91.4 em Wald und feiner bzuwenden muß jeder jen. die Schuljugend für di avon mit Recht den no Es ist daher außerorden nerkannt, daß die beid in den Dienst dieser Gab gelegentlich von Spazie Gießener Zeitung Erscheint Mittwochs und Samstags. Bezugspreis 2,40 M vierteljährlich frei ins Haus. egenheit durch die Lehredaktionsschluß früh 8 Uhr. Für Aufbewahrung oder Rüdber die Bestrebungen Ten. Doch um einen v übrige Bevölkerung ni mer Schönheit des Wake Bitte, die Bestrebungen ■ unterstützen. Dies fam aldesbesuch tet werden: ihre Zweige, Blätter u Waldes, sollen noch vie en. Abgerissen welten Freude, werden meist bal Sewächs aber verfümmet ngen, loden dich auch di denn du siehst die junge heranwachsen sollen. Di nrichtet, ist noch nach Jah = und sonstige Abfälle nid umliegen; balle sie zusam oder vergrabe sie in Moe ausgetrunkenen Flaschen Wald. Denn was ist has n im Walde aussehen Zigarren recht vorsicht jede brennend weggewo de Streichholz einen Wall ht; alle fürchten den Me Die Berührung dus veranlassen, ihr Jungs so dem Verderben zu mei Hund an die Leine, ment teinerlei Jagdlust hat. nd Fern. in unserer Stadt der Der Freiwilligen Fe Berbindung damit begeht 20. und 21. Juni die In der Abgeordnetenver = stehen in der Haupt Liten auf der Tagesord ber das Grundgefes und Bürgermeister Dr. Sep nuß in diesem Jahre eine ür die nächsten 12 Ja die Vorstände der verje - ndung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. 44. Jahrg. Politische Rundschau. Die Reichsregierung wird zusammen mit der Notverord: eine besondere Kundgebung zur Reparationsfrage erlass in, die am Mittwoch beschlossen wurde. ng Zu der Konferenz der Ministerpräsidenten der Länder heim Reichskanzler wird berichtet, daß von seiten der Länderngierungen nach einem eingehenden Referat des Reichstanzkrs über die bevorstehenden Sanierungsmaßnahmen Bedenten eltend gemacht wurden, die namentlich der Verschlechterung alten, die die Notverordnung für die Länder im Gefolge hat. Der Haager Gerichtshof wird voraussichtlich sein Guthten über die deutsch- österreichische Zollunion im Laufe des Ronats August verkünden. Die Deutsche Reichsbahngesellschaft veröffentlicht ihren agebericht für April 1931, aus dem hervorgeht, daz der Verkhasrüdgang gegenüber dem gleichen Monat des Vorjahres 14 Prozent beträgt. Die Gesamteinnahmeausfälle seit Besinn des Geschäftsjahres 1931 erhöhen sich auf 227 Millionen. Der deutsche Botschafter von Hoesch stattete dem französischen Außenminister Briand einen Besuch ab. Wie wir erfahren, beog fich die Unterredung nicht auf eine bestimmte aktuelle Frage, ondern war einem allgemeinen Meinungsaustausch über die politische Lage und die deutsch- französischen Beziehungen geibmet. Der amerikanische Botschafter in Berlin, Sackett, hat seine Rüdreise nach Deutschland angetreten und verweigerte bisher jebe Auskunft über seine Besprechungen in Washington. ( Gießener Tageblatt) Ministerpräsident Macdonald richtete an das englische Bolt und an die auswärtigen Großmächte einen Appell zur Zusammenarbeit in der Frage der internationalen Schulden. Der italienische Außenminister Grandi hielt eine bemerkens: verte Rede im römischen Senat, wobei er das italienische Interje an der Regelung der Zollunion unterstrich und mit großer Offenheit hervorhob, daß die deutsche Tributfrage der schwerste Grund für die gegenwärtigen Mißstände Europas sei. Am Mittwoch wurden die befestigten Inseln Borkum und Norderney von drei französischen Marineflugbooten überflogen. Anscheinend handelt es sich bei der Ueberfliegung durch das Marineflugzeuggeschwader um eine planmäßige Erkundung deuticher militärischer Küstenanlagen. Am gleichen Tage mußte ein französisches Militärflugzeug in der Pfalz notlanden. Pariser amtliche Stellen haben bisher keinerlei Erklärungen zu der Ueberfliegung der deutschen Nordsee- Inseln ver: haben, von der Auschröfentlicht und stellen sich absolut unwissend. en, ist nun auf heute ein mt worden, in welcher di mmen werden soll. Man Dahl von Bürgermeister Der Bundesvorstand der GDA. richtete eine Eingabe mit ausführlicher Begründung an den Reichsarbeitsminister, in der t nochmals entschieden davor warnt, die Angestelltenversiche= nung zugunsten notleidender anderer Versicherungseinrichtungen anzugreifen. Auf dem Leipziger Parteitag der SPD. wurde in der De der Möbelfabrik Joedel Dem Feuer fiel auch das Donnerstagnachmittags- Sigung der Antrag auf Auflösung der Sei der Löscharbeit, die Gruppe der Jungsozialisten angenommen. Feuerwehrmann in ein Glas durch den Parteitag die Abgeordneten Otto Wels, Crispien zungen zu. en letzten Tagen hat bewie Sodann wirden unt Hans Vogel zu Parteivorsitzenden gewählt. Der Vorstand der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion estellte Rheinfähre zwische tt itt am tommenden Mittwoch zur Beratung der durch die neue derungen nie gerecht werdet Netverordnung geschaffenen Lage zusammen. e Besprechung stattgefunden Rheingau- Rheinhessen nod einer Wirtschaft in Oberer Die Reichstagsfraktion der Staatspartei tritt am Dienstag, dem 9. Juni zu einer Sigung zusammen, in der zur Notvetordnung Stellung genommen werden soll. Nach mehr als zehnjährigen Vorbereitungen begann Ende dem Messer und stieß es je Mai in Budapest eine von 1000 Delegierten aus 26 Staaten B dieser tot zusammenbrad der ganzen Welt besuchte internationale Tagung der Bäcker, Terhelden feit Burgeleit, Gießen tel Giessen en lle tsns rt. 25 und 2526 Buch- und Zeitungs- Druckerei auf der jetzt Obermeister Grüßer- Berlin zum Präsidenten der Union internationale des boulangeries" gewählt worden ist. In der Finanzkommission in der französischen Kammer gab Marineminister Dinant über das französische Marine- Bauprogramm für die Jahre 1930/35 Auskunft. Danach wird dieses Brogramm eine Summe von 1293 Millionen Franken ver chlingen. Die rumänischen Wahlen haben die außerordentlich geringe Wahlbeteiligung von nur 30 Prozent erbracht. Die Regierung het etwa 52 Prozent aller abgegebenen Stimmen erhalten. Der polnische diplomatische Vertreter in Danzig, Minister Strasburger, ist nach Ablauf seines vierwöchentlichen Urlaubs Bieber in Danzig eingetroffen und hat seine Amtsgeschäfte ls polnischer diplomatischer Vertreter wieder aufgenommen. Das Ende der Reparationen. Auf der Reichstagung des Arbeitsausschusses deutscher Verbinde sprach Reichsbankpräsident a. D. Dr. Schacht über das Reparationsproblem. Er äußerte sich weniger darüber, warum die Reparationen nicht bezahlt werden könnten, als über die Frage nach den Folgen der erkannten Zahlungsunmöglichkeit. Für seine Ablehnung des Youngplanes führte er drei Gründe an: 1. Die Einführung eine politischen Sanktionsklausel, 2. Die im Haager Protokoll erneut vorgenommene Beschlagnahme des Privateigentums und 3. Der gesetzliche Zwang für die Reichsbant, am internationalen Zahlungsausgleich mitzuwirken. Dr. Drud und Verlag von Albin Klein in Gießen Geschäftsstelle: Gießen, Südanlage 21. Fernsprecher Nr. 2525 und 2526. Postschecktonto Nr. 69 530 Amt Frankfurt a. M. Samstag, den 6. Juni 1931 Schacht ging dann auf die Unausgeglichenheit unseres Haushaltes ein, der eine naturgemäße Folge der durch eine zwölfjährige Tributlast zusammengebrochenen deutschen Wirtschaft sei. Er kam dann auf die von Deutschland benötigten Kredite zu sprechen. Diese Kredite könnten nur dadurch aufrecht erhalten werden, daß Deutschland schleunigst die Tributzahlungen einstelle, bis diese Tributzahlungen aus einem Ueberschuß seiner Wirtschaft bezahlt werden könnten. Schließlich forderte Dr. Schacht auch noch, daß Deutschland die koloniale Frage mit aller Energie wieder aufrollen müsse, um zu einem erleichterten überseeischen Rohstoffbezug zu kommen. Sturmzeichen! An verschiedenen Stellen Berlins tam es am Mittwochmittag zu bandenmäßigen Pländerungen von Lebensmittelgeschäften. In einer Butterverkaufsfiliale der Firma Nordstern in der Prinzen- Allee drangen etwa 12 junge Leute ein, rissen für 200 Mark Lebensmittel an sich und verschwanden damit. Das herbeigerufene Ueberfallkommando konnte nur einen der Täter festnehmen. Eine ebenfalls aus 12 Mann bestehende Bande raubte in einem Geschäft in der Ostender Straße größere Mengen Wurst und andere Lebensmittel. Eine sechsköpfige Bande schließlich entwendete in einem Geschäft in der Neuen Friedrichstraße Sped, Wurst und andere Lebensmittel. In den beiden letzten Fällen konnte niemand festgenommen werden. Alle drei Ueberfälle ereigneten sich innerhalb einer Stunde. Erwerbslosensturm auf eine Konsumanstalt in Duisburg. Am Dienstagvormittag sammelten sich in Duisburg etwa 300 bis 400 Personen vor dem Erwerbslosenamt in Wehofen an und versuchten das Gebäude zu stürmen. Die schnell herbeigeeilte Polizei trieb die Leute auseinander, konnte aber nicht verhindern, daß sie sich an einer anderen Straßenede und auf dem Marktplatz wieder sammelten. Hier stürmten etwa 30 Personen, unter ihnen auch