Nr. 32 nken! gedacht und erbaut and unverheirateten equartiere gemietet nicht anzubringen enden Wohnungen dem die Wohnungs n ist. Gießener Zeitung ( Gießener Tageblatt) Erscheint Mittwochs und Samstags. Bezugspreis 2,40 M vierteljährlich frei ins Haus. Redaktionsschluß früh 8 Uhr. Für Aufbewahrung oder Rüdendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. ngszwangswirtschaft 4. Sahrg. der Mietpreise ge abe auch in Italien er Fall sein werde. igen nicht mehr der ist der Mietpreis Beweise: d kostete der Wohn: gebung der Zwangs Zeit vom Juli bis re, vom September November bis De ßeren Bezirken der nraum in der glei i auf 109 Ende Ot Et anderen Worten: it ist der Mietpreis um 30 Prozent und 5 Prozent gesunken! rden nun nicht des günstig sind. Jm Wohnstadt trotz der nd der Durchschnitts ien Ende 1930 auf agen war, lag der 18, in Rom bei 115, Florenz bei 79 und brigen Städten des ter dem Durchschnitt. wirtschaft hatte also -Bauvorhaben und nungen. Den Vor der Hausbesit. Essen und Trinken, ich oder Papier und Man genieße Trint Ses gekennzeichnet und achte besonders bei Tassen und ihre Hände den. Man vergeffe vor besteht, sich auf Reisen die einfachsten Grundt der Sommerreise nicht Schritt und Tritt auch len Zufällen bewahrt rübte Erholung erwar er. Landes- und Voltsfunde, ndung mit Fachberatern, Berlag N. G. Elwert in vollslundlich interesan , als Kenner hessischer nft des Volksliedes:„ Es Rhein" nach; von dem Franz Dingelstedts:„ Sier er Entstehung erzählt uns em Breidenbader Grund melt. W. Schoof berichtet Die neuen Argonauten" Citeflor Dr. Kippenberger arburger Museum, desen ere Beiträge sind noch da leit, Gießen. Gehr billig Aus bei. Gründen ns: arch welTaich! ern). ca. 16 Pianos 3. T. eri fl. Weltmar fen neu u. gebraucht günft. Bed. z. vertaut Eiloff unt.& U. 42 od. Adresse a. d. Zei tungsin lle abgeben Strimple die sche mer trieb Waschseide feinm. £ Maio m. Seide Stand 15 Sern Flor mit Seide platt Is Beri. nar geg. Nad Bei Ridgefallen Ge ehalt zurüd oder Umtani eden ellen 8. J. Zilleffen, Strumpffabrit Chemnis 14 Gr. Preisliste grat Bolitische Rundschau. Der Präsident des Haager Internationalen Schiedsge: richtshofes hat die Verhandlungen über das deutsch- österreichiiche Zollablommen auf den 20. Juli festgesetzt. Die Finanzlage der Reichsbahn bliebe trotz der Gehaltseinsparung nach wie vor ernst. Ueber die Ausdehnung des 100 Millionen R.-Mt. umfassenden Arbeitsprogramms auf das in der Notverordnung vorgesehene 200 Millionen R.- Mt.Programm schweben noch Verhandlungen. Der Reichskanzler beabsichtigt, sobald es die außenpolitische Page gestattet, auf Anraten seines Arztes einen mehrtägigen Erholungsurlaub anzutreten. Am Freitagvormittag wurde Botschafter a. D. Dr. Sthamer auf dem Ohlsdorfer Friedhof in Hamburg beigesetzt. Aus diesem Anlaß hatten alle öffentlichen Gebäude im Hamburger Staatsgebiet sowie die Schiffe im Hafen Halbmast ge= flaggt. In dem Prozeß gegen sechs Kommunisten wegen des Ueberfalls auf Nationalsozialisten am 13. April in der Wilhelmsaue verurteilte das Schwurgericht in Berlin die Angeklagten Achtenberg und Hoffmann zu je ver Jahren Zuchthaus, den Angeflagten Steinheuer zu einem Jahr neun Monaten Zuchthaus und den Angeklagten Wetzel zu neun Monaten Gefängnis. Die Tschechoslowakei wird vorläufig feinen formellen Standpunkt zum Hoover- Angebot einnehmen, sondern das Ergebnis der Verhandlungen in Paris abwarten. Der österreichische Gesandte hat dem Staats- Departement die offizielle Annahme des Hoover- Plans durch Desterreich mitgeteilt. Mussolini erwägt Sondervorschläge Jtaliens in der Repa tationsfrage. Mussolini steht seit Mittwoch mit Washington in engstem Meinungsaustausch. In der italienischen Presse wird weiterhin auf die große politische Bedeutung des bevorstehenden deutschen Besuches in Rom hingewiesen und außer dem Abrüstungsproblem Tributund Kriegsschuldenfrage sowie zollpolitische Dinge als Geprächsthema genannt. Im französischen Senat begann die Beratung des Flottenbauprogramms 1931-32, wobei scharfe Angriffe gegen Deutschland gerichtet und zum Schluß die Tagesordnung in der be= reits von der Kammer verabschiedeten Form angenommen wurde. Die französische Regierung will die Kammer heute in die Ferien schiden, um für die kommenden Verhandlungen freie Hand zu haben. Der stellvertretende Militärattache von der französischen Botschaft in Berlin, de Mierry, der in den Königsberger Spionagefall verwidelt war, ist von der französischen Regierung Den seinem Pesten abberufen worden. Am Donnerstag hat sich im englischen Unterhaus seit langen Jahren zum ersten Male der für englische Verhältnisse unerhörte Fall zugetragen, daß ein Mitglied des Hauses gewalt= jam entfernt werden mußte, nachdem es zu einem Handgemenge im Sigungsjaal gekommen war. Diesen Reford machte der schottische Sozialist Mac Govern. Einigung in Paris. Paris, 3. 7. In der französisch- amerikanischen Konferenz Sheint eine grundsätzliche Einigung erzielt worden zu sein. Um Mitternacht begab sich Unterstaatssekretär Francois Poncet in die Kammer, um den Ministerpräsidenten Laval von dem Drud und Verlag von Albin Klein in Gießen Geschäftsstelle: Gießen, Südanlage 21. Fernsprecher Nr. 2525 und 2526. Postscheckkonto Nr. 69 530 Amt Frankfurt a. M. Samstag, den 4. Juli 1931 ( Neueste Nachrichten) Anzeigenpreise: die 30 mm breite Petitzeile auswärts 24 Pfg., lokal 12 Pfg., die 90 mm breite Reklame- Petitzeile 96 Pfg. PlatzFür Vollklischee- Anzeigen außerdem besondere Ermäßigung. vorschriften ohne Verbindlichkeit. Bei Wiederholung Rabatt. Nummer 53 Insgesamt erhöht sich das Defizit vom Vorjahre, das sich auf| geschäft des Cattlerhandwerks, das sonst um diese Jahreszeit 1030,5 Millionen Mark belief, durch die Mehrausgaben in den Monaten April und Mai 1931 von 48 Millionen Mark auf insgesamt 1078,5 Millionen Mart bis Ende Mai. Hierbei ist nur der ordentliche Haushalt berücksichtigt. Dazu kommt ein Defizit des außerordentlichen Haushalts, das Ende Mai sich auf 267,7 Millionen Mark belief. Anhaltender Devisenbedarf. Berlin. Der Geld- und Devisenmarkt ist nach wie vor ziemlich angespannt. Dabei ist die Frage ungeklärt, ob vornehmlich Abziehungen von ausländischen Banken oder Käufe aus dem Publikum vorliegen. Man behauptet auch, daß in Berlin von ausländischer Seite größere Martbeträge verkauft worden seien. Die Reichsbank hat sich daher entschlossen, ihre Politik der Kreditrestriktion zu verschärfen. Die Rationalisierung soll aber nicht allgemein, sondern, wie bisher, auch in Zukunft individuell ge= handhabt werden. Das nächstliegende Mittel, nämlich eine ener= gische nochmalige Diskonterhöhung, scheint im Augenblid noch nicht beabsichtigt zu sein. Die Reichsbank hat seit dem 30. Juni wieder etwa 130 Millionen an Devisen abgeben müssen. Severings Schießerlaß. Berlin. Innenminister Severing hat an sämtliche preußische Polizeiverwaltungen einen Erlaß gerichtet, der zunächst die be= stehenden Bestimmungen über die Handhabung der Waffengewalt durch die Polizeibeamten in Erinnerung bringt. Weiter sagt der Erlaß, daß jeder Führer einer zusammengefaßten Polizeimannschaft oder jeder einzelne Beamte zur Brechung tätlichen Widerstandes gegen seine Person und sein Leben bezw. gegen die Staatsautorität das Recht zum Gebrauch der Schußwaffe habe. Wenn die bisherigen Erlasse von der Abgabe von Schredschüssen sprächen, solle dies nicht dazu führen, daß die scharfe Anwendung der Schußwaffe unterbleibe. Er, der Minister, werde feinem Beamten, der auf Grund dieses neuen Erlasses von der Schuhwaffe Cobrauch macho, soinen Schuh vorsagon. Die Spartakiade verboten. Berlin. Der Polizeipräsident teilt mit: Sofort nach Bekanntwerden der kommunistischen Ueberfälle hat beim Minister des Innern unter Hinzuziehung des Polizeipräsidenten Dr. Weiß, der den zur Zeit beurlaubten Polizeipräsidenten vertritt, eine Besprechung stattgefunden. Als Ergebnis dieser Bespre chung hat der stellvertretende Polizeipräsident aufgrund der durch die kommunistischen Ueberfälle neu entstandenen Lage die Spartakiade verboten. Das Verbot wird mit allem Nachdruck durchgeführt werden. Gehaltskürzungen auch bei firchlichen Beamten. Die hessische evangelische Kirchenregierung und der Finanzausschuß der Landeskirche haben in einer Sitzung vom 18. Juni über die Anwendung der Notverordnung bei firchlichen Beamten Beschluß gefaßt. Bei der seit Jahren bestehenden besonderen Belastung der Geistlichen und der außerordentlichen Kürzung der Gehälter der kirchlichen Beamten sind sie nur mit größten Bedenken der Notverordnung gefolgt. Sie haben aber geglaubt, bei der in Reich, Land und Gemeinden herrschenden Not dennoch auch die neuen Kürzungen im Bereich der Landeskirche anwenden zu müssen. Auch die Bezüge der Bediensteten der Kirchengemeinden sind entsprechend zu