97r. 36 e kju e 15 AND RKE ropas Charko 038 ames Programm Biozeichen Schläge p. Min. -Dur, Takt iefe Glocke t Schläge p. Min. Schläge p. Min. e, Glockenspiel e, Glockenspiel -d- e- h- d- h zel und Pfiffe 0 Takte p. Min. el, 3 Gongschläge Tag: c- e- g- g 3 mal dis- as ockenschlag as e- f- d -Takte xen 50 Schläge p. Min. ken Glockenschlag en:(-.-.- eichen eichen ichen e- cls and, Itallen, SHS- Jugoslav arn, US Verein. Staaten v. Ame 3, Kochstraße 28.) stellung Gießener Zeitung Erscheint Mittwochs und Samstags. Bezugspreis 2,40 M vierteljährlich frei ins Haus. daktionsschluß früh 8 Uhr. Für Aufbewahrung oder Rückfadung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. 44. Jahrg. - Bolitische Rundschau. Die Zahl der Arbeitslosen ist in der zweiten Aprilhälfte betrichtlich gesunken. Sie belief sich am Ende des Monats auf 190 000, das Find 240 000 weniger als am 15. April. Die Zahl be Hauptunterstügungsempfänger in der Arbeitslosenversicherung betrug Ende April rund 1890 000, das heißt rund 215 000 miger als am 15. April. Die nächste Sigung des Reichskabinetts wird voraussichtlich am Samstag stattfinden. Sie wird lediglich den außenpolitischen Fragen gewidmet sein. Mit der Erledigung der sozialpolitischen und finanzpolitischen Reform will man bis zur Rückkehr des Reichskanzlers und Außenministers aus Chequers warten. Zu den verschiedenen umlaufenden Meldungen über die Revifionsfrage verlautet von unterrichteter Seite, daß ein endgülLiges Urteil des Reichskabinetts, wann und in welcher Form die Reparationsfrage angeschnitten werden soll, nicht vorliegt. Die Reichsregierung hat das Agrement zur Ernennung des Professors Americo Castro zum spanischen Botschafter in Berlin eticilt. Der große Bericht, den der Danziger Völkerbundskommissar Staf Gravina dem Generalsekretär über die Beziehungen zwischen Danzig und Polen überreicht hat, ist nunmehr amtlich auf die Tagesordnung der Maitagung des Völkerbundsrates gesetzt worden. Die französische Regierung hat dem Generalsekretär des VölPerbundes eine Note übermittelt, in der die deutschen Vorschläge auf Veröffentlichung der Rüstungsziffern abgelehnt werden. Der Preußische Landtag nahm am Donnerstag einen sozial: Demokratischen Antrag an, wonach das Staatsministerium durch Den Reichsrat und auch auf dem Verhandlungswege auf die Reichsregierung einwirken soll, daß die letzte Brotpreiserhöhung in Berlin und anderen Orten sofort rüdgängig gemacht wird. Der Geschäftsführende Vorstand des Deutschen Beamtenbunhes nahm in seiner Donnerstagsigung eine Entschließung an, die F gegen weitere Herabjegungen der Beamtenbezüge wendet. Der amerikanische Botschafter in Berlin, Sadett, hatte eine Lange Unterredung mit dem Präsidenten Hoover und StaatsTehetär Stimson über die allgemeine Lage in Europa unter Tejonderer Berücksichtigung des deutsch- österreichischen Zollangleihungsplanes. Die neuerdings wieder auftauchenden Gerüchte, daß die Abeitungskonferenz verschoben werden soll, werden in der AbTungsabteilung des Völkerbundssekretariats, wie von unterridteter Seite erklärt wird, nicht ernst genommen. Die Flottensachverständigen Englands, Jtaliens und Frank1ihs werden am Montag wieder zu einer Sigung zusammenZelent. In der französischen Kammer begann am Donnerstag nachmittag die lange erwartete große Zollunions- Aussprache. Die Interpellanten stellten die Behauptung auf, daß die deutsch- östermeihische Zollunion den Friedensverträgen widerspreche. Das englische Unterhaus hat die Grundbesitzsteuer mit 289 gegen 230 Stimmen angenommen. geheten. ( Gießener Tageblatt) Drud und Verlag von Albin Klein in Gießen Geschäftsstelle: Gießen, Südanlage 21. Fernsprecher Nr. 2525 und 2526. Postschedkonto Nr. 69 530 Amt Frankfurt a. M. Samstag, den 6. Mai 1931 3. Landwirtschaftliche Meliorationen erklärt das Gutachten als ein besonders geeignetes Feld für die Arbeitsbeschaffung. 4. Landwirtschaftliche Siedlung. Für eine zielbewußte För derung der landwirtschaftlchen Siedlung setzt sich die Kommission mit besonderem Nachdruck ein. 5. Wohnungswirtschaft. Eine allzu starke Einschränkung des Wohnungsbaues mit öffentlichen Mitteln wird von der Kommission nicht empfohlen. Was die Arbeitsbeschaffung mit Hilfe öffentlicher Mittel betrifft, so unterstützt die Kommission die Bestrebungen, die zur Gründung der Deutschen Gesellschaft für öffentliche Arbeiten ge= führt haben. Im Schlußkapitel behandelt die Kommission Maßnahmen besonderer Art, die mit der Arbeitsbeschaffung in loserem Zusammenhang stehen. Sie befürwortet die Ausgestaltung von Einrichtungen der gemeindlichen Arbeitsfürsorge und lehnt die Einführung einer allgemeinen Arbeitsdienstpflicht vor allem aus finanziellen Gründen, ab. Dagegen empfiehlt sie die Förderung des freiwilligen Arbeitsdienstes als einen Weg zur Milderung der Folgen der Arbeitslosigkeit. Hoovers Abrüstungsforderung. Berlin. Die Rede, die Präsident Hoover auf der Tagung der Internationalen Handelskammer in Washington gehalten hat, erregt mit Recht in den Hauptstädten Europas lebhaftes Aussehen. Seine Forderung, die Landrüstungen zu vermindern und dadurch das Vertrauen in der Welt wiederherzustellen, kann sich bei dem Stande der Dinge nur gegen Frankreich richten. Die gewaltigen Rüstungen Frankreichs und seiner Verbündeten haben jenen Zustand herbeigeführt, daß heute 5,5 Millionen Mann unter den Waffen stehen und daß die Welt 5 Milliarden Dollar für Rüstungen jährlich ausgibt, also 70 Prozent mehr als vor dem Weltkriege. Der Druck, den die Vereinigten Staaten offenbar auf den Gang der Abrüstungskonferenz auszuüben beabsichtigen, kann sich durchaus in der Richtung auswirken, daß Frankreich zu einer gewissen Herabsetzung seines überhöhten Rüstungsstandes veranlaßt wird. Es ist bemerkenswert, daß Hoover in seiner Rede wohl zum erstenmal einen deutlichen Zusammenhang zwischen der Abrüstungsfrage einerseits und dem Problem der interalliierten Kriegsschulden und der deutschen Kriegstribute andererseits festgestellt hat. Nach der Auffassung des amerikanischen Präsidenten wird Amerika eine Erleichterung der interalliierten Schulden nur dann zulassen, wenn die europäischen Militärstaaten, also in erster Linie Frankreich, ganz bedeutende Zugeständnisse in der Abrüstungsfrage machen. Wer leitet die Abrüstungskonferenz? London. Der ,, Daily Telegraph" veröffentlicht heute die in unterrichteten Kreisen bereits seit einigen Tagen bekannte Tatsache, daß die italienische und deutsche Regierung gewillt sein dürften, die Kandidatur des Außensekretärs Henderson als Präfident der Weltabrüstungskonferenz zu unterstützen. Die italienische Regierung wird Henderson während der Genfer Verhandlungen vorschlagen. Das norwegische Kabinett ist am Donnerstag abend zurüd- Vor der Wahl des Präsidenten von Frankreich. Paris. Erst gestern, fünf Tage vor der Wahl des Präsidenten, meldet sich offiziell der erste Kandidat. Es ist dies der Das 2. Gutachten der Braunskommission. Präsident des Senats, Paul Doumer. Er übersandte den ZeiDie vom Reichsarbeitsminister berufene Gutachterkommisfon zur Arbeitslosenfrage hat jetzt, wie bereits kurz mitgeteilt, en zweiten Teil ihres Gutachtens der Deffentlichkeit unterbeitet. Er enthält Vorschläge zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit durch Arbeitsbeschaffung. In einer allgemeinen Einleitung bezeichnet es die Kommission als die Hauptaufgabe aller Wirtschaftspolitik, die Ersarung, in der sich die Wirtschaft heute befindet, zu lösen und bit afliegende Arbeitskräfte, Produktionsmittel und Warenvortörte produktiv zu nutzen. Dazu hält die Kommission die Heranebung von Auslandskapital für unbedingt nötig, vorausgesetzt, dot es zu erträglichem Zinsfuß zu erhalten ist. Weitere Voratsetzung für das Gelingen der Arbeitsbeschaffung ist aber, daß die öffentlichen Finanzen geordnet sind, daß in der öffentlichen privaten Wirtschaft und in der Lebenshaltung Sparsamkeit geit, daß die deutsche Währung aufrecht erhalten bleibt und de fich die innerpolitischen Verhältnisse beruhigen. Im Anschluß an diese grundlegenden Erörterungen nennt dile kommission eine Reihe von Einzelmaßnahmen zur Arbeitsbestaffung, die ihr als besonders wichtig erscheinen. 