ec. 97r. 54 Gießener Zeitung etrieb! Zum legten al vorzügliche Wert Dir em soeben die 2 legien find. Da nun das Wett iches Sachregister erhielt behandelte Thema aufzu leichzeitig auch ein Rad ang der Portofoten von Spaeth u. Linde, Berlin hrlichen Prospett Cr 3 tenlos und unverbindli litit. Einen Beitrag bei J. Schweizer, Verlag er Industrieller Nr. Fr. is RM, 1.50). Aus einer sherigen wirtschaftlichen gezogen, daß allein eine meine wirtschaftliche Not idet sich im Gegensatz zu irtschaft. In großen Um fgestellt, unter denen die chtigste ist. ( Gießener Tageblatt) Erscheint Mittwochs und Samstags. Bezugspreis 2,40 M vierteljährlich frei ins Haus. Redaktionsschluß früh 8 Uhr. Für Aufbewahrung oder Rüdendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. 44. Jahrg. Politische Rundschau. Für die Besuche der deutschen Staatsmänner in Rom und Paris ist noch kein Zeitpunkt festgesetzt worden. Es wird jc: doch darauf hingewiesen, daß diese Besuche erst nach dem Bejuch Stimsons in Berlin vor sich gehen könnten. In Londoner City- Kreisen rechnet man damit, daß den deutschen Banken eine Anleihe von mindestens 1,6 Milliarden ng gehört die Deutsche Mark gegeben werden wird. ihr soeben erschienenes itaufsatz stammt von dem ler Richard Benz, er ent lastischen Kultur". Ver sind die folgenden Auf Botschafter von Hoesch hat dem Ministerpräsidenten Laval die Botschaft Brünings an Hoover übergeben. Bei der bevorstehenden Londoner Sachverständigenkonferenz wird es sich darum handeln, den technischen Teil der Pariser Bereinbarungen noch auszufeilen. Die Einberufung einer Reufſtand der Jugend für gierungskonferenz zur Sanktionierung der Beschlüsse der SachFrankreich", Karl Schnei i weitere ausgezeichnete Cußland, ein Beitrag von genannten Gründer des lid in die Tätigkeit der chaft. Hans Friedrich tungen zur Lage Deutsch ter bringt das Heft Bei Haushofer, Franz Thier Epiker), Gerhardt Gieje der Leitaufsatz des neue ist für Photographie und t. Die Abhandlung er, nd gibt Ratschläge, wie wersten Zeitverhältnissen 3fg. Aeltere Probehefie 3. Derflingerstraße 23, Bernahti ist von einer Een außergewöhnlich inhner Jllustrierten Pre af er mit der deutschen Von ihrem fleinen Flug ahr eine Reihe von Luft tannten Gegenden, die in ht werden. en waren... Ingewohnheit, jede einzelne Zen Morgen" zu begrüßen oner seinem Vorgesetzten: ehen 10 Kompagnien vom de das Regiment X. ijt? rgen, Herr Oberst!" rufen auptmann V. wieder ein Meldung, wieviel Bestände Srot und Fleisch nicht mehr lfen und Mustainus nod geleit, Gießen. Spezialgeschäft in verkehrsreich. Strasse ein denlokal gt mit einem Schaufenster atendem Grossunternehmen -Angebote unter Nr. 2905 xpedition der Giessener Ze danlage 21. 升 Billiges Gold???! gen hypothekarische Sicher s werd. Grundreell u, sicher atl. Rückzahlungen, wenn S nzen. Drucksachen kostenles hafts- und Spargemein Plahlstrasse 11. Bezirksleiter e& Co., K.-G. in Hanno nder, Frankfurt a. Main. ter allerorts gesucht. - Vorwärtsstrebende Mk.Belohnung res kostenlos durch: un& Co.' Berlin SWI verständigenkonferenz hält man in Berlin für unnötig. Drud und Verlag von Albin Klein in Gießen Geschäftsstelle: Gießen, Südanlage 21. Fernsprecher Nr. 2525 und 2526. Postschedtonto Nr. 69 530 Amt Frankfurt a. M. Samstag, den 11. Juli 1931 Die Wirtschaft hilft. Berlin. Sämtliche großen Industrieunternehmungen, Banfen und Schiffahrtsgesellschaften( insgesamt 1000 Firmen) haben am Dienstag abend an den Reichsbankpräsidenten einen Brief gerichtet, in dem sie davon Mitteilung machen, daß sie sich entschlossen haben, der Deutschen Golddiskontbank eine Ausfallbürgschaft von 500 Millionen Reichsmark zur Verfügung zu stellen. Der Zweck ist, die Bank in die Lage zu versetzen, in noch viel stärkerem Maße als bisher ein wirksames Kreditinstrument zu sein. Der eigentliche Sinn dieses Schrittes ist jedoch, von seiten der gesamten deutschen Wirtschaft gegenüber dem In- und dem Auslande unter Beweis zu stellen, daß trotz der bekannten Ereignisse auf dem Devisenmarkt und anderer Erscheinungen des Mißtrauens die deutsche Wirtschaft stark genug und willens ist, der Schwierigkeiten Herr zu werden. Zu der deutschen Finanzlage haben sich mehrere führende Die 5. Notverordnung des Reichspräsidenten: amerikanische Bankiers geäußert. Sie gaben dabei der Meinung Ausdruck, daß Deutschland solange keine große Auslandsanleihe werde erhalten können, als die Reichsbank nicht eine Politik schärfster Kreditrestriktionen einschlage und die Methoden sich zu eigen mache, die Dr. Schacht in der vergangenen Arise erfolgreich angewandt habe. Die Regierung der Vereinigten Staaten hat gestern offiziell bekanntgegeben, daß sie das Schuldenmoratorium als mit dem 1. Juli in Kraft getreten betrachtet. Der Präsident der Vereinigten Staaten, Hoover, hat in einem Telegramm an den Reichspräsidenten von Hindenburg seiner aufrichtigen Hoffnung und Erwartung Ausdrud gegeben, daß der Moratoriumsplan das Vertrauen aller Länder untereinander wieder beleben und die Prosperität fördern möge. Bei der Wiedergabe des Inkrafttretens des Hooverplanes erklärte Präsident Hoover erneut, daß eine der Hauptursachen des Niederganges der Weltwirtschaft das allgemeine Wettrüsten jci. Die französische Regierung gibt bekannt, daß sie sich auf Wunsch der englischen Regierung bereit erklärt hat, an einer in London stattfindenden Konferenz von Finanzsachverständigen teilzunehmen. Die amerikanische Regierung hat sich bereit erklärt, Vertreter zu den Sachverständigenkonferenzen zu entsenden. Die amerikanische Regierung hat vom Völkerbund die Einladung zur Teilnahme an der im Februar nächsten Jahres in Genf beginnenden allgemeinen Abrüstungskonferenz erhalten. Wie auf Grund der bisherigen Erklärungen von maßgeben: der südslawischer Seite zu erwarten war, lehnt Südslawien den Hooverplan ab und betrachtet das französisch- amerikanische Abtommen als für Belgrad unverbindlich. Berlin. Aufgrund des Artikels 48, Absatz 2, der Reichs= verfassung wird, entsprechend der Anregung namhafter Träger des deutschen Wirtschaftslebens folgendes verordnet: § 1. Die Reichsregierung wird ermächtigt, durch Rechtsverordnung in Anlehnung an die Vorschriften des Aufbringungsgesetzes vom 30. August 1924( Reichsgesetzblatt 2, Seite 269) die danach aufbringungspflichtigen Unternehmer, deren Betriebsvermögen fünf Millionen Reichsmart übersteigt, anteilig zu verpflichten, die Haftung bis zum Gesamtbetrag von 500 Millionen Reichsmark für etwaige Ausfälle aus Kreditgeschäften zu übernehmen, die die deutsche Golddiskontbank im JInteresse der Aufrechterhaltung des deutschen Auslandskredites tätigt. Die Reichsregierung erläßt mehrere Vorschriften, die mit der Durchführung treuhänderischer Ausgaben die Bank für deutsche Industrieobligationen in Ergänzung der ihr im§ 7 des Industriebankgesetzes vom 31. März 1931( Reichsgesetzblatt 1, Seite 124) zugewiesenen Aufgaben betrauen. § 2. Diese Verordnung tritt mit dem Tage der Verkündung in Kraft. Neudec, 8. Juli 1931. Die Aktion der deutschen Wirtschaft. Berlin. Die große Aktion der Uebernahme einer Ausfallbürgschaft in Höhe von 500 Millionen RM. zugunsten der deutschen Golddiskontbank hat durch ihre bloße Bekanntgabe einen tiefen Eindrud im In- und Ausland gemacht. Besonders in englischen Finanzkreisen ist die Aktion sehr gut aufgenommen worden, und man rechnet damit, daß baldigst positive Verhandlungen über die Aufnahme großer langfristiger Auslandskredite angefangen werden. ( Neueste Nachrichten) Anzeigenpreise: die 30 mm breite Petitzeile auswärts 24 Pfg., lokal 12 Pfg., die 90 mm breite Reflame- Petitzeile 96 Pfg. PlatzFür Bollklischee- Anzeigen außerdem besondere Ermäßigung. vorschriften ohne Verbindlichkeit. Bei Wiederholung Rabatt. Nummer 55 Falsche Vergleichsmethoden. Von Reichsminister a. D. Dr.- Ing. Gothein. Herr Dr. Martin Rauterberg hat in Nr. 23 des„ Magazins der Wirtschaft" unter dem Titel„ Kaufkraftwandlungen im Gefolge der Agrarzölle" eine Berechnung aufgemacht, un welche Summen dem deutschen Volk durch die Agrarzölle seine Lebenshaltung verteuert wird. Die von ihm dabei angewandte Methode: Inlandspreise Weltpreisen gegenüberzustellen, begegnet stärksten Bedenken. Sie trägt den verschiedenen Qualitäten, die den Preis der Ware nicht selten wie 1: 2 dif serieren lassen, nicht Rechnung, ebensowenig dem Unterschied der Frachten und Handelsspesen zwischen Versand- und Emp= fangsort. Für viele Waren gibt es zudem keine Weltmarktpreise, weichen selbst die Inlandspreise aufs stärkste voneinander ab. Für Vieh, tierische Erzeugnisse, Obst und Gemüse bilden sich die Preise überwiegend lokal. Völlig abwegig ist es, einen ,, Weltmarktpreis" für Schweine nach den Marktnotierungen von Posen konstruieren zu wollen. Die Schweinehaltung Polens, das wenig über die Hälfte der Bevölkerung Deutschlands zählt, beträgt noch nicht ein Viertel der deutschen. Dänemark mit nur 12 v. 5. der Bevölkerung Polens weist eine nur um ein Viertel geringere Schweinehaltung auf als dieses, spielt demnach für die Ausfuhr von Schweinen, also auch für die Preisbildung auf dem wichtigen englischen Markt, eine ganz andere Rolle als Polen. Durch die Absperrung vom deutschen Markt, die Zölle der Tschechoslowakei und Oesterreichs, ihren Hauptabsatzmärkten, und die hohen Frachten von Polen nach den Verbrauchszentren