Nr. 2 Schulze 3: 35,8 Min. Rin. 8 m. m 15,56 m. 28,50 m. öcher, der im Trainer von bat mit jeis die Chinesen Bertrag wurde Deutsche auch les in Ausricht ten foll. 1. Bung ngelijchen Lan und des Freis thaft erwogen. en von Hessenund des Frei ngen geeinigt, en, die einen eines 3wed die Landes davon haben ndeskirchen zu die die Frage 1. Sie haben e Finanzfrage beziehung der aft preußischer hrend der an fragen begut Barbeiten sein teilen. Dem Beitpunkt und find noch in ? Januar wurde hnhöfen Erfin Radschuh auf aufgelegt. Das itternacht von tzeitig bemerkt wa 200 Meter aufgefunden. ndelt, wird die mutet, daß ein Sug geplant ge ach Karlsruhe h bisher nicht 1933 von der aratewejen E. V., Tagungsort noch raussichtliche Be en schon jetzt die -in der Sonne ie die diesjährige ter als auch für joeben erschienene ten Geburtstages eutschen Post und heraus. In einem man jonit faft nie Trotz diefer wertin in Gießen. ch.- Meister ibmaschinen af und Miete ephon Nr. 3715 hörer Das ausramm der ressanten e in der schrift Funt - Eine enügt eheft Gießener Zeitung Erscheint Mittwochs und Samstags. Bezugspreis 2,40 M vierteljährlich frei ins Haus. Redaktionsschluß früh 8 Uhr. Für Aufbewahrung oder Rüdsendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. 44. Jahrg. Politische Rundschau. Der Schlichter, Prof. Brahn, hat die Tarifparteien im Ruhrbergbau für Sonnabendvormittag 9.30 Uhr zu Schlichtungsverhandlungen nach Essen eingeladen. neuen Der Reichsarbeitsminister hat die Spizenverbände der Wirtschaft für den 12. Januar zu einer Aussprache über die Reichstagsanträge zur Arbeitsdienstpflicht ins Reichsarbeitsministerium eingeladen. In landwirtschaftlichen und industrieelien Kreisen sind in den letzten Wochen Pläne zur endlichen Durchführung der Umschuldungsaktion zugunsten der Landwirtschaft in Ostdeutschland erörtert worden, en Die Beratungen über diese Pläne sollen nach der Rückkehr des Reichskanzlers von der Ostreise wieder aufgenommen werden. An Hand des Reichstags- Handbuches ist festzustellen, daß sich unter den Reichstagabgeordneten 47 jezige oder gewesene Minister, darunter 27 Reichsminister, befinden. Aus Anlaß der 100. Wiederkehr des Geburtstages des General postmeisters von Stephan veranstaltete das Reichspost: ministerium in der Berliner Singakademie eine Gedenkseier. Die Begrüßungsansprache hielt Reichspostminster Dr. Schätzel. Aus Anlaß des 60. Reichsgründungstages werden am 18. Januar die Reichsdienstgebäude im ganzen Reiche nach den Bestimmungen des Erlasses vom 20. März 1929 beflaggt. Zu der vom Deutschen Reichskriegerbund Kyffhäuser anläßlich der 60. Wiederkehr des Reichsgründungstages am Sonntag, dem 18. Januar, veranstalteten deutschen Weihestunde hat der Ehrenpräsident des Kyffhäuserbundes, Reichspräsident v. Hindenburg, sein Erscheinen zugesagt. Die Hauptansprache hält der erste Präsident des Deutschen Reichskriegerbundes Kyffhäuser, General der Artillerie von Horn. Der langjährige Leiter der Gesamtorganisation der Deutschen Volkspartei, Staatssekretär z. D. Kempkes, ist einem Herzschlag erlegen. Nach den letzten Meldungen sind von den im oberschlesischen Steinkohlenrevier ausgebrochenen Streits rund Zweidrittel aller Gruben mehr oder weniger stark betroffen. Der Berliner Kriminalpolizei ist es gelungen, die Burschen festzustellen, die in den letzten Wochen verschiedentlich die Fen( Gießener Tageblatt) Drud und Verlag von Albin Klein in Gießen. Geschäftsstelle: Gießen, Südanlage 21. Fernsprecher Nr. 2525 und 2526. Postscheckkonto Nr. 69 530 Amt Frankfurt a. M. Samstag, den 10. Januar 1931 4,4 Millionen Arbeitslose. Berlin. Nach dem Bericht der Reichsanstalt hat in der Zeit vom 16. bis 31. Dezember 1930 die Zahl der Arbeitsuchen= den um rund 275 000 zugenommen. Die Zählung der arbeitslosen Arbeitsuchenden am 31. Dezember ergab rund 4 357 000. Bolens Hoffnungen. Warschau. Je näher die Frist der Genfer Tagung rüdt, um so zuversichtlicher werden die Erwartungen Polens. Man hat hier sofort die außerordentliche Bedeutung der in den letzten Tagen erfolgten französisch- englischen Finanzberatungen für die Beeinflussung der englischen kontinentalen Politik durch Frankreich erkannt und mit Recht daraus seine Schlüsse für die Gruppierung der Mächte für und gegen Deutschland auf dem Boden des Völkerbundes gezogen. Allgemein wird hier das deutsch- polnische Treffen in Genf unter dieser weltpolitischen Konstellation bereits als gewonnen betrachtet. Man rechnet damit, daß Frankreich, das an und für sich Polen deckt, seine finanzielle Sonderstellung zur Unterstützung seiner Politik benutzen werde, das heißt, England in Genf ganz auf seine Seite ziehen werde. Man vergißt dabei nicht seine ursprüngliche Taktik auf das genaueste fortzusetzen, nämlich den deutschen Vorstoß in der Minderheitenfrage zu einer allgemeinen deutschen revisionistischen Aktion umzuformen. Ge= rade darin liegt die Hauptwaffe Polens, indem es hofft, den Westmächten eindeutig klar zu machen, daß Deutschland seine Minderheitensorgen nur vorschiebt, um den Revisionsgedanken erstmals öffentlich in Genf aufzurollen. Dabei rechnet Polen dann mit der unbedingt zuverlässigen französisch- englischen Einheitsfront, die sich, unterstützt durch den französischen finanziellen Drud, gegen diese angeblich deutsche Aktion richten werde. Triumphierend stellt die hiesige Presse fest, daß Deutschland noch niemals unter so ungünstigen Bedingungen nach Genf gezogen iſt. Dr. Curtius bleibe hart! Die Schlichtungsordnung geändert. Reichspräsident non Hindenburg hat am Freitagmittag die bereits angekündigte Notverordnung unterzeichnet, die eine Abänderung der geltenden Schlichtungsordnung vom 30. Oktober 1923 enthält. Die Verordnung sieht nicht die Verbreitung des Einmannsystems vor, sondern macht vielmehr den Schlichter und den Schiedsspruch unabhängig von der bisher notwendigen Zuster Berliner ausländischer diplomatischer Vertretungen einge- stimmung wenigstens einer der beiden Parteien. Der Schlichter worfen hatten. Die Breslauer Stadtverordnetenversammlung beschloß einstimmig, sich der Verwahrung des Magistrats gegen die Einsegung von Staatskommissaren und die zwangsweise Einführung neuer Steuern in Breslau anzuschließen und den Magistrat zu crsuchen, die Steuererhöhung nicht durchzuführen. Die Landesversicherungsanstalt der Provinz Hessen- Nassau hat 6 Millionen Mark Defizit. Die Völkerbundsuntersuchungskommission zur Untersuchung der Sklaverei in Liberia hat einen aussehenerregenden Bericht vorgelegt, aus dem hervorgeht, daß die Haussflaverei in voller Blüte ist. Am Donnerstagnachmittag ist nunmehr das Direktorium des Memelgebietes nach monatelangen Verhandlungen gebildet worden. Zum Direktionspräsidenten ist vom litauischen Gouverneur der Direktor der Landwirtschaftlichen An- und Vertaufsgenossenschaft in Memel, Otto M. Böttcher, ernannt worden. Der österreichische Innenminister hat den Wiener Bürgermeister und den Landeshauptmann ersucht, den Remarque- Film für Wien zu verbieten. Die polnischen Regierungsblätter ergehen sich in wüsten Schimpfereien über die Ostreise des Reichskanzlers. Der griechische Ministerpräsident Venizelos wurde nach einer Besprechung beim König vom Mussolini empfangen. Weltbankier Warburg spricht. Berlin. Der amerikanische Bankier Paul Warburg hielt in Newyork eine Rede, in der er sich mit den Ursachen der gegenwärtigen Depression beschäftigte. Er betonte, daß die amerikanische Bankwelt Deutschland in seinem Bestreben, sein Haus in Ordnung zu bringen, jede moralische und materielle Unterstützung gewähren sollte, damit es den Anforderungen der Wirtschaftsdepression genügen könne. Diese laste besonders schwer auf einem erschöpften Lande, das seiner wirtschaftlichen Reserven beraubt und mit schweren Reparationszahlungen belastet sei. Die gegenwärtige