kürzen. verhältnismäßig lebhaft war, erfuhr, in diesem Jahre keine nennenswerte Belebung. Der Absatz von Reiseartikeln ließ vielmehr sehr zu wünschen übrig. Etwas günstiger war die Beschäftigung der Betriebe in ländlichen Gegenden, da durch die Heuernte sowie durch die bevorstehende Getreideerntezeit die Aufträge für Reparaturarbeiten an landwirtschaftlichen Geräten etwas zahlreicher waren. Andererseits hat das ländliche Handwerk in verschiedenen Gebieten schwer unter den Umvetterkatastrophen zu leiden gehabt, so daß es sich hier so leicht nicht wieder erholen wird. Infolge der großen Arbeitslosigkeit unter den Arbeitern hat die Schwarzarbeit einen ungeahnten Umfang angenommen. Die Eristenz zahlreicher Handwerksbetriebe wird hierdurch stark gefährdet. Die Forderung nach einer nachhaltigen Bekämpfung der Schwarzarbeit wird daher immer stärker erhoben; doch haben sich bis jetzt alle Maßnahmen als praktisch unzureichend erwiesen. Der Arbeitsmarkt des Handwerks hat nur eine geringe Entlastung erfahren. Arbeitskräfte wurden, wenn überhaupt, meist nur vorübergehend eingestellt. In verschiedenen Handwerksberufen mußten sogar neue Entlassungen vorgenommen werden. Wirtschaftsfreiheit gegen Wirtschaftsnot! Der Hansa- Bund veröffentlicht in seinem Bundesorgan in diesen Tagen folgende Mahnung: Wir stehen in Tagen unsagbarer politischer und wirtschaftlicher Spannungen. Mit furchtbarer Eindringlichkeit wurde dem deutschen Volke, wurde der Welt zum Bewußtsein gebracht, daß die Vergewaltigung der wirtschaftlichen Lebensgrundlagen der gegenwärtigen Rechts- und Gesellschaftsordnung durch politische Eingriffe Deutschland, Europa, die Welt an den Rand des Chaos geführt hat. Die Botschaft des amerikanischen Präsidenten Hoover kann den Weg zur Rettung öffnen. Sie ist ausgetragen von der Erfenntnis, daß die von der Politik erzwungenen Verlagerungen wirtschaftlicher Kräfte ausgeschaltet und zurückgeschaltet werden müssen, damit die Gesamtheit der Nationen in ihrer wirtschaftlichen Arbeit der Steigerung der kulturellen und sozialen Wohlfahrt der Völker zu dienen vermag. Sie ist getragen von der Erkenntnis, daß die von der Politit erzwungenen Verlagerungen wirtschaftlicher Kräfte ausgeschaltet und zurückgeschaltet werden müssen, damit die Gesamtheit der Nationen in ihrer wirtschaftlichen Arbeit der Steigerung der bulturellen und sozialen Wohlfahrt der Völker zu dienen vermag. Sie ist getragen von der Erkenntnis, daß die Tätigung politischer Eingriffe in die Wirtschaft schlechthin Not, Elend, Verwirrung, ja Untergang nach sich zieht. In unserem Kampf für Wirtschaftsfreiheit gegen Wirtschaftsnot haben wir seit langem den nationalen und sozialen Grundcharakter alles Wirkens freier Marktwirtschaft immer und immer wieder betont. Ausschaltung der Reparationen und interalliierten Kriegsschuldenzahlungen- das war und ist uns Voraussetzung weltwirtschaftlicher Gesundung. Wir stehen an einem entscheidenden Wendepunkt deutscher Geschichte, weltwirtschaftlicher Entwidlung! Aus der unmittelbaren Gefahr, im Chaos zu versinken, hat uns im letzten Augenblick die Erkenntnis Amerikas, selbst dabei in seinen Lebensgrundlagen aufs schwerste erschüttert zu werden, gerettet. Jetzt heißt es, nach außen darum fämpfen, daß aus der Atempause sich ein Dauerzustand freier weltwirtschaftlicher Zusammenarbeit, unbelastet von der zerstörenden Wirkung politisch bedingter Kräfteverlagerung entwickelt. Jetzt heißt es nach innen unter der Devise: Wirtschaftsfreiheit gegen Wirtschaftsnot dafür kämpfen, daß das deutsche Haus in Ordnung gebracht wird. Die Entlastung von den Reparationen darf nicht dazu verStand der Konferenz zu unterrichten. Nach seiner Rückkehr Bericht über die wirtschaftl. Lage des deutschen leiten, den Kampf aller gegen alle um die Verteilung der 1,5 ins Innenministerium wurde die Sitzung wieder aufgenommen. Gie zog sich bis kurz vor 1 Uhr hin. Nach Schluß der Sitzung verlas der Unterstaatssekretär folgendes Kommuniqué: Schatzcmtssekretär Mellon und Botschafter Edge haben gestern abend im Ministerpräsidium mit Laval, Briand, Flandin und Francois Poncet eine Unterredung gehabt. Schahzamtssekretär Mellon hat die Bestätigung abgegeben, daß die amerikanische Regierung beschlossen hat, die Aufrechterhaltung der deutschen Zahlungen des unaufschiebbaren Annuitätenteils anzunehmen, vie dies im Young- Plan vorgesehen ist. Andere Meinungsverschiedenheiten sind beseitigt worden. Die Einigung über den technischen und finanziellen Teil der Verhandlungen soll unter Vorbehalt der Annahme der anderen interessierten Mächte in nächster Zeit zustande kommen. Der Einnahmerückgang des Reiches verstärkt sich. Berlin. Der jetzt vorliegende Monatsausweis über die Einnahmen und Ausgaben des Reiches im Mai zeigt an Gesamtcinnahmen 608,2 Millionen Mark, denen eine Ausgabe von 660 Millionen Mark gegenübersteht. Das Einnahmesoll des ganzen Jahres beträgt 10 447,7 Millionen Mark, so daß das Aufkommen hinter dem Jahresdurchschnitt nicht unbeträchtlich zurückbleibt. Handwerks im Monat Juni 1931. Rh. Vom Reichsverband des deutschen Handwerks wird uns geschrieben: Milliarden Reichsmart zu entfachen, die Konzentration aller Kräfte von den beiden großen Aufgaben abzulenken: Ordnung des Verhältnisses zwischen Staat und Wirtschaft. Wiederherstellung der Entfaltungsmöglichkeiten freier Marttwirtschaft. Die auf dem Wirtschaftsleben seit Monaten lastende Depression hielt in der Berichtszeit unverändert an. Dementspre chend hat auch die Wirtschaftslage des deutschen Handwerks feine Belebung erfahren. Selbst die Saisonberufe berichten über flauen Geschäftsgang. Die Bautätigkeit, die für gewöhnlich im Monat Juni ihren Höhepunkt erreicht, war in diesem Jahre sehr gering. Neue Bauvorhaben wurden so gut wie garnicht mehr in Angriff genommen. Das Bauhauptgewerbe war daher in der Hauptsache mit Instandsetzungs- und Umbauarbeiten beschäftigt. Auch an derartigen Aufträgen herrschte großer Mangel, weil Geldmittel fehlen. Die Zahl der arbeitslosen Bauarbeiter betrug in einer Anzahl von Kammerbezirken 70-80 Prozent. Von kleineren örtlichen Unterschieden abgesehen, war auch die Beschäftigung der Baunebengewerbe gering. Ueber eine sehr gedrückte Wirtschaftslage klagen ebenfalls die Bekleidungshandwerke. Selbst für die Nahrungsmittelhandwerke macht sich die geschwächte Kaufkraft der Bevölkerung in einem empfindlichen Rückgang des Absages bemerkbar. Die Belebung des Abfases, die die Reisezeit in früheren Jahren mit sich zu bringen pflegte, blieb in diesem Jahre beinahe völlig aus. Das Verkaufs Freiheit, dem Geist deutscher Zukunft zu dienen. Unabhängig von den Reparationen bleibt es erforderlich, durch stärkste Ausgabendrosselung den öffentlichen Bedarf um 3 Milliarden Reichsmart zu senken. Unabhängig von den Reparationen bleibt es erforderlich, den deutschen Geldmarkt von dem unerträglichen Drud von mehr als 2 Milliarden Reichsmart schwebender Schulden der öffentlichen Hand zu befreien. Es gilt, durch Ausschaltung der Fehler des letzten Jahrzehnts deutscher Wirtschaftsgesetzgebung für die deutsche Wirtschaft einen Standort zu gewinnen, von dem aus sie binnen- und weltwirtschaftlich ein Höchstmaß an Leistung im Dienste deutscher kultureller und sozialer Entwicklung zu erringen vermag! Hierfür zu kämpfen, ist unsere Aufgabe. Wir gehen an die Arbeit der kommenden Monate heran in dem stolzen Bewußtsein, in den jüngsten Ereignissen die erneute Bestätigung der Richtigfeit unseres Weges erblicken zu können. Wir rufen unsere Mitglieder und Freunde, wir rufen unser deutsches Volk, wir rufen die Jugend Deutschlands auf, im Streben um den nationalen, fulturellen Fortschritt dem Geist der Samstag, den 4. Juli 1931 Die deutschen Städte tagen in Mainz. ( Schluß) Als nächster Redner sprach über Probleme der Arbeitslosigkeit der Präsident der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung Dr. Syrup: Mehr als 20 Millionen Arbeiter und Angestellte sind in der Welt aus dem Wirtschaftsprozeß ausgeschaltet, in Deutschland allein zurzeit 4 Millionen. Die Krise wirkt sich in allen Ländern mehr oder weniger stark aus. Selbst Amerika rechnet in seinem diesjährigen Staatshaushalt mit einem Fehlbetrag. Alle anderen Länder können aber auf vorhandene Reserven zurückgreifen; ihnen stehen steuerpolitische Möglichkeiten offen; sie können jederzeit Kredite zu billigem Zinsfuß aufnehmen. Die amerikanische Anleihe von 800 Millionen Dollar ist gerade jetzt mit 6 Milliarden Dollar überzeichnet. Deutschland, das die Hälfte seines Nationalvermögens verloren hat, sind diese Möglichkeiten verschlossen. Es steht im Gegenteil unter dem ungeheuren Druck der Reparationsleistungen. Die Reichsbank kann und muß bei der Vertrauenskrise auf dem Kreditmarkt jeder Gefährdung der Mark entgegenwirken. Aber die nötigen Eingriffe