen underändert bleiben? Wir haben auf diesem Gebiete den Großhandelspreisen gegenüber die Erzeugerpreise mögen hier außer Betracht bleiben im Detailverkauf Preisspannen, die z. B. bei Milch 26, bei Erbsen 32, bei Mehl 50-60, bei Kartoffeln sogar 230 betragen, und sich bei den verschiedensten Fleischsorten auch bis zu 100% erheben. Die Hausfrauen werden sich gewiß flar darüber sein, daß das Nahrungsmittelgewerbe unter einer schweren Steuerlast seufzt, und mit dem Reichs| ,, Gießener Zeitung" heit. Seinem Bestreben, zu bestehen, womöglich vorwärts zu kommen, sind tausend Pfunde angehängt. Vielleicht ist das für den Augenblick nicht zu vermeiden. Ob es immer so bleiben muß, ist die Frage. sonEin gesunder Mittelstand ist notwendig. Nicht etwa, damit einer bestimmten Anzahl Menschen ein besseres Wohl leben winkt denn das ist ein sehr relativer Begriff dern damit eine größere Anzahl von Menschen existiert, die Verantwortlichkeitsgefühl kennen, das nur aus dem Kontakt mit dem wirklichen Leben, seinen Anforderungen und Risiken, seinem Ja und Nein erwächst. Dieser Mittelstand ist notwendig, solange noch nicht alle so reich sind, solches Verant wortungsgefühl zu besitzen, weil vielleicht ihre Geistes- und Willensanlagen dazu nicht ausreichen, oder sagen wir noch mals: Solange, bis den Lauf der Welt Philosophie zusammenhält. Die Volkswirtschaftslehre sagt:„ Zuerst machen die Verhältnisse den Menschen, dann der Mensch die Verhältnisse." Es ist dies etwa so gemeint, wie beispielsweise die Verhältnisse des französischen Staates in der Revolutionszeit Napoleon emporhoben, ihn werden ließen, wonach dann Napoleon die weiteren Verhältnisse des Staates und eines Stückes Welt bestimmte. Es ist schon etwas daran. So ganz stimmt das aber doch nicht, besonders nicht in der Welt des Handwerks. Da ge staltet der dazu veranlagte Mensch zuerst durch Fleiß, Verstand und Sparsinn seine eigenen, engeren Verhältnisse. Im weiteren Gang spielen Glück und Unglück mit. Glückliche Verhältnisse können ein Unternehmen fördern, doch der Person des Unternehmers bleibt die Hauptaufgabe. Ist das Unternehmen aber ganz groß geworden, dann tritt das Wollen der Person mehr zurück und die Verhältnisse wirken so bestimmend, daß die Person ihnen nur zu folgen hat, weil nun das meiste sich zwangsläufig abspielt, oftmals gar gegen innere Wünsche der Person. Auch Napoleon wäre vielleicht lieber einfach Franzosenkaiser geblieben, als daß er, von den Verhältnissen getrieben, suchen mußte, die Welt zu erobern. Also auch der Glückszustand der ganz Großen ist nur ein sehr relativer, so daß auch sie oft gewinnen würden bei der Umgestaltung der geschraubten Verhältnisse in einfach- gesunde. Man sollte darüber nur einmal die ehemals ganz Großen des zaristischen Rußland befragen. Alles Bergängliche ist nur ein Gleichnis. Diese Er kenntnis soll aber nicht dazu dienen, es in Allahs Namen gut sein zu lassen, sondern zu schaffen, daß es besser werde, denn ,, Am Anfang war die Tat". Vorher der Wille. Der Wille sucht den Weg und die Tat schreitet auf ihm dahin. Der hier gesuchte Weg führt fort von dem Sumpf, in dem Raub und Bettel brüten. Er führt durch fruchtbare Aecker, saubere Städte und Dörfer, zu Menschen, die Persönlichkeiten sind, weil sie Selbstverantwortlichkeit besitzen, zu Bürgern und Bauern, Arbeitern und Unternehmern, Kaufleuten, Rentnern und Beamten, alles, wie schon einmal und besser, wie schon einmal, nur die Wolkenkratzer kleiner und die Hütten wohnlicher. Es führen auch Seitenpfade zum Ziel durch besondere Blumengärten und aussichtsreicheren Höhen, Nr. 4. Mittw zu machen? Die Parteien und ihre Presse? Wers glaubt, bezahlt einen Taler. Und cennoch, der Weg wird einst begangen werden. Vielleicht in tausend Jahren, nachdem die Menschheit über Kapitalismus, Faschismus, Sozialismus, Marrismus und Bolscherismus hinausgestolpert ist, die alle vergessen haben, die Persönlichkeit, ihre Pflege und ihren Wert richtig in die Gleichung einzustellen. Der Weg ist doch so einfach, grad, so breit und freiheitlassend, so ohne allen Schrecken, daß auch der Hochgestellteste sein Begehen nur wünschen kann in der Wahl zwischen ihm und dem Bolscherismus. Ec führt in Freiheit zu dem Ziel, von dem Faust sagt: Colch ein Gewimmel möcht ich sehn, auf freiem Grund mit freiem Volke stehen! H. E. M. 850000 RM. Lohnausfall während des wilden Streifs im Ruhrgebiet. Der Bergbauverein in Essen teilt mit:„ Der Ausstand im Ruhrgebiet ist beendet. Die Höchstziffer der Beteiligung am Streit betrug in der Morgenschicht vom 3. Januar 15 834. Der Gesamtschichtausfall beläuft sich auf rund 95 000 Schichten und der Gesamtlohnausfall auf rund 850 000 RM. Für den Häuer, der vom ersten bis zum letzten Streiftag, zusammen sieben Tage, wicht zur Arbeit erschienen ist, ergibt sich bei einem Schichtver= dienst von etwa 10 RM. ein Lchnausfall von rund 70 RM." Kommunistisches Waffenlager in Berlin aufgedeckt. Die politische Polizei in Berlin hat, wie aus Berlin gemeldet wird, ein größeres Waffenlager ausgehoben, das in der Wohnung eines Kutschers im Nordosten Berlins versteckt gewesen war. Am Montagabend wurde die Polizei durch Denunziation auf das Waffenlager aufmerksam gemacht. Mehrere Beamte durchsuchten sofort die Wohnung und fanden hierbei mehrere schwere Kisten mit über 4000 Patronen, drei Infanteriegewehre neuesten Modells, einige Eierhandgranaten, Pistolen und Maschinengewehrschlösser. Der Kutscher wurde festgenommen. Es ist bereits ein Haftbefehl gegen ihn erlassen worden wegen Verbrechens gegen das Kriegsgerätegesetz, des Hochver rats und des Besitzes eines Waffenlagers. Der Verhaftete erklärte, daß die Kisten, in denen sich die Munition befand, von Freunden bei ihm untergestellt worden seien, ohne daß er über den Inhalt orientiert gewesen sei. Die Wahrscheinlichkeit spricht gegen diese Erklärung, da die Kisten versteckt auf der Bodenkammer lagerten. Es liegt vielmehr der Verdacht nahe, daß es endlich der Polizei gelungen ist, ein kommunistisches Waffenlager aufzudecken, denn der Verhaftete verkehrte viel in