1. Energiewirtschaft. Sie bietet trotz der großen EntwickTurg der Elektrizitätswirtschaft noch Raum für Investitionen somh beim Bau von Kraftwerken wie beim Ausbau von Leitumesneken. Dasselbe gilt für das Gebiet der Gaswirtschaft, wo Danillem die verstärkte Jnangriffnahme der Fern- und Gruppengusterjorgung entpfohlen wird. 2. Verkehrswesen. Auf diesem Gebiete empfiehlt das Gutarten große Vorsicht. Die Anlage von großen innerdeutschen Drathgangsstraßen für den Fernverkehr lehnt sie wie Kanalbumen ab. Dagegen empfiehlt sie bei der Reichsbahn die Fortfügung der Elektrifizierung und vor allem die Verbesserung des alten Straßennetzes. tungen gestern abend ein Kommuniqué, in dem er vor allem erklärt, es sei nicht richtig, wenn er als ein Gegner des Friedens dargestellt werde. Der Präsident der Republik dürfe keiner Partei angehören, sondern müsse der Schiedsrichter aller sein. Wenn es also nun auch sicher ist, daß Doumer kandidiert, so ist doch noch völlig unsicher, wer ihm als Gegenfandidat gegenüberstehen wird. Briands Feinde behaupten, daß dieser Doumer versprochen habe, nicht gegen ihn zu kandidieren. Briand wird sich zweifellos erst endgültig entscheiden, wenn er gesehen haben wird, welche Aufnahme seine gestrige große Rede in der Kammer findet. Schweres Unwetter über Süddeutschland. Am Donnerstag nachmittag tobte über großen Teilen Süddeutschlands ein schweres Unwetter. Im Taunus, besonders in Bad Homburg und Umgebung richteten herabstürzende Wassermassen, die selbst Menschenleben in Gefahr brachten, großen Schaden an. Nachts ging über Hösbach bei Aschaffenburg ein schwerer Wolkenbruch nieder. Auf der abschüssigen Schöllkrippener Straße wurden drei junge Leute von den Fluten fortgerissen. Sie haben wahrscheinlich den Tod darin gefunden. Auch aus Bruchsal werden schwere Ueberschwemmungen gemeldet. In der Umgebung von Karlsruhe verursachte der wolkenbruchartige Regen große Störungen im Eisenbahnverkehr. Aus Baden- Baden wird berichtet, daß auch im Dostal große Verheerungen angerichtet wurden. Neckar und Fils führen Hochwasser. Aus Kirchheim unterm Ted wird berichtet, daß die Lauter aus ihrem Flußbett getreten ist; Groß- und Kleinvieh konnte vielfach nicht mehr gerettet werden.- Ebenfalls in Koblenz und in der näheren Umgebung haben die starken Regenmassen erheblichen Schaden angerichtet. ( Neueste Nachrichten) Anzeigenpreise: die 30 mm breite Petitzeile auswärts 24 Pfg., lokal 12 Pfg., die 90 mm breite Retlame- Petitzeile 96 Pfg. Platz vorschriften ohne Verbindlichkeit. Bei Wiederholung Rabatt. Für Vollklischee- Anzeigen außerdem besondere Ermäßigung. Nummer 37 Es geht auch ohne Zwangswirtschaft! R.P.D. Die großen internationalen Verbände der Bauund Wohnungswirtschaft rüsten eifrig für ihre diesjährigen Kongresse. Die ,, International Federation for Housing and Town Planning", die Fédération Internationale du Bâtiment et de Travaux Publics", die Fédération Horticole Professionnelle Internationale" ,,, Les Congrès Internationause d'Architecture Moderne" und der ,, Internationale Verband für Wohnungswesen" geben sich Anfang Juni d. J. anläßlich der ,, Bau- Ausstellung Berlin 1931" in der deutschen Reichshauptstadt ein Stelldichein, um die Gedanken der großen Deffentlichkeit wenigstens für kurze Zeit auch einmal auf die überragenden wirtschaftlichen und sozialpolitischen Aufgaben der Bau- und Wohnungswirtschaft zu konzentrieren. Db die Kundgebungen eine nachhaltige Wirkung zeitigen werden und deshalb mit einiger Berechtigung vielleicht als große Ereignisse zu werten sind, muß zunächst einmal abgewartet werden ihre Schatten werfen sie jedenfalls voraus. " Zum mindesten geht der Internationale Verband für Wohnungswesen" nicht ungeschickt zu Werke, wenn er schon heute das geistige Rüstzeug für die vorgesehene, groß angelegte Diskussion über ein brennendes Gegenwartsproblem zu ordnen sucht. Der Verband will nämlich einem internationalen Kreis namhafter Fachleute zum erstenmal die in vielen Kulturländern heiß umstrittenen Fragen zur Erörterung vorlegen: ,, Db und inwieweit unter den gegenwärtigen Verhältnissen die auf privatwirtschaftliche Rentabilität eingestellte Bauwirtschaft ohne öffentliche Unterstützung in der Lage ist, den Wohnungsbedarf der breiten Schichten der Bevölkerung in einer Weise zu decken, die den wirtschaftlichen, sozialen, hygienischen und kulturellen Anforderungen entspricht", und ,, wie die Bauwirtschaft zu organisieren ist, um den Bedarf, an Kleinwohnungen in befriedigender Weise zu decken". Der ,, Internationale Verband für Wohnungswesen" hat sich Mühe gemacht, die Diskussion über diese Fragen, die nicht allein in Deutschland den Anlaß zu erbitterten politischen Kämpfen gaben, gründlich vorzubereiten. Bekannte Fachleute fast aller europäischen Länder, einschließlich der Sowjetunion und der Vereinigten Staaten von Amerika, haben Vorberichte erstattet, die zu einem stattlichen Band*) vereinigt sind. Deutschland ist darin mit acht Referaten reichlich vertreten, allerdings muß man unter den sieben Referenten leider einen Fachmann aus der privaten Bau- und Wohnungswirtschaft vermissen, ein Mangel, der bei den später folgenden Generalberichten im Interesse einer Dbjektivierung der Berichterstattung abgestellt werden müßte. Betrachtet man die verschiedenen Länderberichte, die insofern uniformiert sind, als sie alle auf Grund von Fragebogen die ,, private, öffentliche und gemeinnüßige Bautätigkeit als Grundlage für die Deckung des Wohnungsbedarfs" einheitlich behandeln, so stellt man erneut fest, daß die Methoden zur Bekämpfung der Wohnungs- und Raumnot in den einzelnen Ländern durchaus verschiedene sind. Eines der wenigen Länder Europas, das sich schon bald nach dem Kriege wieder aus der Zwangsbewirtschaftung des Wohnraums herausgefunden hat, ist Finnland. Finnland ist nach dem Weltkriege zu einer völlig auf privatwirtschaftlicher Grundlage beruhenden Wohnungsproduktion zu= rückgekehrt und war wohl das erste Land, in dem man die wäh rend der Kriegszeit entstandene Mieterschutzgesetzgebung vollkom men fallen ließ. Wie der Geschäftsführer des finnischen Städtebundes und Vorsitzende des Vereins für Wohnungsreform in Finnland in seinem Bericht im einzelnen ausführlich darlegt, wurde, wie anderwärts, auch in Finnland noch in den Jahren 1919 bis 1929 in der Hauptsache von den Gemeinden und gemeinnütigen Bauvereinigungen gebaut, um die Bautätigkeit in Gang zu bringen. Jedoch erhielt die private Bautätigkeit der ,, Wohnungs- Aktiengesellschaften" sehr bald eine wachsende Bedeutung, besonders als 1922 der Mieterschutz abgebaut wurde. Die Wohnungs- Aktiengesellschaften beruhen in Finnland auf einer alten Tradition, sind aber erst im letzten Jahrzehnt zu erheblicher Bedeutung gelangt. Die rechtliche Grundlage bildet das Gesetz für die Wohnungs- A.- G. vom 5. Februar 1926. Danach ist eine Wohnungs- A.- G. eine Gesellschaft, deren Zweck es ist, ein Gebäude zu besitzen, in dem der größte Teil der Räume für Wohnungszwecke der Aktienbesizer reserviert ist, und bei der jede Aktie für sich allein oder mit anderen Aktien zusammen das Verfügungsrecht über eine bestimmte in dem Gebäude befindliche Wohnung oder ein Geschäftslokal gewährt. Neben diesen Wohnungs- Aktiengesellschaften gibt es noch Aktienbaugesellschaften älteren Datums, die von einzelnen Kapitalbesizern ge gründet wurden und die auch an außerhalb der Gesellschaft stehende Personen Wohnungen vermieten. Außer den rein pri vatwirtschaftlichen Wohnungs- A.