der Reichsbank gehen letzten Endes zu Lasten des Arbeitsmarktes. Die Arbeitslosennot in Deutschland ist groß. Der Staat muß seinen Pflichten gegenüber den unverschuldet notleidenden Volksgenossen nachkommen, sonst würde er sich selbst aufgeben. Es mag dahingestellt bleiben, ob die Belastungen der Notverordnung genau ausbalanziert sind. Jeder betroffene Kreis sieht begreiflicherweise in erster Linie seine Opfer; die Belastungen anderer Kreise würdigt er wenig. Wer die Finanzlage in Deutschland klar erkennt, kann nicht bestreiten, daß das finanzielle Gesamtergebnis der Notverordnung nicht entbehrt werden kann. Ungewöhnlich schwer sind die Arbeitslosen selbst von der Notverordnung betroffen worden. Allein in der Arbeitslosenversicherung sind die Ausgaben von 1800 Millionen um 400 Millionen RM. gedrosselt worden. Die Senkung der Ausgaben geht unmittelbar bis an die Grenze des Zumutbaren. Die Reichsregierung entschloß sich jedoch sicherlich nicht leichten Herzens zu diesem Schritt, um die Reichsanstalt in ihren Einnahmen und Ausgaben auszugleichen und sie unabhängig von den Reichsfinanzen zu machen, damit von dieser Seite keine Gefahren für die Reichsfinanzen erwachsen können. Aber nicht nur die Reichsanstalt mit den von ihr in der Arbeitslosenversicherung und Krisenfürsorge zu betreuenden 3 Millionen Arbeitslosen steht in den kommenden Wochen und Monaten vor den schwersten Aufgaben, auch den Gemeinden fallen kaum tragbare Lasten in ihrer Wohlfahrtspflege zu. Nur in guter Zusammenarbeit sind die Schwierigkeiten, nicht nur finanzieller, sondern auch psychologi= scher Art zu meistern. Die geldliche Unterstützung der Arbeitslosen ist und bleibt ein Notbehelf. Alle Vorschläge zur Milderung der Arbeitslosigkeit wie die Ausschaltung der ausländischen Arbeiter und der ,, Doppelverdiener", die Verlängerung der Volksschulpflicht, die Streckung der Arbeit durch Verkürzung der Arbeitszeit, die Schaf= fung zusätzlicher Arbeit und der Antrieb der privaten Wirtschaft durch öffentliche Aufträge und Arbeiten müssen nicht nur auf the aukaitsmarktpatitisha Mirkung landern auch auf ihre mirt ,, Gießener Zeitung" ist auch bei den Massen der Arbeitslosen die Hoffnung auf Arbeit und Verdienst nicht ganz ertötet. Wir dürfen aber nicht ohne neue, auf Tatsachen fundierte Hoffnungen in den kommenden Herbst hineingehen. Deutschland hat sein Haus so entsagungsvoll wie nur möglich bestellt. Hoffen wir, daß uns die nächste Zeit auf dem Reparationsgebiet nicht nur verständnisvolle Versicherungen, sondern Taten bringt. Der hochgesinnte Entschluß des Präsidenten der Vereinigten Staaten berechtigt zu dieser Hoffnung. Der Geschäftsführende Präsident Dr. Haeckel- Berlin berichtete dann über die kommunalen Finanzen. Die Erwerbslosenlasten der deutschen Gemeinden sind für 1931 auf 875 Millionen für Wohlfahrtserwerbslose und auf 165 Millionen für Krisenfürsorge zu veranschlagen, also zusammen auf mehr als 1 Milliarde. Die Erleichterungen der Notverordnung reichen nicht einmal aus, um die Mehrausgaben der Gemeinden auf diesen Gebieten gegenüber 1930 zu decken. Dazu kommt der tatastrophale Rückgang der gemeindlichen Einnahmen aus Einkommen, Körperschaft-, Gewerbe-, Hauszins-, Grunderwerbs- und Verbrauchssteuern, der sich unter der wirtschaftlichen Auswir tung der Notverordnung noch verstärken wird. Den Gemeinden wird daher auch bei einer rigorosen Streichung von Ausgaben trotz der neuen Notverordnung und trotz der Ausnutzung der Steuern der früheren Notverordnungen noch ein Defizit von etwa 500 Millionen für 1931 verbleiben, neben dem Defizit des Vorjahres von 450 Millionen. Auch aus der Sanierung der Arbeitslosenversicherung sei eine weitere Gefahr für Verlagerung von Ausgaben auf die Gemeinden entstanden. Die letzte Notverordnung läßt also das Problem der Gemeindefinanznot ungelöst. Mangels ausreichender Hilfsmittel des Reiches fann daher nur eine Minderung der Reparationslasten den Gemeinden Rettung bringen. Eine grundlegende Tributrevision bleibt daher die vordringlichste Aufgabe. Die Verschärfung der Landesaufsicht ohne zeitliche Beschränkung auf die Notzeit und die Schaf= fung einer neuen Reichsaufsicht betrachten die Gemeinden als ein ungerechtfertigtes Mißtrauen gegen die Selbstverwaltung. Pflicht der Selbstverwaltung sei allerdings eine erhöhte Selbst= verantwortung in der Beschränkung der Ausgaben. schaftliche, finanzielle und allgemeinpolitische Bedeutung geprüft werden. Alle ernsthaften Vorschläge zur Milderung der Arbeitslosigkeit enthalten sicherlich beachtliche Gesichtspunkte. Sie bringen aber keine Lösung des schweren Problems. Eine befriedigende und auf die Dauer haltbare Lösung hat einerseits im Innern eine Gesundung unserer Wirtschaft, unserer Finanzen und eine politische Entspannung, andererseits von außen eine deutlich fühlbare starke Erleichterung unserer Kriegslasten zur Voraussetzung. Viele Menschen im In- und Auslande wissen nicht, was der letzte Winter für uns bedeutet hat, nicht nur menschlich, sozial und wirtschaftlich, sondern besonders staatspolitisch. Noch ist das deutsche Volk trok größter Arbeitslosigkeit und Not in seinem seelischen Befunde im Großen und Ganzen gesund. Trotzdem das Frühjahr mit seiner Depression viele Hoffnungen zerstört hat, Zur Besinnung und Erinnerung an den Todestag des Freiherrn vom Stein am 29. Juni 1831. Die beiden großen Gegenspieler. Freiherr vom Stein und Napoleon. Von Geh. Rat Prof. Dr. Max Lehmann. Bekanntlich hat der Freiherr vom Stein seinen ihm tongenialen Biographen in dem jüngst verstorbenen Göttinger Historiker Max Lehmann gefunden. Aus seiner umfassenden, glänzend geschriebenen Darstellung, die bereits in 3. Auflage vorliegt( Göttingen, Vandenhoed & Ruprecht, Leinen 14 Mk.), sei anläßlich des 100. Todestages des Freiherrn vom Stein das nachfolgende Stück wiedergegeben, das besonders deutlich Charakter und Bedeutung Steins fennzeichnet. Lehmann bietet auf Grund der Quellen eine lebendige Darstellung der Zeit, des Werks, und des Lebens Steins, so daß man wünschen kann, das Buch möge unserer Zeit einen Spiegel vorhalten. Die beiden Streiter, die das Jahr 1808 zu langem Kampje in die Arena hinabsteigen sah, waren in Verhältnissen herangewachsen, wie sie verschiedener kaum gedacht werden konnten. Nach einer Debatte, an der sich Ministerialdirektor Dr. Don Leyden, 1. Bürgermeister Book, Bürgermeister Bleifen und Stadtverordneter Dr. Zorn beteiligten, wurde eine Entschließung angenommen, in der es heißt: Stein, der ältere, war geboren in einem Zwergstaate, den seine Familie, wenn auch unter der Oberhoheit des Kaisers seit Jahrhunderten selbst regierte, in den geordneten Zuständen einer vergleichsweise alten Kultur; er hatte eine rasche und glänzende Laufbahn gemacht als Aristokrat, in einem anderen. größeren Gemeinwesen, dessen auswärtige Politik zwar nicht eines revolutionären Beigeschmads entbehrte, das aber in seiner inneren Struktur durch die Macht der Gewohnheit legitim geworden war. Napoleon stammte aus einem Lande, das von der Zivilisation nur oberflächlich gestreift war, die Stufe des Geschlechterstaates taum überwunden hatte und den persönlichen Leidenschaften des einzelnen den weitesten Spielraum ließ. Auch Napoleon mußte, wenn er etwas werden wollte in der Welt, eine größere Bühne suchen, aber während sie Stein innerhalo desselben Volles und Reiches zufiel, fand der Korse sie in einem Lande, das eine andere Sprache redete als er, das seine Heimat unterjocht, dem er mit den Waffen in der Hand gegenübergestanden hatte; weder Geburt noch Neigung, sondern Berechnung machte ihn zum Franzosen. Die deutschen Städte sind sich ihrer Schicksalsverbundenheit mit dem Reich bewußt und betonen erneut, daß alle Glieder der öffentlichen Hand gemeinsam berufen und verpflichtet sind, die allgemeine Finanznot zu überwinden. Die Notverordnung vom 5. Juni verändert aber die große Notlage der Gemeinden nur in unzureichendem Maße, da die zu erwartenden Mehrausgaben für Wohlfahrtserwerbslosen und Krisenfürsorge für 1931 sogar übertroffen werden. Daher müssen, falls in Zukunft finanzielle Erleichterungen für das Reich eintreten, die dadurch freiwerdenden Mittel in erster Linie die Sanierung der gesamten öffentlichen Finanzen, also auch der Gemetnvestnungen, ster stellen. Es wird noch mit besonderem Nachdruck darauf aufmerksam gemacht, daß eine Deckung von Fehlbeträgen bei den Gemeinden durch Kredite nicht mehr angängig ist. Die Entschließung fand einstimmige Zustimmung. Die sozialdemokratischen Vertreter gaben ergänzend eine Erklärung ab, in der gefordert wird: Beseitigung der Subventionspolitik, damit die Bürgersteuer als weitere zusätzliche Belastung der kleineren und mittleren Einkommen wieder beseitigt werden kann. Die aus dem Moratorium und aus dem Fortfall der