zahlreiche Frauen, in die Konsumanstalt der Vereinigten Stahlwerke und erbeuteten Wurst und andere Ezwaren im Werte von mehreren hundert Mark. Polizei trieb die Plünderer unter Anwendung des Gummifnüppels auseinander. Drei der Rädelsführer und eine Frau wurden festgenommen. Schwere Straßenunruhen im Ruhrgebiet. In der Nacht zum Donnerstag kam es wiederum im Stadtteil Essen- West- Borbed und in Segeroth zu planmäßigen Aus= schreitungen kommunistischer Elemente. In der Nähe des Republik- Platzes, des Ehrenzeller- Platzes und der Feltenstraße wurden Polizeibeamte aus den Häusern mit Steinen und Blumentöpfen beworfen. In der Altendorfer Straße stürzten die Demonstranten einen Arbeitswagen der Straßenbahn um. Im Segeroth- Viertel wurde aus Pflastersteinen eine Barrikade ge= baut. In der Joseph- und Mattiasstraße wurde das Straßenpflaster aufgerissen und ein Drahtsei! über die Straße gespannt, um die Streifenwagen der Schutzpolizei zu gefährden. Insgesamt sind im Laufe der Nacht 40 Personen festgenommen worden. Auch in Mülheim a. d. Ruhr kam es im Innern der Stadt zu einem schweren Zusammenstoß zwischen einer Reihe von Personen und der Polizei. Ernste Straßenunruhen in Duisburg- Hamborn. Im Anschluß an einen Prozeß gegen kommunistische Erwerbslose in Duisburg- Hamborn kam es in den Straßen Hamborns zu ernsten Unruhen. In der Schillerstraße bauten Demonstranten Barrikaden, hinter denen sie die Polizei mit Hohngeschrei, Pfeifen und Steinwürfen empfingen. Es fielen auch mehrere Schüsse. Nur mit Mühe konnten die Hindernisse ent= fernt und die Straße von den Demonstranten gesäubert werden. Insgesamt sind bis gegen Abend 30 Personen festgenommen worden. Bis jetzt haben die Tumulte vier Verletzte gefordert. Die Polizei ist Herr der Lage. In den Abendstunden des Mittwoch kam es auch in der Duisburger Innenstadt zu Ansammlungen. In der Königstraße wurden mit Pflastersteinen einige Schaufensterscheiben zertrümmert. Die Polizei konnte Plünderungen noch rechtzeitig verhindern. Insgesamt wurden 41 Personen festgenommen. Zusammenstöße auch in Wanne- Eikeln. Wie das Polizeipräsidium Bochum mitteilt, kam es in Wanne- Eifeln zu Zusammenstößen. Polizeibeamte wurden mit Steinen beworfen. Aus den Reihen der Demonstranten fielen mehrere Schüsse. Bisher wurden drei Verletzte festgestellt; die Polizei nahm sechs Personen fest. Essen. Die Polizei meldet: In der Nacht zum Freitag hatten sich im Segeroth- Viertel wiederum größere Menschenmengen zusammengerottet. An der Ecke Matthias- und Josephstraße war das Straßenpflaster einen Meter breit aufgerissen. Die einschreitenden Polizeibeamten wurden wiederum mit Steinen und aus den Häusern mit Schraubenmuttern beworfen. Außerdem wurde eine Reihe von Straßenlaternen zertrümmert. 14 Personen wurden festgenommen, von denen sechs dem Richter wegen Landfriedensbruchs zugeführt werden. mis ( Neueste Nachrichten) Anzeigenpreise: die 30 mm breite Petitzeile auswärts 24 Pfg., lokal 12 Pfg., die 90 mm breite Reflame- Petitzeile 96 Pfg. Platz vorschriften ohne Verbindlichkeit. Bei Wiederholung Rabatt. Für Vollklischee- Anzeigen außerdem besondere Ermäßigung. Nummer 45 Neue Fehler? Die Reichsregierung gibt ihr bisheriges Programm auf? Am 25. März hat der Reichskanzler Dr. Brüning vor der diesjährigen Hauptversammlung des Deutschen Industrie- und Handelstages u. a. folgende Erklärung abgegeben: ,, Die Wirtschaft darf nicht weiter mit neuen Steuern belastet werden, durch welche die Kapitalbildung gehindert wird. Deshalb muß sich die Reichsregierung auch auf das entschiedenste gegen Forderungen auf neue EinkommenbeSteuerung dauernd aussprechen. Sie würde sonst die Linie verlassen, die einzuhalten sie versprochen hat, und die als eine dringende Staatsnotwendigkeit anerkannt worden ist. Es muß gefordert werden, daß jeder Einsichtige sich diesen Zusammenhängen nicht verschließt. Weniger als je sind Forderungen am Platze, die in die an sich schon außerordentlich schwierige Lage weitere Unsicherheitsmomente hineintragen fönnten." Die ersten Ankündigungen über die in den nächsten Tagen zu erwartende neue Notverordnung lassen erkennen, daß die Reichsregierung dieser eindeutigen Erklärung des Reichskanzlers nicht mehr Rechnung tragen will. Eine neue Sonderbelastung der Einkommen wird geplant, eine weitere Zermürbung der schwindenden Steuerkraft, eine erneute Hemmung der an sich doch wahrlich allzu geringen Möglichkeiten der Kapitalbildung. Aber es geht einfach nicht mehr an, irgendwo die Steuerschraube anzuziehen, selbst wenn man dies mit noch so energisch betonten Sparmaßnahmen verknüpft. Denn immer bleibt dabei bestehen, daß der verbleibende öffentliche Bedarf aus den bisheri gen Steuern nicht zu deden ist, wenn man an seine Drosselung bis unter die Grenze der noch vorhandenen steuerlichen Leistungsfähigkeit nicht heranzugehen gewillt ist. Ist das Mißverhältnis zwischen Steuerdruck und Wirtschaftskraft unbestreitbar eine der entscheidenden Ursachen der sozialen Nöte, werden diese weiter übersteigert, wenn man auf den bereits erheblich geschmälerten und innerlich zermürbten Grundlagen der noch vorhandenen Steuerkraft die Steuerbelastung erhöht. Unausbleiblich muß dies eine im Verhältnis zum erstrebten steuerlichen Mehrertrag geradezu progressive Steigerung der Einnahmeausfälle( Versagen von Steuerquellen) und Ausgabenaufblähung( steigende Arbeitslosigkeit!) nach sich ziehen. Man muß gegenwärtig besonders beachten, daß die Not der öffentlichen Finanzen heute am stärksten in dem Rüdgang der Einnahmen begründet ist. Die zufolge der Entkräftung der Wirtschaft zu erwartenden Einnahmeausfälle werden von sachverständiger Seite allein bei den vom Reich zur Erhebung gelangenden Steuern, Zöllen und Verbrauchsabgaben gegenüber dem Voranschlagssoll für das laufende Haushaltsjahr 1931 auf 1340 Millionen RM. geschäht. Das Versiegen der Steuerquellen erbennt man besonders aus folgender Zahlenreihe: Soll für 1930 10 265 Millionen RM.; Jsteinnahme in 1930 nur 9025 Millionen Reichsmark. Das Soll für 1931 steht im Reichshaushalt mit 9123 Millionen RM., während der wirkliche Eingang, wie bereits Troyerwähnt, nur auf 7784 Millionen RM. geschätzt wird. dem keinerlei Senkung der direkten Steuern erfolgte, trotz erheblicher, mehrfacher Erhöhung der wesentlichen Verbrauchsabgaben, steht dem einst erhofften Soll von 1930 das voraussichtliche Jst in 1931 um fast 2,5 Milliarden RM. geringer gegenüber! Und angesichts des hier ersichtlichen erschreckenden Tempos des Zerfalls der steuerlichen Leistungskraft der Wirtschaft glaubt man wirklich, durch eine Vermehrung des Eteuerdrucks in Verbindung mit der Einsparung von rund 300 Millionen RM. das Abgleiten der Reichsfinanzen in ein hoffnungsloses Defizit verhindern zu können?! Woher soll das Wunder kommen, das solche Wunschträume erfüllt? Nein, der Weg, den die Reichsregierung gehen will, kann und darf nicht gegangen werden! Denn dieser Weg ist falsch. Die Mittel, die man zur Ordnung der öffentlichen Finanzen anzuwenden gewillt scheint, sind völlig unzulänglich. Und es ist gegenwärtig weniger denn je zu verantworten, irgendwelche neuen Opfer wirtschaftlicher Kraft für eine feinerlei Erfolg versprechende Aktion zu fordern. Nur noch ganz große Kraftanstrengungen, ganz radikale Maßnahmen können helfen. Es ist heute nicht mehr möglich, mit einem nur schrittweisen Abbau von Etappe zu Etappe, ge= stützt auf Sachverständigen- Gutachten, Voten des Reichssparkommissars und dergl., etwas zu erreichen. Alles, was in den letzten Jahren an Sparmaßnahmen getätigt wurde, ist hinter dem durch den Wirtschaftszerfall bedingten Einnahmerüdgang weit zurüdgeblieben. Es gilt jetzt, einen radikalen, revolutionären Eingriff auf der Seite der öffentlichen Aufgaben vorzunehmen, der die Gesamtsumme des durch Steuern zu deckenden Zuschußbedaris in Reich, Ländern und Gemeinden so mindert, daß noch Raum für eine sehr erhebliche, sofort einsetzende Seuersentung übrig bleibt. Nur wenn die Ausgabenjenkung der weiteren Entfräftung der Steuerquellen zuvorkommt, fann für die öffentlichen Haushalte noch eine, Sicherheit bietende Grundlage zurückge: wonnen werden. Ein Unmöglich" darf es dieser Aufgabe gegenüber nicht geben. Der wesentliche Teil der Ausgabensenkung wird auf dem Verzicht auf zahlreiche bisherige öffentliche Leistungen begründet werden müssen. Mit Schematisierung wird man dabei angesichts der Wirrnis der Verwaltungsstruktur zwischen Reich, Ländern und Gemeinden nicht durchkommen. Der Reichsgesetz Nr. 45 Camstag, den 6. Samstag, den 6. Juni 1931 - geber wird sich darauf beschränken müssen, die Sparquote sie wird rund 20 v. 5. des Zuschußbedarfs des Haushalts von 1931 umfassen müssen festzulegen. Er wird daneben den Verwaltungen volle Vollmacht auch hinsichtlich der Herauslösung aus vertraglich festgelegten und zwangsläufigen" Ausgaben, zum mindesten soweit diese auf Gesetzesmaßnahmen seit 1925 beruhen zu