dieser beiden Länder, ist der Inlandspreis des polnischen Schweins besonders stark gedrüdt. In Chicago, dem größten Schweinemarkt der Welt wie der Vereinigten Staaten, die rund 11mal so viel Schweine halten als Polen, war im letzten April die Notiz RM. 71,39 gegen 50,74 in Posen. In Deutschland hat zur Zeit die niedrigsten Schweinepreise Würzburg mit RM. 77,60; das ihm ziemlich nahegelegene Frankfurt a. M. notierte RM. 90.80, das diesem benachbarte Wiesbaden nur RM. 83,60, Koblenz gar nur RM. 80,60. In Plauen war die Notiz um 11 RM. höher als in dem ihm nahegelegenen Dresden. Eine für Deutschland maßgebende Durchschnittsnotierung für Schweine gibt es eben nicht. Die Preisunterschiede der einzelnen Plätze betragen 20 bis 25 v. H. Die Posener Schweinenotiz muß schon aus tarifarischen Gründen auf die des deutschen Westens und Südens ohne jeden Einfluß sein und würde es auch bei freier Einfuhr und ohne Zoll sein. Es ist deshalb völlig unzulässig, aus dem niedrigen Posener Schweinepreis berechnen zu wollen, um wieviel dem deutschen Volt sein Bedarf an Schweinefleisch durch den Zoll verteuert wird. Noch weit mehr lokal als der Schweinepreis bildet sich der Am wenigsten wird er durch den Preis eingeführten Gefrierfleisches gedrüdt. In München werden Schlachtochsen teurer, Kälber dagegen billiger bezahlt als in Berlin. Kühe sind in letzterem billiger als in Breslau usw. In kleineren, zum Teil auch mittleren Orten ohne eigene Schlachtviehmärkte ergeben sich noch weit größere PreisunterDer Gewerkschaftsbund der Angestellten hat jeht erneut England verzichtet auf die deutschen Zahlungen. eis für Rimber. eine umfangreiche Eingabe an die Reichsregierung gelangen lassen, die entsprechend der Zusage der Ueberprüfung der Notverordnung eine entschlossene, völlige Beseitigung der außerordentlichen sozialen Ungerechtigkeiten verlangt. Dringend gefordert werden Kürzungen der Pensionen für Großpensionäre, aber auch energische Maßnahmen gegen die Preisbildung der Kartelle, Trusts und Innungen und eine Revision der Zollpolitit. Entsprechend den Verlautbarungen über das Beschaffungsprogramm im Zusammenhang mit der Notverordnung sind bei der Deutschen Reichsbahn seit dem letzten Montag rund 50 000 Zeitarbeiter neu eingestellt worden, die auf die Dauer von fünf Monaten, und zwar 40 Stunden in der Woche( 5 Tage ju 8 Stunden) mit Erneuerung des Gleisoberbaues beschäftigt werden. In Deutschland finden in diesem Jahre mit Rüdficht auf die gespannte Finanzlage keinerlei militärische Uebungen statt. Die Manöver beschränken sich auf kleinere Uebungen im Bataillonsverband in der Nähe der Standorte. Das Preußische Kabinett hat beschlossen, den Volksentscheid auf Sonntag, den 9. August, festzusehen. Das bayerische Innenministerium hat nunmehr mit Zustimmung des Ministerrates für das ganze bayrische Staatsge: biet ein allgemeines Aufzugsverbot und ein allgemeines Uniformverbot erlassen. Durch das Umzugsverbot sind alle politi: schen Versammlungen unter freiem Himmel einschließlich der Aufzüge und Propagandafahrten, und durch das Uniformverbot das Tragen einheitlicher Kleidung und Abzeichen für alle politischen Vereinigungen in ganz Bayern verboten. Ein holländisches Geschwader unter Führung des Kapitäns 3. See D. Scalogne ist am 10. Juli in Travemünde eingetrofsen und wird bis zum 16. Juli dort bleiben. Die belgische Kammer sprach der belgischen Regierung mit 112 gegen 2 Stimmen bei 12 Enthaltungen das Vertrauen aus. Der österreichische Ministerrat hat beschlossen, den Rechtslehrer der Wiener Universität, Professor Hans Spert, zu den Sigungen des Internationalen Ständigen Gerichtshofes nach dem Haag zu entsenden, wo er im Einvernehmen mit Professor Kaufmann die Interessen Oesterreichs bei den Verhandlungen über die deutsch- österreichische Zollunionsfrage vertreten wird. Ein polnischer Heeresangehöriger begab sich in voller Ausrüstung auf deutsches Gebiet. Polnische Grenzbeamte folgten dem Deserteur mit der Waffe in der Hand auf deutschen Boden und feuerten auf ihn. London. Schazkanzler Snowden hat an den Präsidenten der BJ3. ein Schreiben gerichtet, in dem von der Entscheidung der englischen Regierung Mitteilung gemacht wird, daß sie auf die am 15. Juli fällig werdende deutsche Zahlung und zwar sowohl die geschützten wie die ungeschützten Zahlungen, feinen Anspruch erheben wird. Luther auf der Geldsuche. Paris. Reichsbankpräsident Dr. Luther hatte gestern mit dem Gouverneur der Bank von Frankreich, Moret, eine Unterredung, die außergewöhnlich lange dauerte. Um 10 Uhr erschien Dr. Luther in der Bank von Frankreich, worauf seine Besprechungen mit Moret sofort begannen. Diese Besprechungen wurden während des Mittagessens fortgesetzt, z11 dem Dr. Luther bei Moret eingeladen war, dauerten aber noch lange darüber hinaus. Um 16 Uhr hätte Dr. Luther schon in der deutschen Botschaft, in der er abgestiegen ist, sein sollen, um nach Brüssel abzureisen. Da er aber auch bis 17 Uhr noch nicht zurückgekehrt war, Die Besprechung mußte das Gepäd wieder abgeladen werden. mit dem Gouverneur der Bank von Frankreich dauert zur Stunde( 17% Uhr) noch an. Ueber den Inhalt der Verhandlungen ist nichts in Erfahrung zu bringen. Auch England verlangt zugeständnisse. London. Ebenso wie„ Daily Herald" legen auch„ Manchester Guardian“ und„ Times" jetzt Deutschland„ Zugeständnisse als Beitrag zu den allgemeinen Opfern unter dem H00ver- Plan" nahe. Manchester Guardian" empfiehlt Deutschland die Einlegung eines Flottenfeierjahres, eine Geste, die in Amerika willkommen geheißen, in Frankreich anerkannt würde, die das französische Schiffbau- Programm beeinflussen und die französisch- italienische Reibung vielleicht verringern könnte. In der ,, Times" wird außer diesem ähnlich begründeten Vorschlag der Ausschub des Prozesses wirtschaftlicher Assimilierung mit Defterreich angeregt. Sachverständigen Konferenz am 17. Juli. London. Wie der amtliche englische Funkdienst meldet, wird die Sachverständigenkonferenz der am Youngplan beteiligten Mächte am 17. Juli in London eröffnet werden. Dieses Datum ist auf Grund von Besprechungen zwischen der englischen und französischen Regierung bestimmt worden. schiede. Für die Einfuhr von Schlachtrindern nach Deutschland tommt im wesentlichen nur Dänemark in Betracht, das für seine ausgemolkenen Kühe einen anderen Markt nicht hat. Erhöhen wir unseren Zoll, so muß Dänemark mit seinen Rinderpreisen heruntergehen, die unsrigen folgen dann nach, wie denn die letzten Zollerhöhungen weder den Rüdgang unserer Rinder noch der Schweinepreise aufzuhalten vermocht haben. In ähnlicher Weise wirkt der Butterzoll. Hier vergleicht Rauterberg den Berliner Preis mit dem Kopenhagener, ohne den Unterschied der Qualität in Rechnung zu ziehen. In Berlin notiert selbst die 1. Qualität heimischer Butter um einige 40 RM. niedriger als dänische; deuische Butter 2. Qualität ſogar um 65-70 RM. niedriger. Die Uebersichten der Großhandelspreise an ausländischen Märkten, wie sie Wirtschaft und Statistik" bringen, lassen eben weil sie die Qualität nicht berücksichtigen Preisvergleiche zwischen den einzelnen Ländern nicht zu. Nach ihnen notiert in London Butter nur um RM, 27,50 niedriger als in Berlin, ein Preisunterschied, der weitgehend schon in der wesentlich niedrigeren Fracht: Dänemark London seine Begründung findet. Der Zoll von 50 RM. täme nach Rauterberg also wenig in Betracht, was durchaus unrichtig ist. Durch die Nichtberüdsichtigung der Qualitätsunterschiede kommt er zu dem erstaunlichen Resultat, daß dieser Zoll den Butterverbrauch des deutschen Volkes nur um 44 Mill. RM. verteuere, während er allein auf die Einfuhr von 1 300 000 Dz schon 65,65 Mill. RM. ausmacht. Die heimische Butter, deren Produktion nahezu das Dreifache der Einfuhr beträgt, würde danach gar nicht verteuert werden. diesen flagranten Widersprüchen hätte Rauterberg die völlige Unzulänglichkeit seiner Berechnungsmethode sofort erkennen müssen. An Am grotestesten tritt sie bei der von ihm errechneten Verteuerung des Eigenverbrauchs in Erscheinung, die nach ihm für die nicht landwirtschaftlichen Verbraucher die gewaltige Summe von 205 Mill. RM, ausmachen soll! Nun haben wir auf Eier einen Zoll von 5 RM. für 100 Kilogramm, d. i. durchschnittlich% Pfennig je Ei. Selbst wenn dieser Zoll überall voll im Preise zum Ausdrud fäme, würde er den von Rauter Samstag, den 11. Juli 1931 berg angenommenen Verbrauch der Nichtselbstversorger von 4,1 Mill. Dz. nur um 20,5 Millionen RM., also genau um den zehnten Teil der von ihm errechneten Summe verteuern! Die rohe Methode, aus der Warschauer und der Kopenhagener Notierung einen Weltmarktpreis zu konstruieren, der 50 Mark unter dem Berliner Preis liegen soll, verführt ihn zu solch phantastischer Summe. Der Preis der polnischen Eier kann zur Errechnung eines Weltmarktpreises von Eiern, der überhaupt nicht festzustellen ist, schon deshalb keine Verwendung finden, weil er durch den Differentialzoll von 30 RM., den Deutschland infolge des Zollkrieges von polnischen Eiern erhebt, künstlich herabgedrückt wird. Polen ist an der deutschen Eiere infuhr zudem mengenmäßig nur mit 4,5 v. H., wertmäßig noch mit viel weniger beteiligt. aber auch Dänemark nur mit tnapp 7 v. 5. Im europäischen Eiergeschäft gibt es nur zwei Großabneh mer: Großbritannien 1929 mit 2995 