Subventionen voraussichtlich freiwerdenden Mittel sind in erster Linie zur Ausgleichung der Gemeindehaushalte, deren Gesamtdefizit trotz Notverordnung immer noch rund 750 Millionen Mark beträgt, zu verwenden. Lokales. Sonntagsgedanken. Nr. 53 Gamstag, de baftenden Män Reidsjuftizmini Schläge unterbre chung der Rech und Einbeziehu Schuh- Eine ges dürfe unter Reifepri Kultus und B Begleitet mich heute auf einem stillen Weg, der in die Einsamkeit führt und laßt sie einmal reden, was sie uns zu erzählen weiß. Erst dort in der Einsamkeit dieser kleinen Erde empfindet man die Größe der Welt. Und manchen Großen tref fen wir dort an und fragt ihr mich, was sein Kennzeichen ist, dann sage ich euch: die Stille. freieste Bahn eröffnete, die Eroberungstendenz der neugeschaffenen Republik, die den geborenen Soldaten in ununterbrochenen Kriegen schulte und emporhob. Warum fehlen unserer Zeit die hohen Ideale, leben gestaltende Grundsätze und große Ziele? Der Einsame gibt euch die Antwort: In der Stille wer den wir uns erst unserer Menschenwürde und unseres Menschen wertes bewußt. Wer in der Einsamkeit sich langweilt, der kann nicht Anspruch machen auf Geistesbildung oder auf Seelen: größe. Denn gerade sie ist die einzige und wahre Schule für einen Geist von edlen Anlagen Aber der Gegensatz ging noch tiefer, und die beiden Streiter hatten davon eine sehr lebhafte Empfindung, indem sie ihn, nachdem der Kampf einmal ausgebrochen war, von dem Gebiete der Politik auf das der Ethik hinüberspielten. Stein tat dies in gutem Glauben, Napoleon wollte damit nur sagen. daß seine Weltanschauung eine andere als die des Wider sachers sei. Gottfried Keller schreibt es in seinen Werken: ,, Wer nicht seine schönsten Träume in der Einsamkeit träumt, wer nicht so weit gekommen ist, daß er jede menschliche Gesellschaft, alle Zerstreuungen und allen Umgang mit der faden Welt, ja jo gar den Umgang mit großen Seelen und wirklich guten Ge mütern entbehren kann, wer sich nicht selbst genug, wer nicht die erste und beste Unterhaltung in sich selbst, in der Tiefe sef nes eigenen Ich findet, der schiebe seine Ansprüche auf Geistes größe bescheidentlich in die Tasche zu den übrigen Brotfrumen und Bettelmünzen, die dort sind." In der Einsamkeit, dort, wohin nicht mehr der Lärm der Menschen dringt, hören wir die leisen Stimmen aus der Ewig feit. Die großen und berühmten Männer haben dort gelauscht, waren einjam in ihren Stuben und doch war ihre Welt so groß aus der ihnen wunderbare Kräfte des Geistes und des Herzens zuströmten. Betrachte nur einmal die Menschen deiner Umgebung! Wer ist in seiner Arbeit tüchtiger: sind es die Menschen, die nach Vermögen jagen, die überall dabei sein müssen, wo es etwas zu sehen und zu hören gibt? Oder sind es nicht gerade die Stillen, die Einsamen? Darum gib deiner Seele von Zeit zu Zeit die Einsamkeit, die sie so dringend braucht, um nicht in den erstickenden Niede rungen dieser lärmenden Welt zu versinkem. In der Tat, der innerste Kern der Seele, dem, weil er durch feine Analyse zu erklären ist, vornehmlich die Benennung Individuum zukommt, war Napoleon von Moral ebenso ferngeblieben, wie er bei Stein von ihr durchdrungen war. Napoleon hat schon in jener Jugendschrift, dem Souper de Beaucaire. in der er den Südfranzosen zuredete, sich den Jakobinern zu unterwerfen, von jeder Unterscheidung zwischen Gut und Böse abgesehen; für ihn gab es nur den Unterschied von Stark und Schwach, Sieger und Besiegtem. Mit dem größten Zynismus Nichts befriedigte er vor allem seine geschlechtlichen Triebe. lag ihm ferner als die geordneten Verhältnisse einer glücklichen Ehe, wie sie Stein geschlossen hatte. Die Polen kannten den Korsen gar wohl, wenn sie ihm, wie einem modernen Baal. das begehrenswerteste Weib ihres Adels zuführten: er nahm es hin als selbstverständlichen Tribut. Der Sonntagsschreiber. * Die Schulden des Landes Hessen stiegen von 66,8 auf nunmehr 69,9 Mill. R.-Mt., d. s. 51,91 RM. auf den Kopf der Bevölkerung bei einem Reichsdurchschnitt von 36,57 R.- Mt k und Prüfungen und Prima für tige Meldung bei dem Minist lichen Papiere * Rebenbei Minifterium fü Rundschreiben Grund der Ver benbeschäftigung Don Privat un gung erforderlic nahme von Un in jedem Einzel der einzelnen G der höheren Sch Don Privatunte nen und staatli immer nur für wenn fein geei oder fein tücht lehrer vorhande * Ernennu für Handelsja wurde der Fab zember einfchli * Bom St Stadttheater e Ludwig Frante * Anerkannte technische Lehranstalten. Nachdem die Be zeichnungen der preußischen höheren technischen Fachschulen ab 1. April ds. Js. fast sämtlich geändert sind, ist nach dem Stand vom 1. Mai 1931 ein neues Verzeichnis der auch von der Deutschen Reichsbahn anerkannten technischen Lehranstalten herausgekommen, aus dem für die hiesigen technischen Kreisen nachstehende Lehranstalten besonders wichtig sind. Es werden anerkannt in Hessen: Hessische höhere Bauschule in Offenbach a. M., Hessische höhere Bauschule in Bingen, Hessische höhere Landesbauschule in Darmstadt und Städtische höhere Maschis nenbauschule in Darmstadt. * Nachsendung von Postsendungen. Zu Anträgen auf Nachsendung von Postsendungen sind möglichst die amtlichen Vordrucke zu benutzen, die an den Postschaltern und von de Rostzustellern zur Abgabe bereitgehalten werden. Die Verwe dung dieser amtlichen Vordrude gewährleistet die pünktlice Nachsendung der Post und daher ein Vorteil des Empfängers. * Fundsachen im Monat Juni 1931. Das Verzeichnis über die im Monat Juni 1931 gefundenen bezw. abgelieferten Gegenstände kann an der Anschlagtafel im Flun des Polizeiamts, Landgraf- Philipps- Platz 1, eingesehen werden. Die Empfangsberechtigten werden aufgefordert, ihre etwaigen Rechte inner halb 2 Monaten beim Fundbüro während der Dienststunden geltend zu machen. verlangt * Gewerkschaftsring Beseitigung bestehender Mängel. Die zurzeit geltenden Vorschriften über die Lohnpfän= dung verlieren mit dem Ablauf dieses Jahres ihre Gültigkeit. Hierzu hat, um die mit dem heutigen Pfändungsrecht noch am Gegensätze von solcher Ausdehnung und Schärfe müssen, wenn einmal enthüllt, feindlich aufeinander stoßen. In diese Falle konnten sie verborgen bleiben, solange Stein, der schwi chere Teil, sich auf die allmähliche Durchführung der Reform beschränkte und von jeder auswärtigen Attion abjah. Sie tro ten in die Erscheinung, als Stein die Erhebung der Spanie benutzen wollte, um seine alte Jdee, Bündnis zwischen Preußet und Desterreich, zu paaren mit der andern, die ihm die jüngite Vergangenheit gelehrt hatte: Aufstand der unterdrückten Natio nen wider den Imperialismus in Gestalt des Landsturms. Es war am 16. Dezember 1808, als Napoleon, in Madrid angelangt, von seinem„ taiserlichen Lager" folgendes Detrek ausgehen ließ: ,, Der p. p. Stein, der Unruhen in Deutschland zu erregen sucht, wird für einen Feind Frankreichs und des Rheinbundes erklärt. Die Güter, die besagter Stein, sei es in Frankreich, sei es in den Ländern des Rheinbundes, besitze sollte, werden mit Beschlag belegt. Persönlich wird besagte Stein überall, wo er von unseren oder unsrer Verbündeten Truppen erreicht werden kann, verhaftet." zu erklären. Wie anders Stein, der als es ihm geglüdt war, ein schönes Mädchen des Weichseltales vor den Nachstellungen der Franzosen nach Königsberg zu retten, es ablehnte, sie auch nur zu sehen. Ebensowenig Strupel tannte Napoleon in der Behandlung derer, die ihm unbequem waren oder sich ihm gar widersetzten Er ließ seine Soldaten gleich Mordbrennern in Binasco und Pavia hausen; er ließ in Syrien Tausende von Gefangenen niedermezzeln, nur um den Schreden seines Namens unter den Muselmanen zu verbreiten; er ließ den unschuldigen Herzog von Enghien durch die Farce eines Kriegsgerichts ums Leben bringen, um den Freunden des Hauses Bourbon die Lust zu Restaurationsversuchen zu verleiden. Vollends die Lüge, das bequemst Kampfmittel des Politikers, handhabte er mit solchem Behagen, daß scharfe Beobachter fanden, er täusche unaufhörlich. Im engsten Verein mit der Amoralität stand auch bei ihm die Irreligiofität. Was in Steins Seele von Jahr zu Jahr mächtiger wurde, das Gefühl der Abhängigkeit vor einer überirdischen Macht, das Vertrauen auf den Beistand der Vorsehung, war ihm Schall und Rauch; er sah in der Religion nur ein Mittel, um auf andere zu wirken. Er wollte nicht nur die Leiber, sondern auch die Seele seiner Untertanen haben. Seinem Anspruch auf Beherrschung der Welt lag ebensosehr die Vergottung des eigenen Jchs wie die Mizachtung aller Vorbedingungen für sein Emporkommen in Frankreich waren der Sturz der Erbmonarchie und des Adels, die in Deutschland Stein helfend und fördernd zur Seite gestander hatten, die Egalisierung der Gesellschaft, die jedem Talent die i fremden Rechte zugrunde. Volksbühne