kommunistischen Kreisen und besuchte regelmäßig fommunistische Veranstaltungen und Versammlungen. Die Polizei ist zurzeit bemüht, die Hintermänner festzustellen. Bis zur Stunde aber hat sich der Verhaftete geweigert, die Personen anzugeben, die ihm die Kisten mit Waffen gebracht haben. die wollen wir nächstens wandern. Heute soll uns das Auf- Universal- Reichssteuer- Kassebücher finden des Hauptweges genügen. Wer hilft dazu, den Weg der Allgemeinheit bekannt lanzler werden sie hoffen, daß die inzwischen beschlossene Senfung der Realsteuern das Gewerbe zu Preissentungen veranlassen wird. Auch im Handwerk liegen die Dinge ähnlich Es geht nicht an, daß die Preissenkung vor Handwerk und Handel Halt macht, und selbst wenn man annimmt, daß mehr organisatorische Unzulänglichfeit als Gewinnsucht an diesen hohen Preisen schuld ist, so kann es linen Zweifel darüber geben, daß auch auf diesem Gebiete der Preisabbau durchgesetzt werden muß. Hier erwächst der deutschen Hausfrau eine wichtige Aufgabe. Sie soll auf billige Preise halten, sie soll die Mühe nicht scheuen, am nächsten teuren Laden vorbeizugehen und solchen mit billigeren Preisen zu suchen, sie soll die Preisentwicklung mit wachsamem Auge verfolgen und auf die Gefahr hin, kleinlich zu scheinen, handeln, handeln und nochmals handeln. Sie soll die luxuriöse Aufmachung, die manche Einzelhändler auch heute noch nicht entbehren zu können glauben, mit aller Entschiedenheit ablehnen und vielleicht auch von sich aus auf eine Rationalisierung der Verpackungsmethoden dringen, die z. B. in Amerika mit dem Erfolge erheblicher Preisverbilligung durchgeführt wurde. Auch der Kleinhändler und Handwerker wird schließlich vor der Energie und Zähigkeit der deutschen Hausfrau kapitulieren, jedenfalls kann niemand so gut wie gerade sie dazu helfen, daß die Preissenkung fein leeres Wort mehr bleibt, sondern eine Wirklichkeit wird. Der„, Mehrwert" im Ruhrbergbau. Neben der Eisenindustrie gehört der Ruhrbergbau zu den am meisten ,, durchleuchteten" Zweigen der deutschen Wirtschaft. Selbst wer nichts von den freilich nicht leicht verständlichen Selbstfostenberechnungen weiß, ist doch genau darüber unterrichtet, daß der Ruhrbergbau, der früher zu den am besten rentierenden Industrien gehörte, heute nur eine Rente abwirft, die weit unter dem festverzinslichen Werte liegt, daß sein Absatz mehr und mehr zurückgeht und daß seine Gesamtlage durch zwei melancholische Ziffern gekennzeichnet wird: 10 Millionen Tonnen auf der Halde, 10 Millionen Feierschichten in der Zeit vom 1. Januar bis 1. Juli 1930. Wenn unter diesen Umständen die Gewerkschaften noch immer an der Forderung einer Verfürzung der Arbeitszeit festhalten sie ist inzwischen durch den ergangenen Schiedsspruch abgelehnt worden und sich der Unternehmerforderung einer Lohnsenfung widersetzen, so beweisen sie damit, daß sie den Ernst der Lage noch nicht erkannt haben. Charakteristisch für dieses leider noch immer mangelnde wirtschaftliche Verständnis sind insbesondere die Darlegungen, die Heri Zimmer, ein Vorstandsmitglied des Verbandes deutscher Bergbauindustriearbeiter, kürzlich im Dortmunder Generalanzeiger über die Rentabilität des Ruhrbergbaues veröffentlicht hat. Er wendet dabei das Verfahren an, diese Rentabilität allein nach der Entwicklung der Schichtleistung zu beurteilen. So sagt er, daß sich aus der Steigerung der Schichtleistung vom Albin Klein, Giessen, Südanlage 21. 994 G BfB- K. Sport Boraffin SeffenGermani Hermann Spielvere V. f. B. C Odershau 60 Germani Wallau Breidenb Wiesenba Sp. V. V 1900 Gici Frohnhau 190 Bu La Ve Niedergir Buzbady Ehringshe Löhnberg Gr. Bujed Aflar Weilburg Laubach Dil Bu We AU Bo liefert Ch billigst La Durchschnitt des Jahres 1928 bis zum Juli 1930 um 161 Kilogramm ein Mehrwert für den Bergbau von 2,50 Mt. je Mann und Schicht ergibt. Ganz abgesehen davon, daß bei diesem Mehrbetrag von 2,50 Mr. die seitdem ingetretenen Lohnerhöhungen von 0,71 Mr. nicht berücksichtigt sind, ist es irreführend, bei Betrachtung der Rentabilität von einem Mehrwert je Mann und Schicht zu sprechen. Denn dieser sogenannte Mehrwert bedeutet an und für sich nichts.-Grundsäglich ist zu sagen, daß eine solche theoretische Rechnung überhaupt wertlos ist. Es ist doch ganz klar, daß eine so starke Fördereinschränkung, wie wir sie zurzeit im Ruhrbergbau zu verzeichnen haben, zu einer Verteuerung nicht allein der Material- und sonstigen Kosten, sondern auch der Lohnkosten führen muß. Ein mehr oder weniger großer Teil auch der Lohnkosten ist nämlich als fir anzusprechen, wie sich das aus einer besonderen Untersuchung ergibt, die vor längerer Zeit angestellt worden ist. Daneben sind die Material- und sonstigen Kosten vielfach noch in weit höherem Maße fir als die Lohnfosten. Vor allem gilt dies für einen Teil der Materialkosten und den größten Teil der allgemeinen Unkosten sowie die Abschreibungen. Ist dieser angebliche Mehrbetrag also schon durch die firen Lohnkosten zusammengeschrumpft, so wird er durch die Erhöhung der sonstigen Kosten mehr als aufgehoben. Die Gesamtselbstfosten im Ruhrbergbau sind heute weit höher als im Jahre 1928. Dabei ist noch nicht einmal berücksichtigt, daß dem Bergbau aus den großen Lagerbeständen nicht allein eine erhebliche Belastung an Zinsen und Entwertungsabschreibung entsteht, sondern daß diese Be stände auch noch Wiederaufladekosten und zum Teil hohe Wagenstandgelder verursachen. Allein im Laufe des ersten Halbjahrs 1930 haben sich die Gesamtselbstkosten der sogenannten Schmalenbachbetriebe, das sind die seinerzeit von der Schmalenbachkommission untersuchten Gesellschaften, für den Grubenbetrieb um 1,60 RM. je Tonne Förderung erhöht. Die Behauptung Zimmers über einen Mehrertrag ist also irreführend. Ebenso unrichtig sind seine weiteren Auslassungen über die Haldenbestände. Er schreibt wörtlich: ,, Diese riesigen Haldenbestände sind weiter nichts als die aus der günstigen Entwicklung gewonnenen und in Sachwerte umgewandelten Kapitalreserven. Es sind weiter die Kapitalmassen des Ruhrbergbaues, die durch die