geben haben. Sicher eine Fülle von Schwierigkeiten. Aber es geht um die Existenz von Staat und Wirtschaft. Und da hier nur noch Rettung zu erwarten ist, wenn unabhängig von den Reparationen der öffentliche Zuschußbedarf um etwa 3 Milliarden RM. gesenkt wird er betrug 1913/14 5,4 Milliarden Goldmark, ohne äußere Kriegslasten 1925/26 11 Milliarden RM. und jetzt 15 Milliarden RM., so muß der Weg einer revolutionären Neugestaltung des Verhältnisses zwischen Staat und Wirtschaft gegangen werden. Niemand wird dabei von schweren Opfern befreit bleiben. Aber hier wird es sich dann um Opfer handeln, die dem erkennbaren Ziel wirklicher wirtschaftlicher und sozialer Gesundung und damit hoffnungsvoller nationaler Aufwärtsentwicklung gebracht werden. Die neue Notverordnung. Die neue Notverordnung wird etwa zwei Dutzend Einzelgesetze enthalten. Dem Inhalte nach wird die Notverordnung fünf Gruppen von Fragen umfassen: 1. Ersparnismaßnahmen, 2. neue Steuern, 3. Maßnahmen zur Sanierung der Arbeitslosenversicherung und der sonstigen Sozialversicherungen, 4. Maßnahmen zur Besserung des Arbeitsmarktes, 5. neue Mittel für die Länder. ,, Gießener Zeitung" den Mittel aus dem Ausgleichsfonds bei der Hauszinssteuer, der etwa 110 Millionen enthält so daß Länder und Gemeinden rund 400 Millionen Mark erhalten. Die Einsparungen am Reichshaushalt sollen etwa 220 bis 230 Millionen Mark erbringen. Sie setzen sich zusammen aus Abstrichen bei den Sachausgaben, ferner 60 Millionen durch den Fortfall der Rückzahlung von Lohnsteuern bei eintretender Arbeitslosigkeit, verschiedenen anderen kleineren Einsparungen, sowie endlich den Gehaltskürzungen bei den Beamten. Gehälter der Beamten werden um 4 bis 8 Prozent gekürzt. Weiter soll die Kinderzulage für das erste Kind herabgesetzt werden. Auch die Renten der Kriegsbeschädigten werden um 4 Prozent gekürzt. gen. Die Stimson tommt nach Berlin. Washington. Staatssekretär Stimson wird im Juli eine Europareise antreten und nach dem bisher ausgearbeiteten Programm am 21. Juli in Berlin eintreffen, wo er eine Woche bleiben wird, um Besprechungen mit deutschen Staatsmännern zu pflegen. Stimson reist zunächst nach Italien, dann nach Frankreich, Deutschland und England. Die deutsch- rumänischen Wirtschaftsverhandlungen. Das Wirtschaftskommitee der rumänischen Regierung hat die Frage der Wiederaufnahme der Handelsvertragsverhandlungen mit Deutschland erörtert. Es wurde beschlossen, im Falle einer Vertagung der für den 10. Juni nach Paris einberufenen Internationalen Wirtschaftskonferenz alle Maßnahmen zu treffen, um die sofortige Aufnahme der Verhandlungen mit Deutschland zu ermöglichen. Die Steuererhöhungen sollen rund 700 Millionen erbrin Hiervon entfallen auf die Erhöhung der Zudersteuer etwa 110 Millionen, Mineralzölle 75 Millionen, Tabaksteuer etwa 13 Millionen. Den größten Betrag soll die neueingeführte Krisensteuer mit 440 Millionen erbringen. Sie soll nach zwei verschiedenen Steuertarifen erhoben werden, und zwar a) als Krisenlohnsteuer von den Lohn- und Gehaltsempfängern( ohne Beamte), und b) als Krisensteuer der Veranlagten von den veranlagten Einkommensteuerpflichtigen. Die Krisenlohnsteuer beträgt bei Monatseinkommen bis 200 Mark 1 Proz., bei Monatseinkommen bis 700 Mt. 1,5 Proz., bei Monatseinkommen bis 1000 Mart 3,5 Prozent. Die Krisensteuer der Veranlagten soll betragen bis 8000 Mark Jahreseinkommen 1 Proz., bis 20 000 Mart 1,5 Proz. usw. Vorüberkehrende Rückkehr der Nationalsozialisten in den Reichstag? Der nationalsozialistische Abgeordnete Stöhr sprach am Mittwochabend in einer nationalsozialistischen Massenversammlung in Schwerin. Im Verlaufe seiner Rede erwähnte er, daß zurzeit geplant werde, die Rücklagen der Angestelltenversicherung für andere Zwecke vom Reich aus zu beschlagnahmen. Das würde seine Partei mit allen Mitteln zu verhindern suchen. Wenn dieser Plan im Reichstag zu Sprache käme, würden die Abgeordneten der Rechtsopposition vorübergehend geschlossen in den Reichstag zurüdkehren, um die allein aus den Beiträgen der Mitglieder aufgebrachten Reserven der Angestelltenversicherung vor jedem unberechtigten Zugriff zu schützen. Die Maßnahmen zur Sanierung der Arbeitslosenversiche rung sehen keine Beitragserhöhungen vor. Man will vielmehr die Sanierung durch innere Reformen erzielen, die Einsparun= gen im Betrage von etwa 300 Millionen Mark ergeben. Sämt= liche Leistungen aus der Versicherung werden um 5 Prozent gekürzt. Die Trennung von Krisenfürsorge und Wohlfahrtsfür: sorge bleibt vorderhand bestehen. In den übrigen Sozialversicherungen werden Reformen nur in geringem Umfange er folgen. Bei der Unfallversicherung sollen die kleineren Renten in stärkerem Umfange gänzlich verschwinden. Die Maßnahmen zur Ankurbelung des Arbeitsmarktes bestehen in der Schaffung eines Anfurbelungsfonds für die Wirtschaft aus den überschießenden Beträgen, sowie in der Ermächtigung zur Kürzung der Arbeitszeit. Das Reichskabinett erhält die Ermächtigung, die gesetzliche Arbeitszeit in besonderen Fällen auf dem Verordnungswege für bestimmte Wirtschaftszweige auf 40 Stunden wöchentlich zu verkürzen. Finanzwirtschaft im Zeichen der Krise. Etatsjahr abzudämmen, das ist ein Hauptziel der Reichsfinanzpolitik. ,, Do X" in Brasilien. Newyort. Das Flugboot ,, Do X" ist gestern um 12 Uhr Lokalzeit, d. h. etwa 4 Uhr, auf der Insel Fernando de Noronha an der brasilianischen Küste wohlbehalten eingetroffen. Die Fahrt über den Südatlantik wurde in der programmäßig festgelegten Zeit ausgeführt. An Bord des Flugbootes befanden sich 13 Personen, darunter auch der portugiesische Admiral Coutinho. Bericht über die wirtschaftliche Lage des Handwerks im Monat Mai 1931. Vom Reichsverband des Deutschen Handwerks wird uns geschrieben: Der Rat der V auszufommen aus a abgefämpften Menje Don neuem Erdengli and niemand ertann Beginnens. Und jet Sieger erkennen all Aber man will hören, die vor einer Erdenglüd führen fa diefer Straßen. Wer würde, die die gerad dann nur dann t frieden werden und g wir gehen müjjen, w jene sicheren Pfade, gegangen find. Nicht wir das Glüd mehr j Einfamleit unserer S Der Menschenfinder wächst es und dort m und bleibt die de adelt und himmela die heute die Welt du hören, in Kirden und man mit den bescheid friedenes Leben grün Lärm lieben, find fre Die Entsprechend der allgemeinen schwierigen Lage der deut schen Wirtschaft liegt auch im Handwerk für den Monat Mai die Geschäftstätigkeit außerordentlich darnieder. Die seit langem erhoffte Besserung der Wirtschaftslage ist bislang so gut wie gar nicht eingetreten. Selbst die an der üblichen jahreszeitlichen Belebung des Geschäfts beteiligten Handwerks berufe sind von der Geschäftstätigkeit sehr enttäuscht. Vor allem fehlte es nahezu völlig an lohnenden Aufträgen. Selbst das Schneider, sowie das Puhmacherinnenhandwerk, die unter dem Einfluß der Jahreszeit und der schönen warmen Witte rung vermehrte Aufträge zu verzeichnen hatten, berichten über einstimmend, daß der wirtschaftliche Ertrag sehr gering ist, da nur bei stark gedrückten Preisen ein Absatz möglich ist. Auch bei den Aufträgen für das Tapezierhandwerk sowie für das Klempner und Installateurhandwerk, die eine leichte Belebung gegenüber den früheren Monaten melden, handelt es sich vorwie gend um kleinere Instandsegungsarbeiten, die nur geringe Ver dienstmöglichkeit geben. Allenthalben macht sich das Fehlen größerer Aufträge unangenehm bemerkbar. Die Ursachen hierfür sind noch die gleichen wie in den Vormonaten. Betriebe in ländlichen Gegenden klagen über die Zurückhaltung der Landwirtschaft bei der Erteilung von Aufträgen, und in den Städten bleibt das Darniederliegen der Bauwirtschaft und die schlechte Lage der Industrie für den Geschäftsgang zahl reicher Handwerksbetriebe bestimmend. Mit einer wirksamen Belebung der Bautätigkeit ist in diesem Jahre auch kaum noch zu rechnen. Die staatlichen Wohnungsbauprogramme blieben erheblich hinter dem Ausmaß früherer Jahre zurück, gemeindliche Zusatzprogramme kommen infolge des Mangels der hierfür erforderlichen Mittel auch kaum in Frage und die private Bautätigkeit ruht aus den gleichen Gründen ebenfalls nahezu völlig. Besonders nachteilig wirkt unter diesen Um ständen für das private Baugewerbe noch, daß, wie namentlich die Handwerkskammer Nürnberg berichtet, bei Vergebung von Wohnungsbauten im Rahmen des staatlichen Wohnungsbauprogramms ein großer Teil der hierbei berücksichtigten Baugenossenschaften die Bauarbeiten vorzugsweise an Arbeiter produktiogenossenschaften vergibt. Die Hauptarbeiten des pri vaten Bauhauptgewerbes bestehen daher in kleineren Instand setzungs- oder Umbauten. Das gleiche gilt auch für die Baunebengewerbe, die, ebenfalls, soweit sie Aufträge zu verzeichnen haben, fast ausschließlich mit Reparaturarbeiten beschäftigt sind. Selbst die Nahrungsmittelhandwerke werden von der gegenwärtigen Wirtschaftskrise immer stärker betroffen. Uebereinstimmend meldet das Bäcker-, Konditoren- und Fleischerhandwerk einen ständigen Rückgang der Umsätze. Eine Vorstellung von den Lücken, die die Krise auf dem Gebiet der öffentlichen Einnahmen reißt, vermittelt die Abrechnung des Reichs über die„ Steuer- und Zolleingänge im Haushaltsjahr 1930/31. 