un Aufgeführt wi besteht. Begin * V. D. A Caffee Leib de Nach Ansprache wird ein Bühn * Geschäfts Glitsch, Lin Bestehen seine * Bom 61 stattfindende Gleiberg hing Voltsbelustigu Uhr ab mit * Walter ein Gedächtnis ter Flex ita wurde, Die aufgeführt. und Bauern Der Ci „ Unsinn! Tantchen, ich Verwirrt und Mädchen die d statteten, um S Ja, Mar jo lange fortge wenn du willst Ein flamm und machte ein Während Sehr güti mit Standalne Marr von Sta Teetisch gededt zuflüstern: Bi hast fie, ebenjo Der junge nis auf solche einstimmung m Ein einziger gezeigt, was er Die Erwähnung brachte auch nu Lippen, und ih hatte, fühlte fid Besucher bar in diesem jedoch eine Aus der Gedanke d wahrscheinlichen Linie dem Um der einzige M feinen Bejud) m einen jungen Stand, daß er Ein Moment der Universalgeschichte. Napoleon hat seine Widersacher einfertern und ermorden lassen, niemals aber einen einzelnen so in aller Form und vor den Augen der Welt ein souveränen Macht gleichgestellt, der er genötigt sei, den Kri Wer dächte da nicht an die Aechtung, die dr Jahrhunderte zuvor gegen Martin Luther verhängt wurde Beide Male war derjenige, von dem die Aechtung ausging, d Herrscher eines Universalreiches; beide Male war der Geächte der gegen ausländische Tyrannei sich wendende Wortführer de deutschen Nation; beide Male fiel Deutschlands Interesse 3 sammen mit der abendländischen Völkerfreiheit überhaupt. De Aehnlichkeit geht noch weiter: beide Male wurde das Achtdekr unvollständig vollstrect, weil die Herrschaft dessen, dem der G ächtete sich widersetzte, bereits erschüttert war; nur mit der Unterschiede, daß Luther günstiger gestellt war als Stein. Da Abfall vom Papste hatte 1521 im deutschen Volke bereits weit um sich gegriffen, daß Luthers Landesherr gar nicht hät wagen dürfen, ihn den feindlichen Gewalten auszuliefern; d Reformator sah seine Wirksamkeit eigentlich keinen Augenbli unterbrochen. Stein rettete zwar sein Leben, mußte aber i Exil und fand sich zu lang dauernder Untätigkeit verurteilt. Erst das Jahr 1812 gab ihm die Möglichkeit, als Berat Alexanders I. von Rußland wieder entscheidend in den Garg der Weltgeschichte einzugreifen. Bekanntlich erzwang er d mals die Konvention von Tauroggen, trennte Preußen dadur gewaltsam vom Rheinbunde und leitete damit den Befreiung tampf ein, an dessen Durchführung er dann entscheidend teilgenommen hat. Did mußte Stände hatte ihr einer gewissen beneidenswert, war er mit ei genügte, um je Als er na et nod einmal dag die Tante um ihre Richte Mann wird do einem jungen jeine ganze Au Mertwürdi moterioje reid Saidial des S ohne Grund ei ein immer ärg riner recht hat Scheinbar Rs. Danfen. em stillen Weg, der in mal reden, was fie uns insamkeit dieset fleinen G C. Und manchen Großen ch, was jein Kennzeichen die hohen Jdeale, le Biele? ntwort: In der Stille würde und unseres Menj jamteit fich langweilt, istesbildung oder auf Ge nzige und wahre Schule jeinen Werken: Wer t injamteit träumt, mer menschliche Gesellschaft, mit der faden Welt, ja elen und wirklich guten S nicht selbst genug, wer n sich selbst, in der Tiefe seine Ansprüche auf Gei zu den übrigen Brotfrum in nicht mehr der Lärm isen Stimmen aus der E Männer haben dort gelau O doch war ihre Welt so gu des Geistes und des Her Menschent deiner Umgebu : sind es die Menschen, I dabei sein müssen, wo ? Oder sind es nicht ger Zeit zu Zeit die Einjamt cht in den erstidenden Rie versinken. Sonntagsschreibet Hessen stiegen von 66,8 51,91 RM. auf den Kopf chschnitt von 36,57 R.- M anstalten. Nachdem die S en technischen Fachschulen dert sind, ist nach dem G ichnis der auch von der Da nischen Lehranstalten heras gen technischen Kreisen na wichtig sind. Es werden ere Bauschule in Offenba in Bingen, Hessische höhe Städtische höhere Majd Zu Anträgen a gen. End möglichst die amili Postschaltern und von d alten werden. Die Ve gewährleistet die pünft ein Vorteil des Empfänger i 1931. Das Verzeichnis i enen bezw. abgelieferten& fel im Flun des Polizeiam ehen werden. Die Empfang ihre etwaigen Rechte in während der Dienstitun gt Beseitigung bestehen Jorschriften über die Lohnp dieses Jahres ihre Gültigh tigen Pfändungsrecht noch Dehnung und Schärfe mu ufeinander stoßen. In die ben, solange Stein, der j che Durchführung der Rej tigen Attion abjah. Sie u in die Erhebung der Spa ee, Bündnis zwischen Pre er andern, die ihm die jüng tand der unterdrüdten Nat un Gestalt des Landsturms 808, als Napoleon, in Ma chen Lager" folgendes De 1, der Unruhen in Deutschl en Feind Frankreichs und er, die bejagter Stein, jei dern des Rheinbundes, be egt. Persönlich wird beja eren oder unjrer Verbände Gerhaftet." geschichte. Napoleon hat j Eden lassen, niemals aber ein vor den Augen der Welt ei Der er genötigt sei, den Kr cht an die Aechtung, die d ztin Luther verhängt wur dem die Hechtung ausging, beide Male war der Gea sich wendende Wortführer fiel Deutschlands Intereffe Bölferfreiheit überhaupt eide Male wurde das Achtdeh Herrschaft dessen, dem der erschüttert war; nur mit er gestellt war als Stein. im deutschen Volte bereits jers Landesherr gar nicht Jen Gewalten auszuliefern; eit eigentlich feinen Augen ar sein Leben, mußte aber m die Möglichkeit, als Be Teder entscheidend in den 6 Bekanntlich erzwanger oggen, trennte Preußen da leitete damit den Befrein cung er dann entscheidend wernder Untätigkeit verurteil Samstag, den 4. Juli 1931 haftenden Mängel zu beseitigen, der Gewerkschaftsring dem Reichsjustizministerium in einer Eingabe entsprechende Vorschläge unterbreitet.- Es werden darin u. a. gefordert: Angleichung der Rechtsverhältnisse für sämtliche Arbeitnehmergruppen und Einbeziehung der Provisionsvertreter in den Pfändungsschutz. Eine etwaige Herabsetzung des pfandfreien Regelbetrages dürfe unter gar feinen Umständen eintreten. * Reiseprüfung für Nichtschüler. Der hessische Minister für Kultus und Bildungswesen gibt bekannt, daß Reiseprüfungen und Prüfungen für den Nachweis der Reife für Ober- Sekunda und Prima für Nichtschüler im Herbst 1931 gegen stempelpflich= tige Meldung stattfinden. Meldungen sind bis 10. Juli 1931 bei dem Ministerium einzureichen. Bewerber haben die erforderlichen Papiere beizufügen. * Nebenbeschäftigung der hessischen Beamten. Das hessische Ministerium für Kultus und Bildungswesen hat in einem Rundschreiben an die höheren Schulen angeordnet, daß auf Grund der Verfügung des Gesamtministeriums betreffend Nebenbeschäftigung der Beamten auch für jeden einzelnen Fall von Privat- und Nachhilfeunterricht die behördliche Genehmigung erforderlich ist. Der Kultusminister behält sich bei Uebernahme von Unterricht an einer Privatschule oder dergleichen in jedem Einzelfall die Entscheidung vor. Für Privatunterricht, der einzelnen Schülern erteilt werden soll, sind die Direktionen der höheren Schulen zuständig. Die Genehmigung zur Erteilung von Privatunterricht durch staatlich angestellte Lehrer, Lehrerinnen und staatlich besoldete Anwärter und Anwärterinnen darf immer nur für ein Jahr erteilt werden und auch nur dann, wenn fein geeigneter unverwendeter Assessor oder Referendar oder kein tüchtiger, auf Stundengeben angewiesener Privatlehrer vorhanden ist. * Ernennung. Zum Ergänzungsrichter für die Kammer für Handelssachen des Landgerichtes der Provinz Oberhessen wurde der Fabrikant Karl Georgi für die Zeit bis 31. Dezember einschließlich ernannt. * Vom Stadttheater. Am Dienstag, den 7. Juli findet im Stadttheater ein Gastspiel der Berliner Bühnenkünstler Ernst Ludwig Franken vom Lessingtheater, Lottina Baart von der Volksbühne und Curt Unser vom Neuen Theater am 300 statt. Aufgeführt wird eine Lustspielrevue, die aus drei Einaftern besteht. Beginn 20 Uhr, Ende gegen 22 Uhr. * V. D. A. Einen deutschen Abend veranstaltet heute im Caffee Leib der VDA., zusammen mit dem Deutschen Ostbund. Nach Ansprachen von Pfarrer Pelz, Cassel, und Dr. König wird ein Bühnenstüd aus der Ostmart aufgeführt. * Geschäftsjubiläum. Der Schuhmachermeister Johannes Glitsch, Lindenplatz 12, konnte gestern auf ein 30jähriges Bestehen seines Geschäftes zurücbliden. * Bom Gleibergverein. Es sei nochmals auf das morgen stattfindende Sommerfest des Gleibergvereins auf der Burg Gleiberg hingewiesen. Vorgesehen sind Konzert, Tanz und Volksbelustigungen. Fahrgelegenheit von Gießen aus von 14 Uhr ab mit Omnibus. * Walter Flex Abend. Gestern Abend fand im Kaffee Leib ein Gedächtnisabend für den im Weltkrieg gefallenen Dichter Walter Flex statt. Nach einem Vortrag über Flex und seine Werke wurde ,, Die Bauernführer", eine dramatische Skizze in 4 Aften, aufgeführt. Umrahmt wurde die Veranstaltung von Gedichten und Bauernliedern. Der Mittelstürmer von Hollywood. Ein Fußball- Roman von Sidney Horler. 