- G, gibt es auch gemeinnützige Wohnungs- A.- G. mit beschränkter Dividende, bei denen der Aktienbesitzer die Aktien nur dann abtreten darf, wenn die Gesellschaft die Aktien nicht selbst zurückkaufen will. Außerdem gibt es auch kommunale Wohnungs- A.- G., die speziell für minderbemittelte Kreise gegründet worden sind. Diese sind jedoch so organisiert, daß die Mieter durch Zuschläge zum Mietpreis allmählich die auf ihre Wohnung entfallenden Aktien erwerben Samstag, den 9. Mai 1931 können und nach einigen Jahren die kommunale Wohnungs- A. G. in eine gewöhnliche private Wohnungs- A.- G. umgewandelt werden kann. Zur Förderung der Wohnbautätigkeit hat der Staat eine Hypothekenbank zur Beschaffung erststelliger Hypotheken er richtet, außerdem geben die Gemeinden zweistellige Hypotheken zu einem auf etwa 6 Prozent ermäßigten Zinsfuß. Auf dieser Grundlage hat sich die Bautätigkeit in Finnland sehr gut entwickelt, so daß nicht nur der Wohnungsbedarf gedeckt, sondern auch eine bescheidene Wohnungsreserve angelegt werden konnte. Und das ohne eine so katastrophale Erschütterung des Wohnungsmarktes hervorzurufen, wie es die zwangswirt schaftlichen Abenteurer in Deutschland fertiggebracht haben. Das Beispiel Finnlands ist auf Deutschland nicht ohne weiteres anzuwenden. Man kann es aber als Beleg dafür gelten lassen, daß auch ohne Zwangswirtschaft eine vernünftige Wohnungsbaupolitik möglich ist. Jedenfalls ist Finnland nicht ,, am Bedarf vorbei gebaut" worden, wie es dank einer blinden Subventionierung des Wohnungsbaues in Deutschland der Fall ist. „ Gießener Zeitung" | deutschen Wirtschaft gemindert und die aufbauenden Wirtschaftskräfte zu freier Entwidlungsfähigkeit zurückgeführt werden. Nur durch Wiederherstellung der Rentabilität und der Elastizität der Wirtschaft sind neue Arbeitsstätten zu schaffen und die arbeitslosen Massen wieder in den Wirtschaftsapparat einzugliedern. Das Präsidium des Hansabundes ist sich darüber einig, daß die Reichsregierung mit größter Beschleunigung handeln muß. Die außerordentlich schwierige Lage der öffentlichen Finanzen, die unmittelbare Gefährdung jeder weiteren sozialen öffentlichen Leistung vertrage keinerlei taktische politische Rück sichtnahme. Jeder Tag der Verzögerung vergrößert die sozialen Motstände und mindert die Möglichkeiten wirksamer Hilfsmaßnahmen. In allen verantwortlichen Kreisen muß man sich darüber klar werden, daß jetzt nur noch sehr radikale Einschnitte in den Kreis der öffentlichen Aufgaben und in den bisherigen Umfang der Arbeitslosenversicherung zu helfen vermögen, nachdem man allzu lange versäumt hat, die öffentlichen Leistungen mit dem Gesamtertrag der deutschen Wirtschaft wieder in Einflang zu bringen. In der Vertagung des weiteren Regierungsprogramms auf den Monat Juni erblickt das Hansabund- Präsidium eine besondere Erschwerung der wirtschaftspolitischen Gesamtlage. Es fordert daher mit aller Eindringlichkeit sofortige Hansabund fordert Sofortmaßnahmen. Bekanntmachung der weiteren Regierungspläne, darüber hinaus aber vor allem sofortiges durchgreifendes Handeln der Reichsregierung. Kosten der Arbeitslosigkeit. Das Problem:„ Wertschaffende oder unterstützende Arbeitslosenhilfe?" ist heute zugunsten der Arbeitslosenunterstützung entschieden. Die produktive Arbeitslosenhilfe scheitert, vor allem in Deutschland, an der Finanzierungsfrage. Nur den während der Kriegs- und Inflationszeit zurückgestellten notwendigen Investitionen der Gemeinden war es zu verdanken, daß 1926 und 1927 verhältnismäßig viele Arbeitslose in der produktiven Arbeitslosenfürsorge beschäftigt wer= den konnten. Da es die öffentlichen Körperschaften versäumt haben, planmäßige Konjunkturpolitik zu treiben und Reserven aus Steuermitteln bereitzustellen, ging die wertschaffende Arbeitslosenfürsorge in der gegenwärtigen Depression sehr an Bedeutung zurück. Das Präsidium des Hansabundes für Gewerbe, Hundel und Industrie trat unter Vorsitz des Präsidenten Dr. Herman Fischer, M. d. R., in diesen Tagen in Berlin zu einer eingehenden Aussprache über die wirtschaftspolitische Gesamtlage zusammen. Die Aussprache war von schwersten Besorgnissen um die weitere wirtschaftliche und wirtschaftspolitische Entwicklung erfüllt. Einstimmig bekannte das Hansabund- Präsidium sich zu der Notwendigkeit, den Kampf des Hansabundes für die freie Marktwirtschaft und gegen jeglichen Rollektivismus und Sozialismus mit größter Energie weiter zu führen. Die dauernden Versuche der sozialistischen Parteigruppen und der Gewerkschaften, aus ihrer unmittelbaren Verantwortung an der gegenwärtigen Wirtschaftsnot und Arbeitslosigkeit als Träger der gesetzgeberischen Fehlmaßnahmen des letzten Jahrzehnts zu flüchten und der Privatwirtschaft die Schuld an den augenblick= lichen Notständen zuzuschieben, erfordern tagtäglich erneute Abwehr. Es gilt, vor dem ganzen deutschen Volke den Tatbestand klar zu legen, daß die kollektivistisch orientierte Wirtschaftsgesetzgebung, die Fesselung der freien Marktwirtschaft die Ursache der heutigen Not ist, daß der Sozialismus völlig ver= sagt hat und einzig und allein in der Privatwirtschaft die sozialen und kulturellen Aufbaukräfte liegen, die das deutsche Volk zur Sicherung seiner Existenz und seiner weiteren Entwickelung benötigt. Hinsichtlich der nächsten Aufgaben der Reichsregierung betonte das Hansabund- Präsidium einmütig, daß die Ueberwindung von Wirtschaftsnot und Arbeitslosigkeit nur dann gelingen könne, wenn auf dem Wege umfassenden öffentlichen Aufgabenabbaus, strengster Sparsamkeit, sowie der Aufloderung der die Erstarrung des deutschen Wirtschaftskörpers verursachenden Wirtschaftsgesetze die Gestehungskosten der 1930 - Welche Bedeutung die Arbeitslosenfürsorge und-versiche= rung innerhalb der gesamten Sozialversicherung gewonnen haben, läßt sich, so schreibt das Institut für Konjunkturforschung, an folgender Tabelle ermessen: Gesamtheit der Sozialversicherung Milliarden RM. Beitragseinnahme der Erwerbs- und Arbeitslosenfürsorge Milliarden RM. 1925 2,7 0,2 1926 3,4 0,5 1927 4,2 0,7 1928 4,9 0,8 1929 5,1 0,9 5,1 1,1 Nr. 37 Da die aus der Versicherung Ausgesteuerten zum großen Teil der gemeindlichen Armenfürsorge zur Last fielen, wurde 1926 ein Zwischenglied zwischen Versicherung und Armenfürsorge in der Krisenfürsorge geschaffen. Als die Krisenfürsorge die lang dauernden Arbeitslosen nicht mehr voll aufnehmen konnte, wurden die Gemeinden 1927 zur Unterstützung der Wohlfahrts: erwerbslosen verpflichtet. Wie sehr trotz der Arbeitslosenversicherung durch die Erwerbslosenfürsorge der Haushalt der öffentlichen Verwaltung belastet wird, ersieht man, wenn man die Gesamtausgaben der öffentlichen Verwaltung und ihre Ausgaben für die Arbeitslosenfürsorge vergleicht: Gesamtausg. der öffentl. Verwaltung 14465 17 201 In Mill. RM. 1925/26 1926/27 1927/28 1928/29 1929/30 Ausgaben der öffentl. Verwaltung für Arbeitslosenjürsorge In Mill. RM. rund 480 Samstag, de Das Leben Band lodert e dunklem Tann Reinheit blühe allem Zauber nen Traum. der ewigen Na Garten, ein of zelne Blatt zeig ben, hoffen un wieder vollzieh Pracht, sich da werden, lausche Nachtigall, dem Walde. Jekt g rund 1330 18771 870 300 20 801 990 auf denen fich 20 500 geschätzt 1070 - fen wälzt; laß Herz hinein, da 1000 1130 Aus dem hohen Anteil der Ausgaben für die Arbeitslosenfürsorge an dem gesamten Finanzbedarf der öffentlichen Verwaltung erklärt sich, daß der öffentliche Haushalt den Einflüssen der Konjunkturschwankungen heute so sehr viel stärker als vor dem Kriege unterliegt. Ob sich die Entwicklung im Rechnungsjahr 1931 im Rahmen des Voranschlags der Reichs anstalt halten wird, ist nicht sicher. Dieser Voranschlag, dem ein Monatsdurchschnitt von 1,75 Millionen Hauptunterstützungsempfängern und der gegenwärtige Beitragssatz zugrunde gelegt sind, ist deshalb bedeutungsvoll, weil die völlige Loslösung der Arbeitslosenversicherung aus dem Reichshaushalt von seiner Verwirklichung abhängt. Hessen voran! Nach dem statistischen Jahrbuch beträgt die Gemeindeverschuldung in Reichsmart je Einwohner durchschnittlich: 1. in Bayern 102, 2. in Wüttemberg 116, 3. in Preußen 152, 4. in Baden 171, 5. in Hessen 216 RM. Für Hessen dürfte es höchste Zeit sein, daß in dieser Hinsicht eine Aenderung eintritt, vielleicht bringt der Anschluß an Preußen eine Besserung. Entfettungs- Kuren im Frühling sind sehr empfehlenswert, weil der Körper gerade jetzt eine be sondere Neigung zur Stoffausscheidung besitzt. Nehmen Sie früh, mittags und abends 2-3 Toluba Kerne, die Sie in Apotheken erhalten. Künstliche Augen Naturgetreue Anfertigung. F. Ad.Müller Söhne. 