3war wurde bereits in dem Haushaltsplan 1930/31 er ist bekanntlich durch die Notverordnung vom 26. Juli 1930 verkündet worden mit einer Abnahme des Ertrages der Zölle und wichtiger Steuern gerechnet. Diese vorsorglichen Abschläge wurden jedoch durch den Gang der Ereignisse wesentlich überholt. Die gesamten Steuer- und Zolleinnahmen des Reichs betrugen in der Zeit vom 1. April 1930 bis 31. März 1931 rund 9,03 Milliarden RM., das sind 1,24 Milliarden RM. weniger als im Haushaltsplan veranschlagt waren. Mit anderen Worten: die Gesamteinnahme aus Steuern und Zöllen erreichten nur 88 Prozent des Haushaltsansages, sie liegen auch noch beträchtlich unter dem Stande des Rechnungsjahres 1929/30. Die Kürzungen der Beamtengehälter in den Ländern und Gemeinden fließen den Ländern und Gemeinden zu, die des weiteren auch die Mittel aus der bisherigen Rückerstattung der Lohnsteuer erhalten. Ferner erhalten Länder und GemeinErst komm ich! 1 Trog aller Not Opferjinn und Staatsgejinnung. Im Klubzimmer eines Hotels sitzt eine kleine Gesellschaft wohlgepflegter Herren. Schon die erwählte und gute Kleidung verrät, daß sie materiell nicht notleidend sind. ,, Schon im Gebirge gewesen?" fragt einer der Herren sein Gegenüber. Nee" antwortet der Angeredete, aber Montag geht's los, alles, was Löffel ledt. Von Garmisch ist 50 cm Pulverschnee gemeldet!"" ,, Fahren Sie mit dem D- 3ug acht Uhr zwoo?" Es ist unvermeidbar: schrumpft das Masseneinkommen insbesondere infolge Arbeitslosigkeit, Lohn- und Gehaltsabbau, schlechten Geschäftsgangs, sinken Warenumsah, Verkehr und Verbrauch Wirtschaftsvorgänge also, an die der Fiskus bei der Erhebung der Steuern anknüpft dann muß der Steuerertrag entsprechend in Mitleidenschaft gezogen werden. Einige Beispiele mögen das Veranschaulichen. Die Lohnsteuer erbrachte im Rechnungsjahr 1930/31 1,28 Milliarden RM., also 115 Millionen weniger als 1929/30; die veranlagte Einkommensteuer ferner 1,29 Milliarden bezw. 156 Millionen weniger als im Vorjahre. Und das alles, obwohl durch die Notverordnung vom Juli 1930 Einkommensteuerzuschläge für Ledige und für Einkommen von mehr als 8000 RM. eingeführt worden sind. Daß ferner bei der schlechten Geschäftslage auch die Körperschaftssteuer 1930/31 nur 450 Millionen, d. h. 109 Millionen weniger als im Vorjahre erbrachte, ist nicht verwunderlich. Beträchtlich sind auch die Ausfälle bei einigen anderen Steuerarten, so z. B. bei der Beförderungssteuer um 13 Prozent gegenüber dem Vorjahre, bei den sogenannten Kapitalverkehrssteuern ( Gesellschaft-, Wertpapier, Börsenumsatzsteuer) sogar um 33% Prozent. Gefahren, die aus solchen Steuerausfällen für die öffentliche Finanzwirtschaft erwachsen fönnen, im laufenden Werd' den Teufel tun. Wozu hat man denn' nen Wagen!" Damit ergreif der letzte Sprecher die auf dem Tisch liegende Zeitung und wirft einen Blid hinein. Na, da hama die Bescherung", ruft er erregt und wirft die Zeitung von sich, daß sie zu Boden fliegt. ,, Staatskommissar diktiert Bürgersteuer- und Gott weiß, was sonst noch all, rüdwirkend vom 1. April, pro Nase 9 Mark! Ich werd'' n was pusten! Js man denn nur noch zum Steuerzahlen auf der Welt?- Total verrüdt! Keenen Pfennig! Seit Jahr und Tag arbeit ich mit Unterbilanz und immer neue Steuern. Wofür denn eigentlich? Für den Lausestaat? Na, ich laß mir von dem Herrn Staatsfommissar mei bißchen Wintervergnügen' mal nicht verekeln. Nischt friechen se! Ober! Noch een Halben zu 70!" - Kleines, einstödiges, stark reparaturbedürftiges Häuschen in der Altstadt. 3wei Zimmer und eine kleine Küche enthält es. In dem einfach und dürftig ausgestatteten Wohnraum der zugleich als Schlafraum dient, liegt eine frante Frau unter rotfarriertem Dedbett. Die von harter Arbeit schwielige Rechte ruht auf dem Unterarm eines vor dem Bette sitzenden jungen Mädchens, das der Kranken das farge Mahl reicht. Sorgen und Aerger zugleich trüben das jugendliche Antlig. Was soll das nur noch werden?" hebt das Mädchen zu sprechen an ,,, nicht so viel haben wir, daß ich dir die Nahrung beschaffen könnte, die du zur Gesundung unbedingt nötig hät test und wieder neue Steuern. Und noch dazu in 14 Tagen zu bezahlen. Jst's nicht ein himmelschreiendes Unrecht, von einer armen, franten Frau, die feinerlei Cintommen hat, Steuern zu fordern?" das zur Linderung der Not notwendig ist."„ Und andere", fährt das Mädchen rasch und in großer Erregung dazwischen, steden übermäßig hohe Einkommen ein und leben angesichts der Not in Saus und Braus und geben Tausende aus für Vergnügen und Genuß, wie mein Chef, der jetzt wieder mit feiner ganzen Familie 8 Tage ins Hochgebirge fährt, um WinterSport zu treiben. Und das geht dann alles auf Geschäftsunkosten. Und dann wird der Steuerbehörde nachgewiesen, daß mit Unterbilanz gearbeitet wird. Und solch ein Mann bezahlt feine Steuern, ist das nicht himmelschreiendes Unrecht?" ,, Beruhige dich, mein Kind," spricht die Kranke ,,, noch brauch ten wir nicht zu hungern, wie viele andere. Schau, ich hab ja dich und du bist gesund und hast Arbeit und Verdienst. Sieh die große Not, die heute allerwegen herrscht. Die regierenden Herren wissen nicht, wo sie das Geld alle hernehmen sollen, ,, Ganz gewiß ist das nicht recht gehandelt", erwidert begütigend die Krante, aber es wird ihm ganz bestimmt kein Segen aus seinem Verhalten ersprießen. Schau doch, er hat nie Not gehabt, auch in seiner Kindheit nicht. Sein Begehren fand fast immer Erfüllung und mit der Erfüllung steigerte sich die unselige Begierde. Nie aber hatte er auch das große Glüd, zu erfahren und zu empfinden, welch ein großer Segen im Geben und Opfern wie im Dienen liegt. Wenn er gab, gab er von seinem Ueberfluß, und nie traf sein Herz der beseligende, warme Strahl des Dankes, der in des Beschenkten Augen glänzt. Sein Geben war nie Opfer, nie Dienst. Sag, wer ist nun der Reiche und wer der Arme? Bezahlen wir auch diese Steuer, es wird schon gehen.- Gaben wir nicht schon weit mehr? Gaben wir nicht den lieben Vater dem Vaterland? Ach, wie unjäglich schwer war es doch, und ich wollte schier verzagen. Und doch ging es, es ging mit Gottes Hilfe. Ich habe dich ja noch und du kannst für mich sorgen; ach, wie mich das glücklich macht. Und du darfst für mich sorgen. Ist das nicht auch ein Glück für dich?" „ Arbei Weißt du, es ist aber ift entfeglich! und nichts schaffen fo Demoralisierende des allmählich, aber unau ebens. Zuerst tobt n Seller einsperri, nad Greien nichts müht. mel alle Spanntraft Neste von Wurstigkei Der Arbeitsmarkt der Handwerksgesellen hat unter die sen Umständen noch keine wesentliche Entlastung erfahren. Die Einstellung von Arbeitskräften erfolgte, wenn überhaupt, meist nur vorübergehend, da das Fehlen größerer Aufträge eine Dauerbeschäftigung der Arbeitskräfte unmöglich machte. Erhebliche Lohnänderungen sind nicht mehr erfolgt. Die Be schaffung der Materialien bereitete keine Schwierigkeiten. Preisschwankungen erschwerten verschiedentlich die Kalkulation im Handwerk. Namentlich im Nahrungsmittelgewerbe ge stalteten sich die Preisverhältnisse schwierig. ,, Liebste, beste Mutter!" entringt sich's in Tränen fast erstidt und doch so überwältigend und sieghaft befreiend des Mädchens Brust und in heißer Liebe umjalingt es die Kranke und füßte ihre welken Wangen. Gutes Kind", fährt die Kranke fort, glaube mir, im Beih ist nur dann Segen, wenn ihn der Besizer liebend in den Dienst der Menschheit stellt. Dem Eigennuß und der Genußsucht haftet der Fluch des Verderbens an." Ja, Mutterchen, du hast recht", liebkost die Tochter ,,, Geben ist doch seliger denn Nehmen! Aber ich begreife nicht den geringen Gemeinsinn und den Eigennut jo vieler Menschen, denen so piel gegeben ist."