Verringerung der Gesamtproduktion infolge der Wirtschaftskrise sowieso freigesetzt worden wären. Für die Zechenbesizer war die Frage also lediglich die, ob sie Diese Kapitalien ins Ausland bringen, in die Börsenspekulation drängen oder aber in Sachwerte, also in Haldenbestände, umwandeln sollten. Das letztere war für sie das vorteilhaftere." Es ist bedauerlich, daß ein Vorstandsmitglied des Verbandes diese seine Ansicht in einer von Bergarbeitern vielgelesenen Zeitung verbrei tet und nicht nur die Arbeiterschaft, sondern auch den von der Arbeiterschaft lebenden gewerblichen Mittelstand gegen die Großindustrie aufzuheben sucht. Bu Ga Ver Braunfels Burgiolm Niederbie Holzhauje Weyl. St We Leu Da 190 Ga Gri Ha Vil Ulr Bu Ste Ste Bu Bu We Bi Bu We Dil ARBOGOR He Li ពិធី គី Vi Br Bu Ca Ed La Ma Et C Nr. 4. Wers glaubt, angen werden. Tenschheit über Tarrismus und ergessen haben, Bert richtig in ody so einfach, llen Schreden, wünschen kann emismus. Ec t fagt: Gold und mit freiem H. E. M. Mittwoch, den 14. Januar 1931. Fußball. ,, Gießener Zeitung" Turnen, Sport und Ergebnisse aus dem Bezirk. VIB. Kurh. Marburg VfB. Gießen 2: 2( 0: 1) Germania Fulda 1 Sport Kassel Borussia Fulda 2: 1 Verein VfB- K. Marburg Sport Kassel 98 40:21 19: 9 - Odershausen 2: 0 Spiele gew. unent. verf. Tore Punkte 13 9 1 3 42:31 19: 7 14 3 3 Borussia Fulda 11 6 1 4 23:12 13: 9 Hessen- Hersfeld 13 4 5 4 Germania Fulda 13 5 1 7 15:26 11:15 Hermannia Kassel 11 4 2 5 26:30 10:12 Der Ausstand im Spielverein Stassel 11 4 1 6 V. f. B. Gezen 13 3 2 8 Ockershausen 11 2 2 7 21:32 14:28 27:28 9:13 8:18 brend ebiet. Beteiligung am ar 15.834. Der Sdichten und Für den Häuer, inem Echichtver und 70 RM Berlin SC. Göttingen 05 Groß- Almerode 1: 1 Einbed 05 5: 0 Germania Marburg 1: 1( 0: 1) 20:20 13:13 Frohnhausen, F. nicht angetreten 6:16 Tore Punkte 27:10 16: 4 Hessen 09 men fieben Tage, Wallau Wetzlar Breidenbach 1: 0( 0: 0) Wiesenbach Verein Spiele gew. unent. verl. Germania Marburg 10 7 2 1 Wallau 10 5 5 0 29:14 15: 5 Breidenbach 10 5 0 5 27:26 Wiesenbach 10 3 2 5 17:21 aus Berlin ge Sp. V. Weylar 8 3 0 5 10:10 8:12 12:18 6:10 ben, das in der 1900 Gießen 7 3 0 4 Frohnhausen 9 1 1 7 9:23 14:23 6: 8 3:15 1900 Gießen Butzbach Gr.- Bused 2: 1( 2: 0) Laubach Löhnberg 4: 3 Niedergirmes Aplar 3: 2 sverstedt ge ei durch Denun Tacht. Mehrere fanden hierbei Drei Jnfanterie aten, Pistolea rde festgenom rlassen worden Ffm.- Fechenheim 3: 3( 3: 1)( G.) Ehringshausen Weilburg 3: 0( 3: 0) Spiele gew. unent. verl. Tore Punkte 16:10 15: 5 25:20 12: 8 11: 7 9:13 Verein. Niedergirmes 13 6 4 3 27:25 des Hochver Verhaftete er Butzbach 10 7 1 2 25:13 Ehringshausen 10 5 2 3 befand, von Löhnberg 9 5 1 3 31:20 Gr. Bused 11 4 1 6 27:29 Aßlar 9 4 0 5 Weilburg 9 3 1 5 Laubach 11 1 2 8 18:35 21:17 8:10 20:34 7:11 4:18 Burg 1.e daß er über lichkeit spricht er Bodentam ahe, daß es ches Waffenel in tommu unistische Ver ſt zurzeit beinde aber hat eben, die ihm 21. liefert billigst uli 1930 um Bergbau bon anz abgesehen 2,50 M. die on 0,71 M. , bei Betrach vert je Mann nannte Mehr rundsäglich ist echnung über , daß eine so rzeit im Ruhr Verteuerung often, sondern ehr oder weni nämlich als fir onderen Unter gestellt worden nftigen Koften als die Lohn der Material einen Infoften gebliche Mehr ten zusammen ung der sonsti Gesamtfelbst höher als im berüdsichtigt, beständen nicht nsen und Ent daß diese Be und zum Teil llein im Laufe Die Gejamtfelbft etriebe, das find mmiffion unter betrieb um 1,60 Die Behauptung also irreführend slajjungen über ich:„ Dieje rie als die aus der d in Sachwerte find weiter die durch die Ver olge der Wirt vären. Für die glich die, ob fie in die Börjen dywerte, also in Das letztere war auerlich, daß ein feine Anfight in Beitung verbrei ondern auch den rblichen Mittel Ben sucht. Dillenburg 1. Niederscheld 5: 1 Merkenbach 1. 1: 0 Herborn 1. Offdilln 1. 7: 1 Sechshelden 1. Offenbach 1. 3: 2 Biedenkopf Wommelshausen 0: 2( 0: 2) Wetter Marbach 0: 5 Allendorf Feudingen 1: 3( 0: 1) Bottenhorn Gladenbach 8: 4( 3: 2) Gau Gießen- Wezlar. Ehringshausen 2. Weilburg 2. 4: 0 SC. Weylar- Niedergirmes 2. Laubach 2.-- Löhnberg 2. 2: 8 - Aẞlar 2. 1: 3 VB. Gießen 2. 1900 Gießen 2. 2: 1 Daubringen Lollar ausgefallen Wetzlar Sp.V. 2. Bissenberg 0: 2( 0: 1) Holzhausen Steindorf 3: 0( 1: 0) Biskirchen Oberbiel 4: 1 Burgsolms- Nauborn 4: 2 Garbenheim Braunfels 1: 1( G.) Verein Spiele Tore Braunfels I. 8 42:11 Burgsolms II. 8 15:15 Punkte 15: 1 9: 7 Niederbiel I. 8 14.26 7: 9 Holzhausen II. 8 11:19 8 13:25 5:11 4:22 Nauborn 2. 1: 3 Leun Tiefenbach 2: 2( abgebrochen) Daubringen 2. Bieber 2: 2( 2: 1) Wetzl. Sp.-V. IV. Wetzlar Sp.V. 3. 1900 Gießen 3. VB. Gießen 3. 1: 2 Garbenteich 1. 1900 Gießen 4. 2: 4 Grünberg 2. Stangenrod 6: 2( 1: 2)( 6.)( St. d. Punkte) Harbach Villingen Ulrichstein Butzbach 2. Steinberg 1. Steinberg 2. Flensungen 1: 3( 1: 0) Wetterfeld 2: 1( 2: 0) Niederohmen komb. 6: 0( 2: 0) Griedel 1. 1: 0( 6.) Wiejed 1. 10: 1( 3: 1)( 6.) Wiesed 2. 2: 3( 1: 1)( 6.) - Büblingshausen 1. Jgd. Wetzlar Sp.V. 1. Jgd. 0: 1 SC. Wetzlar- Niedergirmes Jgd. Aẞlar Jgd. 0: 1 Niederweisel 1. Jgd. 1900 Gießen 2. Jgd. 2: 1 Butzbach 1. Jgd. 1900 Gießen 3. Jgd. 7: 0 Burgsolms 1. Jgd. Ehringshausen Jgd. 1: 1 Weilburg Jgd. Braunfels Jgd. 3: 3 Bissenberg Jgd. Oberndorf Jgd. 1: 3 Butzbach Sch. Nauborn Sch. 0: 1 Wetzlar Sp.V. Schüler Hermannstein Schüler 1: 0 Gau Dill. Dillenburg 2. Niederscheld 2. 7: 2 Burg 2. Merkenbach 2. 0: 0 Sechshelden 2. Offenbach 2. 2: 0 Sinn 1.- Gisemroth 1. 8: 0 Herbornseelbach 1. Donsbach 1. 2: 0 Oberroßbach 1.- Saiger 1. 6: 1 Medenbach 1. Ballersbach 1. 1: 3 Frohnhausen 2. Allendorf 1. 4: 2 Rittershausen Langenaubach 1. 4: 1 Hirzenhain Nanzenbach 8: 0( 4: 0) Biden Bischoffen 2: 2 Sinn 2. Fleisbach 1. 4: 3 Oberroßbach 2.— Haiger 1.( H. nicht angetreten) Breitscheid 1. Holzhausen 1. 0: 7 Herbornseelbach 2.- Donsbach 2. 6: 0 Lützel 1. Würgendorf( W. nicht angetreten). Gau Marburg. VfB. Kurh. Marburg 2.-- Bürgeln 1. 2: 2 Breidenstein 1. Niederlaasphe 1. 1: 5( 0: 3) Buchenau 1. Kirchhain 1. 