12. Fortsetzung. ,, Unsinn! Sie müssen jetzt eine Tasse Tee mit mir trinken! Tantchen, ich hoffe, du hast deinen Tee noch nicht gehabt?" Verwirrt und bemüht, diese Tatsache zu verbergen, bat da: Mädchen die ältere Dame so deutlich, als es die Umstände ge= statteten, um Hilfe, aber die Aeltere wollte nicht verstehen. „ Ja, Margery, ich habe schon Tee getrunken. Du bist ja so lange fortgeblieben, aber ich will dir gern Gesellschaft leisten, wenn du willst, während du und dein Freund den Tee nehmt Ein flammendes Rot färbte Margerys Wangen, verebbte und machte einer unheimlichen Blässe Platz. ,, Sehr gütig," sagte sie scharf.„ Ich ersuche dich aber, uns mit" Standalneuigkeiten zu verschonen. Ich möchte mit Mr. Marr von Stanley sprechen." Während sie von der Halle in den Salon traten, wo der Teetisch gedeckt wurde, fand das Mädchen Zeit, ihrem Gast zuzuflüstern:„ Bitte, schenken Sie ihr keine Beachtung. Stanley haßt sie, ebenso wie ich." Der junge Mann, dem dieses verblüffende Familiengeheimnis auf solche Art mitgeteilt wurde, fand sich in vollster Uebereinstimmung mit der darin zum Ausdruck gebrachten Ansicht Ein einziger Blid auf Margerys Tante hatte ihm deutlich gezeigt, was er von der Witwe zu gewärtigen hatte. Nicht einmal Die Erwähnung seiner nahen Beziehungen zu ihrem Neffen brachte auch nur ein Wort des Willkommens über die dünnen Lippen, und ihre Hand, die sie ihrem Besucher entgegengestreckt hatte, fühlte sich an wie ein falter Fisch. Besucher wenigstens männliche Besucher waren offenbar in diesem Hause nicht willkommen. Dieser Stopford schien jedoch eine Ausnahme zu sein. Ein neuer, merkwürdig bedrückender Gedanke durchschoß Marr plötzlich und führte ihn zu dem wahrscheinlichen Schluß, daß Mrs. Horrells Aerger in erster Linie dem Umstand galt, daß Margery nicht zu Hause war, als der einzige Mann, der Gnade in Mrs. Horrells Augen fand, seinen Besuch machte, und zweitens, daß das junge Mädchen sich einen jungen Mann mitgebracht hatte, von dem zu befürchten stand, daß er die Situation komplizieren könnte. Did mußte trok allem lächeln. Eine Kette seltsamer Umstände hatte ihn in eine verteufelte Situation gebracht, die aber einer gewissen Pifanterie nicht entbehrte. Seine Lage war wenig beneidenswert, anderseits aber so sagte er sich zum Trost war er mit einem Mädchen verbunden, dessen bloßer Anblick genügte, um sein Herz höher schlagen zu lassen. Als er nachdenklich ein Stückchen Kuchen faute, überblickte er noch einmal im Geiste die Sachlage und resümierte schließlich, daß die Tante wahrscheinlich die Bewerbungen dieses Stopford um ihre Nichte begünstigte; denn- so sagte er sich Mann wird doch nicht im Verlauf so furzer Zeit zweimal bei einem jungen Mädchen vorsprechen, wenn diesem Mädchen nicht seine ganze Aufmerksamkeit gilt. ein Merkwürdig, daß der Mann gerade Stopford hieß, wie der mysteriöse reiche Bürger dieser Stadt, in dessen Händen das Schicksal des Hollywood- klubs ruhte, der Mann, der scheinbar ohne Grund einen Klub finanzierte, welcher Woche für Woche ein immer ärgeres Defizit aufwies. ,, Scheinbar ohne Grund?" Plötzlich sah er klar. Wenn Warriner recht hatte und Stopfords Reichtum wirklich so groß war, ,, Gießener Zeitung" Weibliche Arbeitskräfte gesucht. Allenthalben wird über Ueberfüllung in allen Berufen geklagt, auch in den weiblichen. Die Folge davon ist, daß viele, die einen Beruf ergreifen möch ten, nicht wissen, wo sie Beschäftigung finden können. Demgegenüber gibt es einen weiblichen Beruf, in dem zahlreiche junge Mädchen jederzeit eintreten können; den der Kranken-, Kinderund Fürsorgeschwester. In Hessen gibt es zwei Anstalten, die evangelische Mädchen mit einfacher und mit höherer Schulbildung zur Ausbildung und anschließenden Verwendung aufnehmen: Das Diakonissenhaus Elisabethenstift und den Hessischen Diakonieverein, beide in Darmstadt. Vermittlungen übernehmen jederzeit gern die evangelischen Pfarrämter. Straßensperre. Wegen Vornahme von Gleisarbeiten wird der Marktplatz zwischen Kirchenplatz und Schulstraße für Montag, den 6. Juli und Dienstag, den 77. Juli 1931 für Fahrzeuge aller Art polizeilich gesperrt. Aus Nah und Fern. Bad Nauheim. Das Verkehrsamt der Kurverwaltung teilt mit, daß bis zum 2. Juli 1931 der Gesamtbesuch 16 715 Gäste betrug, darunter 2765 Ausländer. Anwesend waren am 2. Juli 1931 4 257 Gäste. Friedberg. Am 1. Juli fanden hier die Astawahlen zur studentischen Kammer für das Wintersemester 1931-32 statt, die folgendes Ergebnis brachten: Nationalsozialistischer Deutscher Studentenbund 12 Size( bisher 8), Farbentragende Korporationen 8 Sitze( neu aufgestellt), Finkenschaft 5 Sitze( 6). Friedberg. Eine zweite Flugmaschine für die Fliegergruppe am hiesigen Polytechnikum ist hier eingetroffen. Es handelt sich um einen Sportdoppeldecker, der bisher im Flughafen Mainz Wiesbaden stand. Man hofft, die Maschine für Lehrzwecke schon in Kürze in Betrieb nehmen zu können. Schotten. Die feierliche Ueberreichung der Gesellenbriefe an 28 Junggesellen fand hier im Beisein von Syndikus Dr. Reif- Friedberg, Baurat Kessel, Schulrat Hasenzahl und Obermeister Zeschky statt. Mainz. Am Mittwochabend versuchten in Mainz die Kommunisten und Erwerbslose zu demonstrieren. Der Polizei gelang es, die wohlvorbereitete Aktion zu unterbinden. Ver= schiedene Trupps wollten in das Geschäftsviertel eindringen und die Lebensmittelgeschäfte plündern. Die Polizei griff je= doch rechtzeitig ein und nahm mehrere Sistierungen vor. Frankfurt a. M. Die Adlerwerke haben etwa 130 Angestellten voraussichtlich zum 1. August gekündigt. Ferner ist beabsichtigt, die Arbeitszeit durch Ausfall der Samstagsarbeit auf 40 Stunden wöchentlich zu verringern. Biedenkopf. Hier fand man in einer Sandgrube einen toten Handwerksburschen. Es wurde festgestellt, daß der Mann buchstäblich verhungert war. Wetter. Die rücksichtslosen Autofahrer, die vor einigen Tagen den Arbeiter Brunnet aus Vernau in der Nähe unseres Ortes überfuhren und tödlich verletzt liegen ließen, fonnten auf dem Viehmarkt in Hersfeld ermittelt werden. Es handelt sich um die Führer eines Lastkraftwagens mit Anhänger aus dem Kreise Gießen. dann würde er wohl kaum das bißchen Geld entbehren, daß er für einen Fußballklub ausgab, den er selbst niemals hatte spielen sehen; besonders, wenn er mit dieser ihn so wenig drüdenden Freigebigkeit einem Ziel, das ihm am Herzen lag, näher rücken fonnte. Und dieses Ziel? Marr biß sich vor innerer Bewegung die Lippe blutig. Dieses Ziel des geheimnisvollen Fußballmäzens war die Hand Margery Kirkbys. Alles deutete darauf hin, besonders das Benehmen der Tante. Noch eine schwache Möglichkeit gab es. Stopford war zwar fein häufiger Name, doch vielleicht gab es zwei Stopfords in Hollywood. Vielleicht o, du gütiger Zufall! Vielleicht waren sie beide reiche Männer. Doch der Zufall wollte es, daß das Mädchen selbst Marrs schwache Hoffnung zerstörte. Mr. Stopford mußte ja wissen, daß ich heute beim Wettspiel war," sagte sie trogig, während sie an einem Stüdchen Toast fnabberte. Mr. Stopford ist nämlich der Herr, der das Geld für den Hollywood- Klub hergibt," fügte sie, sich zu Dick wendend, hinzu, der tapfer lächelte, als sie ihm diesen Dolchstich versetzte. ,, Ja, ich habe davon gehört. Ben Warriner hat mir erzählt, wie freigebig er den Klub unterstützt," antwortete Marr mechanisch. ,, Das erinnert mich gerade, daß Sie mir noch nicht erzählt haben, wie es eigentlich kommt, daß Sie für die Hollywood spielen," sagte Margery.„ Ich dachte, Sie wären noch an der Universität." Von draußen drang das Geräusch eines vorfahrenden Automobils in den Raum. Mrs. Horrells Gesicht drückte Spannung aus, und auf ihren dünnen Lippen lag ein Lächeln des Triumphs. Bevor Margery noch vollenden konnte, hörte man ein leises, diskretes Klopfen an der Tür. Mr. Fairfax Stopford!" meldete das Stubenmädchen. Ein riesengroßer, ziemlich fetter Mann trat ins Zimmer. Trotzdem er peinlich gepflegt aussah und tadellos elegant an= gezogen war, machte er einen groben, gemeinen Eindruck. Richard Marr empfand, als er den Mann anblidte, ein leb= haftes Gefühl der Abneigung gegen ihn. Die kleinen Augen des Besuchers blickten mißtrauisch aus den Fettpolstern seines Gesichts auf Marr, während er mit ausgestreckter Hand die Damen begrüßte. ,, Ah!" sagte Stopford, reichte seinen Automobilmantel dem wartenden Stubenmädchen und ließ seinen schweren Körper in einen Armstuhl fallen, den ihm Mrs. Horrell zurechtgerückt hatte. Ich freue mich, daß ich zum Tee noch zurechtgekommen bin. Darf ich auch um eine Tasse bitten?" ,, Gewiß," antwortete die seit der Ankunft des Besuchers wie umgewandelte Witwe eifrig. Sie gab dem Mädchen die notwen digen Anweisungen und wandte sich dann an Stopford. ,, Margery bedauert es so unendlich, daß sie Sie vorhin nicht angetroffen hat, Mr. Stopford," sagte sie, ohne Marr dem anderen vorzustellen.