„ Das werden sie dereinst zu verantworten haben," erwidert die Kranke. Wehe dem Menschen, der nicht bereit war, zu dienen! Wehe dem Menschen, der mit dem unseligen Gedanken sterben muß, ein Schmaroher an der Mensch-= heit gewesen zu sein! J. Haußner. Die Jagd im Juni in Hessen. A und das Eine: S Nein? Du glaubst n annehmen, wenn ma tinnen meist nicht sch 15 war ja gut geme 1908 geboren, aljo 20 Jahre älter. en, du warst ein tes jugendlichen Gaat", dem Organ Deth Lande. Er lo Erwerbslojen. Wi wirtschaftliches, fo Jft da wirklich nic jhen Maßnahmen, Fundjachen in in Monat Mai 193 jinde fann an der Landgraf Philipps- P ngsberechtigten w nerhalb zwei Mon unden gelten zu m Reichsbahnstrei ihtlichen Diebstähle nigt jelten gefährlic Tenten haben die Rei Sambienit mit Waffe teten werden in der polizei gleichgestellt. Der Mittel Wie merkwürdig Webjel in feinen Leb c an der Univer Ctner Traum, Wen Prophezeit hätte, daß obynen und feinen Derdienen würde Mind body war es wahr Mit dem Monat Juni beginnt, wie uns der Hess. Jagdklub, Darmstadt, mitteilt, für die meisten Jäger die große Zeit im Jagdjahr. Die Jagd auf den Rehbod geht auf. Sauber gefegt sind seine Stangen und sein roter Sommerrod ist ohne Flicken. Freilich, das dichte Unterholz und die hohen Getreidefelder erschweren die Birsch außerordentlich, aber wem könnte Freude machen, früher auf das noch im Haarwechsel begriffene, kaum durch den Winter gekommene und immer noch notleidende Wild zu weidwerken? Sicher ist, daß die neue hessische Vorschrift, wonach der Bock erst vom 1. Juni ab geschossen werden darf, auf die Qualität unseres Rehwildes einen nicht zu unterschätzenden Einfluß haben wird. Gerade die besten Böcke die heimlichen werden die Blattzeit erreichen und für die Fortpflanzung tätig sein, während sie in früheren Jahren meist schon im Mai starben und häufig nur die Schneider in die Brunft tamen. Auch das Wildpret des Rehwildes ist jetzt um vieles besser, nachdem der Haarwechsel beendet ist. Mißbrauche niemand diese schönste Zeit des Jagdjahres zu übler Grenz schießerei und Ansitz dort, wo er nicht sein sollte, selbst wenn das Gesetz kein Hindernis dazu in den Weg legt. Auch an dieser Stelle sei an die Landwirtschaft treibende Bevölkerung die dringende Bitte gerichtet, vor der Mahd der Kleeäcker und Wiesen diese unter Scheuchen einmal durchzugehen. Besonders, wenn ein einzelnes Stüd Rewild abspringt, ist vorauszusehen, daß die Kizze sich im hohen Grase oder Klee gedrückt haben, e gewöhnlich dann den Messern der Mähmaschine verfallen. Ein grauenvoller Anblid das arme zerfetzte Jungwild. Sonit brauchen die Reviere Ruhe. Noch setzen die Geisen, das Feder wild brütet bis gegen Ende des Monats. Die Fasanenhähne haben vom 1. ds. Mts. ab Schonzeit. Auf wildernde Hunde - er Er nahm die Pfe wuf. So entaunlich die eritaunlider war die fümmert zu fein, mit ufrieden war! Er gut untergebracht Darf ich eintrete Gewig, Mrs. Co e? Jah dari ja n alb wird es auch Die freundliche men Sie es mit erichade, daß ein allipiel abgibt. G e und führt beitin per bn auf die ton Mart Sprang verd goal aufmertiam ge Atanten Sie fich Time Bejchäftigung für Tes Dod jeht das e ebienen tann. Ueber und Katzen, die in der jezigen Jahreszeit das meiste Unheil eaten werde anstellen, sei des Jägers Augenmerk besonders gerichtet. Druckarbeiten liefert billigst The Wirtin vollends erfichert, daß ich dadu Bei der Erwähnun Ben Warriner i geben," antwortete bollywood gibt es tei Albin Klein, Giessen. Bas aber jo ein anit Son ein bißchen Geld Hauptziel der Reichs rafilien. X" ist geitern um 12 Infel Fernando de Ro Ibehalten eingetroffen. ein der programmagigi rd des Flugbootes beja der portugiesische Ab Michaftliche Lage Tional Miai 1931 itschen Handwerks wird schwierigen Lage der tlich darnieder. Die Samstag, den 6. Juni 1931 Lokales. Sonntagsgedanken. Der Rat der Völker dieser Erde sucht nach Wegen, um herCuszukommen aus all dem Elend, das ein Weltkrieg der armen, abgefämpften Menschheit zurüdließ. Von Erneuerung der Welt, von neuem Erdenglüd sprach man, als man zu den Waffen griff und niemand erkannte damals den Wahnsinn dieses furchtbaren Beginnens. Und jetzt findet keiner mehr heraus und selbst die Sieger erfennen allmählich ihre Freveltat. Aber man will immer noch nicht auf die wahren Propheten hören, die vor einer Zielrichtung warnen, die unmöglich zu einem Erdenglück führen kann. Friede und Freude liegen ganz abseits Diefer Straßen. Wenn die Welt wieder mehr auf jene hören würde, die die geraden Wege predigen, die aufwärts führen, dann- nur dann könnte die Welt wieder aufatmen und zundwerk für den Monat zieden werden und glüdlich. Es sind lautlose, stille Wege, die Sirtschaftslage ist bislang jene sicheren Pfade, die auch die besten Menschen der Vorzeit elbst die an der üblichen wir gehen müssen, wenn wir wieder glücklich werden wollen; gegangen sind. Nicht draußen auf der lärmenden Straße werden äfts beteiligten Handwe wir das Glüd mehr suchen dürfen, sondern in uns selber, in der gkeit sehr enttäuscht. Einsamkeit unserer Seele. Nicht an Hab und Gut ist das Glüc Shnenden Aufträgen. G der Menschenkinder gebunden. Jm Heimgarten deines Herzens cherinnenhandwerk, die um wächst es und dort mußt du es düngen und pflegen. Das ist der schönen warmen und bleibt die höchste Kultur, die dort in der Einsamkeit Menschen ichnen hatten, berichten üle adelt und himmelhoch alle Schein- und Schwindelkultur überragt, e Ertrag sehr gering if, Die heute die Welt durchlärmt. Jeden Sonntag kannst du davon in Absah möglich ist. pören, in Kirchen und Domen und in der kleinsten Kapelle, wie ezierhandwerk sowie für man mit den bescheidensten Mitteln von innen heraus ein zuerf, die eine leichte Beleban ziedenes Leben gründen und erhalten kann. Menschen, die den Lärm lieben, sind freilich nicht dazu geeignet. welden, handelt es sich vorni beiten, die nur geringe lben macht sich das Fehle bemerkbar. Die Urfade in den Vormonaten. agen über die Zurückhalt ung von Aufträgen, und Liegen der Bauwirtschafts Für den Geschäftsgang end. Mit einer wirkjar diesem Jahre auch far Wohnungsbauprogramm naß früherer Jahre zuri men infolge des Mang uch kaum in Frage und gleichen Gründen ebenfa ig wirkt unter diesen e noch, daß, wie namen Der Sonntagsschreiber. ,, Arbeitslos sein ist entsetzlich!" Weißt du, es ist bitter, Arbeiter zu sein, arbeitslos sein aber ist entsetzlich! Jung sein, stark und nicht allzu dumm, und nichts schaffen können! Zuerst wehrt man sich gegen das Demoralisierende des Zustandes, aber es ist wie Giftgas, das allmählich, aber unaufhaltsam einschläfert, man wehrt sich vergebens. Zuerst tobt man wie ein Kind, das die Mutter in den eller einsperri, nach und nach wird es ruhiger, weil das Schreien nichts nützt. O, man wird so ruhig und friedlich, weil alle Spannkraft zum Teufel gegangen ist. Unter der Maske von Wurstigkeit und Galgenhumor lebt man in den Tag. Ach und das Eine: Hast du schon einmal Almosen empfangen? ein? Du glaubst nicht, wie bitter das ist, aber man muß sie Die Menschen annehmen, wenn man nicht verhungern will. tönnen meist nicht schenken. Doch davon will ich nicht reden, erichtet, bei Vergebung es war ja gut gemeint. Mein Geburtstagsschein meldet, daß staatlichen Wohnungsi 1908 geboren, also 22 Jahre alt bin, innerlich bin ich sicherFerbei berücksichtigten Bali 20 Jahre älter. Schöne goldene Jugend, von der Dichter Diesen erschütternden Ausschrei orzugsweise an Arbeit ingen, du warst einmal!... Die Hauptarbeiten des primes jugendlichen Erwerbslosen entnehmen wir der ,, Neuen her in kleineren Goat", dem Organ der christlichen Volkshochschulbewegung auf Er läßt uns tief hineinblicken in die Seele eines ye gilt auch für die Bar dem Lande. ie Aufträge zu verzeiherwerbslosen. Wir spüren, daß Erwerbslosigkeit nicht nur ein paraturarbeiten beschäftigt wirtschaftliches, sondern mehr noch ein seelisches Problem ist. andwerke werden von der da wirklich nicht zu helfen? Freilich nicht mit bürokratier stärker betroffen. lederen Maßnahmen, sondern nur mit liebevollem Verstehen. nditoren- und Fleischerhand Umfäße. werksgefellen hat unter die Fundsachen im Monat Mai. Das Verzeichnis über die im Monat Mai 1931 gefundenen bezw. abgelieferten Gegenche Entlastung erfahren. Di tände kann an der Anschlagtafel im Flur des Polizeiamts, Folgte, wenn überhaupt, mi en größerer Aufträge Landgraf- Philipps- Platz 1, eingesehen werden. Die Emp jungsberechtigten werden aufgefordert, ihre etwaigen Rechte Stunden gelten zu machen. afte unmöglich machte. Greba zwei Monaten beim Fundbüro während der Dienſtmehr erfolgt. Die B itete feine Schwierigkeite * Reichsbahnstreifdienst mit Wassen. Die zunehmenden schiedentlich die Kalkulatichtlichen Diebstähle auf dem Gelände der Reichsbahn und die Nahrungsmittelgewerbe giht selten gefährliche Zusammenstöße mit lichtscheuen Eleschwierig. ni in Hessen. wie uns der Hej. Jagdti en Jäger die große Zeit i hbod geht auf. Sauber g n roter Sommerrod ist ohr holz und die hohen Geireid menten haben die Reichsbahndirektionen veranlaßt, den Reichs bachndienst mit Waffen auszurüßen. Die Bahnpolizeibediente ten werden in der Befugnis zum Waffengebrauch der Landespolizei gleichgestellt. Der Mittelstürmer von Hollywood. 