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Damals war Richard ein reicher junger Mann, dessen vorwiegendstes Interesse der Sport war; heute jedoch war er bettelarm, ohne jede sichtbare Möglichkeit, sich zu helfen. Eine unerhörte Finanzkatastrophe hatte die Börse bis in ihre Grundfesten ersaüttert und auch den sicheren Frieden seiner Jugend zerstört. Sein Vater hatte den harten Schlag, der ihn zum Bettler machte, nicht verwinden können und überlebte den Verlust seines Riesenvermögens nur um wenige Tage. Selbst jetzt konnte der junge Mann noch nicht ganz begreifen, wie das alles hatte kommen können. Abgesehen von den regelmäßigen Monatswechseln, die er als Student von seinem Vater bekam, hatte er gar keine Erfahrung in Geldangelegenheiten. Aber es mußte wohl stimmen, weil es ihm der alte Anwalt seines Vaters auseinanderzusetzen versucht hatte, obgleich er es nicht ganz verstand, daß eine Woche wildester Börsenmanöver auf den großen europäischen Finanzplätzen ein Vermögen, das auf mehr als eine Million Pfund geschätzt wurde, in nichts zerrinnen lassen konnte. Mit dem Wagemut des echten Spielers hatte der alte Laverton Marr sein Vermögen für einen ,, Coup" eingesetzt, welcher sein Vermögen verzehnfachen sollte, ihn jedoch statt dessen zum Bettler machte. Der Ruin war vollständig. Nicht nur das Geld, sondern auch das stattliche Palais und der ganze Privatbesitz des unglüdlichen Finanzmannes gingen verloren. Als der alte Goligthly die Titanenarbeit der Ordnung des Nachlasses be= wältigt hatte, war es ihm flar geworden, daß dem vom Schidsal so hart getroffenen jungen Burschen nicht viel mehr geblie ben war, als ein Schrank guter Garderobe. Er wußte allerdings nicht, daß der größere Teil des Inhalts dieses Schrankes bereits seinen Weg zum Trödler genommen hatte; denn Richard war zu stolz gewesen, um ihm davon etwas zu sagen. Zur Zeit, als Richard Marr ziellos durch die Straßen Londons wanderte, hatte er in seinem Besitz zwei Anzüge und die fürstliche Summe von 25 Pfund. Der Menschenstrom staute bei der Kreuzung der Welling= ton Street, um eine unabsehbare Flut von Vehikeln aller Art vorbeizulassen. Geduldig wartete Marr. Plötzlich fühlte er, daß ihn jemand am Arm zog. Der ander stimmte lachend zu, und Arm in Arm strebten Marr war ein armer Mann, aber- so sagte er sich, sein Gewissen beruhigend diese Begegung war ein Anlaß, der unbedingt gefeiert werden mußte. Fabiano war in diesem Falle gerade noch gut genug, und nach diesem berühmten und teuren Restaurant lenkten die beiden ihre Schritte. Richard Marr!" rief eine aufgeregte Stimme. Marr wendete sich um, und die Düsterkeit der letzten Stunden verschwand aus seinem Gesicht. Er griff erfreut nach der Hand des Mannes, der ihn angesprochen hatte, und riß sie vor Erregung so fräftig auf und nieder wie den Schwengel einer Pumpe. ,, Es tut mir wohl, Sie wiederzusehen, Marr", sagte sein Gast, als sie nach einem opulenten Mittagessen bei Kaffee und Zigarren angelangt waren. Das war ein Mann aus seiner früheren Zeit, ein Mann, den er kannte, liebte und überaus schätzte. Johnny Bell!" rief er.„ Wie ich mich freue, dich zu sehen; Komm, wir suchen uns einen Platz, wo wir ruhig plaudern fönnen." ,, Lange nicht so wohl wir mir, Johnny", antwortete der junge Mann dem alten Fußball- Internationalen, der Richards Mannschaft, das Oxford Universitäts- Team, die letzte Saison trainiert hatt. Mir war sehr trübe zumute in dem Augen blic, als Sie mich trafen, Ihr bloßer Anblick aber hat genügt, um alle unfrohen Gedanken zu verscheuchen." Ich habe von Ihrem Unglück gehört, Marr," sagte der alte Internationale teilnahmsvoll, und es tut mir sehr leid, Jhretwegen und auch wegen Ihrer Mannschaft. Es ist sehr unwahrscheinlich, daß wir einen Mittelstürmer Ihrer Klasse finden werden, Marr. Es war besonders für mich ein harter Schlag, als ich hörte, daß Sie Ihren Austritt angemeldet hätten. Ich bilde mir ein, etwas vom Fußball zu verstehen, und ich sage Ihnen ehrlich: ich kenne keinen besseren Mittelstürmer in England. Ich vermute, Sie werden jetzt wohl für die Corinthians spielen? Marr unterdrüdte sein Stöhnen. Der Gedanke daran, was er verloren hatte und was ihm noch versagt bleiben sollte, war fast zu viel für seine Selbstbeherrschung. Ich fürchte, Johnny, ich werde das Fußballspiel aufgeben müssen, weil nun ja, weil ich es mir nicht länger leisten fann. Wenn ich die Wahrheit sagen soll, Johnny, mir geht es schlecht, erbärmlich schlecht. Die ganze vergangene Woche habe ich mir die Füße abgelaufen, um einen Posten zu bekommen, aber ohne Erfolg. Es scheint, als gebe es gar feine Möglichkeit für mich, jemals eine Stelle zu finden. Es flingt tomisch, besonders wenn man mich von früher her gekannt hat aber ich habe tatsächlich kein Geld mehr. Das heißt, wenn ich für dieses Mittagessen bezahlt habe nehmen Sie die Hand aus der Tasche, Johnny, oder ich werfe Sie vom Stuhl bleiben mir noch 22 Pfund als letter Rest meines Besitzes. Sie sehen also ein, Johnny, daß Fußball für mich auf immer vorüber ist." Der andere sog gedankenvoll an seiner Zigarre eine Ausnahme, die sich der alte Internationale zur Feier des Wiedersehens mit seinem früheren 3ögling gestattet hatte und runzelte die Stirn. Ich hoffe, die Angelegenheit ist nicht halb so schlimm, Marr," antwortete er. er; ,, besonders wenn sie wüßten, daß ich es bin, der Sie zu ihnen geschickt hat." ,, Wirklich!" rief der junge Mann arglos aus. Das ist aber eine angenehme Neuigkeit! Wer sind denn diese unbekannten Wohltäter, Johnny, und was müßte ich tun?" ,, Fußball spielen!" stieß der andere kurz heraus.„ Das ist alles, was man von Ihnen erwarten würde!" Marr nickte verstänunislos. ,, Es ist wirklich so, Johnny, ich muß vor allem daran denfen, einen Bosten zu bekommen, bevor ich wieder Fußball spielen darf. Die Schwierigkeit ist nur, daß mich niemand haben will." Der Mann, der wohl der berufenste Beurteiler des Fußballsports in England war, beugte sich plötzlich mit einem Rud nach vorwärts. In seinem wettergebräunten Gesicht lag ein gespannter Ausdruck, und seine Augen glänzten. Fußball spielen, Johnny? Man würde mir wohl kaum eine Stelle geben, wo ich bloß Fußballspielen und nichts ande res tun müßte! Uebrigens, wie ich Ihnen schon gesagt habe, kann ich es mir nicht mehr leisten, Fußball zu spielen." Ich kenne viele Leute, die mit beiden Händen nach der Chance greifen würden, Ihnen einen Posten zu geben," jagte ,, Hören Sie einmal zu, Marr," unterbrach ihn sein Gegen über, der Mann, der durch zehn Jahre der anerkannt beste Innenstürmer auf der Welt gewesen, dessen rechter Fuß seinem Klub und seinem Lande ein unermeßliches Vermögen wert war, ich werde jetzt einige Minuten so sprechen, als wenn Sie mein eigener Sohn wären, Sie fönnen ja nachher sagen, was Sie wollen, ich bitte Sie, mir jetzt ruhig zuzuhören und mich aus: reden zu lassen, bis ich Ihnen alles gesagt habe. Selbstverständlich