Weltwirtschaftslage würde zweifellos die Anwendung der Moratoriumsklausel des Youngplanes rechtfertigen. Die deutsche delegation für Genf. Berlin. Die deutsche Delegation für die Tagung des Europa- Ausschusses, der drei Tage vor der eigentlichen Ratstagung, nämlich am 16. Januar, seine Arbeiten aufnehmen wird, setzt sich außer Reichsaußenminister Dr. Curtius aus den Ministerialdirektoren Gauß und Richter vom Auswärtigen Amt, Ministerialdirektor Posse vom Reichswirtschaftsministerium, Geheimrat von Weizsäcker und Legationsrat Wörmann zusammen. erhält die Befugnis, zwei Unparteiische zu berufen und es genügt lediglich eine Verständigung dieses Dreimännerfollegiums. Die drohende Gefahr, daß der Lohnkonflikt im Ruhrbergbau gefährliche Ausmaße annimmt, erscheint somit beschworen. Nach Erlaß dieser Notverordnung hat die Reichsregierung die Möglichkeit, einen Spruch des Dreimännerkollegiums für verbindlich zu erklären. Es ist anzunehmen, daß in den noch ausstehenden Lohnkämpfen dieses Winters diese neue Notverordnung noch häufig angewandt werden muß. Der Berliner Verschwendungssumpf. Alle Mahnungen, in dem verschuldeten Berlin endlich mit rigorosen Sparmaßnahmen vorzugehen, sind ungeachtet geblieben, weil die roten Machthaber ihre eigenen Leute im Besitze der setten Pfründe lassen wollen und es nicht wagen, hier einmal mit eisernem Besen auszukehren. In den städtischen Hochund Tiefbauverwaltungen z. B. werden planmäßig neben den Dezernenten 106 Oberbauräte, 102 Magistratsbauräte, sowie zahlreiche Techniker und eine größere Anzahl von nicht fest angestellten Fachmännern beschäftigt!! Trotzdem erhalten aber Privatarchitekten und Bildhauer Aufträge. Professor Taut, ein Parteigenosse des Stadtbaurats Dr. Wagner( Sozialdemokrat), soll allein 500 000 Marf als Honorar für städtische Architekturentwürfe( Schulen usw.) erhalten haben. Auch die Sparperiode soll diesen Honoraren fein Ende gemacht haben. Warum fönnen die städtischen Beamten nicht selbständig die sich bietenden Aufgaben lösen? Man steht hier vor einem Rätsel, dessen Lösung recht wünschenswert wäre. Vielleicht greift hier einmal ein Staatskommissar ein. Die neue Danziger Regierung gewählt. Danzig. Der Danziger Volkstag wählte die neue Regierung, die nach der abgeänderten Verfassung aus sechs besoldeten und sechs unbesoldeten Senatoren besteht. Zum Senatspräsi denten wurde an Stelle von Dr. Sahm Dr. Ziehm( Dntl.) ge= wählt. Stellvertretender Senatspräsident wurde Dr. Wiercinski- Keiser( 3.). Bes. Senatoren wurden Dr. Altoff( 3.), Dr. Blavier( Wirtschaftsp.), Dr. Oppenrath( Deutsche Volksgemeinschaft) und Staatsrat Winderlich( Dnatl.). Austritte aus der Staatspartei in Hessen. Darmstadt. Der erweiterte Vorstand der Hessischen Staats= partei trat Mittwoch in Frankfurt zusammen. Er bedauerte den Austritt des Landtagsabgeordneten Reiber. Es wurde ein neuer Vorstand gewählt, bestehend aus dem Landtagsabgeord= neten Schreiber- Vilbel, Direktor Schrauth- Darmstadt und Verbandssekretär Meschkat- Worms. Außer Reiber ist nunmehr auch der Landtagsabgeordnete Eberle aus der Staatspartei ausge= schieden, sowie der bisherige dritte Vorsitzende, Medizinalrat Koch- Worms. ( Neueste Nachrichten) Anzeigenpreise: die 30 mm breite Petitzeile auswärts 24 Pfg., lofal 12 Pfg., die 90 mm breite Retlame- Petitzeile 96 Pfg. Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Bei Wiederholung Rabatt. Für Vollklischee- Anzeigen außerdem besondere Ermäßigung. Nummer 3 Abbau und Beendigung der Wohnungszwangswirtschaft. Die Verordnung des Reichspräsidenten vom 1. Dezember 1930 auf Grund des Artikel 48 der Reichsverfassung hat des Hausbesitzes insofern gedacht, daß sie in Art. 1 des Kapitels 4 der Notverordnung bestimmt( R G. BI. 1930 Teil I§ 598): daß das Wohnungsmangelgesetz mit Wirkung vom 1. April 1934 außer Kraft tritt. Hiermit ist natürlich in keiner Weise dem Hausbesitz gedient. Denn wie in der Wirtschaft heute wieder sich alles nach Angebot und Nachfrage richtet, muß auch der Hausbesitz als ein Glied der Wirtschaft unter allen Umständen darauf dringen, daß mit der Beendigung der Wohnungszwangswirtschaft zu einem früheren Termin herangetreten wird. Daß man sich in gesetzgeberischen Kreisen noch nicht ganz über die Materie flar ist, wie man dieselbe zu regeln gedenkt, geht aus dem Artikel 2 der oben angezogenen Verordnung hervor, indem man fernerhin in Aussicht stellt, daß das Reichsmietengesetz und das Gesetz über Mieterschutz und Mieteinigungsämter vom 1. April 1936 außer Kraft treten soll, wenn bis zu diesem genannten Zeitpunkt ein Gesetz ausgearbeitet ist, welches die Vorschriften des BGB. über die Miete in der Weise ausgestaltet, daß man die ,, Sozialen Gesichtspunkte", die wohl dem Reichsmietengesetz und dem Gesetz über Mieterschutz und Mieteinigungsämter zu Grunde gelegt worden sind, entsprechend in das BGB. übernimmt. Auf diese Weise ist natürlich dem Hausbesitz in keiner Weise gedient, es sei denn, daß die Zwangsbe= stimmungen, die in den vorgenannten Gesetzen enthalten sind, restlos fallen. Unmittelbar mit dieser Frage hängt zusammen, als was man den Hausbesitz betrachten soll. In der Sonntagsnummer der Frankfurter Nachrichten" vom 28. Dezember 1930, Nummer 359, wird von dem Verband der Hess.- Nass. Industrie- und Handelskammern gefordert, daß ,, die hohen Mieten" abgebaut werden müssen. Denn die hohen Mieten hinderten den Preisabbau. An und für sich ist der Hausbesitz schon seither das Ausbeutungsobjekt des Fiskus ge= wesen. So gehen nunmehr öffentlich- rechtliche Verbände dazu über, auch noch dem Hausbesitz eine gewisse Schuld aufzuladen, daß die hohen Mieten dem Preisabbau hindernd im Wege ständen. Allerdings fordert der obengenannte Verband in diesem Zusammenhang den Abbau der Sondergebäudesteuer; das ist ja eine Selbstverständlichkeit. Jedoch wäre es besser, wenn man den Abbau der Sondergebäudesteuer in den Vordergrund gerückt und dem Hausbeit hohe Mieten" nicht vorgeworfen hätte. Denn im Vergleich zu den lebenswichtigen Erzeugnissen ist ein Index für Miete von 124( Mainz) nicht als abnormal zu be= zeichnen. Der Hausbesitz, der volkswirtschaftlich genau so gut ein Gewerbe darstellt, wie das Handwerk oder jedes andere Ge= werbe, müßte an und für sich auch in der Lage sein, wirtschaftlich den Hausbesitz auszunützen, unbeachtet der heutigen Verhältnisse und dem Druck der Steuerschraube. Es ist aber ganz ausgeschlossen, daß ein Hausbesitzer auch nur einen Pfennig Rente von seinem angelegten Kapital machen kann. Vielmehr werden die Mieteinkünfte ausschließlich für Steuern und Instandsetzungen verbraucht. Sobald natürlich die Wohnungszwangswirtschaft aufhört, wird sich auch ergeben, ob und in welcher Weise sich die Mieten verbilligen werden. Schon heute sind die Mieten für die großen Wohnungen, die der Zwangswirtschaft nicht mehr unterliegen, nicht zu den Friedensmieten, geschweige denn zu der Friedensmiete nebst den Zuschlägen zu vermieten. Vielmehr müssen die Hausbesitzer der größeren Wohnungen, die der Zwangswirtschaft nicht mehr unterliegen, dazu übergehen, die Mieten unter die Friedensmiete herabzusetzen, um sie überhaupt vermieten zu können. Es steht heute bereits in vielen Städten darunter auch in Mainz feſt, daß größere Wohnungen leerstehen, da dieselben mangels Nachfrage nicht an den Mann gebracht werden können, trotzdem die Vermieter ihre Forderungen bedeutend herabgesetzt haben. Immer wieder werden neue Fälle bekannt, in denen größere Wohnungen von den Mietern aufgegeben werden, da die Mieter nicht mehr, selbst zu herabgesetzten Mieten, wohnen bleiben wollen, da sie sich verkleinern müssen, sich also den veränderten wirtschaftlichen Verhältnissen anpassen. Es wäre doch daher das einfachste und zweckmäßigste, wenn man dazu überginge, die ganze Wohnungszwangswirtschaft zu einem