6. Fortsetzung. Wie merkwürdig und unwahrscheinlich war dieser plötzliche rordentlich, aber wem tönn Wechsel in seinen Lebensbedingungen! Die Zeit, die er in Or Och im Haarwechsel begriffen fond an der Universität verbracht hatte, schien ihm wie ein e und immer noch notleidend ner Traum. Wenn ihm jemand vor faum einem Monat daß die neue hessische Bo tophezeit hätte, daß er in zwei kleinen möblierten Zimmern Bahnen und feinen Lebensunterhalt als Berufsfußballspieler 1. Juni ab geschoffen werde de dienen würde er hätte den Weissager für verrüdt gehalten. hwildes einen nicht zu unter doch war es wahr Gerade die besten Böde attzeit erreichen und für di erstaunlich verblüffend wahr. Er nahm die Pfeife aus dem Munde und lachte fröhlich j. So erstaunlich die Lage war, in der er sich befand, noch viel raunlicher war die Tatsache, daß er, anstatt deprimiert und zufrieden war! Er hatte die harte Probe in Ehren bestanden, ,, Darf ich eintreten?" fragte eine Stimme, sie in früheren Jahren met beümmert zu sein, mit dem Wechsel in seinem Schicksal tatsächlich et des Rehwildes ist jetzt rr gut untergebracht und nur die Schneider in di chsel beendet ist. Mißbraut Gewiß, Mrs. Cox. Hoffentlich stört es Sie nicht, daß ich Jagdjahres zu übler Gretche? Ich darf ja nicht viel rauchen, weil ich Fußballer bin, nicht sein sollte, selbst weshalb wird es auch Ihren Vorhängen nicht viel schaden." den Weg legt. Auch an dic it treibende Bevölkerung Der Mahd der Kleeäder mal durchzugehen. Beson O abspringt, ist vorauszuseh Die freundliche Frau betrachtete ihn mit einem Seufzer: Mehmen Sie es mir nicht übel, Mr. Marr, aber es ist doch ammerschade, daß ein junger Gentleman, wie Sie, sich mit dem ballspiel abgibt. Es ist ein Leben für Faulenzer und Tagehebe und führt bestimmt zu nichts Gutem." Marr sprang verdugt auf. Dann erinnerte er sich, daß Warmer ihn auf die tomische Abneigung der alten Dame gegen oder Klee gedrüdt haben, usball aufmerksam gemacht hatte, und lächelte belustigt. me zerfekte Jungwild. Goeie Beschäftigung für Faulenzer, wie Sie glauben. Und dann Mähmaschine verfallen. G setzen die Geisen, das Feder Monats. Die Fajanenhähr ,, Kränken Sie sich nicht, liebe Mrs. Cox, Fußball ist wirklich t es doch jetzt das einzige, womit ich mir meinen Unterhalt erdienen fann. Ueberdies" fügte er hinzu, um seine freund= de Wirtin vollends zu beruhigen ,, hat mir Mr. Warriner onzeit. Auf wildernde Hunde lecichert, daß ich dadurch auf keinen Fall in schlechte Gesellschaft Jahreszeit das meifte Unbeleraten werde." mert besonders gerichtet. Albin Klein, Giessen Co. Bei der Erwähnung von Warriners Namen lächelte Mrs. Ben Warriner ist ein ordentlicher Mensch, das muß ich geben," antwortete fie." Ich kenne seine Frau, und in ganz o Inwood gibt es feinen besseren Gatten und Vater, als er ist. Bas aber so ein anständiger verheirateter Mann, der sich auch hon ein bißchen Geld zurückgelegt hat, an diesem Fußballspiel ,, Gießener Zeitung" * Stärkere Frequenz der Landesuniversität. Die Zahl der Studierenden an der hessischen Landesuniversität Gießen beträgt im Sommersemester 1931 2131 gegen 1941 im Sommersemester 1930 und 1925 im Wintersemester 1930-31. Die Zahl der Studierenden verteilt sich auf die einzelnen Fächer wie folgt: Theologie 224( 146 im Sommersemester 1930), Rechtswissenschaft 328( 351), Medizin 419( 371), Veterinärmedizin 199( 140), Mathematik 147( 150), Naturwissenschaften 150( 137), Chemie 50( 51), Pharmazie 2( 0), Forstwissenschaft 66( 66), Landwirtschaft 51( 55), Philosophie 57( 64), Neuere Philologie 274 ( 268), Klassische Philologie 54( 48), Geschichte 3( 2), Staatswissenschaften 107( 92). Unter den 2131 Studierenden befinden sich 179 Frauen; von ihnen studieren 4( 2) Theologie, 9( 11) Rechtswissenschaft, 41( 34) Medizin, 12( 8) Mathematik, 22( 18) Naturwissenschaften, 1( 1) Chemie, 10( 8) Philosophie, 73( 56) Neuere Philologie, 2( 1), Klassische Philologie, 2( 1) Geschichte, 3( 3) Staatswissenschaften. * Ferienkurs. Das Institut für experimentelle Psychologie und Pädagogik veranstaltet vom 20. Juli bis zum 1. Auguſt einen Ferienkurs für Deutsche und Ausländer:„ Der junge Mensch in der Gegenwart"( Wesen, Selbstgestaltung und Erziehung). Eine Reihe von Vorträgen, Vorführungen, Besichtigungen und Ausstellungen umrahmen den Kursus. * Oeffentliche Bausparkasse. Bei dem großen Kapitalmangel, der seit dem Kriege in Deutschland herrscht, haben in wenigen Jahren die Neueinrichtungen der Bauspargesellschaften eine erhebliche Bedeutung gewonnen. Ihr Zwed besteht darin, die Ansammlung von Kapital zum Bau oder Kauf von Eigenheimen und zur Ablösung hochverzinslicher Hypotheken zu erleichtern und zu beschleunigen. Neben zahlreichen privaten Gesellschaften dieser Art gibt es seit einiger Zeit auch die öffentlichen Bausparkassen, welche von den Verbänden der öffentlichen Sparkassen gegründet sind und zwar für Hessen als eine Abteilung der Landeskommunalbank Girozentrale in Darmstadt. Sie zeichnen sich durch flare Bestimmungen, billige Verwaltung und absolute Sicherheit aus. Ueber ihre Ziele und Einrichtungen spricht auf Veranlas= sung der Bezirkssparkasse Gießen Herr Otto Hägert am Freitag, dem 12. Juni, abends 8.30 Uhr, im„ Postkeller"( Wagengasse). Der Eintritt ist frei. Nach dem Vortrag Aussprache.( Vergleiche Anzeige in heutiger Nummer.) * Bundestagung. Der Volksbund Deutsche Kriegsgräber: fürsorge e. V. hält seine diesjährige Tagung in Ostpreußen ab. Die geschäftlichen Verhandlungen finden Freitag, den 12. 6., in der Stadthalle zu Königsberg i. Pr. statt. Abends vereinigt eine Weihestunde in der Schloßkirche die Teilnehmer. Diese Feier für die Gefallenen des Weltkrieges wird durch den Oſt= markenrundfunk übertragen werden. Am nächsten Tage werden verschiedene Soldatenfriedhöfe im Süden Ostpreußens aufgesucht und dabei am Tannenbergdenkmal eine Rundgebung abgehalten. Am 13. und 14. 6. veranstaltet der Volksbund in Allenstein, Lötzen, Insterburg, Gumbinnen, Tilsit, Braunsberg und Marienwerdere Werbefundgebungen für die Kriegsgräberfürsorge, in Marienburg wegen der am 14. 6. stattfindenden 700- Jahr- Feier 8 Tage später, am 21. 6. * Stadttheater. Morgen findet im Stadttheater ein Gastspiels des Ensembles des Berliner Kleinen Theaters statt. Aufgeführt wird das Lustspiel von Sterk ,, Liebe unmodern". Trägerin der Hauptrolle ist die bekannte Tonfilmschauspie'erin Grete Reinwald. Ermäßigte Sommerpreise. * Gautagung. Der Gau ,, Niederwald" im Bund deutscher Marinevereine hält am 6. und 7. Juni in Gießen seinen Gautag ab. * Sommerfest. Morgen findet in der Volkshalle das alljährliche große Sommerfest der Studentenschaft statt. Scha spieler des Gießener Stadttheaters wirken mit. Der Verband ehem. Vogt'scher Handelsschüler und -schülerinnen veranstaltet morgen ein Frühjahrsfest auf der Hardterrasse. * Auf der Tagung der Reichsarbeitsgemeinschaft deutscher Föderalisten wurde eine Entschließung angenommen, worin eine Neugliederung des Reichs, insbesondere Beseitigung der Doppelregierung durch Preußen und das Reich gefordert und jede partikularistische Eigenstaatlichkeit und unstaatliche Rüdwärtsentwidlung abgelehnt wird. finden kann, geht über meinen Verstand. Aber jetzt muß ich gehen, Sie entschuldigen, Mr. Marr." ,, bitte!" sagte Did lächelnd.„ Ich werde sicher eine Zeitlang sehr viel allein sein, bis ich hier einige Freunde gefunden habe-da müssen Sie oft zu mir fommen und mit mir plaudern, wenn Sie Lust dazu haben." Er lächelte sie so herzlich an, als er ihr die Tür öffnete, daß Mrs. Cox, die gute, treue Seele, wahrhaftig an dem charakterzerstörenden Einfluß des von ihr so verachteten Fußballsports zu zweifeln begann. Als sie gegangen war, versuchte Dick, sich die Zeit bis zum Abendbrot mit der Lektüre einer Zeitschrift zu vertreiben; um halb acht Uhr stand er auf, nahm Hut und Mantel und machte sich auf den Weg zu Ben Warriner. Der Schwan" repräsentierte sich als ein gut geleiteter fleiner Gasthof, und Mrs. Warriner gab ihrem Manne in der Herzlichkeit der Begrüßung nichts nach, als er ihr den jungen Rekruten der Hollywood- Mannschaft vorstellte. Did sicherte sich sofort ein besonderes Plätzchen in ihrem Herzen, als er beim Essen ihre eingemachten Gemüse und Kompotte lobte und mit Recht lobte, denn hundert Quadratmeilen in der Umgebung des ,, Schwan" gab es teine bessere Hausfrau und Köchin als Polly Warriner. Nach dem Abendessen, als die Fußballspieler in zwei bequemen Stühlen vor einem anheimelnden Kaminfeuer im Zimmer des alten Internationalen saßen- einem Raum, der auf Dic schon deshalb einen tiefen Eindrud machte, weil er zahlreiche wundervolle Fußballtrophäen enthielt- reichte Warriner seinem Gast eine Zeitung hinüber mit der Bemerkung:„ Das ist die lokale Abendzeitung; du wirst darin etwas finden, was dich interessiert." Der Läufer lächelte verschmitt, als er es sagte. Marr mußte nicht lange suchen, um das ,, Etwas" zu finden. Es sprang ihm sofort in die Augen, denn die Titelüberschrift reichte über die ganze Seite: Hollywoods Fußball- klub tapert berühmten Amateur." Die schwarzen Buchstaben schienen aus dem Blatt zu sprin gen. Erstaunt las Marr: Dem Manager des Hollywood- Klubs gelang es heute, Richard Marr, den bewährten Mitelstürmer von Oxford- Universität, für das lokale Team zu verpflichten. Damit wird eine bekannte Schwäche unserer heimischen Mannschaft hoffentlich beseitigt. Mr. Hollister, der Klubmanager, behauptet, daß durch die Neuerwerbung die bisherige Schwäche Nr. 45 * Bergschüler in Gießen. Die Klaffe des Grubensteigerlehrgangs 64 der Essener Bergschule, die sich auf einer Lehrfahrt zum Studium des hessischen Eisenbergbaues befindet, weilte gestern hier und besichtigte unter Führung von Herrn Prof. Dr. Hummel die Braunsteinwerke in der Lindener Mark. * Achtung! Taschendiebe. Am Dienstag wurde. einem Viehhändler auf dem Viehmarkt die Brieftasche gestohlen. Sie enthielt an Bargeld 170 Mt., sowie drei Scheds. Einer dieser Schecks lautet über 373 Mark und führt die Nr. 247 193( Hof= heimer Bank). Der Zweite ist auf 570 Mark ausgestellt( Nr. 13 479, Oberhessische Bank in Friedberg), der dritte auf 410 Mr.