wird es Ihnen noch nie eingefallen sein, Fußball um Geld zu spielen, als Berufsspieler denn Sie sind ein Gentleman. Ich weiß, Sie sind entsetzt über diese Zumutung, aber hören Sie mich ruhig weiter an. Es geht Ihnen augenblicklich hundeschlecht, Sie fönnen feine Stellung finden, und Sie können nicht mehr Fußball spielen, was verflucht schade ist, denn ich könnte meinen Kopf dafür wetten, daß Sie bei ununterbrochenem Training nächstes Jahr bereits in Eng lands Auswahlmannschaft spielen würden. Nun wüßte ich einen Weg, auf welchem Sie alle Jhre Schwierigkeiten loswerden können. Sie müssen Berufsspieler werden! Auf diese Weise bekämen Sie Arbeit, eine anständige Bezahlung und außerdem könnten Sie weiter dem Sport treu bleiben, den Sie so sehr lieben. Bitte, unterbrechen Sie mich nicht; ich muß mir alles von der Seele herunterreden, bevor ich Sie antworten laffe. Zu meiner Zeit hat man auf Berufsspieler von oben hinab gesehen. Ich weiß, es war eine ganze Scar von Burschen un ter ihnen, und diese wenigen haben dem Sport und dem Be rufsspielertum sehr geschadet und einen schlechten Namen ge macht. Jetzt aber liegen die Dinge anders. Die größten Kauf leute und Industriellen dieses Landes sind Vorstandsmitglie der unserer großen Klubs. Und das hat auch auf die Spieler abgefärbt. Männer, die für Mannschaften spielen, wie es Hampton Villa, Middchester City, The Swifts, The Wanderers sind, müssen außer ihrem Talent noch einen guten Leumund mitbringen. Unsere besten Berufsspieler sind heute nach jeder Richtung hin Gentlemen. Warum auch nicht? Sie verdienen sich ihr Geld, fie leben unter den gesundesten und angenehm sten Verhältnissen und sind die Helden des Volkes. Und noch etwas. Fußball wird von Jahr zu Jahr volks tümlicher. Denken Sie doch nur an das Renjingtonspiel voris gen Samstag. Neunzigtausend Zuschauer bei einem gewöhn lichen Ligaspiel. Sehen Sie sich die Männer an, die den Ken fington- Klub leiten; den Settionsleiter, seinen Stellvertreter, den Sekretär. Sind sie nicht alle Gentlemen und haben Stellungen, um die sie viele beneiden könnten? Fortsetzung folgt. nen Gelegenheit namentlich für zu leiden hab * Vom E Kirmengejang fest morgen u Pfarrer Hrost chengejangverein fried Weimar ,, Airchengesang Reichsver Anlaßlich seines fein Seniormitg Ehrenmitglied d Luftpoft i beginnenden So Deutschland Luf Ausnahme der Postbeförderung mäßig. Luftpoftie nommen, Gewöh Brieftasten aufge pläne und Bejti Postanstalten. * Staditheat Die Welt, in de Operngaftspiel de K 9r. Steuerten zum großen Te r Last fielen, wurde 18 ung und Armenfürsorge Die Krisenfürsorge die la oll aufnehmen konnte, terstützung der Wohlfahr versicherung durch die& er öffentlichen Verwaltu man die Gesamt ausgab hre Ausgaben für die r Ausgaben der öffentl Verwaltung für ing Arbeitslofenfurforge In Mill. RM. rund 480 870 rund 1330 300 990 1000 hägt 1070 - 1130 sgaben für die Arbeitslojn Sedarf der öffentlichen entliche Haushalt den G n heute so sehr viel stärk Ob sich die Entwidlung i es Boranschlags der Reid . Dieser Voranschlag, de Ilionen Hauptunterstügung Beitragssatz zugrunde gel weil die völlige Loslo m Reichshaushalt von seine an! hbeträgt die Gemeindere ohner durchschnittlich: 1. 6, 3. in Preußen 152, 4. i Für Hessen dürfte es hö ne Aenderung eintritt, ßen eine Besserung. im Frühling Körper gerade jetzt eine ng besitzt. Nehmen Sie fri ba kerne, die Sie i The Augen Anfertigung ne.Wiesbaden nik, Friedrichstr.v.19.- 21.5 Tube 54 Pf. Be Tube 90 Pf. daß ich es bin, der Gie ann arglos aus. Das i Wer sind denn diese unk vas müßte ich tun?" dere furz heraus. Das en würde!" Nan würde mir wohl fa ballspielen und nichts an ch Ihnen schon gesagt ha Fußball zu spielen." unterbrach ihn sein Geg Jahre der anerkannt b en, dessen rechter Fuß seine eßliches Vermögen wert w sprechen, als wenn Sie m ja nachher sagen, was hig zuzuhören und mich a es gejagt habe. en noch nie eingefallen f Berufsspieler denn e sind entsetzt über diese g weiter an. Es geht J Onnen teine Stellung finde ball spielen, was verj Kopf dafür wetten, daß ichstes Jahr bereits in G würden. auf welchem Sie alle Sie müssen Berufsipid Sie Arbeit, eine anständ en Sie weiter dem E Sen. Bitte, unterbrechen& on der Seele herunterre Berufsipieler von oben hind anze Gaar von Burschen en dem Sport und dem einen schlechten Namen e anders. Die größten R andes find Vorstandsmitg Das hat auch auf die Spi annschaften spielen, wie The Swifts, The Wander noch einen guten Leum Sipieler find heute nad je 1 au nicht? Sie verdi gesundesten und angene den des Volkes. to von Jahr zu Jahr an das Kenjingtonipiel Buschauer bei einem ge ie Männer an, die den k sleiter, feinen Stellvertre alle Gentlemen und ba iben könnten? folgt. Samstag, den 9. Mai 1931 Lokales. Sonntagsgedanken. Das Leben ist Sieger geblieben. Der Blütenbäume weißes Band lodert empor zum blauen Himmel des Maien. Aus dunklem Tann haucht der Duft der Anemonen, als ob dort die Reinheit blühe. Selbst das einsamste Fledchen, das sonst von allem Zauber leer bleibt, träumt einmal im Jahr einen schö= nen Traum. Im Frühling kommt auch dorthin ein Gruß von der ewigen Natur. Wahrlich, die ganze Erde ist wieder Gottes Garten, ein offen aufgeschlagenes Bilderbuch. Und jedes einzelne Blatt zeigt der ewigen Allmacht Spur und lehrt uns glau= ben, hoffen und lieben. Lausche auf das Wunder, das sich da wieder vollzieht; schau den Blütenbaum in seiner weißen Pracht, sich das Saatfeld, wie es emporwächst, um Frucht zu werden, lausche dem Jubellied der Lerche und dem Sang der Nachtigall, dem Wachtelruf im Felde und dem Kududsruf im Walde. Jetzt geh hinaus und suche jene stillen, einsamen Wege, auf denen sich nicht der Strom der gedankenlosen Menschenmas= sen wälzt; laß des Maien Auferstehung leuchten tief in dein Herz hinein, daß du es heimtragen kannst in deine Stube. Jede Blüte, und mag sie noch so klein sein, ist ein duftendes Kunstwerk, das seine Schönheit so selbstverständlich trägt, ohne jede Selbstgefälligkeit, ganz in sein glüdliches Sein versunken. Wo fass' ich dich, du herrliche Natur? Jetzt, wo der Frühling wieder alle seine Pracht über die Erde ausgießt. Jeder einzelne Baum ist ein großer Blumenstrauß, der nur in der großen Stube der Natur seinen Platz findet. Und jedes noch so kleine Frühlingskind hat die Sonne schön gemacht. Siehst du dort den Frühling, wie er durch die Wiesen geht, ein Lied auf den Lippen, Blumen in Händen und Sonne im Auge. Sachte, ganz leise, laß uns hinter ihm hergehen. Er führt uns zu den goldenen Quellen des Lebens. Welt, du bist so wunderschön im Maien! Der Frühling ist wieder da! Wiesen! Draußen geht er auf den Der Sonntagsschreiber. Die Mutter. So geht die Sonne Gottes vom Morgen bis zum Abend ihre Bahn. Dein Auge bemerkt teinen ihrer Schritte und dein Ohr höret ihren Lauf nicht, aber bei ihrem Untergange weißt du, daß sie wieder aufsteht und fortwirkt, die Erde zu wärmen, bis ihre Früchte reif sind. Leser, es ist viel, was ich juge. Aber ich scheue mich nicht, es zu sagen. Dieses Bild der großen at= ter, die über der Erde brütet, ist das Bild eines jeden Weibes, das seine Wohnstube zum Heiligtum Gottes erhebt und Mann und den Himmel verdient. Pestalozzi. * Praktische Mutterhilfe am Muttertag. Der Verband der evangelisch- firchlichen Frauenvereine in Hessen veranstaltet zur Zeit in seinem Heim in Nieder- Ramstadt eine Freizeit für Frauen von Erwerbslosen. Diese Zeit soll den Teilnehmerinnen Gelegenheit zur Ruhe und Stille geben. Wie nötig ist diese namentlich für solche, die unter der Arbeitslosennot besonders zu leiden haben. Die Freizeit ist unentgeltlich. * Vom Evangelischen Kirchengesangverein. Der Evangelische Kirchengesangverein für Hessen begeht sein diesjähriges Jahresfest morgen und übermorgen in Wöllstein. Festprediger