bedeutend früheren Datum, als in der Notverordnung angegeben, aufzuheben, damit auch hierin die wirischaftlichen Gesetze Abhilfe schaffen könnten. Denn Zwangsmaßnahmen sind in der heutigen Zeit nicht mehr berechtigt. Es würde sich dann auch noch ein ganz an= deres Verhältnis wieder zwischen Vermieter und Mieter entwideln. Die Rechten und Pflichten der beiden Teile wären weit besser im freien Verkehr gewährleistet, als dies unter 3wangsmaßnahmen erreicht werden kann. Wenn man nun die speziellen Verhältnisse in Hessen, ins= besondere in Mainz, unter die Lupe nimmt, so ergibt sich, daß gerade Mainz, welches bis zum 30. Juni 1930 besetzt war, ganz besonders getroffen wird. Hier liegen Handwerk und Gewerbe besonders darnieder, was größtenteils mit auf die Be Samstag, den 10. Januar 1931. jagung zurückgeführt werden kann. Aber auch der Hausbesitz und gerade dieser hat besonders Not gelitten. Die vom Reich versprochene Hilfe ist weder direkt noch indirekt erfolgt und wird wohl auch nicht mehr erfolgen fönnen, da die Mittel fehIen. Aber die Mittel fehlen auch Staat und Stadt. Daher haben sowohl der Staat als auch die Stadt Steuererhöhungen vor dem Stichtag der Notverordnung( 31. 12. 30) beschlossen, wodurch die Not nur noch größer wird. Man zieht den Grundund Hausbesitz zu immer höheren Lasten heran, ohne sich der Tragweite bewußt zu sein, welch ungeheure weitere Not den Hausbesitz trifft. Hierzu kommt dann, daß die Mittel, die durch die Sondergebäudesteuer aufgebracht werden, zum größten Teil verbraucht werden, statt zu Neubauten Verwendung zu finden. Dr. W. Reichsbahn und Preisabbau. Die abgelehnte 5- Pfg.- Rechnung im Personenverkehr Ein Pfund Zuder kostet 28 und nicht 30 Pfg., ein Pfund Salz 6 und nicht 10 Pfg. Für eine Fahrkarte 3. Klasse Personenzug über 6 Kilometer läßt sich die Deutsche Reichsbahn jedoch 30 Pfg. und nicht den eigentlichen Preis von 22 Pfg. ( 6 X 3,7 22,2) bezahlen, d. h. sie rundet die Fahrpreise bis zu 10. RM. auf 10 Pfg., höhere Fahrpreise auf 20 Pfg. und sogar 1.- RM. auf. Dabei hat sie aber schon vorher die Kilometerentfernung ,, abgerundet". 5,4 Kilometer wirkliche Entfernung ergeben nach ihrer Rechnung 6 Tarif- Kilometer. Was würde man wohl zu einem Kaufmanne sagen, der z. B. den Preis für 5,25 Meter Seidenband, die er für 7 Pfg. pro Meter anbietet, wie folgt berechnen wollte: 5,25 Meter werden abgerundet auf 6 Meter, 6 × 7 Pfg. 0,42 RM., abgerundet 0,50 RM. an Stelle von 0,37 RM. - Die Achtung vor dem Pfennig und die Rückkehr zur Pfennigrechnung wird immer wieder als eines der Mittel zur Gesundung unserer Wirtschaft empfohlen. Nun wird man allerdings bei der Fahrpreisberechnung nicht mit Einzelpfennigen arbeiten können. Warum müssen aber die Preise gleich auf 10 Pfg. aufgerundet werden? Würde es nicht vollauf genügen, sie von 5 zu 5 Pig. zu staffeln? Die Deutsche Reichsbahngesellschaft bestreitet das. In einer dem Verband reisender Kaufleute Deutschlands auf einen entsprechenden Antrag erteilten Antwort heißt es, daß die Abrundung der Personenfahrpreise auf 5 Pfg. bei Beträgen bis zu 1.- RM. zwar erwogen worden sei, daß man jedoch von einer Aenderung des bestehenden Zustandes absehen müsse, da hierdurch beträchtliche Einnahmeausfälle entstehen würden, die mangels einer entsprechenden Einnahmevermehrung nur durch eine allgemeine Tariferhöhung wettgemacht werden könnten. Also ultima ratio: Tariferhöhung! Damit schlägt man in reichlich bequemer Weise so ziemlich alle Anregungen und Anträge tot. Und dann spricht die Deutsche Reichsbahn- Gesellschaft von Preisabbau wenn es sie um die Vergebung ihrer Aufträge an die deutsche Industrie handelt.. Mit dieser Aufrechnung nach oben bekommt die Reichsbahn große Summen Geld, ohne etwas dafür geleistet zu haben. Ein Rechenkünstler findet hier eine schöne Aufgabe vor. Brachliegende Goldvorräte. Um das Gold hat im vergangenen Jahre ein lebhafter internationaler Meinungsaustausch stattgefunden. Wissenschaftler, Politiker, Wirtschaftsführer haben, bei uns und im Auslande, in die Debatte eingegriffen; auch der Völkerbund beſchäf= tigt sich mit diesem Thema. Einzelne Forscher glauben sogar, in der ,, Goldverknappung", dem Mißverhältnis zwischen Goldproduktion und Goldbedarf für Währungszwede, die eigentliche Wurzel der allgemeinen Wirtschaftsnot erkannt zu haben. Im Anschluß daran ist jedoch neuerdings noch eine andere Frage in den Brennpunkt der Diskussion gerückt worden: die der Goldverteilung. Es handelt sich dabei um die überaus trassen Unterschiede in der Goldversorgung der einzelnen Staaten. Jahrelang haben vor allem zwei Länder gleich mächtigen Magneten die Glatte Rechnung. Humoreske von Karl- Heinz Görner, München. Sie waren schon zwei Jahre vier Monate verheiratet. Glücklich verheiratet sogar! 3war hatte sie wenig Weibliches an sich. Sie besaß gleich ihm eine tiese, sonore Stimme, hatte männliche Geschmacksrichtungen, eine derbe Figur, einen ebensolchen Gang und war mit ihrem strohgelben Bubikopf von hinten kaum von einem Manne zu unterscheiden. Trotz dieser wenig weiblichen Erscheinung und ebenso männlichen Wesens art verstand sich Kurt mit seiner Erna prächtig, wenn sie auch beide den Eindruck erweckten, mehr als Kameraden, denn als Eheleute, verbunden zu sein. Kurt war mit dem Koffer zur Bahn; er wollte auf fünf Tage mit dem Nachmittagszuge geschäftlich verreisen. Als er gegangen war, meinte Erna zum Mädchen:„ Sie waschen gerade; ich werde die Semmeln vom Bäcker selbst holen. Ich bin gleich wieder zurück im Falle ich telephonisch angerufen wer= den sollte." Als Erna etwas erhitzt wieder zurüdkehrte, war ihre erste Frage:„ Hat jemand angerufen?" ,, Nein, gnädige Frau." Erleichtert nach diesem Bescheid begab sich Erna in die Küche und setzte das Kaffeewasser auf. Mitten in dieser Beschäftigung polterte es draußen. ,, 3um Teufel, nun habe ich, wieder den Zug verpaßt! Das ist gerade, als müßte heute alles quer gehen!" Aergerlich trat Kurt herein, warf den Hut auf den Tisch, stellte den Koffer hin und warf sich pustend in einen Sessel. Er nahm dabei sein Taschentuch aus der Tasche und trocknete sich die Stirn, ohne zu bemerken, daß ihm dabei ein zusammengefaltetes Papier herausfiel. Die neugierige Erna hob es vom Teppich auf, faltete es rasch auseinander und las zu ihrem Entsetzen:„ Du, das war ein feiner Kuß gestern! Also übermorgen, Bubi!" Wortlos, aber innerlich aufs höchste erregt, reichte sie ihm das Papierstück. ,, Gießener Zeitung" Goldströme der Welt an sich gezogen und riesige Goldbestände angehäuft: die Vereinigten Staaten und Frankreich. Die Vereinigten Staaten stehen unbestritten an erster Stelle. Einst, vor dem Kriege, mit knapp 8 Milliarden Reichsmark Gold für Währungszwecke( sogenannte monetäre Goldbestände) ausgestattet, hatten sie bald nach Beendigung der Feindseligkeiten weit über das Doppelte dieses Betrages aufzuweisen. Im September 1930 verfügten sie über rund 19 Milliarden, also über nicht viel weniger als ganz Europa mit etwa 22 Milliarden. Und Frankreich? Seine großen Goldanhäufungen sind jüngeren Datums als die der Vereinigten Staaten. Bis zum Ende des Jahres 1928 hatte es den Vorfriegsstand noch nicht wieder erreicht. Dann aber überschritt es ihn in beschleunigtem Tempo und verfügte bereits Ende 1929 über rund 6,9 Milliarden Reichsmart monetäre Goldbestände. Dieser Prozeß hat sich im Jahre 1930 fortgesetzt. Soweit sich das heute bereits übersehen läßt, konnte Frankreich im vergangenen Jahre weitere 1,9 Milliarden an sich ziehen. Was geschieht nun mit diesen Goldmengen? Zur Deckung des Zahlungsmittelumlaufs und als Deckungsreserven sind sie nicht notwendig. Sie stellen vielmehr Goldvorräte dar, die in den Kellern der Banken völlig brachliegen und ihrem eigentlichen Zweck, Handel und Wandel zu befruchten, vorerst entzogen sind. Man