2: 3( 2: 2) Cappel Dreihausen 0: 6( 0: 1) Edelshausen Hesselbach 1: 3 Langenstein Sarnau 2: 2 Marbach 2. Hartenrod 1. 1: 3 Erfsdorf Speckswinkel 2: 2 Cölbe 2. VB. Kurh. Marburg 3.( VFB. n. ang.) Streife durch den Bezirk. Die Frage um die Meisterschaft der Südgruppe in der Bezirksliga ist augenblicklich ungeklärter denn je. In Betracht kom= men allerdings nur noch VfB.- Kurhessen Marburg, Sport Kassel und Borussia Fulda, von denen Marburg mit 13 Spielen und 19: 7 Puntten immer noch einen Vorsprung von 2 Punkten hat, während Sport Rassel mit 14 Spielen und 19: 9 Punkten und Borussia Fulda mit 11 Spielen und 13: 9 Punkten relativ gleichstehen. Die Entscheidung wird also in den letzten Spielen fallen. Marburg spielt noch zu Hause gegen Odershausen und Her: mannia Kassel sowie auswärts gegen Germania Fulda; Sport muß noch auf dem Plaze des Spielvereins Kassel und auf eigenem Plake gegen Hermannia Kassel antreten; Borussia Fulda empfängt bei sich Hessen Hersfeld, Germania Fulda und Hermannia Kassel, während sie bei Odershausen und VfB. Gießen zu Gast ist. Wenn jeder der drei Vereine seine restlichen Spiele gewinnt, bringt es Marburg auf 25: 7 Punkte, Kassel auf 23: 9 Punkte und Fulda auf 23: 9 Punkte, so daß Marburg die erste Stelle behalten würde; unentschiedene und verlorene Spiele des einen und andern Vereins werden natürlich an diesem Verhältnis mehr oder weniger ändern. Vorerst kann man den Borussen schon zwei Punkte ohne weiteres gutschreiben; sie sollten am 18. Januar daheim gegen Hersfeld spielen, haben dies aber nicht nötig, da die Hersfelder Mannschaft bis zur völligen Klärung der Krawalle vom 4. Januar von den Spielen ausgeschlossen ist, also den Gegnern die Punkte kampflos überlassen muß. Wie verlautet, will der Bezirks- Fußballsachberater die Frage um die Meisterschaft sobald als möglich klären und deshalb verschiedene Terminänderungen vornehmen. Unter anderem soll am 18. Januar nicht das Spiel Odershausen- VfB. Gießen ausgetragen werden, sondern das am 28. Dezember ausgefallene Lofaltreffen Marburg Odershausen steigen. Die Richtigkeit dieser Nach richt ist jedenfalls aus den Bekanntmachungen des Sachbearbeiters zu ersehen. Dort wird man auch wohl die( etwas überraschende!) Mitteilung finden, daß am 5. Ottober bei dem Spiel BfB. Gießen Germania Fulda 3: 0 der Platzverein einen nicht spielberech tigten Spieler eingestellt hatte, wofür dem Verein jetzt die Punkte abgezogen und den Germanen gutgeschrieben worden sind. Weshalb denn immer wieder( allgemein an die Adresse aller Vereine gerichtet!) dieser- man fann es nicht anders nennen grobe Unfug, Spieler, die nicht spielen dürfen, mitwirken zu lassen! Bei der großen Konkurrenz um den Platz an der Sonne ist es doch schon lange Brauch geworden, daß ein Rivale dem andern genau auf die Finger sieht und im stillen in dessen spielerischer Vergangenheit einen schwachen Punkt zu entdecken versucht, an welchem er mit dem Angriff zur Erschütterung der gegnerischen Stellung einsetzen kann. Die heutigen Bestimmun= gen über die Spielberechtigung bieten denen, die darauf ausgehen, auch genügend Handhaben dazu, solche Punkte zu er= spähen und sich nutzbar zu machen, und die Instanzen greifen Sterzhausen Oberrosphe Wetter 2. Caldern 3: 2 Wehrda 0: 1 Roda 1: 0 - Niederofleiden Betziesdorf 4: 1 Kirchhain 2. Gemünden 2: 3. Cappel 2.Feudingen 2. Biedenkopf 2. Sintershausen Ebsdorf 5: 1 - Edelshausen Jgd. Buchenau 1. Jgd. Wallau 2. Jgd. Wallau 1. Jgd. Herbertshausen 5: 1( 2: 0) Banfe 0: 3 - Mornshausen 2: 2( 0: 2) - Biedenkopf Jgd. 0: 2 Wehrda 1. Jgd. 3: 1 Laasphe 1. Jgd. 2: 4 Germania Marburg 1. Jgd. 1: 1 BfB.-K. Marburg BfB. Gießen 2: 2( 0: 1) Mit Interesse sah man diesem Treffen entgegen, da beide Mannschaften sich stets recht schöne Kämpfe geliefert haben. So auch diesmal wieder. Flott und fair von Anfang an u. Schiedsrichter Spurt Butzbach verstand es gut sich in den Rahmen Die Playleute konnten dem dieses Spieles hineinzudenken. Spielverlauf nach das Resultat als recht glücklich bezeichnen u. fönnen froh sein, daß ein Punkt hier geblieben ist. Man hatte diesmal wieder den Beweis, daß sich kein Resultat bestimmt voraussagen läßt. Den Marburgern waren allerdings schon vorher die Punkte sicher, doch Gießen war anderer Ansicht und hätte, wenn der Torhüter beim zweiten Tore für Marburg nicht so einen gewaltigen Schnitzer machte, leicht den Spieß umgefehrt. Die Gäste waren mit großem Eifer und aller Energie bei der Sache. Ganz hervorragend arbeitete der Mittelläufer Henrichs und das Verteidigerpaar, in welchem Kreß in der zweiten Hälfte zu recht großer Form( wie einstens) auflief. Bei Marburg wollte es nicht recht klappen. Im Sturm wäre besonders Adorf hervorzuheben, da er unermüdlich schaffte. Winkler und Fischer waren recht bequem. Es kann nicht immer so gehen, wie man es gern haben möchte. Etwas mehr Ruhe bewahren und halb so laut, dann gings vielleicht auch besser. Die Läuferreihe war recht gut in der Zerstörung, jedoch dabei blieb es auch. In der Verteidigung sah man mitunter recht derbe Schnitzer. Weyand im Tor war gut. Im Anfang sah man die Einheimischen leicht im Vorteil, jedoch Gießen läßt nicht lange auf sich warten, und es entsteht ein offener Kampf. Beide Lore tommen öfters in Gefahr. Schon glaubt man, daß die erste Hälfte torlos verläuft. Es tam jedoch anders. Eine Flanke von links verwandelt Gießens Mittelstürmer zum 1. Erfolg. Wenige Minuten später föpft Fehling in blendender Manier zum 2. Tor ein Bei Marburg tritt etwas Unruhe ein. Ein Prominenter von Marburg meint jedoch, wir werden doch noch mit 3: 2 gewinnen. Krep stoppt einen Angriff mit der Hand. Strafstoß von der Strafstoßmarte. Berndt schießt placiert in die Ede, Bingel ist wachsam und meistert den Schuß. Eine gute Chance hat Marburg verpaßt. Marburg gibt das Rennen noch nicht verloren. Fischer schießt aus einem Gedränge heraus Nr. 1 und wenige Minuten später Nr. 2. Fortuna half hierbei viel mit. Die letzten Minuten stehen im Zeichen der Gäste und Weyand mußte noch recht schwere Arbeit verrichten. Für Marburg allerdings trat insofern noch eine Freudesstimmung ein, als der Draht eine Niederlage der Fuldaer Borussen durch Sport Kassel meldete. Aus Butzbach. Am Sonntag weilte die erste Mannschaft von Gr.