Mill, Stüd und Deutschland mit 2752 Mill Stüd. Ersteres bezieht mehr als 70 v. 5. hochwertige Eier aus Dänemark, Holland und Belgien; Deutschland nur 46 v. H. von den drei genannten Ländern. Was ihm Rußland, Polen, Litauen, die südosteuropäischen Länder, Jtalien, China usw. liefern, kann nicht als„ Frischei" angesprochen werden. Nicht einmal durchweg das dänische Ei, da Dänemark einen wachsenden Teil der in der starken Legezeit anfallenden Eier in Kühlhäusern konserviert. Wer einmal einen Blid in die Preisverzeichnisse einer gut geleiteten Eierverwertungsge nossenschaft geworfen hat, gewinnt einen Begriff von der Vielgestaltigkeit dieser Ware und ihrer Preise. Selbst im Berliner Einzelhandel kostet das Kochei 6 Pfg., das Trinkei das Doppelte. Die unendliche Verschiedenheit nach Größe, Frische, Sauberkeit, Verpackung, selbst nach dem je der Fütterung der Legehennen unterschiedlichen Geschmack läßt einen Preisvergleich mit dem Ausland gar nicht zu. Mindestens müßten beim Vergleich von Kreisen des Ausfuhrlandes mit denen des Einfuhrlandes die Frachtkosten, Versicherungs- und Handelsspesen, müßten die Zahlungsbedingun= gen und der übliche Handelsnutzen in Rechnung gestellt werden, statt den ganzen Preisunterschied auf den Zoll zu schieben. Kurzfristige Auslandsverschuldung ein Gefahrenherd. - „ Gießener Zeitung" lande finanziert. Das hat, als der überstürzte Abzug ausländischer Kurzkredite einsetzte, und die deutsche Volkswirtschaft ohnehin aufs schwerste gefährdet war, wesentlich zur kritischen Zuspigung der Lage beigetragen. - Wieviel Gelder seit Herbst vorigen Jahres und insbesondere in letzter Zeit abgezogen worden sind, läßt sich heute noch nicht beurteilen. Eratte Berechnungen darüber liegen zurzeit nicht vor. Es wird sich jedoch um mehrere Milliarden handeln. Aufgabe der Zukunft wird es sein ihre Lösung fann als ein Hauptziel der Finanz- und Wirtschaftspolitik des Reiches gelten, während der durch das Hoover- Moratorium gebotenen Atempause alle Möglichkeiten auszuschöpfen, um stabilere Ver= hältnisse auf den inländischen Kreditmärkten anzubahnen. In Nr. 55 Kein Geld für Wohlfahrtszwecke mehr. Leipzig. Der Bezirksverband der Amtshauptmannschaft Leipzig teilt mit, daß seine laufenden Einnahmen geringer seien als die notwendigen laufenden Ausgaben für Wohlfahrtslasten. Da die aus der zweiten Notverordnung angekündigten Mittel noch nicht zu fließen begonnen hätten, bleibt nichts übrig, als alle Zahlungen zurückzustellen und nur noch die Fürsorgeunter stützungen auszuzahlen. Auch das könne mangels Mittel nicht mehr in voller Höhe geschehen. Die Auszahlung in vermin derter Höhe ist nur dann gesichert, wenn umgehend Reich und Staat dem Bezirksverband größere Beihilfen gewähren. Camstag, den 11 Ferienzeit, W jubelnd die Kinde Ferienzeit. Wem et in die weite Shienenftränge de brennt, dann blike Sehnsucht spielt a Gotteswelt. Da g die fortfönnen aus Säufermeer. Wohin? gleicher Richtung läuft auch die neuerdings beschlossene groß Kampf der wirtschaftlichen Unvernunft! angelegte Kreditsicherungsaktion von etwa 1000 führenden deutschen Wirtschaftsunternehmen. Staliens Bereitschaft zur Abrüstung. Rom. ,, Italien ist, wenn die anderen Staaten gleichfalls abrüsten, bereit, sich mit einem stehenden Heer von 10 000 Mann zu begnügen, einer so geringen Bewaffnung, wie sie noch nie dagegewesen ist“, erklärte Mussolini hier im Anschluß an eine Unterredung mit Staatssekretär Stimson amerikanischen Pressevertretern, nachdem er vorher seiner Freude über den Besuch Stimsons und der Bewunderung der Initiative Präsident Hoovers Ausdrud gegeben hatte. Nach einer erneuten Versicherung, daß Jtalien die Rüstungen in jeder Weise einzuschränken gewillt sei, fuhr der Duce fort: Die letzten Wochen haben die Nerven des deutschen Volkes auf eine harte Probe gestellt. Der allgemeinen Entspannung unmittelbar nach Verkündung der Hoover- Botschaft folgte unter dem Eindruck der schwierigen Verhandlungen zwischen den Vereinigten Staaten und Frankreich ein Rückschlag: unsere Volkswirtschaft wurde erneut in den Strudel einer allgemeinen Vertrauenskrise gerissen. Der Gefahrenherd lag wiederum, von der ebenso schädlichen wie ungerechtfertigten Kapitalflucht ab= gesehen, vornehmlich bei den kurzfristigen Auslandskrediten. Sie sind es, die den deutschen Wirtschaftsorganismus allen politischen Einflüssen, allen Stimmungen und Befürchtungen gegenüber besonders empfindlich machen. Wenn es jetzt, nach erfolgter Einigung über die Inkraftsetzung des Hoover- Planes, gilt, die schweren Schäden wieder auszugleichen und Kräfte zum Wiederaufstieg unserer Volkswirtschaft zu sammeln, wird das Hauptaugenmerk nicht zuletzt auf die Problematik der kurzfristigen Auslandsverschuldung zu richten sein. Deutschland hatte sich in den letzten Jahren unter der drückenden Bürde der Reparationen, die aus eigener Kraft abzutragen es nicht vermochte, in wachsendem Maße ans Ausland verschuldet. Nach einer amtlichen Berechnung belief sich die gesamte Auslandsverschuldung Deutschlands Ende September 1930 auf etwa 27 Milliarden RM. Davon entfielen rund 11 Milliarden auf die kurzfristigen Auslandskredite. Selbst wenn man von dieser Summe die Beträge absetzt, die Deutschland seinerseits dem Ausland geliehen hat, bleibt immer noch ein PassivMit saldo von 6 Milliarden kurzfristiger Auslandsschulden. diesen Geldern wurden mangels geeigneter langfristiger Kapitalien, zu einem gewissen Teil auch langfristige Anlagen im InDer Mittellstürmer von Holywood. Ein Fußball- Roman von Sidney Horler. 14. Fortsetzung. ,,, Die Abrüstungskonferenz darf nicht hinausgeschoben werden. Italien hält an dem festgesetzten Termin, dem Februar 1932, fest. Die Welt steht am Scheidewege und hat zu wählen, welchen Weg sie einschlagen will. Wir wählen den Weg zum Frieden, den Staatssekretär Stimson geht." In plötzlicher Erregung padte Marr das junge Mädchen beim Arm. Der Gedanke, daß dieses entzückende und vornehme junge Mädchen für ihr ganzes Leben an jenen widerlichen Burschen gefesselt sein sollte, trieb ihm das Blut in den Kopf. ,, Sie werden ihn doch nicht heiraten?" schrie er auf. ,, Sagen Sie mir, bitte, daß Sie ihn nicht heiraten werden!" Deutscher Flottenbesuch in England. London. Bereits jetzt werden in England umfangreiche Vorbereitungen für den Empfang der deutschen Kreuzer ,, Karlsruhe“ und„ Königsberg" getroffen, die bekanntlich in Portsmouth den Besuch der englischen Flotte in Kiel erwidern sollen. Es wird ein großes Festprogramm ausgearbeitet, um schon rein äußerlich den Dank der englischen Flotte für die freund= liche Aufnahme der englischen Kriegsschiffe in Deutschland zum Ausdruck zu bringen. Man hofft, daß es dem englischen Publifum gestattet werden wird, die beiden deutschen Kreuzer zu be= sichtigen, auf die man besonders neugierig ist, weil man ihnen eine besonders neue und gute Konstruktion nachsagt. Margery Kirkby sah ihn an. Sein Benehmen hatte sie sichtlich bestürzt gemacht. Im Augenblid fam er wieder zu sich und ließ ihren Arm los. ,, Verzeihen Sie mir!" sagte er niedergeschlagen. Ich habe mid vergessen. Aber Sie wollten doch, daß ich Ihnen ein Freund sei; ich habe nur meinen Gedanken Ausdrud gegeben. Uebrigens glaube ich nicht, daß es Ihrem Bruder recht wäre, wenn Sie einen solchen Menschen heiraten wollten." Hugenberg Hitler Besprechung. Berlin. Vertreter der rechtsgerichteten Opposition sind Donnerstag in Berlin zu einer Sonderbesprechung zusammengetroffen, an der Dr. Hugenberg und Adolf Hitler teilnahmen. Die deutschnationale Pressestelle verbreitet über diese Zusammenkunft ein kurzes Kommuiniqué, das den Charakter einer neuen Kampfansage an die Regierung trägt, ohne im übrigen Näheres über die Beschlüsse der Tagung auszusagen. „ Ich werde Mr. Stopford nicht heiraten. Er machte mir gestern abend einen Heiratsantrag, aber ich wies ihn ab. Das hat ihn scheinbar so wild gemacht. Er sagte furchtbare Dinge zu mir über... über einen Freund von mir und meinte schließ= lich, daß er den Hollywood- Klub nur meinetwegen erhalten und daß der Klub nun zum Teufel gehen könne. Er würde den Grund mit Beschlag belegen lassen, sagte er, und das ganze Geld, das er dem Klub bis nun vorgeschossen hat, zurüdverlangen. Es tut mir Jhretwegen so furchtbar leid, Mr. Marr." ,, Glauben Sie nicht, daß Sie mich Stanley zuliebe' Did nennen fönnten?" antwortete Marr. Mr. Marr flingt so formell zu formell, jetzt, wo wir Freunde sind. Es muß Ihnen meinetwegen auch nicht leid tun; machen Sie sich keine Sorgen meinetwegen. Ich freue mich, daß Sie den Schurken abgewiesen haben!" Auch Notverordnung der Länder! 