hat diesen Vorgang treffend mit dem Kennwort der„ Sterilisierung des Goldes" bezeichnet und ihn als eine der wesentlichen Ursachen für die gegenwärtige langwierige Weltwirtschaftskrise genannt. Der Kern des Problems ist damit jedoch noch nicht erfaßt. Denn diese Goldanhäufungen haben ihrerseits wiederum als Folge internationaler Kapitalbewegun= gen zu gelten, und zwar darin liegt das Entscheidende solcher Kapitalbewegungen, die nicht wirtschaftlicher Natur sind, sondern von politischen Gesichtspunkten beherrscht werden. Frankreich und die Vereinigten Staaten nämlich sind die beiden Hauptgläubiger der politischen Verschuldung, insbesondere, teils unmittelbar, teils mittelbar, die beiden wichtigsten Empfänger der deutschen Reparationszahlungen. In den Tresors ihrer Banken ruht also in Form von Goldbarren der Ueberfluß an Kapital, ein Ueberfluß, der zum Teil, wie im Falle der deutschen Reparationen, durch Leistungen kapitalarmer Länder veranlaßt wurde. Das System der politischen Schulden und Kriegstribute hat also wie die ,, Sterilisierung" gewaltiger Goldvorräte schlaglichtartig beleuchtet den harmonischen Ausgleich in der weltwirtschaftlichen Kapitalversorgung nachhaltig gestört. Hessische Politik. Der Finanzausschuß tritt am Dienstag der kommender Woche zu einer voraussichtlich dreitägigen Beratung zusammen. Auf der Tagesordnung stehen zunächst zahlreiche Anträge zum Problem der Arbeitslosigkeit, der finanziellen Notlage der Städte und Gemeinden infolge der steigenden Wohlfahrtsunterstützungen, und zur Abstellung der Doppelverdiener. Auch der Antrag der Koalitionsparteien zur Wiedergewährung des Kindergeldes für Kinder vom 16. bis 21. Lebensjahr steht zur Be-ratung. Punkt 13 ist der sozialdemokratische Antrag auf Vorlage eines neuen Besoldungsgesetzes. Die übrigen 30 Punkte befassen sich mit Filialsteuer, Riedgesetz und zahlreichen Eingaben aus allen Ressorts. Um das Pädagogische Institut in Hessen. In dem Meinungsstreit um die Zusammenlegung der Pädagogischen Institute Mainz und Darmstadt ist eine Verlautbarung des Mainzer Lehrervereins sehr interessant, der die Forderung aufstellt, die Ausbildung des Lehrnachwuchses nach Gießen zu verlegen. Dort wirte eine international anerkannte Autorität auf dem Gebiete der Pädagogik, Prof. Dr. Messer. Der Mainzer Lehrerverein wolle es sich nicht gefallen lassen, daß man in der Lehrerausbildung zum alten Seminarsystem zurückkehre, Gerade aus diesem Grunde müsse er sich gegen eine Zusammenlegung der Institute in Mainz wenden. Es gebe in den Lehrerkreisen wohl kaum jemand, der glaube, daß Männer von wissenschaftlichem Ruf nach Mainz an das Pädagogische Institut gehen. Weil der Mainzer LehEr warf einen kurzen, scharfen Blick darauf, und aus seinen vergeisterten Augen schrie es: O Schreden über Schrecken! ,, Nun?" stand sie vor ihm sachlich, ruhig, anscheinend fühl, aber mit der Miene eines Inquisitors. ,, Nun?" sagte er mit erheuchelter Gleichgültigkeit. ,, Was ist das!?" ,, Natürlich ein Scherz." ,, Wie? Ein Scherz?" Aetzend scharf kam es von ihren Lippen. Nr. 3. rerverein die Folgen einer Abseitsbildung aus Erfahrung lenne, wehre er sich gegen eine Verewigung eines solchen Zustandes. Barteipolitische oder klerikale Einflüsse auf die Gestaltung der Lehrerbildung lehnt der Mainzer Lehrerverein ab, von welcher Seite sie auch kommen mögen. Alle Ansprüche in wissenschaftlicher, pädagogischer, praktischer und technischer Hinsicht an die Lehrerausbildung fönnten am Orte einer Hoch= schule wie Gießen am besten erfüllt werden. Der Prälat der Hessischen Landeskirche D. Dr. Diehl 60 Jahre alt. Heute, dem 10. Januar, begeht der Prälat der Hess. Evang. Landeskirche seinen 60. Geburtstag. Prälat Diehl ist in GroßGerau als Sohn eines Landwirtes geboren. 1895 wurde er Pfarrassistent in Darmstadt, 1899 Pfarrverwalter in Hirschhorn, 1907 Stadtpfarrer in Darmstadt, 1913 Professor am Predigerseminar in Friedberg und 1923 Prälat der Landeskirche Er ge= hörte ferner längere Zeit dem Hessischen Landtag als Abge= ordneter an. D. Dr. Diehl ist ein vorzüglicher Kenner hessischer Kirchengeschichte. Der hessischen Kirche wurde in schwerer Zeit ein Mann als Leiter geschenkt, der aus voller Kenntnis des hessischen Volkscharakters mit Weitblick und Umsicht sie über manche Schwierigkeiten zu führen verstand. Wohlfahrtsbriefmarken. Seit einigen Jahren werden von der Reichspost alljährlichy Wohlfahrtsbriefmarken ausgegeben, die einen kleinen Ausschlag zu den gewöhnlichen Portosätzen enthalten. Dieser Ausschlag kommt restlos der Wohlfahrtsarbeit an Bedürftigen aller Art zugute. Die Verbreitung der bekannten Wohlfahrtsbriefmarken hat von Jahr zu Jahr zugenommen. Der Absatz des Jahres 1929 gegenüber dem Vorjahr ist erheblich gestiegen, wenn auch das finanzielle Ergebnis infolge der herabgesetzten Wohlfahrts== zuschläge zurückging. Immerhin wurden noch 642 195 Mt. er zielt. Bedauerlich ist die Tatsache, daß von der im vorigen: Jahre gedruckten Gesamtauflage von 42 800 000 Stüd nur ein tnappes Drittel abgesetzt werden konnte. Mit anderen Worten, zwei Drittel der gedruckten Marken fanden teine Käufer. Das Bedeutete natürlich, daß die entstandenen Mehrkosten von dem Reinertrag abgezogen werden mußten. Beachtlich ist die Tatsache, daß von allen Wohlfahrtsbriefmarten nur der siebte Teil durch die Bostanstalten vertrieben wurde; dagegen der Rest durch die der Nathilfe angeschlossenen Verbände.. Es ist wünschenswert, daß von den Wohlfahrtsbriefmarken auch in diesem Jahr noch mehr Gebrauch gemacht wird. Namentlich zu Glückwunschschreiben und dergleichen sollte man grundsätzlich nur Wohlfahrtsbriefmarken verwenden. Albin Klein Giessen Vom einfachen Handzettel bis zu den umfangreichsten Katalogen werden alle Drucksachen in Qualitätsausführung schnellstens und preiswert geliefert. Fernruf Nr. 2525 und 2526 Buch- und Zeitungs- Druckerei ,, Das ist auch was," lachte er. ,,' n unfchuldiger Spaß in fröhlicher Stunde. Weiter nichts diese Späße!"* ..Rennen wir Ga ver anl Str 1931 räde der bis at ich! Hau 宜 酒 高 den Sch Bif nur amt Die Bil un dar Die поп Bej 1. Der es alt die nta ihn lau 15. ren 22 Die in nid fau Un Gd Wo den Ar die wit gi 01 M Tri ( ei me W Er un G Det La de ich ge Do ΤΟ he das To " ,, Nun erlaube mal, ißt du vielleicht gern Tag für Tag dein Lieblingsgericht, meinetwegen Gänsebraten mit Rotkohl und Klösen?" meinte er ruhiger.„ Sehast du dich nicht mal nach einem Goulasch, damit dir dann der Gänsebraten wieder um so besser mundet?" ,, Wie? Was?" schrie sie, aufs äußerste erregt, ,, Natürlich! Oder denkst du vielleicht, ich würde sonst solche sagst du mir? Also sozusagen ein Gänsebraten bin ich Zettel in der Tasche umherschleppen?" Sie lachte hohnvoll auf. Da war das wohl auch ein Scherz, als ich vergangene Woche eine Ansichtskarte aus Prag ..mit 1000 süßen Busserln" fand?" Er erbleichte. Gott- ,, Na? Findest du nicht wieder eine Ausrede-- he?!" Kurt fühlte, daß er sich nur noch retten konnte, wenn er auf gut Glück den Entrüsteten spielte. ,, Ach so," sagte er, du visitierst meine Taschen? Sehr sehr schön von dir!!" ,, Quatsch. Die Karte fiel beim Ausklopfen heraus. Natürlich habe ich sie aufgehoben und gelesen. Mein Freund, du bist erkannt! Erkannt bist du! Du hast Poussaden! Du machst eheliche Seitensprünge!! Rede dich bloß nicht heraus, mein Lieber!" Jetzt schwoll ihm in seiner Verzweiflung der Kamm. Zum Donnerwetter!!" schrie er.