„ Wahrscheinlich hat das Wettspiel heute etwas länger gedauert als sonst. Aber sie hat sich so gefreut, daß Sie noch einmal wiederkommen würden, nicht wahr, mein Liebling?" ,, Natürlich, Tantchen! Ich wollte nämlich was du schein Mr. Marr dem Mr. Stopford bar ganz vergessen hast vorstellen. Das ist"- Richard erhob sich widerstrebend, denn ihm graute davor, die fette Hand des anderen zu schütteln- ,, der beste Freund meines Bruders Stanley. Sie waren zusammen in Orford." Abschiedskonzert Franz Völkers im Südwestfunt. Nr. 53 Es ist wohl nichts selbstverständlicher, als daß der Südwestdeutsche Rundfunk dem Tenor Franz Völker bei seinem Weggange vom Frankfurter Opernhause an die Wiener Staatsoper Gelegenheit gibt, sich in einem besonderen Konzert von seiner großen Hörergemeinde zu verabschieden. Es darf dabei daran erinnert werden, daß Völkers ungeahnter Aufstieg als Tenor im Südwestdeutschen Rundfunk begann. Beim ersten Preissingen, das der Südwestdeutsche Rundfunk im Jahre 1926 veranstaltete, siegte ein damals völlig unbekannter Bankbeamter Franz Bölfer. Die Stimme hatte auch Clemens Krauß, der damalige Leiter der Frankfurter Oper, gehört. Er holte Völker an das Frankfurter Opernhaus. Und nun begann der Aufstieg des Sängers, der sich am 5. Juli in einem Sonderkonzert von der Hörerschaft des Südwestdeutschen Rundfunks verabschiedet. Schmeling Weltmeister! Nach äußerst hartem Kampf wurde Mar Schmeling nach der 15. Runde zum Sieger durch technisches f. o. über Young Stribbling erklärt. Damit eroberte Schmeling zum zweiten Mal den Titel eines Weltmeisters im Bogen für alle Kategorien. Neue Bücher. Im Verlag Dr. Selle- Eysler A.-G., Berlin SW. 68, ist wieder ein schmuckes Heft der„, Eleganten Welt" gestartet. Was dieser Sommer an modischer Schönheit und interessanter Lebensgestaltung zu bieten vermag, zeigen die prachtvollen Bilder in glänzender Wiedergabe. Die Beiträge mit praktischer und ge= sellschaftlicher Note werden den Leser und Beschauer in liebenswürdigster Weise fesseln. Zwei Jahre Tonfilm in einer„ Woche". Die ,, Woche", die große aktuelle illustrierte Zeitschrift, gibt eine Tonfilm- Sondernummer heraus. Kein Filmfreund sollte sich diese Gelegenheit entgehen lassen, einmal so scharf hinter die Kulissen der neuen Großmacht zu sehen und alle ,, tonangebenden" Leute zu hören. Jeder sollte dieses Hest besitzen, vor allem, da zwei große Preisausschreiben seinen Wert noch stark erhöhen: 100 000 Mark sind für gute Tonfilm- Jdeen ausgesetzt, 1 000 schöne Preise locken bei dem Filmbilder- Rätsel ,, Wer liebt wen?". Wer wird da noch zö= gern, sofort seine Geistesblitze aufzuschreiben, den Jdeal- Tonfilm, der ihm schon lange vorschwebt, endlich zu Papier zu bringen? Wer wird nicht da man doch immer zwei Eisen im Feuer haben muß außerdem das lustige Bildpreisausschreiben mitlösen? Die Tonfilm- Sondernummer der Woche" ist für 50 Pfg. überall zu haben. - Die letzten Getreuen des Zaren. Ganz abgeschieden von der Welt leben in einem fleinen französischen Orte russische Emis granten, die einst im kaiserlichen Rußland eine bedeutende Rolle gespielt haben. Hier hat ihnen eine Wohltäterin ein Asyl errichtet und mächtige Generale und Minister des 3arenhofes führen hier ein bescheidenes Dasein bei der Arbeit für Haus und Hof. Die neueste Nummer der Münchener Illustrierten Presse( Nr. 27) bringt viele Bilder von diesem Zufluchtsort. Aus dem Inhalt des Heftes nennen wir noch den Aufsatz über den amerikanischen Präsidenten Hoover, der mit seiner Botschaft über Einstellung als ler Kriegsschuldenzahlungen die Lösung der Weltfrise eingeleitet hat. Verantwortlich: G. Burgeleit, Gießen. eh-?" Stopford streďte Dick, wie dieser befürchtet hatte, die große, fette Hand entgegen. ,, Und was bringt Sie in diese Gegend, Mr. ,, Marr ist mein Name," sagte Did kurz. „ Nun, Mr. Marr," wiederholte Stopford ,,, was bringt Sie in diese Gegend?" ,, Oh, ich habe ganz vergessen, Ihnen zu erzählen!" rief Magery, deren Augen vor froher Erregung blitten. Denfen Sie sich bloß diesen entzückenden Zufall; Mr. Marr ist hierhergekommen, um für Hollywood Fußball zu spielen! Heute hat er das erstemal gespielt und war einfach wunderbar! Ihm danken wir es, daß wir die Wanderer geschlagen haben." ,, Ein Lebermensch also?" Stopfords Ton klang absichtlich höhnisch.„ Wenn Sie so eine Fußballgröße sind, warum spielen Sie dann nicht für die Corinthians oder einen ähnlichen Klub? Ich dachte, das waren die Vereine für wohlhabende Amateure!" Der Mann war offensichtlich durch die Anwesenheit des jungen Fußballers in diesem Hause erbittert und in einer gefährlichen Stimmung; auch fühlte er sich seiner Position hier sicher genug, um rüdsichtslos unhöflich sein zu können. Doch Marr blickte unbeirrt in die falten, höhnischen Augen des Mannes, von dem er nun wußte, daß er sein erbittertster Feind war. Dann warf er seine Bombe. „ Ich bin zufällig nicht reich," sagte er fest, ohne Zögern. Ich fann es mit nicht mehr leisten, als Amateur zu spielen; id spiele jezt, um meinen Lebensunterhalt damit zu verdienen! Das, Mr. Stopford, da Sie es nun einmal für notwendig gehalten haben, sich um meine Privatangelegenheiten zu fümmern, ist der Grund meiner Anwesenheit in Hollywood!" ,, Was, Sie sind wirklich Berufsspieler?" rief Margery Kirkby überrascht und begeistert aus. Ich bin noch nicht definitiv bei Hollywood angestellt, aber ich bin Berufsspieler. Mr. Hollister, der Manager, hat mich auf einen Probemonat engagiert; hoffentlich überlebe ich die Zeit." ,, Oh, wie prächtig!" rief das junge Mädchen.„ Der Mittelstürmer war seit zwei Saisons der schwache Punkt der Mannschaft, aber jetzt werden Sie wohl jede Woche spielen, und dann geht's aufwärts. Wie kam es aber, daß...?" Margery Kirkby errötete plötzlich vor Verwirrung und ließ den Satz unvollendet. Ich wollte Ihnen das schon früher erzählen," antwortete Marr; und wenn Mr. Stopford mich entschuldigen will, daß ich ihm soviel von meiner unglücklichen Familiengeschichte vorjezze, will ich es jetzt tun. Vorausgesetzt natürlich, daß auch Mrs. Horrell gestattet?" Er wandte sich mit einem fragenden, wenn auch etwas ironischen Lächeln an die Witwe. Bitte!" schnappte die Witwe zurüd. " ,, Ueber meinen Vater", fuhr der junge Fußballer fort ,,, brach vor einiger Zeit eine große geschäftliche Katastrophe herein. Sie war so schredlich, daß sie ihn nicht nur finanziell vollkommen ruinierte, sondern ihn auch tötete. Natürlich änderte das auch meine Lage. Ich mußte Oxford verlassen und einen Beruf ergreifen. Ein alter Internationaler gab mir den Rat, Berufsfußballspieler zu werden. Als ich diesen Entschluß gefaßt hatte, schrieb ich die Namen verschiedener Vereine auf fleine Papierſtüdchen, tat sie in einen Hut und zog eins heraus. Der Klub, den ich gezogen hatte, war Hollywood. Sie sehen also, daß es ein Zufall war, der mich nach Hollywood ge= bracht hat. Natürlich", fügte er mit einem Blid auf Margery, welcher Stopford das Blut in den Kopf trieb, hinzu ,,, wußte ich nicht, daß ich hier so gute Freunde finden würde." Fortsetzung folgt. ,, Gießener Zeitung" Nr. 53 Samstag, den 4. Juli 1931 Giftige Farben? Von Prof. Dr. P. Krais, Dresden. Als alter Farbenchemiker möchte ich zu einigen Fragen Stellung nehmen, die in letzter Zeit mehrfach die Presse und somit auch die Gemüter beschäftigt haben. Unter giftigen Farben versteht man zweierlei. Es können Farben sein, die dem Auge giftig erscheinen; von ihnen singt schon Wilhelm Busch in seiner Kritik des Herzens, wo die zweite Tante sagt: Ich schlage vor, wir entscheiden Uns für ein Kleid in Erbsengrün. Das mag Sophiechen nicht leiden. Es können aber auch Farben sein, die auf den Organismus als Gifte wirken. Solche gibt es wohl, z. B. Zinnober als Quedfilberverbindung. Schweinfurtergrün als Arsenikverbindung. Sie sind aber durch strenge Gesetze vom Gebrauch für Anstrichfarben, Tapeten, Gebrauchsgegenstände und Spielwaren ausgeschlossen. Die moderne Industrie der Teer- und Mir eralfarbstoffe, die heute über die Zusammensetzung und etwaige Lerunreinigungen ihrer Produkte aufs Genaueste Bescheid weiß, chließt alle Möglichkeiten sorgfältig und vollständig aus, die zu einem schädlichen Gehalt an Giften führen könnten. Was ist denn überhaupt giftig? Als Studenten fanden wir in unseren Lehrbüchern manchmal den Ausdrud:" Wirft im Uebermaß genossen giftig". Wo ist nun das Uebermaß? Einer Familienmär zufolge ist eine meiner vier Urgroßmütter eines Abends am Genuß von zuviel ' Kartoffelsalat gestorben. Sollte man nun feinen mehr essen? Man wird sich aber auch Pfeffer oder Zimt oder Stecknadeln oder gar Glassplitter nicht dick aufs Butterbrot streuen, weil sie uns sonst das Gras von unten ansehen lassen ohne daß man diese Stoffe als Gifte bezeichnet. Ebenso könnte es bei einem Versuch mit