- Bujed in Buzbach. Beide Mannschaften konnten sich in ihrer Spielweise nicht so entwideln, wie man es von ihnen sonst gewöhnt ist. Die Schuld lag an dem harten, glatt gefrorenen Boden, auf dem die Spieler sehr oft ausrutschten. Butzbach lag in der ersten Spielhälfte mit 2: 0 in Führung. Kurz vor Schluß befam Gr.- Bused einen Elfmeter, der zum Ehrentor führte. Butzbachs zweite Mannschaft trug gegen Sp.V. Griedel ein Freundschaftsspiel aus. Auch hier übte die Kälte und der glatte Boden auf die Spieler großen Einfluß aus, so daß auch hier ein flottes Spiel nicht auftam. Mehr Glück hatte die erste Jugend des VfR. Konnte sie doch einen hohen Sieg über die 3. Jugend von 1900 Gießen erringen. Die Schüler spielten gegen die Schüler Nauborns. Hier waren die VFR.- Schüler den förperlich stärkeren Naubornern nicht gewachsen und mußten eine Niederlage einsteden. Spiel. Nr. 4. die Angelegenheit heute mehr denn je zur Bestrafung auf, um den Standpunkt des Amateurismus angesichts der drohenden Invasion des Berufsspielertums wenigstens in ihrem Bereich so lange und deutlich wie möglich zu wahren, und das mit Recht. Nun sind wir wieder bei den Strafen angelangt. Das ist ein trauriges Rapitel, aber bei der Einstellung mancher Spieler und Vereine wicht zu übergehen. In Kassel ist am 11. Januar 3. B. bei dem Spiel Sport Kassel Borussia Fulda nur durch die Besonnenheit und Energie der Plazordner eine Neuauflage der Hersfelder Krawalle vermieden worden. Wohin soll das führen, wenn schon die großen und führenden Vereine mit eingezäunten Plätzen nicht mehr Herr werden über die Masse Publikum" und wenn die Spieler sich zu Despoten des Spielfeldes aufschwingen? Durch einige rebellische oder radaulustige Individuen wird die ganze Umgebung infiziert oder fuggeriert und zum Mittun aufgereizt, auch wenn ihr solche Dinge eigentlich nicht liegen oder direkt zuwider sind. Den Schaden haben die Vereine, müssen sie haben, wenn ,, sportliche Disziplin und Ordnung" nicht leere Phrasen sein sollen. Ein Lehrbeispiel hat kürzlich der süddeutsche Verband in dem Verfahren gegen den VFR. Alemannia Worms gegeben, auf dessen Platz es bei dem Spiel gegen EB. Wiesbaden auch zu Ausschreitungen gekommen war. Der Verein selbst wurde mit drei Monaten PlatzSperre und 50 Mt. Geldstrafe, belegt; vier Spieler erhielten eine Disqualifikation von zwei, drei, sechs und zwölf Monaten, dazu teilweise noch eine Geldbuße, für deren furzfristige Bezahlung der Verein haften muß; mehrere passive Vereinsmitglieder wurden zu Geldstrafen verurteilt, für deren Erledigung ebenfalls der Verein haftbar gemacht worden ist. Wenn man bedenkt, daß der Verein mindestens die Geldstrafen der Spieler übernehmen muß, so hat er einen doppelten Verlust zu verzeichnen: Die Sperre der Spieler und die petuniäre Einbuße. Wenn man in Fällen von Ausschreitungen der Spieler und Zuschauer( wie 3. B. in Hersfeld) neben der Platzsperre und Disqualifikation noch empfindliche Geldstrafen für den Verein selbst, für die Spieler und die feststellbaren Zuschauer aussprechen und den Verein jedesmal gewissermaßen als Bürgen für die rechtzeitige Bezahlung heranziehen würde, könnte man das Uebel u. E. bedeutend besser an der Wurzel anfassen und verringern wenn nicht sogar mit der Zeit ganz ausrotten, denn der Geldbeutel ist für alle unsere Sportvereine der schwache Punkt, an dem man sie am empfindlichsten treffen kann. Nach den Satzungen haben die Bezirksvorstände das Recht, alle die genannten Strafen zu verhängen, und es wäre im Interesse der ganzen Fußballsportbewegung gut und an der Zeit, wenn unser Bezirksvorstand von diesem Recht ausgiebig Gebrauch machen würde; es bann mur zum Besten derjenigen Vereine geschehen, die sportlich anständig spielen, deshalb keine Spieler herausgestellt bekommen, aber unter den Unsportlichkeiten der Gegner zu leiden, das heißt Ausfälle von verletzten Spielern zu beklagen haben. Also nochmals: mögen die Instanzen dafür sorgen, daß der Fußballsport durch die Unarten gewisser Elemente feinen Schaden erleidet! Aus Wagenborn- Steinberg. FC. Teutonia 1.- Tv. Wiesed 1. 10: 1( 3: 1). FC. Teutonia 2. Tv. Wiesed 2. 2: 3( 1: 1). Die obigen Mannschaften standen sich am Sonntag zu Gesellschaftsspielen gegenüber. Wiesecks 2. Mannschaft, verstärkt mit drei Mann der 1. Mannschaft, konnte gegen die Steinberger mit 3: 2 Toren siegen. Dagegen wurde die 1. Mannschaft von Wiesed mit einem recht hohen Resultat nach Hause geschickt. Aus der Untergruppe Grünberg. Seit längerer Zeit famen die angesetzten Seniorenspiele wieder einmal restlos zur Durchführung; in drei Fällen blieben die Platzvereine Sieger. Grünberg 2. Stangenrod endete 6: 2, obwohl der Gastverein bei Seitenwechsel noch 2: 1 in Führung lag. Eine Mißstimmung fam nicht auf, da Stangenrod die Punkte von dem Treffen hat. In Harbach fonnte sich Flensungen nicht recht zusammenfinden, wodurch das Halbzeitresultat 1: 0 zustande kam. Mehr und mehr mit den schlechten Platzverhältnissen vertraut gewor den, gewann trotzdem Flensungen noch 3: 1. Dem Spiel Villingen Wetterfeld ging ein großes Rätselraten voraus; hatte doch Villingen am Sonntag vorher den Homberger Germanen ein 2: 1- Nachsehen gegeben. Die in die Villinger Mannschaft gesetzte Hoffnung wurde zur Wirklichkeit: das Treffen endete 2: 1( 2: 0) für Villingen. Auch ,, Chattia" Ulrichstein konnte wieder einen Gegner auf seinem, mit leichtem Schnee bedeckten Gefilde begrüßen. Mit etwas Verspätung traf eine nicht vollzählige fomb. Mannschaft von Niederohmen ein, die durch die schlechte Zusammenstellung eine 6: 0( 2: 0)-Niederlage einsteden mußte. Weßlar- Weilburger Brief. weta. Die Zahl der Fußballverbandsspiele war am zweiten Sonntag des neuen Jahres sehr groß. Besonders viele Treffen waren von großer Bedeutung für Placierung und Meisterschaft. Von den acht Gruppen sind bereits vier Meistermannschaften und zwar alle die der Gauklasse 2 ermittelt. 