ist Pfarrer Hrost( Planig). Den Chor stellen die Dekanats- Kirchengesangvereine des Dekanats Wöllstein. Professor D. Gottfried Weimar( Darmstadt) wird einen Vortrag halten über ,, Kirchengesang und Kirchengesangvereine". * Reichsverband bildender Künstler, Gau Volksstaat Hessen. Anläßlich seines 90. Geburtstages hat der Gau Volksstaat Hessen sein Seniormitglied, Professor Reinhard Kröh- Darmstadt, zum Ehrenmitglied des Gauverbandes ernannt. * Luftpost im Sommer 1931. Alle Linien des am 1. Mai beginnenden Sommerflugdienstes in Deutschland und den mit Deutschland Luftverkehr unterhaltenden Ländern werden, mit Ausnahme der nur nach Bedarf verkehrenden Flüge, auch zur Postbeförderung benutzt. Die Zuschläge sür Luftpostsendungen sind mäßig. Luftpostsendungen werden bei allen Postanstalten angenommen. Gewöhnliche Brieffendungen können auch durch die Briefkasten aufgeliefert werden. Nähere Auskunft über Flugpläne und Bestimmungen für Luftpostsendungen erteilen die Postanstalten. * Staditheater. Morgen zum letzten Male das Lustspiel ,, Die Welt, in der man sich langweilt". Dienstag ,, Carmen", Operngastspiel des Hessischen Landestheaters Darmstadt. K ,, Gießener Zeitung" Nr. 37 Steigende Frequenz der Studierenden an unserer hesi 1548 000 RM. Einkommensteuer in Gießen. schen Landesuniversität. Bis jetzt sind an der Universität GieBen über 2000 Studierende eingetragen. Da die Einschreibung noch bis zum 16. Mai weitergeht, wird diese Zahl start überschritten werden. Besonders zugenommen hat das Studium der Theologie, der Veterinärmedizin und der Medizin. Die Gesamtzahl der Studierenden im Sommere 1930 belief sich nach Abschluß der Einschreibung auf 1941. Das Reichsfinanzamt hat soeben die Zahlen über die Einkommen und Körperschaftssteuerveranlagungen bis 1928, die erst Ende 1930 abgeschlossen wurden, herausgegeben. Es sind also die neuesten Ergebnisse der Einkommensteuerveranlagung, die jetzt vorliegen. Neben der Schichtung des Einkommens ist von besonderer Wichtigkeit zu wissen, aus welchen der vom * Blinder Alarm. Heute nachmittag um 3 Uhr werden die Einkommensteuergesetz unterschiedenen Quellen das Einkommen Feuermeldesirenen zur Probe in Tätigkeit gesetzt. Wichtig für Lungenkranke. Die Sprechstunden der Fürsorgestelle für Lungenfrante in der Medizinischen Poliklinik finden für die Besucher aus den Landgemeinden Gießen jeden Montag nachmittag von 4 bis 5 Uhr statt. Lungenkranke und Krankheitsgefährdete, die in ärztlicher Behandlung sind, bedürfen einer Ueberweisung ihres Arztes in die Lungenfürsorgestelle. Unbemittelte werden unentgeltlich beraten. * Aufgehobene Straßensperre. Die Sperrung der Georg Philipp Gailstraße wird, da die Walzarbeiten beendet sind, aufgehoben. Gefundene Gegenstände. Das Verzeichnis über die im Monat April 1931 gefundenen bezw. abgelieferten Gegenstände kann an der Anschlagtafel im Flur des Polizeiamts, Landgraf- Philipps- Platz 1, eingesehen werden. Die Empfangs berechtigten werden hiermit aufgefordert, ihre etwaigen Rechte innerhalb zwei Monaten beim Fundbüro während der Dienststunden geltend zu machen. * Kriegsgräberfürsorge. Die im Herbst vorigen Jahres durchgeführten Sammlungen des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge beweisen, daß weite Kreise der Bevölkerug Sinn und Verständnis für eine würdige Erhaltung und Ausgestaltung unserer Kriegsgräberstätten im Ausland haben. Trotz der Not der Zeit ist der Gesamtertrag im Reich mit 498 611,46 RM. als sehr erfreulich zu bezeichnen. Aus dem Ertrag der Sammlung, der ausschließlich für Friedhofsbau verwandt wird, will der Volksbund in diesem Jahre eine ganze Reihe Friedhöfe in Frankreich und auch verschiedene kleinere Anlagen im Osten bedenken. Der Volksbund dankt auch auf diesem Wege allen Helfern und Spendern, die durch ihre freiwillige Mitarbeit oder durch eine Spende zu dem Erfolg der Sammlung beigetragen haben, herzlich und aufrichtig. * 420 000 stellenlose Angestellte machen Gesuch um Herabsegung der Postgebühren für Bewerbungsbriefe! Die noch im= mer unvermindert anhaltende umfangreiche Beschäftigungslosigkeit, durch die vor allem auch rund 420 000 Angestellte in Mitleidenschaft gezogen werden, hat dem Gewerkschaftsbund der Angestellten Veranlassung gegeben, an das Reichspostministerium mit der Bitte heranzutreten, den erwerbslosen Angestellten für die Versendung von Bewerbungsschreiben eine fühlbare Vengünstigung einzuräumen. Der Begründung sind Vorschläge für die praktische Durchführung beigegeben, u. a. der, zur Vermeidung von Mißbräuchen die betr. Sendungen unter Vorlegung eines vom Arbeitsamt oder der Gewerkschaft ausgestellten Ausweises persönlich aufzuliefern. * Treffen der N.S.D.A.P. in Gießen. Morgen veranstaltet die N.S.D.A.P. einen Deutschen Tag, zu dem die Mitglieder aus ganz Oberhessen sich hier treffen werden. Am Nachmittag spricht in der Volkshalle General von Epp- München, und M. d. R. Wagner- Bochum. * Heimatvereinigung Schiffenberg". Morgen nachmittag hält die Vereinigung auf dem Schiffenberg ihre Hauptverjammlung ab. * Kulturfilm- Vorführung. Morgen früh zeigt ein Kulturfilm im Lichtspielhaus die Schönheiten des bayerischen Hochlandes. * Künstliche Augen werden demnächst in der UniversitätsKlinik durch die Firma F. Ad. Müller Söhne, Anstalt für künstliche Augen, Wiesbaden, in Anwesenheit der Patienten nach der Natur angefertigt und eingepaßt. Näheres ist aus der heutigen Anzeige zu ersehen. * Hegel- Preisausschreiben. Im Hinblick auf den hundertsten Todestag des deutschen Philosophen G. W. F. Hegel am 14. November d. J. erläßt die Berliner politische Wochenschrift ,, Das Freie Deutschland"( Berlin SW. 48, Wilhelmstr. 18) ein Preisausschreiben für einen größeren Jubiläumsaussah. Das Thema lautet: ,, Segel als Wegweiser im Kampf um Deutschlands nationale Befreiung." Die Preise betragen: 700, 400 und zweimal 150 RM. Die Bedingungen sind in Nummer 32 der Zeitschrift mitgeteilt. fließt, da diese Kenntnis eine Vorstellung über die wirtschaftliche Struktur eines Gebietes vermittelt. Interessant ist ferner die Frage, welchen Einfluß die Gemeindegröße auf die Höhe des durchschnittlichen Einkommens je Pflichtigen hat. Hier ist es bekannte Tatsache, daß mit zunehmender Gemeindegröße auch die Intensität des Wirtschaftslebens steigt. Die nachstehenden Zahlen geben einen Ueberblick über die Einnahmen der einzelnen Einkommensarten im Gießener Be steuerungsgebiet und die davon aufzubringende Stenerlast. Es ist dabei zu beachten, daß, wenn jemand über Einkommen aus mehreren Quellen verfügt, er bei jeder Einkommensquelle als Pflichtiger gezählt wird, dagegen erscheint der Besteuerte in der Endsumme des Einkommens natürlich nur einmal angeführt. Die Zahl der Pflichtigen, für die eine Steuer festgesetzt ist, ist erheblich kleiner als die Zahl der mit Einkommen veranlagten Pflichtigen. Dies erklärt sich dadurch, daß eine große Zahl der mit Einkommen veranlagten Pflichtigen infolge des ſtenerfreien Einkommenteils, der Familienermäßigungen oder auch der Steuerermäßigungen steuerfrei geworden ist. Naturgemäß gehören die steuerbefreiten Pflichtigen in der Hauptsache der untersten Einkommensgruppe aff. - Die Einkommensteuerveranlagung in Gießen. Die Einkünfte aus den einzelnen Quellen der Einkommensteuer verteilen sich auf Land- und Forstwirtschaft, Gewerbebetrieb, sonstige selbständige Berufstätigkeit, nichtselbständige Arbeit, ferner Kapitalvermögen, Vermietung und Verpachtung, andere wiederkehrende Bezüge und sonstige Leistungsgewinne. Die Untersuchung des Aufbaues des Einkommens aus den einzelnen Quellen vermittelt ein Bild der wirtschaftlichen Eigenart eines Landes, sowie der einzelnen Kreise. Bei den Einkünften aus Land- und Forstwirtschaft war im Reich von Jahr zu Jahr ein Rückgang bei den Pflichtigen und Beträgen