„ Bin ich denn wie ein Tier in den Käfig gesteckt worden? Ein für allemal will ich mir solche Verhöre wegen dergleichen Lappalien verbitten! Sei froh, daß ich dich geheiratet habe und anständig für dich sorge. Aber es fällt mir gar nicht ein, mich wie einen Papagei im Käfig behandeln zu lassen!" ,, Den Schnabel hast du dazu." ,, Diese Sprechweise möchte ich mir ganz energisch verbitten!" ,, Und ich verbitte mir ganz energisch, daß du zu anderen Frauen gehst, wo du mich hast!" ,, Ach was, das wollte ich damit ja gar nicht sagen ,, Pfui, du Mann, pfui, pfui, pfui!! Oh, daß ich dich hei ratete! Es ist entsetzlich!!" " mi 6 Mit diesen Worten schrie sie zum ersten Male in ihrer Ehe auf wie ein eines Kind und lief in ihr Zimmer, wo sie sich weinend auf den Divan warf Vollständig zerknirscht blieb er zurüd. Da flingelte das Telephon. Er ging hin und nahm den Hörer in die Hand. ,, Bitte?" ,, Nun, Erna, ist dein Gatte fort?" In Kurt zudte etwas diabolisch; ein Gedankenblitz fuhr durch seinen Kopf.„ Ja," schauspielerte er niederträchtig, wobei er seine Sprache kaum zu verstellen brauchte.„ Mein Mann sitzt längst auf der Bahn und tommt vor fünf Tagen nicht zurück." ,, Na, gut, da komme ich also auf ein Stündchen, Erna. Du wirst doch deinen Vor- Ehe- Freund nicht ungnädig aufnehmen?" ,, Gott bewahre!" heulte Kurt ins Telephon und machte dabei einen Sprung vor Freude. ,, Das Mädchen hat also heute ab sieben Ausgang, wie du mich gestern wissen ließest?" gl id „ Jawoll!" ge ,, Nun, da spitze nur wieder mal dein hübsches, rotes Guscherl, Erna, ich tomme in der achten Stunde." ,, Bon," sagte Kurt nur noch und hing den Hörer hin. Er rieb sich die Hände, tat einen schlauen Pfiff und begab sich schnurstrads in das Zimmer seiner Frau. Die saß schon in sichtbarer Erregung am Fenster und zerbiß sich fast die Lippen, te D id e Nr. 3. ahrung lenne, en Zustandes. e Gestaltung rein ab, von prüche in wij hnischer Hin einer Hochs Stirche r Hess. Evang. list in Groß 395 wurde et in Hirschhorn, am Prediger estirche Er ge ag als Abge Berner befficher schwerer Zeit Kenninis des icht fe über Spojt alljährlich einen Aufschlag ejer Aufschlag igen aller Art hrisbriefmarken at des Jahres gen, wenn auch n Wohlfahrts 219 Mf. er Der im vorigen Stüd nur ein deren Worten, Käufer. Das ſten von dem hist die Tatder siebte Teil der Rest durch hrtsbriefmarken cht wird. Na en splite man Dem. sen 2526 Buch- und Zeitungs- Druckerei uldiger Spaß in Tung für Tag ten mit Rottohl u dich nicht mal infebraten wieder erregt, ten bin i idt fagen- das daß ich dich hei en Male in ihrer ihr Zimmer, wo und nahm den Gedankenblitz fuhr iederträchtig, wobei Mein Mann fitt agen nicht zurüd." tündchen, Erna. Du nädig aufnehmen?" ephon und machte Ausgang, wie du in hübsches, totes unde." den Hörer hin. en Pfiff und begab u. Die saß schon in fich fast die Lippen, Samstag, den 10. Januar 1931. Lokales. * Aufhebung der Sperre der Marktstraße und des Parkverbots in der Bahnhofstraße zwischen Alicenstraße und Westanlage. Infolge der Aenderung des Fahrplanes der Gießener Straßenbahn wird die Marktstraße ab Montag, den 12. Januar 1931, für den Verkehr mit Fahrzeugen aller Art, auch für Fahrräder, bis auf weiteres freigegeben. Auch das Parkverbot in der Bahnhofstraße zwischen Alicenstraße und Westanlage wird bis auf weiteres aufgehoben. * Von der Universität. Der Privatdozent und Assistenzarzt Dr. Engelhardt von der Klinik für Haut und Geschlechtskrankheiten wurde als Oberarzt und Dozent an die Hautklinik der Medizinischen Akademie in Düsseldorf berufen. * Probe der Alarmsirenen. Heute nachmittag, 3 Uhr, werden die Feuersirenen geprüft. Beunruhigung ist also nicht nötig. * Die Bestimmungen über die Zulassung zum höheren Schuldienst wurden soeben vom Ministerium für Kultus und Bildungswesen erlassen. Danach kann vom Frühjahr 1931 ab nur eine beschränkte Zahl von Kandidaten des höheren Lehramtes in die pädagogischen Seminare aufgenommen werden. Die Auswahl erfolgt durch das Ministerium für Kultus und Bildungswesen auf Grund der Reise- und Prüfungszeugnisse und eines Gesundheitszeugnisses. Ausgeschlossen sind Referendare, die in der Staatsprüfung eine geringere Note als 3 haben. Die am 1. Oktober vorhandenen Assessoren gelten als aufge= nommen, wenn sie bis zum 1. April nicht einen ablehnenden Bescheid erhalten haben. * Zur Zigarettensteuer ist zu bemerken, daß, was bis zum 1. Januar im Laden war, noch so abgegeben werden darf. Der letzte Termin ist der 15. Februar. Nach diesem Tage ist es auch nicht mehr gestattet, noch vorhandene Vorräte zum alten Preise oder lose abzugeben. Es ist erwogen worden, in die Zehnerschachteln in Zukunft 9 Zigaretten und eine Attrappe zu legen, dagegen sind die 25er Schachteln überhaupt nicht zu gebrauchen, da man den Fabriken nicht gestattet, in ihnen etwa 18 Stück zum Preise von 20 Zigaretten zu verkaufen. Die Lieferung der ersten neuen Padungen dürfte ab 15. Januar erfolgen. Um nur ein Beispiel zu nennen: wäh rend man bisher für eine Schachtel von 25 Stüd zu 8 Pfg. 2 Mark bezahlte, erhält man nunmehr 27 Stüd für 2,40 Mf. Die billigsten Packungen werden bis zu 30 und 40 Pfg. sein, in denen sich jedesmal 9 Zigaretten befinden. Man kann also nicht mehr in den Laden gehen und 2 oder 4 lose Zigaretten kaufen, sondern man muß immer 9 nehmen und 10 bezahlen. * Falsche 10- Martscheine sind seit einiger Zeit wieder im Umlauf. Das Papier der Noten ist weicher als bei den echten Scheinen. * Brand im Studentenheim. Am Mittwoch verursachte ein Wäschetrockenofen einen ausgedehnten Zimmerbrand im Studentenheim. Der Berufsfeuerwehr gelang es nach zweistündiger Arbeit, das Feuer durch zwei Schlauchleitungen abzulöschen. * Ein Denkmal der Kraftfahrtruppen. Es Ehrenmal für die im Weltkriege gebliebenen Angehörigen der Kraftfahrtruppen wird am 7. Juni 1931 in Potsdam geweiht. Am 6. Juni findet in Berlin- Lankwitz der erste Wiedersehenstag statt. Eine große Sternfahrt aus allen Gauen Deutschlands zur Denkmals= weihe ist geplant. Anschriften z. Hd. des Herrn Oberstlin. a. D. Malbrandt, Berlin- Charlottenburg, Sybelstraße 30. Ehemalige 9er Husaren. Am 4., 5. und 6. Juli findet in Trier eine Wiedersehensfeier aller ehemaligen 9er Husaren statt ( einschl. der Angehörigen des ehemaligen Meldereiter- Detachements XV, Straßburg). Anschriften- Sammelstelle Frizz Kruse, Wuppertal- Barmen, Ritterstraße 54-56. * Die Tage werden länger. Man merkt es schon sehr. Bis Ende des Monats ist der Sonnenaufgang 26 Minuten früher und der Untergang 47 Minuten später. * Deutschnationaler Arbeiterbund. Die hiesige Ortsgruppe veranstaltet heute abend im„ Postkeller" einen Vortragsabend. Landtagsabgeordneter P. Rüffer spricht über das Thema: ,, Deutschnationale Volkspartei und Arbeiterschaft". Du Erna," sagte Kurt und ging großartig, die Hände in den Rocktaschen, auf und ab.„ Ich hab mal so getan, als ob ich du wäre. Verstanden? Richard läßt schön grüßen Fragte, ob ich schon fort wäre... Bedankte sich für deine gestrige freundliche Einladung, sowie für die Mitteilung, daß das Mädchen heute ab sieben Ausgang hätte, während ich verreist sei Will dich also, deiner Einladung Folge leistend, heute abend besuchen, und möchtest wieder mal dein hübsches, rotes Guscherl spitzen..." ,, Das hat er wirklich gesagt?" hauchte sie schreckensbleich. „ Jawoll und noch viel Intimes dazu!" log Kurt frech mit kannibalischer Freude, innerlich jubelnd über die prächtige Gelegenheit, sich zu revanchieren. Wie vernichtet sant Erna in einen Sessel und stöhnte und schluchzte zum Gottserbarmen Nanu," meinte er und fügte gönnerisch hinzu:„ Gar so schlimm ist das ja nun eigentlich nicht ( Schluchzen.) ,,' s war eben' n Scherz-' n kleiner Scherz" sagte er etwas ironisch mit edler Geste ( Schluchzen.) ,, Warum sollst du auch immer nur deinen Mann küs( Schluchzen.) ſen " ,, Ich bin nicht so tatsächlich! Natürlich mußt du auch nicht so sein..." ( Schluchzen.) ,, Also versöhnen wir uns wieder, Erna! Die Rechnung gleicht sich aus. Nur möchte ich darauf aufmerksam machen, daß ich fünftig zwei Nummern spielen werde, wenn du eine spielst. --Richard aber bleibt bei dem Glauben, du habest mit ihm gesprochen. Und kommt er