3wei Gruppen der Gauflasse zwei, Gruppe 4 und 6, haben sogar schon sämtliche Punitespiele absolviert und beginnen bereits wieder mit Gesellschaftsspielen. 1. Bezirksklasse. Jm Verbandsrückspiel hatte der Weglarer Sportverein Sportfreunde aus dem Hinterland, von BreidenZum vierten Male bach, auf eigenem Gelände zu Besuch. freuzten am Sonntag beide Mannschaften die Klingen. In Breidenbach gewann der Platzverein mit 5: 2 und 5: 0 Toren. Wetzlar blieb zu Hause mit 2: 1 und 1: 0 Gewinner. Die Bilanz steht somit 2: 2 Siege. Das Spiel am Sonntag war ein wahres Propagandaspiel. 2. Beziristlasse. Acht Mannschaften standen im Kampje. Die vier Platzbefizer nutzten die Vorteile des eigenen Blazes aus, denn die Gästemannschaften wurden alle geschlagen. Die größte Ueberraschung gab es in Laubach. Löhnberg einer der ernsthaftesten Favoriten der Meisterschaft mußte nach einer Reihe von Erfolgen am Sonntag tapitulieren, denn Laubach, der Tabellenlegte vollbrachte das Kunststüd, indem er Löhnberg für die 4: 2 Niederlage des Vorspiels Sieg und Punkte mit 4: 3 Toren abnahm. Turn- und Spielverein Ehringshausen hatte auf eigenem Plage den Fußballverein Weilburg. 3: 3 trennten sich beide Mannschaften im Verbandsspiel der ersten Serie. Ein Gesellschaftsspiel vor ca. vier Wochen sah Ehringshausen als hoher 8: 0 Sieger. Am Sonntag blieben die Ehringshäuser zum. zweiten Male Sieger über Weilburg. Mit 3: 0 Loren triumphierte Ehringshausen. In Niedergirmes, auf dem Sportplatze an der Lahn, fand der große Rivalentampf Ağlar - Niedergirmes statt. Die Aplarer haben bei diesen Begegnungen immer großes Fußballpech, denn innerhalb von fünf Begegnungen in den letzten zwei Jahren blieben die Niedergirmeser viermal siegreich, während ein Spiel Remis endete. Die Begegnung des Sonntags jah Niedergirmes mit 3: 2 erfolgreich. Gauklasse 1. Der Tabellenerste Steindorf war im Ulmbachtale beim TuSpv. Holzhausen. Holzhausen, welches die erste Begegnung mit 6: 1 Toren verlor, tommt von Spiel zu Spiel mehr in Schwung. Steindorf wurde verdient mit 3: 0 Toren besiegt. Bissenberg war mit seinen Mannen in der Höhle des Nr. 4. Mittwoch, den 14. Januar 1931. ,, Löwen", beim Weglarer Sportverein zweite. Die Bissenberger vollbrachten wieder eine Glanzleistung und stellten ihre derzeitige gute Form unter Beweis, indem sie die Sportvereins zweite unerwartet mit 2: 0 Toren bezwangen, während Wetzlar drei Elfmeter nicht verwandeln konnte. Die Meisterchancen sind durch diesen Sieg für Bissenberg gestiegen. Die Bissenberger haben innerhalb von drei Monaten dreimal als einzige Mannschaft gegen Wetzlar gewonnen. Burgsolms fämpfte auf eigenem Plaze gegen den Fußballklub Nauborn. Die 3. Begegnung innerhalb von zwei Jahren. In diesem Spiel zeigten die Burgsolmser ihr derzeitiges gutes Rönnen und gewannen knapp gegen die sich tapfer wehrenden Nauborner mit 4: 2 Toren. Biskirchen konnte erstmalig wieder mit einigen alten Rämpen antreten, und die Folge war, daß Oberbiel die ,, Ueberraschungsmannschaft" unerwartet mit 4: 1 Toren verdient dran glauben mußte. 2. Mannschaften, 2. Bezirksklasse. Die Vorentscheidung ist gefallen. Ehringshausen, der Erste der Tabelle, gewann im Kampf um die Führung gegen den Tabellenzweiten mit 4: 0 Toren sicher und revanchierte sich für die im Vorspiel in Weilburg erlittene 5: 2- Niederlage. Hoch mit 8: 2 Toren holte sich Löhnberg in Laubach die Punkte. Das Vorspiel endete in Löhnberg nur 1: 0 für den Platzverein. Aßlar, welches gegen Niedergirmes im Vorspiel mit 3: 2 siegreich blieb, gewann auch das Rückspiel in Niedergirmes mit 3: 1 Toren. Gautlasse 2, Gruppe 3. Hermannstein Schwalbach...? Wetzlar 3. Nauborn 2. Unerwartet mit 3: 1 Toren blieben die Gäste aus Nauborn in Weylar siegreich, während das Vorspiel in Nauborn einen 10: 3- Sieg für Wetzlar brachte. Gautlasse 2, Gruppe 4. Braunfels, der Meister dieser Klasse, war in Garbenheim beim VfR. Ein schönes Gesellschafsspiel endete Unentschieden 1: 1. Jugendspiele. Aplars Jugendmannschaft holte sich in Niedergirmes mit 1: 0 den Sieg. Unentschieden 1: 1 trennten sich Burgfolms und Ehringshausen. 3: 3 fämpften Weilburg und Braunfels. Oberndorf holte sich in Bissenberg mit 3: 1 Toren den Sieg. Nauborns Schüler waren in Butzbach und gewannen mit 1: 0 Toren. Wetzlarer Sportvereins Schüler triumphierten über Hermannsteins Schüler ebenfalls mit 1: 0 Toren. Lofales. Modetelegramm! „ Gießener Zeitung" Darmstadt entsprechenden Antrag zu stellen haben, wenn sie Berücksichtigung finden wollen. * Der Tarif für landwirtschaftliche Arbeiter war bekanntlich gekündigt und eine Neuregelung ist noch nicht getroffen. Der hessische Arbeitgeberverband empfiehlt, den alten Tarif mit 15 Prozent Abstrich( Lohnsenkung) zu zahlen. In den Wintersportanzügen ist der sog.„, Norweger" für die wirklich Sportausübenden unerläßlich. Für Sportamateurinnen und Zuschauerinnen gibt es eine Fülle reizvoller sportlicher Anzüge und Kleider, die aus festen Wollstoffen und schweren Samten gearbeitet werden. Pelzrollierungen sind sehr beliebt. In Weiß zu Schwarz, in Grau zu dem neuen Mittelbraun, dem sog. Somalibraun. * Stadttheater. Heute abend gelangt als 14. Mittwochs: Abonnements- Vorstellung zu gewöhnlichen Preisen die politische Komödie ,, Der Kaiser von Amerika" in drei Akten von Bernhard Shaw zur Aufführung. * Gewerbeverein. Der Gewerbeverein ladet zum Donnerstag, dem 15. Januar, abends, zu einer Mitgliederversammlung in das Gewerbehaus. Auf der Tagesordnung steht außer dem Punkt„ Verschiedenes" die„ Eiweihung des KrausmüllerSaales". * Alice- Verein. Der Alice- Frauenverein bittet die Gießener Bürgerschaft, wöchentlich einmal ein Kind oder eine ältere Person zum Mittagstisch in häusliche Pflege zu nehmen. Der Verein vermittelt gerne. An den Abendkleidern, die sich vielfach durch einfache, großlinige Schnittformen auszeichnen besonders Samt bedarf feiner kleinen Garnitureffekte sind lebende Blumen die große Mode. Ebenso an den Samt- Abendjacken und kleinen Umhängen. Die Dame, die ihren Typ richtig erkannt hat, darf sich