1 N Warum wollt herrliche deutsche W Dort oben ist die Küfte der Oftjee. len und Wogen br Der Vorschlag des Präsidenten Hoover schafft, reparations politisch gesehen, eine Art Zwischenstadium. Er bietet, seine Durchführung im Sinne Hoovers trotz der französischen Wider stände vorausgesetzt, unserem gequälten Volk eine Chance, die erschütterten Grundlagen seines wirtschaftlichen und sozialen Lebens zu festigen. Eine Lösung der Reparationsfrage bedeutet er nicht. Er ist eine Verheißung, keine Erfüllung. Die wirtschaft liche Vernunft in der Welt ist erwacht, ihr auf dem Gebiet der Reparationen, allen Widerständen zum Trotz, zum Siege zu ver helfen, wird die vornehmste Aufgabe der nächsten Zukunft sein. Wir werden nicht aufhören dürfen, darauf hinzuweisen, in wie hohem Grade alle bisherigen Lösungsversuche des Reparations problems an der tatsächlichen Leistungsfähigkeit und den gegebenen Entwicklungsmöglichkeiten der deutschen Volkswirtschaft vorbeigegangen sind. Auch der Young- Plan! Gerade er überschätzt aufs verhängnisvollste ein ausschlaggebend wichtiges Mo ment: die Aussichten Deutschlands, aus dem Wirtschaftsverkehr mit dem Auslande die für die Zahlung der Reparationsraten erforderlichen echten Ueberschüsse zu gewinnen. Mannheim. Die Badische Staatsregierung beabsichtigt, in den nächsten Tagen auf Grund des Artikels 56 der badischen Verfassung ein Notgesetz zur Deckung des Fehlbetrages im badischen Staatshaushalt zu erlassen. Durch dieses Notgesetz sollen die Gehälter der badischen Beamten um weitere 5 v. H. ge= kürzt werden. Außerdem soll der Schullastenausgleich zwischen Land und Gemeinden zu ungunsten der Gemeinden abgeändert werden. Ferner ist beabsichtigt, die Beträge, die das Land Baden bisher zum Fürsorgeaufwand der Gemeinden beigesteuert hat, zu kürzen. Die Gemeinden sollen für den ihnen entstehenden Einnahmeausfall dadurch zum Teil entschädigt werden, daß sie ermächtigt und verpflichtet werden, die Gehälter der Gemeindebeamten ebenfalls um 5 v. H. zu kürzen. ,, Oh, ich hätte ihn niemals geheiratet!" antwortete Margern. Obgleich er mich seit langer Zeit mit Aufmerksamkeiten überschüttet, konnte ich ihn doch niemals recht leiden. Ich hatte ein unbestimmtes Gefühl, daß er ein schlechter Mensch ist. Auch habe ich manches über ihn erzählen hören, obwohl er nichts davon wußte. Jetzt aber", fügte sie mit einem nachdenklichen Stirnrunzeln hinzu, wird mir das Leben wohl etwas schwer gemacht werden, weil ich ihn abgewiesen habe." ,, Ihre Tante wollte, daß Sie ihn heiraten, nicht wahr?" bemerkte der Fußballer. Nehmen Sie mir die Freiheit nicht übel, aber ich bin nach unserem Beisammensein am Samstag zu diesem Schluß gekommen." „ Ich beglückwünsche Sie zu Ihrem Scharfsinn." Das Mädchen lächelte verzweifelt und fuhr dann fort:„ Sie haben ganz recht; meine Tante hat es sich in den Kopf gesetzt, daß ich Fairfar Stopford heirate. Sie war wütend heute morgen, als ich ihr erzählte, daß ich ihn abgewiesen habe." ,, Können Sie nicht anderswo wohnen... in Hollywood, meine ich?" sagte Marr, der die letzten Worte rasch hinzugefügt hatte. fer als nur die tein; man liegt an lichen Wälder im and Franken, der herrliche Welt der und leicht befreit u jug an mir vorüb bauen aus den Fe Stadt ihre Abschie füllte Sehnsucht all Auch wir Gro Schönen deutschen S pfennige, weil fie foll. Das ist echt Und fein Mi Ditfee und Nordfee enge Heimat hat ihr ein Lied jingen Ein Blick auf die Entwicklung der deutschen Zahlungsbilanz seit dem Jahre 1924 beweist das schlagend. Dieses volkswirtschaftliche Kontokorrent- es stellt Einnahmen und Ausgaben Deutschlands im Verkehr mit dem Ausland gegenüber zeigt grundsätzlich Jahr für Jahr das gleiche Bild, trotz sprunghaften Wechsels der Konjunkturen. Es sind jeweils vier große Posten, die das Bild der Zahlungsbilanz bestimmen: 1. der Warenhandel mit dem Auslande( Einfuhr und Ausfuhr), 2. die Einnahmen und Ausgaben aus dem Dienstleistungsverkehr, d. h. aus dem Transportverkehr, aus Versicherungen, dem Reiseverkehr u. a. m., 3. die Zinsen für Auslandskredite und Auslandsguts haben, 4. die Reparationsleistungen. Eine Gegenüberstellung dieser Posten hat bisher in keinem Jahre einen Ueberschuß zugunsten Deutschlands ergeben. In der Zeitspanne seit 1924 fonnte die Zahlungsbilanz regelmäßig nur durch Aufnahme von Auslandskrediten ausgeglichen werden. Der Zustrom ausländischen Kapitals belief sich von 1924-1929 auf insgesamt 15% Milliarden. Wenn es unerträglich wird, muß ich wohl versuchen, ein anderes Heim zu finden. Wie man Hollywood retten kann, muß nun unser erster Gedanken sein, nicht wahr?" ,, Das und Ihr Glück!" antwortete der Fußballer ernst. Wieder röteten sich die Wangen des jungen Mädchens, und sie schien dem jungen Manne, welcher ihr, ohne es zu wollen, soviel von seinem Geheimnis verraten hatte, schöner und be= gehrenswerter denn je zuvor. Sie drehte das Auto herum und fuhr mit rasender Geschwindigkeit zurück zum Fußballplatz. Der Wagen hielt vor dem Tor. ,, Sie werden mir bestimmt schreiben, was es Neues gibt, nicht wahr?" sagte das junge Mädchen. ,, Ich möchte Sie viel lieber selbst sehen, als Ihnen schreiben," antwortete Marr.„ Darf ich?" ,, Natürlich," lächelte das junge Mädchen. Vielleicht führen Sie mich heute abend ins Kino? Ich weiß allerdings nicht, ob der Film gut sein wird." Ich werde ihn nicht sehen," antwortete der Mittelstürmer galant. 8 Ein vergeblicher Kaperversuch. Was die Zahlungsbilanz von 1930 betrifft, so stellt sie sich folgendermaßen dar: auf der Aktivseite stehen ein Ueberschuß aus eine dem Warenhandel in Höhe von 1½ Milliarden RM. und ein Rein Folge krisenhafter Schrumpfung der Einfuhr ertrag aus dem Dienstleistungsverfehr von 0,2 Milliarden; auf der Passivseite stehen der Zinsendienst für die Auslandskredite im Betrage von 0,8 Milliarden und 17 Milliarden für die Reparationen. Das ergibt insgesamt einen Passivsaldo von 0,8 Milliarden, der ebenfalls durch Zustrom von Auslandskrediten abgedeckt wurde. Als Marr sich dem Eingang zum Spielfeld näherte, trat ein Mann, der ihn schon während der Abschiedsszene mit Margery scharf beobachtet hatte, auf ihn zu und faßte ihn beim Arm. Ist Ihr Name nicht Marr?" fragte der Fremde. Ich glaube," antwortete Dick abweisend.„ Aber ich kann mich jetzt nicht aufhalten," fügte er hinzu. ,, Sie werden es nicht zu bedauern haben, junger Mann, wenn Sie hören, was ich Ihnen zu sagen habe!" antwortete der andere mit Nachdruck. ,, Nun, was immer es auch sein mag." bemerkte der Fußballer ,,, ich habe jetzt auf keinen Fall Zeit, Ihnen zuzuhören." Er machte seinen Arm frei und schritt durch das Tor. Wir haben es also regelmäßig seit sieben Jahren mit einem ,, geborgten" Ausgleich der deutschen Zahlungsbilanz zu tun. Man kann diesen Zustand dahin umschreiben: um unseren gewaltigen Zahlungsverpflichtungen nachkommen zu können, mußten wir an die finanzielle Hilfe des gleichen Auslands appellieren, dem unsere Zwangsleistungen zugute kamen. Weder in Zeiten guter, noch in Perioden schlechter Konjunktur war es bisher möglich, die gewaltigen Reparationszahlungen aus dem Ertrag der wirtschaftlichen Leistungen unseres Volkes abzudecken. Wenn ihm im Augenblick nicht so viele Dinge durch den Kopf gegangen wäre, hätte diese seltsame Begegnung ihn wohl anhaltender beschäftigt. So aber schenkte er ihr keine Beachtung und hatte sie bald vergessen. Unglüd hat seine eigene Atmosphäre, und an diesem Tage herrschte eine düstere Stimmung auf dem Hollywoodgrund. Als Marr das Ankleidezimmer betrat, standen die Spieler erregt plaudernd in fleinen Gruppen. Sonst waren um diese Zeit alle damit beschäftigt, sich umzuziehen, heute war noch nicht ein einziger Kasten offen. ,, Hat heute vormittag jemand mit dir gesprochen. Marr?" fragte Pat Finnegan, als der Refrut den Raum betrat, Alles horchte auf und blidte auf Dick, der ein verdutztes Gesicht machte. " Ja," sagte er ,,, ein fremder Mann hat mich jetzt eben beim Tor festgehalten und mir angeblich etwas sehr wichtiges mite teilen wellen." Was hast du ihm geantwortet?" Ich habe ihn abgeschüttelt und ihm gesagt, daß ich keine Zeit hätte, ihm zuzuhören. Ich wollte wissen, was es hier Neues gibt." 3u Marrs größter Ueberraschung rief seine Antwort allgemeine Heiterfeit unter seinen Zuhörern hervor. * Keine Infla bertstammer Gieße loje Menschen am die Wand zu male befonders aber der ju tragen. Ihre Wirklichkeit darau ,, Was gibt es da zu lachen?" fragte er. Er gehörte nicht zu den Leuten, die feinen Spaß vertragen fönnen, aber in jeiner jezigen Stimmung machte der scheinbar grundlose Hei terfeitsausbruch ihn nervös. ,, Sag' uns, wie der Mann ausgesehen hat, dann wollen wir dir sagen, warum wir lachen," antwortete Tranfield, der linte Verteidiger. „ Ich habe ihm teine Aufmerksamkeit geschenkt, aber ih glaube, es war ein sehr großer, etwas starter Mann, von un gefähr fünfzig Jahren." ,, Rötlichen Schnurrbart?" fragte Tranfield. " Ja. Kennst du ihn?" fie die Bevölkerun veranlassen, die in jelnen weit hinau ulegen und für foldhen unlautere genug darauf hi „ Ob ich ihn tenne! Wer kennt ihn nicht? Es ist Joe Moorfield der Kaperer von Hampton Villa'. Joe ist sehr erfolgreich, er hat mehr Stars gefapert als irgendein anderer bei dem Geschäft. Auch mich wollte er haben," fügte der Ver teidiger mit Stolz hinzu ,,, aber Hollister wollte mich nicht freigeben!" lich verankerten Inflation ein D erwartet werde unter dem Bo die gebührende Bom St theaters, Dr. K wurde für die Propagandachef then verpflichtet. ,, Du willst sagen, Ben, daß du selbst nicht gehen wolltest!" verbesserte Walter Bell, der linte Flügelstürmer. Hollister ist noch niemandem im Wege gewesen, wenn wirklich einmal einer wandern wollte. Ihr werdet sehen, er wird es auch jetzt nicht tun." Ihr meint doch nicht, daß der Mann mich für einen an deren Klub kapern wollie?" fragte Marr verdußt. Jetzt bist du der Sache auf der Spur, du Sherlock Holmes! Joe Moorfields einzige Beschäftigung im Leben ist das Einfangen von guten Spielern. Wenn du für den berühmtester