zu verzeichnen. Nach der jetzt vorliegenden Einkommensteuerveranlagung ergaben sich im Stadtbezirk Gießen in dieser Gruppe 33 Pflichtige mit einem Einkommen von rund 11 000 RM. Auf die Einkünfte aus Gewerbebetrieb kommen im Reich für Pflichtige und Beträge die höchsten Anteile. Für das Gießener Besteuerungsgebiet ergaben sich bei 1659 Pflichtigen insgesamt 8 959 000 Einkommen. Diese Zahlen sind natürlich inzwischen wesentlich geringer geworden, hervorgerufen durch die schlechte Wirtschaftslage und die große Arbeitslosigkeit. Nicht viel besser ist es bei den Anteilen der Einkünfte aus son: stiger selbständiger Berufstätigkeit. Auch hier ein Rückgang bereits seit 1927. Nach der letzten Einkommensteuerveranlagung wurden im Gießener Gebiet 315 Pflichtige gezählt mit Wäh einem Einkommen von insgesamt 1 709 000 RM. rend in den Jahren 1925 bis 1927 bei den Einkünften aus nicht selbständiger Arbeit( ohne die zur Lohnsteuerveranlagten Pflichtigen) eine Erhöhung der Anteile zu beobachten war, ist seither eine Abnahme der Fall gewesen. Immerhin verzeich nete die Einkommensteuerveranlagung 1928 noch 200 Pflichtige mit einem Einkommen von 2 400 000 RM. Die Anteile der Einkünfte aus Kapitalvermögen betrugen bei 452 Pflichtigen insgesamt 696 000 RM. Aus Vermietung und Verpachtung bezogen 680 Pflichtige insgesamt 643 000 RM. Einkommen. Einkünfte durch andere wiederkehrende Bezüge und sonstige Leistungsgeivinne hatten 38 Pflichtige mit 120 000 RM. zu verzeichnen. Nach der Einkommensteuerveranlagung für 1928 hatten im Stadtbezirk Gießen insgesamt 2211 Pflichtige ein Einkommen in Höhe 13 506 000 RM. Dagegen betrug das der Besteuerung unterworfene Einkommen( nach Abzug des steuerfreien Einkommensanteils und der Ermäßigungen für Familienangehörige) bei nur noch 2004 Pflichtigen insgesamt 10 992 000 RM. Bei 1994 Einkommensteuerpflichtigen betrug die festgesetzte Steuer I 548 000 RM. Wenn auch die vorstehenden Zahlen durch die schlechte Wirtschaftslage und die Arbeitslosigkeit verschoben wurden, so geben sie trotzdem einen Ueberblick über die wirtschaftliche Struktur des Gießener Steuergebietes. Eine gute Tat zum Muttertag! Aber - Heut können Sie noch liebevoll für Ihre alte Mutter sorgen. wie schutzlos würde sie sein, wenn Ihnen etwas zustossen sollte ein tödlicher Unfall eine tückische Krankheit. Schützen Sie Ihre Mutter auch für diesen Fall vor dem Schlimmsten: schließen Sie eine Lebensversicherung zugunsten Ihrer Mutter ab, damit sie auch dann versorgt bleibt; und wenn Sie Ihre Mutter überleben, wird die versicherte Summe Ihnen selbst eine willkommene Altersversorgung sein. Fragen Sie einen Versicherungs- Fachmann! Nr. 37 Samstag, den 9. Mai 1931 Aus Nah und Fern. Wiesed. Auf Verlangen der Sozialdemokraten ist die fällige Bürgermeisterwahl zunächst bis zum 1. Juni hinausgeschoben. Großen- Linden. Das Fest der goldenen Hochzeit können am 8. Mai die Eheleute Altbürgermeister Leun und Frau Christine geb. Pirr in förperlicher und geistiger Rüstigkeit begehen. Leun war 30 Jahre Bürgermeister von Großen- Linden und lange Jahre Mitglied des Hessischen Landtages. Bad Nauheim. Im Alter von 76 Jahren starb der langjährige Geschäftsführer der Verkehrskommission, Wilhelm Wallmann, der über 40 Jahre die Entwicklung des Weltbades mit allen Kräften förderte und sich große Verdienste erwarb. Bad Nauheim. Die Leitung des Kurhausorchesters übernimmt Kapellmeister José Degen aus München, der seither schon in zahlreichen Großstädten und Badeorten tätig war. Friedberg. An der hiesigen Lehranstalt für Obstbau und Landwirtschaft fand ein mehrtägiger Lehrgang für Baumwärter statt, der aus allen hessischen Provinzen beschickt war. Der abschließenden Prüfung wohnte auch Ministerialrat Bauer- Darmstadt bei, der sich sehr anerkennend über das Prüfungsergebnis aussprach.- Eine Brotpreiserhöhung um 4 Rpfg. tritt hier ab Donnerstag laut einer Bekanntmachung der Bäckerinnung Friedberg- Fauerbach in Kraft. Aus dem Vogelsberg. Die Preise für landwirtschaftliche Erzeugnisse haben einen taum gekannten Tiefstand erreicht, der im Gegensatz zu Preisen für andere Artikel steht. So werden hier z. B. bezahlt für einen Liter Vollmilch nur 12 Rpfg. und für ein Pfund Butter 1.- bis 1,10 R.-Mt. Frische Trinkeier fosten nur 6 Rpfg. pro Stück. Schotten. Die hiesige Vogelsberger Volksbant, eins der bekanntesten ländlichen Geldinstitute des Vogelsberges, beging ihr 25jähriges Bestehen. Als reine Mittelstandsbank hat das Institut heute 275 Landwirte, über 100 Handwerker und Gewerbetreibende und über 50 Beamte und Arbeiter zu Mitgliedern. Schotten. Auf einer Radtour stürzte ein 43jähriger Arbeitere auf einer abschüssigen Straße derart unglücklich vom Rade, so daß er an den erlittenen Verlegungen starb. Der Mann hinterläßt Frau und 3 Kinder. Hattenheim. Ein 22jähriger junger Mann starb an Typhuserkrankung. Er soll aus einer Quelle im Felde Wasser getrunken haben, das tödliche Bazillen enthielt. Darmstadt. Die Darmstädter Stadtratsversammlung lehnte zum dritten Male die Deckungsvorschläge des Oberbürgermeisters zum Etat ab bei Stimmenthaltung der Demokraten, des Zentrums und einiger Sozialdemokraten. Der vorliegende Etat, der einen ungedeckten Fehlbetrag von rund 2 Millionen Mark aufweist, wurde angenommen. Für die Deckung hat also der Staatskommissar zu sorgen. Reichelsheim. Der Blitz schlug während des Gewitters am Donnerstag in eine Schule ein, ohne jedoch größeren Schaden anzurichten. Unter den Kindern brach eine Panik aus, so daß der Lehrer nur mit Mühe die Kinder beruhigen konnte. Gernsheim. Das größte Werk in der Gemeinde, die Zuckerfabrik, wird auf 3 Jahre stillgelegt. Etwa 60 Arbeiter hatten in diesem Betrieb das ganze Jahr Arbeit gefunden und in der Saison sind über 300 Personen beschäftigt worden. Die Be= triebsstillegung war schon längere Zeit geplant. Bingen. Der deutsche Burschentag und Alte Herrentag findet in diesem Jahr hier statt. Zu der Tagung, die in früheren Jahren fast nur in Eisenach abgehalten wurde, werden rund 2000 Teilnehmer erwartet. Marburg. In der Nähe von Marburg wurde ein junges Mädchen auf der Straße nach Kassel von Autofahrern nach dem Wege gefragt. Während es Auskunft gab, wurde ihm von den ,, Gießener Zeitung" rufe eilte ein Landjäger herbei, worauf die Autoinjassen in schnellem Tempo davonfuhren und leider unerkannt entkommen sind. Ludwigshafen. Wegen schwerer Mißhandlung seines Stieffindes wurde ein Arbeiter zu 4 Monaten Gefängnis verurteilt. Der Balkon im Frühjahr. Von Diplomlandwirt Dr. P. Lieb, Landwirtschaftslehrer und Wirtschaftsberater. Unverhältnismäßig lange hielt heuer der Frost die Natur in seinen starren Armen, langsam erwachen Feld und Garten zu neuem Leben. Doch auch der Städter möchte etwas sehen, von dem knospenden, sprießenden Frühling, er trägt seine ge= liebten Balkonpflanzen aus dem Winterquartier im Keller wieder herauf ans Licht, richtet die Kästen wieder her, sät und pflanzt neu an und wartet der Dinge, die nun kommen sollen. Aber ist mit dem Säen und Pflanzen auch alles getan, brauchen unsere Lieblinge vor dem Fenster nicht auch Pflege und vor allem den richtigen Nährgrund, um freudig zu gedeihen? Prüfen wir genau die Kästen und ihre Erde, ehe wir ihnen Samen oder Pflanzen anvertrauen! Wo etwa die Erde sauer geworden ist, muß sie durch gute Komposterde( vom Gärtner) ersetzt werden, die noch mit Nährsalzlösung gedüngt wird( z. B. Hataphons- Volldünger). Auch während des Wachstums müſsen die Balkonpflanzen immer wieder mit Nährsalzlösungen begossen werden, da der Nährstoffgehalt der verhältnismäßig geringen Menge Erde, die ihnen zur Verfügung steht, rasch verbraucht ist und deren Anwendung das Vorhandensein sämtlicher Nährstoffe gewährleistet und Schädigungen von Ueberfluß oder Mangel an einem Stoff im Verhältnis zu den anderen sicher vermeiden hilft. Der Balkon gehört zum Zimmer und die dankbaren Frühlingsfinder, die ihn bei einer so einfachen Pflege schon freudig schmüden, stellen oft das einzige Bindeglied des Städters mit der Natur dar, deshalb sollte jeder, dem die Möglichkeit gegeben ist, Balkonpflanzen z'ehen und ihnen ihre bescheidenen Ansprüche erfüllen. Beseitigung der Feststellungsklage. Wie wir erfahren, hat der Reichsarbeitsminister in einem besonderen, bisher nicht veröffentlichten Erlaß an die unterstellten Verwaltungsbehörden sich auf den Standpunkt gestellt, daß in allen Fällen, in denen nach der Notverordnung vom 26. Juli 1930 ein Rechtsanspruch auf Leistung ausgeschlossen ist, der Antrag auf Feststellung des ursächlichen Zusammenhangs einer Gesundheitsstörung mit einer DB. gemäß§ 37 des Verfahrensgesetzes nicht mehr zulässig sei. Es sollen daher auf solche Anträge hinfort berufungsfähige Bescheide nicht mehr erteilt werden. Zur Begründung dieser Auffassung stützt man sich auf die Ansicht, daß die Bestimmungen des§ 37 Verf.