um ihn zu steigern sogar fleine Extravaganzen erlauben und darf, ist sie vom Typ des schlanken Jünglings, sogar in einer rodartigen Hose abends erscheinen. Die Vorliebe für Hosen= rollen ist groß! * Brennholzversteigerung. Am Freitag versteigert die Stadt Gießen Brennholz aus eigenem Wald. ten. * Ein Baumwärterkursus wird in der hessischen Lehr- und Versuchsanstalt für Wein- und Obstbau in Oppenheim abgehalDer Kursus beginnt am 9. Februar und zerfällt in drei Teile. Unterrichtsgeld für hessische Teilnehmer 12 Mark, für Nichthessen 18 Mark. Anmeldungen bis 6. Februar an die Direktion der Hess. Lehr- und Versuchsanstalt für Wein- und Obstbau Oppenheim. * Das amtliche Fernsprechbuch für den Oberpostdirektionsbezirk Darmstadt wird demnächst neu aufgelegt. Die Vorarbeiten hierzu werden am 1. März ds. Js. abgeschlossen. Bis dahin sind Aenderungen der Eintragungen bei der zuständigen Fernsprechvermittlungsstelle anzumelden. Sollten die gebührenpflichtigen Eintragungen der jetzigen Auflage nicht in das neue Buch übergehen, so ist ihr Wegfall oder ihre Aenderung spätestens zum 1. März zu beantragen. Andernfalls werden sie in die neue Auflage gegen Erhebung der bestimmungsmäßigen Gebühr übernommen. Bei der Ausgabe neuer Fernsprechbücher ist für jedes neue Buch ein Buch der unmittelbar vorhergegangenen Auflage zurückzuliefern. Bücher früherer Auflagen werden nicht angenommen. Aus Rah und Fern. Der Mord in Ortenberg aufgeklärt. Geständnis des Täters. lide Ernst Jennes von hier. Der Erfrorene verließ am Sams= tag abend seine Wohnung. Nierstein. Die politischen Auseinandersetzungen nehmen hier sehr unerfreuliche Formen an. Nachts werden die Häuser mit roter Farbe beschmiert, ferner wurden verschiedene Beweis stücke für die Tätigkeit von Brandstiftern gefunden. Frankfurt a. M. In der Metallindustrie wurde in der Spitze der Stundenlohn von 89 auf 84 Pfennige gesenkt, ab 7. 4. sogar auf 83 Pfennige. Die Affordbasis wurde von 80 auf 76 Pfennige herabgesetzt. Frankfurt a. M. Die Adlerwerke melden eine weitere Ge sundung und Wiedereinstellung eines Großteils der Arbeiter der Belegschaft. Drei Haftentlassungen in der Affäre Hecken. Frankfurt a. M. In der Affäre des Ein- und Ausbrechers Heden und Genossen ist durch die letzten Vernehmungen des Ermittlungsrichters beim Amtsgericht in den vergangenen Tagen eine wesentliche Aenderung der bisherigen Sachlage eingetreten. Drei Personen, und zwar ein vor einigen Tagen in Untersuchungshaft genommener Textilwarenhändler Zeimann, ferner der Uhrmacher Peter Krag und der Auktionator Simon Wolf, sind wieder entlassen worden. Frankfurt a. M., 13. Jan. Hecken hat gestanden, daß er gemeinsam mit dem ehemaligen russischen Oberleutnant Rakoff vor einem bezw. 1½ Jahre in Dresden einen großen Pelzwareneinbruch verübt hat. Fulda. Nach langem Leiden ist der Generalvikar der Diözese Fulda, Prälat und Domkapitular Dr. Müller, im 56. Lebensjahr gestorben. Zillbach( Rhön). Hier brach nachts ein schweres Schadenfeuer aus, dem fünf Anwesen, Wohngebäude und Stallungen zum Opfer fielen. Der Ortsfeuerwehr und zwei herbeigerufenen Motorspritzen gelang es erst nach mehrstündiger angestrengtester Arbeit, des Feuers Herr zu werden. Nach umfangreichen Ermittelungen, die von dem Landesfriminalpolizeiamt Darmstadt, der Landeskriminalpolizeistelle Gießen und der Staatsanwaltschaft Gießen gemeinsam getätigt wurden, ist es gelungen, den seit Dienstag in Haft befindlichen Landwirt Wilhelm Lehr aus Altenstadt zu einem Geständnis zu bewegen. Unter dem Druck des zusammengetragenen Beweis materials ist er zusammengebrochen. Lehr gibt jetzt zu, das von ihm in anderen Umständen befindliche Mädchen am Sonntag, dem 4. Januar 1931, am Tage des Verschwindens, abends in Ortenberg besucht zu haben. Den Weg von Altenstadt bis Lindheim legte er mit einem geliehenen Fahrrad und von da bis Ortenberg mit der Bahn zurück. In Lindheim gab er das Fahrrad auf der Bahn auf, das er zur Rückfahrt von Ortenberg nach Altenstadt benutzte. In Ortenberg erwartete er das Mädchen vor der Wohnung ihrer Dienstherrschaft. Von dort gingen die beiden etwa 300 Meter vor das Dorf, Richtung Selters, wo sie sich an ein Transformatorenhäuschen stellten, um sich angeblich vor Regen zu schützen. Bei der Aussprache über die Anerkennung der Vaterschaft des zu erwartenden Kindes sei ihm der Gedanke gekommen, sich des Mädchens dadurch zu entledi= gen, daß er sie in die in allernächster Nähe vorbeifließende Nidder werfe. Diesen Gedanken verwirklichte er auch sofort. Er warf das Mädchen in die Hochwasser führende Nidder, wodurch alsbald der Tod eintrat. Nach der Tat fuhr er mit dem Fahrrade sofort nach Altenstadt zurück, kehrte mit der größten Ruhe in eine bekannte Wirtschaft ein. Nachdem ging er nach Hause. Das Motiv der Tat ist darin zu erblicken, daß er sich der schwangeren Geliebten entledigen wollte, um sich seinen Verpflichtungen zu entziehen. Er verübte die Tat in der Erwartung, daß eine Aufklärung nicht erfolgen werde. Die Ueberführung des Lehr in das Landesgerichtsgefängnis erfolgt in den nächsten Tagen. * Bekämpfung der Schnakenplage. Die Grundstückseigentümer werden nochmals auf die Bekanntmachung des Kreisamts Gießen im Amtsverkündigungsblatt Nr. 89 vom 5. Dezem= ber 1930 hingewiesen, wonach jeder Grundstückseigentümer verpflichtet ist, in den Monaten Dezember bis Februar die auf seinem Grundstück befindlichen, den Schnaken zur Brut dienenden Gewässer( Wassertümpel), Regenfässer, Bassins, Wasserlachen, Jauchegruben, Abortgruben usw. mit einem zur Vertilgung der Brut geeigneten Mittel( Saprol, Petroleum usw.) zu übergießen. Nichtbefolgung hat Bestrafung gemäß§ 3 der Polizeiverordnung, betr. die Bekämpfung der Schnakenplage, vom 28. November 1911 zur Folge. * Hessische Bereitschaftspolizei. Wie das Innenministerium mitteilt, ist die Bewerberliste für den Eintritt in die Bereitschaftspolizei bis auf weiteres geschlossen. * Vom hessischen Handwerk. Eine Reichshandwerkswoche soll vom 15. bis 22. März stattfinden. Sie soll eine Kundgebung des geeinten deutschen Handwerks sein und der Deffentlichkeit die Notwendigkeit des Handwerks für Volkswirtschaft und Volkskultur zeigen. Das Schreinerhandwerk ist überfüllt, deswegen sollen die Lehrlingshöchstzahlen im Schreinerhandwerk mit Genehmigung des hessischen Ministers für Arbeit und Wirtschaft eingeschränkt werden. * Die Rentenbankzinsen, die am 1. 