Klub Englands spielen willst, dann hast du jetzt die Chance! Fortsetzung folgt. Lahniperre Jubiläumsregatte 21m Ein Erinne Bange Spann 1866- über gan vollen Krieg herau land entscheiden jo bajt diejer Krieg einem Bruder Ad „ Der Krieg eines Menschen Deutschlands we jein, was die öfte taaten nebenein Giner von beide werden. Desterre unjere ganze M gezeigt, daß es einer Einigung mals tommen w Aufgabe lösen jo allgemeinen nicht Freund, Der worden, feine Me Kabinetts! Dejte flagen, es ist n In Banern reg einem Vater, dem gendliche Bayernta in. Seine Mutt berühmten Prinz riedrich Wilhelm er Prinzessin Ma Beijel angeboten h er Tilfiter Beding Beziehungen vorüb Den, beweist die T s die Königin- M jagen ließ, et Pupiche Brinzeiji er liebevollite Go Enge Bande u nigs Georg V. D Georgs V. Mutter Burg- Strelit, die E ei tidytige Better Bellen- Raffel regier Er war der Sobn e te war eine Tod Demnady war Köni Ontel und König 20 Offizier war der jabren, nach der g jeber ein Anhänger Mr. riszwede mehr. Der Amtshauptmanni 1 Einnahmen geringer fein gaben für Wohlfahrtsleitn mung angefündigten M en, bleibt nichts übrig, nur noch die Fürsorgeunt önne mangels Mittel ni Die Auszahlung in permin wenn umgehend Reich un Beihilfen gewähren. then Unvernuni Hoover schafft, reparations Samstag, den 11. Juli 1931 Lokales. Sonntagsgedanken. Ferienzeit, Wanderzeit! Aus den Schulhäusern strömen jubelnd die Kinder und freuen sich des Beginns der schönen Ferienzeit. ,, Wem Gott will rechte Gunst erweisen, den schickt er in die weite Welt." Wenn ich in diesen Tagen über Schienenstränge der Eisenbahn gehe und die Julisonne auf sie brennt, dann blizen sie wie Silbersaiten einer Harfe und meine Sehnsucht spielt auf ihnen das Lied von der weiten schönen Gotteswelt. Da gibt es jetzt ein Raten und Ueberlegen derer, die fortlönnen aus dem Gewühl der Großstadt und dem grauen Häusermeer. Wohin? Nach dem Süden? Nach Italien? Warum wollt ihr die Heimat jegt vergessen, die weite, stadium. Er bietet, fein herrliche deutsche Welt? Jst sie euch nicht groß und schön genug? Cog der französischen Wite Iten Volt eine Chance, b irtschaftlichen und soziale Reparationsfrage bedeute e Erfüllung. Die wirtsch cht, ihr auf dem Gebiet de um Trok, zum Siege zu be e der nächsten Zukunft jei darauf hinzuweisen, in gsversuche des Reparations ngsfähigkeit und den geg er deutschen Volkswirtió ing- Plan! Gerade er übe sschlaggebend wichtiges Me aus dem Wirtschaftsverte hlung der Reparationsrate gewinnen. Der deutschen Zahlungsbila schlagend. Dieses volkswin Einnahmen und Ausgabe Ausland gegenüber- ei eiche Bild, trok sprunghajte jeweils vier große Pofte estimmen: 1. der Warenbar und Ausfuhr), 2. die Ein enstleistungsverkehr, d. h. au rungen, dem Reiseverkehr dskredite und Auslandsgu en. Eine Gegenüberstellung Jahre einen Ueberschuß -Zeitspanne seit 1924 forni durch Aufnahme von Aus Der Zuftrom ausländischer auf insgesamt 15% Mi 30 betrifft, so stellt fie f e stehen ein Ueberfuß au Milliarden RM- in Einfuhr- und ein Rei ehr von 0,2 Milliarden; a enst für die Auslandstredi 17 Milliarden für die R einen Passivsaldo von 0 strom von Auslandskredite jeit sieben Jahren mit eine Zahlungsbilanz zu tun. Ma iben: um unseren gewaltige en zu können, mußten wir uslands appellieren, dem un en. Weder in Zeiten gute nttur war es bisher mögli gen aus dem Ertrag der wi Ifes abzudeden. uf dem Hollywoodgrund. , standen die Spieler erreg Onst waren um dieje 3eit a heute war noch nicht ein ein mit dir gesprochen, Mart? trut den Raum betrat, Alle Tein verduktes Gesicht macht Mann hat mich jetzt eben bein ch etwas sehr Wichtiges mi etu und ihm gesagt, daß ich fein wollte wissen, was es hie Sung rief seine Antwort a Zuhörern hervor. fragte er. Er gehörte ni 3 vertragen fönnen, aber i der scheinbar grundlose H gesehen hat, dann wollen w twortete Tranfield, der lint erffamteit geschenkt, aber i etwas starter Mann, von un gte Tranfield. ennt ihn nicht? Es ist Ja ampton Villa Joe ist jet etapert als irgendein andere Ilte er haben," fügte der Ver Hollister wollte mich nicht fre Du felbst nicht gehen wollte e Flügelstürmer. Sollifter n, wenn wirklich einmal eine en, er wird es auch jest ni Der Mann mich für einen gte Marr verdugi. Der Epur, du Sherlod Holme gung im Leben ist das Gi enn du für den berühmte ann hast du jetzt die Chanc folgt Dort oben ist die deutsche Nordsee und die unendlich lange Küste der Ostsee. Blaue Ferne, Luft, Luft und Wasser. Wellen und Wogen branden dort und weit ist dort die Welt, grö ßer als nur die Erde. Die Ewigkeit ist dort am Meer so Oder schaut die herrflein; man liegt am Rande des Ails. lichen Wälder im Herzen der deutschen Heimat, in Thüringen und Franken, den reich gesegneten Vater Rhein oder die schöne herrliche Welt der Alpen. Im Tale bleiben dort die Sorgen und leicht befreit umarmt man die Welt. Da fährt ein Ferienzug an mir vorüber. Lachende und jubelnde Kindergesichter schauen aus den Fenstern und aus vollen Lungen rufen sie der Stadt ihre Abschiedsgrüße zu. O glückliche Ferienfahrt, erfüllte Sehnsucht aller Kinderherzen! Auch wir Großen haben Ferien. Verbringt sie in der schönen deutschen Heimat, denn sie braucht euch und eure Sparpfennige, weil sie arm ist und durch euch wieder reich werden soll. Das ist echte Vaterlandsliebe. Und kein Mißmut und keinen Groll bei euch, wenn nicht Ostsee und Nordsee oder die Berge euch grüßen. Auch eure kleine enge Heimat hat einen Fleden mit Wiesen und Wäldern, wo ihr ein Lied singen könnt von Ferienfreuden und Zufriedenheit. Der Sonntagsschreiber. * Keine Inflationsgefahr. Von der Industrie- und Handwerkskammer Gießen wird geschrieben: Wiederum sind gewissenlose Menschen am Werk, das Gespenst der neuen Inflation an die Wand zu malen und damit in weite Kreise der städtischen, besonders aber der ländlichen Bevölkerung, größte Beunruhigung zu tragen. Ihre unverantwortliche Handlungsweise läuft in Wirklichkeit darauf hinaus, eigene Geschäfte zu machen, indem sie die Bevölkerung zu überſtürzten Wareneinkäufen jeder Art veranlassen, die in vielen Fällen über die Verhältnisse des einzelnen weit hinausgehen, ihm unerfüllbare Verpflichtungen auferlegen und für längere Zeit/ große Sorge machen. Entgegen solchen unlauteren Machenschaften fann gar nicht oft und scharf genug darauf hingewiesen werden, daß bei der heutigen gesetzlich verankerten Verfassung der Reichsbank die Wiederkehr der Inflation ein Ding der Unmöglichkeit ist. Es darf daher auch erwartet werden, daß die Bevölkerung allen Elementen, die unter dem Vorwand der Inflationsgefahr an sie herantreten, die gebührende Behandlung zuteil werden läßt. * Vom Stadttheater. Der Dramaturg des Gießener Stadttheaters, Dr. Karl Ritter, der auch als Schauspieler tätig war, wurde für die kommende Spielzeit als 1. Dramaturg und Propagandachef an das Oberschlesische Landestheater in Beuthen verpflichtet. * Lahnsperre. Das Kreisamt gibt bekannt, daß während der Jubiläumsregatta des Lahnregattaverbandes die Lahn vom 1866Um Zepter und Kronen! Ein Erinnerungsblatt an die Zeit vor 65 Jahren: Bange Spannung lag vor 65 Jahren im Mai und Juni über ganz Deutschland Jedermann sah diesen unheilpollen Krieg herausziehen, der über die Vorherrschaft in Deutschland entscheiden sollte. Um Zepter und Kronen" wurde wahr haft dieser Krieg geführt, von dem Moltke am 20. Mai 1866 jeinem Bruder Adolf schrieb: ,, Der Krieg ist unvermeidlich. Ich glaube nicht, daß es in eines Menschen Hand liegt, ihn zu vermeiden. Die Geschicke Deutschlands werden sich jetzt vollziehen. Es mag wohl wahr sein, was die österreichischen Blätter behaupten, daß zwei Großstaaten nebeneinander in Deutschland nicht bestehen können. Einer von beiden muß untergehn. Der Kampf wird furchtbar werden. Desterreich hat gerüstet wie nie zuvor, auch wir stellen unsere ganze Macht ins Feld. Fünfzig Friedensjahre haben gezeigt, daß es bei dem unpraktischen Sinne der Deutschen zu einer Einigung auf dem Wege friedlicher Verständigung niemals tommen wird Ist es Gottes Wille, daß Preußen diese Ausgabe lösen soll, so sind die europäischen Verhältnisse im allgemeinen nicht ungünstig Wir haben in Deutschland keinen Freund. Der Bund" ist eine österreichische Einrichtung geworden, seine Mehrheitsbeschlüsse sind der Ausdruck des Wiener Kabinetts! Desterreich hat noch nie gerüstet, ohne auch zuzuschlagen, es ist nicht reich genug, um ohne Erfolg abzurüsten." In Bayern regierte König Ludwig II., der am 10. März 1864 Seinem Vater, dem König Mar II., gefolg: war. Und dieser ju= gendliche Bayernkönig war der Sohn einer preußischen Prinjejjin. Seine Mutter. die Königin Marie, war die Tochter jenes berühmten Prinz Wilhelm von P.eußen eines Bruders Friedrich Wilhelms III- der sich mit seiner edlen Gemahlin, der Prinzessin Marianne von Hessen- Homburg dem Korjen als Geisel angeboten hatte, um für sein Vaterland eine Milderung der Tilsiter Bedingungen herbeizuführen! Wie sehr die FamilienBeziehungen vorübergehend durch diesen Bruderkrieg gestört wurden, beweist die Tatsache, daß nach dem Gefecht bei Kissingen, als die Königin- Mutter ihren Sohn zu prechen wünschte, dieser ihr sagen ließ, er sei in dieser Stunde nicht in der Lage, eine preußische Prinzessin zu empfangen. Dabei war der König sonst der liebevollste Sohn! Enge Bande umschlangen auch das Haus