( Nr. 33 255, Volksbank Grünstadt). Außerdem vermißt der Bestohlene ein Schedbuch, ausgestellt von der Kreissparkasse Brilon. Sachdienliche Mitteilungen erbittet die Kriminalpolizei. * Vandalismus. Tulpenbeete in den städtischen Anlagen wurden wiederholt in den letzten Tagen geplündert. Gefaßte Täter haben mit einer Anzeige zu rechnen, außerdem wird die Art der Bestrafung unter voller Namensnennung bekanntgegeben. Aus Nah und Fern. Evangelisches Jugendtreffen im Vogelsberg. Für die evangelische Jugend des östlichen Vogelsbergs findet am 28. Juni ein allgemeines Jugendtreffen bei Schloß Eisenbach statt. Der Superintendent von Oberhessen, Herr Oberkirchenrat D. Wagner, hat seine Teilnahme zugesogt. Die örtlichen Vorbereitungen liegen in der Hand von Pfarrer Clotz- Frischborn. Ein Jugendtreffen für das nördliche Oberhessen ist gleichfalls geplant, doch steht Ort und Zeit noch nicht fest. Dorf- Gill. Auf der Straße zwischen Ruppertenrod und Nieder- Ohmen geriet der Kraftwagen des Händlers Möser von hier in Brand. Dem Händler gelang es, rechtzeitig aus dem Wagen zu springen, der führerlose Wagen stürzte die Böschung hinab und verbrannte bis auf die Eisenteile. Langd. Eine gemeinsame Sitzung des Schützenvereins und des Kriegervereins fand in der Wirtschaft Nagel statt. Die Mitglieder des„ Hassia"-Bezirks- Vorstandes, Klein und Bonhard, referierten. Herr Klein sprach über Kriegervereinswesen und Bedeutung des Kleinkaliberschießsports ,, Herr Bonhard über Fürsorge an Kriegsbeschädigten und Kriegshinterbliebenen. Das Ergebnis der Sitzung war, daß der Kleinkaliber- Schützenverein geschlossen dem Kriegerverein beitrat. Die Vermögen der beiden Vereine wurden verschmolzen. Der Schützenverein besteht als Schießabteilung innerhalb des Kriegervereins weiter. Butzbach. Die Viehverwertungsgenossenschaft hielt unter dem Vorsitz von Dr. Dienst ihre erste Hauptversammlung ab. Die im vorigen Jahr gegründete Genossenschaft hat nunmehr 550 Mitglieder gegen 245 im vorigen Jahre. Nach dem Be richt von Direktor Hildebrand wurden in den fünf Monaten dieses Jahres 1030 Schweine, Großvieh, Kälber und Schafe für 145 611 Mark abgesetzt. Bad Nauheim. Der Gesamtbesuch unseres Bades ist auf über 10 000 Personen angewachsen. An Bädern wuren 84 487 abgegeben. Friedberg. In der heutigen öffentlichen Stadtratssitzung wurde Bürgermeister Dr. Send auf weitere 12 Jahre zum Bürgermeister der Stadt Friedberg gewählt. Von 26 anwesenden Stadtratsmitgliedern gaben 19 ihre Stimme für Dr. Send ab. Offenbach. Hier ereignete sich am Dienstag abend ein schwerer Unglücksfall. Ein vierjähriger Junge war bereits in einen Omnibus gesetzt worden, stieg aber nochmals aus. Im selben Augenblick kam das Offenbacher Leichenauto vorübergefahren. Das Kind kam unter die Räder des grade vorbeifahrenden Leichenwagens und war auf der Stelle tot. Mainz. Die Stadt Mainz beabsichtigt, zu Ehren ihres großen Sohnes Gutenberg in diesem Jahre wieder eine Feier zu veranstalten, die den Zeitverhältnissen entsprechend sich in schlichtem Rahmen vollziehen, aber der Bedeutung Gutenbergs gerecht werden soll. der Mannschaft seine besondere Stärke zu werden verspricht, und daß mit einem wirklich erstklassigen Mittelstürmer Hollywood auch den stärksten Mannschaften des Landes einen ebenbürtigen Gegner abgeben muß. Die Tatsache, daß der Klub Woche für Woche näher an die Spitze der zweiten Liga rüdt, ist wohl ge= nügend beweisträftig für diese Behauptung. Bei dieser Gelegenheit tönnen wir es uns nicht versagen, den Sportsleuten dieser Stadt noch einmal flarzumachen, daß ihr undifferentes Verhalten dem Klub gegenüber höchst unfair genannt werden muß. In jeder anderen Stadt Englands würde eine Mannschaft von der Klasse Hollywoods mit der Unterstützung von 20 000 bis 30 000 Zuschauern bei jedem Spiel sicher rechnen fönnen. Bei uns erklärt sich der überwiegende Teil des Sportpublikums an der wirklich prächtigen Mannschaft uninteressiert, und die so notwendige materielle und moralische Unterstützung für den Klub läßt noch immer vergeblich auf sich warten. Vielleicht erfährt diese Stadt noch einmal wenn es zu spät ist-die alte Wahrheit: Man schäßt einen Besitz erst dann, wenn man ihn verloren hat. Wir wollen hoffen, daß die Tatsache, daß ein bekannter Amateur sich entschlossen hat, seine Sportliche Zukunft Hollywood anzuvertrauen, die Sportsleute Dieser Stadt veranlassen wird, etwas tatkräftigeres Interesse für ihren heimischen Klub aufzubringen. Der Mann auf der Tribüne." Als Marr den Artikel zu Ende gelesen hatte, legte er die Zeitung hin und blidte Warriner verdugt an. Wer wer ist, Der Mann auf der Tribüne?" fragte er. " Das ist Jimmy Dunster, der Sportredakteur der Abendpost, ein prächtiger fleiner Bursche. Aber ich will dir erzählen, warum Hollister ihn veranlaßt hat, diesen Artikel zu schreiben. Alles, was du da gelesen hast, ist wirklich wahr. Obgleich die Mannschaft gut ist und Erfolg hat wir sind an vierter Stelle in der Tabelle haben wir doch wenig Anhänger. Ich glaube, die größte Zuschauermenge, die wir in dieser Saison hatten, waren fünftavsend Personen. Stelle dir vor, fünftausend! Selbst ein Amateur, wie du, muß wissen, daß sich das nicht lange halten kann. Wir nehmen nicht genug ein, um den Jungens die Gehälter zu zahlen, und dabei zahlt der Klub nicht einmal besonders gut." Wird der Klub vielleicht aufgelöst werden?" Marrs Stimme verriet wirkliche Angst. Die Aussicht, den heute hart erfämpften Posten morgen vielleicht wieder zu verlieren, brachyte ihn ein wenig aus der Fassung. Fortsetzung folgt. Nr. 45 Samstag, den 6. Juni 1931 Mainz. Pfarrer Schreiber, der in die finanziellen Schwierigkeiten der Luther- Baugesellschaft verwidelt wurde, hat sein Stadtratsmandat aus Gründen, die sich aus der Entwicklung der Gesellschaft ergeben, niedergelegt. Worms. Auf der hier am 13. Juni stattfindenden 11. Vertreterversammlung des Hessischen Landgemeindetages spricht Landrat a. D. Dr. Dr. Gerede, M. d. R., der Präsident des Deutschen Landgemeindetages, über das Thema„ Sorgen und Wünsche der Landgemeinden". Nieder- Walgern. Ein fürchterliches Unglüd, bei dem zwei Menschen zu Tode tamen, ereignete sich gestern um 19 Uhr auf der Main- Weserbahn in der Nähe von Wenkbach bei NiederWalgern. Beim Ueberqueren der Eisenbahnstrecke am Ortsdurchgang in Wenkbach wurde das Ochsengespann des pensionierten Eisenbahnschaffners Scherer aus Wenkbach von dem aus Richtung Gießen kommenden Eilzug 69, der NiederWalgern 18.06 Uhr passierte, überfahren. Der Wagen wurde „ Gießener Zeitung" Bukarest. Mehrere Reservoirs der Romana- Raffinerie im Petroleumgebiet von Bacan wurden gestern vom Blitzschlag getroffen und explodierten. In wenigen Sekunden war die ganze Umgebung ein einziges Flammenmeer. Wahres Geschichtchen. Im Personenzug Plattling- Regensburg saß fürzlich ein Handwerksbursche, der glüdstrahlend erzählte, daß er eine neue Hose erhalten habe und daß er sie sogleich im verschwiegenen Dertchen des Wagens mit seiner abgetragenen wechseln wollte. Als er nach längerer Zeit nicht zurückgekehrt war, sah ein Mitreisender nach und fand den jungen Mann nur mit einem Hemd bekleidet vor. Mit tiefunglücklichem Gesicht seufzte der Arme:„ Jetzt han i die alt' Hosen gleich zum Fenster nausge= worfen und wia i die neue oziagn wui, siech i, daß gar koa Hosen is, sondern a Joppen!" hinten erfaßt und zertrümmert. Die Insassen, das Ehepaar as lehrt die deutsche Auswanderung 1930? Scherer und zwei Kinder, wurden in hohem Bogen aus dem Wagen geschleudert. Frau Scherer brach bei dem Sturz das Genid, der Ehemann erlitt schwere Verlegungen, denen er nach wenigen Minuten erlag. Die zwei Kinder, die in eine Wiese fielen, tamen wie durch ein Wunder unverletzt davon. Der Schrankenwärter, der die Schranke nicht rechtzeitig geschlossen hatte, ist flüchtig gegangen und konnte bis zur Stunde noch nicht gefunden werden. Das Gespann blieb unverletzt. Weglar. Seit dem 4. Juni ist der Geschäftsführer Ernſt Waldschmidt aus Wetzlar flüchtig. W. hat im Laufe der Zeit 25 000 Mark unterschlagen und riß aus, als ihm die Entdeckung drohte. Es besteht die Möglichkeit, daß er sich in Frankfurt aufhält. Frankfurt. Gestern abend ereignete sich ein schwerer Raubüberfall auf die staatliche Lotterie- Einnahme