Teerfarbstoffen geschehen, obwohl ich es nicht einmal ficher versprechen kann, werden doch manche Farbstoffe sogar medizinisch verordnet und wirken als Heilmittel. Es gibt natürlich dicke Lehrbücher über die Gifte, und wenn das Konversations: legifon aus dem Jahre 1859 mit Gift alles bezeichnet ,,, was in geringer Menge in den lebenden Körper gebracht, mechanisch oder chemisch das Leben gefährdet", so ist damit auch nicht gesagt, wo das Uebermaß anfängt. - Recht merkwürdig aber ist es, daß nicht nur der Laie, sondern auch mancher Arzt heute noch ohne Bedenken die Farbstoffe verantwortlich macht, sobald sie mit dabei sind, wenn irgend etwas passiert. Ganz besonders bei Blutvergiftungen, Ekzemen, Furunkeln und dergl. ist es immer die gefärbte Tapete oder der Anstrich des Zimmers, das gefärbte Stroh des Hutes, die Farbe in der Wolle oder Seide, die die Uebeltäter sein sollen. Dabei weiß jeder, daß der weiße, frisch gewaschene Stehkragen Furunkel hervorrufen kann, wenn man die scharfen Kanten nicht mit Glättolin oder wenigstens mit einem Kerzenstümpchen abschleift. geheurer wirtschaftlicher Schade angerichtet werden kann, wenn| gemeinschaft" im Gange, die ähnliche Ziele verfolgt und die sie ohne Prüfung solche Nachrichten weitergeben, die unsre über allem hochstehende, gewissenhafte und mit allen Mitteln der modernsten Wissenschaft und Technik arbeitende Industrie verdächtigen. Denn nichts von alledem ist wahr, nichts kann bewiesen werden, wenn man den Dingen auf den Grund geht! Unsere Geſetze über den Umgang mit Giften und über die Giftfreiheit unserer Lebens- und Gebrauchsmittel sind so streng, daß es, abgesehen von aller durch die Vernunft und im eigenen Interesse gebotenen Vorsicht und Rücksicht, ganz ungeheuerlich töricht wäre, wenn sich die In istrie nicht sorgfältig in Acht nähme, alles Schädliche aus ihre Produkten fernzuhalten. Wenn nun troßdem von Zeit zu Zeit solche Enten herumfliegen, so sei hier die Bitte ausgesprochen: Publikum, glaubs nicht! Und wer es hört, der gebe es nicht weiter, ehe ganz bestimmte Beweise da sind! Wer es aber doch tut, der ist schuldig, den guten Ruf, den unsere chemische Industrie als Hersteller der Farbstoffe und die verarbeitenden Industrien wie z. B. die Färbereien, Druckereien, Tapetenfabriken usw. cls Verbraucher derselben in der ganzen Welt genießen, empfindlich zu schädigen, denn diesem guten Ruf geht es genau wie jedem anderen: Wird er auch nur durch einen Hauch getrübt, so bleibt etwas davon an ihm hängen. Dieses leichte Hineinfallen auf die Farbe als Giftstoff hat wohl noch mit dem erstgenannten Begriff der giftigen Farben in unferem Unterbewußtsein zu tun, und wie uns schon die Mutter verboten hat, beim Malen mit Wasserfarben den Pinsel mit der Bunge zu spitzen, obwohl man ihn so am schönsten bekommt, so haben wir auch heute noch eine gewisse Giftangst vor den Farbstoffen und sind geneigt, ihnen Uebles in die Schuhe zu schieben. Ganz mit Unrecht. Wenn nun gar solche Nachrichten in die Presse gelangen, ist der Teufel los. Es gibt gewiß feine gewissenhaftere und forgfältigere Tagespresse in der ganzen Welt als die deutsche, und doch verbreiten sich solche Nachrichten, wie über durch arsenikhaltige Tapeten, durch aufgefärbte Kleider oder durch enganliegende Hüte verursachte Schäden, die Ausschläge, Tod und Verderben über die Menschheit gebracht haben sollen. Sie verbreiten sich mit unheimlicher Schnelligkeit und werden mit Wonne von denen ausgeschlachtet, die sich ein Geschäft davon versprechen. Natürlich kann nicht von den in der Presse tätigen Herren die fachwissenschaftliche Vorbildung und Kenntnis auf dem Gebiete der Chemie vorausgesetzt und verlangt werden, mit welcher der artige Ammenmärchen auf ihren Wert oder vielmehr ,, Unwert" zu prüfen sind; sie müssen sich aber bewußt sein, welch unDater! Das 3eitungsgeld ist fällig! Bergiß es nicht, sonst schimpft die Mutter über den fehlenden Roman! Deutsches Aufbauwerk. Bund für Arbeit und Kapitalbildung. Dienstbarmachung der Astrologie für die deutsche Innen- und Außenpolitik, in der Kriminologie, Meteorologie und Medizin erstrebt. Damit tritt die astrologische Bewegung in ein entscheidendes Stadium, um den Kampf gegen ihre bisherige Diskreditierung aufzunehmen. Aus dem Bestreben heraus, die katastrophale Lage der deutschen Wirtschaft grundlegend zu beheben, haben in diesen Tagen Männer der Wirtschaft und verschiedensten Berufs- und Interessenkreise einen Bund für Arbeit und Kapitalbildung gegründet, dem folgende Leitgedanken zugrunde liegen: Aufbau der deutschen Wirtschaft im Geiste sozialer Gerechtigkeit und sozialer Befreiung des deutschen Volkes durch neue Kapitalbildung in produktiver Arbeit und Schaffung von neuem Privatbesitz für die jetzt besitz losen Volksmassen. Die Geschäftsstelle befindet sich Berlin W 8, Kanonierstraße 38. Rund um die Aftrologie. In den letzten zehn Jahren hat die astrologische Bewegung einen sehr beachtlichen Aufschwung genommen. Nach sorgfältiger Schätzung fann man heute mit nahezu 2 Millionen festen und ebensoviel losen Interessenten und Anhängern dieser Bewegung rechnen. Auf dem Gebiete der Volksheilkunde hat die astrologische Forschung insofern einen großen Erfolg zu verzeichnen, als ein bekanntes süddeutsches Werk für Elektro- Komplex- Homöopathie zum erstenmal astrologische Heilmittel herausgebracht hat, mit denen bereits gute Erfahrungen gemacht wurden. Auf dem letzten deutschen Astrologen- Korgreß haben sich namhafte Universitätsprofessoren, Mediziner, Psychologen und Rechtsanwälte für die staatliche Anerkennung der Astrologie als Wissenschaft eingesetzt. Unter Führung eines bekannten Astrologen sind Bestrebungen zur Gründung einer„ Uranischen Volfs= Zum Anlagetermin empfehlen wir unsere 7% igen Goldhypotheken- Pfandbriefe Ausgabe 13 Ausgabekurs 93%% freibleibend 7% igen Goldkommunalobligationen Serie 10 Ausgabekurs 97% freibleibend. Rückzahlungskurs für beide Gattungen: 100%. Da die Kündigung nicht vor dem 30. September 1938 erfolgen kann, sichert sich der Erwerber auf viele Jahre eine hohe Verzinsung und außerdem einen Rüdzahlungsgewinn. Die Sicherstellung der Schuldverschreibungen ist eine dreifache, sie ist gegeben 1. bei den Pfandbriefen durch erststellige innerhalb der mündelsicheren Beleihungsgrenze eingetragene Goldhypotheken und bei den Kommunalobligationen durch Schuldscheine von Gemeinden und öffentlichen Körperschaften des Regierungsbezirks Wiesbaden, 2. durch das gesamte Vermögen und die Rücklagen der Nassauischen Landesbank, des 3. durch die unbeschränkte Garantie des Bezirksverbandes Regierungsbezirks Wiesbaden, der mit seinem Vermögen und seiner Steuertrast, einschließlich der Steuerkraft aller Städte, Kreise und Landgemeinden des Regierungsbezirks Wiesbaden für die Verzinsung und Einlösung der Pfandbriefe und Kommunalobligationen haftet. Die Schuldverschreibungen der Nassauischen Landesbank sind an der Berliner und Frankfurter Börje jederzeit veräußerlich und bei der Reichsbank lombardfähig. Außerdem sind sie zur Anlegung von Mündelgeld in ganz Deutschland zugelassen. Ausgaben in Stücken zu 100, 200, 500, 1000 und 2000 Goldmark. Die Stücke sind sofort lieferbar und können durch sämtliche Banken, Sparkassen und Kreditgenossenschaften sowie alle Niederlassungen der Landesbank selbst bezogen werden. Wiesbaden, Juli 1931. Direktion der Rajjauischen Landesbank Wir suchen Verkäufl. Häuser Holger Stenson- Raché. Merkwürdigkeiten aus aller Welt Der Wohnsitz Napoleons auf Elba, die Villa San Martino, ist vom Italienischen Staat erworben worden und soll ein Napoleon- Museum werden. ſtatt Der letzte römische Gladiatorenkampf fand im Jahre 100 Unfere Schuljugend Wie es vielen tausend Kindern frühmorgens geht. Rrrr rrr geht der Wecker los und, noch todde, rappelt man sich auf du lieber Gott, schon wieder mal 6 Uhr, schon wieder mal aufstehen müssen! Nur noch fünf Minuten liegen bleiben, man ist ja noch sooo 000h müde; aber dann, wenn die herum sind, muß man raus, es hilft alles nichts, man muß einfach, der Zug wartet nicht. Schnell wird sich angezogen, ge= waschen, frisiert und nun fir ins Eßzimmer, 1 Tasse Kaffee und ein Brötchen dazu gegessen, dann den Mantel an, die Schülermütze aufgeſtülpt und im Eiltempo zum Bahnhof, wo der be= rühmte Bimmelbahn- Expreß" gerade einläuft. Falt, da ist der 2. Wagen, das 3. Abteil ist das Stammfupee- also schnell herein! Sehr billig jed. Art zwecks Unter Aus bes. Gründen breitung ankaujinier- ca. 16 Vianos essenten. Nur Ange- 13. T. erikl. Weltmarbote von Selbsteigen- ten neu u. gebraucht z. tümern erw. an die günst. Bed. z. verlauf. „ Vermietungs- und Eiloff unt. F. U. 422 Verkaufs Zentrale" od. Adresse a. d. Zei Köln a. Rh. tungsstelle abgeben. Hansahaus. 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