des letzten Weljenönigs Georg V. von Hannover mit den Hohenzollern. König Georgs V. Mutter war die Prinzessin Friederide von Mecklen burg- Strelit, die Schwester der Königin Luise! So standen sich awei richtige Vettern im Kriege gegenüber. Im Kurfürstentum Hessen- Kassel regierte der Kurfürst Friedrich Wilhelm I. Auch Er war der Sohn einer preußischen Mutter Die Kurfürstin Auguste war eine Tochter des Preußenkönigs Friedrich Wilhelm II.; demnach war König Friedrich Wilhelm III. von Preußen sein Onkel und König Wilhelm I. sein richtiger Vetter. Ein preußischer Offizier war der Erzieher des Kurfürsten in seinen Jugendjahren, nach der ganzen Tradition seines Hauses war er von jeher ein Anhänger Preußens, für alle preußischen Einrichtungen ,, Gießener Zeitung" Felsen bis zum Wehr heute und morgen von 7 bis 19 Uhr für alle Boote und Personen, die nicht an der Durchführung der Regatta beteiligt sind, gesperrt ist. * Universitätsgottesdienst. In der neuen Aula der Universität findet morgen 11.15 Uhr, ein Gottesdienst statt. Die Predigt hält Privatdozent Lic. Dr. Allwohn. * Probealarm. Wie das städtische Tiefbauamt mitteilt, werden heute um 15 Uhr die Feueralarmsirenen in Betrieb gesetzt. Es handelt sich nur um einen Probealarm, Grund zur Beunruhigung ist also nicht vorhanden. * Straßensperre. Der Aulweg, entlang der Oberhessischen Eisenbahnwerkstätte, ist vom Freitag, den 10. Juli 1931, ab zweds Vornahme von Neueinwalzen der Chaussierung auf die Dauer von etwa einer Woche für Fahrzeuge aller Art polizeilich gesperrt. * Verkehrsstörung. Es wurde beim Polizeiamt darüber geflagt, daß durch Ansammlungen auf der Straße die Fußgänger belästigt und der Verkehr gestört wird. Unter Hinweis auf§ 16 der Polizeiverordnung über die Verkehrsregelung in der Stadt Gießen vom 30. November 1928 macht das Polizeiamt darauf aufmerksam, daß das Stehenbleiben auf den Bürgersteigen verboten ist, wenn hierdurch der Verkehr gestört wird. Das Stehenbleiben auf der Fahrbahn ist allgemein verboten. Die Polizeibeamten sind angewiesen gegen Zuwiderhandelnde einzuschreiten. * Erhöhte Freigrenze für die Umsatzsteuer. Ab 1. Juli 1931 sind Lieferungen und Leistungen, die im Jahre den Betrag von 5000 RM. nicht übersteigen, umsatzsteuerfrei. * Politischer Hochbetrieb. In einem Monat 752 Versamm= lungen. Nach Feststellungen des Landeskriminalpolizeiamts haben in Hessen während des Monats Mai insgesamt 752 öffentliche Versammlungen, Kundgebungen, Aufzüge und sonstige Demonstrationen politischer Art stattgefunden, d. h. pro Tag durchschnittlich 25 Versammlungen und sehr wahrscheinlich an den Samstagen und Sonntagen, den Höhepunkten des politischen Hochbetriebes, noch ein Vielfaches davon. Aller Wahrscheinliche feit nach dürfte die Zahl der Versammlungen im Monat Juni noch gestiegen sein, so daß der Erlaß des hessischen Innenministers, einmal fünf Wochen Ferien zu machen in der Politik, für Polizei, Publikum und Parteien mehr als gerechtfertigt erscheint. * Die Finanzämter auf der Geldsuche. Die Arbeitsgemeinschaft des Einzelhandels Groß- Hamburg teilt mit: Ein Geschäftsinhaber verkaufte seinen Laden; der Käufer erkundigte sich beim Finanzamt, ob Steuerrüdstände vorhanden wären und betam eine verneinende Antwort. Am 4. März d. J. erhielt der neue Geschäftsinhaber vom Finanzamt folgenden Vollstreckungsbefehl: Umsatzsteuer 1929: Restzahlung 0,04 RM, Zwangsvollstreckungskosten 1,55 RM., zusammen 1,59 RM, überflüssig! Kommentar * Kürzung der Hebammengebühren in Hessen. Nach einer Verordnung des hessischen Ministers für Arbeit und Wirtschaft wird die den Hebammen von den Krankenkassen zu zahlende Gebühr mit Wirkung vom 1. Juli dieses Jahres um 10. v. H. gefürzt. Eine Herabsetzung der übrigen Gebühren findet zunächst nicht statt. * Oberhessischer Turnerschaftstag. Heute treffen sich die Turnerschaften des VC., der Verbandes der Turnerschaften auf deutschen Hochschulen, von Marburg, Darmstadt, Frankfurt a. M. und Gießen zu einem„ Oberhessischen Turnerschaftstage" in unserer Stadt. Nach einem festlichen Umzuge vereinigen sich alte und junge VC.er im Klub zu einem Festkommers. * 25. Lahnregatta. Gießen hat seine 25. Jubiläumsregatta, die Rennen sind recht gut besetzt. Frankfurt, Offenbach und Mainz sind gut vertreten, selbstverständlich auch alle Lahnverzeigte er eine besondere Vorliebe, die sich sogar in den geringsten Kleinigkeiten offenbarte. Immer wieder wies der Kurfürst auf seine alten, herzlichen Beziehungen zu dem preußischen Königshause hin, besonders zu seinem Dheim Friedrich Wilhelm III., dem er als Knabe nach der Schlacht bei Leipzig für die Erhal tung des Kurfürstentums habe danken müssen. Stolz trug er die Kette des Schwarzen- Adler- Ordens, die ihm am 22. Juli 1864 der preußische Gesandte Prinz Reuß überbracht hatte als Anerfennung für die politische Haltung des Kurfürsten in dieser Zeit. Der Kurfürst selbst hatte am 1. Juli 1865 an Bismard den ,, Goldenen- Löwen- Orden" verliehen; es ist eine eigenartige Fügung, daß nach dieser Verleihung keiner mehr diesen Orden verliehen erhalten hat! Bismard war der letzte Ritter dieses Drdens! In Hessen- Darmstadt regierte Großherzog Ludwig III., der mit der bayerischen Prinzessin Mathilde, einer Tochter König Ludwigs I. von Bayern vermählt war; die Ehe blieb finderlos. Sein Bruder Prinz Karl war mit der preußischen Prinzessin Elisabeth, einer Tochter des schon vorerwähnten Prinzen Wilhelm von Preußen, einer Nichte König Friedrich Wilhelms III. vermählt. Wiederum war der aus dieser Ehe entsproßene Prinz Ludwig, der spätere Großherzog Ludwig IV. seit dem 1. Juli 1862 mit der Prinzessin Alice, einer Tochter der Königin Vittoria von England vermählt. Auf diese Weise war Prinz Ludwig der Schwager des Kronprinzen Friedrich Wilhelm von Preußen geworden, der am 25. Januar 1858 die Prinzessin Vittoria von England heimgeführt hatte! Auch hier traf der Krieg eine nahe Verwandtschaft! Der Kronprinz berichtet uns am 8. Mai 1866: ,, Louis von Hessen tam inkognito an, um zu erfahren, ob Preußen wirklich in das Großherzogtum einrüden oder zur Annektion schreiten werde." An die badische Regenten- Familie stellte der Krieg ganz besonders hohe Anforderungen Der Großherzog Friedrich I. von Baden war als Gemahl der preußischen Prinzessin Luise der Schwiegerjohn König Wilhelms 1. Er war in der peinlichen Lage, gegen den eigenen Schwiegervater seine Truppen ins Feld senden zu müssen Der Großherzog war preußisch, sein Minister Freiherr Ludwig von Edelsheim ganz österreichisch gesinnt. Gu stav Freytags Freund, der badische Minister Karl Mathy, schrieb am 18. Juni 1866 in grimmigem Schmerze in sein Tagebuch: ,, Wir stehen auf der unrechten Seite, für das Faule, für der Ausgang wird Habsburg und Welf, gegen das Frische es lehren!" Auch zwischen dem württembergischen Königshause und den Hohenzollern bestand Verwandtschaft. König Karl von Württemberg war seit dem 13. Juli 1846 mit der Großfürstin Olga von Rußland vermählt. Die Königin war eine Tochter des Zaren Nikolaus I. von Rußland und der Prinzessin Charlotte von Preußen. Ihre Mutter war demnach eine Tochter des Königs Friedrich Wilhelms III. und der Königin Luise; der Preußenfönig war der Onkel der württembergischen Königin. Ein besonders scharfer Gegner Preußens war damals der württembergische Minister von Varnbüler, der seiner Stimmung gegenüber Preußen Ausdruck gab, indem er bei einer Rede in der Nr. 55 eine. Kastel startet im Achter gegen Gießen 77, Offenbacher RV. fommt gegen Mühlheimer Wassersport im Vierer, am Sonntag hat Offenbach gegen die Frankfurter Germanen zu Außerdem fämpfen im Vierer ohne und mit Steuermann. haben Meldungen abgegeben Höchst, Sachsenhausen, Frankfur ter RC., Universität Frankfurt und Undine Offenbach. * Missionsfest. Morgen findet hier das Missionsfest statt. Festprediger ist Missionar L. Blümer, Marburg. Gottesdienste finden morgens 10 Uhr in der alten Friedhofskapelle und nachmittags 3 Uhr auf der Waldbühne statt. * Notgemeinschaft erwerbsloser Segelflieger. Hier hat sich vor einigen Wochen eine Notgemeinschaft erwerbsloser Segelflieger gebildet, die aus stellenlosen jungen Ingenieuren, Technikern und Handwerkern besteht und sich die freiwillige Betäti gung im Segelflugzeugbau zur Aufgabe gemacht hat. Die Notgemeinschaft, die in enger Verbindung mit dem Verein für Luftfahrt arbeitet, hat im Verlauf der letzten drei Wochen ein Segelflugzeug mit zehn Metern Spannweite erbaut, wozu 12 Mitglieder der Notgemeinschaft insgesamt rund 250 Arbeitsstunden leisteten. Die Gruppe ist dieser Tage mit dem Segelflugzeug in die Gegend von Homberg( Oberhessen) zu Schulungsflügen abgerückt. * Einbruch. In einem Haus der Westanlage wurde Mittwoch nachmittag eingebrochen. Die Einbrecher öffneten die Wohnung durch einen Nachschlüssel. Gestohlen wurde eine go!