Sturm. Zwei junge Männer drangen, kurz bevor das Geschäft geschlossen werden sollte, in das Geschäftslotal des Kollekteurs und raubten aus dem Kassenschrank 3000 Mark. Den Inhaber der LotterieEinnahme fesselten und knebelten sie. Nachdem sie in aller Eile und Geräuschlosigkeit den Kassenschrank ausgeräumt hatten, machten sie sich schleunigst aus dem Staub und schlossen das Lotal pon außen ab. Zunächst fehlt von den Tätern jede Spur. Frankfurt a. M. Die acht privaten Tierärzte, die Montags im Frankfurter Schlachthof tätig sind, sind in den Streik ge= treten, weil der Magistrat beschlossen hat, ihr Honorar von 30 RM. um 20 Prozent zu kürzen. Frankfurt a. M. Als die hiesige Reichsbankstelle gestern nachmittag einen Goldtransport im Austausch gegen Devisen nach Paris absenden wollte, kam es auf dem Hauptbahnhof zu erregten Protestkundgebungen. Die Menschenmenge war der Meinung, es handle sich um Reparationszahlungen und erhob dagegen lebhaften Einspruch. Die Polizei hatte keine Veranlassung zum Einschreiten, da durch die Kundgebung die Ord= nung nicht gestöri wurde und sich die Menge auch bald zerstreute. Frankfurt. Ein 7jähriger Schüler, der zur Strafe nachsitzen sollte, stürzte sich aus dem 1. Stodwerk in den Schulhof. Er blieb bewußtlos liegen und mußte sofort in das Krankenhaus verbracht werden. Sein Zustand ist ernst. Frankfurt a. M. Im Frankfurter Untersuchungsgefängnis befindet sich seit einigen Tagen Otto Schlesinger, der mit einem Komplizen zusammen seinerzeit wegen des Anschlages auf einen D- Zug, der in der Nacht zum 19. August 1926 Leiferte passierte, zum Tode verurteilt wurde. Schlesinger hat einen Antrag auf friminal- biologische Beobachtung gestellt, dem stattgegeben worden ist. DIGN 016 - - Im Jahre 1930 haben 37 085 einschließlich Antwerpen rund 37 300 das Deutsche Reich mit überseeischem Reiseziel über deutsche und fremde Häfen verlassen. Das sind rund 11 430= 23,5 Prozent weniger als im Vorjahr. Seit 1926 ist somit die deutsche Auswanderung ständig gefallen und zwar in steigenden Hundertjätzen. Die sinkende Auswanderungskurve 1926/30 ist durch die Zahlen 65 280, 61 379, 57 241, 48 734, 37 300 gekennzeichnet. Die Abnahme gegen das Vorjahr stieg im gleichen Zeitraum von 6 Prozent( 1926/27) über 6,7, 14,9 auf 23,5 Prozent( 1929/30). Aus diesen sinkenden Auswanderungsziffern auf ein Nachlassen des Auswanderungsdranges zu schließen, wäre verfehlt. Das beweist die steigende Ueberlandauswanderung, die leider in Deutschland statistisch noch nicht erfaßt wird. Aus den Vormerkungen bei den amerikanischen Konsulaten zu schließen, war schon 1929 der Auswanderungsdrang auch nach überseeischen Ländern fünfeinhalbmal groß wie die Auswanderungsmöglichkeit. Der gesteigerte Auswanderungsdrang und die verminderte Auswanderungsmöglichkeit wirkt sich auch in gesteigertem Maße durch innere Spannungen aus. Hauptursachen der verminderten Auswanderung sind nach wie vor die verschärften Einreisebestimmungen der Haupteinwanderungsländer, sowie die fehlenden Barmittel, die zu jeder Auswanderung nötig sind. 19 816 Von der Gesamtzahl der Auswanderer waren = 53,4 Prozent männlichen und 17 269= 46,6 Prozent weiblichen Geschlechts. Die einzigen Länder in Deutschland, in denen etwas mehr weibliche als männliche Personen auswanderten, sind Württemberg, Bremen und Lippe. Angesichts der Tatsache, daß es immer noch zwei Millionen mehr weibliche als männ liche Einwohner im Deutschen Reich gibt, und daß in vielen auslandsdeutschen Gebieten, besonders in Uebersee, ein Mangel an deutschen Frauen besteht, ist eine gesteigerte weibliche Aus= wanderung zu begrüßen. Sie läßt sich bei geringer Pflege der persönlichen Beziehungen zu vorher Ausgewanderten noch steigern, was der Erhaltung deutschen Volkstums in Uebersee förderlich sein wird. Die deutschen Auslandssiedlungen erscheinen durch den verhältnismäßig geringen Nachschub aus der Heimat und die gesteigerten Assimilierungsbestrebungen der Gastländer stark gefährdet, bedürfen daher eines sorgfältig ausgewählten Nachschubs aus der alten Heimt mehr denn je. Von den reichsdeutschen Auswanderern des Jahres 1930 Die gingen 21 526 über Bremen und 14 295 über Hamburg. Differenz zwischen beiden Häfen, die im Vorjahre 6470 Auswanderer betrug, ist somit 1930 auf 7231 zugunsten Bremens gewachsen. 1479 deutsche Auswanderer gingen, soweit sie statiVORTRAG Freitag, den 12. Juni 1931, abends 8 Uhr in Giessen im ,, Postkeller"( Wagengasse) spricht Herr Otto Hägert über Finanzierung des Neubaus und Kaufs von Eigenheimen und über Ablösung von Hypotheken durch die ÖFFENTLICHE BAUSPARKASSE Abt. der Landeskommunalbank Girozentrale für Hessen in Darmstadt. - Hierzu lädt alle Interessenten ein: BEZIRKSSPARKASSE GIESSEN stisch erfaßt wurden, noch über fremde Häfen, gegen 1177 im Vorjahr, also 302 mehr. Was die Herkunft der Auswanderer betrifft, so stehen nach Bremen( mit 250,4 Auswanderern auf 100 000 Einwohner) und Hamburg( 148,2) wieder Baden( 126,9), Württemberg( 121,9) und Oldenburg( 121,7) an der Spize. Aus Preußen wanderten 41,1 auf 100 000 Einwohner aus, aus Bayern 84,1. Der Reichsdurchschnitt betrug 56,8 auf 100 000 Einwohner. Die Entwicklung der Auswanderung, besonders die gestei= gerte Spannung zwischen Auswanderungsdrang und Auswan= derungsmöglichkeit, erfordert gesteigerte Aufmerksamkeit der verantwortlichen öffentlichen und gemeinnützigen Beratungsstellen gegenüber schwindelhafter Bauernfängerei, aber auch erhöhte Bemühungen, die noch vorhandenen Möglichkeiten der Auswanderung soweit als möglich zu nutzen und durch sorgfältige Auswahl und Vorbereitung der Auswanderer dafür zu sorgen, daß Mißerfolge vermieden werden. Neue Bücher. ,, Talente gesucht!" Unter diesem Titel bringt die neueste Nummer der Zeitschrift der Frau„ Das Heft", einen interessanten Bericht über eine Aufnahmeprüfung neuer Schüler in der Tonfilmschule. In dieser Nummer findet die Leserin allerlei Ratschläge für die Reisezeit. In den warmen Sommertagen wird jede Leserin gern die vielen Rezepte studieren, die sie unter dem Titel ,, Salate" findet. Es folgen mehrere Kurzgeschichten und Skizzen. Jede Frau sollte besonders aufmerksam die unter dem Titel„ Frau und Beruf" stehenden Aufsätze lesen. Beson ders reizend sind die Butteridmodelle. Der laufende Roman noch bleibt der Weg nach El Oro", von Nanny Lambrecht, die lustige Preisaufgabe und die vielen ernsten und heiteren Illustrationen machen diese Nummer der Zeitschrift gerade in der Reisezeit zu einem angenehmen Begleiter. "... Das Juniheft der„ Deutschen Rundschau"( Verlag Berlin W. 30) führt den Leser in die kulturelle und politische Spannungssphäre Europas, wie sie sich in den beiden extremen Staatsideen, Faschismus und Kommunismus, darstellt. Edgar J. Jung stellt im Leitaufsatz ,, Die Bedeutung des Faschismus für Europa" klar, des Faschismus in seinen Bedingtheiten sowohl als in seinen wertvollen Ansätzen. Man kann sich auch mit Anstand schlecht benehmen. Doch versuchen Sie es lieber nicht, denn das ist ein Privileg des Engländers. Der ,, Woche"-Berichterstatter hat einige sehr interessante Augenblicke aus dem Rennen in Epsom, dem gro ßen Ereignis von England, festgehalten. Aber es gibt noch so vieles andere Neue in dem Heft 23 der ,, Woche". Besorgen Sie es sich am besten gleich, Sie bekommen das neue Heft überall für 50 Pfg. Das neueste Heft der„, Eleganten Welt" stellt sich als Reisemarschall vor. Alle Bedürfnisse, die dazu dienen, gut zu reisen und in der äußeren Erscheinung angenehm zu wirken, finden in gut illustrierten Beiträgen eine sinnfällige und sachgemäße Dar stellung. Erscheint Bezugspreis 2, Redaktionsschluß früh dung nicht verlang 44. Jahrg. Solitif Gegenüber Meldu ten nächsten Tagen b ang eines Transferindiger Stelle festge Begründung entbehren Keigspräsident vo lichen Hafenthalt nach Sie Notverordnun mit feiner rüdhaltlojen Weihingtons auße In Newporter Ban doriums für Deutsch ibt aber zu, daß ein itde. Dem Mitarbeiter der Münchener Jilustrierten Presse ist es gelungen, die ersten Aufnahmen nach der Landung Professor Piccards auf dem Schneeferner bei Obergurgl zu machen. In der neuesten Nummer der Münchener Jllustrierten Presse( Nr. Aus dem weite23) findet man diese interessanten Bilder. ren Inhalt heben wir noch hervor den Artikel„ Deutsche Stadt in Frankreich", Aufnahmen von einer deutschen Arbeiterkolonie in Südfrankreich und einen Aufsatz über Prof. Hans Fischer, den Schöpfer des synthetischen Blutfarbstoffes. Verantwortlich: J. V.: G. Burgeleit, Gießen. Erfinder Vorwärtsstrebende Eine d. größt. Zigar res fabriken Deutsch10000 Mk. Belohnung lands fucht für hieſigen Näheres kostenlos durch: F. Erdmann& Co.' Berlin SW 11. Verlangt beim Einkauf nur deutsche Waren! Steuer Ersparnis bringt das Reichssteuer Kassebuch Bezirk tüchtigen Vertreter Anfragen bei der Geschäftsstelle unter G. 3. 28 × 3. 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