4. 1931 fällig werden, sind außer Hebung gesetzt. Später fällige Zinsen müssen vielleicht aber doch bezahlt werden. * Eine Nachversteuerung von Zigaretten findet ebensowenig wie für Zigarren und Rauchtabake nach einer Entscheidung zum neuen Tabalsteuergesetz statt. Stillegung der gesamten Bemberg- Betriebe. Nachdem die Produktionsarbeiter der J. P. Bemberg A.-G. in Barmen die Arbeitsverträge zum 13. Januar gekündigt hatten und die Gesellschaft anderseits der restlichen Belegschaft zum selben Termin die Kündigung ausgesprochen hatte, ist in Aus= wirkung dieser Schritte der gesamte Betrieb am Dienstag stillgelegt worden. Die Belieferung der Kundschaft dürfte in Anbetracht der vorhandenen Bestände und bei der derzeitigen Geschäftslage auch bei längerer Dauer der Stillegung nicht beeinflußt werden. Schotten. In der letzten Sitzung des Gemeinderates nahm man mit Genugtuung davon Kenntnis, daß das Damoklesschwert der Kreisauflösung nunmehr von Schotten abgewendet sei und beriet alsdann über die Beschäftigungsmöglichkeit der ausgesteuerten Erwerbslosen. Eine Reihe von ihnen hofft man mit Steinzerkleinerungsarbeiten für den Straßenbau beschäftigen zu können; solche, die nachweislich eine derartige Arbeit nicht verrichten können, sollen anderweitig beschäftigt werden. * Zur Ankörung von Privathengsten gibt das Ministerium für Arbeit und Wirtschaft bekannt, daß Besitzer von Privathengsten, welche diese zum Deden fremder Stuten verwenden und für das Jahr 1931 anfören lassen wollen, bis spätestens 31. Januar dieses Jahres bei der Landesgestütsdirektion in Schlitz. Gerichtsassessor Dr. Trinkaus, zurzeit am Amtsgericht Gießen, ist bis auf weiteres mit den Dienstverrichtungen eines Richters bei dem Amtsgericht nach Schlitz versetzt. Druckarbeiten Wichtige Gerichtsentscheidung für Autofahrer. Das Amtsgericht Mülheim- Ruhr fällte in diesen Tagen in zwei Prozessen gegen Kraftfahrer Urteile, die wegen ihrer Begründung allgemein interessieren dürften. Die beklagten Fahrer waren trotz mäßigen Tempos auf der Duisburger Straße in Mülheim- Ruhr, die mit Stampf- Asphalt belegt ist, ins Rutschen gekommen und hatten mit ihren Fahrzeugen Personen verletzt. Stampf- Asphalt ist ein weiches Kalkgestein mit eingeschlossenem Bitumen, das zusammen mit Wasser schmierend wirkt und schon unzählige Unglücksfälle im In- und Auslande verursacht hat. Auf dem letztjährigen Internationalen Straßenbaukongreß in Washington waren sich deshalb die Delegierten der ganzen Welt in der Verurteilung des StampfAsphaltes einig. Stampf- Asphalt, der aus dem Ausland eingeführt wird, muß heute als veraltet bezeichnet werden und wird vielfach durch Behandlung mit heißem Teer und gleichzeitigem Aufstreuen von Steingrus mit Erfolg rauh gemacht. Auf der Duisburger Straße war der Asphalt nicht aufgerauht worden. Der vom Gericht vernommene Gutachter erklärte, daß der Asphaltbelag bei Regenwetter für Autofahrer eine große Gefahrenquelle sei. Die Straße sei eben nicht nach modernen technischen Erfahrungen gebaut worden. Bei Unglücksfällen im Regenwetter auf solchen Straßen treffe den Autolenker meistens feine Schuld. Auch bei ganz geringem Tempo sei die Gefahr des Schleuderns und Rutschens groß. Das Gericht schloß sich dieser Auffassung an; es tam zum Freispruch. Beachtenswert Offenbach a. M., 13. Jan. Im Verlauf eines ehelichen Streites bedrohte ein 27jähriger Ehemann seine 22jährige Frau mit einem Beil. Die Frau konnte ihm das Beil entreißen, worauf der Ehemann mit einem Messer auf sie losging. In der Notwehr schlug die Ehefrau ihrem Mann mit dem Beil auf den Kopf, so daß er zusammenbrach und in bedenklichem Zustande ins Krankenhaus gebracht werden mußte. Darmstadt. Am letzten Sonntag demonstrierten die Sozialdemokraten, die Kommunisten und schließlich auch die National= sozialsten. Die Straßen waren stark politisch belebt. Darmstadt. In der Frage der Zusammenlegung der beiden pädagogischen Institute Mainz und Darmstadt ist insofern eine Veränderung eingetreten, als die Entscheidung darüber nicht mehr auf dem Verordnungswege durch die hessische Regierung erfolgen soll, sondern das Kultusministerium sich entschlossen hat, die Angelegenheit dem hessischen Landtag zur Entscheidung vorzulegen. Bensheim. Hier wurden in Verbindung mit den letzten Zusammenstößen zahlreiche Kommunistenverhaftungen vorge nommen. Mainz. Erfroren aufgefunden wurde am Sonntag von Passanten in der Nähe des Schützenhauses der 55jährige InvaBezu Redaktions fendung ni 44. J Nach E 31. Dezember Hern 101 000 15,3 auf 100 In Am Kriegsschuld nunmehr au ausfichtsreich schaftsfandid Das bad der öffentlich uniformen u nijationen fi 1. April 193 Der Pr ichen Staats zugestimmt. 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Die Männer, ein in hinreißender Sprache geschriebener Aufsatz über die Reichsgründer von Wolfgang Götz steht am Eingang der neuen Woche", die in einer Reihe von Aufsätzen und vielen Bildern das sechzigjährige Jubiläum des Deutschen Reiches feiert. " Jm Krankenhaus der Altertümer. Entziehungsfuren, Bandagen, Schwitzbad und Höhensonnenbehandlung sind ständige Anwendungsarten, um auch komplizierte Fälle zu restaurieren. In der„ 5.3.3." Nr. 3 wird Ihnen Einblid gewährt in solche Leistungen. Auch eine Kuriosität, Deutschlands kleinste Ge= meinde mit sechs Einwohnern, wird durch einen reich illustrierten Artikel allen in Erinnerung gebracht. ,, Das Bayerische Hochland", illustrierte Zeitschrift für den Fremdenverkehr und Wintersport im bayerischen Hochland und Allgäu, führt in seiner Januar- Nummer in die Pracht des Bergwinters und Sports im Schnee und Eis. In Wort und Bild ist Oberndorf im Allgäu, Mittenwald und Kochel gedacht. 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