- dene Herrenuhr mit geripptem Sprungdedel, eine schwere goldene Uhrkette und etwa 60 Mark Bargeld. * Von der Straffammer. Einen bösen Reinfall erlebte ein Kaufmann aus Bad Nauheim, der sich mit einer zweijährigen Zuchthausstrafe wegen Sittlichkeitsverbrechens nicht einverstanden erklärte und gegen das Urteil Berufung einlegte. Der Kaufmann, der wegen des gleichen Vergehens an Kindern schon mit Zuchthaus vorbestraft ist, wurde nun von der Großen Straffammer zu vier Jahren Zuchthaus verurteilt, da auch der Staatsanwalt sich mit dem Urteil des Bezirksschöffengerichts nicht zufrieden gegeben hatte. Die Berufung des Angeklagten wurde verworfen. * Tinte aus Stoff zu entfernen. Um Tinte aus Stoff zu entfernen, durchtränkt man zunächst den Stoff mit Speiseeisig oder mit einer Mischung von 5 Gramm Salzsäure und 95 Gramm Wasser. Fünf Minuten nach Durchtränkung mit einem dieser Mittel, wird eine 10prozentige Lösung von Kleesalz, Oralsäure oder Weinsteinsäure aufgeträufelt, dann in Wasser gelegt und ausgespült, oder man bestreicht mit warmer konzentrierter Oralsäurelösung und bestreut mit Zinkstaub. Durch wiederholte Behandlung lassen sich die Flecke vollständig beseitigen. Nach der Entfernung der Flecken wäscht man gründlich in fließendem 5. K, Wasser aus. Maschinenbauschule Gießen. Wie uns die Maschinenbauschule Gießen mitteilt, ist dieser Anstalt die Berechtigung erteilt worden, das Zeugnis der ,, mittleren Reife" zu erteilen. Hierdurch wird den Schülern dieser Anstalt, welche nur Volksschulbildung haben, Gelegenheit geboten, die gleiche ,, mittlere Reife" mit den gleichen Berechtigungen zu erlangen, wie die Schüler höherer Lehranstalten. Hühneraugen Hornhaut, verbidte Sornschwieler an Händen und Füßen, überhaupt alle harten Hautwucherungen wer werden gründlich auf fauberfte und bequemste Art beseitigt durch Leolin". Padung für mehrmaligen Gebrauch mit genauer Gebrauchsanweifung 60 Pf. In allen Chlorodont. Berlaufsstellen zu haben. Kammer nach Preußen hin den berühmten Ausruf: Victis Vae Wehe den Besiegten" tat Er hat später sehr schnell den Anschluß an Bismard gefunden. Zwar hat Bismard es zunächt abgelehnt, bei den Friedensverhandlungen Barnbüler zu empfangen, aber später hat er mit ihm in Berlin verhandelt. ,, Seine bewegliche Empfänglichkeit für die politischen Eindrüde jeder Situation erzählt Bismard- betätigte sich dort darin, daß er der erste unter den süddeutschen Ministern war, mit dem ich einen Bündnis- Vertrag der bekannten Art schließen fonnte. Später hat Varnbüler dann Bismard den vollen Beistand seiner Sachkunde und Arbeitstraft geliehen", wie Bismard dankbar anerkennt. Auf die Zeit des Großen Kurfürsten u. seine Gemahlin Luise Henriette von Oranien gingen die Bande des Blutes und der Freundschaft zurück, die zwischen Nassau- Oranien u. Hohenzollern bestanden Frig- Oranien" war der Lieblingsfreund König Wilhelms 1. gewesen. Seine Schwester Luise war mit dem Prinzen Friedrich Karl von Oranien vermählt. Auch diese Verwandtschaft wurde durch den Krieg schwer getrübt. Herzog Adolf von Nassau, aus der ,, Walramischen Linie" des Hauses Oranien, verlor sein Herzogtum. Man kann sich denken, welche Aufregung an diesen Hösen im Mai und vor allem in den Juni- Tagen des Jahres 1866 ge herrscht hat; es war dieselbe Spannung die ganz Deutschland bis ins innerste Mark bewegte. Endlich am 14. Juni 1866 fiel im Bundes- Palais" zu Frankfurt a M. die Entscheidung Der österreichische PräsidialGesandte Baron Kübed, eröffnete die dentwürdige Verhandlung. Desterreich hatte seine Rüstungen und die Versammlung seiner Haupt- Armee am 10. Juni beendet; am 11. Juni erhob es beim Bundestage Klage gegen Preußen und stellte den formell gegen die Bundes- Verfassung verstoßenden Antrag das ganze Bundesheer bis auf die dazu gehörenden drei preußischen Korps gegen den gewalttätigen Störenfried zu mobilisieren Bayern stellte den Gegen- Antrag, daß von der Mobilmachung nicht nur die preußischen, sondern auch die österreichischen Korps auszuschlieBen seien Als Zwed der Maßregel wurde angeführt, der Bund müsse Vorkehrungen treffen, um etwaigen Friedensstörungen entgegentreten zu können. Für diesen Antrag stimmten: Dester reich, Bayern, Württemberg, Sachsen, Hannover, Hessen- Kassel, Hessen- Darmstadt, Nassau, die Freie Stadt Frankfurt, Liechtenstein, Walded, Reuß, Lippe und Hessen- Homburg. Mit Preußen stimmten Luxemburg, Coburg, Sachsen- Weimar, Oldenburg, Anhalt, Schwarzburg und die Freien Städte Hamburg, Bremen und Lübeck. Baden enthielt sich der Abstimmung. Sofort nach der Abstimmung erhob sich der preußische Gesandte, Herr v. Savigny, und erklärte, schon die Einbringung, geschweige denn die Annahme des Vertrages stehe im Widerspruch mit den Grundgesehen des Bundes. Das Bundesrecht jei gröblich verlegt, der Bundesbruch sei vollzogen und der Bundes- Vertrag nicht mehr rechtsverbindlich. Der gefürchtete Krieg war da! Die Würfel waren gefallen! Das Spiel ging ,, um Zepter und Kronen"! Dr. Ludwig Roth. Samstag, den 11. Juli 1931 Aus Nah und Fern. Lang- Göns. Jm Gasthaus„ 3um Gambrinus" hielt der hiesige Gewerbeverein eine Werbeversammlung ab. Syndilus Dr. Röhr von der Handwerkstammer- Nebenstelle Gießen sprach über die wirtschaftliche Lage des Handwerks, Geschäftsführer Kirchner, Gießen, über die Aufgaben der Beratungsstelle des Bezirksverbandes der Gewerbevereine und über die Abgabe der Vermögenssteuererklärungen. Dann berichtete Dr. Röhr noch über die Organisation des Handwerks im Kreise Gießen. Langgöns. Ihr 50. Jubiläum feiert morgen die hiesige Freiwillige Feuerwehr. Etwa 40 Wehren aus den Kreisen Gießen und Friedberg und dem Hüttenberg haben ihr Erscheinen zugejagt. Mit der Feier veranstaltet der Kreisverband Gießen der Freiwilligen Feuerwehren seinen 11. Herbst- Verbandstag. Großen- Bused. Das Ehrenmal für die Gefallenen des Weltkrieges wird nunmehr an der Nordseite der Kirche errichtet. Das Denkmal besteht aus einem aus grauen Steinen erbauten weit ausladenden Altar, auf dem ein gebrochener Eichenzweig aus Bronze liegen solt. An der Kirchenmauer hinter dem Altar werden Bronzetafeln mit den Namen der Gefallenen angebracht. Damit das Ehrenmal als geschlossenes Ganzes wirkt, soll der Zugang zur Kirche verlegt werden und ein Aufgang zum Ehrenmal an der Nordseite des Kirchhofs geschaffen werden. Lich. Der Sommermarkt, verbunden mit Zuchtvieh- und Prämiierungsmarkt, findet am 22. Juli statt. Aufgetrieben werden hessisches Fleckvieh, Vogelsberger Rotvieh und Zuchtbullen. Auch eine Schafbockversteigerung ist vorgesehen. Nidda. Am Sonntag und Montag gab der aus 100 Knaben und Mädchen bestehende Mozart- Chor in der Turnhalle zwei Konzerte. Lieder wechselten mit Sprechchören, Volkstänze, sowie eine musikalische Hauskomödie wurden aufgeführt. Die jungen Sänger sowie Chorleiter Steffen ernteten lebhaften Beifall. Bad Nauheim. Wie das Verkehrsamt der Kurverwaltung mitteilt, betrug der Gesamtbesuch bis zum 9. Juli 1931 18 305 Gäste. Darunter waren 3076 Ausländer. Anwesend waren am 9. Juli 1931 4481 Gäste. Büdingen. Der Beigeordnete und Eisenbahnbedienstete Bär von Lindheim fand Mittwochmorgen bei Nieder- Wöllstadt den Tod auf den Schienen. Er stand auf Sicherheitsposten und überhörte den in Richtung Frankfurt- Friedberg kommenden Schnellzug. Der Zug erfaßte ihn von rüdwärts, es wurde ihm ein Bein abgefahren und der Kopf zerdrückt. Der Unglüdliche hinterläßt Frau, ein Kind und seine hochbetagte Mutter. Bingen. In Oberhilbersheim fand man dieser Tage morgens vor der Haustür eines Anwesens die Leiche eines Mannes. Als man die Hausbewohner wedte, erkannte die Hausbesitzerin in dem Toten ihren Bruder Konrad, der vor 32 Jahren aus seinem Elternhaus verschwunden war. Seit dieser Zeit war es nicht gelungen, eine Spur von dem Vermißten zu finden. Offenbar hat nun der jetzt 54 Jahre alte Mann aus Heimweh die Stätte seiner Kindheit aufsuchen und seine Schwester sehen wollen. Was die Ursache zu seinem so plötzlichen und tragischen Tod war, muß erst noch festgestellt werden. Frankfurt. Mittwoch kam es im Hof des Arbeitsamtes in der Friedberger Straße zu Erwerbslosen unruhen, die ein Eingreifen des Ueberfalltommandos notwendig machten. Durch die durch die Notverordnung bedingten Abzüge an der Erwerbs= losenunterstützung waren die Leute verbittert. Es kam zu Zusammenrottungen und Schlägereien. Als die Polizei einschritt, wurde sie mit Steinen beworfen. Frankfurt. Der Leiter der bekannten Lederfabrik Kaufmann hat seinem Leben durch Erhängen ein Ende bereitet. Kaufmann hatte am Montag wegen schlechten Geschäftsganges Konfurs anmelden müssen. ,, Gießener Zeitung" Gründen auf den 14. September vertagt. Stadtverwaltung und Stadtverordnete haben gegen diese Verlegung des Termins Protest erhoben. Sie hoffen durch Einwirkung der Regierung eine Vorverlegung des Prozesses zu erwirken. Wetzlar. In den Optischen Werken von E. Leiß wurde in diesen Tagen das 300 000. Mikroskop fertiggestellt, das dem um die pathologische Anatomie hochverdienten Gelehrten Geheimrat Professor Dr. Ludwig Aschoff in Freiburg i. B. zum Geschenk gemacht wurde. Launsbach. In einem Neubau vom Gerüst abgestürzt ist hier ein Maurer. Er trug schwere Beinverletzungen davon und mußte in die Klinik nach Gießen verbracht werden. Marburg. Marburger Studentenkammerwahlen. Liste 1: Nationaler Blod( Stahlhelm und deutschnationale Hochschulgruppe) 772 Stimmen gleich 10 Site; Liste 2: Deutscher Atademischer Ring( Deutsche Studentenschaft) 429 Stimmen gleich 6 Size; Liste 3: Nationalsozialisten 1525 Stimmen gleich 21 Sitze; Liste 4: Ueberparteiliche Arbeitsgemeinschaft( katholische Studenten) 238 Stimmen gleich 3 Size; Liste 5: Ring deutscher Studenten 74 Stimmen gleich 1 Siz. Ungültig 34. Abgegebene Stimmen 3072 gleich 41 Sitze. 