heut' abend, so sagst du ganz einfach, es sei mir etwas dazwischen gekommen und ich habe auf dritter Station wieder Kehrt gemacht, so daß ich spät heimfehrte. Ja, Erna? Nun einen Versöhnungskuß. Danke dir! Wir sind uns, glaub ich, gegenseitig nichts mehr schuldig. „ Gießener Zeitung" Oberhessische Pilgermissionsarbeit. Morgen findet im Stadtmissionshaus, Löberstraße 14, das 52. Jahresfest unter Mitwirkung auswärtiger Gesang- und Posaunenchöre statt. * Lichtspielhaus. Heute nachmittag und morgen früh gelangen zu bedeutend herabgesetzten Preisen Märchen- Festspiele ( König Drosselbart und Rotkäppchen) für die Kinderwelt zur Vorführung. Bericht über die wirtschaftliche Lage des Handwerks im Monat Dezember 1930. Vom Reichsverband des deutschen Handwerks wird uns geschrieben: Die Wirtschaftslage im Monat Dezember hat durch eine Reihe von Merkmalen ihre besondere Prägung erhal ten, unter denen insbesondere zu nennen sind: die Fortsetzung der Konjunkturverschlechterung, der übliche Saisonrückgang, die von der Reichsregierung eingeleitete Preissenkungsaktion und das übliche Weihnachtsgeschäft. Die Konjunkturlage ist dadurch gekennzeichnet, daß die Zahl der Arbeitslosen bis zum Jahresende auf rund 4 Millionen gestiegen ist. Es liegt auf der Hand, daß das Hand werk von diesem allgemeinen Niedergang nicht unberührt bleiben kann. In der Tat hat denn auch die Zahl der arbeitslosen GeUnter den Saisellen im Handwerk erheblich zugenommen. soneinflüssen steht die Einstellung der Bautätigkeit an erster Stelle. Das zusäßliche Wohnungsbauprogramm des Reichs hat nur allgemein eine geringe Belebung herbeigeführt, die je doch bei weitem nicht ausreicht, den völlig darniederliegenden Baumarkt zu beleben. In den Saisonzweigen des Bekleidungsgewerbes ist die Belebung mehr oder weniger stark hinter dem sonst üblichen Aufschwung in früheren Jahren zurückgeblieben. Stark erschwert und beeinträchtigt wurde der Geschäftsgang im Leider wird das Handwerk durch die Preissenkungsaktion. Handwerk in zunehmendem Maße in seiner Rolle als Lestverarbeiter mit besonderer Vorliebe für den hohen Preisstand verantwortlich gemacht, für den es keine Schuld trägt. Die durch die eingeleiteten Bestrebungen verursachte Zurückhaltung der Käuferschichten hat im Berichtsmonat sehr erhebliche Ausfälle gebracht, die den bereits vorhandenen Ausfall an Kaufkraft infolge der starken Arbeitslosigkeit wesentlich verstärkten. Die gekennzeichneten Umstände haben verhindert, daß das Weihnachtsgeschäft den in früheren Jahren erzielten Umfang erreichte. Soweit die Handwerksbetriebe mit einem Ladenge schäft verbunden sind, ist häufig eine kurzfristige Belebung der Umsagtätigkeit festzustellen; sie bleibt hinter derjenigen des Vorjahres und noch mehr hinter derjenigen des Jahres 1928 zurück. Soweit die reine Werkstattarbeit in Frage kommt, ist die Belebung durch Weihnachtsaufträge fast überall ausgeblieben. Hiervon wurden nicht zuletzt diejenigen Handwerkszweige betroffen, für deren Geschäftsgang das Weihnachtsgeschäft von entscheidender Bedeutung ist; hierher sind die Elektroinstalla= teure, die Sattler, die Schneider und in gewissem Sinne auch die Bäcker, Konditoren und Fleischer zu rechnen. Die Entlassung von Arbeitskräften hat im Berichtsmonat weiter zugenommen. Lohnerhöhungen sind nicht bekannt geworden. Die Beschaffung von Material ist keinen Schwierigkeiten begegnet, die Rohstoffpreise sind in einzelnen Zweigen ge= fallen. Im Zusammenhang mit der starken Arbeitslosigkeit hat die Schwarzarbeit merklich zugenommen, obwohl allenthalben Maßnahmen zu ihrer Bekämpfung ergriffen wurden. Im Zahlungsverkehr hat das Borgunwesen sich ausgebreitet, ebenso scheint das Ratengeschäft zugenommen zu haben. Aus Nah und Fern. Wiesen. Das Fest der diamantenen Hochzeit begingen die Eheleute Johannes und Katharine Rudolph in voller geistiger und körperlicher Frische. Lang- Göns. Auf der 3. Allgemeinen Hüttenberger Geflügelschau, die von gestern bis 11. Januar in der Turnhalle zu Humor. Genug davon! Der kleine Hans nimmt mit seinen Eltern an einer Hochzeit teil und wird gefragt, wie er denn seine Hochzeit feiern werde. Ich heirate nie," erklärte er bestimmt. ,, Warum denn nicht?" „ Ich habe schon zu lange mit verheirateten Leuten zusam mengelebt!" Sicheres Zeichen. Der Lindenbauer( einen Brief seines studierenden Sohnes lesend):„ Herzgeliebter, einziger Vater..." ,, Herrgottsakrament! Jst der Lump schon wieder mit dem Gelde fertig?" * * Dummer Vergleich. ,, Merkwürdig, die beste Zigarre wird verdorben, wenn man sie ausgehen läßt!" ,, Noch merkwürdiger, daß es mit den Männern genau so ist!" Muskete. * Blamage. ,, Hat der Lehrer gemerkt, daß ich dir bei den Schularbeiten geholfen habe?" ,, Ja, er hat gesagt, so viele Fehler hätte ich unmöglich allein machen können!" Rire. * Beweiskräftig. ,, Mein Mann hat früher immer gesagt, er würde nicht eher heiraten, bis das richtige Mädchen für ihn kommt." ,, Na, woher wußte er denn, daß du die Richtige bist?" ... Ich habe es ihm gesagt." Tit- Bits. Nr. 3. Lang- Göns stattfindet, werden in 450 Nummern über 500 Tiere Geflügel( 3uchtstämme, Hühner, Tauben und Zwerge) gezeigt. Rodheim a. d. H. 91 Jahre alt wurde Defonomierat Klingelhöfer, der noch heute in seltener Rüstigkeit den Direktorenposten der Molkereigenossenschaft Hungen betleidet. Ettingshausen. Bei einer Revision der Gemeindekasse stellte sich heraus, daß in der Kasse ein Betrag von etwas über 3000 Mark fehlte. Der Gemeinderechner wurde sofort seines Amtes enthoben und die Verwaltung der Kasse einem anderen Rechner übertragen. Bei dem fehlenden Betrag handelt es sich um Gemeindegelder. Die Gerichtsbehörde ist zurzeit noch mit der Untersuchung des Falles beschäftigt. Büdingen. Ein junger Man wurde am Donnerstag mor gen mit einem schweren Bauchschuß bewußtlos in seinem Bett aufgefunden. Es scheint sich um einen Selbstmordversuch zu handeln. Lebensgefahr besteht nicht. Verhaftung von Kommunisten. Darmstadt. Am vergangenen Sonntag fam es auf dem Schönberger Sportplatz bei Bensheim zu schweren Schlägereien zwischen Kommunisten und Nationalsozialisten. Nunmehr wurden acht Kommunisten verhaftet, darunter die beiden Orts| gruppenführer. Der eine von diesen war erst vor ein paar Tagen wegen der seinerzeitigen Ausschreitungen vor dem Bens heimer Rathaus zu vier Monaten Gefängnis verurteilt worden. Die jetzige Antlage lautet auf Landfriedensbruch. Darmstadt. Aus Liebeskummer trank ein Hausbursche im Herrngarten eine giftige Flüssigkeit und mußte mit schweren inneren Verletzungen ins Krankenhaus gebracht werden. Darmstadt. Die Beisetzung Direktor Kahlerts, des stellvertretenden Handelskammervorsitzenden, wurde Dienstagvormittag zu einer ergreifenden Feier. Eppstein i. T. Die bekannte Rodelbahn am Landheim ist nun wieder instand gesetzt worden. Es soll versucht werden, den früheren bedeutenden Rodelsport wieder zu pflegen. Bad Ems. Mit allen gegen drei Stimmen des Bürgerblocks lehnie die Stadtverordneten- Versammlung die Einführung der Bürgersteuer und der erhöhten Biersteuer ab. Der Magistrat hatte diese Vorlagen erneut eingebracht, nachdem man am 30. Dezember die Einführung der vorgenannten Steuern neben einer Realsteuer- Erhöhung einstimmig abgelehnt worden war. Limburg a. d. 2. Eine furchtbare Bluttat ereignete sich am Freitagvormittag in Niedererbach bei Limburg. Gegen ½10 Uhr hat der 20 Jahre alte Schlosser Walter Hannappel den 17jährigen Arbeiter Josef Fischer erschossen, nachdem er zuerst dessen Mutter durch einen Streifschuß am Kopf verletzt hatte. Der Tod des Fischer ist auf der Stelle eingetreten. Der Täter hat sich darauf selbst eine Kugel in den Kopf geschossen. In schwer verletztem Zustand wurde er in das Limburger St. Bincenz- Hospital übergeführt, wo er nachmittags seinen Verletzungen erlegen