- Ges. über die Zulässigkeit von Feststellungsklagen nur unter der selbstverständlichen Voraussetzung in das Gesetz aufgenommen seien, daß in der Folgezeit Ansprüche auf Leistung entstehen können, die der Entscheidung im Spruchverfahren unterliegen. Die Vorschrift sei nur für den Fall bestimmt, daß ein Anspruch auf Leistung noch nicht erhoben werden konnte, weil die durch eine Dienst beschädigung verursachte Gesundheitsstörung die Erwerbsminde= rung um weniger als 25 v. H. beeinträchtigte. Ob das Reichsversorgungsgericht der Auffassung des Reichsarbeitsministeriums beitreten wird, bleibt abzuwarten und erscheint zweifelhaft. Es empfiehlt sich jedenfalls, gegen der= artige Bescheide auch dann Berufung einzulegen, wenn das Versorgungsamt diese Bescheide nicht berufungsfähig gemacht hat. ( Aus Versorgung und Fürsorge des Kyffhäuserbundes.) Insassen des Autos plöklich ein Lasso über den Kopf geworfen. Universal- Reichssteuer- Kassebücher bliefert Die Wageninsassen versuchten die sich heftig Wehrende in den Wagen zu ziehen, was ihnen jedoch nicht gelang. Auf die Hilfe*** Preisrätsel!******* Wiev el Fehler sind auf diesem Bild? Wer errät mindestens 6 Fehler? Die gefundenen Fehler brauchen nicht beschrieben, sondern nur angekreuzt werden. Wir veröffentlichen dieses Preisausschreiben, um unser neues großes, Jllustriertes Konversations- Lexikon" in jedem deutschen Hause einzuführen. 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Seiberts neues Werk, ,, Das rote Rußland" stellt schon insofern etwas Neues dar, als sein Verfasser vier Jahre lang in Sowjetrußland zum ausschließlichen Zweck des allgemeinen Landesstudiums gelebt hat. Der Verfasser ist nicht mit einer vorgefaßten Meinung nach Rußland gegangen. Er sah und sieht den Bolschewismus nicht als boshafte Erfindung einer Hand voll schlechter Menschen, sondern als ein Weltproblem von größter Tragweite. Was ihn aber an der neuen östlichen Heilslehre am stärksten abstößt und was er in seinem Werk überzeugend herausgearbeitet hat das ist die Menschenverachtung, die Verneinung der Persönlichkeit und der menschlichen Würde, der eine dreizehnjährige bolschewistische Staatspraxis zum Teil zwangsläufig auf russischer Erde den Thron errichtet hat, um abstrakter Jdeen und utopischer Ziele willen. Seibert stellt nicht den Gegensatz Sozialismus- Kapitalismus in den Brennpunkt des Bildes, sondern den Gegensatz Mensch- Herdentier. Er wendet diese Formel selbst nicht an, wie er überhaupt nicht philosophiert, sondern schildert. - Das Maihest der„ Deutschen Rundschau" bringt den Abschluß der hoch interessanten Diskussion über die Judenfrage. Es kommen zum Wort: Hans Friedrich Blund, Ludwig Holländer. Paul Fechter und Rudolf Zechel, der Herausgeber der„ Deut schen Rundschau". Das Heft enthält ferner 16 unbekannte Briefe von Richard Wagner, Aufsätze von Leopold Ziegler, Th. v Bodisco ,,, Geschichtliche Einkreisungen" von Richard Fester, ,, Die Gefahrenlage Danzigs" von Senator Strund, eine Novelle von Ernst Zahn usw. Schließlich weisen wir noch be sonders auf die in diesem Heft beginnende wichtige Aufsatzreihe über Sowjetrußland hin, die durch Beiträge von P. v. Struve, René Fülöp- Miller und A. A. v. Löwis of Menar im Maiheft eröffnet wird. Im Zeichen des Wonnemonats Mai steht die soeben erschienene Ausgabe Nr. 10 der Zeitschrift der Frau„ Das Heft". Der interessante und vielseitige Inhalt wird durch ausgezeichnete Bilder ergänzt, und wie immer findet sich für die Freunde dieser jetzt wieder in der Ausstattung verbesserten Zeitschrift eine lustige Preisaufgabe. Um eine Zehntelsekunde. Ein Mann springt aus 300 Meter Höhe aus dem Flugzeug. Der Fallschirm- Abzug ist gerissen. Kopfüber, stürzt er 280 Meter. Der Entfaltungsstoß des Schirms, 5 Meter über der Erde, rettet den Springer. Das Ganze ist photographiert in der neuen ,, Woche" zu sehen. Wieder ein Heft, das jeder lesen muß. Auch wegen des reichbebilderten Aufsatzes zur Eröffnung der Bau- Ausstellung. andere wertvolle Beiträge und Bilder. Für 50 Pfg. überall zu haben. Erscheint W Bezugspreis 2,40 tionsschluß früh 8 ng nicht verlangter H. Jahrg. Solitich Der Reichspräsident rigen, Dr. Curtius, er Berhandlungen. In unterrichteten Be effentlichung einer N Misshaushalts und der gn des Juni Reichsminister Trevir Bollstonfervativen fenburg am 19. Mai af den Namen„ Deut In einer Kundgebun sprach der Parteifüh tige Gegenwartsfra niien eintrat und geg in jur Arbeitslosigkei Durch eine Verwech mmunisten auf ein nra geschossen, wobei ligen waren. In Warschau wurde fallenen und in Polen nthüllt. Bei den gestrigen V ie Deutschen ihre 24 Der rumänische Au ber, daß die rumänijd umänischen Verhandlu ait in Berlin habe de Biederaufnahme der geteilt. has Schöffengericht bgeordneten Dr. G Viele Dr. Riebenjahm vo Sekditraje oder 100 Infolge verschiede Die neue Nummer der Münchener Illustrieten Presse( Nr. 19) ist besonders reichhaltig. Wir weisen auf die Bilderserie ,, Dichter im Nebenberuf", die Artikel„ Moderne Propheten", ,, Folterkammer der Schönheit",„ Tote Lamas" ,,, Sie gehen zum Ballett", und in der Fortsetzung der Serie ,, Deutsche Köpfe" Fritz Haber, der Direktor des Kaiser- Wilhelm- Instituts für physikalische Chemie und Elektrochemie. In der gleichen Nummer beginnt auch ein spannender Roman von Paul Edmund von Hahn,„ Beine und Banditen". Verantwortlich: J. V.: G. Burgeleit, Gießen. NWK WoLe * La Schweisswolle läuft nicht ein und filzt nicht BE UNDER NWK 6 Girls vermißt! Seit dem Abend der Brandtatastrophe im Hernalfer Revuetheater werden 6 junge Mädchen, Girls der Schwarz Gelb Truppe, vermißt. Es besteht die Möglichkeit, daß sie einer Bande in die Hände gefallen sind, die unter dem Deckmantel einer Theateragentur ihr Geschäft betreibt. Die Unter suchung des Falles ist Erna Lindquist, der Spezialbeauftragten des Komitees gegen Mädchenhandel übertragen wor den. Alle Einzelheiten über die Unter suchung und die Schicksale der vermiß tenGirltruppe finden sie von jetzt ab jeden Freitag unter dem Titel„ Beine und Banditen" in der Münchner Illuftrier. ten. Lesen Sie diese Berichte: einen Roman der Wirklichkeit aus dem Jahre DRUCKSACHEN 1931 bor Paul Edmund von Hahn. für Gewerbe, Handel und Industrie, Vereine u. 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Mai beginn Det französische Auf millag die Kandida Eigen Mittwoch anger wten Kreisen jo gut Die spanische Regie Werhaltsbewilligung i Die amerikanische Mardenfehlbetrages i Bleinere Feitungsgar loten zu sparen. Eine bede Meigstanzler Dr. Zentrumswahlver Daß es notwendig je Tim Bolte Klarheiti das Bolt einmal ni de gegen die Regieru Seleien. Man tonne an, und die Barteien Eribung ftellen. Dabei lints. Dann beid Dagen. Die Zeit des Ga Tabmen feien am