72 Prozent Wahlbeteiligung. Dutenhofen. Von einem Motorradfahrer angefahren wurde zwischen Gießen und Dutenhofen der Landwirt Müller. Straßenpassanten fanden ihn bewußtlos mit erheblichen Verletzungen im Chausseegraben liegen. Der rücksichtslose Fahrer hatte sich aus dem Staub gemacht. Wetzlar. Unter der Geschäftsführung des neuen Bürgermeisters Dr. Bangert wurde der diesjährige Haushaltsplan verabschiedet, der gegenüber dem Etat des Vorjahres mit einem Weniger von rund 800 000 RM. abschließt. Der Prozeß gegen den früheren Oberbürgermeister wegen Verfehlungen im Amt ist von der Staatsanwaltschaft in Limburg aus unbekannten | Hannover. Nach Mitteilung des hiesigen sozialdemokratischen Parteiblattes ist man einer Bestechungsaffäre auf die Spur gekommen, in die die gesamte Wegebauverwaltung der Provinz Hannover mit Ausnahme von nur wenigen Beamten verwickelt sei. Die technischen Beamten der Wegebauverwaltung hätten sich seit Jahren von solchen Firmen, die in Geschäftsbeziehungen zur Provinzialverwaltung stehen, Bestechungsgelder geben lassen. Die Provinz Hannover soll um sehr große Summen geschädigt worden sein. Wild- West in der Mongolei. Schanghai. Das Postflugzeug Nanking- Berlin, das eine Notlandung vornehmen mußte, ist von einem mongolischen Stamm in Besitz genommen worden. Das Schicksal der beiden deutschen Piloten ist unbekanni. Ein Hilfsflugzeug entdeckte das Postflugzeug, von mongolischen Soldaten umgeben, die auf die zu Hilfe eilende Maschine Schüsse abgaben. Schritte zur Freigabe des Flugzeuges sind eingeleitet worden. Meine Mutter. Erzählung von Balthasar Grimm, Babenhausen( Hessen). Nr. 55 Vaterland verteidigte. All diese Fieber- und Traumbilder zogen an ihm vorüber. Nun bewegten sich seine Lippen wieder in einem Lächeln und flüsterten: ,, Meine Mutter fommt!" Wie erging es dagegen seinen verheirateten Kameraden? So mancher von ihnen sah sein Weib und seine Kinder vor sich stehen und fragte:„ Jhr lieben Kleinen, schlaft ihr süß, tommt euer Vater wieder zu euch?" Diese Streifbilder des Lebens entfalteten sich bei jedem Kriegsteilnehmer; vor dem Feinde oder im Lazarett. Aber bei dem jungen Studenten waren es nicht vorübergehende Wunschträume. Er wollte und mußte seiner Mutter Stimme hören und Trost bei ihr finden. Und Schwester Ot tilie hat es erreicht. Seine Mutter, seine treubesorgte Mutter, durfte kommen. Wer kann sich ein Bild davon machen? Das Zusammentreffen eines brechenden Herzens mit seiner Mutter! Die Mutter kam. Auch die naheliegenden Kameraden konnten dem Heldengeist der Mutier nicht widerstehen, Tränen rollten aus ihren Augen. Ach, wie freudig strahlten seine Augen. Seine Mutter war da, seine gute Mutter! Aber wie ruhte er in der Mutter Armen? Mit starren Augen schaute er ihr ins Gesicht, ein schmerzvolles Lächeln umspielte seinen Mund und er war am Ende seiner Lebensbahn angelangt. Langsam legte die Mutter die erkalteten Hände zurück und drückte auf seine bleichen Wangen den Abschiedskuß. Seinem Vater wurde die Nachricht, daß sein Sohn als Held gestorben sei, übermittelt. Aber er konnte aus dem fernen Osten nicht so schnell nach Hause kommen Einige Tage später begaben sich Vater und Mutter zur Grabstätte hin. Ein stilles Gebet war ihr letzter Abschied und des Vaters letzte Worte lauteten: Mein Sohn dem Vaterland gegeben!" Beim Weggang schaute die Mutter noch einmal zurück, da glaubte sie die Worte aus der Grabestiefe zu hören:- ,, Meine Mutter!" Langsam fuhr der Zug in die Bahnhofshalle. Lautlose Stille herrschte überall. Es war kein Jauchzen, kein Singen, nicht erklang die Melodie des Liedes:„ In der Heimat, in der Heimat, da gibts ein Wiedersehn!" Es war kein Urlauberzug, oder ein Zug, der die stolzen Kämpfer an die Front beförderte. Aber es war ein Zug, auf dessen Wagen das Rote Kreuz im weißen Felde eingezeichnet ist. Ein Lazarettzug, der die verwundeten und franken Krieger in die Heimat brachte, wo sie einer sorgsamen Pflege entgegensahen. Da konnte man die Leiden und Schrecken des Krieges vor Augen sehen. Aber es mußte sein, denn es galt doch, die deutsche Scholle von fremden Eindringlingen freizuhalten. Ja, Deutschlands Söhne, alle waren sie bereit, dem Rufe des Vaterlandes Folge zu leisten. Keiner blieb zu Hause. Selbst die Freiwillige Sanitätsfolonne des Roten Kreuzes wollte nicht zurüchstehen. Man konnte wahrnehmen, wie sie in pflichttreuem Bewußtsein den Befehlen ihrer Vorgesetzten Folge leisteten. So trugen sie die verwundeten oder franken Krieger aus den Wagen, um sie den bestimmten Lazaretten zuführen zu können. Ja, einstmals starke und träftige Männer wurden ein Opfer der feindlichen Geschosse und sonstigen Vernichtungsmittel. Auch so mancher junge Mensch, der sich seiner Pflicht bewußt war, mußte sein Schicksal mit älteren Kameraden teilen. Auch trug man einen jungen Frontsoldaten aus dem Zuge heraus, der als 18jähriger Student die Hochschule verlassen hatte, um sein Leben einzusetzen für sein Vaterland. Sein Gesicht war blaß, starr schauten seine Augen um sich Mit Geduld ertrug er seine Schmerzen. Eine Verletzung der inneren Organe versetzten ihn in heftiges Fie ber Nach dem Befund des Stationsarztes war wenig Hoffnung vorhanden, das Leben des jungen Menschen zu retten. So vergingen einige Tage im wechselnden Fieber. Schwester Ottilie pflegte ihn treuherzig und gewissenhaft. Eines Morgens weilte die Schwester wieder an seinem Bette, um ihm einen Trunk zu reichen. In schwerem Schmerz schaute er auf die Schwester und sprach:„ Meine Mutter, meine Mutter, hol sie mir!" Ja, seine Mutter, seine Mutter, sie soll zu ihm fommen; ihr will er sein Leid erzählen. Wie viele Lebensbilder mögen an ihm vorüber gezogen sein? Wie ihn seine Mutter pflegte, wie ihn die Mutter manchmal unter die Arme nahm, wenn ihn des Vaters Zorn erreichen wollte. Im Traume sah er sein Schwesterchen, wie sie im Garten Ball mit ihm spielte und wie sie ihm in schwesterlicher Liebe einen Kuß auf die Wangen preẞte. Nun sah er wieder seinen Vater als Offizier in strammer Haltung vor sich stehen, der im fernen Osten sein Für ein Spezialgeschäft Vertreter und wird zum 1. IX. in verkehrsreich. Strasse ein Wiederverkäufer Ladenlokal bevorzugt mit einem Schaufenster, von bedeutendem Grossunternehmen gesucht. Angebote unter Nr. 2905 an pie Expedition der Giessener Zeitung, Südanlage 21. für konkurrenzlosen Haushalts Artikel, D. R P., an allen Plätzen gesucht. Monatsverdienst bequem 3-500 M. 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Frau Marie Jecker, Aachen, Mitglied des RWR., und Erste Vorsitzende des Reichsverbandes Deutscher Haus frauenvereine, beschäftigte sich in ihrem Vortrage auch mit der Aufteilung von Großwohnungen, einer Frage, die nach ihrer Ansicht nicht nur den Hausbesig angeht, sondern auch die Allgemeinheit. Denn dieser Besitz dürfe nicht zerschlagen, sondern er müsse wieder nugbar gemacht werden. Es sei daher auch der Wunsch des Reichsverbandes, daß die Hauszinssteuer so schnell wie möglich verschwinde. Durch Schaffung von Umbaumög lichkeiten solle man den Hausbesig erhalten und Handwerkern und Arbeitern Verdienstmöglichkeiten geben. Neue Bücher. Gedenktage im deutschen Osten. Ohne große Feiern ist der 700jährige Gründungstag der Stadt Thorn in diesem Jahre vorübergegangen, die der ostdeutschen Kolonisation des deutschen Ritterordens ihre Ent stehung verdankt. Allenthalben im Deutschtum hat man der Stadt gedacht, deren deutsche Bevölkerung bis auf einen fleinen Rest vertrieben ist. Eingehend beschäftigt sich mit dem histori schen Schicksal Thorns und des Weichsellandes ein Aufsatz, den der Herausgeber der ,, Ostdeutschen Monatshefte", Carl Lange, unter dem Titel„ Die Weichsel von Thorn bis Danzig" im Juliheft der in München erscheinenden Monatsschrift 3eit wende" veröffentlicht. Erichei Bezugspreis edaktionsschluß frü ndung nicht verl H. Jahrg Voliti Reichspräfident ein Gut Reuded ver Botschafter v. Ho en franzöfifchen Mi Lage in Deutschland. Der Berwaltung Bericht zur Mitwir Deutschlands in Zuje erflärt. Der Berwa Den der Reichsbant fängern Die B33. verhe iefrage und schloß Die neue ,, Woche" beginnt mit dem Abdrud des Romans ,, Wrad mit gelber Flagge" von Kurt Siddmak. Der übrige In halt, ausgewählt und interessant wie immer, ausgezeichnet aber durch die Fortführung der beiden großen Filmpreisaus schreiben aus dem vorigen Heft. Vor allem die künftigen Film dichter, die auf die 100 000 Mart lossteuern, fönnen an einem Manuskript, das mit Erfolg verwirklicht wurde, sehen, wie man so etwas anfängt. Die neue Woche" überall für 50 Pfg. - Reichsausschuß für Lieferungsbedingungen beim Reichstura torium für Wirtschaftlichkeit.( R.K.W.) Fassadenfarben Richt linien für den Einkauf und die Prüfung( R.A.L. 840, Beuth Verlag G.m.b.5., Berlin S 14, Preis 50 Pf.). Das Heit enthält das Ergebnis einer Gemeinschaftsarbeit zwischen Farben erzeugern, Verbrauchern und Wissenschaft. Verantwortlich: G. Burgeleit, Gießen. Müssen Sie etwas drucken lassen sei es für Familie, Beruf, Stand, Amt, Geschäft oder Organisation dann wenden Sie sich bitte an die Verlagsdruckerei Albin Albin Klein in Giessen Fernsprecher 2525. vorm. Wilhelm Keller, gegr. 1783 Südanlage 21. Setzmaschinen-, Stereotypie- und Rotationsbetrieb, eigene Buchbinderei. Spezialität: Druck, Verlag und Einführung von Verbandszeitschriften. 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