ist, ohne das Bewußtsein wieder erlangt zu haben. Der Grund zu der Tat ist in Eifersucht zu suchen. Uelzen. Als eine Arbeiterfrau in Altenmedingen auf eine brennende Lampe nachgoß, explodierte die Petroleumflasche. Die Frau und ihre drei Kinder wurden mit schweren Brandwunden ins Krankenhaus gebracht, wo eins der Kinder ge storben ist. Dillenburg. Mit einer eigenartigen Anklage hatte sich das Dillenburger Amtsgericht zu befassen. Einem Einwohner aus der Ortschaft Sechshelden wurde zur Last gelegt, seit einigen Jahren an der Eisenbahnstrecke Haiger- Siegen aus dem Notsignal Petroleum entwendet zu haben, so daß eine große Gefahr für die in der Nacht durchfahrenden Züge bestand. Er wurde zu der recht geringen Strafe von zwei Wochen Gefängnis verurteilt. Dillenburg. Zu dem schweren Raubüberfall und Mordversuch auf den hiesigen Briefträger Weber vom Postamt Kagenfurt, der bekanntlich vor einiger Zeit auf der Landstraße in der Nähe der Lungenheilstätte Waldhof von zwei Dillenburgern Einwohnern verübt worden ist, kann heute berichtet werden, daß der Tschechoslowake Grna jetzt zugegeben hat, den verhängnisvollen Schuß abgegeben zu haben. Mithin kommt Der Bettler. ,, Wenn Sie sich eine Mark verdienen wollen, dann gehen Sie in den Hof und helfen dem Mädchen Holz hacken." ,, Könnte ich es erst mal sehen?" ., Das Holz?" ,, Ach nein, das Mädchen!" * * * Schlagfertig. Sergeant: Was würden Sie tun, wenn das Kommando fäme: Freiwillige vor!-?" Refrut:„ Ich würde rasch zur Seite treten, damit die Freiwilligen vorbei fönnten." Buen Humor. Stimmt. „ Ich habe Sie lange nicht gesehen! Wie geht es Ihnen?" ,, Na, wie's heut' so geht! Mal rauf mal runter!" ,, Was sind Sie augenblicklich?" „ Fahrstuhlführer!" Weitschauend. Kasper. ,, Küsse mich nicht, wenn die Kuh hersieht! Sonst werde ich rot, und sie kommt auf uns los." Everybody's Weekly. * * Revanche. ,, Herr Schulze, Ihr Hund hat meine Frau jebissen; id verlange Revanche von Ihnen." ,, Schön! Ihr Hund soll meine Frau beißen!" * Vorsicht. ,, Na, weshalb nimmst du denn den Mayer nicht als Kompagnon?" Ich werd' mich hüten! Der war früher mit meiner jezigen Frau verlobt, und ich werde doch keinen Menschen zum Kompagnon nehmen, der flüger ist als ich!" Samstag, den 10. Januar 1931. sein Schwager Lückhoff nur als Mittäter in Frage. Sobald die Untersuchung abgeschlossen ist, werden sich die Räuber vor dem Schwurgericht zu verantworten haben. Beide geben an, aus Not gehandelt zu haben. Unregelmäßigkeiten bei der Ortstrantentasse Erfurt. Erfurt. Großes Aussehen erregen hier die öffentlichen Erörterungen über Unregelmäßigkeiten bei der Allgemeinen Ortskrankenkasse. Es handelt sich um die von der Ortskranken,, Gießener Zeitang" kasse zugleich mit den Krankenkassenbeiträgen eingezogenen Beiträge zur Arbeitslosenversicherung, die zunächst als Einnahmen zu verbuchen und dann an die Reichsstelle abzuführen sind. Bei den Buchungen wurde die Trennung der beiden Beitragsarten in vielen Fällen nicht durchgeführt, so daß also ein Teil der Erwerbslosenbeiträge in der Krankenkasse ,, aufgegangen" sind. Nun sollen Nachzahlungen in Höhe von rund 100 000 RM. geleistet werden. Die Wohnungsfrage eine Schicksalsfrage Deutschlands. Eine bodenreformerische Propagandarede. Verwechslung von Wohnungsnot und Wohnungselend. In der Technischen Hochschule zu Hannover hielt auf Veranlassung dessen Außeninstituts der Staatssekretär Scheidt vom Preuß. Wohlfahrtsministerium in Berlin einen Vortrag, in dem er etwa folgendes ausführte: Aus den drei menschlichen Bedürfnissen: Nahrung, Kleidung und Wohnung ließen sich gewisse Rückschlüsse auf den Kulturstand eins Volkes ziehen, die sichersten Rückschlüsse jedoch aus dem Wohnungsbedürfnis.„ Sage mir, wie du wohnst, und ich will dir sagen, wie du bist." Wohnungsverhältnisse geben ein ge= treues Abbild der menschlichen Kultur. Der großstädtische Kleinwohnungs- Mensch, der von der Natur abgeschnitten sei und in luft- und lichtlosen Hofwohnungen hause, werde immer ein fümmerliches Dasein führen. Einen Ersatz für die mangelhafte Wohnung könne auch der Sport nicht bieten. In luft- und lichtlosen Wohnungen leide die Gesundheit, insonderheit sei es die Tuberkulose, die die Menschen in diesen Wohnungen befalle und die man als eine Wohnkrankheit bezeichne. Die Bettennot und das Schlafgängerwesen übten auf Moral und Sitte der Menschen einen unheilvollen Einfluß aus.( Woh nungs el end ist etwas anderes als Wohnungs not. Die Red.) Menschen, die so wohnten, hätten kein Heimatgefühl, sie seien der Scholle entwurzelt und fühlten sich als die Enterbten. Diese Leute beschwören Gefahren herauf für das politische Leben. Die Privatwirtschaft habe in der Vorkriegszeit rein mengenmäßig das Bedürfnis nach Wohnraum erfüllt, allerdings mit erheblichen wohnlichen Mängeln. Die private Bautätigkeit habe sich nie nach dem Bedürfnis gerichtet, sie habe Bauobjekte bevorzugt, die eine sichere Rentabilität in Aussicht stellten. Die private Bauwirtschaft habe sich nach der Geldflüssigkeit gerichtet, wurde das Geld knapp, so wurde wenig gebaut. So sei die Versorgung des Volkes mit Wohnraum in der Vorfriegszeit unregelmäßig und stoßweise erfolgt. Je nach dem Stand der Industrie richtete sich das Baugewerbe; ging es der Industrie gut, so wurde viel gebaut, bei schlechtem Geschäftsgange wurde wenig gebaut. Allerdings habe die private Bautätigkeit in der Vorkriegszeit einen Wohnungsüberschuß ge schaffen, jedoch nur an großen und mittelgroßen Wohnungen; der Bau von Kleinwohnungen sei vor dem Kriege unzurei chend gewesen, da das private Baugewerbe ein unrentables Geschäft darin erblickt habe. Gegenüber diesen eigennützigen Bestrebungen der privaten Bautätigkeit hätten sich schon in der Borkriegszeit die gemeinnützigen Baugenossenschaften, allerdings damals noch im geringen Umfange, betätigt im Bau von Kleinwohnungen auf gemeinnütziger Grundlage. Hauptmangel in der Produktion des privaten Baugewerbes seien die Etagenhäuser; es wäre möglich gewesen, bei verständiger Bodenreform und Bodenvorratswirtschaft statt großer Etagenhäuser kleine Häuser zu bauen. Deutschland sei das klassische Land der Mietskasernen geworden. Für die verfehlte Bauweise von Berlin, wo stellenweise drei Höfe hinter: einander lägen, sei die damalige Bürokratie verantwortlich, die es nicht verstanden habe, Vorbedingungen für eine gesunde Bauweise zu schaffen. Wenn also auch die Mietstasernenwirtschaft zu beklagen sei, so habe man daran in der Vorkriegszeit nichts Schicksalhaftes an sich gefunden, die Zuspigung zum Schicksalhaften wäre eine Folge des Krieges. Heute müsse man im Wohnungswesen soziale Gesichtspunkte in den Vordergrund Ein stellen. Nach dem Kriege setzte eine staatliche Wohnungspolitik und fürsorge ein 1. durch die Zwangswirtschaft und 2. durch die Förderung der Neubautätigkeit durch Hauszinssteuerhypotheten. Die amtliche Förderung der Neubautätigkeit sei der richtige Weg gewesen. Im Jahre 1926 seien 130 000 Wohnungen gebaut " " 1927 1928 1929 178 000 190 000 " 198 000 33 Von 1926 bis 1929 hätten sich die Haushaltungen in Deutschland durchweg um 165 000 vermehrt, so daß für die ver mehrten Haushaltungen Wohnungen reichlich beschafft werden fonnten. Immerhin fehlten aber noch für 300 000 Wohnungslose die Wohnungen.( Nach den berühmten Listen der Wohnungsämter! Die Schriftleitung.) In den letzten Jahren seien gebaut worden 13 Prozent aller Wohnungen aus Privatmitteln( ohne behördliche Zuschüsse) und 87 Prozent mit Zuschüssen aus öffentlichen Mitteln, da= von entfielen 73 Prozent auf die Hauszinssteuer. Der Vortragende ging nun über zu den Aussichten für 1931. Die private Bauwirtschaft werde keine Rolle mehr spielen infolge der Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage. Wie viele Wohnungen würden nun 1931 mit öffentlichen Mitteln zu finanzieren sein? Die Quelle der öffentlichen Baugelder sei die Hauszinssteuer. Der Ertrag werde zurückgehen einma! durch die zunehmende Zahl der Hauszinssteuerstundungen und Niederschlagungen für einkommenslose Mietparteien und an= dererseits durch die Gesetzgebung. 1931 würden voraussichtlich einkommen an Hauszinssteuermitteln in Preußen 900 Millionen Mark, davon würden nach dem bisherigen System 450 Millionen Mark für den Wohnungsbau Verwendung gefunden haben. Nach der Notverordnung ständen jedoch dem preußischen Staate für den Wohnungsbau nicht mehr 450 Millionen Mark, sondern nur 300 Millionen Mark als öffentliche Bauzuschüsse zur Verfügung. Hiervon müsse man 75 Millionen Mark wieder in Abzug bringen, da schon Vorschüsse in dieser Höhe geleistet seien. Es blieben also 225 Millionen Mark zur Unterstützung der Neubautätigfeit in Preußen im Jahre 1931 übrig. Da auf eine Wohnung durchschnittlich 3500 Mark Zuschuß gegeben würde, so könne man ausrechnen, daß 65 000 Wohnungen im Jahre 1931 mit Zuschüs= sen aus öffentlichen Mitteln zu errichten seien. Das Reich habe eine neue Hilfe vorgesehen, nämlich die Bürgschaft für die zweiten Hypotheken. Diese Hilfe werde sich nur in beschränkter Weise auswirken wegen der schlechten Lage des Kapitalmarktes. Höchstens werde man auf diese Weise weitere 35 000 Wohnungen finanzieren können, so daß die gesamte Bautätigkeit in Preußen mit öffentlichen Mitteln 100 000 Wohnungen produ zieren werde. Man habe gesagt, das Bauen sei zu teuer, es müsse billiger gebaut werden. Diese Hoffnung sei zu Grabe getragen worden. Die Reichsforschungsgesellschaft habe kein praktisches Ergebnis gehabt. Neben der behördlichen Finanzierung des Wohnungsbaues habe man die Zwangswirtschaft einführen müssen. In den Hausbesizer- Zeitungen würde dauernd geschrieben:„ Hebt die Nr. 3. Zwangswirtschaft auf und ihr seid aus allen Schwierigkeiten heraus." Die Lehre von der Aufhebung der Zwangswirtschaft könne jedoch keiner Kritik standhalten. Irgendwelche überzeugende Worte zur Verteidigung der Zwangsbewirtschaftung der Altwohnungen fand Staatssekretär Scheidt jedoch nicht. Er ging noch ein auf die volkswirtschaftlichen und bevölke= rungspolitischen Schädigungen, die die Wohnungsnot zur Folge haben. Der Geburtenrüdgang werde andauern, wenn nicht im Wohnungswesen bald bessere Zustände geschaffen würden. Der Rüdgang in der Zahl der öffentlich finanzierten Wohnungen werde auch eine Zunahme der Arbeitslosigkeit zur Folge haben. Drei Arbeitskräfte seien notwendig im Jahre zum Bau einer Wohnung, für die etwa 7800 Mart Kapital im Durchschnitt aufzuwenden seien. Ein Arbeiter verdiene durchschnittlich 2200 Mark jährlich. 100 000 Wohnungen weniger bedeute 300 000 Bauarbeiter mehr arbeitslos und eine Mehrausgabe von 300 Millionen Mark für Arbeitslosigkeit. So sei die Wohnungsfrage eine Schicksalsfrage für Deutschland. Neue Bücher. In dem Januar- Heft der Deutschen Rundschau" beginnt eine recht interessante Aufsatzreihe: Die deutsche Wirtschaft unter dem Youngplan". Die Notwendigkeit einer Revision des Youngplanes ist zwar allgemein anerkannt, aber die große Oeffentlichkeit hat noch gar kein umfassendes Bild von den grundlegenden Tatsachen der deutschen Wirtschaft, die eine solche Revision erfordern. Dieses umfassende Bild wird die Aufsatzreihe in objektiver Darstellung geben und so dazu beitragen, durch Bildung einer einheitlichen öffentlichen Meinung den künftigen Verhandlungen einen starken Rückhalt im Volke zu geben. Sonderbar sind die Friedhöfe der Wüstenstädte in der Sahara. Über die Totenstadt Sahara bringt die neue Nummer der ,, Münchener Illustrierten"( Nr. 2) einen interessanten Bil= deraufsatz mit Aufnahmen von solchen merkwürdigen Gräbern. Bilanz- Knisse und Buchführungs- Schliche, 600 Schleichwege aus der Praxis der Steuer- Revision. Von Dr. Matthias Koch.( Verlag für Wirtschaft und Verkehr, Forkel& Co. in Stuttgart). Obwohl in erster Linie für den Steuerbeamten und vornehmlich den Buchprüfungsdienst bestimmt, hat das Buch doch auch ein sehr großes Interesse für den Gewerbetreibenden. Einmal darum, weil man anhand dieser vielen, aus dem Leben gegriffenen Beispiele trotz der oft schwierigen Materie leicht erfennen lernt, wo das Zulässige aufhört. Zum anderen deshalb, weil man Einsicht gewinnt in das überaus umfangreiche Material, welches der Buchprüfungsdienst bereits zutage gefördert hat. Leicht verständliche Schreibweise, gute Gliederung der Fälle und auch, die Heranziehung zahlreicher Beispiele aus Buchfüh rungen von Klein- und Mittelbetrieben machen das Buch für unseren Leserkreis lesenswert, zumal jetzt vor den Abschlüssen und Steuererklärungsterminen. Datterich, Posse von E. E. Niebergall, mit 40 Schattenrissen von Hermann Pfeiffer, Verlag H. Hohmann G. m. b H., Darmstadt( Preis 3.80). Diese im Jahre 1841 in Darmstädter Mundart geschriebene Dialektkomödie nennt Meyer in seiner Geschichte der deutschen Literatur: ,, das genialste Lokalstüd Deutschlands." Datterich, ein geistvoller Lump, bildet den Mittelpunkt, um den sich eine Schar Kleinbürger von ganz überraschender Wahrheit und Lebendigkeit der Schilderung reiht. Alle sprechen Darmstädter Dialekt, der ohne weiteres in ganz Deutschland nachgesprochen und verstanden wird. Hermann Pfeiffer, bekannt durch seine Zeichnungen im 3upfgeigenhanel", bildet die köstlichen Szenen in meisterhaften Schattenrissen nach. Universal- Vereinskassebuch erleichtert den Verbands= und Vereinsrechnern die Eintragungen der Einnahmen und Ausgaben außerordentlich. Albin Klein in Gießen. Fernspr. 2525 u. 2526. Südanlage 21. Verantwortlich: Paul Christian Klein in Gießen. NWK WoLe Wer will aufs Schiff? NWK Schreiben Sie an Der neue eleg. Herrenschuh D.R.P. in schwarz, braun und Lack, mit 3 monatl. Garantie, zum Sen- 4.90 sationspreis Versand nur geg. Nachn. mit Größenangabe. A. Köhler Estebe, Köln, Hohepforte 22. Hamburg 13( F. 82)| Die Hessische Steuerzeitung Redakti Sendung 44. Der Augenm den Her fonferen Schiedsa Delegat Jm Amerifa Hehen A ten der der inter gegenüb Erit an der besprech eriter terte, Der neter D ziehen n Lagen Der tag nach schusses Au Briand Kreijen Genf a Zu Kommu & Co., Ob jährige 30. Jun rend de ten ba franzö erworb All find zur in Wilh in der Яа jährige wieder Di dig bee den At werde. Di tionsin mit fof bejchlo W nights geworf deutsch 2 jagung gegebe dor wi Ar bei ei worde Als hochverzinsliche mündelsichere Kapitalanlage empfehlen wir unsere 7% igen Goldhypothekenpfandbriefe Ausgabeturs: 96% freibleibend Rückzahlungskurs: 100% Da die Kündigung nicht vor dem 30. September 1936 erfolgen kann, und die Kapitalertragssteuer am 2. Januar 1931 fortfällt, sichert sich der Erwerber auf viele Jahre eine hohe Verzinsung und außerdem einen Rückzahlungsgewinn. Die Sicherstellung der Pfandbriefe ist eine dreifache: 1. durch erststellige innerhalb der mündelsicheren Beleihungsgrenze eingetragene Goldhypotheken; 2. durch das gesamte Vermögen und die Rücklage der Nassauischen Landesbank; 3. durch die unbeschränkte Garantie des Bezirksverbandes des Regie: rungsbezirks Wiesbaden, der mit seinem Vermögen und seiner Steuertrast, einschließlich der Steuerkraft aller Städte, Kreise und Landgemeinden des Regierungsbezirks Wiesbaden, für die Einlösung der Pfandbriefe haftet. Die Goldpfandbriefe der Nassauischen Landesbank sind an den Berliner und Frankfurter Börsen jederzeit veräußerlich und bei der Reichsbank lombardfähig. Außerdem sind sie für die Anlegung von Mündelgeld in ganz Deutschland zugelassen. Ausgabe in Stücken zu 100, 500, 1000, 2000 und 5000 Goldmark. Die Stücke sind sofort lieferbar und können durch sämtliche Banken, Sparkassen und Kreditgenossenschaften sowie alle Niederlassungen der Landesbank selbst bezogen werden. 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